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Full text of "Literaturgeschichte der synagogalen Poesie"

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Literaturgeschichte 



der 



synagogalen Poesie. 



Von 



Dr. Zunz. 



Berlin. 

Louis Gerschel Yerlagsbuchhandlung. 
1865. 



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SEP161982 



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Vorrede. 

Das in ausgezeichneten Mensche^ Waltende hat oft, viel- 
leicht stets, den Völkern die Richtungen gegeben, die in ihnen 
wirkende Idee sich der nachfolgenden Zeit als Stempel aufge- 
drückt: die Begebenheiten wurden die Trager, nicht selten das 
Erzeugniss jener Idee. Die synagogale Poesie darf man die 
Begleiterin der Geschichte des Judenthums nennen. Mei- 
nungen über Werth und Bedeutung des einzelnen Gedichtes, 
Wünsche über die Stellung des Piut im öffentlichen Gottes- 
dienste andern nichts an dem Range dieses grossartigen Mo- 
numentes vielhundertjährigen Kampfes. Wer als Jude mit 
Tornehmer Verachtung an demselben vorübergeht ist unbe- 
rufen zum Geschichtschreiber: wer in sich seinen Stamm ver- 
achtet kann dessen Thaten nicht darstellen. Es würde schon*) 
^der Mensch sich selbst geringschätzen^ wenn er das, was 
seine Ureltern nicht in eitlem vorübergehendem Drang viel- 
mehr nach bewährter Sitte lange Zeiten hindurch hervorge- 
bracht haben verachten wollte.** Nun aber ist die in den 
Psalmen wurzelnde. Selicha und der mit der Prophetie zu- 
sammenhangende Piut, beide durch Leiden geheiligt, mehr 
denn bewährte Sitte: sie sind die Denkmähler der Vorfahren, 
und der von ihnen erfüllte Gottesdienst wurde das in tausend- 
jährigen Gefechten emporgehaltene Panier Israels. 

Aber von den Denkmählem sind die Erbauer nicht zu 
trennen, die Urheber nicht von den Gesängen und Gebeten. 
In dem Urheber tritt die Vorzeit persönlich vor uns: das 



*) J»&ob Grimn Bede «Hl WUhalm Grimm S. a 

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— IV — 

Dichterheer, liebend und blutend, wird ein mit uns verwandter 
Theil des Menschengeschlechtes, der uns belehrt und erfreut, 
mit uns lacht und mit uns weint. Das Interesse an dieser 
Poesie und an deren Autoren bedarf demnach wohl keiner 
Entschuldigung. Als in den Jahren 1820 und 21 der Aufbau 
einer Wissenschaft des Judenthums unternommen und Ver- 
besserungen im öffentlichen Gottesdienst versucht wurden, zog 
mich, den bei Beidem betheiligten, zur Untersuchung des 
Machsor sowohl das wissenschaftliche als das reformatorische 
Interesse hin. Die Kenntnisse auf diesem Gebiete waren da- 
mals sehr gering, selbst Unterrichteten nur polnischer und 
deutscher Eitus bekannt. An Geschichtschreibung, die in 
dem Individuum das Allgemeine, in der historischen Reihen- 
folge den Organismus sieht und zeichnet, konnte damals ohne 
Kenntniss des Materials noch nicht gedacht werden. 

Einen kräftigen Anstoss bekamen diese Studien seit dem 
Jahre 1829 durch Rapoports Biographien und durch die gottes- 
dienstlichen Vorträge, welche den Zusammenhang von Flut 
und Hagada nachwiesen und die Reformen der Synagoge zu 
begründen unternahmen. Allerdings war die synagogale Lite- 
ratur auch noch im Jahre 1832 wenig angebaut: Mir waren 
aus germanischen Kreisen etwa 200 Selicha's bekannt, 88 we- 
niger als das handschriftliche Verzeichniss von Heiden heim 
aufführt, der von genannten Verfassern nur 102 Selicha's kennt: 
Allein der Damm war gebrochen und die Wasser der Er- 
kenntniss breiteten sich aus. Ganz besonders gewannen seit 
dem Jahre 1836 die Arbeiten an Umfang. Die Schriften von 
Delitzsch, Dukes, Luzzatto, Sachs u. A., die Auffindung un- 
bekannter Ritualien und Machsor, der Diwane von Mose b. 
Esra und Jehuda halevi neben einem lebhaften Kampfe für 
und wider die bisherige Ritus-Ordnung trugen wesentlich bei 
zur Erweiterung des Gesichtskreises, zur Vertiefung der Arbeit. 

Mittlerweile mit den Machsor von Avignon, Rom, Ro- 
mania bekannt geworden, beabsichtigte ich damals ein Buch 



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— V — 

über die deutschen Selicha's aufizuarbeiten, und wurde es be- 
reits seit dem Jahre 1838 von Delitzsch, Geiger u. A. ange- 
kündigt. Durch andere Thätigkeiten verdrängt wurde die Ar- 
beit, unter verändertem Gesichtspunkt, erst 1850 wieder auf- 
genommen; Material wie Bearbeitung erforderten einen grös- 
seren Massstab. Schon im September 1837 war mein Selicha- 
Verzeichniss 426 Nummern stark; es zählte Ende 1841 mehr 
als 900, Sept. 1847 eintausend, April 1853 anderthalb tausend 
und beträgt jetzt 1816 Nummern. Natüriich musste mit den 
Selicha's die Anzahl der Verfasser zunehmen: Statt der von 
Heidenheim aufgeführten 40, kannte ich im November 1837 
deren 112, zehn Jahre später 227; das gegenwärtige Werk 
macht über 400 namhaft. Die Vergrösserung des Gebietes 
und die Rücksicht auf die verschiedenen Riten geboten eine 
gleiche Berücksichtigung für den Piut, dessen Vorräthe in 
gleichem Verhältnisse gewachsen waren, wie beispielsweise aus 
folgenden Zahlen erhellt: 40 Musaf-Keduscha's, 57 Maarib, 
70 Nischmat, 70 metrische Bakascha's, 100 Keroba's, 120 Re- 
schut, 120 Tochacha's, 150 Mostedschab, 150 aramäische Com- 
positionen, 180 Techinna's, 200 Hoschana's (die Hälfte unge- 
druckt), gegen 600 Lieder und Piut im engern Sinne, 600 
Elagegesänge (330 sefardische), 600 Jozer und Jozerstücke, 
Ofan u. s. w. 

Als so eipe beträchtliche Anzahl von Compositionen der 
verschiedensten Art und mit ihnen ihre Verfasser aus dem 
Dunkel der Bibliotheken an das Licht der Betrachtung ge- 
treten waren, konnte die Au%abe nicht mehr in einem Werke 
gelost, das Ziel nicht in einem Anlauf erreicht werden. Es 
schien nicht genug, den geschichtlichen Hintergrund, den dich- 
terischen Gehalt, die gottesdicnstliche Gestaltung dem Leser 
klar zu machen, auch Heimat und Schicksale jener Poesien, 
ihre Form und Verwendung mussten, wenigstens in Umrissen, 
als EntwickeluDg der Ritus gezeichnet sein. So entstanden 
die beiden Abtheilungen der synagogalen Poesie des 

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— VI — 

Mittelalters (1855, 1858), Vorarbeiten des jetzigen Buches, 
das allerdings zu dem mir vorschwebenden Gemälde nur 
Grundzüge, oft mehr Literatur als Geschichte gibt. Aber an 
der Piut-Ausgrabung und der Autoren-Kunde war für's erste 
des Suchens und Findens genug: das werden, hoffe ich, die 
künftigen Goldarbeiter dem Erzschmelzenden zu Gute halten. 

Wie die Inhalts- Angabe zeigt, wird die Literatur des ge- 
sammten Gebietes gewissermassen in drei Abschnitten vorge- 
führt: Der erste behandelt nach einer literarhistorischen Ein- 
leitung die vor -kaiirische Zeit nebst Kalir (Kap. 2 und 3); 
der zweite die Piut -Verfasser a) in Kap. 4 bis 7 von Kalir 
bis zum Jahre 1140, wo die peitanischo und die klassische 
Epoche gleichzeitig abschliessen , b) in Kap. 14 und 15 die 
vorher noch nicht namhaft gemachten zwischen 1140 und 
1540, c) in Kap. 16 mehrere unbestimmten Zeitalters. Den 
dritten Abschnitt bilden Kap. 8 bis 13, welche den Dichtern 
der peitanischen und germanisch-romanischen Selicha, von der 
ältesten Zeit bis zum Jahre 1765, gewidmet sind und bei allen 
nach dem Jahre 1140 lebenden Verfassern auch deren etwanige 
Piut-Compositionen angeben. In beiden Abschnitten wird mit 
den Anonymen (Kap. 4 und 8) begonnen. Nicht aufgeführt 
bleiben demnach die Ungenannten und die Karäer seit 1140 
und — die des 13. Kapitels ausgenommen — alle die später 
als 1540 geblühet (synag. Poesie S. 356—361). Da nun in 
dem über 880 Namen starken Register gegen 60 unbestimmte 
eine grossere Zahl von Verfassern vertreten, so darf mithin 
die Zahl der synagogalen Dichter, die Ungenannten mitge- 
rechnet, im Ganzen wohl auf anderthalb tausend geschätzt 
werden. 

Sowohl bei den Studien auf zwanzig Bibliotheken des In- 
und Auslandes als der Benutzung von Mss. und Abschriften, 
die aus 13 Orten mir zugegangen, habe ich der mich stützen- 
den Theilnahme einer grossen Anzahl von Gelehrten und Li- 
teraturfreunden dankbar zu erwähnen, die oft Jahre hindurch 

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— VII — 

mir Notizen und Copien einschickten und durch ihre Zu- 
schriften mich belehrten. Vor Allen sei hier der Verstorbenen 
gedacht, als welche ich zu nennen habe: Dr. Adler (^'"orms), 
Jos. Almanzi (Padua), A. Asher (Berlin), Dr. Beer (Dres- 
den), M. Bresselau (Hamburg), H. J. Michael (Hamburg), 
Reggio (Görz), Dr. M. Sachs, Saraval (Triest), Wer- 
b Inner (J. 1853, aus Wien). Mit zuvorkommender Güte 
haben für mich Abschriften und Auszüge besorgt oder ihre 
Excerpte und Bemerkungen mir mitgetheilt die Herren 
Baer (1853 bis 55 aus Heddernheim) , Prof. Delitzsch 
(1837, 38 aus Leipzig), Derenburg (1839 aus Leyden), 
Dukes (1838 u. ff. aus Hamburg), Goldberg, Luzzatto 
(seit 1837 in etwa 50 Zuschriften), Nissen (1838—1843, 
Breslau), Abbate Perreau in Parma (Beantwortung von 
Fragen, Einzelnes in 27 de Rossischen Codices betreffend), 
Steinschneider, Wiener (Hannover) und Zedner. Für 
einzelne angefertigte Copien hatte ich den Herren Dr. Gold- 
schmidt (Leipzig), Gugenheim (Wien), Jellinek (Leip- 
zig), Lieben (Prag), Munk (Paris), G. Po Hak (Amsterdam) 
und G. Wolf (Wien) meinen Dank abzustatten. 

Aller dieser, eigenen wie fremden, Anstrengungen un- 
geachtet muss noch fortgearbeitet werden. Denn wenngleich 
das gegenwärtige Buch auf einem Grunde von grossentheils 
von mir selber durchgemusterten 500 Manuscripten ruhet, so 
bleiben doch noch, neben zahlreichen des Privatbesitzes, 
alle hiehergehörigen Codices in Russland, Spanien und dem 
Kirchenstaat zu untersuchen übrig, welche nebst vielen noch 
unbesuchten in Paris, Turin und an anderen Orten einen 
Baustoff liefern dürften zu künftigen Werken höherer Voll- 
endung. Für die erste historische Bekanntschaft mit den 
synagogalen Compositionen und deren Urhebern mag das 
gegenwärtige genügen. 

26. September 1865. 

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- IX 



Inhalt. 

L Kap. Llterarblstorische Einleltaog. S. 1 — 11. 

Die SJiere Zeit, ÜDZDverlässigkeit der Mss., M&brcben (1 — 4), 
Apostel nod Bischöfe als Peitaoa's (5, 6), UnterschiebaDgen (6), 
UDWissenbeit (7), Literatoren seit David Gans (7—10), die cbristUcben 
Geiebrten (8, 10, 11). 

2. Kap. Yorlcaliriscbes. S. 11—29. 

BereicbeniDgeo der Stammfebete (12, 13), der Kednscha's und 
12 anderer Gebetstäclie (18 — 15); leise Tecbinna, Buss- und Fasten- 
gebete, Litaolen (15 — 18), Aramäiscbes (18, 19), Benedictionen, 
Rahit ü. a. (19 — 21), 16 aramäiscbe Sachen flr Festtage (21, 22), 
ältester PInt (22—26), Jose b. Jose (26—28), Janoai (28, 29). 

3. Kap. Elasar b. Kalir. S. 29—64. 

AJIgemeines- (29— 35), Parallelen (35—40), Wortbildong, Zahlen 
(40—43). Seine 35 Compositionen (43—61), Anführongen (61—64). 

4. Kap. Anonymer Pint. S. 64 — 93. 

1 Sflhntag (64-66), II Keroba (66—69), III Jozer (69, 70), 
IV Ofan (70), V Snlat (71—73), VI Maarib (73), VII Aramäisches 
(74—80), VIII Hoschana (80—82), IX Thorafest (82—84), X Piut 
(84—89). 7 Namen von nnbestimmten VerOssem (89—93). 

5. Kap. Piut-Dicbter von Saadia Gaon bis Zahlal, S. 93 — 126. 

Saadia Gaon (93—98), Meborach halevi (98) bis Mose b. Ka- 
lonymos (104 — 108), Kalonymos ans Lucca (108) bis Simeon b. 
Isaac (111—115), Binjamin b. Samael (115 — 120) bis Zahlal 
(123—126). 

6. Kap. Von Elia dem Alten bis Saadia, S. 126—178. 

Elia hasaken (126—129) bis Tobelem (129 — 138), Jehuda 
hacohen (138) bis Isaac b. Jehuda (142—144), Binjamin b. Asrlel 
(144) bis Abraham b. Jehnda hacohen (152), Meir hacohen (152) 
bis Salomo b. Simson (157), Menachem b. Machir (158) bis David 
halevi (164), Kalonymos b. Jehnda (164—166) bis Joseph b. Isaac 
(171), Joseph b. Jacob (172) bis Saadia (177). 

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- X — 

7. Kap. Spanier, S. 178—219. 

Abitur (178 — 186) und 3 andere Dichter (186, 187), Sah 
Gabirol (187 — 194), Isaac Giat (194—200) und 4 Dichter (200— 
202), Mose b. Esra, Jebnda halevi, Abenesra (202 — 214) und noch 
13 Dichter (215—219). 

8. Kap. Anonyme Sellcha, S. 219—232. 

Saadianische (220), 88 anonyme (221 — 230), 12 von zweifel- 
haOer Autorschaft (230—232). 

9. Kap. Sellcha-Dichter vom J. 980 bis J. 1140, S. 232—264. 

Salono BabU (232—235) bis Gerschom (238), Binjamin b. Serach 
(239— 243) bis Elia b. Schemaja (244 — 246), Eileser (246) bis 
Salomo b. Isaac (252 — 254), David b. Meschollam (254) bis Mose 
b. Schabtai (259), EUeser b. Natan (259—262) bis Achimaaz (264). 

10. Kap. Sellcha-Dichter vom J. 1140 Ms J. 1300, S. 265— 36&. 

Jacob b. Meir (265—267) bis Gerschom b. Salome (273), Eph- 
raim b. Isaae (274 — 279) bis Elchanan (288), Ephraim b. Jacob 
(288—293) bis Menachem b. Jacob (294—298), Jebuda der Fromme 
(298 — 301) Ms Salomo b. Aban (311), Samnel b. Isaac (312) bis 
Elasar aus Worms (317 — 324), Joseph b. Barach (324) bis Jesaia 
b. Mali (336), Mordecbai b. Schabtai (336—338) bis Zemach (342), 
Abbas (342) bis Todros (345), Mose b. Joseph (346) bis Jechiel b. 
Jekntiel (351), Binjamin b. Abraham Rofe (352—356) bis Gerschom 
b. Natan (357), Meir b. Baruch (357—362) bis Isaae b. Mescbul- 
lam (364). 

11. Kap. Sellcha-Dichter vom J. 1300 bis J. 1540, S. 365—391. 

Binjamin b. Joab (365) bis David ba-Nasi (371), Salomo Scharbit 
(371—373) bis Mose Killti (377), Jochanan b. Ruhen (377) bis 
Elkana b. Schemarja (384), Elnatan hacohen (385) bis Ascher b. 
Simeon (390). 

12. Kap. a) Sellcha-Dichter unbestimmter Namen (S. 391—410), 

b) Spanier (S. 410—415). 

13. Kapitel. Sellcha-Dichter der zwei neueren Jahrhunderte, 

S. 415-452. 

Salomo Luria (416) bis Ephraim Lentschäz (421), Samuel Marli 
(421) Ms Meir Angel (426), Lipman Heller (436) Ms Libermann 
Sofer (432), Ephraim ans Chelm (433) bis Ungenannte (S; 439), 
Isaac halevi (440) bis David Sogers (445), David Oppenheimer (445) 
bis PInchas (452). 

14. Kap. Piut-Dichter vom J. 1140 Ms J. 1300, S. 453—496. 

Mose b. Bipjamin (455—457) Ms Isaac Geiundi (463), Abraham 

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— XI — 

b. Meir (464) bis Jehnda b. Abrabam (470), Jebada CbarJsl (471) bis 
Mose b. Nachman (478), Jebuda bacohen b. Mose (478) bis Mose 
balevi b. David (484), Abrabam b. Samnel (484) bis Abraham b. 
Bamcb (491), Abraham Bedarsehi (491) bis . . . Nalcdan b. Samuel (496). 

15. Kap. Pint- Dichter vom J. 1300 bis J. 1540, S. 496—536. 

Jedaja [Penini] (498) bis Schemtob Ardotlel (503), Israel halevi 
(504) bis Jehuda Natao (509), Mose Kapuzato (509) bis Jacob b. 
Eiasar (515), Seracbja (515) bis Jechiel b. Ascher (520), Joseph b. 
Labi (520) bis Salomo Dnran (524), Mose Riete (524) bis Isaac Arama 
(528), Abrabam abi Simra (528) bis Sason balevi (531), Salomo b. 
Masaltob (532) bis Isaac Maodil (535). 

16. Kap. Dichter nubestimmter Zeit, S. 536-599. 

Aaron Chaber (537) bis Ascbbili (545), Benbenaste b. Chija 
(545) bis Immanuel Cbal (551), Isaac (552—58) bis Jacob (559— 
62), Jacob ans Castilien (562) bis Jomtob (568), Joseph (568—75) 
bis Mordechai b. Chanin (580), Mose (581—585) bis Ramatl (588), 
Salomo (588—592) bis Zoref (599). 



Noten. S. 600—624. 

Beilage I. Altes Yerzeichnlss von 22 Selicha - Verfassern. 

S. 625, 626. 
Beilage II. Nachweis über gewisse Wörter nnd Ausdrücke im 

altern Pint. S. 627—643. 
Beilage III. Parallelen der Aboda's. S. 643—46. 
Beilage lY. Introdnction der französischen Aboda. S. 646. 
Znsätze nnd Berichtigungen. S. 648—53. 
Verzeichnisse: 

1. Stammtafeln, S. 654. 

2. Gleichnamige, S. 654. 

3. Autoren-Register, S. 655—665. 

4. Einige Bezeichnungen und Ausdrücke, S. 665, 666. 



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I. KAPITEL. 
literatm^fosohichtUche Einleitaiig. 



W„ 



^enn das jüdische Mittelalter keine Geschichtscfareiber und 
Geschichtforscher aufzuweisen hat, darf uns das nicht wun- 
dern: Eine Nation in partibus verrichtet keine Thaten; ihre 
Leiden können Chronisten und Dichter, aber nicht Geschicht- 
schreiber hervorbringen. Zur Geschichtforschung mangelte der 
wissenschaftliche Sinn, ja das Bedürfniss. Israels Geschichte, 
abgeschlossen mit dem Untergange des jüdischen Staates, durch 
die Zerstreuung des Volkes erschwert, lag fertig da dem Auge 
der Gläubigen erkennbar; zu erforschen war nur noch der Geist 
des überlieferten Wortes, um danach das Leben einzurichten, 
damit die Hoffnungen aufrecht bleiben und die Erlösung 
möglich werde. Die ehemalige Freiheit, mit den gesetzlichen 
Vorschriften und Lehren verwachsen, blieb das Ideal der Ge- 
danken und der Gefühle, und so wurde Gesetzesstudium die 
Fortsetzung des politischen Lebens, die Uebung im Wissen des 
Rechten gleichsam ein Unterpfand der endlichen Befreiung. 
Dieses Studium allein und dessen Vertreter konnten einer 
historischen Betrachtung fähig und würdig erachtet werden, 
und sie wurden es. Der Wunsch, Leben und Meinung der 
Gesetzforscher und Gesetzlehrer — Soferim, Talmudisten, Ga- 
onen, Rabbinen — zu kennen, um dadurch das Verstandniss 
des heiligen Wortes zu fordern, war zu verschiedenen Zeiten 
rege, ganz besonders dann, wenn jene Männer und Lehren 
Angriffen blossgestellt wurden. Nächst den Sammlungen der 
Talmude und Midrasche selber entstanden hieraus seit 10 bis 

Zanx Llteratnrgesch. der syn. Poesie. * 

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— 2 — 

11 Jahrhunderten verschiedene geschichtliche Werke, nament- 
lich das kleine Seder olam (A. 805), die geonäische Chronik, 
das Seder der Talmudisten (884), Scherira's Sendschreiben 
(988), Nissim's beabsichtigtes Buch über die Tradition, 
Samuel halevi's Einleitung zur Gemara (um 1050), Abra- 
ham halevi's Buch der Ueberlieferung (1161), Maimonides 
Einleitung (1177), das Talmudisten - Lexikon (um 1200), die 
Einleitung von MenachemMeiri (um 1280), die Nachrichten 
über französische, deutsche und provenzalische Lehrer bei Un- 
genannten aus dem 13. und 15. Jahrhundert, bei Isaac de 
Latas (1372) und Salomo b. Jachiun,*) und ein Haupttheil 
in historischen Schriften aus der zweiten Hälfte des 1 5. Jahr- 
hunderts, namentlich in den Büchern von Joseph b. Zaddik, 
Saadia ihn Danan und Abraham Zacut, die freilich mehr 
politische als literarische Geschichte geben. 

AUmählig und theilweise durch äussern Anstoss, als der 
Büchervorrath zugenommen, die Richtungen mehr auseinander- 
gingen, lenkte man den Blick auf einzelne Thätigkeiten, auf 
Grammatik, Masora, Mystik, Philosophie. Dort wo Sprach- 
gewandtheit und Dichtkunst blüheten, traten die Meister des 
Wortes aus der Menge hervor, gepriesen von den Kunst- 
genossen; ihre Schriften gaben Belege für Lehrbücher, The- 
mata fiir Lobgesänge, Stoff zu Grabschriften. So werden die 
Diwane von Mose b. Esra, Jehuda halevi, Mose aus Draa 
Abraham Bedarschi, Immanuel, Salomo Bonfed, die Werke von 
Mose b. Esra, Abenesra, Charisi, Schemtob Palquera, Jedaja 
Penini, die Satiren von Kalonymos, selbst die Sammlung der 
Grabschriften von Toledo werthvolle Beiträge für die Kenntniss 
alter jüdischer Dichter und Schriftsteller überhaupt. Diese 
Aufmerksamkeit auf Männer der Literatur bemerkt man seit 
etwa einem halben Jahrtausend, nachdem Griechen und Araber, 
später Spanier, Provenzalen, Italiener ein wissenschaftliches 
Bewusstsein geweckt. In jüdischen Schriften gedenkt man 
nunmehr der Autoren und ihrer Werke, auch wenn diese nicht 
auf Talmud und Exegese beschränkt sind. Mose Riete 
(1416) besingt die ihm bekannten grossen Männer Israels; lässt 
er jemanden weg, so gibt er in einer Anmerkung den Grund 



«)Gedalja Jachia rhtthtt^ ^2b. 61b. 

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— 3 — 

an. Zacut gibt schon nach der Zeitfolge von Schriftstellern 
und Büchern Kunde, wenn auch noch sehr mangelhaft. 

Wie trübselig es um die Kenntniss der mittelalterlichen 
jüdischen Autoren aussieht, wenn dazu ältere Literatur- Arbeit 
aufsusuchen, ist nach dem bisher Geschilderten einleuchtend. 
Von Keinem, der zwischen 515 und 1100 gelebt, kennen wir 
den Todestag, — ausser wenn er erschlagen worden. Aus 
dem Zeiträume von 1100 bis 1440 dürften — wiederum Mär- 
tyrer abgerechnet — kaum von dreissig berühmten Personen*) 
die Sterbetage bekannt sein, wozu den ansehnlichsten Beitrag 
die Leichensteine liefern : Schriften verzeichnen keinen Todes-, 
selten einen Geburtstag. Gar misslich steht es mit Synagogal- 
Dichtem, zumal wenn sie keine Spanier oder bekannte Rab- 
binen waren. Von den zahlreichen asiatischen, griechischen, 
italienischen, franzosischen und deutschen Peitanim wurden die 
Stücke gebetet, auch wohl erläutert, aber weiter kümmerten 
sie keinen; man wusste kaum ihre Namen und beachtete die 
Namenzeichnung nicht. Die spärlichen Data über einige ältere 
Autoren verdanken wir nicht literarischen Studien, sondern 
der ritualen Discussion und gelegentlicher Erwähnung. Hiezu 
gehören beispielsweise ein Gutachten R. Gerschom's, zerstreute 
Notizen in den Schriften von Raschi, Simcha aus Vitry, R. 
Tam, Ephraim aus Bonn, Elasar aus Worms; einzelne Bemer- 
kungen der Commentatoren, und zu verschiedenen Piutstücken 
die Ueberschriften in den handschriftlichen Machsor, — zu- 
sammen ein gar dürftiges Material, das weder über die alten 
Dichter, noch über die Beschaffenheit des altern Machsor 
Auskunft gibt: eine Geschichte der Ritus wurde kaum ge- 
ahnt. Im dreizehnten Jahrhundert ward kaiirischer Piut gleich 
Stammgebeten und Bibel mystisch ausgelegt; später vertraten 
Sagen die Stelle der Geschichte, und als um das Jahr 1400 
nach den Verfassern der Selicha's gefragt wurde, waren die 
Quellen zu einer befriedigenden Antwort längst versiegt. 

Darum kann die Unwissenheit, die zumal in älterer Zeit 
auf diesen Gebieten sichtbar wird, nicht befremden; auf An- 
gaben in den Handschriften ist wenig Verlass; sie sind reich 
an Fehlern und Einfallen. So brachte ein Abschreiber heraus, 

*)Note 1. 

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— 4 — 

dass der Verfasser der Selicha [R. Gerschom's] TW "pDBV 
Josua geheissen, und sofort fuhrt er in einem Verzeichnisse 
von Dichtern R. Josua auf. In den Mss. werden die ver- 
schiedenen Autoren Namens Salomo miteinander verwechselt, 
Gabirol mit Babli oder Raschi, Ephraim aus Bonn mit Isaac 
b. Samuel, die Äkeda GabiroFs wird Meschullam, der Ofan 
D1M yKt^H Binjamin b. Serach, die Zionide Elasar's aus Worms 
einem Elasar aus Würzburg beigelegt Selbst für Stammgebete 
wurden biblische und talmudische Personen als Verfasser an- 
gegeben: Josua sollte U'^by *), Salomo rDDlC^*), Hiskia \n7K 'H 
^Bn»), Simon b. Schetach HOB^i*), Akiba TO^D 13^3« *), On- 
kelos ') die Haftara - Benediction verfasst haben. Schon im 
geonäischen Zeitalter herrschte über den Ursprung des DTD toni 
mythisches Dunkel ; ein Commentator ') nennt statt der älteren 
drei Namen die Peitanim Amitai, Schefatja, Josifja als Ver- 
fasser; so weit war bereits dieser Männer Lebenskunde ver- 
klungen! Derselbe nennt als Urheber von fcODH "Tl^«, ^^03 "Tl^« 
und iVro^ tTT^ einen Ascher halevi, den ersten Juden, der 
in Worms gewohnt und dorthin aus Vitry eingewandert war; 
offenbar war diesem Schreiber schon das Zeitalter der Kreuz- 
züge zum Mythus geworden. Ueber den Ursprung der Asharot 
n^ron nnt< wusste man nichts gewisses; man machte den Pro- 
pheten Elia zum Verfasser. 

Aeltere und jüngere Peitana's fielen mehr oder weniger 
dem Sagengebiet anheim. Jose ward zum Hohenpriester er- 
hoben, oder mit Abitur verwechselt, auch wohl seiner Tekiata 
beraubt, die man Joseph b. Gorion zuertheilte. Jannai wurde 
ein Morder Kalir^s; Kalir, wenn nicht selber ein Engel '), doch 
der Engel Schüler. Die über Natronai'), Amram, Gabirol, 

1) Elasar aus Worms in cod. Opp. 1010 F., Isaac ans Corbeil bei Aaron 
hacobenf. 21c §8. Rga. der Geonim 1802 N. 43. cod. Münch. 346. Ward 
später als eine Schutz wehr gegen die Verfoignngen benutzt, s. Eisenmenger 
Th. 1, S.87. — t)CoI bo 6 und 122. Mose Minz Rga. 81. Abudarham 15b 
vermuthet nur einen Verfasser Namens Salomo. — <) Hirz Treves Tefllla- 
Commentar; man fand sogar die akrostichische Namenzeichnung, vgl. n^)E)n 
ed. Amst J761 f. 43b. — <) H. Treves a. a. O. — ») Ritus S. 118. — •) Mach- 
sor ed. 1568 Th. 1. f. 30 b. — ^)cod. Opp. 1483 Q. — 8)Mose Tachau ^pQ 
D^On S.86.: 'yfyp ^jy^^ »^ Q^rhi< ^^<^D nONlÄ^ HD. Vgl. «nj;^ '-^ 
KOIp ^Vpn (cod- München 5 zu Hiob 28, 27), p^y ^J^TP (Hapardes 43d). 
•) Vjjl. Di:pi DWO ö5. ' ^ 

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- 5 - 

Elchanan, Meir den Yorbeter, Amnon, Raschi, Amitai, Elasar 
b. Jehuda, Jehuda b. Scbneor verbreiteten Mähreben sind aus 
dem Maasebuch und Gedalja Jachia bekannt Einem Zeit- 
alter, das mehr glaubte als wusste und gläubig das Wissen 
Anderer geringachtete, konnte wenig an Gelehrtengeschichte 
gelegen sein. Von Simeon b. Isaac heisst es ohne weiteres, 
dass er der Wunder gewohnt gewesen; bekanntlich fuhrt der- 
selbe auch den Titelnder grosse^. Es hatten im 10. und 11. Jahr- 
hundert noch andere Männer in dem romanisch -germanischen 
Ländergebiete diesen Titel '), der ähnlich dem T33 in Aegypten, 
dem prinzipano in Apulien, eine von der Regierung aner- 
kannte Würde bedeutet, und vielleicht zu der Ausbildung der 
Wundergrosse beigetragen haben mochte; wenigstens sind 
vier oder fünf unter jenen Männern auch als Synagogaldichter 
bekannt 

Auffallend erscheint eine Art der Yerirrung: man machte 
Christen, sogar Apostel, zu Verfassern jüdischer Gebete, und 
reicht dieser Glaube bis in das zwölfte Jahrhundert und noch 
höher hinauf. Schon Raschi') meldet: ^Die christlichen Römer 
haben Schrift und Sprache von einem andern Volke empfangen, 
Fremde haben ihnen ihre Bücher geschrieben, nämlich Johann, 
Paulus, Petrus, die Juden waren. Diese haben ihnen das 
Priester-Latein zurechtgemacht, und zwar, um sie von Israel 
abzusondern. Nicht weil sie die Thora läugneten, sondern 
zum Wohle der von den Jüngern Jesu bedrängten Juden, 
stellten sie sich mit jenen einverstanden, und gaben ihnen 
die Vorschriften, wie in den Erzählungen von Jesus berichtet 
wird". Daher nennt das Buch der Frommen ■) Petrus einen 
Gerechten, dessen Geboten die Christen gehorchen. Ausführ- 
licher berichtet das hebräische Leben Jesu ^), wie Simon Kefa 
oder Petrus, zum Heile Israels, die Apostelrolle übernommen, 
aber während der sechs Jahre, die er in Rom in einem Thurm 
zugebracht, sehr viele Piutim angefertigt und allen jüdischen 
Gemeinden zugeschickt habe. Im zwölften Jahrhundert ward 
er als Verfasser des alfabetischen Gebetes rhnn 'pt^ ') genannt; 



<) Note 2. — ') zu Tr. Aboda lOa bei dem Verfasser des Schreibens (ms.) 
an Don Chisdai. — •) § 191. — «) p.23, vgl. ihon pOV ^^^^ Biwnm, Th. 1, 
S. 286. — ») rr'D Th. 3, S. 203. 

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— 6 — 

Spätere legen ihm r\ü^^ *) und rd TOn« *) bei. Möglich, dass 
Sagen der Art sich an Glaubens Verfolgungen anknüpfen; man 
versuchte damit bewaffnete Mönche zu besänftigen; möglich, 
dass ein alter Peitan Simeon Kefa geheissen, lebte ja noch 
vor etwa 340 Jahren in Kracau ein Jude Joseph Pandira'). 
Dass der Einheitsgesang einem christlichen Geistlichen, den 
Einige Michael Basilios nennen, zugeschrieben wurde, stammt 
aus einem über GOO Jahre alten Widerstände der Rechtgläu- 
bigen gegen jene an Saadia und Philosophie sich anlehnende 
Dichtung *). Grössere Unwissenheit verräth die Angabe *), 
dass ein getaufter Jude, Bischof Andreas, zu einem Fasttage 
einen Pisroon geschrieben; es ist dies ohne Zweifel das Gebet 
13'»njntt'^ "*rh^ für den 17. Tammus, dessen Strophenanfilnge 
("E^^^) dieses Mährchen erzeugt haben. Eine ganz ähnliche 
Buchstaben-Klauberei entdeckte in Simeons Wochenfest-Keroba 
den Sabbatai Zebi')! 

Zu gläubiger Unwissenheit gesellte sich bisweilen absicht- 
liche Täuschung. Gleichwie christliche Liturgien Aposteln, 
Kirchenvätern, Päpsten untergeschoben wurden, haben jüdische 
Charlatane es nicht verschmähet, ihre Producte nach gefeierten 
Namen des Alterthums zu nennen: Karäische und rabbani- 
tische Autoren haben solcher Fälschung sich schuldig gemacht 
Man hat Gebete in Umlauf gesetzt, die angeblich von Elia, 
Elasar b. Arach, Ismael, Nechonja, Simeon b. Jochai, Ham- 
nuna, Kalir, Mose haddarschan, Abenesra, Jacob Tam, Nach- 
manides verfasst sind; Einige haben sich sogar zu Engeln 
verstiegen. In alten und neuen Apokryphen sind für solchen 
Betrug die Vorbilder zu finden. 

Selbst als das Mittelalter zu neigen begann, war noch 
keine Kenntniss der Literatur vorhanden, und wohin das Auge 
der Gelehrten sich am seltensten verirrte, war die Poesie der 
Synagoge. Die Gebets-Erläuterer des sechszehnten Jahrhun- 
derts gehen grossentheils in den Fesseln der Buchstaben-Mystik. 
Ln romanischen Machsor wird uns bisweilen, im römischen 

i)cod. Opp. 1483Q. — «)H. Treves a. a. O. — »)cod. Opp. 614Q. — 
4) VgL Mose Tachau a. a. O., Ozar nechmad Th. 3, S. 81 Anm. 4. Wagenseil 
der erregte Zweifel S. 177. — ») Qn'pi Qp^ XI. hieraas Landshuth ono- 
masticon S. 46; ßtammt aus p^ -Q] ms. Cordova. — «) p"^ 9 S. 84. 



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— 7 — 

niemals ein Verfasser angegeben. Zu Anfang jenes Jahrhun- 
derts gab ein italienischer Abschreiber ein Verzeichniss ') von 
22 Selicha^Dichtern; seine Quelle ist ein Buch, das kaum 
100 Jahre älter ist und gänzliche Unwissenheit der Geschichte 
verräth. Was Joseph hacohen über älteste Peitana's bei- 
bringt, fliesst aus dieser trüben Quelle. Der gleichzeitige Heraus- 
geber des deutschen Machsor in Salonichi leistet für die Kunde 
der Verfasser gar nichts; nur ein weniges die Ausgabe Ve- 
nedig 1568, worin die Urheber einiger Jozer und Selicha's 
genannt werden. Bei Gedalja Jachia, der iiber Kalir nicht 
mehr als seine Vorgänger weiss, ist von alten Peitanim keine 
Spur; von einer grossen Anzahl Autoren, die er aufführt, wird 
nirgend bemerkt, dass sie auch Piut yerfasst haben. Das 
yDtC^ NM hält auch er für eine Arbeit Amnon^s; über die spa- 
nischen Meister werden die Leser mit dürftigen Nachrichten 
abgespeist. 

Ascher, der Jozer und Klagelieder erläuterte (1585), 
weiss nichts von den Kreuzzügen ; in dem Jozer D%"6k U\"I^ 
„scheint ihm^^ der Name Binjamin angebracht; den Dichter 
der Klage TIVK blM nennt er Menachem haloes b. Meschul- 
lam: Verfasser macht er nur von einigen Zioniden namhafl. 
Die gleichzeitig in Kracau erschienenen Selichot schöpfen aus 
älteren Glossatoren, geben jedoch nur selten, und nicht immer 
richtig, den Namen eines Verfassers an. 

David Gans (1541 — 1613), eine rühmliche Ausnahme 
seiner Heimath und seiner Zeit, weiss — zum Theil aus Jo- 
seph hacohen — von dem Kreuzzuge des Jahres 1096, und 
aus seinem Buche schöpfte — ohne ihn zu nennen — Chajim 
Lipschütz aus Posen, der den genannten Ascher berichtigt 
(1615). Eine regelmässige Angabe der Verfasser findet man 
zuerst in der bei Mose Cohen erschienenen Selichot-Ausgabe, 
Prag 1609; sie fehlt jedoch bei 6 Nummern*), ist bei 4 un- 
genau'), bei 7 unrichtig*). Unbedeutendes gewährt Jqseph 



4) BeiUigeL -- «) Nr. 65, 70, 79, 86, 101, 111. — ») Nr. 68, 133, 147, 

167. - 4) Nr. 19 n^ira (m7« »to*t m\)y 27 rhn bt< (^^ h*i«^' «**" joei 

b. Isaac halevi), 97 yQ'\ ^^^ (Elasar, während die Selicha anonym ist), 116 
^T ^ a^rÖH (]tOp HD^ir »«»« I^avid b. MeschuUam), 121 QnpD ^D^D O- 
Jacob statt b. Scbabtai, vgl. Ritoi S. 144), 156 i^ Ti13K (^^ ^« Ephraim un- 
erkannt bleibt), 161 *V1DN (Chajim statt Menachem). 



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- 8 — 

Jedidja Karmi (1627) iu der Vorrede zu seinen poetischen 
Gebeten. 

War die Kunde von der synagogalen Poesie und die 
Kenntniss der Bitualgeschichte bei den Juden so gering, so 
durfte man keine grossen Ansprüche an nichtjüdische Gelehrte 
machen. Buxtorf, mit welchem die Literaturkunde des Jü- 
dischen anhebt, beutete das Wenige, das er aus Machsor und 
Gebetbuch wusste, zu polemischen Zwecken aus; allein 
schon die Artikel "yttüO und HITI^^ im Lexicon und in der 
Bibliotheca yerrathen wie wenig er die Beschaffenheit und den 
Reichthum des Piut gekannt; von den Autoren hatte er gar 
keine Kenntniss. Bei Rittangel heisst Kalir „Hakler^, und 
bei Hottinger (1658) nimmt die Beschreibung der jüdischen 
liturgischen Bücher nicht mehr als eine Seite ein. In Barto- 
locci's ausfuhrlicher Bibliotheca ist die Synagogen-Poesie am 
schlechtesten bedacht; er beschreibt z. B. das römische Machsor 
bloss nach Rubriken, von dem Inhalt selber erfahrt man keine 
Silbe. Sein jüdischer Zeitgenosse, David Conforte (1675), 
der nur die Reihenfolge der Gesetzlehrer gibt, kümmert sich 
natürlich um Peitanim nicht und kennt kaum Simeon b. Isaac. 
Erst Schabtai Bass (1680) räumt den Gebetbüchern eine 
eigene Klasse ein in der bibliographischen Uebersicht: Machsor 
und Gebetbücher, auch die für den häuslichen Gottesdienst, 
werden in mehr als hundert Nummern aufgeführt; die Kennt- 
niss von den Piut-Verfassern ist freilich unbedeutend. 

Von Vorgängern und der Oppenheimer'schen Sammlung 
unterstützt, schrieb Wolf, der an Ehrlichkeit und Fleiss fast 
alle seine Nachfolger überragt, seine Grund legende Bibliotheca, 
in welcher die den Gottesdienst umfassenden Gebetbücher — 
Ausgaben und Handschriflen — unter acht Rubriken an 
21 Orten*) verzeichnet sind. Aber wir werden mit äusserli- 
chem Material abgefertigt, der geistige Durst bleibt ungelöscht. 
Die Urheber des Piut deckt Nacht, die Geschichte und die 



*) nten (*• 2 P- 1^3 bis 1467, t. 3 p. 1228 u. f., 1 4 p. 1066 bis 1068), «^i^nD 
(t. 2 p. 1334 bis 1349, t. 3 p. 1200 bis 1202, 1 4 p. 1049 u. f.), Vyy (t- 2 P- 1421 
u. f., t 3 p. 1216, t 4 p. 1068), r\r^ (t. 2 p. 1307 u. f., t. 3 p. 1190), nmVll (^ 
2 p. 1296, Tier Reihen), n*irT9D i^- ^ P- ^^^^ ^i^ 1366, t.3 p. 1208, t. 4 p. 
1064), iy\m (t. 2 p. 1418 bis 1420, t. 3 p. 1214, t. 4 p. 1058), p]on rO*0 C- 
2 p. 1271 u. f., t8 p. 1179, t4 p. 1041 a. f.). ' 

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— 9 — 

Wissenschaft bleiben begraben unter der Wucht des Vorur- 
theils. Eben so werden die Schätze und Sammhingen von 
Rom und Paris registrirt, aber nicht gehoben. Die gelehrten 
Feinde wissen höchstens aus zerrissenen Lappen Schleudern 
gegen die Juden anzufertigen. Reimmann ^) (1731) theilt 
die wichtige Nachricht mit, die Selichot seien nach den Län- 
dern Terschieden, aber alle Ausgaben vokalisirt! Beachtens- 
werth für die Zusammenstellung der Drucke ist der vollstän- 
dige Katalog ms. der Oppenheimerschen Bibliothek, welcher 
um 1740 angefertigt worden. Heilprin, der Verfasser des 
nrmn TV (um 1742), leistet in Sachen der synagogalen Poesie 
nur unbedeutendes: seine Verzeichnisse registriren ohne wei- 
tere Bemerkung etwa 20 Stellen, in denen Raschi und Tosafot 
den Piut anfuhren. Seit dem von jener Zeit an eingetretenen 
Verfall der sogenannten rabbinischen Literatur hatte auch die 
Synagogen-Poesie sechzig Jahre Ferien: man wusste von ihr 
im Jahre 1799 nicht mehr als man in Wolfs Todesjahr (1739) 
gewusst. Asula i (1774 — 1796), der um Dichter, Grammatiker. 
Aerzte und Philosophen sich kaum kümmert, meldet selbst 
von Simeon b. Isaac, Isaac Giat, Abenesra nicht, dass sie re- 
ligiöse Poesie geschrieben; des Mose b. Esra wird gar nicht 
gedacht. Dass ein Prager Rabbiner Elasar Flekeles (1793) 
eine gelehrte Abhandlung über Piutcitate schrieb, war in jener 
Epoche ein Phänomen, hatte auch weiter keine Nachwirkung; 
ja er selber konnte noch geraume Zeit nachher sich nicht von 
dem Glauben befreien, dass Kalir ein Mischnalehrer gewesen. 
Mancher Rabbiner war stolz auf seine Unwissenheit in dieser 
Materie: der Rabbiner Ghirondi')zu Padua, der neueste Lite- 
rator, hatte von den alten Peitanim nur geringe Kunde. 

Mit dem Anfang des Jahres 1800 trat Wolf Heiden- 
heim (1756—1832) auf. In der Bemühung für Correktheit 
und Verständniss des Machsor hatte er Vorgänger, keine aber 
in der Untersuchung über Natur des Piut, in dem Anbau ver- 
gessener Stücke und Lesearten, in der Leistung für die Ver- 
fasser. Mit ihm beginnt eine Geschichte in jener bis dahin fast 
unbekannten Region. Gleichzeitig arbeitete de Rossi an dem 
Verzeichnisse seiner hebräischen Handschriften; die Beschrei- 



i) BibUotbeca p. 889. — «) vgl. seine nr^TH S. 362 Nr. 108. 

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— 12 — 

einfach, öfter in der Weise der Litanien und Responsorien, 
haben dieselben bisweilen alfabetische Satz-, selten alfabetische 
Wortfolge, auch die älteren aramäischen Stücke in Prosa 
und die jüngeren Benedictionen umfassend. Die reimlosen 
Asharot, Aboda^s und Bussgebete, nebst einigen Hoschana^s 
würden dann die Mittelglieder zu Piut und Pismoh, überhaupt 
zu den Werken der Autoren des neunten Jahrhunderts bilden. 
Schon das Jozer^) weist Zusätze verschiedener Art auf: Ge- 
genstände aus der Engellehre, alfabetische Wortfolge, Stellen 
im Stile des Midrasch, wie •p'TJDp«*) u. s. f., die an den 
Talmud erinnern; der Passus ^m^ byi bisy"Tfc6 ^PKOn reichend 
kündigt sich durch das erste Wort, mit welchem die voran- 
gehende Benediction schliesst, als spätere Zuthat an'). Die 
beiden Lobgesänge, von denen im Morgengebete die Psalmen 
und sonstigen biblischen Abschnitte eingeschlossen werden, 
nämlich „Baruch sch^amar'^ und nSHtt^^) sind zwar alt, wie 
unter andern die mancherlei abweichenden Rezensionen bewei- 
sen, doch schwerlich älter als die Seboräer. Wenn rODt^ schon 
im Jeruschalmi ') genannt sein soll, so übersehe man nicht, 
dass Jeruschalmi ') bei den Alten eine weite Bedeutung hatte. 
Die Ordnungen von Saadia, Salomo b. Natan, theilweise auch 
von Rom, haben für den Vorabend des Sabbat ein eigenes 
Maarib, bestehend aus: 1) lU^W D^D *U&'X, dessen Natronai') 
erwähnt, 2) D^DIoy rOl« pob , 3) >jr3KQ y^yttM no« mit alfa- 
betischer Wortfolge, 4) nff\^ ß^Pin mit einem Verse DirOD 
schliessend. Vor dem Schlüsse D^^ rOD ist abermals ein Vers 

nüD ^y Dm nowt^ ^dtd u. s. f. 

Mit „Nischmat^^ müssen früh mehrfache Veränderungen 
vorgenommen sein : die ganze Stelle D^ilB'im wfc< bis D'^ÖIÖD ^"OT 



<) gott. Vortr. S. 369 n. f., Ritus 1 1, 82, 143. — *) Tgl. Abot c. 6 u. Berachot 34 b. 
— ») Briefliche BemerkuDg Rapoport's vom J. 1859. — <) niX^D^n TTit^ ^®^*' 
bei Saadia, statt m^ span. hat Homania *^T|j<; niDlC^yi 10 iClD ^^ *P*"- 
Vgl. Ritus 44. Saadia hat vor der Schloss-Benediction einen Passus JTllS^I 
nÜ^D nT>-nn TWTD «• s. w. bis D'»DbTx6 lOn^' t6 ^m^n» ^o« ^em Einiges 
im roman. Machsor. — ^) Hamanhig 8b, Aaron hacohen 6d. — ^) vgl. Chajes 
in den neuen Q^nyn ^OD ^3^» ^^ ^^'^ *^ Tosafot und Tur vermerkte 
Stelle über Schofar ist Aruch v. yyj) , Hapardes 42 b, Rokeaeh 202 Ende, 
Aaron hacohen n"'^ §• 18, tOÜ^ *. St., ^j(^ 99 f. 44a, ^^ 76 f. 106 a^ 
Abndarham n"^ ^^b; Semag Geb. 42 zitirt dasselbe als Midrasch. — ^ Siddur 
Amram f. 29. 

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— 13 — 

war, obgleich Amram sie hat, nicht in allen griechischen 6e* 
meinden üblich, sie fehlt bei Saadia; bei Maimonides fehlt der 
Passus nnv npB bis üxhv^ » in welchem TOyDOm ein früheres 
Zeitalter ausschliesst ; das U^ht^ VWty^ haben nur französische 
und spanische Riten. Dessgleichen fehlt "jS rUD*r ^D u. s. f. in 
den Ordnungen von Spanien, Fas *) und Griechenland, dahin- 
gegen haben Amram , Saadia und Spanien den Passus ÜOW 
n^Sf' Die älteren Gebetordnungen kennen das "psn"* nicht, 
das im franzosischen und deutschen, etwas abweichend im 
spanischen Ritus, das „Barchu^^ begleitet, ebensowenig die 
Neueren das Amram'sche IDB^ n^lC^, welches zu demselben 
Behufe der Vorbeter am Sabbat intonirte. Vor dem alfabeti- 
schen hn ip!2 bfct im Jozer hat Saadia's Siddur ein längeres 
gleichfalls alfabetisches UtTD n^3 cnD3 nn« ^, welches 
Vysh ^"^^ TO niSm endigt, ferner für Sabbat in dem IK^« hi6 
rae^, das auch Amram hat, einen Passus WyZD ^30 bt^ rot^ be- 
ginnend; beide Stücke sind allen Riten fremd. Im romanischen 
Machsor hat die Keduscha des Jozer eine einleitende Stelle 
airPn '^D^^■^b^<, die das von den Engeln gesagte auf Israel 
überträgt, aber den Zusammenhang verdirbt. Den Verfasser 
des sabbatlichen jriK f?K*), worin Bechai ppnn, die pentat 
Tosafot jXC'pn lasen, nennt Ascher einen tS^. 

Sonstige aus dem geonäischen Zeitalter stammende Sab- 
batstücke sind: 1) Keduscha "priW, die Soferim 16, 12 erwähnt 
und vermuthlich die im deutschen Musaf übliche ist; 2) Ke- 
duscha 'yinp^ ') des franzosischen und spanischen Ritus, nach 
Maimonides täglich im Gebrauche; 3) Keduscha *TID, die zu 
Natronai^s Zeit auch an Wochentagen, im französischen Ritus 
nur im Musaf üblich war, und die, der deutsche abgerechnet*), 
alle Ritus haben. Die Verbindung von Krone und Keduscha 
hat schon Wajikra rabba c. 24. Nur in beiden letzteren Ke- 
duscha's kommt anstatt des "pB^ D'^B^DH vor: ntmp K^» 
denen es die Hechalot*^) entlehnt, in Akiba's Alfabet*) so wie im 
Tanchuma^) wiederholt In der Keduscha Nr. 3 heissen die 

*) Ritas S. 53. — «) Amram f. 36, gott Vortr. 380. — *) ^ßf vor n>tß^ 
haben das französ. Machsor, der Ritus Avignon für den Hochzeitsabbat, 
Cbasknni ms. (üeidenheim) und Ascher zu ^^^IJ^n« — *) "lUNn §• 3^** — 
») c. 26, 6 und 6, fyhyn 'DD c. 6. — «) S. 61, 62 (fehlt Hechalot 9, 3). — 
^ mthwO TOTE) Abschn. y^^'t f. 27 d, dorther auch bei 1>ntm "*• ^- ^^ 

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— u — 

Engel rhvü '»^TDn, eine Construction des nSvD, die auch die 
grosse Pesikta und die Hechalot kennen, aber nicht der ältere 
Midrasch, wo zwar rhyü ^0^3 zu finden, jede sonstige Zusam* 
mensetzung aber durch n^yo^, rhyttht; oder pvcbc * ]bwbtt^ ge- 
bildet wird. Daraus entstand rhyü3 (kl. Hechalot) oder bpDD 
(in COn *11ün) oben, so wie aus HCD "^ITOp unserer Keduscha: 
niODD unten. Späterer Midrasch und die Synagogaldichter 
liefern zahlreiche Beispiele dieser Zusammensetzungen mit nbVD 
und rttOD 0- -*) ^"Un^ 7Dn bv nebst mi^N in« vor der Lection; 
die Sätze U^b^Vn 'y\:i » cm^ Nin D^OnVI 3« *) und D'^OHTI 3N 
üb^n p^fct (röm.) scheinen später hinzugefugt 5) Das aus vier 
Benedictionen bestehende D'^D^H ^D lU nach der Haftara, 
dessen Elemente älter sein dürften. Die dritte Benediction 
(OTDl^) hat nur der griechische Ritus in der Vollständigkeit, 
wie Tr. Soferim vorschreibt, woselbst der Schluss dem der 
Nummer 15 der Tefilla gleicht, während alle Riten TTI pD 
schliesscn, ohne Zweifel nach Tr. Pesachim 117b, wo bereits 
im vierten Jahrhundert ein solcher Schluss üblich war. 6) Das 
■pDK^ "»D für die Anwesenden'). 7) rüDPi*) der Tefilla Musaf. 
8) in« nriN der Tefilla Mincha, das bereits in einem Midrasch 
erläutert wird^), der jedoch jünger als R. Nissim*) zu sein 
scheint. 9) Die Litanie 'Ü\n^&0 pfc<^), in welcher die Abbre- 
viatur p^***) wohl nicht Zufall ist, obgleich auch die Strofe 
mn^ND Xi •) als Anfang au%efuhrt ist 

Das Maarib für Sabbat- Ausgang in Saadia's Siddur be- 
handelt ausschliesslich das Thema der Habdala: die erste 
Nummer hebt an brh BHp pD 7'^T2Dn und schliesst mit Hiob 
9, 7, die zweite nS"Dn i:m« schliesst mit Levit 20, 26, die 
dritte längere, die bereits Natronai*°) bekannt war, beginnt 

und R. Nissim nDDO ^^ ^ 5 "^^^^ vorhanden in den Parallelstellen Jalk. Exod. 
78a, Midr. Prov. c. 22, Dekalog- Mi dra.sch S. 67. Vgl. }r\y^n S. 44, Anm. 12. 
\th)Z*7^ l^TIp '" ^S^- ^®^ Gaonen ed. 1802 Nr. 55. 

i) Keilage II. Nr. 10. — «) Or sarna n^Pfi §. 106. — 8) rhus S. 8. — 
4) Amram f. 39; vgl. gott. Vorträge 378, Ritus S. 76. — «) Midrasch bei 
Tos. Chagiga 3 b, Tnr I 292, Leuchter c. 113 (Ritus S. 206), Agada bei ^^^^ 
29 a, Buch Jezira in Hapardes 56 c und ^aip^b lö*>- Vgl. R. Natan bei Aaron 
hacohen 66 a §. 3, Or sarua Th. 2 §. 89. — e) vgl. Qr^no Vh^D bei Ha- 
manhig 26 b. — ^5 Hapardes 22 c, 57 b, Rokeach 53, Hamanhig 35 a §. 75. 
^ 8) Hapardes a. a. O. — •) Amram f. 19, Aaron hacohen 21c. — lo) Ha- 
manhig 33 b. 

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— 15 — 

nDT»&< mDK n^TD« no«, ganz im Stile des altern Piut; wahr- 
scheinlich war dieses Maarib im nördlichen Africa üblich. 
Die Habdala selber, ursprünglich ein einziger Passus, wurde 
bereits von den Talmudisten und später noch mehr erweitert. 
Zu den Schöpfungen jener Epoche gehört auch die alfabe- 
tische Verkündigung des Neumondes *), der Zusatz zu der Be- 
nediction 7W "pD u. s. w.; das Gebet «^3n '^tt^K für Purim, 
poetisch in Bau und Darstellung, ist alt, obwohl es zuerst von 
Raschi') genannt wird; es findet sich gegenwärtig nur im 
deutschen Gebetbuche. Nicht viel jünger scheint die in dop- 
pelter Rezension vorhandene Elegie U'»Nen2 TN *) mit den trauern- 
den zwölf Sternbildern zu sein. Das nrUTI für Chanuca hat Tr. 
Soferim. Das Hü^V^ 12 am Sabbat vor einem Neumond nebst 
dem aus TefiUa-Phrasen gebildeten IHlcnn^*) ist vermuthlich 
jünger als der im griechischen Ritus übliche aramäische Segen, 
und das TlW'p des römischen Machsor. 

Von den Bussgebeten, die nach dem Muster des "TTlü ^rh^ 
oder als eigentliche Techinna, der täglichen Tefilla an verschie- 
denen Orten hinzugefugt worden, sind zu beachten: 1) I^Sd 
in^ U\"l^^<*), etwas bereichert in den Ausgaben. 2) Fünf kurze 
Gebete*), von denen die ersten vier D'^D^VH ^3 JCH anheben, 
das fünfte ]nniy pn W. In das erste ist die Stelle W HD 
bis SdH b^n aus dem Morgengebet angenommen, und wird dem 
Gebete die Kraft des Opfers erfleht; das zweite ist das aus 
Tr. Berachot bekannte Gebet R. Alexanders; aus dem dritten 
scheint ein Passus^) in das sefardische Tischgebet überge- 
gangen. Das vierte bittet besonders um gutes Auskommen, 
das fünfte um einen demüthigen Sinn. 3) Das fast nur aus 
Bibelstellen bestehende "»^ ']yEh » dessen Schluss dem des vor- 



*) rh\yV^ '^^t< (Soferim 19, 9 nnd 11). •— ») Ilapardes ms. (hieraus 
i<^in ^ ^' ^^*)i Machsor Vitry; vgl. Rokeach 237, Maimoniot n^;|Q c. 1 und 
•2 Ende, Ascher halevi Commentar ms. (oben S. 4.), Abr. Klausner 26b, 
Maharil Purim. — >) ^'»^1 ^15^«, •Ü'»KC:ra 1«> Kl- '»t&^'l jH'» '»Di rWD b]^ 
(rom. Thorafest) haben den Ausdruck "IBDD IKpi ^^^ ausser j. Joma 1, 1. 
j. Jebamot 16. 4 auch Midr. Thren. 55 c (Jac. Reifmann in *y^yly^ ^^^^ 
Nr. 25 Beil.), Tosefta Jebamot 14, Jelamdenu bei Jalkut Nnmer. 255 d 
Yorkommt, — verwandt mit -^^pi -^jjfp (gr. Pesikta 20, X""|n ^' 3^)» 'WO 
•Ttli^p (Abot Natan c 2, Tosefta Sota c. 6), welchem -j^^n ^B^ (Kidduschin 
70b) entspricht — <) Saadia hat rOlü^ )Thv inifinH* "" *) Hamanhig 18b, 
vgl. Ritus 67. — 6) Amram f. 18, vgl. Ritas 59. — ^) ^^yr^Vi b^ «• «• ^• 

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— 16 — 

genannten gleicht. 4) Die leise Techinna |Dni ütVi der deut- 
schen, römischen und spanischen Gemeinden ist nur ein ein- 
ziger Satz, in Bibelverse übergehend. 

An die erwähnten Stücke schliessen die für Montag und 
Donnerstag bestimmten an. Aus der Ordnung Amram^s ^)y deren 
Theile in die Ritus von Spanien, Griechenland, Rom überge- 
gangen, sind hervorzuheben: 1) D'^no pTl^ D'^DPHn pH«, ein 
Sündenbekenntniss mit Sätzen die )^H^n anheben, und be- 
gleitet von dem )D^^ ÜMOri; einzelne Stellen finden sich auch 
in dem U\m WW (N. 5); 2) priDTi 2« ÜTD« alfabetisch, mit dem 
Refrän )yhy ÜTTi y^b liKlOn , das jedoch im griechischen Ritus 
nur der Bussewoche angehört. 3) lilPßnn pmn 0'^3fc< gleichfalls 
alfabetisch , mit Refrän ^pKt^ jJJD^ "ÜlPlcnm , hat das römische 
Machsor; Trümmer daraus, aber abweichend, kennt das sefar- 
dische Busseritual. In die Versgruppe )Ty\V DX ist i) ein kurzes 
Stück in Prosa eingeschaltet, anfangend irott'« T2n mib« D^D«, 
welches wohl aus Amram's Siddur in die Ritus von Griechen- 
land (Kafia, Kandia) übergegangen. Ueber das 5) Din*1Xini, 
das in 7 Abschnitte vertheilt, aus Bibelstellen zusammenge- 
setzt, vornehmlich die Phrasen UD^D TTDX» Dimi p^H . Wttnn 
■]Dtt' I^D^i ÜSn und niO^n wiederholt , und erst gegen den 
Schluss (bx*1lt^ Vütt/) in ein selbständiges Gebet ausläuft, kannte 
man bereits um das Jahr 1100 nur Sagen*). Ein Fürst, so 
lautet ein Bericht in aramäischer Sprache, Hess drei — unge- 
nannten — Männern, die als Vertriebene aus Jerusalem ange- 
kommen, bedeuten, er werde sie, wenn sie Juden seien, wie 
die Männer im feurigen Ofen auf die Probe stellen. Nach 
Ablauf der ihnen bewilligten 30tägigen Frist, die sie mit Fasten 
zubrachten, erzählte ihnen ein frommer Greis, man habe ihm 
im Traume einen Vers vorgelesen, in welchem zweimal ^3, 
dreimal ^b vorkommt. Sofort rief einer von den dreien : „das 
ist der Vers Jes. 43, 2, und die Verkündigung, dass du in 
Feuer gehen und gerettet werden wirst." Auf Befehl des 
Fürsten wurde auf der Strasse ein grosses Feuer angezündet, 
der Greis ging hinein^ das Feuer zertheilte sich in drei Rich- 

1) Ritus 123. — <} Yitry §. 211, Hamanhig 19a b, Aaron hacohen 21c; 
cod. H. h. 61, cod. Mich. 533, cod. Opp. 1010 F. Vgl. Ritus S. 10. Etwas 
abweichend bei H. Treves, verdorben in D'^^H^ ^IpD §• ^J deutsch bei Mar- 
garita, Wagenseil, Bodenschats u. A. 

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— 17 — 

tungen; die drei Männer gingen dem Greise entgegen und 
verfassten hierauf das Gebet D^FTI Wm, jeder einen Theil. 
Etwas geschichtlicher als diese, zu dem Inhalt des Gebetes 
nicht passende, Sage lautet eine angeblich aus Rechtsbescheiden 
der Gaonen stammende Nachricht, der zufolge Verbannte, die 
Vespasian auf drei Fahrzeugen steuerlos in's Meer getrieben, 
in Europa angelangt seien, und zwar in Lyon, Arles, Bordeaux. 
Die Letzteren wurden gut aufgenommen, erhielten Aecker 
und Weinberge. Als aber ein neuer Fürst kam, ward ihnen 
alles genommen und sie sonst bedrückt; für die dieserhalb 
angesetzten Fasttage verfassten nun Joseph, Binjamin und 
deren Vetter Samuel das erwähnte Gebet, welches übrigens 
zuerst von R. Isaac b. Jehuda ^) genannt wird. In Zusammen- 
hang mit demselben scheint 6) h^nun >^6^5 'n *) zu stehen, das 
den Ritus von Spanien, Frankreich und Deutschland gehört, 
und Selichadichtern des eilften Jahrhunderts bekannt war. 
7) Die beiden C'Si^ 71« bx hat Amram's Siddur. 8) Die 4 Gebete 
„Jehi razon", jedes p5< *TDiCl endigend, welche die spanische 
Ordnung am Sabbat bei der Verkündigung des neuen Monats 
verwendet, haben die romanischen und germanischen Riten 
an Montag und Donnerstag, mit einem Zusätze ü'»n&< '), welcher 
für die in Noth befindlichen Brüder gebetet wird. 

An die genannten Stücke ansohliesst eine Reihe von 
Litanien und Bussgebeten für Fastzeiten, welche, obschon in 
älteren Formeln wurzelnd, ihre Ausbildung nach dem talmu- 
dischen Zeitalter empfangen haben ; sie bilden das Busseritual, 
welches neben den Bibelversen und Versgruppen hauptsächlich 
in folgenden Gebeten bestand: 

1) xdTO ira«*); 2) eine Versgruppe, beginnend Dan. 9, 7 
(rp^n ^ilX ^S), und schliessend mit Vers 19 ^öy^yi, unter- 
mischt mit einzelnen Gebeten, deren Theile hie und da durch 
Ringworte mit einander verknüpft sind. Variationen hiervon 
sind die alfabetischen 3) l^ilX Ditora D^iDH Hl^ )h npi^^ 'n ^^ 
und 4) Dl mnra Ü^^S^^ r\W2 )h npian 'n 'f? , beides Sünden- 
bekenntnisse. 5) 3t^V ^bü ^N , die Introduction der Middoth. . 
6) Eine Variation von Thren. 5, 1, anfangend rifcOI ntO'»2n [jn^e] 

<)Haparde8 20b, ^^p*)^ 14 a; vielleicht schon Midr. Pss. bekannt (gott. 
Vortr. 376 Anm. a). — •; Ritus S, 124. — *) etwas abweichend in rom. Machsor. 
^) gott. Vortr. 372, ßitus 118 u. ff. 

Zone LitentnTgeseh. d«r t^n. Poesie. ^ ^^ , 

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— 18 — 

li^mni« n«, alfabetisch fortgefuhi-t, jeder Satz beginnt no^^l 
und schliesst li - . 7) D^3'n« life« TD Htm ni0^3"l , dem vorigen 
ähnlich, mit alfabetischem Anlauf. 8) Die Vidui liDl^K mit 
alfabetischer Wortfolge; 9) das alfabetische Sündenbekenntniss 
üy bOü liDtr«, eingeleilet durch btntn INtOnttO . 10) D'^DttGlT U\1^K, 
etwa 30 mit diesen Worten beginnende Anrufungen; 11) ein 
desgleichen alfabetisches *); 12) ein alfabetisches nilT^Dn (HX 
mit dem Refrän )yhv Cm ^Döb T3«Dn '). 13) "pty )i:n [DTll] bi<, 
einleitend in die Litanie "]niOX ]V^b rWW , dessen erster Theil 
alfabetisch ist. 14) Anrufungen (DT»») , beginnend üip ira« 1i:j? , 
in alfabetischer Folge, nebst nicht alfabetischer Portsetzung, 
bei Amram mit 3, im rom. Machsor mit 8 Schlüssen aus der 
Tefilla, unter denen zwei') von älterer Fassung. 15) an die 
vorigen anknüpfend: ropt^^ oder n^^ytßO , die älteren Gebets- 
Erhorungen aufzählend, beginnt mit Abraham und endigt bei 
Mordechai, oder [röm.] Chaschmonai oder [span.] Choni. Am- 
ram kennt nur einige Formeln n^DJ?ttO für Montag; die ge- 
schichtlichen Anrufungen sind dort in 16) Q"l*ON^ ^JKJTI ent- 
halten, deren Reihe sonst auch mit |riy '^"^ysh ^^JT! eroJBFnet wird. 
Eine Fortsetzung dieses letztern sind: 17) das alfabetische 

)b^m&<xr)nn, I8)p>jy wom und I9)|^-cn« wditi*), 20) 

nnx n*t^ "^H b^ eine gereimte Introduction der Middot, 21) ein 
alfabetisches HPIN D'^DN "pX , die Middot einschliessend, und 
rrhü pm am endigend. 22) ÜV2m "»D^^DD , die Fürbitte der 
Engel*). 23 bis 27) aramäische Techinna's, als: '»DD1 "»riD, 

nno« «S-i, «'»DifiQi pD, «Dbyoi «pr® •), t<n)rh ax 0» 28) nn« 

nWJI mit dem Refrän von N. 12, für Neujahr (Tripolis), ab- 
weichend in anderen Riten für Sühnfest. 29) D^ITD rcnno 
imd 30) btdxn 1DW , welches dem vorhergenannten bald vor- 
ausgeht bald folgt, aus 3 bis 5 Sätzen bestehend^). 

Die angegebenen aramäischen Stücke sind Ueberreste 
des alt - babylonischen Ritus, welcher neben den hebräischen 
Stammgebeten Einzelnes in der Volkssprache hat, insbesondere 



1) Ritus S. 119. — *) Amram, auch im Ritus von Spanien, Eaffa. — >) 
TD^TniWf'"^ Ub^n nttny- — *)N. l? bei Saadia, einig« Sätze hat das 
rom. Machsor; K. 18 haben Amram, Saadia, romisches Machsor (abweichend); 
N. 19 ist im rom. und span. Ritus. Vgl. syn. Poesie 153. ~ &) N. 21 hat Saa- 
dia, N. 22 (syn. Poesie 148, 1&4) Amram. — •) CastiUen, Kaffa. — 7) TripoUs. 
•) Ritus S. 131. 



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— 19 — 

was an Segen, Vortrag, Uebertragung der Lection, und im 
AUgemeiDen an Gemeinde - und Familien - VerhältDiss an- 
knüpfte. Es gehören dahin die zum Theil im Talmud wur- 
zelnden Zusätze zum Kaddisch, nämlich Ipnbn bjpTTi^) welches 
die Gemcind espricht, ^an^ ^DDH beim Trauerfall *), ND^p ^IDnn 
für Jerusalem, KDID« n^HB^n , ftWDty]T^^ und 2tO^ pOl»). Das 
letztgenannte ist der Segen über die Versammlung und hat 
verwandte Ausdrücke mit den beiden ipi}B Dlp^ *). Ein anderes 
KmOK r6ren war im Alterthum und ist noch im griechischen 
Ritus bei der Beschneidungsfeier gebräuchlich '). Aehnlich ist 
ptner^ pp"TE>nn •) am Hoschana-Tage. Ausserdem sind noch 
als aus der Gaonen-Zeit stammendes anzusehen: t^Dn^xn^) 
die Eröffnung der Hagada der Passah- Abende; die Introduction 
des J*^hso bei Noth und Krankheit; die Verkündung des 
neuen Monats TDTI t<l2V ^3 ^IpH *); vielleicht auch die Eröffnungs- 
und Schlussworte des Haftara-Üebersetzers (pD^D |D UCH JD\< 
nebst nK1213 -TO^ntn yo^ , und -fon'' K"! by); *) endlich die 
Formeln, womit die Lösung der Gelübde von den Gaonen 
abgelehnt '^) als auch womit sie ausgeübt wurde (Eol Nidre). 
Zu den für festlichen Anlass und Festtage oder auch nur 
als lyrischer Erguss des Betenden gedichteten Stücken jener 
Epoche gehören: a) Benedictionen, meist 1D%1^N 'H »"in« l[rD 
-!BV D^yn 1^ anhebend, z. B. *Qiy Wy IK^X **) (Lösung der 
Erstgeborenen), TT Wlp "IB^K ") (Beschneidungsfeier), 32f ^tt^ 
tQt< *^) der Brautnacht, wozu auch die bereits erwähnten 
rbtXJ2 "Uy« und rho ^K^ zu zählen, b) litanienartige Rahit, 
die ein Wort oder einen Gedanken in einzelnen verwandten 
oder gleichbedeutenden Ausdrücken, meist in alfabetischer 
Wortfolge variiren, z. B. ptO "^ Ktn '^ in 17 Epitheta, 



1) Maimonides. — •) Is. Giat ^2^ DObn S. 59, Hai das. S. 73 und an 
R. Nissim (D'O^n H^HSp S. 109), Abndarham 16 b. — ») sämmtlich im Ritus 
von Cochin. — ^) vgl. Ritus 83. ^ s^ Amram f. 84, roman. Machsor 442 a, 
Stddur Kaffa 109 b. Bei H'iatO •" TX «"<* DK^ W^X ^BTin «"^ Ende ^Dl'» »«» 
Jernschalmi (nämlich j. Sabbat c. 19) angeführt. Vgl. p(n 70 a, Landshath im 
Siddnr rü^D llpD S- 210, Maharil 85 a. — •) cod. Leyd. hebr. 94f. 411. 
Ritus 93. — 7^Amramf. 54. — 8^Romania34, Kaffa UOb. — >) in den Ritus 
Ton Frankreich und Fas; ^ ^y ist verkürzt im rom. Machsor ed. 1540 bei 
Passah- und Wochenfest — *•) Rga. ed. Lyk N, 43. Qi^lW HttW ^^^" "~ 
WjRapoport: Chananel S. 35. — «) Amram f. 84. — ")gott. Vortrage 375. 

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— 20 — 

variirt in NIH |0N: 'pü WH KtT ^bü mit 14 dessglelchen *> Die 
Epitheta 1D3 J^D 3nN oder ^JO: -jns in« u. 8. f. bilden mit 
bestimmten Redewendungen verbunden mehr als 20 solcher 
Rahit, die in den Tcrscliiedenstcn Gemeinden, von Frankreich 
bis Indien widerhallen. Es gehören unter andern dazu DDmC'fe^ 

h^ nnx» rm:^ mn nncira mc^* aan^ thck^. "in« h m 

für Thorafest, WH "in« am Passah - Abend, i:\-6« «in -in« 
Trauungsgesang (roman.), T^^h H:hni< nebst ^Dl^ TT« bn des 
karäischen Gebetbuches, pm "pZ^ SM« und rüT'Z 3in« Lieder 
beim Hochzeitmal (Cochin). Aehnlich sind die Segnungen 

rann rann (endigend b^xnz rmn renn) und rrm nyir oder 

rm« n^B^ , welche bereits von Abitur variirt und in das llegen- 
gebet am 8. Azeret aufgenommen wurden, c) Responsorien, 
durch die- in jeder Strophe wiederkehrenden Worte zum alter- 
uirenden Vortrag geeignet , z. B. die Litanie 'ro V/Ülp p« *) 
welche Gott, Mose, das Gesetz und Israel preist, und daher 
die vier Theile jeder Zeile mit diesen Worten endigt. Der 
Uebergang von solchen Wiederholungen zum Refrän liegt 
nahe, und in der That sind die am Sühnfest üblichen vjer- 
zeiligen Gebete ') eben solche Responsorien. d) Stücke im 
rhetorischen oder psalmodischen Stile, theils frei theils 
alfabetisch, der Uebergang aus dem schlichten Gebet zu Psalm., 
Hymnus und Piut, dergleichen wir bereits in nn« D''D« ^n« 
und «^in 1B^« kennen gelernt. Dazu würden zu zählen 
seyn: 1) Kiddusch für Passah, welches vor und hinter dem 
Passus 'n vh ]n^1 bis DniflD rwSi^S zwei grosse Stellen ein- 
schaltet: die erste welche Israel, die zweite welche den Fest- 
tag verherrlicht. 2) das alfabetische nS«3 HD« für den Abend 
desselben Festes, im Stile des Kiddusch *). 3) HD« hbx^ Itt^ *), 
alfabetisch, für Thorafest, welches in den babylonischen Aka- 
demien mit dem Buchstaben 'D bei den Worten Ijn tiish ^^^ 'r\ 
schloss, und so schliesst noch jetzt die Ordnung von Cochin. 
Saadia fand das darauf folgende, dass Moses geschrien und 
die Kleider zerrissen, ungeziemend. 4) die Festverherrlichung 
(rom.) HM T«n, alfabetisch und gereimt, eine Art dithyram- 



«) Hechalot c. 16 und 23. — «) Ritus 82. — 3)syn. Poes. 95. — <) N. 1 
and 2 im Siddar Sftadia, vgl. RitnBÖ4, 67,58. -- ')gott. Vortr. 378, Ritas 45, 
82, 88. Hamanhig72a. 

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— 21 — 

bischen Gesanges beim Ausheben der Thora. 5) P^tTl rmt< *) 
ffir Wochenfest, alfebetisehe Auseinandersetzung über die mo- 
saischen Gesetze, die eine Bekanntschaft mit dem babylonischen 
Talmud, der Pesikta Para und jüngerer Ilagada voraussetzt 
und aus Pumbedita*) stammen soll. 6) r\Vü^ Dy iTn, welches 
im Musaf des Neujahrfestes und des Sühntages der Vorbeter 
spricht, mit einem Verse ypDD endigend; hat im deutschen 
Machsor gereimte Einschaltungen. 7) fe PPtn , alfabetisch, 
verkündet eine Zukunft allgemeiner Gotteserkenntniss. 8) Dm 
chv n'in nebst nitn«, welches den Posaunenschall am Neu- 
jahrfeste begleitet 9) mr\ IT^H*), Gebet bei der Leicheabe- 
stattung, gewohnlich pn pMü genannt, in den verschiedenen 
Riten nicht durchaus gleich, aus gereimten Strophen bestehend. 
10) Hymnenartige Stellen in den Hechalot, als Fjüiycn nWE)D "|Sd 
bis HtO D^nSi ra^b (c. 24); das der Keduscha vorausgehende 
DDnnn •rinnn (c. 7); das mit einer Benediction schliessendc 
b«nir» ^rh^ y02 ^ (c 25), und das ganze c. 26, das «in m« 
nnO} byi© anhebt, mit Amen endigt und den Hymnus HTWn 
nriDNm enthält. 

Manche Stücke in aramäischer Sprache, die Purim, Passsah, 
Wochen- und Thorafest angehören, sind unmittelbar aus Mid- 
rasch und Targum, d. i. aus den Vorträgen in die Synagogen- 
poesie übergegangen. Es gehören dahin: 1 bis 4) aus dem 
ersten und zweiten Esther- Targum^) stammende alfabetische 
Stücke, nämlich in wn D%X*) (5, U), nnOK n^D« (5, 1) dop- 
pelt alfabetisch (xsbo noblC^ «n nebst nspn, D"« und pltTI , 
das. 1, 2), pn ^:y (7, 10) doppelt alfabetisch. 5) h^nti TD nm 
die Botschaft an Pharao nebst der Erzählung von den 
Wache haltenden Löwen in römischen und altdeutschen Mss. 
hinter Exod, 15, 3, endigt rw:> KD« nh. 6) njTBrht^ TD rra\ 
endigend ümüb {D^n^, aus Neardea stammend, wurde ehemals 
am 7. Pesach im Targum der Lection vorgetragen, ist eine 
Zugabe (NDSDin), wie alte Ausgaben ^ ausdrücklich bemerken, 



1) Angeführt Chaskuni (pnHXl) ^°^ pentat. Tosafot 40b, Commentar 
ms. zu Alena (cod. Münch. 346), erläutert von Samuel b. Ealonymos. — 
«) cod. H. h. 240 (Dukes relig. Poesie S. 141), H. h. 17. — 3) Amram 87 b, 




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— 22 — 

zu Targ. Exod. 13, 17, von den Alten als Targum des Ge- 
sanges yicn^l angeföhrt*), in welchem Gesänge die Hauptfeier 
des Tages bestand; der Stoff zu dem daselbst erzählten ist 
aus Targum und Hagada. 7) j&pin in erweiterter Rezension 
als die edirten Targum, die Beschützung der Neugeborenen 
durch die Engel. 8) Dipl niWD^rN, alfabetisches Zwiegespräch 
zwischen Mose und dem Meere, in den erwähnten Ausgaben 
als Zugabe zu Exod. 14, 21 vermerkt 9) |TO JHI« über die in 
der Mechilta und dem palästinischen Talmud') erwähnten vier 
verschiedenen Meinungen, welche die Israeliten am Rande des 
Meeres äusserten. 10) pW? IDIN ist j. Targ. Exod. 12, 42, wurde 
aber am Schlüsse durch Exod. 15, 18 ergänzt. 11) NTDl oder 
die Introduction zu den Geboten des Dekalogs. 12) 'n Jült< 
K^B^ zu Ende Ex. 19 schildert Mose's Aufsteigen in den Wohn- 
sitz der Engel, 22 Zeilen, alfabetisch. 13) ']b D^^pn«! pHD TW, 
alfabetisch, Ansprache Gottes an Mose vor seinem Tode, 
Refrän ^n'O pW ^Dy HIMD. U) f^fe njDnx'); von den vier 
Kronen (Abot c. 4) hat Mose die des Gesetzes erhalten, wäh- 
rend j. Targ. Deut. 34, 5 ihm alle vier zuertheilt. Vielleicht 
darf zu diesen Compositionen noch hinzugefugt werden: 
15) pnb N12D1 bv ^ bis rw^nhrbVi^ der Abschnitt des scho- 
nen dramatisch gehaltenen Vortrages der alten Heroen, in 
welchem Mose über den zerstörten Tempel klagt. 16) das 
Gebet «D^JH «nb« im j. Targum Genes. 35, 1. 

Allein erst als kunstmassige Behandlung der Gebetstücke 
nach festen Formen in den öffentlichen Dienst Eingang fand, 
wurde die synagogale Poesie ein wichtiges, oft ein herrschendes 
Element. Indem sie die Litanie in Pismon, die Prosa in Poesie 
verwandelte, den einzelnen Theilen der Tefilla mannigfaltiges 
Gewand anlegte, ward, blieb auch die Auswahl frei, die poe- 
tische Gestaltung Gesetz. Die Einschaltungen und Responso- 
rien traten vor Jozer und Keroba, vor Hoschana und Pismon 
zurück, welche sammt Aboda-Bauten und dramatischen Ele- 
gien, Israels Geschichte und Heiligthümern ein durch Kunst 



in 8 bei Bragadin mit dem Jonathanschen Targum. — *) Tos. Mez. 70b. 
Simcha aus Speier (Pentateuch-Commentar ms. 'YO) zidrt eine Stelle daraus, 
den Anfang 3^|t^ p^*)B1 i'^- '• V®^^ 30) nennend. Eine Glosse zu Bechor 
Schor ^2 S. 105 nennt es Targum ptJfpV — *) Taanit 2, 5. — ') N. 13 und 
H Cochin; N. 14 auch röm. (Mss.) und roman. — *) Midr. Thren. 55 c. 



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— 23 - 

geadeltes durch Gesang verschönertes Ansehen verliehen, und 
indem sie aus dem gebotenen Dienst eine freie Huldigung 
machten, dem Juden die Synagoge ±xx dem erhoben, was einst 
dem Hellenen olympische Spiele und Tragödien gewesen, zu 
einer Statte, wo das Nationale verkörpert und zugleich ver- 
geistigt, als das Kleinod der Gesammtheit wie jedes Einzelnen 
angeschauet und empfunden wurde. 

Die Schopfer jener Formen sind nicht bekannt, alles Ael- 
tere im Piut ist von ungenannten Verfassern, die innerhalb 
eines grossen Zeitraumes, etwa bis tief hinein in das achte Jahr- 
hundert, thätig gewesen. Von einzelnen alfabetischen Sachen 
stieg man zu zusammengesetzten Compositionen , vom Gleich- 
klang zum Reim, von Einschaltungen zur Keroba, vom feier- 
lichen zum Kunststil empor; aus vereinzelten Klagegebeten 
des 9. Ab bildeten sich zusammenhängende Kunstwerke. Am 
frühesten erscheint die Selicha angebaut: Stücke wie die beiden 
f20 nnw*), das WV NCn b« und bjTlD ^D p«, die Saadia an- 
fuhrt, Sündenbekenntnisse wie Hl UDIX» ÜW D«» ^pn^D 13W 
die Saadia^s Siddur enthält, Betrachtungen wie O DIN*), 
»(D^ und rox rCiM n^Di< — sämmtlich dem Sübnfeste ange- 
horig, müssen zu den altern dieser Gattung gezählt werden, 
und die ältesten Selicha^s für die Busse- und die Fasttage, 
al&betisch und gereimt, sind nicht viel später anzusetzen. 
Auch das schöne r6m p« nebst n^niK, das an D^ 11« 
erinnert und älter als der Gaon Mose ist ') , die beiden 
Aboda's nn^D riDN, von welchen die spanische die ältere, 
die Hoschana mn^« '^ySüb und die reimlose onntO n^K, 
die pDlfpp am Thorafest*) und rhnT\ nnt^ „die Asharot der 
Akademie^' sind wohl noch dem achten Jahrhundert zuzu- 
tfaeilen. 

Das Meiste in dem Vorrath des altern Piut ist in Palä- 
stina und Syrien verfasst; wenigstens begegnen wir in der alten 
kunstmässigen Poesie der Sprache und Hagada dem Targum 
und Talmud von Palästina; dorther stammen die ältesten Kunst- 
ausdrücke, namentlich pDID, ^T^ü'), pD^Xöbw, sogar die Be- 
nennung der Dichter (p*^, iOTp) und ihrer Arbeit (BTO, 

i) Aus niDibyn VOD nn« ^^^^^^ nWn p« 75d. — «) syn. Poesie 164, 
157 N. 4. — ») Tur'l, 591. — <) Rga. nDlÄTl nWt' Nr. 314. — *) syn. 
Poede 88 u. f., 867 und f., Schcrira in '©^n HSfiDp S. 107, 

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— 24 — 

nanp*) und in der That waren die syrischen Gedichte die 
Vorbilder für den Strofenbau. Als man Keroba's verfasste, 
und die ältesten scheinen den Fasttagen anzugehören, wurden 
bisweilen die einzelnen Nummern von den Worten eines Bibel- 
verses eingefasst, der IDMI*), d. i. Riegel') oder Balken, 
griechisch 8pO\iO^ (WCHl^) d.i. Läufer genannt wurde, welche 
Ausdrücke später auf die Stücke, überhaupt auf die kurzen 
Text- Variationen übergingen: Von Babylons Akademien hätten 
wir andere Benennungen erhalten. 

Zu den späteren Schöpfungen scheinen die der Tefilla 
vorausgehenden Compositionen zu gehören , und vielleicht 
hat man mit dem Sühnfeste begonnen; ich halte keinen 
Jozer für älter als Jose oder Kalir. Ohnedies fehlt diesem 
Theil des Piut jede auf altern Ursprung hinweisende Be- 
nennung. 

In den Poesien der älteren Epoche sind ungrammatische 
Ausdrücke selten, kaum hie und da ein regelwidriger Ge- 
brauch derPräfixa*); symbolische Bezeichnungen, deren Quelle 
der Midrasch, triffi; man sparsam und das hagadische Mate- 
rial, das angebaut wird, ist von geringem Umfang. Die alt- 
französische Aboda nni^D z. B. spricht von Jacobs Gesetzbe- 
schäftigung, der Bedeutung der hohenpriesterlichen Gewänder, 
vom Stamm Levi als dem geheiligten Zehnten; das letztere, 
das aus j. Targ. (Gen. 32, 25), der Elieser-Baraita (c. 37) und 
Tanchuma (81 a, 68c) stammt, hat auch in den Aboda's von 
Jose, Salomo, Meschullam, Is. Giat*) Eingang gefunden. Ueber- 
diess stellt sie die zwölf Stämme den zwölf Sternbildern gleich. 
Obwohl der Gedanke uralt, auch bei anderen Nationen zu 
finden, so haben doch erst spätere Hagada und Targum den 



»; Syn. Poesie, S. 60. — *) Statt piDlp (Taanit Ha, Chagiga 16a) lesen 
Aruch, Kimchi (s. v.) und Rascbi (Cant. 1, 17) "»10^*1*1 •pü^T^1 HnP ^^' 
sammen hat ^]P py nnd findet mau bei Simeon (Neuj. ^HDl^)) ^™ Macbsor 
Vitry §. 202, Q"»;!!-!^ ™s. und Meir Rothenb. Rga in 4 N. 242. pi^i^ nDlp 
TOVni achreibt Ephraim aus Bonn zum Piut "IHDIDN ^iOB^ bv (Sühntag). 
— ») Raschi a. a. O. erklärt ^%-|-^ mit ]yf^, — *) syn. Poesie 69, Anm. b. 
Diese Benennung auch in Ms. Saraval 60 vom Jahr 1391. Vgl. Steinschnei- 
der j. Literatur p. 340, der zuerst t^rjO^n durch JO^'n erläatert. — *) z. B. 
'5 vor dem verb. finit. s. syn. Poesie 381; DitW das. 378, W das. 380. — 

•) Vgl. auch dessen Keroba ^ ^pN (OHp TX^fV nnfi^n ly^)- 

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- 25 — 

Gegenstand deutlicher gefasst, dessen sich nachher synagogale 
Dichter, wie Kalir, Meschullam, Gabirol, Binjamin und einige 
Mystiker bemächtigt^). Es mag auch jenem Zeitalter, unmit- 
telbar oder durch Midrasch und Josippons Quellen, manches 
aus den Apokryphen zugänglich geworden sein. So weiset 
die Schilderung des Hohenpriesters auf Sirach hin, die Cha- 
nuca-Stücke auf Judit, die Purim-Gedichte auf apokry phisches 
Esther, die aramäische Illustration tV^n^ neben Midrasch'), 
vielleicht auch auf den Gesang der drei Männer; — lehnt ja 
bereits die hagadische Darstellung der ägyptischen Plagen an 
dem Buche der Weisheit an. 

Die Arbeiten jenes Zeitalters haben noch nicht die schweren 
Bildungen des eigentlichen Piut, aus dem höchstens in den 
Hymnen der Hechalot ein Anflug wahrzunehmen. Der ge- 
zierte griechische Stil, insonderheit von syrischen und ägypti- 
schen Schriftstellern ausgebildet, und der unter Mönchen und 
Arabern verbreitete Geschmack an dem hochtrabenden, konnte 
auf die Schreibart der jüdischen Peitana's nicht ohne Einfluss 
bleiben. Darum ist auch der Piutstil nicht aus dem Erdboden 
emporgestiegen^ noch weniger ist er das Werk eines Ein- 
zelnen; er muss vielmehr mit einem masoretischen, sprachlich 
exegetischen Studium der heiligen Schrift im Zusammenhange 
stehen, welches Wortbildung und Sinn der biblischen Sprache 
zu erkennen bemühet war, um die Gegenstände des Midrasch 
und der Talmude in ein poetisches Hebräisch zu kleiden. Die 
die Tefilla erläuternde Elieser-Baraita sammt dem Tractat 
Soferim und den Klageliedern im Josippon verrathen keine 
Verwandtschaft mit dem Keroba-Stil und Buch Jezira hat kaum 
die An&nge der Lautlehre. Vorbeter, öft«r zugleich die Vor- 
leser (D*>K*1p), waren auf Masora und Bibelstudium angewiesen, 
zumal seitdem Ananier (um 780) und Karäer gegen Gesetz 
und Geschichte, gegen Sitte und Leben mit Worterklärungen 
anstürmten und die um Halacha's Kämpfenden auf Exegese 
und Sprachlehre hingelenkt wurden. 

Hieraus scheint hervorzugehen, dass jener Stil, der in 
Saadia's Zeitalter seinen Höhepunkt erreichte, seit den letzten 
Dezennien des achten Jahrhunderts angebant worden, demnach 



1) Note 3. — *) Schemot rabba c. 9, Pesacbim llSa. 

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-^ 26 - 

kein Werk mit Namen genannter Dichter, zumal der piuti- 
schen Gattung, über das Jahr 770 hinaufreicht. Zu diesem 
Ergebniss fuhrt auch eine Betrachtung allgemeinerer Art, näm- 
lich dass jede Volks-Literatur in den einzelnen Gebieten Zu- 
sammenhang fordert, ununterbrochenen Fortgang vom Aufblühen 
bis zum Hinwelken. Gleichwie bei den Hellenen die epische 
von der prosaischen Geschichtschreibung, die Gnomiker von 
den Philosophen, werden bei den Israeliten die Propheten von 
dea Psalmisten abgelöst, und zwar jede Ordnung in lücken- 
loser Aufeinanderfolge. Ebenso ist zusammenhängende Fort- 
entwickelung seit dem Dasein des Pentateuchs bis zum ge- 
schriebenen Talmud, und gleicherweise eröffnen und schliessen 
Midrasch und Targum innerhalb bestimmter von ihnen völlig 
ausgefüllter Epochen. Je nachdem die Geschichte des Volkes 
gebietet, verfallen einzelne Gattungen der Production oder 
gehen in andere über: niemals geschieht ein Sprung aus 
einer Richtung in die andere, oder zu Gunsten der einen ein 
Wunder. 

Wenden wir dieses Gesetz auf den Piut an, so muss der- 
selbe seitdem er hervorgetreten in natürlicher Reihenfolge bis 
zu seinem allmäligen Erlöschen geblühet haben. Da nun 
älterer Midrasch und Gaonen vor dem Jahr 800 nichts von 
Pismon und Keroba wissen, und alle einfacheren Gebetstücke 
den ersten nachtalmudischen Jahrhunderten angehören ; da 
ferner des kunstmässigen Piut erst im neunten, mit Namen 
genannter Dichter kaum im zehnten Jahrhundert gedacht wird : 
so darf nach dem Gesetze des Zusammenhanges das Empor- 
blühen des kunstmässigen Stils kaum vor 770 angesetzt wer- 
den. So würde das peitanische Zeitalter, aus dem des Mid- 
rasch emporgewachsen, in der Mitte zwischen älterer und jün- 
gerer Hagada, parallel dem Anbau von Masora und Geheimlehre 
gehen, bis in den ersten Dezennien des zwölften Jahrhunderts, 
wo Masora von Grammatik, Midrasch von Exegese, Geheimlehre 
von Philosophie, gleichzeitig Piut von Poesie abgelöst wurde. 

Aus der gesammten altern peitanischen Epoche sind ausser 
Jose b. Jose keine Namen der Verfasser erhalten; der Ge- 
brauch der akrostichischen Namenzeichnung war damals noch 
nicht üblich. Die von Jose vorhandenen Compositionen be- 
weisen zwar hierdurch allein noch nicht sein höheres Alter, 

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— 27 — 

da die ähnlichen von Kalir und Babli und spätere Jozer und 
Selicha's gleichfalls der Akrostichen entbehren ; indess berech- 
tigt uns der Charakter seiner Poesien und die Stelle die sie 
bei Saadia und in den verschiedenen Ritus einnehmen, ihn zu 
den Tor-kalirischen Dichtern zu zählen. Man nennt ihn die 
Waise*), vielleicht aus keinem andern Grunde als dem, dass 
auch sein Vater Jose geheissen, denn aus seinem Leben ist 
nichts bekannt; auch die Cohenschaft ist unerwiesen. Palä- 
stina oder ein syrischer Ort waren höchst wahrscheinlich seine 
Heimat. Er hat den Reim noch nicht, aber eine einfache 
Sprache, edlen Ausdruck, etwas künstlichem in der Aboda 
"TDIN. In der Tekiata rhbr{t<*) sind die Strofenschlüsse HDI^D, 
]rD7, bip in den Compositionen nicht weiter anzutreffen; nur 
einmal wird niD^DD (Reiche) und bp "fyp verwendet. Das 
Ganze ist nur da als Begleitung der üblichen 30 Charakterverse, 
welche darum erst bei dem Buchstaben Samech eintreten, von 
wo an die Erlösung, für welche alles Vorhergehende der Vor- 
bau ist, begründet wird: der Tefilla-Grund ist bei Jose noch 
durchsichtig. 

Verschiedene seiner Wortbildungen gehören dem jungem 
Midrasch') und altern Piut^). In der Aboda begegnet man 
D^np^ (Gehörnte), bff\^ (Schuhe ausziehen), D^DTDT (Verstor- 
bene), den Compositionen mit rhvo und HÜD, dem njny 
(Edom) und Parallelen zu den peitanischen Bezeichnungen 
für Himmel und Erde, Wasser und Gebirge*). Er kennt jün- 
gere Hagada'), und die Bedeutung des Wortes JDIO^) ist bei 
ihm auf dem Wege der Entwickelung. 

Die ersten die Jose's gedenken sind Saadia und Hai*). 
Man hat Aboda ro» HTIN (franz.) nach ihm benannt, und un- 
zweifelhaft steht sie mit Aboda "TOW, mit welcher sie mehr 



1) DTn%*1= H. h. 17. Opp. 1073 F., daher H'^DID^ tWpH (TefiUa ms. B. 
>'iederhQfheim, Opp. 1. 1.). — •) auch angeführt cod. Rossi 641 "]b ib iWSt^ 
Q71D ^^2)* Fehlerhaft heist es am Ende derselben in cod. Rossi 655: p^ 

pnS (d«-) nnDj, n:ys) ^npn nnpn- - -•) tkd» itt, unchy ya^ w* 

XXffi ^TDn- — ') Note 4. — «) bereits in der Tekiata, wie QniDlß' bh2 
beweist, vgl. Omer-Pcsikta, Jalkut Reg. §. 241, Targ. Jes. 10. — 7) Beilage II. 

N. 8. — ») is. Giat HD^n S- 27. nfcin rrwv ^3^- 

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— 28 - 

als 80 Parallelen^) hat, im Zusamtneuhange, so dass Jose ent- 
weder beide oder die seinige, die künstlichere, nach jener altern 
ausgearbeitet hat. Seine Aboda ist zehnfach- darin die Ab- 
theilung 'n achtzehnfach alfabetisch. Dass die ersten Buch- 
staben in den einzelnen Sätzen der zwei Befrans von C3Ctt 
)y^C^i< den Zahlenwerth (374) von "üV "D ^Or haben, mag 
Zufall sein. 

Die poetischen Compositionen Jose's sind mithin: 
1. Tekiata nb^lX. 2. Aboda nnDU TD1«. 3. (viell) Aboda 
nniiD nn^5 (franz.). 4. liJ^'Ct&'NaDN. 5. (viell.) üb^S "IIN , Anfang 
eines verlorenen Jozer*). 6. Ein Piut, woraus die Stelle n\n 
m:i&S myDCnniDTSyra') angeführt wird. Zu beachten ist "»W 
mo'p (Tekiata), das auch in der Aboda (^MTVcb VW) vorkommt. 
Den Uebergang zu Kalir bildet Jannai. Jehuda b. Sche- 
schet und Gerschom, Zeitgenossen, fähren beide Jannai und 
Kalir als alte Dichter an, und nennen Jannai voran. Er habe, 
heisst es, für jede Ordnung des Jahres Keroba verfasst. Ueber- 
haupt wird er stets mit Kalir zusammen, und sogar desseu 
Lehrer*) genannt. Wir haben von ihm nur eine Keroba, die 
entweder dem ersten Passah-Tage*), oder dem Sabbath, der 
am 14. Nisan ist^), zugehört Mit wenigen Abweichungen gleicht 
ihr Bau dem der kaiirischen. Die ersten beiden Nummern sind 
vier-, die drei folgenden zweizeilig. Der Silluk, gleich Kalirs 
Silluk Chanuca p21 anhebend, hat hin und wieder Gleichklang, 
aber keine Reimzeilen; das vorausgehende jy02 2T] ]N, dessen 
Refrän an die gleichnamige Pesikta XV erinnert, ward früher 
in den Rheinstädten am ersten, das kaiirische yü)i< am zweiten 
Abend rezitirt'). Jannai 's Name ist in der dritten Nummer 
gezeichnet; die zweite hebt mit den Worten (DTO) an, mit 
welchem die vorausgehende Nummer der Tefilla schliesst Die 
ersten Anlehnungsverse sind in beiden Nummern die auf Htv 
endigenden Exod. 12, 29, 30. Die vierte Nummer ist nicht 
alfabetisch, und in der fünften reicht das Alfabet nur bis zum 



1) Beilage III. — >) syn. Poesie S. 61. ~ ^) Aaron bei Mose Nigria in 
WlpD miDV rOfi^bo Salonichi 1568, und hieraus in ^*ll^ rHOV ^- ^•- ~" 
*) U. h. 17. Commentar der Hagada in cod. München 69 f. 35: Q^'Di Sfl TN 
^"hp "IIP^N '1 b\t^ D"l '»W» '^ -ID''- - ') Rapoport in ^yon 1«63 S. 23. 
— «) Ritus S. 9. — 7) cod. München a. a. 0. D^*IDW TODl HJtK'N'VI nT^TD 

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- 29 — 

Buchstaben Jod, — vielleicht an KIH nnx "^D anschliessend, 
welches bis in^lXDn in einzehien Worten dasselbe fortsetzt. 
Jannai kennt Hagada und Pesikta *) , gebraucht das D vor dem 
Praeteritum und hat Bildungen wie rVüi^ "»IIX» D2B. TU- D'»DniCn; 
nnnw; noj erinnert an Kalirs •^tCTQ fQ (Keroba Neuj.), no^H 

rrwyi (Hoscb. o^cn iioüb); rrwv nzürfb^ro an Kaürs n'»brn 

ntry PDD (Pesach-Keroba). 



III. CAPITEL. 
Elasar b. Kalir. 

Elasar b. Kalir, Verfcisser von mehr als 200 piutischen 
Conipositionen, Gesetzgeber auf diesem Felde der Poesie, deren 
Formen nach ihm kaiirisch heissen, ist, wiewohl nicht der 
erste Peitan, wie ihn Nachmanides*) nennt, doch für uns der 
erste, welcher den gesammten Festgottesdienst ausschmückend 
die Hagüda als wesentlichen Bestandtheil in den Vortrag auf- 
nimmt Den Stoff entlehnt er der Halacha und der Uagada. 
älteren und jüngeren Werken und bearbeitet ihn bald er- 
schöpfend nach einer Pesikta, deren Wendungen bisweilen 
wortlich') wiedergebend, bald nach zerstreuten Stellen ver- 
schiedener Hagada's; aus einer Scheu zwischen abweichenden 
Aussprüchen zu entscheiden, verbindet er zuweilen Widerspre- 
chendes*). Er übertrifft, wie bereits die Alten*) bemerken, 
in schöpferischer Wortbildung und Sprachfulle alle anderen 



*) Syn. Poesie S. 126 Anin. c nnd d; S. 441, Art. ^^, UHt^j D'ÜNI . 

— «) zu Alfasi, Joma Anf. yfyp ^TD "TW^ '^ WNTI tO^I ^313 pV 

— «) ans Pes. I s. gott. Vortr. S. 203 N. 9. Pcs. V im Sillnk des Hätten- 
feste«, Tgl. auch fiapoport in rf^ y^p S. 176. Pes. X: j^;^ vfy^, ^g^^ nr© 

i^x jCKD fDD. J*e8. XI nror y:^b fx» "]^ wy ni^N n« nDi nn« 

nO'TD rmO janx; mehrcres in miX P»»"«»- P«. XII: rüDH« ^mCH 
n. s. w. nTTSn hott^ **• ■• ^' ^E,^- ^y- ^<>^'i^ S« ^^S Anm. b und c. Pes. 
XIII: r^^-)) B^^-), rOCm nnW man- dorther ist auch «?y D^y JD'' 
T^K^'(9. Ab). Pes.XVl7rTOi n'?X»2 (Tal. nnD)- ~ *) Tosafotn''^ *-^7a, 
Meir Rothenb. Rga. 441. Opp. 1073 F. zn D^J^I^n "piTI. '^^ ^- ^^ (<^- •• 
Klleser b. Natan) zu Silluk np« O ""<* Gescbem. — ») Opp. 1073 F. zu TÖ^^, 
H. h. 17 und Nürnb. Macbsor zu Tal und Geschem. 

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- 30 - ' 

Peitana^s: ohne das talmudische oder vulgare Sprachidiom 
herbeizuziehen, weiss er immer das biblische Wort oder die 
solchem ähnlich gebildete Wurzel zu finden; jeden Gegenstand, 
den er erfasst, verfolgt er bis an die äusserste Grenze und di€ 
einzelnen Theile der Keroba stehen bei ihm in engem Zusam- 
menhange. Eine bedeutende Anzahl von ihm gebrauchter 
Worte sind allerdings nur Geschöpfe des Augenblicks, die 
selbst bei ihm nicht wiederkehren; allein von mehreren im 
Plutstil üblichen *) scheint er der Erfinder; einzelne hat er mit 
Hagada's jenes Zeitaltars gemein, z. B. T]t< mit Hechalot, 
nüPK mit Deuteron, rabba'), Ü^pl2 (Engel)') mit Jelamdenu*), 
Nächst den Talmuden und den älteren Midraschwerken, 
haben ihm namentlich die Pesikta's vorgearbeitet; er holt sich 
den Stofi^ sowohl aus der eigentlichen Pesikta als aus der rab- 
bati, welche letztere namentlich in der Tekiata "TDl und KIW< 
^jn , der Keroba des Wochenfestes und den Elegien N. 54 
und 55 benutzt ist. Zu seinen übrigen Quellen gehören ausser 
Jelamdcnu*) auch Elieser-Baraita*), welcher die Anfange seiner 



') z. B. JP3, jTTin, uhTi. nmn» b'»]»«Ty^7,D'»ytD. njrto. b^D> dttd, 

D^DITD» "]nE)D» Wi ]Tar^ jT»ra' jWp' pi5m>p:«n» "in&*nn; ^i« Formationen 
iWü yb^ ^' *• ™- iny..SiIJuk Schekalim, Klage HD ''X' TO^ ^- ^^y ""^ V^ ^^^' 
(Geschem und sonst) wurde stehender Ausdruck für Himmel, selbst bei span. Dich- 
tern. — ») syn. Poesie S. 423, 432. — ») in den Silliik nnpNi N*)p3 XIH ^^^ 

nn^w n^NJ p^ "»Nra (hdw nn«) vgi. hdS ^^tq innic^^N» a^pp 

im Silluk n^P^ V2 ^^^ Hymnen y^)^ ^Wt^i ^btO ICnpiTl- — ^) Jalk^* Hieb 
925, Daniel 1065, vgl. ludic. 69. Von der gleichen Bezeichnung bei den Alten 
s. S. Sachs n^nnn S- 12. — *> Schekalim yq)^ vgl. Tanchuma 35 a [bei Bechai 
niDB^ wird auch Pesikta als Quelle genannt]. Silluk Sachor y^ l^^DD ""*** 
Silluk Hüttenf. I^^Uf» DDIXI ^- s. f- das. 73 b. Sachor gn^ "TO] : rOB^ plß6l ViTO 
ist Jalkut Numer. 240b. Nenj. Yty^i l^ßü ltW3 vgl* Tanchuma 10 c yi;^^ y^;y\ 
mSpü) nUll^W» *TtW T)Tm (d»« Quelle — jetzt Debarim rabba — ist Tan- 
chuma nach Commentar ms. Cod. Müncb. 346). Tekiata *Q] : n'*B^*ODB' 
n'*lß'K*1 nt^tDn >• ^^^^' Jerem. 204, Gen. 2; b^Q TVl^ ^9^' Tanchuma 4 b, 
bereits von Joseph (Kara) angeführt in Commentar ms. Silluk Pesach ITQ 
DTIinn <^°^ Tanchuma 20a. Silluk J^rp^ Ende (Q>S1&^) ^^ Jelamdenu bei 
Arnch f^5. In der Pesach-Eeroba Q'H^N stimmen Anfang und die Aus- 
drücke ^^1^i<l ^t;| und Vlirn ''iJZS ^^\t^ ™** Bamidbar rabba 214c, Schemot 
rabba 130d, 129d. — «) Q^^y nTID (Hn^DK Mincha) c. 5; p^y] htt^N nvm) 
^°d mjrn (Gesrhem ntClS^pfci)» ferner niS'*CD1 ^* «. w. (Silluk Neujahr) c. 4 
hrÜ DrPÄ njHDl ITDI rtrO «• ■• w.), aber auch Chagiga 13 b und Be- 



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- 31 — 

Keduscha's entlehnt sind, Tana Eliahu'), Tr. Soferim'), Mid- 
rasch der Psalmen*) und einzelne zum Tbeil unbekannte Ha- 
gada's oder Baraita's*), insonderheit eine über die 24 Priester- 
ordnungen*) und eine von dem Buche ^33nT*) benutzte Ha- 
gada. Vermutblich waren ihm messianische Schriften wie 
rWün ViTm und VTB'N'' 'n P'TB^), desgleichen die Ismael und 
Akiba beigelegten HDDID und Hn^2«D7N ') ganz oder theilweise 
bekannt, obwohl er von letzterer nur sparsamen Gebrauch macht. 
Sowohl das Alter dieser Quellen als der Bildungsgang der 
synagogalen Poesie und des Festritus nothigen uns, als Kalirs 
Zeitalter frühestens die erste Hälfte des neunten Jahrhunderts 
anzusetzen, später als den Zeitabschnitt, seit welchem Gebet- 
ordnungen und über Gebetsritual Gaonen-Bescheide vorkom- 
men*). Bei einem hohem Alter dieser Piut-Gattung wäre der 
Umschwung in der Poesie auch früher eingetreten, wohl noch 
vor Saadia, der im peitanischen Kunststil und Sprachenbau 
den Meister zu überbieten sich bemüht. Es musste eine ge- 
raume Zeit, in welcher die Arbeiten Jose's und ungenannter 
Dichter den Geschmack am Piut verbreitet, den grossartigen 
Schöpfungen vorausgegangen sein, die Kalir für sämmtliche 
Festtage in die Synagogen einführte, und erst durch ihn scheint 
dieser Festgottesdienst Grund und Dauer errungen zu haben, 
denn seine Compositionen sind für Keroba, Schibata, Hoschana, 
Elegie das Muster selbst in Einzelheiten geblieben, wie Anzahl 
und Zuschnitt der Keroba-Tbeile, namentlich des mit N^ b^ 

reschit rabba c. 78 -^133 -p^D (n^H Neuj.) c. 32 Ende; jn] Q^^ niT»D1 
' * ' *' '' -« * - *" ' «• - ' de Anmerkung. 

I Commontar) ist das. 

nopn "D v- 

npT3^, Lenchter c. 202. — «) n^l^n "13 ""ch Soferim 20, 3. — ") Silluk 
Azere^ 0"»^«^ «'»Hl rT^JT^n «^^ D^J^DB^ mon*» OmiB'D ^tCih vgl- Midr. 
Ps. 8 (n^J^Bfn H^n OnW) ^^^ Raschl Zachar. 5, 11. — *) z. B. im Silluk 
Pesach vier Plagen, die in Tanchuma, Scbemot rabba, Wajoscha, Jalkut Ezod. 
56 b, Pesikta, Tana Kliaha nicht vorkommen; in Sillak Schekalim die Grösse 
der Meere und die Cyklenberechnung; im Silluk des 9. Ab der Kampf mit 
Liwjatan; die Trauertage des Kalenderjahres in der Klage N. 17 (i^nX)- — 
6) Note 5. — •) S. 66: «^i ^^^^V D DPUD b»» 'PD"!«» mp mV ^JTH» 

s. 57 TiD T»m bis ^mpn» vnv^D yp^"^ -nm. vgi. Kaiir or^n d'^ö'^s- 
*»n« nyp2D «t3^ Dwre h^'^üv p dpüd. . . • p^D im «in; rbvn 
mp my ;nD« "hn omyaD yp3^ u^mn tii ;7«^m«i^ p u ro^ - 

») Note 6. — •) Note 7. — •) Ritus S. 16, 18 flf. 

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— 32 -^ 

eröffnenden'), die Einfassung der kleinen Keroba's mit Blbel- 
versen, die Variation der Klagelieder in den Elegien, die Ver- 
wendung der hagiograpbischen Bibelstelien in der Illustration des 
Dekalogs, die Reibenfolge der Intonationen pDI in der Sühn- 
fest-Keroba beweisen. Die meisten späteren Keroba- und Ele- 
giendiebter, namentlicb Saadia, Simeon b. Isaac, Tobelem, Bin- 
jarain b. Samuel, Jochanan hacoben, Mesehullam b. Kalooy- 
mos, gehen in Kalirs Fussstapfen; im Bau der Tbau- und 
Regengebete folgen ihm Gabirol und Abenesra, der zweizei- 
ligen Hoschana Joseph Abitur. 

Die Hoschana's und wenige Jozer abgerechnet hat Kalir 
nur Keroba's gedichtet und zwar für den Fasttag des 9. Ab 
die Elegien einschliessend, ferner für die ausgezeichneten Sab- 
bate, Chanuca, Purim und die Hauptfeste. Für die zweiten 
Festtage, also auch für Thorafest, hat er nichts verfasst, eben 
so wenig für den grossen Sabbat: Diese beiden kennt auch 
die Pesikta nicht. Seine Pcsach- und Hüttenfest-Keroba's 
sind für den ersten Tag, wie theils die Lection, an welche sie 
anschliessen, theils der Inhalt beweist, auch wird dies von 
alten Autoritäten bestätigt. Zu den verlorenen Stücken ge- 
boren wahrscheinlich Keroba's für den Hoschana-Tag und den 
siebenten Tag Pesach, dessen Gesang (Exod. 15) zu bearbeiten 
schwerlich Kalir unterlassen hat. Samuel Schullam, der letz- 
teres gesehen haben will, hat sich vermuthlich geirrt und Kalir 
mit dem Jüngern Elasar b. Jacob verwechselt. Aber ein pro- 
venzalisches oder catalonisches Machsor ms. hat ftir diesen 
Tag einen Silluk, der Ueberschrift zufolge, von R. Elasar Kalir, 
der wie folgt anhebt: 

rrm) nnowos b rhbT\ ly ^ä: w 

rrm iiddi "iödi idd-j 
rrm) D"'^*! niÄ2 neora anioS 

etc. rrwv nnn p^idd n'pniso wtsm\ 

Nach den Worten mtW D^inßQ "|n^nn mw IDOn folgt eine 

») syn. Poesie S. 66. 

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— 33 - 

SchilderuDg was ünUDb uad was ^"^b geschehen; der Schluss- 
satz beginnt onSOD ■pPWIli DT und endigt OHSTip 1102 yiS^ btÖ. 
Asien, Africa und das arabische Spanien blieben Kalir's 
Arbeiten fremd: daher dürfen wir unsern Peitan nicht im Be- 
reich der Gaonen-Sitze, überhaupt nicht in den persisch-ara- 
bischen Ländern suchen. Hiermit stimmt der Inhalt seiner 
Compositionen überein, der überall christliche Völker voraus- 
setzt. Seine Bekanntschaft mit palästinischem Talmud, palä- 
stinischem Midrasch'), palästinischen Orten') weist auf Palä- 
stina oder Syrien hin. Die Rezension der Tefilla'), die Le- 
ctionen der Festtage, die Abwesenheit von Keroba^s der Zu- 
satztage, die Berechnung der Stundentheile ^), nicht minder der 
Gebrauch gewisser Wörter, als TirT^S*) (st. in^), f)b^n ybs*) 
für Jerusalem — das auch bei Meborach b. Natan vorkommt 
— , tmo^ Gedicht, n-Q Sohn'), DD und HDi, apjO*) zuletzt 
— eben so in der palästinischen Hagada '°), dem jerusalemschen 
Targum'O» alten Dichtem") — HTl!« Mittelfinger **),n'?D**), 
scheinen sogar auf palästinische Heimat hinzudeuten ,' dem 
selbst der Name T^p oder 'T'^'»p*') entsprechen würde. Eine 
Stadt *1&D ") wird uns zwischen Antiochien und Hama ge- 



i) Tosafot PeMchim 109 a, Ghagiga 13 a. — *) vgl. Note 5; Rapoport, 
Kalir Anm. 7. » •) Rapoport das. Anm. 33 und Nachtrag, ^"j 6 S. 2L. ~ 
*) vgl. Silluk Schekalim noiy vaitj. Berachot 1. — •) Kl. HJDD^N» Midr. Cant 
19 b, j. Taanit 4, 5. Saadia Elegie }ppfy tq^j Nissim nPlDD 22 b. Sogar 
eine syrische Handschrift der babyl. Gemara (Mittheilung von Ab. Firko- 

witsch). — «) in cnn D'>D^D» D^y nD>i» ^bD rv2t<- - ') aitnio ron 

parallel mit t^pt *Vtt^ (Schibata Hachodesch), daher von Arnheim (Jozerot 
S. 178.) „Dichtungen'' übersetzt. Denselben Sinn hat das Wort im Tod Mose's 
S. 122: pl^T^ Bn"W Bmon inOlt worauf ein poetischer Vortrag beginnt 
Vgl. syr. KtCHTD religiöse Hymne. — *) j. Targ. Ezod. 2, 2. 1, 17, Simeon 
Duran nDN XSO ^- ^ ^- ^^' Rapoport, Kalir Anm. 9 und 14. — •) Tal 
,-pÜNN« — **) Wajikra rabba c. 12 rapy (b«i Aruch; ed. f. 178 c. liest ^JOTO)' 
Schemot rabba 135 b Zeile 3; vgl. nDpJO Mischna Sota Ende. — **) Genes. 
3, 15, Numer. 11, 26, in beiden Stellen 21^ ^"02- — ") *^^^ Aboda Buchst. 
'^, franz. Aboda, ^Bjno TDD HDi* Buchst 'y — «») Silluk Schekalim. Vgl. 
mite Tosafot zu Joma 19 b., Tos. Menachot 35 b., Aruch s. v., Tosefta Joma 
und Tanchnma 24b. — ") st. t^h'D)]^ (Silluk Schekalim), s. ItCODH ^^^^ 
S. 82. — w) lyryhp *" Pesikta, iC\iyp (Michälis Lex. syr. S. 801) der Kuchen, 
den Syrer und Juden den Knaben zu essen gaben, virenn sie die Schule zu 
besuchen anfingen (zur Gesch. 167), im Aruch und von R. Tarn zur Deutung 
von Tik-p angewandt ^'fy^p zeichnet Kalir dreimal. — *«) 1lT^^< "ÄD S. 67, 
Zans Literaturgesch. der tya. Poesie. ^ 



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— 34 — 

nannt; allein auch dieser Name birgt vielleicht ein Rathsel, 
das wir so wenig als einzelne Ausdrücke seines Piut zu lösen 
im Stande sind. 

„Kaiirisch *)**, sowohl Kalir^s als seiner Nachfolger Ar- 
beiten bezeichnend, ward im Machsor als Ueberschrift von 
Piutstücken gebraucht; Kalir selber allmählig ein Gegenstand 
des Studiums') und den Späteren ein Geheimniss, beinahe ein 
Mythus. Nicht bloss himmlisches Feuer umgab den Keduscha 
schreibenden Peitan'), er stieg selber in den Himmel und 
lauschte den Engeln den alfabetischen Piut ab'). Man hielt 
ihn für einen Mischnalehrer, bald für Elasar b. Simeon, bald 
für Elasar b. Arach*); doch wurde beides auch bezweifelt 
Schon vor dem Jahr 1100 suchte man die Benennung 'nhp 
zu deuten, siebzig Jahre später erzählte man sich in der Lom- 
bardei, dass er von einem eifersüchtigen Peitan getodtet wor- 
den: auch die Angabe, dass er einen Bruder Namens Jehuda') 
gehabt, stammt aus dem zwölften Jahrhundert. Bereits im 
dreizehnten Jahrhundert wird zwar wieder in Zweifel gezogen, 
dass Kalir ein Tanait^) sei, aber doch die Zahlen-Kabbala zur 
Erklärung des Baues kaiirischen Piuts verwandt, und im fünf- 
zehnten ihm ein Buch untergeschoben. Bei den Spaniern gerieth 
er völlig in Vergessenheit.®) Ein Herausgeber vom J. 1560') 
sagt zuerst, dass Kalir A. 968 gelebt; nach Joseph Steinhart**) 
gehört er in Saadia's Zeit. Neuere Forschung hatte anfang- 
lich ihm die Epoche zwischen 800 und 1000, später das Jahr 
970 zugewiesen. Merkwürdig ist die Jahrzahl 955 (A. 1023) 
in der Elegie ^n^t^DD rü^H (roman.); ein Beweis, dass in jenem 
Jahre bereits ein Schreiber geändert hat. 



*) "nhp ü>m (Para "h^t^ in H. h. 240), v^^^p ^^ (Wochenf. a^^^ 
^3D>npn in Opp. 1568 Q. C), irfyp po]^ (tWOt^H n:©"» Dm ms- ^««0, 

rxn^ rw (nnon *« cod. Roa«i 159), rr\^ rwnp c»did3 "ii:jn« m^. 

Luzz.), yr^p ITD (Aboda ntV^yQ HTIN »n Machsor ms.), mhp NnjTpn 
(rO^DD« in ^^- München 346), n^^bp TO «HBTIp (Hüttenf. Tag 2, s. 
Asalai Rga, Th. 2 N. 38 f. 60a, Tgl. Machsor Vitry bei n"D 6 S. 31). — 
*) ^T^pD p'^üVD sa«' der Commentar ms. zu Tal. — •) ^^2\t^ 11- ^^^7 
§. 326. — *) Hirz Treves zum Jozcr, angeführt in niSnPI Hn^D Kraeau 
1676 f. 84, pi3> ^yö ^« l^^a. — ß) R. Tarn bei Isaac V'N Th. 2 §. 398, 
SaL Aderet Bga. 469. Jos. ihn Schoaib HIKm P- ^3- — ®) ^fifi- Schibata und 
Keroba Sachor. — "0 Ms. bei FrankeVs Zeitschrift 1846 S. 191. — ») s. py 
apjp Schekalim c. 6 §. 41. — ») Machsor Sabionetta f. 162 b. -- *•) Bga. N. 13. 

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— 35 — 

Ealir^s Dichtungen, durch den Charakter des Festes be- 
stimmt und abhängig vom Midrasch, bewegen sich innerhalb fest 
gezogener Kreise, die dem Fluge der Phantasie wenig Raum 
lassen; dennoch wusste der Dichter aus bleibenden Grundideen 
und wiederkehrenden Bildern sich einen Vorrath beweglicher 
Elemente zu bewahren. Wie er das Allgemeine zur Aus- 
schmückung des Besondern verwendet, das ist die Kunst des 
Peitan und zugleich die Erklärung zu den nicht sehr zahlrei- 
chen Parallelstellen, die daher, wofern sie nicht in der Com- 
position für denselben Festtag vorkommen, meist jenen allge- 
meinen Themata zugehören, wie etwa dem Verdienst der Väter, 
der göttlichen Liebe, dem Hass der Tyrannen, der sichern 
Erlösung, den Engelhymnen u. a. m. Ein ziemlicher Theil 
dieser Parallelen besteht in der Verwendung von Bibelstellen. 
Wir beschränken uns auf folgende: 

Dfcp (Purim box), DDi^D (Schibata Hachodesch, "^xho W), 
D'»58< (Geschem, Anf.), "»S^ (Tal uh^) , ^n '»DJja (nach Cant 
6 11. Hüttenf. mpH Schibata Sachor Tal D^b«), U^rb^ "OtjQ 
(Geschem nns*»), n^JKS (Para Keroba und Schibata, Hüttenf. 

T^<D W Keroba Schekalim, Sachor, Purim zu Anfang (syn. 
Poesie 424). 

wrp nn« ddö (nn« ^«), ^y in« ruDo rptt^ (ono ^h\ 

Vgl. Dan. 8, 13, Jalkut z. St. und pKD in%X JB^K in Midr. 
pD S. 26. 

DTpl "lin« (Klage D« HD'»« und Neujahr ^n n«) ist aus 
Ps. 139, 5. 

pimD^ ^]n «t£^« Hiob 36, 3 (Sühnfest «IT« , Purim nnDDK), 

"»yn «K^ (Tekiata), '>jn nxifi^ pmch (das.). 

Dnn: ^n« (Tal ah^^ Neuj. nb«n, Geschem p^S)«). 

-|bDiDn b^n (HD^Dix), rahün h^b (Neuj. mi«). 

nifi^in nna (SiUuk Hachodesch, '»JD^D ]N). 
\Üt;n JTD (Tekiata ^Dt, Sühnf. D^ö'^D üVj Neuj. 1S51«). 
N^: Erde, pT\ Himmel, oft; auch beide verbunden (Purim 
n*TE)D« — Silluk Pesach — Tal D^iTD« — Geschem nnD^) — 

N^a m in; >Dt^: (-|nD>« niw<), n-'j '»di^j (Hüttenf. nm-i ix). 

n^m pn (Tal nn^m, Neuj. ^rw mSD); bereits in nn^fcO nVJTK, 
Jose's Aboda Buchst. *!, span. "lliOT "in«« 

3* 

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— 36 — 

r\r\ ü^mn (Sachor, Para, Chanuca), DK^: rf^TTÜ (Ha- 
chodesch). 

ü^p^ nm (now nnN , Hüttenf. nn\n i«). 

yp nbi (Posach on-^DK), yp yhi (Tal n"ti«K), :b-i (Purim 

rrm, Hachodesch n\nK). mnoi 'Om Jes. 40, 27 auf Jacob an- 
gewandt (Neuj. \^1«, Wochenf ^::p 'H). 

robro) vro (ro'>D:N), toS-d «b«' (Neuj. nm«). 

yiy nn (Schibata Schekalim), pv yiy • . • HUn'? (Pesach- 
Keroba, vgl. ü^^V nwn« py Schibata Hachodesch), HNl tKtTB 
r\y)rh (Schekalim), T^H lUß^ \ra\ (Pesach IN). 

n^DH ^:in (Tal nnn, Hüttenf. nnvi w, •]ny ]>«). 

XX\n pon (Ps. 42, 5), ^-n (Tal nnn), um pon DSiy (Schekalim 
n^), piOn Cany (Schibata Schekalim). 

rbron '»:idi (nor« nn«), n^ion ks^ pon (D^pnic^ '•itdx). 

D'^JQD ni ^X n] (Silluk Sachor und Hüttenf. np« ''D). 

11 Israel (Neuj. n^xn und nmi, Sühnf. ^Ä^D IX, Hüttenf. 
ne nnpx, Purim nS-J3D imx und nnsOX , Pesach ^D ^y TX , Tal C^ 
zweimal), oy 11 (Wochenf. ^:^ 'n). Beides furll DV (Exod. 15, 16. 
Jes. 43,21), das in lÄ^ IX» nniaa bfe^ >0. ptß^xns nnpx, Cha- 
nuca- Keroba, Tal mro» Klage ^X HD'^X 'ü^rhtö nox rom. 
Schacharit. 

''DCDD b^'n (Schekalim), >E)lOiD bu (Geschem nnS)'»), nb'»n PpJI 

(Tal n-uxx). 

npilA yni Hosea 10, 12 (Neuj. p^ny ']bü und ÜBK^D "^^D). 

inp nxi3n yni (^ny px), inyüjo inp yni (Geschem nns^); 
nox yüD ynt und o'^is^np yeo in o'^pniy >iPDx. 

D^jtcn CU onnn Cant. 7, 14. (Hachodesch 4 mal, Sühnf. 
^yn XB^X und 1^> Silluk npx "»D); D^inn D'^Dtr Jes. 65, 17. 
66, 22 (Silluk Hachodesch, p>1), onnn (HD'^D^X). Hiermit ist zu 
verbinden HBHn m (Silluk Hachodesch) nach Akiba's Alfabet 
(S. 27), ninn mm vgl. Targ. Jes. 12 mn jD^IX, gedeutet in 
Midr. Cant und grosser Pesikta 15: rwr\rh n^inn*) minn — ; 
dasselbe in Jehuda's TWü xra'» CD'^n'PX und ähnlich bei Mena- 
ehern b. Machir Jozer mx: Hinn rm'2 rr\T\ T^ny^. 

I^nö niXD IMOn (Pesach rp und Silluk), niXD Iß^n 'pno 

(ro'iDOx). 



*) in pugio fidei p. 783: conrertetur [richtiger: revertetiir]. 
I 

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— 37 — 

Dnsnn njDn« Zachar. 2, 3 (Schibata Hachodesch, p% 

njniN D'^inn (Tröstung -»D^N). 

D'^D (Geschem HüKp«), D"« micm (Tal Hin«, Hosch. ''^'»JD W), 

Dtra ^ü mtm (Tal nna«N). 

njno 3TÜ (2. Hüttenfest W ^N), "pno 310 (Hoschana 

yiX HDS und JTID JHT aus Abrahams Verhalten , vgl. Genes. 
15, 8. 13. (Neuj.\^W, Wochenf. "^^ 'H, Purim mi«). 

IPö: tvd (Hosch. ]T7« n:n), njniDi niD (wn« nmi), roo 
(Hosch. ahn njnnnD). 

D'^ilC' HDD (Klagen J^N«, ^nnNSn HD'»«, >D ^W). 

p . . . . 1DD in den Silluk der vier Sabbate, des Hütten- 
festes (mpN) und 8. Azeret 

pn D23 und ÜD2 pH (Purina 3n^n und PDW). 

Dnm DD (Schekalim Schibata), DD1 DITI (Tal m:»««, Busse- 
sabbat), NDDi Dnn (itt^N nvm), ddci onno (Purim mi«), 1^<DD 

tonn (Silluk Schekalim); pV) neben DD (Erde) in Neuj. 

WDD biD IKDD (Hüttenf. n!? TJ;, Silluk Para). 

nDT -|nbD •»'»nD') (Sachor p»6D «: ^N, Hosch. 13^ fcO ^, 

wo niD:). 

np'»^ ih (Hachodesch TtVp), Tp'»D "Tibi (Pesach ^1K). 

HDlt^ DD^ pDDD (Neuj. |S)n), DDIC^ ]DD f^iD^D 7N, Tal D'»^), 
TPDK^ pDD (Sühnf. HM), ITOB^ ]DD (pD^I Ende), 'JOtt^ pöD 
(Silluk Sachor). 

nDiD nim^ (Kl. hd^n %i^n und jn^'x h'^k). Vgl. nimb •idid 
in Sei. m« n^nn, noio m in ^lon p« 17. Tammus und nnw 

m, IDID DHDD in Tobelems ninnn ^nb«, nDlD nblüD in 
HD'»« %n^N. 

TV nnüD (Tal ma«K, Hosch. D"IN). 

DTIl niD (Purim nSlDD IHW, nnDDi<, ^nD«). 

nj^D p« ^D '•TJ/D (Wochenf. Dtt^D ^D^, ^iD^D W, wo n 
statt n). 

■tJD ^TIMD^ (Keroba Schekalim), D'^DH ]D WD (8. Azeret 
DX niDl), D^DD ''115^ (Hosch. D'^DH jVD^, Purim mSD«)- 



>) Dasselbe Joseph b. Salomo im Channea-Joz6r. 

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— 38 — 

ifi^ta )rh\tr\ ibiob iiiwi (SiUuk Sachor), rh^z' ic^«3 ):itd7 
(Kl. nion), 

U^yST] njPüD (Tal), nram jnsCD (Geschem), beides in den 
Reschut, vgl. Ritus S. 241 N. 35. 

^y nrtO (Hüttenf. b'^TO '»HD'^N,. Hosch. nCTOl DI«). 

Dipöi '•Dtt^i'» 033p 'H, WD TBi«, -^tt^x nmi), D^yD: '»yio: (w 
>:5bD). Vgl. oniim HDn (pcv ]\tnWy wo ibi«, ''::p 'n). Ist 

nach 1 Chron. 4, 23. 

nrWJD nO^Dn (Hosch. D^'DD ]SKh), no: nifi^jn (Geschem 
p>BX), vgl. ^n^ii ni^DI (Wochenf. ^3:p 'H). 

HDD yo: (W^IN ni^m), HDD JD (8. Azeret nnx), HPlDD VDI 
(Hüttenf. D^^«). 

Ktt^i rw*!:! wn3 (^äSd w), niwic^: oni niNKii m«n: und 
n"it«ß^3Di rmt;: (■^ic^x nvpn). 

nH ^!«U (HD^N nn«, Hüttenf. nn\n W; )D1K Nipl), D''2«1D 
(Silluk 8. Azeret, Pesach ^1«). Auch in Abiturs Neila. 

npy}^^ rhpOün (Para und Hüttenf %nn bD). 

HDDID iniDXD (8. Azeret nnx, JD*1X nmi), DDDID^ in^DiO 
(Silluk np« >D), niDD -inn3N2 (Pesach HD). Ist nach Ps. 91, 4. 

D'»DD biy p*^ (Geschem und Purim). 

ür\D nnjn (Silluk Wochenf.) oder *l>Djn (Geschem HDirpN) 
die 974 Geschlechter. 

rairnDD )byD (Neuj. jen) oder rh]D O^^bü w), nstj^nDa rahy 
(mnw). 

D3j; Aegypten (miN und D^'^D«), auch in Meir's D^y KH^N. 

Dnpy DipDDD (Tal und Geschem). 

DDy statt «1^3 oder ^Di betreffend den Peststrauss am 

Hüttenf. (ny^ytt^ Dnp, nönnp«, p'»p33\mN, Hosch. ühi< nnnno 

und '»3'»JD W). 

^1D oder nDtCD^ß^ für Sanherib (Hachodesch |n«, Pesach 
^1«, Silluk 8. Azeret, Kl. ^D ilt^). 

ns>1 nrei Tis Silluk Sachor, Neuj. DlSin. 

rO'^n ''Ä (pw nnNI, Geschem p''E)^< wo noch IDiyD); vgl. 

D^n-np na^n ^dud in Silluk nniD: bboi ^d. 

D^:iDbl ^Ä^ (Silluk niDT und Dp« "»D, Kl. n« IIDT). 
jlHI mDÖ2 vgl. Jes. 31, 6 (Hachodesch, Pesach Dn''D« 
zweimal, Tal rUTIK, Kl. n^:n pnn); HIDÖ^, pH^ (Pesach nil^). 
D^:i^ D^lpD D^yS (Neuj. n^KTl und n^HD ^DT). 



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— 39 — 

ponjn rb) rh hu^ (KL nci), D'^iDma bsD (Geschem nre^ 

und IDl DT»K), m^pD ^KSO (Hosch. ixyn). 

D'^DI l^N "»DinD*) (Geschem rütTpN), D^^l^a D'»D1 Iß'K (Silluk 
Wochenf.), mp '»blb (IDD'^K ^B^«), nDTHH AlH tt^«D (Wochenf. 
^«), nn2 D'«{I7 u. s. w. (Geschem DIDH). 

nD'»:iX l'? 1^ND2i (Tal und Geschem). 

nD21tt6 ns und D''221lß6 niJ (Busse-Sabbat), vgl. i^^D IK N. 4. 

'T'!«^ ntns (Schekalim p'^nyo, Para moo, Keroba Wo- 
chenfest ^nn p). 

D1TDD D^pD (ümnb) injtm (SUluk Pesach, Hacho- 
desch nrp). 

^^«n j;^ (Josua 18, 28) s. oben S. 33. 

Dipn tö D^cyt — ms (Neuj. )Bn), uoyQ mii ap "h^ 

(Purim msOK). 

*li£iD nsTB^ bip (Tojn), "iDUß^ ro>DD ^ips (^ fcw«). 
neiB^ jrpn ^ip (^ «r«, KL "i;!« ^Sn«). 

Mit Strofe nnn Jmp im zweiten ^Ä^D 7« stimmt mhü 
D'»DD1l&6 u. s. w. in J^K Tllj; ]•»«. 

iyn7 by rq?3 (^^p 'n), yrin .... jnopsi (SUiuk Schekalim), 

vgl. syn. Poesie 484. 

D^:D ^VT)D (Silluk Hachodesch, "pj; pK, Silluk nnp« und 

npx ^D und Dn'^irj; n^N). 

onnil^TD iy«n (Busse-Sabbat, Silluk Azeret, Hosch. royn 

iy:to«). 

nD*l d. i Israel (Chanuca-Keroba, H^TK Neuj.). 

'pa^:! ]DW IB^nn'' (^iD^D W), vgl. Djnn^ W u. s. w. in 

iB^N nmi , bA:i pixi — niiw^i in nDttp«. 
p^y nny (Silluk nnp«, ysn« nmi Ende). 

D'^^lbn l'^tt^ (Silluk Wochenf. und Hüttenf. D^, y^:m< 

ü'h^bn (Tal rwtDH), 

b)b\t^ die Entfuhrung des Gesetzes durch Mose (Sachor 
CTD-^n, Wochenf. nnn p, Hüttenf. D'»^«). 

I^'PC^ D13J (Pesach ^1N), DT!« K'^B' (Purim D^'^DH), tth^ 
pTl (das. DnK>l); K^tt^ in Verbindung mit "^tW (ro^D^N, TS««, 
SiUukNeuj.). 

iWnp \thff in den Silluk, vgl. oben S. 13. 



*) Note 8. — «) Note 9. 

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— 40 — 

ic^d: uhtn^n, tt^si >c^be^D, ib^s: n« D'^^rni s. Beilage II. 
N. 15. 

py ^Dtt^ O^ip 'n zweimal, Geschem nn9>, wo auch nncDD 

py*), Kl. '»nn«sn hd^h). 

nwD "»^jy [Tin] nysis^ (whi^ und tonp Hüttenf.), vgl. njD»^ 
■nn >::y (Tal m:««). 

yiS) nriDIÄ^ (Silluk Neuj. nD''D»<, Kl. HD ''N). 
D^OD D^ >DBW O^öbo W), vgl. Bosch, ruyn Aftf., Geschem 
p^D«, D»n und nnöS Silluk Para. 

yaiN niyDa '•^^nic^ (Keroba ]cw), HÄ^bi^ "hücw (y3"iK nvm 

Mincha). 

yD2i «in BTU iniWD Jes. 14, 29 (Purim IpCH), tCHtt^ ySS 
»TU (das. D''D'iDn), yD« tniß^ yD!J (das. möDN), l^TÜ Bneno jD© 
(Sachor ^X). 

^iyi iritt^ (Keroba )ttntt', Sachor "l'^DTK), iniS^ D:1 >)3y (Sachor 
IDl), ist aus Maleachi 3, 19. 

niDDis^ yaiifi^ Ps. 16, ii (n^ nmitTi), yanr twdw (Silluk 

nnpK, 8. Azeret ntlN). 

DnyWD yn3 O'^nn^ (Hüttenf. ^no^W, Bosch. '»ryD w). 

D'»^TyDn ü^Ena^ (Silluk Schekalim und Sachor). 

T»^ HD'»« ^niC^ (Dno ^b^N und n^K b«). 

DHDpn ^D^n n^rro (Silluk npN ^D, |D'»1), vgl. Ps. 144, 12. 

rY'tt^n'? raiem (MusafNeuj. ^i«), n'^n ik^« raitr (nbnnnDi), 
nnn ntt^K ^td: — n^B^n^ ri« (Busse- Sabbat), n^'B^n n^N nyDB^ 

Manche anomale Wortbildung findet ihren Grund in 
dem Reimzwange, so z. B. die Infinitive "l^l^ (Geschem), 
tOSB^n^ (Keroba 9. Ab niDl), •Tjnb (Büttenfest ns nnp« und 
nilflD D:d«), "nyi^ (Klagelied BT; niC'N IDT), die Präterita: 
^"1 (Purim ^«), -ijpy (Purim IHW). Allein die eigent- 
liche Kunstfertigkeit Kalirs, Stoff und Ideen des Midrasch 
in althebraischen Ausdruck zu kleiden, ist sichtbar in den 
von ihm gebrauchten Stellen und Worten, insonderheit sel- 
tenen und poetischen; daher auch seine Neubildungen, wenn 
der bisherige Wortvorrath nicht auszureichen scheint Er gibt 
einem tausendjährig angewachsenen jungem Sagenkreise das 



>) dasselbe Mose b. Ealonymos fxy^O HD ^* P«8&ch). 

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— 41 — 

höhere biblische Alter, spricht Midrasch in der Sprache der 
Psaimisteo, und der Eindruck seiner Vorträge auf uns ist nicht 
unähnlich demjenigen, welchen in spätem Epochen Gabirol, 
Giat^ Immanuel, Wessely machen, wenn sie in biblischer Sprache 
uns Sternkunde und Naturgeschichte, Humor und Sittenlehre 
geben. In Hoschana, Elegie und Keroba ist Kalir vielleicht 
der erste, der Bibelverse zu Einfassungen der Stücke, zu Ein- 
und Ausgängen der Strophen verwendet. 

Beispiele von dem Gebrauche seltener biblischen Worte 
sind: crax, pPD, "»D"!, pm, «ÜNÜ*), "IDDCD*), K^ (Chanuca-Ke- 
roba), ruVD*), ClTp (Para HltltN, >Ä^D TK, Sühnf. D1>, Hüttenfest- 
tOBnp), ypyp^) (Hachodesch, Purim HIEON, Pesach ^W, Te- 
kiata ^n Xtt^N), ^It^»), D^n^D Engel (Hüttenf. nmn W, Silluk 
8. Azeret, ^DD^N *1K^N). Beispiele von Wortassonanzen sind: 

rr^NH, rmvn (Purim mw), yroto onny .... ^rru^ onip*) 
(Pesach HD), ^«n^ byn (das. 2ny), nncoy nnny (Mincha), mp 
mp {^nD^N 11^«), nnD n'^ton (ti' «t^«), 3Nn, avn (Hüttenf. 
nnp«), ms ^'»JÄ nii: (Para), h^vci y.ra (:in px), nnira nnints^n 
(Silluk Para), uhbrb — ]nn bt< uhbo n^n (Dekalog), Toyi hibyo 

und Tirri b:^^ (Sachor). 

Zur rhetorischen oder poetischen Behandlung eines Gegen- 
standes dient ihm häufig die dem Midrasch entlehnte Zusam- 
menstellung von Dingen, die in Bezug auf eine Zahl einander 
gleichen; also was 2-, 3-, 4mar vorhanden, und es werden 
alsdann die verschiedensten nur in der Zahl zusammentreffen- 
den Gegenstände nebeneinander gestellt und vermittelst der 
Symbolik zu einem Ganzen vereinigt. Namentlich geschieht 
dies mit den ersten eilf Zahlen, also: 

Der erste (plfi^X^l) (Silluk Hachodesch); die Zahlen 
eins (Dwbn ^DJ^, worin die Einheit den durchgehenden Reim 
bildet und mit 26 mal IHH das Schemah introduzirt wird; 

p« nnw), 

zwei (pw nnw, Hüttenf. ns nnpN und Silluk), 



«) Beilagen. N.6. — «) da«. N. 7. - ») syn. Poesie S. 429. ~ <) vgl. Bei- 
lage u N. 12. ~ ») das. N. 13. — •) vgl. QTTy^ nn^jn . • . • D^üjj mn« 

(Joier 8. Pesach). 

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- 42 — 

drei (Silluk Sachor, Pesach ^j; W, Silluk mpN, T;1 WW 

Buchet, 'p, pi« nnw), 
vier (Schibata Hachodesch, Silluk nPIpK), 
fünf (Pesach bv 1«, pw nnw, "inD>« ntt^«; in allen drei Stücken 

die 5 Benennungen für „Seele**), 
sechs (pi« nnNI, Silluk npH '»D), 

sieben (Para mON, Silluk Hachodesch, Hosch. rm2ü D1K, 
Geschem D^DH. In WD Hl^ b« kommen für Himmel 
und Erde sieben Benennungen vor), 
acht (pw nnNI, Keroba 8. Azeret), 
neun (piK nn«l, Keroba IT n^KD, Tekiata 'VI fc«^«), 
zehn (erste Keroba des 8. Azeret; pTN nnxi; 11 n^KP, nn« ^W; 

Silluk Sachor und vielleicht des 7. Pesach, s. oben S. 32; 

Klagen '»:« "hnt^^ ^:'^Ü2 "»D^ und D'^ülÄ^p ^n-Q«, in welchen 

sieben verschiedene zu zehn vorhandene Dinge aufge* 

fuhrt sind), 
eilf (pw nnNT, Klagen ^Ä< "»bn« und noVN TO'»«, s. weiter 
unten S. 47 u. f.). 

Während die Hagada öfter zwei der Zahl nach gleiche 
Gruppen nach ihren einzelnen Gliedern mit einander vergleicht, 
z. B. die 10 Schöpfungsworte oder Josephs Tugenden mit den 
zehn Geboten, oder einander gegenüberstellt, z. B. die 8 hohen- 
priesterlichen Kleider eben so vielen Vergehungen, die 18 Te- 
fiUa- Nummern eben so vielen Ausdrücken im Gebete der 
Channah, die 10 Plagen Aegyptens einer gleichen Anzahl von 
Bedrückungen, verwendet Kalir ähnliches für die Illustration. 
In den Thau- und Regengebeten sind es die 12 Stämme, Mo- 
nate und Sternbilder, in letztern auch noch die 7 Anrufungen, 
aus TX^yjWD angebracht; in der Purim- Keroba werden, nach 
dem Vorgang des Midrasch, die Monate sammt ihren Stern- 
bildern symbolisch in die Geschichte Israels verwebt; ähn- 
liches hat in der zweiten Keroba des neunten Ab statt Dahin 
gehören auch die Gegensätze von Bibelstellen in den Elegien. 
Das Verweben des Thierkreises in die israelitische Geschichte 
finden wir bereits in 1i'»«tonD tX und plfcO H^IN*). Die blosse 
Gleichstellung mit den Zodiakalbildern haben die Aboda riDK 
nro^D, die von Jose, Salomo und Meschullam, der Silluk 



t) Tgl. Note 3. 

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— 48 — 

Neujahr von Binjamin b. Samuel, der Hymnus 1D71JD Tlt<n 
und Menachem's Ofan nmo 1fr<t^. Gabirol im Thaugebet und 
Abraham im Gesang ^Jy^( *1^1C^3 befolgen das kaiirische Vorbild. 
Kalirs Fest- und Fastencyklus hält sich in der Behand- 
lung der Keroba streng an die Bedeutung des Tages, so z. B. 
wird am Busse -Sabbat die Besserung eingeschärft, aber am 
Neujahrstage selber nur yon Gericht und Gnade gehandelt, 
daher hat bei ihm jedes Fest und jeder Tag ein scharfes Ge- 
präge, religiöses wie nationales, nicht verwischt — weder von 
speculativen Betrachtungen noch von poetischer Malerei. Es 
besteht derselbe aus folgenden Compositionen: 

1. Sabbat und Neumond, anfangend rü^b) HOD 11N. 
Von, dieser Eeroba, die vermuthlich aus 7 Nummern bestan- 
den, sind nur noch zwei Zeilen übrig. 

2. Chanuca, Achtzehngebet für die Wochentage: a) Pj'nVN 
rXSOrt^ b^j dessen Strofen abwechselnd nD)T] 'IID, HDin DND 

schliessen; 18 Strofen, endigend DI^ITH Hß^Ty. Die Strofe ^nnm 
V2r\ endigend V2CT)) mh mit Versen ^IDDD introduzirt die Ke- 
duscha, deren 3 Strofen anheben mp I^D StN HIDD, IDipOD 
in '»3:j?D und IB^DD b)p in«, worauf mit Strofe n^J?n m^i 
rQT\t< in den Tefilla-Nummern fortgefahren wird. Die Buch- 
staben ni^lp sind in der Schlussstrofe IpH "»nSJ enthalten, b) ein 
aus 11 Strofen bestehender alfabetischer Abschnitt, anfangend 
Un2r\V:/rh D 11D« HDI^H 1:, jede Strofe rO)Ti "T: anhebend. 
c) Silluk mit durchgehendem Reim und der Namenzeichnung 
b^innt 2lt^n b^ ^^'>K^ '»iE» nrw JDDI und schliesst: mSlTl WTip 
3Bn^. In Mainz und wahrscheinlich auch an anderen Orten 
war diese Keroba am ersten Chanuca-Tage üblich. 

3. Chanuca-Sabbat ist virahrscheinlich, weil ihn die Pe- 
sikta feiert. 

4. Sabbat Sohekalim niDl WD W, 7 Nummern; die 
Nummer 3, auf die Buchstaben Dtfi^np gebaut, hat V/lp vier-, 
'n zwolffach. Der Silluk DWI 1« hebt mit 39 dicht aneinander 
gereiheten Verben an, um die göttliche Thätigkeit im Theilen 
and Messen zu malen, vielleicht auf die 39 Arbeitsklassen der 
Mischna anspielend. 

5. Schibata desselben Sabbat, die Einfassung bildet Vers 
Cant 1, 14, der sieben Worte zählt 

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— 44 — 

6. Sabbat Sachor rhu *n''DW, 7 Nummern. Die Nummer 3 
(^b'*lit<) ist nach COTiN, jedoch die Buchstaben b*3 sind nur 

nebenher in der letzten Zeile ("py^ n*^ ]^30) angebracht, 
hierauf folgen 6 Verse 2T03 endigend mit einem Hallelujah 
(Ps. 104, 35) und vor dem üblichen Tl ^^D^ kommt hier das 
Stück yh ttp\ gezeichnet Je hu da, und ein VersDITOD (1 Sam. 
15, 2) der zu des Stückes Ende passt. Die Nummer 6, in der 
Regel ein Pismon, hat 2 Refräns [HDI und jJT] gleichwie in 
den Keroba's N. 4 und 10, und ist nach a"D«, T^D u. s. w. 
gebauet, nur die beiden letzten Strofen haben \t^'W rrm. 

7. Schibata desselben Sabbat, anfangend nt< KD^I, die 
Einfassung bildet Vers 1 Sam. 1 5, 5, der sieben Worte zählt. 
Thema ist Sauls Krieg mit Amalek. Auch hier ist in den 
letzten vier Zeilen der Name Jehuda gezeichnet In jeder 
Abtheilung beginnt die vorletzte Zeile "nirD '1DP1, die letzte "hh. 

8. Sabbat Para p« rhy^H, 8 Nummern, da dem Silluk 
noch ein aus neunzeiligen Strofen bestehendes Rahit DtS^n TSt(\ 
■tt<D vorangeht, welches die beim Bau des zweiten Tempels 
stattgefundene Zubereitung der rothen Kuh beschreibt und in 
Mss. mit niinn npn rm) pDI intonirt wird. Es hat den voll- 
standigen Namen gezeichnet. Den ersten 3 Nummern folgen 
je 9, 8, 7 Verse DITOD. 

9. Schibata desselben Sabbat, die 7 Kuh-Opfer eben so 
vieler priesterlichen Oberhäupter aufzählend, Anfang rnDt< rXlQ 
HKp; jede Abtheilung hebt n"1D an und endigt lOn D ^D. Es 
ist kein Name gezeichnet. 

10. Sabbat Hachodesch ^"Dinj; n'»n«, 7 Nummern. Die 
auf die Buchstaben ni^'^p gebaute N. 3 hat nach 6 Versen DIHDD 
noch folgende 3 Strofen: a) ÜDb HFI unnn endigend 102n mit 
3 Versen DITOD (im DN niDl^ Deut. 16, 1 u. s. f); b) nt \trm 
wm endigend Wip jn^TI mit dem Verse TT'lß' Ps. 98, 1 ; c) Dm 
1Ä3 endigend Vnrb inXD mit dem Verse Ezech. 45, 18. 

11. Schibata desselben Sabbat, eingefasst von Vers Jes* 
41, 17, der sieben Worte enthält Jeder Abschnitt besingt 
eine Vierheit, und die Schlüsse sind abwechselnd ntn KTO 
und rülß'n "^ttnrh. Auch hier ist kein Name gezeichnet. 

12. Achtzehngebet för Pur im in sechszeiligen Abtheilun- 
gen, eingefasst von Vers Esther 2, 17, die Geschichte jenes 

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— 45 — 

Buchen darstellend; zwischen der 12. und 13. Tefilla-Nummer 
sind 3 grössere Stücke: tOD mW, UTID D'»DnDn, nbrOD inW. 
Die Anfange der Schlusszeilen bilden den Vers Ester 8, 15. 

13. Dessgleichen, anfangend IflDTV ^riDN, zehnzeilige Ab- 
theilungen, jede mit einer Bibelstelle schliessend. Auch hier 
mussten die vier letzten Buchstaben des yt< in der letzten 
Strofe untergebracht werden. Zwischen der 12. und der 13. Te- 
filla-Nummer sind 5 grössere Abschnitte, die Geschichte erzäh- 
lend, nämlich: pD bi< rDDOX, "p^l bcx mit Versen 2TO0 schlies- 
send, nmny ]^2d wn nn« dreizeilig, endigend D^:nnKn n« TPOni 

DirOD etc., ferner ym ]cm nniKTI« und "jn^i DD^ ^DTUDl TO«, 
ebenfalls dreizeilig. Das letzte Stück ist dreifach alfabetisch 
und schildert ein Gespräch zwischen Esther und Mordechai, 

endigend DiDDD nnj; Da i^b rPDSD p nTOiTi Dn^K3 nreTPn DnjnBTl 

.IDI ^ yons^ ''D ynp n3"D. In beiden Keroba's ist pm hinter 
dem Namen angebracht. Es folgt noch ein alfabetischer Lob- 
sesang mit den Refräns "»DTID "^n^ u. s. w., anfangend TK 
^y DDIpS und mit Versen 2TO0 schliessend, der jedoch nicht 
von Kalir scheint 

14. Erster Tag Pesach, "WH Ü^^DH, 8 Nummern stark. 
Thema ist der Abschnitt lU^, welcher die Lection dieses Tages 
ist^), erst seit dem vierten Jahrhundert war statt deren in 
Babel DtMD üblich»), 

15. Thaugebet (Tal) im Musaf, aus folgenden Nummern 
bestehend: 1) nSP2t< inynD für „Magen". 2) Dm nonn för 
„Mechaje". 3) Keschut Httnx mit drei Versen 3irOD schliessend. 
4) tt^X >a iTD«« vierfach alfabetisch. 5) nsy nV»K nm nach 
pllC^n, die zweiten Halbstrofen enthalten das Akrostichon des 
vollständigen Namens. Beide Stücke haben den durchgehen- 
den Reim ^CD und endigen mit Versen ^irOD. 6) ÜV2 D^K, 
Gebet in 21 achtzeiligen Abschnitten, vierfach alfabetisch, 
nur TW zwiefach. Die 3. und 7. Zeile beginnt blO, die achte 
schliesst mit Bibelworten und einem dazu passenden Verse 
3irOD , in welchem b\D vorkommt. Der Reihenfolge nach wer- 
den in dieser Nummer die 12 Monate, die 12 Sternbilder des 
Thierkreises, die 12 Stämme und 12 biblische Heroen illustrirt. 



1) Mischna Megilla c. 4, Megilia 30 b. — *) ib. 31a. Daher sagt R. El- 
bbanan tod nxi«erer Keroba: „die wir am 2. Tage sagen'^ 



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— 46 — 

7) und 8) zwei Gebete i:^m2N ^'^b«1 mib«: das erstere anhe- 
bend ^DnDDC^ro Omonn D>:id^«, alfabetisch, die Zeilen "endigen 
btO und das Ganze St03 nbv:/n jm bv\ das zweite miinb ]n btD 
nach jTIlß^n, die 'Strofen beginnen und schliessen ^CO. Hier 
folgt erst der Schluss der Benediction des „Mechaje". Für 
die folgenden TefiUa-Nummern sind verfasst: 9) ntt^lDD htD 1J?pD3 
HDN bis m^DI ^D^ra, 10) D^^TO D'»pnri bis D^:i&' DV^, 11) IDJTI'» 
SVB bis ^bSlb, 12) nD1«3 '»n^Xir ^D, endigend D''::nD btO TO^lM. 
Die Anfange der TefiUa-Nummern (N. 1, 2, 9 bis 12) geben 
den Vers Spr. 3, 20, vollenden das Alfabet und vervollstän- 
digen den Namen liy^N. Ueber Piut zum 7. Tag s. oben S. 32 

16. Wochenfest ntOD \ni<, 8 Nummern; es gehen näm- 
lich dem Silluk voraus: a) eine im Sillukstil gehaltene Ver- 
herrlichung der Thora, die vorweltlich und die Grundkräfte 
der Schöpfung enthaltend im Zwiegespräch mit Gott 5 Pa- 
triarchen (Adam, Noa und die Väter) nicht für würdig erklärt, 
sie den Menschen zu verkünden : Mose ist der einzig erkorene. 
Die ersten 15 Abschnitte, bis auf die Berufung Adam's, be- 
ginnen mit den biblischen Worten aus Spr. 8, 22 — 29; die 
folgenden 12 Abschnitte von 'J? bis 'H endigen mit Exod. 19, 
14, womit b) die Illustration des Dekalogs eröffnet wird, in 
12 sämmlich D^ reimenden Abtheilungen, bis auf die mit dem 
Wortlaut des Gebotes schliessen den £ndstrofen, die eignen 
Reim haben. 

17. Fasttag des neunten Ab, "J"»DN«, in H Abtheilungen 
mit der TefiUa-Nummer Dbtfil'^^ rüD abschliessend. Die Ab- 
theilung hat zwei Hälften: a) 6 Zeilen mit gleichem Reime; 
in den ersten 5 Zeilen ist der erste Buchstabe stets ein Aleph, 
der zweite der jedesmalige alfabetische, also in der ersten 
Abtheilung Aleph, in der zweiten Bet u. s. f., in der vier- 
zehnten Nun. Die 6. Zeile beginnt nD'^^, worauf eine Bibel- 
stelle, b) 3 Zeilen, die erste wiederholt das Schlusswort der 
Zeile 6, bildet mit der folgenden das zwiefache Akrostichon 
^hp ^2*^2 lit}ht<; die letzte Zeile ist wiederum eine Bibelstelle. 
Die zweite Hälfle bildet den Trost den Klagen der ersten 
gegenüber, und klingt zugleich an den Inhalt der entspre- 
chenden Tefilla-Nummer an. 

18. Zweite Keroba für denselben Tag, ro^X "^ül, zuvör- 
derst gleichfalls 14 Abtheilungen, jede aus 8 und 6 Zeilen 

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— 47 — 

bestehend, die Zeilea werden von den Yersanßngen der Klage- 
lieder elngefasst und die Schlüsse entsprechen den Teiilla-Be- 
nedictionen, daher endigt die letzte Abtheilung in mSx. In 
jeder zweiten Zeile ist eine Stadt -der Priesterordnungen , in 
jeder vierten ein Sternbild, in jeder fünften ein Monatsname 
angebracht; die Bibelworte sind acht-, das Alfabet ist sechs-, 
die Namenzeichnung dreifach, die Sprache weit schwerer als 
in der ersten Keroba. An den Schluss dieser 14 Nummern 
knüpfen mit den Worten ratfi^3 1NDDD IJTll TTI die Elegien und 
Tröstungen an, und nach dem )yhy WI^K 'H DPH das rui3 
ohwy schliesst, fahrt die Keroba mit folgenden 4 Abtheilun- 
gen fort: 1) nn« "h^ nn«, endigend n^DPi yD)\t^ rh^tü )nn -j^, 

2) njr 'T'n nob, endigend iDW n«n^3 -jnixß^ -rovb yn\2y >i3iy, 

3) -f? nrn pD m'»ii^n, endigend nrmh ^b Diion nmnD ]j;n iDt, 

4) -pn« Dipn nn«, endigend DI^K^n HB^Tj; uh^2 Itt/ ^DINl; auch 
hier ist jede Nummer 8 und 6 Zeilen stark; die Anfange der 
ersten Hälften bilden der Reihe nach die Verse Klagel. 5, 19 
bis 21 und Ps. 102, 14, die nächstfolgenden Worte das Al- 
febet; die der zweiten Hälften ein fünffaches "mj^, wie Kalir 
auch viermal in den Elegien zeichnet 

19. Elegien für denselben Tag. Dem altern romischen 
Kitus gemäss folgen auf die Keroba (N. 18) nachstehend ver- 
zeichnete Stücke: 

1) niD raifc^. 2) nrax ro^x. 3) ly mNx. 4) ••nnxrn ro^n. 

5) inSC't* TO^X, nach dessen Beendigung man sich zur Erde 
setzt und 6) nbsJSn rOB^'» HD'»« rezitirt. Auf diese von den 
Versen der Klagelieder eingefassten und aus dem deutschen 
Gebetbuch bekannten folgen: 7) >ni02y "»iX ^S"1X, eingefasst von 
Jerem. 10, 20, schildert den durch Uebertretung der zehn Ge- 
bote herbeigeführten Untergang der zehn Siegeshorner und 
der zehn Klänge, die vom Tempel aus bis nach Jericho gehört 
wurden. Ende: TTVO H^N iTWt^ jnDtfi^. Hieran knüpft an 
^hnp IDb m^D bis ^'^: ira TODN als Uebergang zu 8) HD'»« 
D'>2infc<, endigend mit ^g*) ^D^H; jede Strofe HD'»« beginnend 
und yi schliessend gibt den Israeliten wie ihren Feinden 
einen andern Namen. 9) ^y *Wt< IDl, von den Versanfangen 
KJagel. c. 5 eingefasst. 10) '»PID« ^D ^)^ über die von den 

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— 48 — 

aufeinanderfolgenden Monarchien erduldeten Leiden , zuletzt 
auch Ismaels und der Schwarzen gedenkend, endigt rTinDl 
IJlban irriDCnD. ll) D^^DTO b^t<, endigt '»n^rb^D noy\ nebst einem 
Verse 3irOD. Der Inhalt sind die aus dem Midrasch bekann- 
ten stufen weisen Entfernungen der Gottheit, welche Israels 
Sünden und das Verderbniss aller Klassen des Volkes ver- 
schulden. 12) h'^H) ^b« rOHj dreizeilig, die erste Zeile hebt 
an '^^N n3t<, die dritte ist eine zur ersten reimende Bibelstelle, 
die mittlere lautet hli ^D ^a ^y, so dass nur das zweite Wort 
('»iD) alfabetisch variirt (mi, yVi) u. s. f.). Ende: «"T»! P)'»pcr» TP 
D'^DB^ Sl. 13) i::ip "b^ nO'^H über Josia's Tod. 14) onr: D^na*, 
kurzer Eingang zu dem Gespräch zwischen Samaria und Je- 
rusalem, anfangend nplbno ^D ''IN, endigend yvin\ ^D^y Dljjn, 
nebst Epilog n«2r blp HD, an welchen 15) n^HN nDD3 an- 
schliesst, die Leiden beider Staaten betrachtend, endigt bx 
n)^ ^^nn. Diese beiden Nummern sind zweizeilig. 16) U^^jU' 
D^DITt* in 8 dreizeiligen Strofen, jede )Ty\V anfangend, schildert 
Vergehen und Strafen vom goldenen Kalbe bis zum Exil; 
endigt nSJOai ntel. 17) Eingang )y\V^ nb« )b und Klage ^r^ 
U^^tnp h^ no^N über die in den einzelnen Monaten des Jahres 
eingetretenen Unglücksfalle, eine Art Fastentabelle, zugleich 
von dem Verse der N. 7 und von den Versanfingen Klagel. 
c. 2 eingefasst, endigt m«a HtTDra WVi:. 18) Israel erinnert 
Gott an seine Verheissungen, jede Strofe fängt an ^D^ und 
schliesst mit einer HD endigenden Bibelstelle, Anfang PHOH ^7 
3« '»33 ^DD, Ende ro nb^iy ^ühy die Strofen sind funfzeilig. 
19) Gott zählt die dem Volke erwiesenen Wohlthaten auf; 
Prolog ü:h ^Ü'V/V TO bis HD ^bb^V ^oh I'IDNP noh, die Elegie 
beginnt ICO m« inDDH '»D^ und endigt HD vhhv ^ob nn n3-6 f pH, 
jede Strofe hebt ^D^ an und hat Strofenreim DJ—. 20) Ein- 
gang: D'»m "hv D'»::po "hb^ d^ noroD d'^itj; niD'»i dvdkoi nebst 

Jerem. 3, 25 (bis imD«) und '»b ''b^«, die Klage beginnt D« 
n3bD«n, endigt D^JOK^ vh. 21) Thema Jes. 1, 2 (D^:3 bis ''3); 
die Schilderung der selbstverschuldeten Leiden, jede der drei- 
zeiligen Strofen beginnt DN und endigt ^3, meist haben die 
dritten Zeilen HD an der Spitze, als: ^3 13Bnn HD, ^3 ITITl HD. 
Anfang: D3^ni:ibn n>yr\ DN, Ende: ^3 Dm:a 03^ HD. Epilog: 

U'tr^nüb m u^i^rh 'nx D\sr5nb -nN m^iyb -nx. Die N. 19 bis 21 

sind nach pnWTi, 22) ^'»^3 ID'IB' ypH'» D%X, eine Klage 



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— 49 — 

der Reuigen, der strofische Vers fangt '•HD Tp an; Ende: 
(Dan. 12, 6) m^bon yp ^TO Tj;. 23) übi6 nnon. 24) Ein- 
gang: I^TOB^n nah nob bis D'»Dira 'n tnni, worin "np^N ge- 
zeichnet ist. Anfang: TO^ Hjns mSK HTlN, Ende: >Ä ^ pB 
ps, die ungeraden Strofen fangen nn« an und endigen imsjD, 
die geraden fangen an li^ilJDI, endigen liTOKTl raj? Hob, so 
dass jene die Rettungen, diese die Niederlagen aufzählen. 
25).bTrh D3DJ nja 3'»w endigt d'^d'pwd ni D'»:iDDrin, die Lei- 
den bei der Eroberung von Jerusalem und Betar. 26) TV^ 
DN |n>K mit Refrän ü^ nt^JO p '»D miK, in jeder Strofe be- 
ginnt die erste Zeile *Tt<, die zweite 'WH DV, die dritte •pw. 
Die letzte Strofe nOIO mmb I^Sp lli^H DI'» niß^ D>JB' DXD3K^ m« 
lin I^D N^D CnnSin 7x1 hat den Schlusssatz D^CITID 2TJr» ly 

nira ^3 %"nS« rr^yS. 27) nniD noi« hd m«, wo jede Strofe rr« 

HD und die zweite Halbstrofe nnj; pl anhebt 7 Verse aus 
Ps. 74 bilden die Strofenschlüsse. 28) '»^'»03 "»DiK schildert in 
zehn )T\^ schliessenden Strofen die Uebertretung der zehn 
Gebote'), der Refrän lautet: '»a^DN '»3tr>3 ^TOR ^3J«B ^ÄH m *?? 

nDK^ by "h m ^yaon. 29) Eingang: ^h '»in ^ ^n bis h "hb». 

In dem Klagegesange heben die Strofen if^'^H rOH, die Halb- 
strofen pjHN n3W an. Anfang: »'«n msm iTON 'f?'»N HiH, Ende: 

litt^tn nncoy n^s: '»d. Refrän: i^won >d ijb w 'w mro '»^ r6« by. 

30) 3n^n rV2 ^D1« 7« zweizeilig, die Strofen, auf KlageL c. 5 
ausgehend, fangen ']^X an, nur die letzte lautet: JTDBTl ly 
]inj ra 1W On p'»22i3. Refrän: ^:DmS 1ü'»Kn b«. 31) Eingang: 
T*?: '»D '»»S 'n« 2m "O "»n^Db ^1«. Die Elegie ist zweizeilig, rückt 
nach 2"^/ HTi fort, jeder Satz beginnt mit der ersten Person 
futur. Anfang: iVyy2 pip«1 JT222 TOHN, Ende: ITO 'TVOH 
nam üvb '»DIK^S n^vvh. 32) b^^ ^)2 ^Jircifc^n 7«, zweizeilig^ 
der zweite Satz meist eine biblische Stelle. Die zweite Hälfte 
von Ps. 137, 3 (rvilf) endigt die ungeraden, der Vers 4 (7»«) 
die geraden Strofen. Endigt n«D )b rh^m^ niTH*? '»Hin '»nipn. 
33) Eingang: '»D^K^H HD: b^p DD -j^D T^D^ piS^ p -fpD 1*? pH 
I^D "»IT 7?D "p^DI "J^D nn, hierauf werden die Missethaten von 
zwölf Konigen, von Abia bis Zidkia geschildert Anfang: rTOK 

rhv f bn IHN ^bt<n y^m w "i^d. Ende: -HD nyi3t^3 "ii^« mn. 



1) Tgl. grosse Pesikt» 27, 4, Jalk. Thren. 999, Genesis- Agada c. 73. 
Zans Literatorgesch. der syn. Poesie. 



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— 50 — 

34) nra«n Kt^n "hnn endigt r© "|b '•D lljn. Jede Strofe endigt 
ns, wozu die erste Zeile *1t^^< ^^HN beginnend reimt, die zweite 

hebt an TD njüb mob, die dritte D nn%"liV Die 

hinter ll&'K, Hüib, "P3, ....:: r{n^r\y\ folgenden, dessgleichen 
das Anfangswort der vierten Zeile folgen dem alfabetiscben 
Gesetze. 35) Eingang: uh)V i:rü« rü« bis DPÜN rhn byn. Es 
folgt ^DH ''3icnn 7»N mit Refrän DTD« Jt<\. 36) Denselben 
Refrän hat ypb rwp P'»2n ^p )'»« HIC« Dil«, dessen letzte Strofe 
lautet: rht< hv TOD jW H^N S^D nnipn ÜHK- 37) npTÄn 'n -f?. 
38) -j:W %n^K nton. 39) -pDD Dt^ mbnn JVdS, die Strofen 
heben ]};d^ an und sind zweizeilig, die ungeraden haben "]3}7Db 
'n, die geraden 'H 'H zum Refrän. Epilog: mi«n ^'^b« ^ayD^ 

^0 ^n b^ y}rv) n '»n "im^i Tn'»: m '»rai b^o^i '»nriD nmiD^ >rrD 
'n p»S Dcit^n impD Sy 7:0 n«m ^n b« '•^d on. Die letzten 

3 Nummern sind gewissermassen eine Variation zu Danielas 
Gebet, sie klingen an Selicha und Hoschana an und bilden 
den Uebergang zu den Tröstungen, die nach irxtorp W rezi- 
tirt wurden, nämlich: 40) ÜPD« '»D:« '»D:« auf die Wiederkehr 
15 biblischer Heroen. 41) DTH D^DD, was in der messiani- 
schen Zeit jeden Monat sich ereignen wird, und 42) ühn^ jID^I, 
eine Art Silluk über die künftige paradiesische Zeit, mit ver- 
schiedenen Versen schliessend. 

In einer alten Handschrift des griechischen Ritus ist die 
Nr. 17 von folgenden zwei Stücken umgeben: 43) bx D%"6n 
D'»Dr»<2 ^^ '»DI, eine Variation auf Ps. 79, die "|nbnn "lÖDi 
schliesst, in welcher aber 'ü bis '3 fehlt, und vielleicht *1Tj6n 
gezeichnet ist. 44) b^^ TD DMDin ro^t< '»^»"TN, endigend n'»33 
ypHN, wie N. 7 eingefasst, am Ende liybH. Ebendaselbst ist 
45) rwbr\^ rh\D DV p^^n n^lX, welches den Inhalt der Klage 
Ti^fc<lorD W näher vorfuhrt: es weinen mit den Stämmen ausser 
dem Thierkreise auch die einzelnen Sterne, und zwar mit den 
ersten 6 Stammen je 43, 35, 37, 62, 12, 18, dann folgen 46 
(Dan), 17 (Gad), 104 (Naftali), Sonne und Mond (Joseph), 
73 (Binjamin), zusammen 449 Sterne. Aber Stamm Ascher 
und die Wage fehlen. Die letzten Worte sind ni26m D^JDB'; 
Refrän: ^HNton 1«D ^D bV- 

Im romanischen Machsor ist statt des vierzeiligen Ueber- 
ganges (ijnt IH) von der Keroba zu den Elegien ein sechs- 
zeiliger, der ITJ?^« im Akrostichon hat, ra^^tn2 nn« D^^pl 

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— 51 — 

anhebt und PCt^ \tnttn endigt. Hinter N. 13 folgt 46) auf 
das Thema inDt<D DIMD Dt< >D (Klage!. Ende) ein Stück nach 
p*TT^n gebauet, aber nur bis TD reichend, dessen Strofen DK ^, 
Halbstrofen HE)^ anheben und llt(0 ^ schliessen, und welches 
eine Anerkennung der strafenden Vorsehung ausdrückt. Die 
erste Strofe lautet: nropn pl "OnDni nroon JH TTin D« >D 
1«D TJ? I^TOB^ nmpKn IOHD^B^ nD\ Auf N. 31 folgt 47) eine 
Elegie, welche die Aussprüche von Mose und Jeremia einan- 
der gegenüberstellt; Introduction : IIDTI rr6 UJÄÄ^ tö 1X^ rVTH 
mb JTIDK^. Abwechselnd beginnen die Zeilen: UM rWO^ 
""IDK irPDTl, alle mit Bibelstellen schliessend und daher ohne 

Reim. Anfang: rotn rtT»« *1D« )7Vür) ^ «IS^ H^Ä IDK HIWD 

TD, Ende: ^D ton nOX LTOTI mo^N DT^PV ^n UM TWD 
■pX)^ Dn3n. Zwischen N. 22 und 30 ist dort nur 48) IKa 

ynp ^3\n n« ^jrba '»:d ixdüi yhv:n unr» ^id D^rw und 

auf diese Weise gehen die Strofen sämmtlich durch das AI- 
fabet, die letzte heisst: 1KO101 yhr\n rmw ^a*D>DDW IKa 

ynp Sd\"i n« D'»jnn >:s2. Refrän: ro -nD\i tj; ny np DnDi«n 

. ^JOn:^ 11i^«n b« '»S ^b^N. Ganz reimlos ist 49) ITICU "»D pon« by 
mit Refrän: rOD^I TD 21^3, endigt l^DD D D>TDn f?j;. In den 
Tröstungen sind zwischen N. 40 und 41 zwei Stücke einge- 
schoben: 50) TOT n'^TIp'nri, Siegeshoffnungen in sechszeiligen 
Strofen, jede mit einem Messias-Namen schliessend^ 11 Strofen 
nach pnt^n, endigend nOH^D mtS^ T3; 51) JTCßTl D'^in D« 
D^Dirü, zweizeilig nach B^D ITX, Messiashoffnungen darstellend, 
endigt bwi ^«^y p DPÜD. Refrän: DDDrüD «in d:« D:K. 
Dessgleichen rezitiren einige Gemeinden vor N. 42 noch ein 
Stück nbDl26 ^D«\ zweizeilig, die zweite Zeile ein Bibelvers, 
vier durch I^TiD« ^"^^X^ WtSn eröffnete Gebete und eines an- 
fangend )T^ am «:k, endigend übÄTl'» HD^DD pDID- 

Die 21 kaiirischen Elegien des deutschen Ritus — von 
denen 16 in H. h. 17 commentirt sind — sind die Nummern 
1 bis 6, 9, 13, 20, 23, 27, 34, 35, 37, 38, 49, 50, femer 52) ro^K 
^3D *^t^« n« mit vollständiger Kamenzeichnung und einer In- 
troduction Dipl ^TIW, während die ähnlichen Eingänge von 
N. 1, 4, 5, 6, 20, 35 fehlen; 53) mat< nn^<1, auf welche 
eigentlich die Nummern 37 und 38 folgen; 54) HK^DD W und 
55) "i^ru W, die Fürsprache der Thora und der biblischen 



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— 52 — 

Heroen beschreibend. Die letztgenannte Elegie schliesst mit 
drei trostenden Versen. 

Kalir hat wahrscheinlich fiir die beiden Keroba's auch 
zwei gesonderte Cyklus verfasst, deren Theile im Verlaufe der 
Jahrhunderte und den Schicksalen des Piut analog in einander 
gerathen sind. Möglich, dass statt der N. 50, die dem roma- 
nischen Kreise angehört, obgleich die alten deutschen Machsor 
sie haben, dem deutschen auch 56) HH iW^I zuzutheilen ist. 
Von dieser Elegie fehlen 14 Strofen ('N bis '3) und eben so 
viele Priesterordnungen. Obwohl nur ein Stück den vollstän- 
digen Namen, 14 andere bloss "ITJ/bx oder "ytyb zeichnen, darf 
doch den meisten der übrigen der kalirische Ursprung nicht 
abgesprochen werden: Bau, Sprache. Zusammenhang der ein- 
zelnen Compositionen *) unterstützen diese Annahme. Vielleicht 
sind die beiden Elegien 57) HT)]^ D'»:oir^p TllDiS und 58) nyH 
n^K noVH auch die sein igen. Die erstere betrauert die zehn 
Exile des Synedriums und schliesst ^n^Dl^nni rPXtTD '»niJTID'l ^n^^l^• 

niDJiD pnn:D nyor nn^irj; oys ni^y -ly '»JinsDn i'T'nnn p5< ly 

iT'IDtO^. Die letztere, zwiefach alfabetisch und die Anfange 
von nSKt^ nyt< variirend, schildert die Zerstörung von eilf 
Tempelpforten; der Name der Pforte bildet den Strofenschluss. 

Ende: rvyD'^ nyi^D vnvb:^ nixbn rvn: ^b2 m nnnn X3n. 

20. Jozer Neujahr enthält 4 Nummern: a) Jozer "^O 
nn«, jede Strofe beginnt "|^D; b) Silluk p'»nj? "|bo in 3 Ab- 
schnitten, jeder mit durchgehendem Reim, fast mit demselben 
Worte im zweiten (tODl^o) und dritten (Hplli) Abschnitt; 
c) Ofan bnt< ni3D, in welchem jede Zeile "J^D endigt; d) Sulat 
y^üt< ^ü in 9 Strofen, von denen die ersten 8 dreiteilig, und 
zwar hebt die erste Zeile "J^D an, die zweite 'IDt, die dritte 
ypn, ähnlich den Charakterversen im Musaf, so dass die acht 
ypD die Fälle darstellen , in welchen der Posaunenschall 
statthat, die zweiten Zeilen Israel, die ersten Gott schildern. 
Die letzte Strofe, die vierzeilig ist, weicht ab, nur '^b^ be- 
ginnend. 

21. Keroba Neujahr b^n nt<, aus 9 Nummern bestehend; 
die Schlussstrofe jl^Sy yO der zweiten Nummer haben nur 
das französische und polnische Machsor. Das HD^DD DIIN, 



*) ayn. Poesie S. 71 und f. 

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— 63 — 

welches den Namen zeichnet, hat 5 neunzeilige Abtheiinngen, 
jede rchü schliessend; in T£)^<X hat die Zeile drei Worte und 
das erste und dritte Wort heben mit demselben Buchstaben 
des Alfabets an, nur bei n, D, D, &, "1 beobachtet auch das 
mittlere Wort das alfabetische Gesetz. HDVN ^ini< ist der Hym- 
nus zu dem bekannten Thema Tjn üb^ I^D'» 'H 1^0 'H -fpD 'H, 
in welchem die ersten drei Worte jeder Zeile den gleichen 
Buchstaben haben, das vierte Wort heisst stets b^p2. 

22. Musaf-Keroba Neujahr, WD T&1«, 6 Stücke enthal- 
tend. Die Keduscha besteht aus vier Theilen: a) IIW Wni, 
b) D\Nlbn TDjn, c) pl« nnw, d) 'jrUD niSnn; die Zeilen endigen 
io a *<0D, in b Tl«, in d ^HN, in c ist ein durchgehender 
Reim Dl— [„ihre" ]. Die Anfangsworte der Theile a, b, o *) 
sind dieselben in den beiden anderen Keduscha^s wm (Mincha 
und Hüttenfest) , und zwar hat die letztere auch einen vierten, 
Urow anhebenden Abschnitt. Dagegen beginnen in der Ke- 
duscha 1^310« HDD die einzelnen Abtheilungen mit den Worten 
m33, IDipDD, Xl«, nach dem Wortlaut der Festtags -Tefilla. 

23. Tekiata für Musaf Neujahr, aus 3 Theilen bestehend: 
a) •oSd rD'»DJN, Strofenschluss "JI^D^ oder "p^D^; b) nbm IDt, 
die Strofe beginnt 1D^ und schliesst niDT» oder nDT*?; c) «l^« 
VI? die letzte Zeile jeder Strofe hebt Slp an und endigt IDIB^. 
Auf jeden alfabetischen Buchstaben kommen zwei Strofen, die 
— die Schlusszeilen abgerechnet — gleichen Reim haben. Die 
Composition beginnt und schliesst mit der Erlösung und der 
Wiederkehr des Gottesreiches. 

24. Keroba des Busse-Sabbat, von welcher folgende 
Stücke, und zwar bloss in einzelnen Stellen daraus bekannt sind: 

• 1) C^'^HD^^ bj/Tl nnOD^N, alfabetisch; darin: jiß2W HpDin D'*l6 

.ranrn nni2i....9 ronra ym ]vbi ratt^noD nnho nnor 

2) nach W b«: HDID Qipi HDC^: D^ün '^30 hv HiyD 0^103 
roir»'» D'»nm hat einerlei Reim. 

3) nach U^p) '»n u. s. w.: n'»tt'«nD ^«DHim I^IH DD1 DTTTI W 
zeichnet den Namen'). 

4) Pismon TOItC^KI NCOHK IDIKH. 



1) oach der Eliefler-Barftita c. 4 Ende. — *) — ^Tj; — HNDKOaS — 1K 

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— 64 — 

5) Pismon DTl^« H-T^D, alfabetisch; darin: IIa: "01 V^h Will 

D« TW nip3 ^T*?t — nw^i lepsin m: raiK^rai. 
6) Siiiuk nnD«D miwo. 

Der Commentar zu rTIK P}K (Neuj.) in cod. München 346: 

byn nniD^K ronc^m t<nDin «nB^npa jova niy^« n noftn i:^ni 

'Dl TOIB^ :DmD3^ (s. unten S. 63). 

Im cod. opp. 1074 F., woselbst ein Commentar zu obigen 
Stücken, heisst sie Keroba des grossen Sabbat der zehn Busse- 
tage, und scheint Binjamin, dem Verfasser der Sclicha nn^'lin 
"^Tl vorgelegen zu haben. 

25. Sühnfest -Keroba. Die püy ]\tnti^ anhebende kali- 
rische Keroba ist, wie Inhalt und Bau zeigen, für Schacharit, 
welche Stelle sie auch im griechischen und römischen Machsor 
einnimmt. Ihr Piutumfang in Handschriften und Ausgaben, 
welcher ohne Zweifel auch fremdes einschliesst, umfasst fol- 
gende Stücke: 1) püV ]tni^, 2) ü^V2 DV, 3) VOZ HDii, die 
ersten drei Tefilla-Nummern illustrirend, 4) ^jn Nlß^N, zwiefach 
mit dem vollständigen Namen gezeichnet, 5) ybt< yDV p^< mit 
zweiRefräns, beide akrost. Elasar; 6) 13'»m;31j; i:^ "TDin *?«, 7) «3« 
nyW ]1W, 8) nnw 7:0^ roOl^«, drei alfabetische Gebete, die 
Strofe zu 3 Zeilen, mit Refrän )h rhu DTnD HP«; in N. 7 ist 
die je dritte Zeile ein Bibelvers. 9) IND DK' S«, in 6 Doppel- 
strofen: Gott wohnt (UIVD) in der Höhe bei den Reinen und 
verweilt (I^Dfi^) hienieden bei den Sündlichen; ähnlichen Inhalts 
ist 10) "inO'»« niß^«; 11) IHD'»« IB'N (oder -jno^N) bezeichnet in 
22 Ausdrücken nur die Engel, und gehörte vermuthlich noch 
eine ähnliche Hälfte dazu, welche die Sterblichen schilderte. 
12) D^D15^3 |n "jint^K, in 7 sechszeiligen Strofen, jede hebt an 
rhDn 'n "|b und endigt rhrVi) r012 ^D bv ÜOnD nn«1 (Nehem. 
9, 5). 13) D'^Olfc' niDl^ inn ^«, in 12 Strofen, stellt den himm- 
lischen und den irdischen König in Gegensätzen auf: die un- 
geraden Strofen beginnen D^D^DH ^D^D ^bü und endigen iniD^D 
D'^O^Ij; b2 riD^D (Ps. 145, 13), die geraden beginnen -fpD ^2K 
ül\ "WZj endigen IDD^D D^^31 ^31; hat manche Parallelen mit 
N. 12. 14) Introduction mib« yinw ]D2) :D'»Db« ^WD inNH 
in vierzeiligen Strofen, jede Zeile mit n beginnend (liron, 

nxn, im u. s. f.), endigt D^'^^«^ ton 'n nowD >T»pnn, wo n und 

n reimen. 15) Introduction: 0^'^^XD ^IDD '»D psi. Gegenüber- 
stellung von Gott und Israel in 6 Strofen: die ungeraden be- 

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— 55 — 

ginnen oh^ JDD ^D und endiffen \tnp2 "nfcO "pOD V2 (Exod. 

15, II), die eeraden beginnen 7^nB^ -pjo ^o) (2 Sana. 7, 23) 
und endigen ^fcOtr» yoB^ D1^ ^23 D"nrPD1. Das Stück hebt an 
Un^yiD ^CtC^D nn«, schliesst D'»bin ^^ DiVyv TDD. 16) Ein Hym- 
nus ähnlicher Art, durch inpD IIW "pOD ^ p31 introduzirt, 
jedoch kürzer gehalten. Die erste Strofe lautet: •t^^^( ^DD ^ 
pjD JD^^D DnnND IDjn pp 2312 •IIWI, und so hebt jedes- 
mal die erste Zeile 1102 '»D, die zweite "pin an. Endigt ySjf) 
nn\tn D^DBIWD onpri D^'^DH. 17) Bussgebet, Introduction p31 
rm« um O, Anfang: D^3"V1 -pDnn2 rm«, Ende: DTO 13^ "mpn 
OTD UVÄDl nin. 18) Der gerechte und barmherzige Gott 
Anfang: b)y ffcO nD«2 p 711? b«, Ende: inj^ HO n|T ^2 TTW 
nB2. Die Introduction war m« HD« p ^2 auch -j^D "p:njn. 

19) Gegensatz der göttlichen Allmacht und Grösse und der 
menschlichen Gebrechlichkeit: die ungeraden Strofen beginnen 
IJVibK rwyo^ die geraden \tn^ iWyO; in jenen hebt die Schluss- 
zeile an HKOn'^ pb, in diesen ^^0^^ "pw, woran in beiden stets 
eine Bibelstelle als Ausgang der Strofe anschliesst Jede 
Strofe hat fünf Zeilen. Anfang: mjPQ nn«, Ende: p« DT« ^»2 
p{<2 p^n^ (Eccl. 7, 20). Die Introduction lautet HCT» D'^rD 
UV^b« (deutsch) oder imb« "ynw (röm.). Im romanischen 
Machsor sind die geraden Strofen herausgenommen und zu 
einem eigenen Stücke nnnn \irot< iwyo zusammengestellt. 

20) TD^TJD "I^D b« D^nbi6 np« aus 29 funfzeiligen Strofen be- 
stehend, die Strofenschlüsse bilden die Versanfänge aus 1 Chron* 

16, 8—36. 21) D>prw iiro« abwechselnd den Lobpreis der 
Engel und der Israeliten besingend. 22) b^DH Hb ynot< '»2, 
endigend DDP tö T^T^DH '»2. 23) Jljh^ T^ D%-6«, endigt 
vamp ^B2 inbm, 3 Worte die Zeile. Introduction: Ipb^ p«. 
24) D^Dira b« mn^K [al. «in nn«], endigt WCnJI n^in, welches 
gegenwärtig mit dem Schlüsse tVyhz bv pN H^in in der 
nichtkalirischen Keroba seinen Platz hat 25) ITO D^DK *p« 

Dmo, endigt i^j/D ^22 D'^DH Tttnjü urh^. 26) nn« rüiD« bt< 

yT12H0 bd^ Dimi, mit alfabetischer Veränderung des zweiten 
und des sechsten Wortes gehen die Zeilen ebenmässig weiter, 

schliessend: TD'iDnD teb Dimi m« DW f?K. 27) inn'^DWn 
rmn TSCTü HD'^tC u. s, w., endigt nnKBTO iHin mncG imPOB^. 

28) nT62 )m2^ xyyxi 2m«'?, endigend iSj» D'^DH^ n^DP j;dtk6. 

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— 56 — 

29) D''U ro« "fPD -n, endigt D'»U ^y IHBI nnD>N ^n. 30) der 
vorhergehenden Nammer entgegengesetzt ist ipjh nbnn |nn 
bintny endigend btmn l[n\t^. Gleichen Inhalts ist 31) ]nn 
Dprb nDK, endigt apjP Kn'»n b« fDKH. Die Zeilen schliessen 

(29) D^ia, (30) ^«nr», (3i) 2pjr. 32; nn« nin^bo nb«, endigt 

nnjDn \t^H10 nsil^n, durchgehender Reim, die Zeile zu drei 
Worten, auch das dritte Wort rückt alfabetisch fort 33) *]M 
yxh D^^W, eine Art Responsorium, der Refrän ist QVry\ p^PI 
TJHB bd^i mit welchem hie und da ^jnö ^dS Dim HD« ^3 ab- 
wechselt. 34) Introduction 3nn ^D DJHD DBttTl Hb P]2Jp3, hierauf 
mit durchgehendem Reim und in alternirenden Zeilen: ^2{p3 

irDtn DN ^iipa, nnns'' it oy dvd ddcti «b rvnpo i^'^di^n dk 

etc.; die beiden letzten Zeilen lauten: tO\snb 1i:iS^ DM (^2 
nnoön n^^« JÖ'^Dn DJHD tOSlt^n «^ nnSSpi . 35) Eine andere 
Ausfuhrung desselben Thema's ist W^DH t<b brviD i:D'»3Kn t<b ^ptO 
XL 8. f. bis lOD^jnn Kb 2yra. 36) Introduction '•jnY' KHp ^önn 
•pitO. Anfang: -]3no!? ab n'»2«, endigt "|31Ü niDjnn \TD2, nach 
lyz b'H, die Zeile zu drei Worten und das dritte Wort &8t 
überall ^piü. 37) Introduction JDm jIDH HN on'^DDn. An- 
fising: -piion niSm on'^DOT, nach pi^t^n, drei Worte die Zeile, 
beständiger Reim, Schluss: "|DDnN ^rh^ D^'^DDI. 38) Kedu- 
scha-Hymnus ÜHO "h^t^ ist eine Variation von Jes. 6, 2, 3; im 
romischen Machsor sind Refrän und die erste Hälfte der letzten 
Strofe abweichend. Ausserdem hat das romanische Machsor 
noch für n\ W H] JOpl zwei besondere Ausfuhrungen, näm- 
lich: 39) :xn:h ]SW «npi, jede aus 3 Worten bestehende Zeile 
hebt «np an, Schluss: D'»K'nnn ^D «npi; 40) )b non ]W nn«, 
endigt ontTip Snp3 inSin, jede Zeile hebt an onoiN m b« TO . 
41) Silluk nmaa bbo^ ^, welchen das französische und das 
romanische Machsor mit Kalir^s Keroba verbinden, während 
der deutsche und der romische Ritus daför ybi< "jnjP ^ü haben, 
ersterer ohne die Schlussstelle tV b^ nt Itnp^ u. s. w. 42) bis 
45) die 4 T\^mm '•iS^D IK. 46) JiVKitr -pnn«'' u. s. w. bis 

•pD^n^ TiDöin% hierauf: 'nb nio«^i '':i:ü djtij nnt^D ••iiy tjps'' wi 
•nit<Dn b«n »n nnx "|i-a, in gleicher Weise ^^yon -J*112Dn u. s. f.) 
fortfahrend bis Ppinon PlDIttWI, worauf 3 vierzeilige Strofen 

niDBf avxo vrmy\ endigend ijn übyjb ihid^d ti^d db^ ttoi . 

47) 'T^ia ^BD n^nn IWI mit durchgehendem Reim, jeder Satz 

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— 57 — 

TW) anhebend. 48) "l^ ^D "l^N^ "^ zweixeilig, die erste Zeile 
fangt ^b, die zweite '»D an. 49) ID^IJD TTWI mit Reim T^, wo 
wie in N. 14 jeder Satz mit 'D anhebt. Dasselbe ist mit den 
drei folgenden der Fall 50) Anfang: in« DnD1«n mit ab- 
wechselnden End Worten aus dem „Schemah^. 51) rwyü2 jDIHn 
WtJQ!^«, endigend vnit6Bi hD2 ^^pPin, durchgehender Reim V, 
52) ü^lty\H uhtT)^^ in 44 Sätzen, abwechselnd schliessend 
TDDbü TIDD at/ Y^ Ü^IKm und IDipDD Tl TIDD "piS D'»iTy, 
endigt »D 'H D"2 D^^W D^-TOnOH. 53) Variation oder Rahit zu 
Ps. 86, 8; die ungeraden Sätze heben *]1D3 |V<, die geraden 
7tt^lD0 p«1 an, Anfang: nVT'SD H^K 7IDD p«, Ende: 7ltO;DD fW 
bjHD bD3 D^n. 54) Dessgleichen zu Ps. 99, 5; die ungeraden 
Sätze beginnen IDön, die geraden Nin ttTip. Anfang: nn« IDOn 
r^iyDS, Ende: D^p'»DD D'»D'»Dn HVn ttTip. 55) D'»mnD nbn«, ein 
Hymnus mit Refrän: poi y^OJ p^D kS Ty. Die je dritten 
Strofenzeilen beginnen 'ychü pKI und das Ganze schliesst ein 
Vers DTTOD, nämlich Ps. 93, 2. 56) Die Busse -Ermahnung 
UV^tnsh ^mOH mit vier abwechselnden Refräns, endigend mit 
dem DiroD- Verse Klagel. 6, 21. 57) onOK '^3^^^ m 1^72^ DT» 
mit gleichartig gebauten Zeilen und abwechselnden zwei 
Refräns, ebenfalls auf 3ir03 - Verse ausgehend. 58) NPIK D1^ 
*^D^ mit eingeflochtenen Versen SIPIDD. 59) b^2 "|bSn« 
Gl mit Schlüssen aus der Tefilla und dem Refrän V2 

Nur N. 1 bis 5 sind sicher kaiirisch, vielleicht auch die 
Nummern 9, 10, 19 bis 21, 34, 36 bis 38 (letztere als Kalir's 
von Elasar aus Worms angeführt), 55 bis 59; sehr wahrschein- 
lich N. 41 bis 45'). Das Schacharit des Sühnfestes allmählig 
bereichert, am meisten im Ritus der Deutschen, lässt bei den 
parallelen Arbeiten späterer Dichter das was einem bestimmten 
Autor gehört nicht mehr erkennen. Unter den aufgeführten sind 
zwölf (N. 10, 11, 17, 18, 22 bis 25, 27, 39, 40, 50) ohne Reim, 
und hierunter N. 23, die in einem romischen Machsor ms. 
sich in dem kaiirischen Mincha findet. Die Nummern 7 und 11 
hat das römische Machsor im Musaf. Nummer 55 entspricht 



<} Der Commentar Kara's in cod. München 346 nmfiuut die Nummern 
1 bu 5, 7, 9, 19, 10, i\, 38, 43 bis 45. 



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- 58 — 

dem kaiirischen nrU3DN (Mincha), dem ly miH (romisch) 
und ähnlich gebauet ist D'^pTTI nTTn« (Musaf)*) eines altem 
deutschen Ritus. 

26. Musaf des Sühn festes. Da nicht anzunehmen ist, 
dass Kalir, der für Schacharit und Mincha gearbeitet, Musaf 
übergangen habe, so gehört vermuthlich die von Hadasi an- 
geführte Stelle der Musaf-Keroba an. Hiezu kommt, dass alte 
Autoritäten von einer kaiirischen Aboda sprechen, wiewohl 
es andererseits gewiss ist, dass man die franzosische nru^D nnK 
so genannt hat '). Möglich, dass das reich ausgestattete Scha- 
charit Stücke aus Kalir's Musaf umfasst. 

27. Mincha desselben Tages ist im röni. Machsor 9 Num- 
mern stark. Handschriflen enthalten noch ein ihp "^ly^N ge- 
zeichnetes und von dem Verse Ps. 141, 2 eingefasstes G«bet, 
anfangend mm Hinx pDH, endigend myw V)DD pn TP. Da- 
selbst befinden sich auch folgende zwei Rahit: 1) '»iHN IDDH 
D'»:iDK nnD Xin innp D"»:!!«!"!, Variation von Ps. 99, 5, die 
Zeilen beginnen abwechselnd IDDH und XIH t^TIp, durchge- 
hender Reim, Ende: D^:i:i: ^W2 P|'»pn WH KHlp. 2) ^010 IDDH 
D'»D^W^ ya^ WMp "»D D'^D'^DD, Variation von Ps. 99, 9 mit alter- 
nirenden Zeilenanfangen (ICDT^ und ßHlp O) und gleichem 
Reime, ist nach pTtt^n gebauet und endigt D'^DnoD n'>TK «mp "O. 
Beide Stücke scheinen desselben Verfassers. Die N. 23 aus 
Schacharit geht hier diesen beiden Rahit voran. Es verdient 
bemerkt zu werden, dass nur in dieser Keroba Kalir seinen 
Namen in den Ausgängen der ersten Nummern zeichnet. 
Ueber Neila, das wahrscheinlich Kalir nicht übergangen hat, 
siehe weiter unten. 

28. Erste Keroba des Hüttenfestes ^>n2 '»HD^«, in wel- 
cher die vier Festpflanzen der eigentliche Gegenstand sind, so 
dass vielleicht mso D^DN der ersten, nn\"l IN der zweiten Ke- 
roba angehören muss. Enthält 7 Nummern und ist für den 
ersten Tag'). 

29. Zweite Keroba des Hütten festes p^pjD pTlN, die 



^) cod. München 69, unmittelbar vor der Introdnction Meschullam*s zur 
Aboda, jedoch nur die Buchstaben y^^ und n"t^. — *) oben 8.34 Anm. I. 

— ') DT» ptt^Nn HD» pi^N-TD nnpi<f ]iir«i uro bbn- 

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— 59 — 

Laubhütte feiernd, 7 Stücke enthaltend und gleichfalls fiir den 
ersten Tag*). 

30. Hoschana'sfiir? Tage des Hüttenfestes, insonder- 
heit für den siebenten oder Hoschana-Tag. In den Stücken, 
die für die ersten fünf Tage bestimmt sind, findet sich keine 
Bitte uro Wasser, dahingegen spricht die sechste nur von Was- 
ser; die Gebete DIM und ^Dl^t sind für den Hoschana-Tag und 
bilden die eigentlichen Wasser-Gebete. Die Zahl der Stücke 
im deutschen und römischen Situs beträgt 22, hierunter 3 reim- 
lose. Jedoch haben nur zwei die Namenzeichnung und vier 
andere werden als kaiirisch angeführt. Sie dürften Jedoch 
sämmtlich Kalir angehören, ausgenommen U%'nbt< *]3yOT und 
OVtWi \'tS« ■]:$»*?, die älter, Dim tON, welches jünger scheint. 
Möglich, dass Kalir der erste ist, welcher Hoschana's mit den 
Strofenanfängen KÄ<, fcü ^«, nj^nnD, IJob und rüSJTi verfasste; 
der letztern Gattung sind vermuthlich die im Saadianischen 
Siddur befindlichen Stücke nachgebildet, die Hjy anheben. 

31. Erste Keroba für den achten Azeret, die wie es 
scheint HHWy TODN DVN begonnen; der Silluk hob an HD^plWI 
O^oyQ nev ^:ä7D -pai D^B^H )D, das Thema war die Lection 
^Kt^ "Wy und mehrere an die Zahl zehn geknüpfte Dinge 
wurden illustrirt. Von dieser im zwölften Jahrhundert in 
Frankreich und Rom üblichen Composition sind nur drei 
Stellen übrig geblieben. Möglich, dass die Keduscha H'Pni 
DD *1irM ]Q*tt< einen Theil derselben gebildet hat. Da man un- 
bezweifelt kaiirische Sachen in alten Handschriften als „Kalir 
ähnliches^ bezeichnete, so darf es nicht befremden^ wenn von 
dieser Keroba berichtet wird: „In der Zeit Elalir's trat ein 
Dichter auf, der in dessen Weise dichtete^ u. s. w.'). 

32. Zweite Keroba für den achten Azeret, im Mittel- 
alter am Thorafest üblich, besteht aus folgenden Stücken: 

1) nriDDD "f? ntt'« nn«, endigend mjjy "^yo^n DVD mit 
Versen Num. 29, 35, Ps. 71, 14; Schluss hb^M yöim, 

2) mat^ JQÜD DDDID, endigend rY'n: HD lit^H H^V "»llJi 
mit Versen Num. 29, 36, Ps. 51, 21; Schluss nö^K^JOnS. 



86S, Ms. Aschkenaai N. 82. Die Quelle ist Baschi's Slddar. 

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— 60 — 

3) liBf^ ü>:Tm bnp, endigend üyn n« rfw '•rOBQ. 

4) nyo ora 'n rQ'^ion «: ^n, endigt n^n trnp Don. 

5) Pismon D'»j;DtWD nn«, endigt D'^blW llß^nT'l, gezeichnet 
*T»b'»p '»3'T»3 *11vbN. Der Refrän lautet: "pTOi'» '^J'^CK^ m^a '•ptpn 

"»j^i^ n'ia?^ •»i^Dc^n by. 

6) Pismon Dipo ma«, endigt S"»«! "IDI ttOD, alfabetisch in 
7 Strofen, Refrän: ^tO DIN mtoy "f? HD rTI«? '»O'^DB^n DT^ 

7) Silluk nSTTl n^tO OnntO; nb«, die drei Abtheiliingen 
haben jede durchgehenden Reim, in der letzten werden die 
Engel in alfabetischen Benennungen aufgeführt. Ende: ^DICJC 

33. Regengebet (Geschem) im Musaf desselben Fest- 
tages. Die 22 TheUe des Stückes nns^ endigen ein jeder mit 
einer Bibelstelle, woran ein Vers DIDDD anschliesst; diese Verse 
sind abwechselnd aus Pentateuch, Propheten, Hagiographen. 

j Dass uns vier Nummern zur Ergänzung der Schibata fehlen, 

ist bereits in neueren Ausgaben bemerkt. Diese Composition 

I würde sodann 10 Nummern enthalten. 

I Wahrscheinlich hat Kalir noch Keroba für 34) den sie- 

benten Tag Pesach und 35) den Hoschana-Tag verfasst; die 

j ihm zugeschriebenen Jozer für die vier Sabbate und das Wo- 

chenfest sind fraglich; möglich, dass, wie Rapoport meint ^), 
ihm die in den germanischen und romanischen Riten übliche 
36) Neila-Keroba*) gehört, deren Anlage und Sillukbau jeden- 
falls einen alten Peitan verrathen. 

Während manches acht kaiirische ausser Gebrauch kam 
und verloren ging, ist hie und da ihm auch fremdes unterge- 
schoben oder in seine Werke hineingerathen. Hiervon geben 
Zeugniss nicht bloss die Stücke für Sühnfest und den neunten 
Ab, sondern alte Handschriften und der Ausspruch der Auto- 
ren. Es wird bemerkt, dass ein Stück pMO HID für Sabbat 
Para und iniDD Dp vh ll^N ]DW für Thorafest') nicht von 
Kalir seien. 



*) nONI 01^ nm S. 27. — «) -^yr DN auch in Ho«oh. p]t< t<:H^ 
IttnJ^ in:ra ^gl- IKTD ]nQ (11 rh^n)- I>«« Verse ypo:^ nach den ersten 
drei Nummern enthalten '^yt^, auf das Schliessen der Himmelsthore hinwei- 
send. Mit 1^ jQü ^ß*- Tin IDÜ (Purim). — ») R. Tarn In ^^^jgf ms. §. 38. 
(IDI )DW TWVtt^ "TDIfcW ^D ^DV ^^^ Machaor Vitry (Luss. in n"D '1'*^« 6 S. 31). 

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^ 



— 61 — 

Merkwürdigerweise haben einige Autoren älterer Zeit Kalir 
Stücke abgesprochen, die ihm wirklich gehören, aber früher in 
ihrer Gegend unbekannt waren, x. B. iTSDK und "pn *?DK 
(N. 13); ein Ueberbleibsel aus Handschriften solcher Gattung 
ist wohl die im Machsor Vened. 1568 über ruho ^T'Z (N. 12) 
befindliche Ueberschrift: "nhpn "TTJP^ H bv TTC "J^TW ]fiCC 
Bechai hingegen fuhrt eine Stelle aus '7*rc nc t<mi Mose b. 
Kalonymos mit den Worten an TOpH "^Tjr^X '^. TDV ^ySD pi 
nDKl %:t>D2 (Parascha tOKl). So wenig Aufmerksamkeit ward 
den Akrostichen g^önnt! Ein Anderer hat ihn zum Ver&sser 
des aramäischen tV^yn gemacht *). 



ADführnngeD ans Kalir's CompositioiieiL 

1. müD y(ah\ 331 rfxh tcrts mso: rc»« otd nc'»^, Kara 

zu Hiob (n-D 7, 64); r6c J:!\ ist aus Berachot 58 b. 

2. rauo n^-a ci« *?ti -^nza -u •ws, Zidkia rtro rcfn 

ms. §. 7, hieraus «?n 96. 

B^riK'n^ a "noK rucn n:, Isaac aus Wien r» (nrTi) 

§. 322'). 

p nj fr6nnfe miiH (Maimoniot nrjn c. 4) aus nrcn n:; 

irrthümlich im Onomasticon S. 44 dem Anfinnge fynjfH an- 
gefügt. 

4. aus n<D W (D^jpi Tin 42c); HI^ (das. 43a), lO Sk (das.) 
VDtSO p1^t (das. 42 c., Commentar Chron. 1, 25, 3, Chaskuni 
yrhyro), rrctt< rbn (Raschi Ps. 42, 5), Silluk W (Raschi Joma 
67 a, Elieser b. Natan ->Tj;n pK 74 b, Rokeach 296, alte To- 
safot Joma 19b und daraus tO^^ z. St; Tosafot Erubin 21 a, 
Pesachim 109 a, Menachot 35 b, Bechorot 55 b; Piske Tosafot 
Aboda §. 4). 

6. aus rbo "TOT« (Raschi zu Bereschit rabba c. 16, rOjfO 

«n in nr6Tn), D^nDn (o^jp? Tin 71 a), pc63 k: ^ (XJnge- 

nannter in cod. H. h. 32 und Raschi Klagelied. 3, 20), "TCT 
^H (Commentar Chron. II, 20, 1, Midrasch Tadsche c. 10 
und Bamidbar rabba c. 14, Tosafot Rosch haschana 3a, pent 
Commentar ms. niD«), Silluk D\-6k (Raschi Jes. 24, 22. 



«) opp. 1073F. — «) nsTOB^ hD ffü^H rhsro D^n rwy pi- 

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— 62 — 

Chaskuni Ende H^IC'D, ^Dn Dpa« IIb. Commentar ms. zu Vihnn 
yr\^ und zu Sei. BTTT« ^m« in cod. München 346). 

7. Joseph Kara zu 1 Si^m. 15, 31 in cod. Rossi 255*). 

8. Aus TiD))it< (pentat. Commentar ms. und U*^} TV1 in 
rr\\ «n n:j;D Anf. *no«), DJ; ^h^t< (Chaskuni in npn), Silluk 
nm'b pN (Tobia aitO npb 16b und Ascher Kga. 30, 1, Elasar 
D'»'»nn 'D ms., Tosafot Aboda 35a, Chullin 109b; Becfaai in 
npn; Commentar ms. zu «^DD iWD *TDX (cod. München 17). 
Commentar ms. zu 1] n^XD (Neuj.). 

10. Aus nnn ba ^D^^ (Raschi zu Bereschit rabba c. 6, 
Chaskuni in ND), Silluk inp: «in (Raschi Dan. 8 14*) und 12, 
12. Abenesra, vgl. Rapoport Kalir Anm. 10). DipD jlTN (Or 
sarua §. 20 DnjTID u. s. w.). 

12. Aus yw) (pent. Tosafot 49 a, Raschi zu Bereschit 
rabba c. 1; cod. Rossi 655 zu Sulat ntel^K); aus D^D'»Dn 
(pent. Commentar ms. in ^VZH: ^^ShdI u. s. f.). 

13. Aus l^-^l hü^ {p'tn f. 78 d: -^yhpn 1D\ Chaskuni in 

mpD). 

14. Aus 6^N HD (Elchanan in Tosaf. Megilla 25a). 

15. Aus ma«« (Sam. b. Meir Genes. 27, 27. Tosafot 
Rosch haschana 27 a), vh^H nnn (Simson Nakdan bei Geiger 
Zeitschr. 5, 429, Kara zu Maleachi in cod. Rossi 255). 

19. Erwähnt werden: N. 3 (Joseph Kara zu Jeremia in 
cod. Rossi 255'), 13 (Commentar 2 Chron. 35, 20), 23 (Tosaf. 
Moed katan 27b), 42 (Recanate ry^WiCü 31a: ü^sn lD^\t^ TDD), 
52 (cod. H. h. 17). 

20. Jozer (Hadasi c. 84 und 364. pentat. Commentar, dessgl. 
R. Ascher in mxn), Ofan (Rokeach 200, 201). 

21. Aus ^^n HN (Elasar Worms und dorther H. Treves zu 
Musaf Neujahr 2 Stellen), y\r\ p« (Raschi Genes. 30, 22, Ha- 
pardes 23a, Chaskuni und Commentar ms. in NS^l), H'IIX (Simson 
Nakdan a. a. C); Silluk (D^DH DTO S. 83, Aaron hacohen 15 a 
und Kol bo 122, Commentar ms. in Münch. 346 zu Sei. 1K 
niD "IHD, Commentar ms. zu Hiob 23, 9 in München 5: Jd^Vi 

^p33 jD'^n mnn). 



nx N3TI «njDKG "nhpn -id^ pv ~ ■) ntw ü^'2\t; («t. nyaiy 

ed.), ebenso cod. München 5. — ») TÖp2 ID^C' ^"hpTi ^ITJ^N '*! btt^ ITO^I 



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— 63 — 

22. Aus *^1X (Hadasi e. 84). ]*)n erläutert Menachem b. 
Chelbo, mw n« Kokeach bei H. Treyes; ans pw (pentat 
Tosafot, Commentar ms. und Chasknni in rpn), TSV r^^rr» (E, 
Tarn in Machsor Vitiy, Tosafot Chagiga 13a, To«. Rasch ha- 
sebana 8b, "h^^ 11; D^n IT:: S. 85), DW^n J^V^ (Commentar 

1 Chron. 28, 9. Meir Rothenb. Rga. 441. Commentar ms. 
zu Hieb 28, 27 in München 5: iCPr; n:2K), ^^ rrw (ym «C 
73 a die Stelle inn ^ZTC p u. s. w.) 

23. Aus rC'^D:« (Abenesra Kohelet 5, 1), r^ "Cl (Raschi 

2 Kon. 11, 2, Commentar 2 Chron. 22^ 11, KP ns^s'in rtncC). 

24. Aus dem Pismon -^WH die Stelle (oben S. 54): rcv 

i«D "in "»rmn d^jj/Tyd jt^td ohtt» ^:z 'z, d'^^std d^dvi mjpjc 

25. Aus N. 1 Abenesra a. a. O.; aus N. 21 ^taC^ 5; p 
OniDDH DP *?ir ronpa ^'«sn TC% dass der Refrin "p^ «nnp 
laute; aus N. 38 Elasar in rcor32 nrryD ms. die Stelle *im 

26. Hadasi c. 81 Buchst, p: vm "^^ ^^TJ^« n XT^ TWC 
•plÖD DT» nboro rno« lOiTn "^rx iTDVI. Dieselbe Stelle c. 304 C 
136 a oben. 

28. Aus ^^^1 1K (Raschi zu Bereschit rabba c. 56: !?)ri 

29. Aus '»m (Raschi Ezechiel 42, 20. Hapardes ma. 
Anfrage über den Tempelberg), ntfiD C^2H (Psendo-Saadia 
Jezira-Commentar ), Silluk npM ^2 (Raschi Ezechiel 43, 3. 
48 1. Ps. 121, 1. Joma 67a; Mose Tachau in O^n DTO 
S. 91). 

30. Aus noT« (Raschi Hiob 24, 6), uhn nj»vD (nrao 

ms. §. 700, Hagada- Commentar ms. in cod. München 69fl 27: 

DOl njnrVTD l'hp "ITJ^K n C^E»r V22. Zinni in "f? "f? £ 16d), 
D^n pJöb (pentat. Commentar ms. in JCPI). Recanate 3^1 f- 48 b 
zitirt V2)iV2 711 «in (ist aus i::rn oder Ijra«). Im romanische 
Machsor 404 b wird von einem kaiirischen Stücke [rraü DW] 
für Sabbat gesprochen. 

31. miß; omw t^dh k^, rvasp vh) f»w dd n? dd. Tgl. 

Fesikta in Jalkut Numer. 251b und Raschi Numer. 29, 18. 

32. nn« fuhren an Hapardes 45 b, Machsor Vitry §. 325 
(n*D 6, 31); aus dem Silluk zitirt Raschi Zachar. 6, )1. 



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— 64 — 

33. Aus nra^ (Raschi zu Bereschit rabba c. 23: ITtp )n\ 
u. s. f., wo wie auch in Mss. bS)ID3 (statt ed. rht'Di). Die An- 
führung R. Tam's in Tos« Rosch haschana 27 a, dass die 
Schöpfung im Monat Tischri erfolgt sei, ist vielleicht aus dem 
uns fehlenden Theile des Regengebetes. 



IV. CAPITEL. 
Anonymer Fiat. 

Die Ausstattung des Gottesdienstes mit poetischen Stücken 
verbreitete sich seit der Epoche Kalirs über alle dazu pas- 
sende Stammgebete; sie drang bis zu den entfernteren Ge- 
meinden, überall Vorbeter und Dichter beschäftigend. Das um 
das Jahr 1 140 abschliessende peitanische Zeitalter — die ältere 
Epoche läuft ein Jahrhundert früher ab — hat sämmtliche 
Gebiete der synagogalen Poesie, auch solche angebauet, die um 
860 noch brach gelegen. Dahin gehören die festlichen Maarib 
nebst Zuthaten, die Sabbat- Jozer, Ofan und Sulat, poetische 
Nischmat und Reschut; gereimte Dibra's nebst Introductionen, 
poetische Eröffnungen für Baruch scheamar, Kaddisch, Barchu 
und Mikamocha, Schlussstücke für die Musaf-Keduscha (DD\n^K), 
Tischgebete und Hochzeitlieder, — alles diess die Arbeit ge- 
nannter und ungenannter Verfasser in Africa und Spanien, 
Frankreich und Deutschland, Italien und Griechenland, Aegjp- 
ten und Syrien. 

Unter den anonymen Stücken, die jenem Zeitalter zuzu- 
erkennen, befinden sich — Selicha's, Tochecha's, Vidui u. dgl. un- 
gerechnet — Compositionen aller Gattungen, wie aus der hier 
folgenden Uebersicht erhellt 
I. Sühntags-Ordnung: 

a) die Keduscha umgebende Ausfuhrungen und Rahit, meist 
durch p21 introduzirt. 

b) die Aboda begleitend, und zwar: 

1. Reschut "hn 'n u^rbt< ^brm\ rh)ü "»ä "h nr\^ rvor^ in 

gereimten vierzeiligen Strofen nach 3"M, endigend TiS0'r\ 
131 Dir03 nn&n, einfach aber mit peitanischen Bildun- 
gen; ist vor Jose's nnD3 ^T'DW. 

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— 65 — 

Ausfuhrungen des TTÜ HD: 2. nnoyi hntO reimlos 
(deutsch); 3. r\t<h HOn reimlos (roman.); 4. jnp3 nWD 
mit Gleichklang (Catal.). 

Bearbeitungen des ^mn nm3: 5. nO"l )n« nvriD 

IC hy. 

6. n^3 BHp |VTfc< nvrD, beide reimlos und jede Zeile 
DVrü anhebend. 

Schilderung des HTlNn py ntC'N, mit welchen Wor- 
ten jede Zeile eröffnet: 7. }:hnp nPlöttO lAn« (deutsch); 
8. D'ttnpn tnp n^3D pn«, endigend TtC^n nb'»bl D1^ miDH 
my hnpb; 9. pn« "»n inpn pX, endigend p in«S3 
bnn n'»2n (Sizilien. Catal.). 

Die auf ir^lj; 3nD1 folgenden: 10. DW« fcA U^ p«, 
in den einzelnen Worten zwiefach alfabetisch; 11. t<b 

uoBira by po^nx endigt 3^ 31CD nibic' m^Dn Hb); 12. px 

pIN 3b by D^m Dmx xb i:b, jede Zeile beginnt pN 
t6 lib, Ende: pbnb ^:iS^ n^jnn t6. An diese Klagen 
schliessen die alten Selichastücke oder Rehuta's IDDH 
)Thy u. s. w. an. 

c) Der Segen über die Versammlung: 1. D^IJJ D^nDK DIDXD, 
drei Worte der Satz, endigt rDjnc^l p;i^3 DDOnn (franz.); 
2. "p:TDN nanx }^Nniy, die 3 Worte des Satzes beginnen 
mit demselben Buchstaben des Alfabets (rom.). Eine 
Variation ist 3. das romanische ^ilD'^N bnx ^ND fi'ir 
den 9. Ab. Femer gehören hieher: 4. 31ton "fllilX rOl^ 
und 5. rh)'2^ pn p« nitt', in denen jeder Satz noi^ 
anfangt und die als Ausfuhrungen des miN HDl^ anzu- 
sehen sind: ersteres weicht im deutschen Machsor von 
der römischen Fassung ab und in letzterem (Tripolis) 
fehlen die Buchstaben '10 bis 'p. 6. i:niN TNH, doppelt 
alfabetisch in den beiden Worten des Satzes (Span. 
Aragon). 7. IJllONn DW*)- 

d} die mit DT> anhebenden mit ÜVr\ schliessenden, von Bibel- 
stellen begleiteten Schlussstücke der Tefilla, nämlich: 
1. nn^inn nK^^< OV reimlos, in cod. München 69 zu Musaf, 
in einem französischen Machsor zu Schacharit. Allein 
es fehlen 3 Strofen (^D, ^B, y). Der Schluss lautet: 



1) RitoB S. 141. 

Zans Llterttargeach. d«r •y«. Poesi«. 5/^^^^^T^ 

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— 66 — 

IDT 2inM ID^Oinra i:b ^3W nen orn. Glossen enthält 
cod. München 346. 

2. *ffiDb NHX DT», im romischen Machsor in abweichender 
Fassung für Schacharit, im deutschen für Musaf. 

3. pnin nir« dt», ftir Mincha. 

4. )T12\t^H nir« DT» nach irDT«, romisch für Musaf, deutsch 
für Schacharit. 

5. T:>BT;d3 lODl^N DT» für Mincha in cod. München 17, nur 
6 Strofen enthaltend, also abgekürzt 

e) Die die Neila-Selicha's eröffnenden Gebete J) rhu D%lbx 

und 2) nODVD pH, beide mit Refran ^TW rh'V^ D^D; 
3) rW D^n^^< DV«') mit Refran 1}^ D^T?: njQ, welcher 
letztere allein im deutschen Machsor übrig geblieben ist. 
Ist nach KG"nfc<, jedoch nur in den 6 ersten Strofen 
erhalten. 

f) Einige spanische Compositionen, von denen weiterhin die 

Rede sein wird. 
IL Keroba. 

Für Mincha der Wochentage, für Musaf und Mincha 
des Sabbat gab es kurze poetische Keroba's, die, wie 
es scheint, in Italien üblich gewesen. 

a) Wochentage: 

1. -fp-D, i:^'»nn [am m):^] b^ rsa^To, )mt i:"itj; ^ysKh p« 

):ioh 7DD r\Ti O^^ ^^p^^ ". s. w., endigend mrp IDTli 

U'^lDyn yyhi^ an , so dass jeder Satz dem Inhalt einer 
Tefilla-Nummer entspricht. 

2. Für die Fasttage i:jri^-|l liHOI i:*)]j; IJjnK^ jm 1J%T^ «:«, 
alfabetisch und jeden Satz mit i:\1^K ^<j^t erofinend. 
Das Ganze schliessen Verse 3"inDD. 

b) Sabbat, för Musaf: 

2. ]Th "PDn anow yiipsD. 

Für Mincha: 
1. ^an HN an« "»:«, jeden Abfiehnitt eröffnet ein Vers 
und die Worte )T»Ü rob^üi<K 



i) Endigt nnön yroD, "iw n^'v: nja d'» naij; m^ton d^ aba W^öoi 

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— 67 — 

2. rhny\ ly ^tahb rhbnn. 

Von den eigentlichen Fasten-Keroba's gehören fol- 
gende sechs hierher: 

OeflTentliches Fasten; 7V:iih 711« ny in 18 vierzei- 
ligen Strofen, die erste Zeile hebt y?p an, die dritte 
n^iPKO, die vierte lliP; reicht, da es 18 Abschnitte sind, 
nur bis ')l, so dass Dtfi^p fehlen. Bomisch. 

17. Tammus. nOH W ytty^ p« in sechszeiligen Ab- 
schnitten, von denen jedoch nur die 6 ersten sich er- 
halten. Die Zeilen «Anfange beobachten die alfabeta- 
rische Ordnung, so dass die erste Nummer 'H bis '1, 
die zweite '3 bis T u. s. w. darstellt. Ein dreizeiliger 
Refrän nebst einer vierten, der TefiUa-Nummer entspre- 
chenden Zeile — die immer *1KG bo ^^^^^ schliesst — 
begleitet jeden einzelnen Abschnitt Romanisch. 

Gedadja-Tag. U*:VrsO 1&*D: 1122 *?3K in 18 Strofen, 
deren dritte Zeilen "^JTDtS^n D12<3 anheben. In der letzten 
Strofe (!{) sind, wie bei Kalir, die Buchstaben VXiHp an- 
gebracht. Romisch. 

Für den zehnten Tebet: 

1. ll^Ot<n ^ ITijnoa^ n« in vierzeiligen Abschnitten, von 
welchen nur die sechs ersten erhalten sind. Die je 
dritte Zeile beginnt '^*1^t^n ÜU2. Romanisch. 

2. n^ nibt< Dl« p, nach Art der Schibata auf einen Vers 
(Ezech. 24, 2) gebauet, in funfzeiligen Strofen, die mit 
einer Bibelstelle schliessen, die je dritte Zeile beginnt 
mn ÜVr\ DIQQ. ist vierfach alfebetisch; auch hier sind 
die Buchstaben HCHp in der 18. Nummer. Römisch. 

3. ^lOXi^ ^"Dl ^n^Dtt' p«l reicht nur bis zur fünften Te- 
filla-Nummer, das Alfabet bis zum Buchstaben 'D; ist 
trotz einigen peitanischen Formen^) spanischen Ur- 
sprungs*) und gehört dem spanischen Machsor an. 

Sabbat- und Fest-Keroba's: 
1. Chanuca-Sabbat. Es wird ein Silluk onD« n« niC'^D 
na^ÄD n« DnD«1 erwähnt"), dessen Bezug auf das Fest 
aus der grossen Pesikta Abschnitt 3 hervorgeht. 



mentar 



*) ira» birr\' - •) ^«f ^»fi«« n«i» rcn) mv 

Uur 1 Chron. 28, 19. 



für Israel. — •) Com- 



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— 68 — 

2. Grosser Sabbat. Zwei aus dem halachischen Tbeile 
mitgetheilte Stellen') beweisen dessen Yerschiedenbeit 

von m 'inN und mnnn >n^«, 

3. Zum Tbaugebet: die Introduction beginnt DIK^W iTWH 
b\D nniDi yoitO ^«, ist doppelt alfabetisch mit durch- 
gehendem Reim btP — , in altpeitanischer Ausdrucks- 
weise, endigt ^tOD ^^'^J< ^IftQ p HTIjn, woran der Vers 
Hosea 14t, 6 anschliesst. 

4. Aus einer Keroba des Wochenfestes ein Sitiiuk, anfan- 
gend mrairra inr)Dnw obo^ w pN. 

5. Dessgleichen, anf. yot/Ti n«1 HNn^n n« D'»«n Djn ^31 
^ip DKnni VDia^ Dnb ntno ni^«, der das Gespräch Gottes 
mit den Engeln enthält, endigt WTlph tWyip Uß6l51. 

6. Neila- Keroba njn^D "pTT D«. Sowie in den Begleit- 
versen ist auch im Silluk IjW (die Pforte) das Stichwort 
(vgl. oben S. 60). 

7. Die zum Achtzehngebete des Hoschana-Tages wird von 
Jesaia de Trani erwähnt'). 

Hie und da wurden die Keroba's der vier Sabbate 
zur Verherrlichung des Tages') vor dem Silluk mit 
Einsätzen versehen, die auch Rehitim hiessen. Dahin 
gehören : 

Sabbat Schekalim: 

1. Dnnya lin^ U^^rhü uhpti^ nmw mit stetigem Reime, 

endigt DnmpD^ btnin wtn rihvrh ü^yon. 

2. nttHDn nw p iyt<iD 3«, endigt iro DB'W 1DD yxh 3B^nn. 

Sabbat Sachor: 

pbüV \t^ nythü 2b niDin HD m^ti 1D1, die zweizei- 
ligen Strofen beginnen jede *1D7, jede Zeile endigt pbüV, 

Schlusszeile: phüV rrV2tO ub^nh '^KDDI ^K' niNÖH. 

Glossen dazu haben cod. H. h. 17, Opp. 1074F., 
wo das Stück eine nD)m heisst "ihpn btt^ niD*» ]yo. 



*) Keroba des grossen Sabbat (^^l^ 66), Keroba (jp*Don 62) und irrig 
HDS ^ ^^ ^^^ Parallelstelle "^y^^ ^^^' ^'^a- — ') ^^ Taanit 13 a. — 

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— 69 — 

Sabbat Hachodesch: 

1. nnwpN pW ^tt^H Knn, in den einzelnen auf ^n endi- 
genden Sätzen, die alle den Monat Nisan verherrlichen, 
kommen die alfabetischen Buchstaben 2- bis 5 mal hin- 
tereinander vor; z. B. der 9. Satz lautet lOytO ITBIO JTIÜ^ 
•»nODÜ D2D3 n]. Buchstabe H: '»raDD 13 ^30 nr6n 1tOT\ 

"»Hypn «^ rmra ira'»n. 

2. niDTpnn -pSin^ «vi pxn nach pn*Kn und reimlos, jeder 

Satz hebt piß'Nn an, Ende: yrht< -|^D now flDI«^ )W>n. 

Yermutfalich aus den Zeiten der Kreuzzüge stam- 
men die Strofen D^DI tt^feO '»feO nOT, die in die Tekiata's 
eingeschaltet wurden *). 
III. Jozer. 

Sabbat und Neumond: 

1. nriDtr T\tt^ üvn ««, endigt m "^trp^ ommp n^jorh 

2. ntnpD nm D^^b«, endigt Dnmai mratc^D inbi«a pt rem. 

3. D'»:t5' D'6rü nm«, endigt irrtt rar ora, zweizeilig und 
zwiefach alfabetisch. In Mss. und Ausgaben mit der 
letzten Strofe ripa 11« nD«^n anhebend. Parallelen zu 
dieser Anwendung von DXD sind: im Sulat piNDH nn«: 

iD«w i:mn tc^tni nao'; »'TD:rTi ra^ ovn iD«n (Josef Cha- 

nuca- Jozer), D^Xmb nain mim rait' nna (Elieser b. 
Natan Jozer ^DID«). 

Die vier Sabbate. Sie sind sämmtlich von gleichem 
Bau, jedes Jozer aus sieben dreitheiligen Abschnitten 
mit zwei Eadosch- Strofen bestehend; nur Sabbat Para 
hat drei Kadosch-Strofen. 

Passah-Pest: 

1. ruiD« b« yttn^)y die Versanfange des Mose-Liedes er- 
öffnen die 2ieilen, eine Kadosch-Strofe ist Refrän. 

2. rnt<n rr^^ worin diese Versanfange die Strofenschlüsse 
bilden, vierfach alfabetisch. Es gehört dazu die acht 
Strofen starke Fortsetzung UHO Urh pni, zweizeilig, 
mit dem Refrän D>3 TOI 133m D1D. 

Wochenfest D'»3n« nS^«, zwiefach alfabetisch. Die 



1) RitD8 S. 144, 182. 

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— 70 — 

ersten 20 Zeilen endigen "»ro und die der beiden näch- 
sten Strofen mit einerlei Wort. Stellen aus Exod. c. 19, 
die liTi enthalten , bilden die Kadosch-Strofe. Scheint 
aus dem 10. Jahrhundert zu sein. Nur im rom. Machsor 
ist noch ein kurzer Silluk^) hinzugefugt. 

Sabbat vor dem 9. Ab: rOOD3 im« ^DH mit Ein- 
gang und Silluk, yariirt das erste Kapitel der Klage- 
lieder. Rom. 

Neujahr: ü'frw puc6 ]n«, endigend n^ r02m 
nionn ^"V i»it einer Kadosch-Strofe (|nn HS^ jnN an- 
hebend) alsRefrän. Wird daher im französischen Machsor 
Pismon genannt. 

Hüttenfest: 

1. rhtT\ "y\ n^ro«, dem Stile nach kaiirisch. 

2. OVH) ir\)h y^üHH *) mit Strofensohlüssen aus Levit 23, 
39 bis 44 und Deut. 16, 13 bis 17. 

3. yyT\ n"Gip yi2)t< erinnert an vorkalirischen Piut, ist reim- 
los, vierfach alfabetisch, jedoch nur bis 'D reichend. 
Jede Zeile endigt HDO. 

4. Für den Zwischensabbat: niiOt« nmtO '»Dy D«. Vier 
Heil verkündende Verse (Maleachi 3, 10, Deut. 28, 12, 
Genes. 27, 28, Ps. 29, 11) bilden die Strofenschlüsse. 
N. 3 und 4 im rom. Machsor. 

Für den 8. Azeret: mn:: 'fWtniO Dl«, ist ein Gebet, 
wie darin selber angegeben ist'); die drei Anfangsworte 
sind aus Kalirs Keroba. 

Thorafest: 

1. rODO« nnortO ^mo«, endigend -ü 3'»n*TD -piD. Römisch. 

2. n(tny\D d^dj» dj; to rwno *)iü vd pw, endigt 23im 

Ombl lpt6 ■^'»NDn Om DDD irh "»ilDn. Hat peitanische 
Ausdrücke (Dip> O'Dd). Ist abgekürzt (catalon. ms.) 
IV. Ofan: 

Sabbat und Neumond: rmtn \nbx HTlN, endigt 



*) yro pto mra h^ nD«'n yn^w:) wü^i nnniD^ itn nvn bi 

TTlKTlp D'nfc<DDl D^TDW- — *) irrthümlich ist (im Fürther Machsor) S»- 
lomo oder (Ausg. M. Sachs, Tb. 5, S. 226) Salomo Babli als Verfasser g^ 
nannt. — ') TÄ^ p^HTO '>n«3» U^IOIO ]rTQ J^> »DIW^ Otrh ppS 

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— 71 — 

Hüttenfest: rhu ^Dl« n'>D«K. Ist gleich dem vor- 
hergehenden ein Gebet und mehr den Sulat ähnlich. 

Wochenfest: D'^bN^lt« Dim« hat gleiche Satzendungen, 
der Refrän fängt TTOD an. 

Mit TVOD heben an die im polnischen Machsor be- 
findlichen kurzen Ofan der vier Sabbate, deren vierte 
Zeile nUDD'n^ ^Dm beginnt; ferner — ausser zehn von 
genannten Verfassern — folgende: W^V Dt< TVOD (Sabbat 
Chanuca), dessen Zeilen \tnp endigen; nbuoa pDN TTQD 
(Pesach) des romischen Ritus, endigt i:(Opt< p21 
D'^pni^ ^b'»« -noa m:«l O^popOO, varürt Cant 4, 12 bis 
Ende c. 5. DWD D^2i6o TVZÜ (7. Tag Pesach) im 
romanischen Machsor, besteht aus 7 gleichreimenden 
Zeilen. 
V. Sulat 

Während die Sulat der namentlich bekannten Dich- 
ter, etwa vom 11. Jahrhundert an, den Schluss beliebig 
haben , oder an bi^^ und n^^iy anlehnen, schliessen die 
älteren meist mit dem Sterben der Erstgeborenen oder 
dem Durchgange durch das Schilfmeer, wie namentlich 
die ersten 10 von den hier folgenden Stücken. 
1. bis 4. Die Sulat der vier Sabbate des deutschen Ritus 
gleichen sich im Bau und Inhalt; nur der vierte feiert 
die Befreiung, während die ersten drei Gebete sind. 

5. onn« nn« (7. Pesach roman.), die erste Hälfte hat 
gleichen Reim; endigt niUlv D'HDD TOM. 

6. ünjn^2 ^n: O:« (Wochenf.), das Alfabet reicht nur 
bis 'D. 

7. W njTKTI t<^ (Hüttenf.)' 

8. 1DDW"llC«D^:iDX(8.Azer.) 

9. TO^D ^))1 nn« (Hüttenf., 
Zwischensabbat, Corfu) 

10. ^niirby ann N3« (Hüttenf., poln. Machsor) in etwas er- 
hohetem peitanischen Stile, endigt ü^^nr\ M5*) T^HB }tQ. 



alle drei, von gleichartigem 

Bau, haben rjID ü^ Dynp in 

der Schlusszeile. 



Vgl. jrn ^3 KRlir Purim O'^D^DH; UOtT\ ''U »''^** *" Mose'ß Sulat 
JO ITT«» ü^^b 3m MeschuUam Pesachjozer, rilTTJßD ^^ *" ^^^' PnON 
nniniö» DOW ^:|Sch8btai Pesachjozer, ^^ in Hasch. Q-J^lOX rUpH» Jozer 
^DIK» Sulat ODDE) '^fc<> Binjamin Reschut des grossen Sabbat. 



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— 72 — 

11. iTT^nj; nfi<o*"» ^^^ in ] 

' L ' I beide für den Neumonds-Sabbat. 

i:^nDN n« nb«: l luHenischer Ritus. 

12. D^TD) m^ rn\yi<, 1 

end.nmbDDpNaWD. j 

13. aiDyn ub^)t<^ für den Sabbat niDK^ H^XI, behandelt nach 
der Hagada und der Chronik Mose's dessen Geburt und 
Jugendjahre. Die Strofe hat 4 Zeilen, die Zeile 2 bis 3 
Worte, reicht nur bis T), endigend )pTW^ D^DI, womit 
njne IpTltt^tn (Targ. Cant. 1, 9) zu vergleichen. Rom. ms. 

14. rh'by trwh rhr\r\ pt< feiert in schlichter Sprache die 
Befreiung aus Aegypten, ist für Sabbat yitn^l. Der 
Ausdruck ]DW "1'»1^ HB^ ist aus dem Thora-Piut dieses 
Anfanges. Ende: HDini ]T\ )yhy HDIi 1\t^ ^jno ITOH. 
Altdeutsch. 

15. Hol TD l^iPD On^DN für Sabbat Schekalim, fast nur 
halachisch die Tempelabgabe schildernd. Der stro- 
fische Vers enthält das Wort vplS^; nur in der vorletzten 
Strofe die F}DD "hp^ anhebt lautet derselbe DniDDnPIDD n«. 
Ende: D^IVO «IH HD« U^HD« nTiy. Franzosisch. 

16. mi»S 1:1D: O^lti^ niblDl^« für den grossen Sabbat, glei- 
chen Inhalts mit den Stücken von Binjamin, an die er 
mehrfach erinnert'). Ende: nmn DDirDI H^D 7^03 HWnb. 
Altdeutsch. 

17. wnp iTTin ITlIDD für den Sabbat vor dem Wechenfeste, 
variirt stellenweise Exod. c. 19, endigt DH^^tC TDTI. 
Machsor Corfti. 

18. "^ünno T^m« für Sabbat Nachmu, feiert die Treue trotz 
Verfolgung und endigt mit dem Verse „Schemah^ 
(Deut. 6, 4). Römisch. 

19. ^BTlp ^rh^ (Sühnfest) in kurzen dreizeiligen Strofen den 
104. Psalm variirend. Die erste Hälfte (12 Strofen) 
ist nach 2"«, die letzte Strofe lautet: '»ilD^e mp SipD 
'n m "»l^: '»D-Q -^ym^ *n bt6 bhr^. Machsor Corfu; 



1) An Jozer pj^^Q ip^ (n^ niTIDBC» HPIÖS "W^. '*:TtÖ* SuUt 



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— 73 — 

reicht im romanischen Machsor nur bis Strofe 13, en- 
digend u'sn hv 3fc< arro. 
VI. Maarib. 

Auf die bereits im 9. Jahrhundert vorhandenen 
Sabbat -Maarib folgten spater die selbständigen Fest- 
Maarib, die anfanglich nur aus 6 bis 8 Sätzen bestan- 
den; die längeren Mittelstücke scheinen nicht älter als 
die erste Hälfte des eilflen Säculums zu sein. 

r«n bn tni« antOW ^'»^ (Pesach l), aus 6 Sätzen 
bestehend. Der dritte {^hii 1D3{9) ist nur in rom. Hand- 
schriften und im Machsor von Corfu; an dessen Stelle 
hat der deutsche und der franzosische Ritus p*is6 hSt)« 
weiches der Schluss des Mittelstückes D^rrä h^ HOS 
ist, das später hinzugekommen und nicht durchgängig 
eingeführt war. Der fünfte Satz K*11i yVTp beginnt im 
altern romischen und roman. Machsor rnifcO Vp y\p. 
Der sechste (Dyh tjHÜlt^) ist dort ganz verschieden. Sa- 
lomo Duran ') meinte (mit Unrecht) Raschi sei der Ver- 
fasser. 

^3^D3 r6a^ h^ (Wochenfest), aus 8 Sätzen bestehend, 
ist eine Variation der zehn Gebote, die Zeilen befolgen 
kein alfabetisches Gesetz und sind nur leicht an einan- 
der gereihete Ermahnungsworte; endigt ^HT\p ÜV bv 
uh\SD ü^:d. Rom. 

Für Hüttenfest: 

1. ymo h^2 ]yhr\t<j alfabetisch in 7 Absätzen, die ersten 
und die letzten 3 zu vier Zeilen, der mittlere dreimal 
so stark. Endigt bwü^ bn lÄ n'»S'»ba TTiei. Rom. 

2. DD'^nnn Urr |J»S; die folgenden Absätze dieses im Aus- 
druck und Bau dem rh^i^ bn ähnlichen Maarib begin- 
nen: ^ratnn mDOa '»D, p«a Ona n« (die i Zeilen en- 
digen jede riDoa Dniyi*?), dd%i*?n 'h w, rh^: i^t< hdo, 
"hm roiD Doip, lainn roo. Ende: uyby ah\t^ hdd kt®^ 

D'^oblj; ^brsh. Ritus Candia. 

3. Zum Sabbat der Mitteltage: b^ DD1M 'Wyn "It&V in sechs 
Sätzen, der dritte acht-, die andern vierzeilig, die 
ersten vier heben ^^n Itt^ an; ist alfabetisch. 

«) Rgft 456. 

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- 74 — 

Für den grossen Sabbat ibbnn« h '»221» bv '»Di 71 
hat ein mittleres alfabetisches Stück ruiyo ülp ^rh^, 
dessen Strofen ÜH^ schliessen. Ende: rw rTO D2* 
moxh raion. Französisch. 
VIL Aramäisches. 

Der Anbau des Aramäischen, der indem popu- 
lären Theile des Gottesdienstes seinen Ursprung hat, 
dehnte sich nach den zwei Richtungen aus, in welche 
überhaupt die Liturgie auslief: Gebet und Vortrag. 
Die Prosa wurde in der peitanischen Epoche zur ge- 
bundenen Rede sowohl für die Gebetstücke als für 
das Targum. Zu jenen gehören die aramäischen ge- 
reimten Stücke, die sich dem Busseritual, insonderheit 
dem ^DDI ^ÜD anschlössen, ferner einige hagadische Poe- 
sien und Responsorien, die am Thorafest Mose ver- 
herrlichen, die aber theilweise ebenfalls an das Tar- 
gum anknüpften. Von dieser Gattung sind: 

1. Deuter. 34, 5: «n'»2D nSlK, 8 Zeilen von 'K bis 'H, en- 
digend übyb D^'»n "h yv HK'D, schildert allgemeine Trauer, 
selbst Berge, Flüsse und die Thora klagen. 

2. Nach Vers 34, 6: lino ND^D DimiN, Hadrian besucht 
die Gräber von David, Josua und Mose, letzteres aber 
kann er nicht entdecken. Nicht alfabetisch doch ge- 
reimt. Endigt: '121 yrv N^l 2''n21 tDp ^t2Vpb . 

3. Nach Vers 34, 7: UDV rhl^ in 6 gleichartigen Sätzen; 
Aegypten, Nil, Meer, Wüste, Sinai und Felsen erwidern 
der nach Mose fragenden Mutter, dass sie seit jener 
Zeit der Wunderthaten Mose nicht wieder gesehen. 

4. K'»Dlß'2 ntfi' «nb«, Mose's Gebet und Ergebung, alfabe- 
tisch in vierzeiligen Strofen, endigt J^72V pW tOül TJ?. 

5. i<ü^m tWü N:«, Mose's Thaten in 25 dreizeiligen Stro- 
fen, von denen aber 12 in hebräischer Sprache, jede 
schliesst ND'»m rwc T» bV- 

6. KtOD "12 pO *12 p2*^^C mit durchgehendem Reim fcü, nicht 
alfabetisch. 

7. n'»n'»2 pHD iVy rP'»n21 n^21ü, das mit Versen 2in22 
schliesst, 6 Strofen stark, ''endigt H'^nTil ^b^: ^zb b^sn 
und ist von Simeon Duran erläutert worden. „Tobia 



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— 75 — 

[Mose], von seinem Schopfer sein treuer Hausverwalter 
genannt.^ 

Von dem Targum der Lectionen abhängig sind 
A) die poetischen Dibra's nebst Eröffnungs- und Scbluss- 
stücken am Wochenfeste, B) die Illustrationen des Mose- 
Liedes am 7. Pesach, C) die Reschut der Uebersetzer 
an den Festtagen und D) die Hymne iTTit< des Hoch- 
zeit-Sabbat. 
A) Wochenfest: 

Ktyno "hl^. Mose fordert die Engel auf, ihm die 
Himmelspforten zu öffnen. Weigerung der Engel. Trotz 
ihnen erzwingt er den Eingang und ruft ihnen zu, er 
werde nicht eher wieder zur Erde zurückkehren, als bis 
er die Gesetztafeln und die Thora erhalten. Das Stück 
scheint aus zwei verschiedenen Dichtungen, die beide 
nicht mehr vollständig vorhanden, zusammengesetzt. Die 
erste, reimlos, reicht von 'X bis H, ist 2- bis 4fech alfa- 
betisch un^ ein Gespräch zwischen Mose und den En- 
geln, schliessend H^D^D po« nn^O*? ^D1D p'hü m '»«1 
K>33 rWüb. Die zweite, JTfnS HIWO p'hü^ anhebend, 
alfabetisch bis zum Buchstaben 'tO, jede Zeile *iy an- 
hebend und gereimt in Abtheilungen mit dem Anfang 
n'^PD «:« ryh hat den Refrän Ij; b^V^ T^^D DD'»« T» 
ninw «n'«1W aO'^«, mit welchem vermuthlich jede Ab- 
theilung schloss. Einzelne Stellen darin sind hebräisch, 

z. B. nD*»« '»m, pypin onBwny mp'» -rnin u. a. m. An 

diese Composition schliesst die folgende an, die wohl 
demselben Autor angehört, nämlich: 

nyi^ H'^lt^ ^HTO )«D, Hymnus im Wechselgesange 
zwischen Mose und den Engeln. Die zweizeiligen Strofen 
beginnen alle "plD ]t<30, die erste Zeile schliesst lO^ 
nira, die zweite t(^DHbü |nDK, die letzte (12.) Strofe: 

uhH2 roDD "»D uhbrv2 ipwh rwo idn D^b^nK2 n'^pn 3"d 

K^DX^D p'TDN. Auch hier sind die Buchstaben H, '1, 
'D, *)?, 'D, 'li und 'n hebräisch. 

]tbno ''D1D3 W: bj )b^W in 14 gleich reimenden 
Zeilen : die Grösse und Güte Gottes sind wir zu schil- 
dern unfähig; schliesst mit der sinaitischen Gesetz- 



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— 76 — 
gebung. Ende: pxn'^^n bj H^ jD'^bl i^DKai 1^3*1« «"»Dir 

Nun begann die Lection Ezod. c. 19 und 20 vers- 
weise vom Targum begleitet, und bevor mit dem De- 
kalog fortgefahren wurde, rezitirte der Vorleser: 

nD'^ob ITY»!««, Erhabenheit und Werth des nunmehr 
in der Uebersetzung vorzutragenden Grundgesetzes; 22 
auf pi reimende Zeilen, endigend l^T) ^21!\ |^^ Pjb«. 

Nach der Vorlesung jedes einzelnen Gebotes trat 
das poetische Dibra oder Alfabet') ein, an das sich 
das dazu gehörige palästinische Targum (rK<0^p ^^D1 
u. 8. f.) unmittelbar anschloss. Solcher anonymen Dib- 
ra^s sind 17 bekannt, je 2 für das erste, zweite, neunte, 
je 3 für das dritte und siebente, je 1 für die übrigen 
fünf Gebote. 

Gebot 1. 

a) inp^ t<sriK, die Thora ist das Brautgeschmeide für das 

erlöste Israel; zum Theil nach dem Midrasch des hohen 
Liedes gedichtet, eilf vierzeilige Strofen. Schluss: 

b) nrara ND^y r\^:pn^ NDN, in 22 «:« anhebenden und 

gleich reimenden Zeilen verkündet Gott sein Thun: 
die Schöpfimg der Welt und die Wohlthaten gegen die 

Väter; Schlusszeile: «^Ml ^^ JTini nn^n WN. 
Gebot 2. 
a) n^iin, das Gespräch zwischen dem Zwerg (KD)D), d. i. 
Nebukadnezar und den drei Männern, die die Anbetung 
des Bildes verweigern. Auf jede Aufforderung des Kö- 
nigs antworten die drei einer nach dem andern; ihre 
gemeinschaftliche Antwort bildet abwechselnd die bei- 
den Refräns: pn^nSn rm 1^ ))ST th2 'pisD t6 ]}^; p nv< 

pn'»nbn )mi ü)y^ t6 rvü^'^n^^. Reimlos, dreifach alfa- 
betisch von '^C bis 6. Die ersten Zeilen der 6 unge- 
raden Strofen endigen t<D^ l[\rh *1DN, der 6 geraden 



*) mratn ]^^jsbt< ("ijno bnt< v- po). 

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— 77 — 

tVysn lOH. Die erste Strofe nach dem Eingange be- 
rinnt )ynD in''«. 
b) tfd)}h Y^ T^ ^"^ r^^ r^« behandelt in 22 Strofen 
die Nichtigkeit der Götzenbilder, endigend t6 priN r6«1 
76 ^in\ Mit Ausnahme der Buchstaben m^, die zwei- 
zeilig, haben die übrigen je vier Zeilen. 
Gebot 3. 

a) (CX rWü ^«, in 21 vierzeiligen Strofen — die Strofe 

für den Buchstaben 'p fehlt — jede ausser der ersten 
n^n beginnend, berichtet Mose was er im Himmel ge- 
sehen, schildert die göttliche Gerechtigkeit, Alwissen- 
heit, den Thron, die Engel. Ende: HTQW a^^'» k:n rvh). 

b) ^ISO JDHISTDl tS^r«, eine Abmahnung vom falschen 

Schwur, in 22 Zeilen, ohne Reim. Schlusszeile: p 3in 

-posrm KDjwa ^apnm rcnnm ir»3 Toiy (abgedruckt in 
'yw m«D f. 210). 

c) jnnKT) iö "^DIO |:tlD«, die schrecklichen Folgen des Mein- 

eides an biblischen Vorgängen nachgewiesen. Auch 
hier heisst Nebukadnezar «0^. In 13 vierzeiligen ge- 
reimten Strofen, von welchen die ersten 9 je zwei Buch- 
staben, die letzten 4 den Buchstaben nt^'lp angehören. 
Endigt '»Dm ^^ pi ^OD^l ^K^n. 

Gebot 4. 

^Q^p11 Mp*^') von der Heilighaltung des Sabbats; es 
wird auf Joseph , der durch Fischessen den Sabbat aus- 
zeichnete, ferner auf den Fleischer in Laodicäa, der 
ahnliches that, verwiesen. Die ersten 6 Strofen, den 
Buchstaben 'H bis h gewidmet, sind zwiefach al&be- 
tisch; die übrigen Buchstaben des 2"t< stellen Strofen 
7 und 8 — diese letztere in 6 Zeilen — dar. Ende: 

rxh^ n^now rPTDjn mm. 

Gebot 5. 

\mDK DT^^^6 prCP ID«, Isaac's Bereitwilligkeit als 
der Vater ihn zum Opfer bestimmte. Nur er, später die 
Engel und Gott, werden redend aufgeführt*). Schluss: 



«) UeberBcbrieben HD^ ""l^ in codd. Rossi 804 nnd 959, — •) nicht he- 
ntkta.t in Beer*B Leben Abrahan's S. 66 n. t 



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— 78 — 

-a rrh} rvnyai nh^n rrh -^nraw |^D'»pm ^o^^« «in ^pn 

Gebot 6. 

rx^yi^ nhro nDn'»N*), Joab^s letzte Klage, Ermah- 
nung an seinen Sohn Joel und Tod. Hat nach Be- 
endigung des Alfabets {iobü riDH u. s. w.) einen Nach- 
satz von sieben Zeilen, anhebend 2NP yütt^ TD, endi- 
gend rWDi 12 D«T» ^tOpn'^NI bv, der die Hinrichtung 
durch Benaja erzählt und in welchem 4 aufeinander 
folgende Zeilen mit den Buchstaben \in''p)l anheben. 
(Eine Stelle daraus fuhrt Salomo ürbino im "TJTID ^HN an.) 

Gebot 7. 

a) P)^pn P]D1^, wie Joseph der Herrin widersteht und ihre 

weiblichen Gäste bedient, die in seinen Anblick versun- 
ken das Trinken vergessen, oder sich in die Finger schnei- 
den, ist gleich den beiden vorhergehenden Nummern der 
Illustration tt^y^H ähnlich gebauet, nur die Introduction 

vor dem Alfabet {t^b^ TI ]b TT^U) reimt. Ende: nx 
N''DV»1 «'•mPD THO 'n N3K (Maleachi 3, 5). 

b) Nb^3 ^^nb rY^i^N, endigend '»:dd1 '»30, bereits im 12. Jahr- 

hundert commentirt (cod. Rossi 159). 

c) NnnKT p ^1K, Warnung vor der vom Weibe kommen- 

den Gefahr, 22 vierzeilige Strofen, die Zeile meist 
2 oder 3 Worte stark, die je dritte Zeile hebt ^1 an. 
Die letzte Strofe lautet (ohne ^)): ny)JCD)*) nnoi D^lPü mn 

Gebot 8. 

U^nw ^b^no KnXN, Abmahnung von Stehlen und 
Hehlen, 11 vierzeilige Strofen. Auch Absalon wird zu 
den Dieben gezählt Endigt: 1V\y\ pp'»T Hobjh D^BIDI 
N3U0 ]\r\b ^DlDl. 

Gebot 9. 

a) n«nm ryt<b^V ^^b\t^ p"^^? gereimt und zwiefach alfabe- 

tisch, endigt pnDW. 

b) fcOpir «IHD «^'»1 nn:iN«, endigt fTTI «DD ^JD |«D. 



*) üebersetzt in meinen Analekten N. 5: Joab, S. 40 — 43. — •) al. 

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— 79 — 

Gebot 10. 

I^nom priN, alfabetisch, ist vier-, gegen Ende zwei- 
zeilig, endigt jTnD l[^ühy llCOn HND D^m. 
Die Sehlussstücke waren: 

J. .T^m^briiSD 'H ]'\nn> nnw p^l, endigend KD1DD «H^ Nim 
(Machsor Nürnberg). 

2. 'm «n'^mx Ton bis n'^d^j; '»d^jt^i (cod. Rossi 159). 

Beide sind in ungebundener Rede und standen wohl 
im palästinischen Targum. 

3. p n\S p-lipD p^N, 20 Zeilen stark, endigt plüO '^)nob 
Httny «Djn (cod. Uri 254). 

Passahfest. 

Unter den in das Targum des Mose-Gesanges (am 
7. Tage Pesach) eingelegten Stücken befinden sich: 

1. nit<^ ID«, die Worte Pharao's Exod. 15, 9 parodirend; 
jede der dreizeiligen Strofen beginnt HtOO 10t< oder 
D**!« *1DN, nur die letzte beginnt HB^ *1DK und schliesst 
mit den Worten aus j. Targum Exod. 14, 13*). 

2. mratC' p^n, Hymnus nach p^'m, auf l{hü 'H u. s. w. 
gebauet, der Refrän*) ist dem j. Targum (Exod. 15, 18) 
entlehnt. In Strofen 2 bis 6 lobpreisen die einzelnen 
Stamme. Ist vermüthlich von einem griechischen Ver- 
fasser') und in *)nB^ ^1^ Ende abgedruckt. 

Introductionen 

für den Uebcrsetzer der Haftara an den Festtagen sind: 

1. pb'DÜ min 3D'»N*), gereimt bis pb b'hai HDD; hierauf 
ein Satz HNI^iD -lD«n''N1 ^^t< bis IDNI .K^nD mn HDI; 
hieran schloss nach Beendigung der Haftara an : MI bv 

ran^) -[nDn^ bis p« no&o Nin 713 «tmpi rr^Di^ 7^3. 

2. ND*) KH^K Dip p im DD'»« in 2 gereimten Strofen — 
die zweite eine Erweiterung des 2Ü^H N. 1 — woran 
alfabetisch sich anschloss p3D*a^ IpnbH u. s. f. bis HM 
pb ^''^Dn; hierauf ein Satz rWD3 [^:i^D] '»"P bj; n^D«l 
bis Niop '»DHl. Am Schlüsse: po^ ND^J» TSjn «nb« «in 
endigend: -pan^ n'»Dir fcOD^ ''D^J^I D^j6. N. 1 ist aus 



ben). — ») po^ ^^p^ Kji^y -^i «3*^ H'^n^Db- — ») vgl. in der letzten 
Strofe die Worte p^^JI«, DTiniX» D1K'»rüT^D«- — '') ^«^- o^" S. 19. 

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— 80 — 

Machsor Vitry und französischen Mss., N. 2 aus dem 
Ritus Fas in cod. Leyden 94 f. 121. 
3. >D^^ bD ^DIS 6k, alfabetiscb mit stetigem Reim, endigt 
>D1tOD1 "^ho ]D^in. Der Verfasser sagt von sich t<^ OU^ 

D. Am Sabbat der Hocbzeitwoche 

rezitirte der Neuvermählte — er war bei der Lection 
der dritte Aufgerufene, die Brautführer folgten — nach- 
dem er seinen Abschnitt gelesen: 

n^raiß^ rP3nfc<, worin die Hochzeitfeier des ersten 
Menschenpaares beschrieben wird: die Bäume Edens 
nehmen Theil, Engel sind Brautführer und Gäste, Gott 
spricht den Segen über den Wein'}. Das Stück, das 
nur hie und da zufalligen Reim hat, endigt N^ro yr\ 
fcODiy'»3DDDT«D'»n, woran Verse 3irOD anlehnen. Hierauf 
folgte die Lesung des Abschnittes pT O^^D^0'), Text 
nebst Targum und die übliche Benediction. 

VUI. Hoschana. 

Die wenigsten unter den üblichen Hoschana's sind 
durch Nameuzeichnung auf bestimmte Verfasser zurück- 
zufuhren. Von den hier folgenden Stücken, die fast 
alle gleichen Reim haben und meist den leiten franzo- 
' sischer und afrikanischer Gemeinden angehören, darf 
im Allgemeinen ein nach-kalirischer Ursprung (900 bis 
1150) angenommen werden. 

1. ^}nn ^y^ pi«, endigt ^yxh mrawo -PDn, ein Gebet wie 
es scheint als -Nachahmung des ^yit^ ']nyK. 

2. OntO rODB' Sn«, endigt DTTI ^TTi) jTin, eine Fürbitte 
für Israel. 

3. \tnr\H) TTStt' ü>^3 T^K, die zweiten Zeilen beginnen 

4. ruijnc^ -ja di«, endigt ny^y^ ynpj runotfi'n. Israel's 

Noth und Treue wird geschildert. In allen folgenden 
Stücken wiederholt sich derselbe Inhalt 

5. nmo« ntß^p ^ba D1«, endigt m^t<rh Vtn nv \tnrT\, hat ein- 
zelne Ausdrücke mit der vorhergehenden gemein. 



>) „Ein wohlgeluDgenes Loblied .... man schenete nicht zorück vor den 
abenteaerliclisten Bildern" (Gesch. d. Jadenihums Th. 2 S. 250.) — *) RitnsS. 15. 



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— 81 — 

6. noro ms qik, endigt nü^vTh bb^\tn^ nvD^n ^^n. 

7. npp^\i; -[nnK ni^'s^ cix, endigt nppiK' nioNn. 

8. n^ifi^n nspn '•oain "»oidn, endigt N:ymn noiN Drn pnn, 

in mehreren Ausdriicken der N. 4 gleich. 

9. uhn'ü njntr pix w«, endigt ü^:2) mzx pnm i^yob rwyn. 

Vielleicht ist C^^Tm CitOp zu verbessern. 
10. nint< mnne'DH cn IDT WN, die Zeilen endigen njntß', 

das Ganze nj;DK^ D'^DH -pOil. 
IL msWDOD C'im C^pi:4<, endigt PDlirp "p^TX H^vinn. 

12. D'^mboD H'^yO D''^12iN, endigt DTUX: np:X pxp. 

13. DTl D^on mx'pBD nx, zweizeilig, endigt JT^n D^b K^nn 

14. D'^üxr) p2D TJTT» 3x ]}xh, endigt mciTO "13112^ xninn |j;d^ 

D''2finS) cn ni&'X. Unter den 32 mit ]I?D^ eröffnenden 
Stücken beginnen 18 dem IH"»« ]yDb ähnlich mit 2X ]yDb, 
Abraham bezeichnend, welchem mehrere biblische Män- 
ner der Zeitfolge nach sich anreihen. 

15. DnU^X DXD DX jVob, endigt ünSIDH ^iDD 1%1D HDlfl p«ob. 

16. fninbx m^ DX |J;d^, die je zweite Zeile beginnt J/DIT; 
endigt im Ms. beim Buchstaben y mit ^DIX^EIJ b^ IDD^. 

17. yük DVn, rD'^y2 noin DX ]yüb, zweizeilig, die erste 
Zeile beginnt jVD*?, die zweite D1%"1; ebenso in der nächst- 
folgenden. Ende: miDJ?D IS^l^ Clt' Sy mn'' '•np ]PD^ 

xii^ni ^nn n\ üra xfen iu'ti'pxk' crn m. Ist die vier 

letzten Buchstaben abgerechnet zwiefach alfabetisch. 

18. orn u^y^ ^bw p Ti-'^n dx Wüb, endigt ^^iidd ^c^n om 

19. p *^K^^ DX jJ/Ob, endigt im Ms. beim Buchstaben 'D mit 

20. X3 npD noi: dx jyo^, endigt HÄDx:) nnp nrsbn bn ivob. 

21. '»onn miDD mi mix jvo'?, endigt inix: bx"itt^^ ^y. 

22. n:nD T\r\Th 21:0 jpd^, nach pnirn, endigt rr^D n:3 ]yo^ 

x:-i xn^x. 

23. ™yD Dnp \-ibx pjY^ lyob, endigt x:j:y ^y dci. 

24. '»itt^ pxi nnx ^X ysiob^ die folgenden Strofen beginnen 
]J;d^, alle zweite Zeilen DVn; letzte Strofe: VrOTS IfKh 

ZfXDM Literatorgesch. der syn. Poesie« 

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— 82 — 

wyinn i'^eoio oy ^ix:b •i'^nn nvn '•ii^'^N p%n3ib Tnjn bzDD 
'•:trn Dra. 

25. HDI Ü^Z*Mp 1103 pw ^?< n^yc^, zweizeilig, jede Strofe 

hebt jjvr^h an. Endigt: ycz' jiit\xii pnx h^ yyr2b 

pt^'NI n) DVD ^:'•^J;1t^^ Das Stück hat einige Anklänge 
an Abitur'ß pp: bx. 
2G. mXDlin %lbN ^iycb, ein Hymnus, der erst mit dem Buch- 
staben 'B in das Gebet übergeht. Endigt now Hj^H 

nraiic DT21 Niyinn. 

27. Di'T'BI^Ni 13N1 1D1N1 inXD, endigt HOlJJini D'Vn) p'^HD 

DTnnbini. 

28. DTDibxDi DX1CD1 cnNDi D1ND, endigt ^NitT» yzy Hx jm&nn 

DTT^HDiriD nrapo ^DD. Die Zeilen iur 1 und '1 fehlen. 

29. C^^'O njDIX ^n\X rOP nach ir^-D n"«, endigt H) I^KTD: pb 
HT by n) p:in^ n) Cy. Die zweizeiligen Strofen heben 
ny^l an, eben so in den folgenden Nummern. 

30. tob: npn '•^dix n:y nach t«, endigt D^yin Dnb irnfi 
n^iott^ d''3''d:i nynit^. 

31. D''n ^OlC^D D'^IDN rov nach 3"N, die zweiten Zeilen haben 
stets — n voran. Letzte Strofe: rV2 nnOK' npub roy 

32. D'^pnK' pitt^ 'TyiT' r3\sn mV nach pni&'n, Ringworte ver- 
binden die Zeilen. Die letzte Strofe lautet: D^p^t^Q r\y}) 

D^Dim yz^2 inoit^'' m:iyci D'^pi« opiN ^d3 D'^pim nwim 
D'»p'»ny. 

33. nnpi^ "innDN HDT»« n^y, nach 3"&<, die zweiten Zeilen 
haben auch Mittelreim. Letzte Strofe: |M ^\tni* roy 

nnnoi byco nnm nn«an nmiormn«. 

IX. Thorafest. 

Besonders fruchtbar war die synagogale Dichtung 
für das Thorafest, dessen Doppelfeier*) Gesänge und 
Rezitationsstücke hervorrief, die theils an die Respon- 
sorien, theils an die Lection anschlössen. Die Stücke 

i) Ritas S. 86 ff. 

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— 83 - 

13i2pnn, rhv ^ und noifc'NI ^^:n dürften dem geonäi- 
sehen Zeitalter angehören. Ausser einigen bereits an- 
geführten aramäischen Sachen sind hier noch folgende 
zu bemerken: 

1. I^'':! IJr^B^, einleitende Strofe mit Refrän }tn^y\ b^i^ u. s. w. 
Das eigentliche Gedicht beginnt M^N n^^HN und ist 
zwiefach alfabetisch, bricht aber nach 5 Strofen ('N 
bis 'n) ab. 

2. yit<r\ bs jnvh yi)n mit Refrän IDlß^ 13-131, bricht eben- 
falls nach den ersten 5 Zeilen ab (Ritus Corfu). 

3. niDD Dp «bt^ ]1D1N*). 

4. nnrp jronb pw ny 3np2 W in einem Machsor des 
provenzalischen Ritus; Zwiegespräch zwischen Mose 
(liy D:) und der Stimme innD'^tt^D h)p VQ) , Endigt P)DNn 

5. ^D« Dn*1D W. Mose fragt, warum er, der so wunderbar 
erhaltene sterbe; man antwortet ihm, damit die Men- 
schen ihn nicht zum Gott machen sollen; ist nach 
zwiefachem 2"^ aber nur 4 Strofen stark. 

6. ViVn bD W, worin die je dritte Strofenzeile '»DWtS'i '»3 
anhebt. Mose wird ein ausgezeichnetes Sterben ver- 

- heissen. 

7. nro nbv n^yich W, reimlos, alle Zeilen schlies- 
sen nz^. 

8. rhy^D )}y r"»« W, zweizeilig, mit vollständigem 3"«. Der 
Segen der Stämme, aber Binjamin und Ascher fehlen 
(Algier). Endigt Ppv pN. 

9. rhv W ^^ W, dreizeilig, Refrän Htt^D 113, endigt TDD 

htnw"^ yi^t^ bt^y\ jninD (franz. ms.). 

10. niDN 'i<b in 3 Strofen ('X bis '1); auf die Frage in 
6 Zeilen erfolgt die Antwort in 4, introduzirt mit 

Dvn aajD dt»« i3''ti^m. 

11. HD "»JK nob pW n^a nit^. Nach diesen jede Strofe er- 
öffnenden sechs Worten folgt eine Reihe von Thaten, 

jede ^3 anhebend. Jede Zeile endigten—. 

12. rrm h ppin niS^« ir»«, jede Zeile fängt tr»N an und 



U oben S. 60. 

6* 



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— 84 — 

reimt iT\ oder^X'^. Ist die Klage Jochebed's, der 
Mutter Mose's. 

13. iWp) no b)p2 ^2'DV npjni, mit strofisehem, hie und da 
mit Mittelreim. Abenesra (Gen. 46, 23) führt daraus 

die Worte '»DHinn nPiK "»CX "Orv an. Besteht ausser 
dem Eingange aus 10 Strofen mit Strofenreim; die letzte 
scheint jüngere Zuthat. 

14. rwü nE)''DN3 ninsKi D''irpn rnnto '»:itfinn nimx nc hy 

lautet der erste Satz eines aus 22 Sätzen bestehenden 
alfabetischen Gedichtes mit den abwechselnden Refräns 
''DX 12DV '»On^nn T»« und '»Dnn D'»D. Ist die Klage Mose's. 
Endigt niTD ir'xn DDI niD'' N^ "»D (frz. ms.). 

15. n« TOD m:« HD DX, alfabetisch und reimlos, eine Er- 
mahnung (röm. ms.). 

16. y)2 nirx n313"l nxn in 6 D^■^bx schliessenden Strofen, 
ein Pismon über den Segen der einzelnen Stämme. 

17. 2WD niD^yo nWü bjni, Variation des Schlusskapitels 
Deuteron. Die Strofen beginnen und schliessen wie die 
Bibelverse. 

18. rwi22 my «'•D: Dp «^, womit jede Strofe anhebt, die 
zweite Zeile ist meist ein biblischer Vers. 

ny?h px, s. Binjamin b. Samuel. 
. Piut. 

Unter dieser allgemeinen Bezeichnung begreift man 
häufig Gesänge und Vorträge, durch welche der öflFent- 
liche wie der häusliche Gottesdienst an Festtagen oder 
bei Festlichkeiten bereichert wurde. In die üblichen 
Gebete eingeschaltet oder dieselben eröffnend haben 
viele solcher Compositionen sich lange Zeit, einzelne 
bis heute, im Gebrauch erhalten und sind ein Be- 
standtheil des Machsor oder des Siddur geblieben. 
Es gehören dazu Maarib-Zuthaten , kurze Keduscha's 
für Musaf, Reschut zu Keroba's, Ilaftaren und für den 
Neuvermählten, Verzierungen des Nischmat und des 
Jozer, Lieder am Ausgang des Sabbat und am ersten 
Abend des Passahfestes, Tischgebete und Gesänge bei 
Hochzeits- oder Beschneidungsfeier. Die ältesten Stücke 
sind die anonymen. 



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— 85 — 

Pesach-Maarib. 

D^TinD V2t< noS, zu dem Maarib HiSn bt< niN 15^*6') 
gehörig, hat im deutschen Machsor die abwechselnden 
Refräns nOD T\ '»Q'^D und HDS) T\ ^^2, in franz. Mes. 
indess den durchgehenden Refrän riDD T\ "h'h^. 

Musaf-Keduscha. 

Auf den Schluss DD\"lbx 'n '»:« folgt die DD^rbt< — 
und in den ältesten Stücken ^iN DD\"1^K — beginnende 
aus einem einzigen Abschnitte bestehende poetische 
Bearbeitung. Dergleichen war nur in französischen 
und deutschen Gemeinden üblich. Die grössere vier- 
theilige poetische Keduscha war an hohen Festtagen, 
in Frankreich jedoch eine solche auch jeden Sabbat 
gebräuchlich, anfangend 

a) Tro: iriNb, b) j)ü Donn'» iDipDo, c) ib pNi tik 'n 

'':K^, d) das nächstfolgende D^^I^N. 

2. ^72V DnW '':N DD^n^N, mit Versen SITOD schliessend; 
am Sabbat 

3. mon ni^ßi nraS '•:« DD\"I^N, endigend "TiDX^ DIHD; am 
Festtage. 

4. nn^n non '»JN DD\1^«, 7 Zeilen gross; wenn am Sabbat 
eine Beschneidung stattfindet. 

Für den Festtag am Sabbat: 

■f? Wp nriN mn^N, das vor mn« nn« eingeschaltet 
wurde. 
Reschut: 

1. Schacharit Sühntag zu Kalirs Keroba yOTD IDIp^ 'H 

^:e) Tii n''Nnb, endigt jicnir "nm. 

2. Musaf Neujahr mxi ^W^ lO^INS ^BIPDX, in vierzeiligen 
durch Ringworte verbundenen Strofen und vierfach 
alfabetisch , daher die strofischen Versschlüsse in dem 
ersten Worte den Alfabetbuchstaben der eigenen, in 
dem letzten den der nächstfolgenden Strofe akrostichisch 

habeni *), z. B. ntco üVD pK , D'^u p^^y bnyo, vTüh 'rh m. 

Es haben sich aber nur die ersten 9 Strofen ('« bis 'ü) 
bis W^* O na^b DTÖ erhalten. 



M oben S. 73. — «) ähnlich in den Chatana ^yt^ß i^y HTIN (Joseph), 
ny f'w mOB^N (R- Tarn), n^nVl TTDN (Elia b. Schemaja). 

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3. Grosser Sabbat zu "n *^^N, Anfang und Ende fehlen, 
hebt an bei den Worten nipn rWTD niony JH« ^h) 
niDlBn, worauf in vierzeiligen Strofen die Buchstaben 

'n bis ': folgen, aufhörend mit irani ^1^^!JX nbw p "^pn 
mp'» mo nDS"o "»nun. 

Für das Thaugebet: 

4. TH'' Sn*? INSX, alfabetisch, endigt nn^'lb ):h 7»b^ü. 

5. b^ ^bv mns^ p:nra b'^ra N12«, alfabetisch. Die Zeilen 
endigen ^tO; endigt ')2) SITOD bt: HD^^^D i:cn^ "pan. 

6. Am 2. Tage Pesach für den Seder tW^Jt< (s. unten): 
'»n'T'n mrCD nnnDN in 12 Strofen, endigend pn^ VrP 

Wochenfest. 

7. Vor p-lN: nifi^ DDH H^yD DniDIl "l'^J? bx, zweizeilig in 
gereimter Prosa, die aus Pesikta bekannte Begegnung 
Mose's mit den Engeln; alle Namen, die Mose führte, 
kommen vor. Endigt p«ir ^7133 ND^D TlHN "^Nn h HDjn 
mZD ND23 ntDbw Ctt'JJ. Die bisher genannten Reschut 
sind ungedruckt 

Thorafest: 

8. SlTin bsn mißnc, mit durchgehendem Reim. Mss. haben 
nicht pTüD niCHDI, sondern nur 4 Zeilen niCHD, 
welches das richtige, da auch in den poetischen Re- 
schut stets nur vier Autoritäten — Gott, Thora, Lehrer, 
Gemeinde — genannt werden. 

Introductionen zu HDl^O oder jnx ^K: 

1. Tini niN ^D, an festlichen Sabbaten (rr^lCinD oder Cha- 
nuca) entweder in Nischmat (vor "]^ HOT ^D) oder in 
Jozer (nach ']D*^VO P« bis D'^riDH n^nnb) eingefugt, eine 
Variation des Thema "pDD ^D in eilf zweizeiligen 
Strofen, die erste Zeile ^D, die zweite DVD "]10D anhe- 
bend; die Thaten Gottes von der Schöpfung bis zur 
einstigen Erlösung. Ist in H. 62 kurz erläutert Die 
letzte Strofe lautet; Dra 7IDD DH^Dn D^D)b:D ^^W '»D 
D^\tn2b rrwV nnxDn. Der Ausdruck njn©'' (st. njHD) 
erinnert an HNDP^ im Jozer HTTIKn HTIN. 

2. n^n 2S:p3 inm^tC^ DK^'^K^N*) vor D'':m: nZB^, in eilf vier- 



i) Tgl. 8711. Poesie 425, 433. Ritas S. 334, 239. 

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— 87 — 

zeiligen Strofen — zu 4 Worten die Zeile — eine 
Darstellung der Schopfungsgeschichte, mit Liwjatan- 
Kampf und Sabbat scbliessend, dunkel und schwer 
verständlich. Ist zwiefach alfabetisch; Buchstabe 'n 

lautet: Vli\^ 12^ b)h)h HDn 11233 miii^ nKT;D33 iionn- 

Stellen daraus werden in Hlinn Wnn ms., D'»3p] "MH 
la, Tos. Succa 36 b angeführt. Erklärende Randglossen 
haben cod. Harl. 11,639 add., codd. Rossi 1033,655. 

3. '))y2 rh^ ]Wtn *), endigend iTTT bl3''33 beschreibt in 
12 dreizeiligen Strofen — 10. und 11. Strofe fehlen — 
die Sternbilder und wurde angeblich bei Hochzeiten 
gesungen. Der Stil erinnert an HlC'^lfc'N. Mit bnn K'jn 
21py (Monat Cheschwan) vergleiche man ^1303 DJH 
u. 8. w. in Kalir's Tekiata und Geschem, mit ^*1N3 
i(^rri das H^nn -n^O im Thaugebete. 

Am Hochzeits-Sabbat wurde vor ]nN bt< intonirt: 

4. ^n^< b« u. s. w. D'^tt^n nh\t^ D^nn PDFü, die letzten 
14 Zeilen erflehen die Befreiung; hat stetigen Reim 

und endigt Dn5T;Dn ^3D n3ir ^m< ^vn. 

5. pN b^ u. 8. w. njri3 n^m pijn)2 D^vp2 rhynn ro \^'»dx 

'131 "1^1301 ^n3 nD3n3T, die Zeilen des Gedichtes stets von 
denen des Gebettextes eingeschlossen, daher doppelt 2"^. 

6. jn« bt< u. s. w. DniDi nrm \sn3:i c^dd«! nuD ipv no^ra, 

endigend mpH ^iSINI. Die beiden letzten Stücke iü 
cod. Rossi 586. 

7. |nK bx u. 8. w. D'^trw n:i3n3 n>i2W) pN no'' nD3n3, 

hat wie N. 4 den Reim D^^, CD. 
Am Sabbat- Ausgang: 

1. n:3n 13''C''3 i"nnD3 obinn'« nöX, reimlos, fuhrt die ein- 
zelnen Propheten auf, endigt D%"1 HDlfc' by. 

2. D3N''3r) N^33, worauf der Anfang «IH ^:« '•^N, zwei- 
zeilig. Schluss: ]V2i nx 'n cn: "»3 |r*?j; b^ 1133 in 

'DI 3in33. 
Elia-Lieder: 

3. "CnDS IIP mix li^X, reimlos, endigt mit mehreren ir^N 

4. X''3n IitSx u. s, w., Anfang: X^p niTX tt^'^X, von 'X bis 



t) codd. Vat. 105, 232. 

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— 88 — 

^W hebt jede Zeile ir»X an, für 'H sind 2 Strofen, die 
Schlussstrofe beginnt ^D ^"^K'X. 
5. mbl n:in3 ^::d 2« mit stetigem Reim (n^)*) und Re- 
frän n^bx N'»3:n It"»«. Die Habdalä's und Elia-Lieder, 
schon früh in slavischen Gegenden üblich, wurden 
namentlich von Tobelem und R. Tarn empfohlen'). 

Pesachlied: 

n«^ h '»D nw h '•D, Anfang: TOiSm nnx und die 
Schlusssätze ^bl .^b, deren Bezug auf 1 Chron. 29, 11 
und Ps. 89, 12 schon cod. München 69 angibt'). Das 
Lied ist im Machsor Vitry vom Jahre 1282 und wird 
in Taschbez (§ 99) genannt 

Hochzeitgesänge : 

1. n^V pSi in 8 dreizeiligen Strofen, von welchen die 
3 letzten pFI zeichnen, beginnt mit Gebet für Israel. 
Ende: ni^H Plblp V^ü^rh, 

2. "ly^ inn'^l^.'TJ? "»^D rh^ wurde nach Beendigung des n^iHN 
iTTOlt' in den Segen (yi3l^ ^O) für den Neuvermählten 
eingeschaltet, dreizeilig mit Strofenreim; nur die ersten 
8 Strofen haben sich erhalten. 

3. pON niD ^1X\ dem vorhergehenden ähnlich, der stro- 
fische Vers endigt 'H; vorhanden sind die ersten 
8 Strofen und der letzte bx^r^D XWrh b^< Dl^ -pDH'» 

'n rm^ nx. 

4. b^W'h U^rh^ Zlü ■]«*) im Tischgebete zwischen «im 
"ly^ 13bc3^ und dem Gebet pmn für die jungen Ehe- 
leute. Das im Sillukstil gehaltene Stück schildert, 
nach der Hagada, wie zur Zeit des Messia David den 
Segen über den Wein spricht und die in der Hölle 
befindlichen befreiet werden. Endigt bxb p« Dnciwr- 
Es wurde bereits von Ephraim aus Bonn erläutert 
(cod. Rossi 655). 

5. m'»y n"»«*» mi pmn in dreizeiligen Strofen, die pnVI 

anheben, unmittelbar dem DItO "]« folgend. Es sind 



1) vgl. Ritus 58. — «) y^ Th. 2 § 95, Piske Recanate 137. — «) vgl. 
Reifmann in ^ Th. 2 S. 70 u. f. Landshuth Hagada (1855) S. XVIir. 
— ^) rO^y^ yO^ DICD 1X< »™ ^s. überschrieben. 

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— 89 — 
in der Handschrift indess nur 8 Strofen (n3Ö7n3Dfc<) da, 

endigend iri DinrD rhro^ ptsn ^bz. 

6. Ein kurzes Tischgebet roi^y ÜV xnx hat cod. Turin 29. 
Halachisches. 

a) für den grossen Sabbat*): 

1. D^rnriö "n ^n«, schon im 12. Jahrhundert angeführt'), 
hatte in Handschriften') seinen Platz vor Jannai's Silhik, 
an welcher Stelle es z. B. in Mainz*) rezitirt wurde. 
Erläuterungen dazu sind in H, h. 17, Rossi 655, Sor- 
bonne 95 und sonst. 

2. ü^mm D'^im lyoK' p2^ introduzirt: :in HD^n nnra« 

D^yyi PIDDn, dreizeilig (Ms. Kopenh.). 

b) Die Observanzen für Festtags-Ruhe: 

nmnb Oy yu rw^i<, das in den letzten 5 Strofen in 
Erlösungs-Gebet übergeht, zwiefach alfabetisch, endigt 
Dr OV 'n -ym ^bbn:1 (Ms. franz.). 
Eine ziemliche Anzahl alter Piutstücke, die, obwohl mit 
Namen- Akrostichen versehen, doch wegen des unbestimmten 
Charakters der Namen und des Mangels jeder sonstigen Kunde 
fast als anonym anzusehen sind, möge hier den bisherigen sich 
anschliessen: es sind Arbeiten von Abraham, Elia, Isaac, Je- 
huda, Joseph, Menachem, Schabtai. 
Abraham. 

1. Jozer für den Sabbat vor dem Wochenfeste D^Dp n^lDX 
pD{< 1b2i^<, in welchem die Weisheit preisende Stellen 
aus den Sprüchen die Strofen Schlüsse bilden, besteht 
aus 22 Strofen und einer den Namen zeichnenden 
Kadosch-Strofe. 

2. Sulat Wochenfest DM^« 'H nniSID «3K, illustrirt in 
8 Strofen die Haftara Habacuc, endigt ^nii'»:üD. Jedoch 
ist das Akrostichon des Namens nicht sicher. (Mich. 443.) 

3. Maarib Hüttenfest nS) )Tl&^^n3 nnpN, dessen letzter 
(6.) Satz endigt D'^WD ^inS) D'»3n3n 10D . Das Mittel- 
stück Dyv2 D'^^D nw^N im«, endigend jiijni ^:a mi3j?, 

hat Strofenreim. Der Name ist zweimal gezeichnet. 



<) über den *yi;Q einer Keroba s. oben S. 68. — •) Hajagchar 203, 
^v^^O ^s-» Tos. Sebachim 95 b, Meir Rothenb. Rga. 441. — «) Rossi 655, 
München 4, Harl. 6714, H. h. 36. — *) H. h. 37f. ID^d unten. 

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— 90 — 

4. Silluk Hüttenfest ''ND3 '»SD ]Vp:'2 ym^ hat drei alfabe- 
tische Abschnitte, jeden mit stetigem Reim O^i b^-. cV 
Endigt übhm tmp '»K^^IT^D (Opp. 15G8 Q. B.). 

5. ßeschut zum Moseliede an Pesach wnnDtsnra ^1S nP5i<. 

6. Ofan P]Dira liJDN mit zwei abwechselnden Refräns. Es 
kommt b^b (bbvh) und P]5in für Flügel vor. Die Zeile 
hat zwei Worte. 

7. Ofan nWDn3 PIN TT13D, metrisch in 5 Sätzen; sowohl 

die Anfangsworte mraiWD niXID^Q PIN als die Strofen- 
Anfange PK^btt^, PT^I, 11002, PI« zeichnen D"CiN- 
Vermuthlich weil mit Meir's Jozer TTK im Gebrauche 
heisst er in Elasar^s Buch von der Seele ein Ofen 
R. Meir's. 

Elia. 

Jozer des 7. Tag Pesach '•ilDH ^D1« zeichnet den 
Namen in beiden Kadosch-Strofen. 

1 8 a a c. Hoschana's : 

1. Wjn^in D-'Dn W^^'O btrwtn ^''dA, zwiefach alfabetisch, 
ohne Reim, jede Zeile schlicsst «oytt'in, die letzten 
4 zeichnen ebenfalls zwiefach den Namen. Schluss- 
zeile: 'mn D'^DN") "»^npo pnnn tatp. 

2. Wjnnn n? ^2^12 üm2^ '»n^X wie N. l gebaut. Schluss- 
zeile: itnn nn n^ipo wnipb nnp. 

3. Dipo nom, endigend HIT^X PK1, zeichnet 13 pnP. 

4. pl n'>DN Pp:« «:«, zweizeilig, die erste Zeile hebt n:H 

an, in der zweiten bildet den Schluss ein Name der 
zwölf Stämme dem W HiP^inn) folgt. Die letzte (l"2.) 

Strofe lautet: ll^N ^:3 HCOD PinDp 1^^102 ^^3n si^* tOS 

^<: njrnni. 

5. jnDlb jnt''' Pyi^inr in 6 Absätzen, nach der Weise meh- 
rerer Hoschana's von Abitur jeder zu 2 Strofen, mit 
strofischem Reim bn. Ist gezeichnet ^Tl'* ]üpn pn^T. 

Endigt bn ^2ny '»npb d'^ndj^d D^sm. 

6. nynir nyDlt' pmnb ^Di< jy^b, zweizeilig, die erste be- 
ginnt '^bj die zweite drückt die Bitte aus, jede Zeile 
schliesst n^DC^; die letzten 4 Zeilen zeichnen den Namen. 
Endigt n}D\t; rOlD '»DD1D PiPP b^p. Die Nummern 1, 

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— 91 — 
2, 4, 6 sind offenbar von einem und demselben Ver- 



Jozer des grossen Sabbat lyOD nbw W niH^N, endigt 

Drhtno) D^yno rv^m, zeichnet pn prw. Für den 

„ersten" grossen Sabbat lautet die Ueberschrift, daher 
wohl für den auf den 7. Nisan fallenden Sabbat. 
Wahrscheinlich ist unser Verfasser Isaac b. Jehuda, 
der auch ein halachiscfaes Jozer zum Sabbat vor Pesach 
geschrieben. Der Inhalt ist gleich dem derjenigen 
Sulat, welche die „befreite Braut" besingen. 
Jehuda. 

Neujahrstag: iSl«: l6 TP py n*»!« ist ein Hymnus 
auf "^^D 'n u. s. w., unmittelber an das nächstfolgende 
^DHIN anschliessend, hat 28 Zeilen zeichnet miV und 
endigt Tjn D^1j6 -p^D*» 'H hhrv 'jyt^ Wp'»! 1TP '»D Di. 

D^lC^ttnn "»DH^N ein „Melech - eljon* - Hymnus in 

23 dreizeiligen Strofen. Die letzte lautet: poi V^ 

^ d? noB^^ NDnn 2b nntoD mgTD rnn a^ rmhyr\ 

Sühntag: 

nrrbHTI NJ^< für Mincha in 8 aus 3 dreizeiligen Strofen 
bestehenden Abtheilungen, hat drei abwechselnde Re- 
fräns. Der eigentliche Anfang ist U*111i 1^ lAn\ Drei- 
&ch akrost. pFI mpl 

Hüttenfest: 

1. Jozer TOiyo ^rbnb "lt<D^<, im ersten Theile halachisch, 
im letzten hagadisch. Der Name ist zweimal ge- 
zeichnet. 

2. Sulat !TD) ns^ feiert den Auszug und ist vermuthlich 
von dem Verfasser des Jozer. Die Schlussworte '1TIV 
0*^331 DDN stimmen mit der französischen Rezension 
und mit der des Machsor Vitry, wo ^ViV statt niiy im 
Morgengebete (Luzz. Diwan f. 39 a). . 

Thorafest: 

Jozer HD'IDD ü)t<b HDID nyOK^N, in 44 Strofen, 
zwiefach D"«, variirt die Versanfange der Parascba 

HTün ntm . Ende : npins p)0«3i npipm nni npim fo^* ^pn 
npnn if^n b^n 

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— 92 — 

Joseph. 

Sulat zum Hüttenfest "^^^2 rhM DV, in 6 Abthei- 
lungen, jede von 3 Strofen, mit 3 Refräns; der dritte 
die Abtheilungen schliessende lautet: ütVhyib liD^ p 

Drvbnt< vh^^) ün'hy noiy py. Endigt: y^bn "nj? p« rD 

Menachem. 

Keduscha für Mincha des Sühnfestes, deren 4 Sätze 
wie folgt anheben: a) D^MD D'>^N1« HDD, b) ID^pDD 
iri, c) ITDlb Tl«, d) 'H'n l'D D^^nb^<. Der Verfasser 
hat die Keduscha VJIDX 11123 vernmthlich gekannt. 
Schabtai. 

Jozer des Zwischensabbat im Passahfest, anf. PI^SK 

Von den Ungenannten und Unbestimmten rücken wir nun- 
mehr zu den eigentlichen Trägern der nachkalirischen Poesie 
vor, zu den Dichtern des peitanischen Zeitalters, die uns meist 
geschichtlich, zum Theil auch durch sonstige Leistungen be- 
kannt geworden, von welchen einige und 20 den spanisch-ara- 
bischen, etwa 80 den germanisch -romanischen Kreisen, und 
hierunter 21 lediglich der Selicha zugehörig sind. Die spa- 
nischen Dichter, kaiirisch im Bau der Keroba, gingen, was 
Aboda, Asharot und Hoschana anbelangt, ihren eigenen Weg, 
ersetzten die Hagada durch poetischen Schmuck und philoso- 
phische Tiefe; Maarib, Schibata einerseits durch Mostedschab, 
Tochacha und zahlreiche Pismon und Lieder, anderseits durch 
Nischmat, Mikamocha, Meora, Ahaba, Geula, häuslichen wie 
öflFentlichen Gottesdienst mit Liedern und Gesängen verwebend. 
Mit dem Ende der Epoche (J. 1140—1150), welches zugleich 
die Todeszeit ihres grössten Dichters ist, war die Umgestal- 
tung von Piut und Selicha vollendet und die peitanische Dicht- 
form hatte für die Länder der spanischen Cultur aufgehört. 

Desto lebendiger blieb sie in den von Palästina bis Süd- 
frankreich reichenden Kreisen. Der Piut in Kalirs und seiner 
Nachfolger Weise umfasste, in die Synagogen eingeführt, nach 
und nach sämmtliche Theile des Gottesdienstes. Unter den 
60 genannten Peitanim, von welchen zusammen — Selicha's 
ungerechnet — wir gegen 500 Stücke besitzen, haben allge- 
meine Gebete vier Dichter verfasst; für Sabbate schrieben 26, 

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- 93 — 

Sabbatlieder u. dgl. 8, für den 9. Ab 3, den 17. Tammus 1, 
den Esther-Fasttag 2, Purim 1, für das Sühnfest 10, den Neu- 
jahrstag 6, Pesach 17, Wochenfest 11, für Hüttenfest (nebst 
dem 8. Azeret) 6, Hoschana's 1, für Thorafest 4; aramäische 
Stücke schrieben 3. Der Zeitraum lässt sich fuglich in zwei 
Abschnitte sondern, von welchen der zweite mit dem Zeitalter 
Tobelems (1055) anhebt, so dass den vorausgegangenen Jahren 
15 genannte Piut- und Selicha-Dichter mit etwa 200 Stücken 
zufallen. 



V. CAPITEL. 
Fiut-Dichter von Saadia Gaon bis Zahlal. 

Saadia b. Joseph (891 — 941), der berühmteste unter 
den Gaonen, der in seinen gottesdienstlichen Compositionen die 
fliessendste und die schwerfälligste Sprache redet, in jener ein 
Beter, in dieser ein Peitan, in keiner ein eigentlicher Dichter, 
hat Klagen für den 9. Ab, eine Aboda, zwei Asharot, zwei 
längere Gebete verfasst und seinem Siddur einverleibt. Auch 
wird ihm eine arabische Illustration der Zehngebote zugeschrie- 
ben*). Die Asharot ausgenommen, trägt keine Arbeit seinen 
Namen; möglich, dass mehrere von den in seinem Siddur vor- 
handenen Selicha's und verschiedene Zuthaten zu den Stamm- 
gebeten ihn ebenfalls zum Verfasser haben. Die künstlichen 
poetischen Arbeiten sind vergessen, nur die einfachen Stücke 
in schlichter Prosa haben sich in mehreren Ritus erhalten. 

1) Die N^^n ynb^ 'H DN beginnenden Asharot heissen auch 
die 613 Gebote, bestehen aus sechs Abtheilungen, gleich den 
älteren Asharot H^rUH ^^^< nach T^? und p'^Ä^n abwechselnd, 
jede Abtheilung aus eilf gereimten vierzeiligen Strofen mit 
wiederkehrendem Strofenschlusse zu Anfang der nächstfolgenden 
Strofe [Ririgwort]. Die einzelnen Gebote sind nach Klassen 
zusammengestellt: im ersten Abschnitt 97, im zweiten 103, in 
beiden zusammen 200 Gebote, im dritten 121 Verbote, im 
vierten 92 [37, 40, 15] und 135, also 227 Gebote, im sechsten 



*) „Jozer« (Register in de Rossi catal. codd.) ist ein Irrthum. 

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— 94 — 

65 [40 und 25], im Ganzen 613 Gebote. Der fünfte Abschnitt 
zählt die Verbrechen auf, die mit Todesstrafe belegt sind, näm- 
lich 71 gleich der Anzahl der Mitglieder des Synedriums; 
der erste zeichnet akr. F))^« ^DV p TJK^ nebst yotO pFl'). 

2) Die Musaf-Keroba, welche die Dekalogs -Asharot ein- 
schliesst, beginnt nhr\ D1^ bliN D^'^bx*), anfangend mit drei 
Strofen für die ersten, schliessend mit eben solchen für die 
letzten 3 Tefilla- Nummern. Nach der dritten Strofe wird in 
der Tefilla fortgefahren bis DflDSlD D^TOH '»il^n, worauf auf den 
Vers ']Zyüh (Dan. 9, 19), der aus dem Busseritual bekannt ist 
und "^oy schliesst, 5 Strofen mit Ringworten folgen, anfangend 
rb}i^ ipy, endigend OniDDH Dra, anlehnend an den Vers ÜV2^ 
oniDDH (Num. 28, 26). Die folgende Strofe r\prw HttTH endigt 
ttnbtt^, anlehnend an Vers Exod. 34, 23 (\th\t;). Die nächst- 
folgenden 6 Strofen haben Mittelreim, bestehen demnach aus 
8 Halbzeilen, einmündend in 9 DinDD-Verse, die yrbt^ DM^N 
^D34< (Ps. 50, 7) schliessen, ein passender Uebergang zu dem 
^D^ beginnenden Dekalog. Die 6 Teiilla-Nummern sind gleich 
den Zwischen-Strofen alfabetisch (mit zwiefachem n"ß') und die 
Schlüsse der Strofen bestehen aus den Halbversen Ps. 19, 8 
bis 10, ein Zeichen, dass damals noch die Psalmen in Stichen 
abgetheilt geschrieben wurden. Das Stück liK^l^m ist über- 
gangen. 

3) Die Dekalogs-Asharot, anfangend n^DIN l^« ^DÄ<, be- 
stehen aus zehn Alfabeten , abwechselnd D''^< und p*lB^n, an 
der Spitze eingefasst von den je ersten Worten der zehn Ge- 
bote, ausserdem aber und zwar gleich mit dem Beginn der 
Keroba von den Worten Ps. 68, 8 bis 21 (ü'rh^ bis rhu). Die 
je dritte Strofenzeile fangt mit dem ersten Worte der Verse 
des hohen Liedes an {"VW, ^^p^tn u. s. f.), nur in den zwei 
letzten Strofen sind auch die Strofen-Anfange dem hohen Liede 
entnommen. Die vierte Zeile der Strofe ist ein Bibelvers. Im 
zehnten Alfabet bilden die ersten Zeilen akrostichisch den 
Namen ^ÜV p Tyo . In jeder Abtheilung werden die Gesetze 
einzeln aufgezahlt die aus dem Gebot entspringen und deren 



4) Rapoport briefliche Mittheilung und in l[)yoj^ 1862 S. 325. — «) Der 
Zahlenwerth der Worte ^x ^" tlü^Ü^ "st dem Ton M^x PDP Q TPO 
gleich (Rapoport a. a. O.). 

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— 95 — 

Anzahl am Schlüsse angegeben. Diese Zahlen, nach den ein- 
zelnen Nummern des Dekalogs vertheilt, sind: 1) 80, 2) 60, 
3) 48, 4) 75, 5) 77, 6) 50, 7) 58, 8) 59, 9) 52, 10) 54. Die- 
selben Zahlen wiederholt Saadia im Jezira-Commontar, Elieser 
b. Natan im Maarib des Wochenfestes, Elasar b. Jehuda im 
C^nn 'D und — mit anderer Vertheilung — der Verfasser des 
tal^n *1DWD. Bechai hat bei einer ähnlichen Ausführung keine 
bestimmten Zahlen. Ausdrucklich bemerkt Saadia, dass der 
Dekalog bis "]jnb ^S^'N 613 Buchstaben enthalte, welches be- 
kanntlich schon bei Nachschon Gaon und Bamidbar rabba^) 
sich findet, während der Hinweis auf den Zahlenwerth von 
tT\T\ (611) bereits dem dritten Jahrhundert angehört. Die er- 
wähnten Halbverse aus dem 19. Psalm hat der Midrasch auf 
die Mischna-Ordnungen bezogen: ibn Schoaib, der unsere As- 
harot erwähnt, wendet dieselben auf die 3 Klassen der Gesetze 
an. An einem andern Orte findet Saadia im Dekaloge die 
zehn Kategorien wieder. 

4) Die Aboda )pi;^ '•il^D enthält 22 Abtheilungen, jede 
von 8 Reihen mit verschränktem Reim, so dass der Reim der 
ersten Halbzeilen durchgehend bleibt. Die Schlussworte der 
geraden Reihen — durchweg eine biblische Stelle — sind die 
Anfänge der ungeraden mit vorgesetztem 3; die alfabetische 
Ordnung geht durch alle Reihen der Abtheilung, z. B. aus 
Abth. 7 (1): 

1. mp iK'« iTiT» bv HDDD Ti'^m n:pb. 

2. nyp} Ty i:b2Dn p nis^y ^^mi np2 ni. 

3. 'Dl jw: D^ion ir« irob. 

Abth. 1 bis 3 behandeln die Schöpfung, 4 und 5 Adam 
bis zum Thurmbau (Kain wird nicht erwähnt), 6 und 7 Abra- 
ham, und letztere namentlich die Opferung Isaac's; Abth. 8 
Jacob und die Söhne, 9 und 10 die Befreiung und das Prie- 
steramt, 11 bis 21 das Thema der Aboda; 22 ist ein Schluss- 
gebet in einer weniger künstlichen Fassung, endigend lOHVi) 

5) Gebet yab 'n wn nnt^, in welchem die meisten Ab- 
sätze ü^rht^n 'n Xin nn« anheben; es schliesst mit drei Jehi- 

«) Arach t,£)n- 

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— 96 — 

razon und dem Verse Ps. 28, 9. Die Stelle ah^3\t^n "»D i^NI 
zitirt Bechai in den Herzenspflicbten. 

6) Gebet ^nrP ÜW D:, nriDn ^DDI^ 'H, dessen letztes Viertel 
(\\T^ %T pDI) als Vidui in das Ritual der Bussezeit über- 
gegangen. 

Beide Gebete, wegen ihrer schlichten eindringlichen Sprache 
von Abenesra gepriesen und von Maimonides für die häus- 
liche Andacht empfohlen^ haben jüngere Znthaten und Aen- 
derungen erfahren; die cod. Rossi 997 vermerkten Sachen 
sind Stücke aus diesen Gebeten; die in cod. Rossi 895 be- 
findliche Techinna ist die erwähnte Vidui. 

Zweifelhaft ob überhaupt von Saadia oder ob nur nach 
seinen Uebersetzungen gearbeitet ist: 

7) Die arabische Illustration der Zehngebote, für den Got- 
tesdienst am Wochenfeste bestimmt, zum Theil in gereimter 
Prosa, in eilf Abschnitten, deren erster die Eröffnung bildet, 
anfangend HND^D ^K ^bllXH, ganz im Tone der Hagada; die 
einzelnen Gebote intonirt ein ähnlicher Satz wie das paläst 
Targum und der Midrasch der Zehugebote haben. Im ersten 
Gebot geht dieselbe Reimsilbe (T — ) durch 30 Sätze, auch die 
Gebote 2, 3, 8 enthalten gereimten Vortrag. Im dritten ist von 
den Heroen die Rede, die erfolgreich Gottes Namen angerufen, 
von Henoch bis Jona, ähnlich dem niyK' ^ü des Busserituals; im 
vierten werden die zehn Dinge angezahlt, die jedes als in 
seiner Art das siebente bevorzugt worden, zu welchen na- 
mentlich der Sabbat gehört. Dieselbe Zahl und fast dieselben 
Gegenstände haben das Buch Jezira, die Neujahrs-Pesikta und 
Wajikra rabba, während Jalkut 12, Pirke Elieser 8, Midr. Ps. 
(c. 92) 6, Bamidbar rabba c. 3 und Piut ^22 WD IN nur 4 
namhaft machen. Eine gleiche Hervorhebung der Zehnzahl 
ist im fünften Gebot bemerkbar, üeber das Zahlenverhältniss 
des Antheils, welchen Gott, Vater und Mutter an dem Körper 
des Kindes haben, sind die Angaben schwankend: Tr. Nidda 
hat 9, 5, 4; Tobia 10, 5, 5; das Compendium des Buches Ha- 
pardes 7, 5, 4. Unsere Illustration gibt jedem gleichmässig 
10 Glieder oder Kräfte. Noch sind im vierten Gebote zwei 
Wort- Alfabete im Piut-Stil zu merken: 1) die Ermahnung 

zur Hochhaltung des Ruhetages niyn H^Vl HI^SJ HTID rnD"DXl 

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— 97 — 

u. 8. f.; 2) der Sabbattag ist K^MDX DT», nD13 ü\\ 'h'h:i DV, 
TTTlDT^ U.S. f. bis raKD Dl\ Ein kurzer Segenspruch schliesst 
das Ganze. 

8) Klagelieder oder Selicha's in schwerfUlUger Sprache, 
in vieler Beziehung derjenigen einiger kaiirischen Klagegesänge 
ähnlich; sie sind sämmtlich für den Fasttag des 9. Ab be- 
stimnat und wurden wahrscheinlich im Frühgottesdienst als 
Selicha's rezitirt. 

uro 7T\ TTX, 8 Strofen mit Ringworten, das erste oder 
zweite Wort des Strofenverses ist DV; endigt pH pTTV iOnn ÜV, 

"^rtnan mb "nsx, 8 Strofen, die Schlüsse der Strofen 1 bis 7 
bezeichnen, meist nach der Mischna, die 7 unglücklichen Er- 
eignisse des Tages; endigt pTO l^nOKTil. 

niODOi n^^J '»D "h TT»)«, 8 Strofen, in der vierten Zeile der 
Strofe Mittelreim *), die Zerstörung der 7 Hciligthümer; endigt 

Dmn Ti^nraiTDi. 

^D I^Vü HD'»«, in 12 Strofen, die mit den Anfangsworten 
von c. 1 beginnend mit einem Namen der zwölf Stämme 
schliessen, endigt plD'»lD Hj^ pö^3 pD\ 

ny^p '»nSB^ «npn, in 12 Strofen, nach pntS^n, so dass in 
umgekehrter Reihenfolge die Strofen mit den Anfangsworten 
von c. 2 beginnen und mit einem der zwölf Edelsteine des 
priesterlichen Brustschildes schliessen, endigt ^«KHJ^ HS pPHD 

myÄD nan W, mit dem Anfang von c. 3, 6 Strofen, die 
dritte Zeile hebt an h\ die vierte «^1, endigt 2^ bv HibyP «^1. 

"IT? nniPT^ riD^N, ll Strofen, die mit den Anfangsworten 
von c. 4 anheben und mit der Aufzählung der zehn Herrlich- 
keiten*) (m^np) schliessen, von denen Midr. Ps. c. 75, Midr. 
Thren. f. 72 c., Midr. Sam. c. 4, Jalkut Sam. § 81 die Rede 
ist; endigt '»miWD pp Dil. 

nratO ]^ noian 'IDI'), 12 Strofen. Die Versanfange von 
c, 5 beginnen die Halbstrofen; ist den zehn Märtyrern gewid- 
met, mit deren Namen die Strofen 2 bis 11 schliessen. Die 



*) ». B. pP23 HTTD Vm ^hp^ ^ nOINI ~ *) Abraham, Mose, Is- 
rael, Priesterthain, Levi, Prophetie; 7)p;g;p(vgl. Ra«chi Jes. 5, 1. 8) Altar, 
Joseph, Mewia. Midr. Thren. hat statt der siebenten und achten: Isaac, Tempel 
[Midr Ps.: Jerusalem], Thora, also eilf. — ') syn. Poesie S. 164. 

7 
Ziuu LIteratargeseh. dor syn. Poetle. * ^^ I 

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— ge- 
letzte Strofe beginnt ):y*\t;r\ und endigt 0^03 nVü HinN DliiyDO. 
|nn^ HD DX »TID«, 6 Strofen, deren Schlüsse Bibelverse. 

Endigt '»:Dn:n Dioni. 

Meborach b. Natan halevi, der, wiewohl sein Vater 
ein karäischer Lehrer gewesen, von den Rabbaniten gelernt hat, 
lebte in Palästina, wie es scheint im Zeitalter Saadia's. Er 
verfasste ein Klagelied *12y ^DD ^DDXn, aus welchem vermuth- 
lich die von Jefet angeföhrte Stelle ist; ferner ein Chatanu 
K^KI On: jmD*), in welchem der Ausdruck xp'lfc^ tryin an 
Jochanan hacohen erinnert, und das gleich seinen beiden Vor- 
bildern nach der grossen Pesikta gearbeitet ist und den Stro- 
fenschluss Urux hat. Noch 4 zum Theil metrische Klagelieder, 
in zweien derselben auch mit dem Namen des Grossvaters — 
b. Nisan — gezeichnet, enthält ein 5 bis 600 Jahre altes ka- 
räisches Gebetbuch; die Identität ist fraglich. 

Jochanan hacohen b. Josua*) ist Verfasser zweier 
Keroba's: 

1. Wochenfest; a) DVX IC^jnn Npn«, alfabetisch •« bis 
n, endigt n«2ib ^\trh^tO mit dem Verse ^^b\t^r\ mra Dircr; 
hierauf der Schluss ]^nrh' "Hpl^ D ('l^ und Tl). 

b) DVmn y\ riTinn, umgekehrt alfabetisch 'H bis 'i, en- 
digt ^^i'^üh D^TB^lD 11^: mit dem Schlüsse n'^^<n Ü^y^ {"2 und '«). 

c) nn "f? r\rnn\ endigt rbvn rht^)y mit einem Schlüsse 
rhy^ D^"^b^e, endigend KD'» p'^TO, der von Versen 2T03 einge- 
schlossen wird; akrostichisch') der Namen, vielleicht auch |Tn 

d) Introduction ^^^ 'H p31, anf D'ül&n pN nOD DIID W, 
die einzelnen Absätze beginnen nach alfabetischer Ordnung, 
endigt inn HO timo. 

e) Illustration des Dekalogs, D''pm nim nit«, abwechselnd 
3"K und pTB^n, in 13 Abschnitten, jeder mit durchgehendem 
Reim, endigt rrhp) nniDH ]):^W. 

f) Silluk nmnni D'»CODtWDrn O^pnn nb«, ähnlich dem kali- 
Tischen Anfang D^pnm DTTyn nt)K, endigt D^l^t^tC^ DD^ob D^'D^J^D. 

In d werden, wie bei Kalir, die Mängel der Erzväter, 
und zwar wird bei Abraham angegeben, er hätte mit Gottes 
Barmherzigkeit bekannt nicht so hart sein sollen, seinen Sohn 



*) syn. Poesie S. 165. — «) vgl. gyn. Poesie S. 81. Ritus S. 66, 68, 69 

(wo Z. 5 Piut St. Silluk), 82, 237. - 3) J,^;-, ^^^ yyy,^ y^^ j^p.p. 

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- 99 — 

schlachten zu wollen. Es ist bemerkenswerth , dass dasselbe 
10 den Eeroba's von Binjamin b. Samuel und Joseph Tobelem 
vorkommt, während Kalir und Simeon den Abraham nur wegen 
seiner Frage (Gen. 15, 8) tadeln. Aber merkwürdiger, dass 
Jochanan selber die Bereitwilligkeit Abrahams in der folgen- 
den Keroba ihm als Verdienst anrechnet 

2. Sühn fest, anf. t8T»D j^B^, in welcher gleichfalls der 
Name am Schlüsse des dritten Stückes ("I^HK) angebracht ist, und 
zwar in (vermuthlich) 5 an DiriDD-Versen anschliessenden Strofen, 
von denen indess nur 3 in den Ausgaben sich befinden*). In 
dem Gebete ^DNK^: ybH ist der Name in der Kadosch-Strofe 
angegeben. Das Gebet ÜToh D^*PT mit dem Strofenschlusse 
•pOD W ^ — dergleichen alle TefiUa's dieses Tages am Schlüsse 
haben — gezeichnet jron pm^ ist vermuthlich unvollständig 
und Musaf angehorig , obwohl das romanische Machsor es in 
der Ordnung für den Vorabend hat. Dafür sind im Musaf 
noch folgende Stücke, die ähnlichen Compositionen des Scha- 
charit parallel, vielleicht einzelnes enthalten, das unserm Dichter 
gehört, nämlich: 1) ^KTip DI« (5), 2) pW NiK (8) ist N. 7 des 
Scbacharit, 3) '•Srü IpG^^ Ilt'K (10), 4) HD« D^rht6 nDN (20), 
5) Ip^rv Kt/H (21), 6) zu dem Thema Dimi nn« pJH ■)« das 
nur im deutschen Machsor vorhandene 13^ |^N "jK (33), 7) i^iJpD 

mrü .... (34), 8) -poK Dn^DDH (37), 9) n:i: "iih (38), lO) i^m« 

nsjn nDN, jetzt im Schacharit Corfu, 11) Silluk jr\)r ^ (41), 
12) nO'»N3 Dn^DKDH (50), 13) '»OlS^ ]J»^ Ht^« (56), 14) 1'»'TN DV 
nnroi (57), 15) nc^N DV (58), 16) und 17) zwei Mikamocha- 
Gedichte: y2i< pN und nin^'bDn nbx (59), welche fast alle 
dem römischen und altdeutschen Ritus gehören. 

Die Wochenfest -Keroba hatte ehemals ein griechischer, 
die Sühn -Keroba haben der romanische und der römische 
Ritus. Aus ersterer war ÜltD TX in Mainz und Lotharingen, 
der Silluk allein an einigen deutschen Orten üblich. Wie es 
scheint gehört der Verfasser nach Griechenland oder Italien 
und ist jünger als Kalir. Dass in einer Saadia und Hai an- 
fahrenden Recension des Amram'schen Siddur*) die Keroba 
TjJU^t^ genannt wird kann nicht befremden. Jochanan ist der 



*) onte^a arh odtd), rmn tq-id (m-i)» ttt non cmn ▼«J- 

Ritus S. 99, 140. — <) Ritus S. 99. 



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'— 100 — 

älteste Peitan, der in den Keroba-Schlussen seinen Namen 
zeichnet. Mitunter bedient er sich peitanischer Wörter *), doch 
ist dnrchgehends der Stil leichter als der kaiirische. 

Judau hacohen b. Misatja') (»TriDD), dessen Vater- 
namen nach süditalischen oder byzantinischen Orten zu wei- 
sen scheint, hat in den Benedictionen die älteren Schlussfor- 
meln'), auch seine Sprache ist alterthümlich. Wir haben von 
ihm nur eine Keroba für den Fasttag des 17. Tanimus, an- 
fangend D1^ D'^JQ"^^<, in 18 Strofen, jede aus 6 und 4, zusammen 
10 Zeilen bestehend. 

Salomo b. Jehuda, genannt hababli^), hat schweren 
nicht selten dunkeln Satzbau, ungefügige Wortstellung und 
eine harte Sprache, die nur hie und da, z. B. in dem silluk- 
artigen Schlüsse des Pesach-Jozer fliessender wird. Er macht 
einen starken Gebrauch von targumiscben ') und talmudischen ") 
Ausdrücken und scheint der erste zu sein, welcher Pesach- 
Jozer schrieb, seinem Namen ]t£pn hinzufügte, Selicha^s mit 
Namenzeichnung versah und ausfuhrlichere Akrostichen, auch 
von lebenden Angehörigen, einführte. 

Sowohl Inhalt und Sprache seiner Compositionen als deren 
ausschliesslicher Gebrauch in den romanischen und germani- 
schen Orten verbieten die Heimath des Dichters in arabi- 
schen Ländern zu suchen und "h^ auf Bagdad oder Kahira 
zu deuten. Rom heisst in Targum, Midrasch und Fiut die 



«) angeführt syn. Poesie S. 373, 378, 386, 394, 401, 415, 417, 459. — «) \-]^^ 

üb^tm^ nyo) in "°<i "irjw ntn^D ja*? -[nixir- - *) syn. PoeMe s. i67. 

— 6) z. B. im Pesach-Jozer: -p^D "ITH» IDtOin (N'»tDn)^ "pllO» "pHD ^DU» 

'»xnö» "hipy "hy im, ttib^; '« n. s: nn'»n^D, ity\^y h^bd- cd^jj pso 

(Sulat N. 6) ist anch Mechilta Abschn. yQ*»«) Ende und Pesach-Hagada ,"|)^3 
npyD I stammt aus Targam, worauf auch Hai im Commentar zu ly^ ^^' 
weist. Dasselbe bei Isaac halevi, inMeir's Jozer "^v^^ und Selicha "llOH, ^«'r 
Maarib -^^^^ 'n Abschn. ^HN- — *) ^*na Pesach-Jozer: )^^ D)aO)i> HTOZ^ 
•rorttO» ^NIID rU^DK^ (^gl. rü^DK^ rh: n hm N-IIMI der Pesach Hagada); 

DHiD vpvpy niDp t6 nDtfc^> ni^ibaö nDT> d d3 '»3^, p:Di l'T^n» ^dqd ^5 

u. a. m. Im Sulat N. 6: pi^^ ^©n , nHDID TOT» HI^TJ^D DTB^nS 

7dA d'»d:d3. p tidD) Di -pro o:, nmi^ D^'^n, nn: nitn» prD 

|D\nD1, npyo nOD; n'»:?»«! JTSDD nbüO »ach Mischna 0^3 c 27 
und 28, 

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— 101 — 

grosse Stadt*), auch Babylon'), wie bereits beides die Apo- 
kalypse') hat. Hiermit hängt die Uebertragung von HOT;*) 
auf Rom und später auf die Christenheit eng zusammen. Die 
Christen werden sogar Babylonier genannt*). Es scheint daher 
unser Verfasser aus Rom') oder ßyzanz^) zu stammen und 
hat wahrscheinlich in griechischer oder süditalischer Gegend 
gelebt In diesen Ländern verbreitete sich talmudisches Wissen 
im 10. Jahrhundert; im 13. Jahrhundert galt er für den Lehrer 
Meschullam's b. Kalonymos^) und nebst Simeon und Kalony- 
mos aus Lucca als eine Generation vor R. Gerschom®) blü- 
hend. Sowohl akrostichische Selicha's als der Gebrauch von 
X*1D") für Islambekenner wird erst gegen das Jahr 1000 be- 
merkt. Da ferner Elia b. Schemaja, der im 11. Jahrhundert 
in Bari lebte, in Sprache und Ausdruck seiner Selicha's grosse 
Verwandtschaft mit Salomo zeigt, so kann letzterer nicht frü- 
her als um 980 angesetzt werden, eine Zeit reich an Verfol- 
gungen, von denen Salomo's Selicha's widerhallen. 

Von seinen Arbeiten ""ist wohl der grösste Theil verloren, 
da die Alten ihn mit Kalir zusammen nennen'^); vermuthlich 
ging dem Chanuca-Sulat ein Jozer voran, auch wird das Sühn- 
fest stärker als nur mit einer Aboda bedacht gewesen sein. 
Ausser Selicha's sind folgende Piutstücke Salomo's bekannt: 

1. Aboda ninabn nilX, reimlos nach T« und pntS^n, jede 
Zeile zu 5 Worten. Im TK und der ersten Hälfte des p^VB^H 
ist jeder Buchstabe 8 fach, von der letzten Hälfte sind 7 Buch- 
staben (O bis 'n) 20 fach, das Dalet 16- und die drei übrigen 



>) Targ. ObadiaEnde, j. Taanit 1, 1. Midr. Tbren. 73 b, 78 b, Kobelet 96 o 
(Jalk. 185 b ob.); «Talk. Jos. 58 a. Vgl. syn. Poesie 441. — *) Midr. Caat. 9c 
Tl^SD VyD' Midr. Ps. 121 und Bamidbar rabba c. 7 Ende ^33 pD ÜTiHb fcTlp- 
-- ») 17, 5 und 18. — *) syn. Poesie 125, 440. - «) Genesis-Hagada c. 27. 

— *) Rapoport Einleitung zu den Rga. der Geonim 12 b. Indess ist die Be- 
zeichnung unseres Peitan mit „R. Salomo ans Rom** (M. Sachs Machsor Th. 7 
S. 89) unrichtig. — ') ^HDI N^DDDN *" ^^' ^^ ^ (*° JIDN "I^D) ™i' ß»" 
flilins in Verbindung gesetzt ist Constpl. Aus derselben Zeit stammt die Nach- 
richt, dass der Babli in Spanien begraben sei. — ^) cod. H. 17, Commentar 

2« roon «nd jnr» 11«. ~ •) "hoon nob\^ '11 «2ü'»a3D ^n pvois^ ni 
Dtru Iran bop DTOi xpi^D ra« orawp '^ii [.übw> 'iiJ (ß^^- L"«"- ^- ^^^o 

— 10) Salomo, Abitur, Gabirol (fy^^ und 3^^), Schabtai, Binjamin, s. syn. 
Foeeie S. 445, 448. — ") Hapardes f. 43d. cod. München 6f. 241b: »^ ^m2 

iniDD Dp t6 i^3Dn mht; m ibp nw^- 

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— 102 — 

Buchstaben 8 fach, so dass das Ganze aus 444 Zeilen besteht, 
von denen Zeile 1 bis 208 die geschichtliche Einleitung 
und die folgenden die Aboda-Beschreibung ausmachen. Dass 

die 375. Zeile gerade Ü^^H) — nob^ ist 375 — beginnt, ist 
vielleicht Zufall. Den Anfang führt R. Natanel *) an, eine andere 
Stelle R. Isaac b. Abbamare und R. Jomtob'); sie heisst bei 
den Alten ^MH yy^OD 1"ID') oder '»bs^n m\2V "110^), am deut- 
lichsten ^bssn nüb^ li^D'l b^ TD*). Eine alte Handschrift 
und das romanische Machsor enthalten Commentare dazu. 
Der Buchstabe 'X, der das Werk eröffnet und schliesst, lautet 
wie folgt: 

Anfang: 

rvw DiK^ m<wr\ vnürh px 

n^öDi niao niio Dipo '»x 

mioyn Wd nxbo ^tb i\t^H 

Ende: 

mriD yhüb nby^t; u*y\'ct< rr»x 



1) CommenUr ms. zu Sei. |y^ ^^^ -p^: p q^ ^^f^ ^^,3^ rWpm 

rmrai r^ra nnra |n ro fDta p mo^en -no u^yts^tn b mo "jK^n 

nitn^bn» ®* betrlAft die Worte niO^I ftüDI '^"^ «*oc° bekannten Streit 
zwischen Mischna and Baraita, der aach seit Serachja halevi die Ausleger be- 
schäftigt. - ») nrann m(tn) ^^^^ onoi« i^nk^ ^^n rniDy nncs ^n^Kii 
pTin nin^^b) ]wir\ nonn in« nniN; «Tton *»«* hid^d? pTini- i>*«> 

Stelle der Aboda lautet: l^yQVtQ nj;3*1fc< lij} pUm TO^'^SD- I^«r Ausdruck 
W^n nonn "iriK gehört nicht zum Citat, gibt nur die Stelle nach der Kei- 
henfolge an; denselben oder einen ähnlichen findet man bei Jose, Saadia, 
Meschnllam und in der franzosischen Aboda. — >) Ascberi Joma 94 d. — 
*) s. Anm. 2. Nachmanides zu Joma Ant (Alfasi). Ms. bei Geiger Zeitschr. 
Th. 3 S. 283. — 8) TrO"tn §• ö29. -j''^.^, y^ §. 281. Jerucham niPH OIH 
7, 3. Tur I, 621 (Conforte 18 b nahm y^ für Gebetsordnung). 



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— 103 — 

inSiB' n'»'»{on «snm rhyD rarw 
DiDin iK^nc^i rvytn )xn' w 

2. Peeach-Jozer yt^ *11{<, aus 6 Abtheilungen bestehend^), 
in welchem Salomo*) viermal, Mordechai') dreimal akrosti- 
chisch gezeichnet ist, bereits von Menachem b. Chelbo und 
Raschi^) und in alten Handschriften commentirt. Anföhrungen 
daraus haben Raschi (Exod. 26, 15, Cant. 4, 10), der Com- 
mentator des Bereschit rabba (c. 23), Elieser b. Natan (|3K 
mj;n §. 175), R. Tarn (Tosefot Batra 14a), Hoschana-Com- 
mentar ms. dSd nbc, Tos. Berachot 6a, Elasar bei H. Treves 
Commentar Neujahr, hyn np2K f. 13. 

3. Jozer U^pT\ 11 yow, hagadische Schilderung des 
Schöpfungswerkes mit dem für Adam flehenden Sabbat schliess- 
end. Denselben Gang befolgen die Sabbatjozer von Tobe- 
lem, Elia, Amitai, Meir b. Isaac. Jede der 7 Abtheilun- 
gen hat zwei Strofen: a) eine Ton sieben Zeilen; die ersten 
beiden Zeilen haben jede drei, die übrigen jede fünf oder sechs 
Worte, nach zwiefachem D"K — die Buchstaben niPIT nur 
einfach — und mit dem Akrostichon pTi ppH HD^B^. b) eine 
vierzeilige Kadosch-Strofe akrostichisch PdTtt^j zu drei Worten 
die Zeile. 

Sabbat nnC^«*Q: 4. Jozer KIT: ^N, vierfach alfabetisch, die 
Zeile 2 Worte staik, hat nur eine zweizeilige Kadosch-Strofe, 
zeichnet nh^ und ippn HD^l^. Ist, was die Ausdehnung an- 
betrifft, nur V» von N. 3, aber ganz ähnlichen Inhalts und 
hat einzelne gemeinschaftliche Ausdrücke^). 

5. Ofan D''Di:2 ü^tyD B'B^*) aus vier Strofen, die akrost. 



") syn. Poesie S. 63 u. f. — «) daa viertemal in ryr\ TTO (ppH Hclw 

p\r\ rmrs2 b^m prn^ rr^)- — ») ^m drittemai in qi^bq nn bv ^ppn 'dtid 
rmra ^^ prr»). - ^ Ritn« i99» 200. - ») rorü t:n» ra« (n. 3: 

bnp -pro» n«3«» V^l«)» p]y hbnO -»»'• — *) erw&hnt in Öpp. 1283 Q.. 
QfUrÜD ^^^i Ascher Commentar zu Ofon bv^* 



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— 104 — 

bilden: 1) bS^C, 2) üOübj 3) nmo, 4) nmn; die Zeile zu 
3 Worten. Endigt nnOi IDipo*? T\. 

6. Sulat njnb rCBTIK. Die Schmerzen, die Israel durch 
die Unterdrücker erleidet, sind seine Läuterung^ und die Zu- 
versicht, dass sie enden werden, bleibt aufrecht. Jede Zeile 
besteht aus 5 Worten und das Akrostichon des Namens ist 
dem des Abschnittes DT15 "pn^K^ in N. 2 ähnlich. Der Schluss 
CDin« irain ist aus dem Frühgebete mJS). Cod. H. 61 ent- 
hält einen Commentar zu den Nummern 4 und 6. 

7. Sulat für den Chanuca- Sabbat ^Sn niS p«; die Zeile 
hat drei Worte, je 8 Zeilen, 2 Buchstaben des 2"K um&ssend, 
haben denselben Reim. Ist mit dem vollständigen Namen ge- 
zeichnet und endigt D'»b«2 yD'D ^. Angeführt in Tos. Erubin 
19a, Buch der Frommen 607, Commentar zu Daniel^). 

In cod. H. h. 182 a wird K. Salomo der Bjibli als Ver- 
fasser von N. 4, 6, 7 genannt. Der Beiname ^Sssn, welchen 
um 950 auch Natan hacohen fuhrt, kommt später nur spärlich 
vor: einige ältere Karäer abgerechnet, fand ich ihn bei fol- 
genden Männern: David Mokamaz, Jehuda (cod. Rossi 196), 
den Grammatikern Abraham *) und Isaac halevi, Verfistsser des 
HDp'n, Joseph'), Adonim b. Temim, Elasar b. Jacob*), Elasar in 
Serug (Tachkemoni 66 a), Daniel im Jahre 1229, David (Pins- 
ker ^ülpb S. 43), Menachem, Verfasser des ni2flDn ^JÄD (lebte 
im Jahre 1522 in Trikola), Salomo'), Obadia hacohen, Ver- 
fasser von nb^ iriN (Rituale von Cochin). Josia ist erdichtet •) 
und R. Simeon f^^sn in Col bo 114 (f. 133 c) der Verfasser 
der grossen Halachot (43 d)^); allein 'h'DOn 3Vl, den R. Isaac 
aus Marseille') anführt, ist nicht näher bekannt. 

Mose b. Kalonymos. Drei verschiedene Nachrichten 
über dieses Peitans Zeitalter, von welchen die älteste nicht 
über das Jahr 1200 hinaufreicht, besagen folgendes: 



1) cod. München 5: bvHO Tiy b\D2 TOT^H ^ 1710^3 "hSDn TD^ ]3) 
b^TD "PDri pip- — •) Abenesra Genes, c. 1 (Dukes \^yr{ TOWD S. 100), R. Tarn 
(das. 36, 57,82); ist ein Karäer (Neubauer). — •) Abenesra Exod. 25, 7 (zweite 
Recension S. 79). — <) Orient 1842 L. BI. 44, S. 696. Pinsker "t^ypb S. 131- 
Auch in einem 134 Seiten starken Ms. in Brodj, Poesien enthaltend. — 
*) i<n n^J^j Parascha f^i ^^^ Frevler den wilden Thieren in Thiergestalt 
gezeigt werden. — «) Mose aus Burgos über nib^fc<» °^« — ') Rapoport: B. 
Natan Anm. 24. n"D 6, 239. — ») Note 10. 



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— 105 — 

1. Elasar aus Worms erzählt'), Mose b. Kaionymos b. 
Meschdiam b. Kalon. b. Jehuda, der Verfasser von *pnifem^ HD^K, 
sei mit Söhnen Kaionymos und Jekutiel und Verwandten 
Itiel u. A. von Lucca nach Mainz ausgewandert, wohin König 
Carl ihn mitgenommen. Zuvor habe er in Lucca von Aaron 
b. Samuel hanasi, der Babylon habe verlassen müssen, die ge- 
heime Auslegung der Gebete gelernt, — eine Wissenschaft, 
die bis zu dem Mischnalehrer R. Simeon ha-pekuli durch 
Ueberlieferung hinau&eiche. Uebrigens ist die Stammtafel der 
eigenen des R. Elasar ähnlich*). 

2. Nach dem Fragment bei Luria ist Mose der Alte, Ver- 
fasser von "priltflli no^N, d. i. Mose der Alte b. Kaionymos 
b. Jekutiel b. Mose b. Meschullam b. Itiel b. MeschuUam 
mit König Carl im Jahre 849 der Zerstörung (A. 917) von 
Lucca fortgezogen. Meschullam der Grosse sei b. Kaionymos 
b. Mose des Alten und des Mose Söhne seien Chananel, Ka- 
ionymos, Itiel, Jekutiel aus Speier. 

3. Ein Schreiber etwa um A. 1510 meldet'), dass um 
oder nach A. 810 mit Kaiser Carl dem Grossen Könige von 
Frankreich R. Kaionymos aus Rom nach Deutschland gezogen, 
woselbst er die Talmudschulen wiederhergestellt. Dasselbe 
mit denselben Worten berichtet Joseph hacohen, nur dass er 
den Mann R. Kaionymos aus Lucca einen Römer nennt und 
ihn ^um Oberhaupt der Akademie in Deutschland macht. 

Aus ähnlichen Quellen fliesst die Mittheilung eines Te- 
filla-Erklärers^), dass Mose der Alte von Carl aus Lucca nach 
Mainz gebracht worden, und dieser Gaon — Mose aus Lucca 
b. Kaionymos oder Mose der Alte — Verfasser von HD^K 
*]Tvlfr01^ und Schüler des Aaron b. Samuel hanasi sei; Aaron 
heisst dort der Vater der Mysterien. 

Aus der Vergleichung der Nachrichten unter 1 und 2 
geht unläugbar hervor, dass man im 13. Jahrhundert keine 
sichere Kunde mehr über jene Männer hatte, da nicht bloss 
die Stammtafeln verschieden lauten, sondern die eine Mose 
zum Enkel Meschullam^s, die andere Meschullam zum Enkel 



*) riDDnb Fl'TJflD 1*^* — *) 8. Rapoport Natan Anm. 36, Kalir Anm. 19. 

•) vgl. Beilage I. — *) cod. Pari» a. F. 174 f. 9b; vgl. Jost's Annalen 

1839 S. 322 und Grats Gescb. Th. 5 S. 468. 

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— 106 — 

Mose's macht. Jekutiel b. Mose ia Speier (A. 1070j wird als 
ein Sohn von Mose dem Alten aufgeführt Der Verfitsser von 
der Nachricht 3 lebte gegen Ende des 13. Jahrhunderts und 
wusste nur von R. Ealonymos aus Lucca und R. Ealonymos 
aus Rom, die er aber in eine ältere Zeit versetzt. Da Carl 
der Grosse A. 786 in Rom war und Gelehrte nach Deutsch- 
land mitgenommen^), so ist das Jahr 787 vermuthlich ein 
neues Fabrikat '). Oflfenbar war von der Uebersiedelung einer 
angesehenen Familie aus Lucca nach Mainz nach den Zerstö- 
rungen der Kreuzzüge nur dunkele Kunde geblieben; zu einer 
solchen brauchte König Carl nicht selber in Rom anwesend 
zu sein. Ist demnach ein Mose der Alte A. 917 von Lucca 
dorthin ausgewandert, so kann unser Peitan dessen Nach- 
kömmling sein, zumal er zweifelsohne dem letzten Drittel des 
zehnten Jahrhunderts angehört. Der Name Kalonymos, der auch 
in der Provence angesehen war, hat dort ähnliche Mährchen 
veranlasst über einen „Kalonymos den Grossen" aus der Fa- 
milie Machir, judäischen Stammes, welcher vom Chalifen dem 
Könige Carl auf Verlangen zugesandt, Stammvater der Exilarchen 
geworden; man hat demselben die Asharot [für den grossen 
Sabbat] beigelegt'). 

Um den angeblichen Lehrer unseres Mose, Aaron, dürfen 
wir uns nicht weiter umsehen; er gehört in die Erdichtungen 
der Traditionarier. Man hat alte Gründer und Lehrer für 
Alles erfunden, für Gesetz und Sitte, Kalender und Heilkunde, 
fQr Kosmogonie und Magie, für Buchstaben, Vocale und 
Krönchen; hat Nationen und Heroen Stammbäume und berühm- 
ten Personen Grabstatten verliehen. Mystik und messianische 
Sagen knüpfen an wirkliche oder erdichtete Männer an , und so 
mussten auch Gebets- Auslegung und Piut ihre mythischen Erfin- 
der erhalten. Bereits ist aus der Vermuthung, dass yvi^ V2N Abu- 
harun^) heissen könne, die Notiz geflossen, dass R. Mose*) 
oder gar Kalonymos'') die Kabbala nach Deiitschland ge- 
bracht habe! 



*) Lazzatto giadBismo I p. 32. — •) aus ÜDDH ^•'^^ tO^BTI' — ') ^'^• 
Bodl. 389 f. 170, hieraus in Juchasin ed. Lond. S. 84. — «) Rapoport a.a. O. 
— *) Tholuk commentatio de ortu cabbalae S. 26. — >) Delitzsch prolegg. 
^^ iy biso S. VII. Vgl. meine Bemerkungen in Tholak liter. Anzeiger 
1838 N. 15. 



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— 107 — 

In der Amnon-Sage heiset der Verbreiter des Silluk r[3ny\ 
^pn: EsloD. b. Meschullam b. Italonymos b. Mose b. Ea- 
lonymos *) und jedem dieser Männer wird der Titel KÄ'I zuer- 
theilt. Dieser Mose ist, wie es scheint, bald mit dem altern 
Einwanderer, bald mit dem spätem Peitan, endlich der spä- 
tere mit dem altern verwechselt worden und vielleicht bestand 
folgende Abstammung'): 

Meschullam 

Mose der Alte A. 917. 
Kalonymos Jekutiel 

I I 

Mose Kalonymos 

Kalonymos aus Lucca 

Meschullam Kalonymos ^ Chananel 

Elalonymos 



J Mose der Peitan 

ein 



Im Salat gibt Mose seine Zeit an: „mehr als 900 Jabre^'), 
d. i. nach A. 968. Ohnediess weist die Zeichnung jtopn und 
die Anfertigung selbständiger Sulat auf jenes Zeitalter hin, 
auch waren in älterer Zeit noch keine Peitanim in Mainz, 
wohin die Ueberlieferung und die Verwendung seiner Keroba 
hinweisen. Die Namen Chananel und Kalonymos^), offenbar 
seine Söhne, sind akröstichisch in den drei letzten Strofen 
des Stiickes in\y] DVN angebracht, welche in Handschriften 
jede an den passenden Vers 3inDD anlehnen. 

Seine Hauptarbeit, die Keroba des 7. Pesach^), ist kraft- 
voll und klangreich, er wiederholt den Midrasch in lebhafter, 
etwas alterthümlicher Sprachweise, deren Härten hie und da 
an die Rehitim seines Zeitgenossen Kalonymos aus Lucca er- 
innern. Die Schlussstrofen der ersten beiden Nummern ver- 
wendet er zur Ergänzung des Alfabets und in der Illustration 
des Gesanges (D'OllfiK) befolgt er genaue Abwechselung von 



>) Opp. 1069 F. Or sarna n""1 ^'^^i i° ^^^^ Maehsor mgs. nur: Kai. b. 
Mescb. b. Kalonymos. — «) vgl. gott. Vortr. S. 365. — ») n{<^ Hny ^H^ll 
H'ft^ yCTlD ^TTl'P* — *) "'^^* *C «wischen beiden Namen. — *) dieselbe in cod. 
Rossi 198. 



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— 108 — 

TK und pltt^t): beides thut auch Jochanan hacohen, während 
Simeon in beiden Fällen Akrostichen anbringt. In Mainz war 
die Keroba am 7. Tage des Festes üblich, ist als solche auch 
in cod. H. 17 angemerkt. 

Der Sulat ''l^B^ n3«TNB^ H« enthält Klagen; die Strofe ist 
achtzeilig, die Zeile zu drei Worten; er endigt ro^Tia ^W rhu) 
rni nfp^OD*). Dass er eine Selicha p^2fiD noHD geschrieben, ist 
ein Irrthum '). 

Eine Anfuhrung aus Nll^l Dl^ befindet sich im Com- 
mentar ms. zu H^'^D^N, aus D^bli^K in mehreren alten bibli- 
schen Commentaren'), aus b^JTlD HD bei Bechai*). 

Kalonymos aus Lucca, R. Meschullam^s Vater, hat Ke- 
roba's für alle Festtage verfertigt*); ich stehe nicht an ihm 
die Rehitim yn^ th ^D*) zuzuertheilen, deren Verfasser R. 
Kalonymos') oder R. Kalonymos der Alte*) genannt wird, 
und aus denen bereits Raschi •) Stellen erklärte. Sie zeichnen 
sich durch Schwung und kühne Sprachbildung aus. Elasar 
aus Worms *") führt sogar den Ofan ^mp bilp2 IHdSd als von 
R. Kalonymos an — wenn der Handschrift zu trauen ist. 

Meschullam b. Kalonymos, Sohn des vorhergehenden« 
bisweilen auch Meschullam der Grosse oder ^11 B^i<^*) ge- 
nannt, lebte in Italien, wahrscheinlich in Rom oder Lucca, 
verfasste Gutachten und einen Commentar der Abot. Er ist 
Simeon's älterer Zeitgenosse, und vielleicht hat sein Sohn Ka- 
lonymos in Mainz gewohnt, wo man neuerlich den Grabstein 
eines R. Meschullam b. Kalonymos aufgefunden. Er hat eine 
Keroba für das Sühnfest verfasst, und zwar, wie aus einzelnen 



SimeoM Sulat n^3i rhi< endigt hDI rV\ü\tO H^IS H^^Ä» ^^^ di« 
poetischen Maarib haben; vielleicht waren die Worte ^0*^3 r^TX^ froher an 
Festtagen auch im Schlüsse des rn\y im Frühgebete. — ') Der Anfang der 
Selicha lautet t^föü p^jflo nOTlD '»HpW '^)£O0 ^^^ ^^ Verfasser ist Mose 
b. Natan. — •) Chaskuni, Oy^ "HQJ^ und Commentar ms. n^jjQ; D^^yi M;^^ 
f. 9a. — <) oben S. 61. — *) Gerschom*s Gutachten in Q^^l5<;in nttTjJO §• 172 
und ^^3t^ ms. §. 28 in 2 Mss. Aber sein Name fehlt bei Aaron hacohen 17 a. 
— «) syn. Poesie S. 58, 79, 99, 105. — ») i^ n^ (cod. Mich. 553 f. 74a) 
fuhrt an Q^pi] *y^ "IJO^; Ascher zu Tr. Middot: yy^lffi Q^oy^SJ beide 
nennen DDD^^fe KiS*!* — ^) R«liitim des R. Kaiou. hasaken ist die Ueber* 
Schrift in cod. H. h. 17. — ») Ritus S. 200. — "») ^^n%11 TlDH "» pTGT ^D30 
Heft 27 S. 13. — &<) Machsor A. 1441, cod. Saraval 68, cod. Rossi 184 im Abot- 
Commentar c. 3; cod. Uri 204 und Opp. 1483 Q. nur: R. Mesch. b. Ealonymo«. 

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— 109 — 

Nummern erhellt, die des deutschen Machsor. So wenig in- 
dessen der Umfang der kaiirischen Keroba aus deren heutiger 
Zusammensetzung zu ermitteln ist, eben so wenig Aussieht ist 
in der Arbeit MeschuUam's eigenes von fremdem durchweg 
sondern zu können. Ausser den bereits erwähnten Rehitim 
seines Vaters dürfen wir als ihm nicht angehörend 7 Stücke 
ausscheiden, nämlich: Tochecha HD BnÄ<, die gleich dem It'IDN 
7N eingelegt ist, DTD'' ÜVn (Abitur N. 5), mn^n (Hechalot), 
jrtjf hvh (Neujahr), mn^N H)n nn« (Kalir N. 24), "fpSl« 
(Kalir 59), Segen DTB^D (oben S. 65). Die übrigen Nummern 
der Schacharit-Keroba sind in alten Handschriften folgende: 
1) ^riNlfi'i 7*D^, Eingang, in welchem gleich den Nummern 
2 bis 5 die Zeile 4 Worte (bei Kalir 3) hat; wird in allen 
Mss. unserm Verfasser zuertheilt. 2) VüSIM (1)*), 3) DWn (2), 
4) nnn« (3), 5) O^^ton min mit dem vollständigen Namen (4), 
6) *lp^ 11« mit zwei Refräns, akrostichisch gezeichnet, zwei- 
zeilig, die Zeile zu 3 Worten (5), 7) a>r\ D%T)« «^ (6 bis 8), 

8) -pN n>rht6 no« (20), 9) )y^rh^ rwyo, anf. pn^a '•o p«, 

nebst vollständigem vmblDHn n:N nt&W, 12 Strofen (19). 
10) ^W IK'N (10), 11) T\yttM btntn ^ (30), nach R. Me- 
schullam benanntes Rahit*), 12) ^J< ^DDN, mit durchgehendem 
Reim, 13) nn« 71DD ^ (15, 16), 14) nnWD -pOD f»« (53), 
15) TT^DW (27), 16) b« ya2r\ (54), 17) in« yOüVij parallel 
dem -pin TDOn (oben S. 58), 18) in^TD« (26), 19) ^^bi<2 K^np^l, 
20) pniC^ >b^« (21), 21) D'»nK 1« (33), 22) ^DOD [»« (38), 23) 
Silluk nn'» "ü (41), 24) bis 26) HW DTD b«, das auch im rom. 
Schacharit (42 bis 45), 27) DVlbn 7b«, Variation des The- 
mas yyt; -i'^-w HD mn« 'n (Ps. 8, 2), 28) Tn«n und 29) pnn 

(49), 30) ipt<n (51), 31) oniwn (50), 32) n'»inn lO^« DV, wovon 
im deutschen Machsor nur der Eingang 3pJP fcO^H ^N u. s. w. 
geblieben ist (57); den Schluss bildet das unter Jochanan ha- 
cohen angeführte li^DlS^« l^H Dr. 

Unter diesen Stücken erscheinen gesichert nur die Num- 
mern 1 bis 6, 11 und 23; wahrscheinlich sind N. 8 bis 10, 
20, 22 bis 26, 28 bis 31; etwa zwölf oder dreizehn (N. 7, 12 
bis 19, 21, 27, 32 und 33) fraglich. Aus dem Ganzen erhellt. 



<) Die Zahlet! in Pareothete gehören den parallelen Nummern bei Kalir 
oben S. 54 u. ff. — • «) H. h. 17. 



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— 110 — 

dass Ealir's Keroba das Muster gewesen. Vielleicht aucb 
kannte er den Silluk F)pn riTÜl, au welchen der seinige einige 
Male erinnert. 

Für Musaf sind drei Stücke, sämmtlich mit Namenzeich- 
nung versehen, vorhanden: 

33) Reschut "h^b^ m« «T^ü« in 10 Strofen, nach dreifa- 
chem 'n ist pm üb\t^ gezeichnet, endigt TOnb ^^^prr\ >yOD^p 
ll(tnp n2T2 3iroD "»^^n anmb) nebst Spr. 3, 4. 

34) Aboda PO pDN, aus 176 Zeilen jede zu 5 Worten 
bestehend, reimlos, nach Art der französischen gebauet; 't< bis 
'j vier-, 'D, 'V acht-, 'D bis 'Iß' zwölf- und 'H 24 fach. Dahinter 
20 den vollständigen Namen gebende Zeilen. Endigt mit Ps. 
144, 15. Unter allen bekannten Aboda^s die einzige, in wel- 
cher das kurze Gebet des Hohenpriesters nicht erwähnt wird ')• 

35) Aboda -pHW^D: nnil^N, aus 322 Zeilen jede zu 4 Worten 
bestehend; auf 2*^, pHttTI, TN, jedes vierfach, folgt ein zwei- 
faches p'niC^n (nur 'i und '2 sind einfach) und 16 den voll- 
ständigen Namen (ohne pFt) zeichnende Zeilen. Endigt wie 
die vorhergehende Aboda. Vier reimende Zeilen bilden die 
Strofe. Während in \^Dt< das Thema der Aboda mit Zeile 45 
anhebt, geschieht es in PIPIIl^« erst bei der 113. Zeile, fast 
wie in der Aboda von Jose. Aboda ^DJ< ist erklärt in cod. 
München 346, Aboda nmr« in cod. Opp. 1069 F. Die letztere 
war an verschiedenen Orten, wie ich glaube von Sachsen und 
Mittel-Deutschland üblich, befand sich in einem eigenen Hefte 
(D^*1t0^1p), das vermuthlich alles dasjenige enthielt, was die 
eigentlichen Machsor als in den meisten Gemeinden unge- 
bräuchlich übergingen; bisweilen, z. B. in cod. München 86, 
wurde sie später am Rande der Aboda ^DN nachgetragen. 

Ausserdem haben wir von MeschuUam: 36) Pesachjozer 
p^£it<, nach dem Muster des von Salomo hababli gedichteten 
und die beiden Sulat 37) -p^W und 38) D%nb« HD«, welche in 
Handschriften (H. h. 37 und 182 a) ausdrücklich nach R. Me- 
schuUam dem Grossen b. R. Kalonymos genannt werden. 

Anführungen: aus N. 6 np^ "11« die Stelle m^TI bei R. 
Elasar"), N. 29 pm in ü^yp) njn 74 d, aus Aboda |^D« in 



1) vgl. oDomast. S. 274. ~ >) irrtbümlich mit einer Stelle ans Saadia ver- 
bunden in catal. Bodl. p. 2208. — 

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— 111 — 

^D mo ms. f. 66a; aus Abod« rmK'N*) Tos, Joma f. 21a, Se- 
bachim 86 b: DT»S3 Onn mjD^ 1D« nWü TDfW ü'»'®."! TD'» pi 
n*1)Dn |12n'), wie es scheint von Isaac b. Ascher halevi. Aus 
Jozer p^Q^ bei Raschi Mezia 69 b, Chaskuni r6BO. 
Simeon b. Isaac b. Abon in Mainz. 

Stammtafel: 
Simeon ans Mans 

Joseph der Alte 

Abun der Grosse 



Isaac TOn Josua TOn') 

Simeon der Grosse Isaac 



Isaac Elchanan 



Elasar der Grosse in Worms 
Isaac 
Kalonymos der Alte in Speier 
Samuel 



Abraham aus Speier Jehuda der Fromme. 

Er ist der Zeitgenosse R. Gerschom's*) und empfing Schrei- 
ben von MeschuIIam b. Kalonymos'); war bei seiner Gemeinde 
im verdienten Andenken geblieben'). Bereits um das Jahr 



*) vgl. Flekeles rCHt^D rDItCTI N. 1 § 52. — «) so im Ms. — •) Bei 
Sal. Lnria ist nach diesem Namen eine Lücke, da gleich mit Isaac dem Vater 
von Kalonymos fortgefahren wird. — *) pyCC^ li'G^f? TWpT] ü^tTÜ li'QI 
über dessen Piut ^ ^ÜSK' ''• P^sach (H. 17). "^ r\yü^ **l TlH ^J^JD HX'^i 
f?"2n ntra )y^T\ ^rjDI V"^ pnjr» (n"lX Zidkia's, ms. § 73), auch bei Asulai 
•^j;^ 42 b , wo er von ^VTin pyjOK^ unterschieden ist. Bei einer Beschneidung 
in Mainz am Neujabrstage wurden R. Gerschom und R. Simeon b. Isaac an- 
gefragt, 8. Cr sarua J^'^ 275, hieraus Anm. zu Mordechai Sabb. Ende in 
Aliasi 86a. — *) Rga. der Geonim 13a, wo Qn^ gedruckt ist; das richtige 
f^JP ^1 OPID "* bereits aus dem Ms. in syn. Poesie 407. Eben so schreibt 
Simeon: -^ DPTD (Sei. TD« Hp^X) »ynonym mit yrSt< DTTO (Neuj. 
rrhl^)y iTO^n DHD (EUeser b. Natan, Gedicht nTV ^ ^eile 2). Statt 
DHD Jiat -fejjTün Ra^i* p^< *7D3- - ') '" »«^"®™ Seelengedächtnisse heust 

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— 112 — 

993*) hat er eine Techinna verfasst; folglich ist er nicht der 
Simeon, der im Frühling 1096 kurz vor der Metzelei in Mainz 
gestorben, auch ist Raschids Mutterbruder wohl ein anderer 
als unser Peitan'). Dass er einen Sohn Mose gehabt, der auch 
Poesien verfasst'), ist ein Irrthum. Zu seinen Zuhörern ge- 
hörte sein Vetter Elasar b. Isaac*) und wie es scheint auch 
Jakar*), der Vater von R. Jacob b. Jakar. Von seiner Wirk- 
samkeit als Gesetzlehrer ist nur selten die Rede; doch seine 
Festpoesien verbreiteten sich über Frankreich und Deutsch- 
land, seine Bussgebete drangen bis Polen und Italien vor. 
Dass ip^i< Finsterniss bedeute, beweist R. Tarn') durch eine 
Stelle') in dem Piut des Wochenfestes. 

Simeons Arbeiten 'bestehen zur Hälfte aus Bussgebeten 
und sabbatlichen Stücken, zur Hälfte aus Festtags -Composi- 
tionen; die letzteren sind: 

A) für Neujahrfest: Jozer, Ofan, Sulat und Keroba in 
zehn Nummern. 

B) für Pesach: Jozer des Zwischensabbat in vier Num- 
mern; Jozer, Sulat und sechs Nummern Eeroba am 7. Tage. 

C) für Wochenfest: zwei Jozer, Ofan, Sulat; Keroba in 
acht Nummern; der Silluk hat gleichen Anfang mit dem alten 
eines Anonymen®). Er geht in Kalirs Fusstapfen, in der Illu- 



es: mvü rbon w n^«m r^hr^n ni3ja mioK^ (Opp. nos q., h. h. 

42); nr)^13 bt031 ^^ ^^ verschiedenen Memorbfichern (Mainz, Mamelsdorf n. a.) 
hinzugefugt 

«) Selicha ^ H^TIIX feo**- Vortr. S. 386, eyn. Poesie 175), hat ph^ 
nilD ^^ ^" ^PP* 1105 F., H. 15, 16, 38, Sorbonne 106 und einem romischen 
Machsor des 14. Jahrhunderts; im Nürnberger Machsor, in Opp. 1073 und 
1074 F., Rossi 655, sowie in Ms. Schor A. 1278 ist dieselbe Zahl im Texte, 
es wird aber in der Glosse bemerkt, dass der Dichter *i^ D^*1W1 HIND ytß^n 
geschrieben, d. i. demnach das Jahrzehent zwischen A. 988 und A. 998. In 
5 Handschriften (Opp. 1104F., München 67, H. h. 39 und 57, cod. Berol. 15) 
heisst es 'y(ff\ ^1^<D IHSD' — ') RA^chi Sabb. 85b (mein Raschi S. 311) und 
Erubin 42b; in beiden Stellen als Gerschoms Zuhörer. — •) Ghirondi ntl^^lD 
S. 262. — *) HDDnb n'niflD l^**- — ') KmcW Sabb. 80 b. — «) Dunasch S. 94. 
— ') pK'X TKm ÖTIKW^)- Ausserdem hat Simeon: ^^\l^ nhv (Jo*er 

G'^^TDK)» ^bv "^xm^ (Sei. mn)> loi^ d^^B'nd (Sei. ^«n nnx)» ^o«»* 

zu vergleichen pB^^l ptß^N (ß^nj. b. Serach Sei. 'n {<iX) » VTD ^^l^K "°<^ 
D'iDK'KD bsnV) lltt^) OB^°J- ^- Samuel Wochenf. ^y]^ und Silluk), f^^ 
D^JDtfi^W (Tobelem Jozer p*^{<), Q'^aOtfi'« nyrX) (Amitai Sei. jrQ2b)> pWH2 
nübjDl (Sei. p« D^)- — *') oben S. 68. 

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— 113 — . 

stration des Mose-Liedes folgt er Mose b. Elalonymos; doch 
überragen ihn beide an Kühnheit und Kürze. In der Behand- 
lung des Pesachjozer weicht er von Salomo babli etwas ab. 
In seinen Keroba's ist die erste Nummer nach D*«, die 
zweite nach pHB^n, die dritte gibt in 11 Strofen seinen Namen. 
In der Pesach-Keroba lehnt N. 1 an sieben, N. 2 an zehn, 
N. 3 an neun Verse SITOD; in der des Wochenfestes bilden 
die Anfange der auf N. 3 folgenden Verse den Namen |1J;d15'. 
Die Keroba- Verse des Neujahrs sind eilf an der Zahl und 
passen zu den einzelnen Strofenschlüssen : in einer Handschrift 
zwölf, deren Anfange [niT "13 yü\t^] die Trümmer des Namens 
bilden. Die Nummer HN'ni ^rai^ (Neujahr) besteht aus 9 Ab- 
schnitten, jede von drei Strofen; abwechselnd schliessen zwei 
Kadosch-Strofen — und nur diese rezitirte die Gemeinde — 
als Refräns die Abschnitte, die nur der Vorbeter vortrug. 
Dem p^ I^C fehlen in den Ausgaben eilf Strofen, die Buch- 
staben 'D n 1 u. 8. w. bis 'n*). In dem Stücke pntt/ '»iWB^ hz 
ist in den Schluss-Halbzeilen nach Beendigung des Alfabets, 
dem pTUr* der Eroffnun^s- Halbzeilen parallel (Zeile 1, 4, 5, 
6, 8, 9) prw, und dem PX1 I^N parallel (Zeile 2, 3, 5, 8, 11) 
pnbfi< gezeichnet. Eben so haben im Jozer |1Dfc< ^f)ü die Ka- 
dosch-Strofen hinter des Verfassers Namen die Worte: ]ThH 
rhu p« 3ro'» "tj; '•'»n^ a^^ y^^b ^tr '•^a'), während im übrigen 
Texte zum Schlüsse in den je zweiten Zeilen ^i3 pn^ — nn— N 
angebracht ist, der Namen von dem doppelten n, auf D'^^n 
(Leben) hindeutend, unterbrochen. In allen Ausgaben des 
Machsor und selbst in den meisten Handschriften wird der 
Salat des Neujahrfestes vermisst, und bereits vor 500 Jahren ') 
suchte man nach einem Grunde. Simeons Sulat, auf die Cha- 
rakterverse des Tages gebaut, besteht aus dreizeiligen Strofen, 
die erste lautet: 

die letzte: 

und ist ptn prw "^212 |1J?DK^ gezeichnet 

*) E8 sind die für Tf)';^ n^)^ (Ritus 140); die erste beginnt HDl^^l ^13 

noDo T^ye^s» d'« letee nabw riipn raiz: in^mn- - •) ^ie Euphemie^si 

^Dn (synag- Poesie S. 372) ist ein Heidenheim nachgeschriebener Fehler. — 
*) ^br. Klaosner 7a, hieraas in Maharil, Neuj. 

Znnt Literatargeteh. der syn. Poesie. ^ 

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- lU — 

Für Sabbate besitzen wir von ihm die folgenden Stucke: 
Sabbat mW: Jozer IHD "jIDD TOD D'^^IDK*) mit 2 Kadosch- 

Strofen, die beide den Namen zeichnen , variirt das Mose-Lied, 

endigt imp liHjnr» m» d:. 

Ahaba ni:2n ]^3 VlT^ in 4 Strofen, die dritte beginnt 

HD"» "»HTn, die zweite und vierte mi: endigt TOy 'H DTO ^D 

Sulat li^ iVrw 'n "hh in 8 Strofen, zum Theil Ps. 124 
variirend; die Anfänge der Halbstrofen geben: pTTl JüpH ])JRD5r 
pyo»^, endigt mit Ps. 135, 21. 

Tischlied am Sabbat DT» D1^ 'H '^TDy der strofische Vers 
der ersten 6 Strofen beginnt ^D; die letzten drei varüren die 
zweite Hälfte des Tischgebetes; fast alle Strofen funfzeilig, en- 
digt nh\t^ 1^ ny '»d«. 

Sulat ]n« ^n bt< bt< mit Klagen über Verfolgungen, drei- 
zeilig und mit Refrän "f? "»DI ^N; endigt nw hv HTOK^ BTip. 

Hochzeit-Sabbat: Jozer D'»tr»lfinn pW Oi^ TT»«, dreifach 
alfabetisch, mit 2 Eadosch- Strofen, geht von der Schöpfung 
über zur Schilderung der Ehe. 

Ofan niDn^iy ^^2W in 11 Strofen mit Refrän -[TQ DnoW 
löipDD ITiaD; endigt rhhv tr))h 

Sulat HB'SDa Dp niHD« über den Auszug aus Aegypten, 
unter dem üblichen Bilde der von ihrem Bräutigam befreiten 
Braut. Die Zeile hat 5 Worte. Endigt DTDIfTN TlOKtn im rw ^5? 
ganz wie Salomo's Sulat N. 6. 

Reschut in vier Abtheilungen, die Zustimmung Gottes, 
der Thora, der Weisen und der Gemeinde aussprechend. 

a) \i^ry) TP pw nitnD, Reim ^2, endigt 73311) >-p bjD, 
die Zeile hat 6 oder 7 Worte. 

b) pi« noibir nwiDi, Reim nn, endigt nn'»pn3 nnßnrV? 

'pi D^'^n p; lD«il^ ID-ID, die Zeile hat 5 Worte. 

c) .^»D^ ^nw mmol, Reim m, endigt jDN ip^K n^Kü «-Q^ 
mnöy die Zeile hat 4 Worte. 

d) BTIp DV nnKtt^ niÄHDI, Reim ro, endigt "Dlfi' Sru ''D 
rOD^, die Zeile meist von 5 oder 6 Worten. In sämmtUchen 
Abtheilungen ist der vollständige Namen gezeichnet. Vielleicht 
ist Simeon der erste, der solche poetische Reschut ver&sst; 



«) angeführt syn. Poeaie S. 426 N. 11. 

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— 115 — 

wenigstens befolgen alle späteren Verfasser von ähnlichen Re- 
schut in Frankreich und Deutschland dieselbe Weise. 

Man hat Simeons Pesachjozer mit kurzen ND^ gezeich- 
neten Meora und Ahaba ergänzt'); sie lauten wie folgt: 

-'TW ynphü) y:\t; ^D^'h 2)vn y:y ^ddh '•nDi\s nnfcw n« ns>^ 
-piN m ^D m« ^yp sitod "»nnnn ypa« ipin rhtD TTnira 

*?j; "f n3-i« übij; ran« 3iroD '»nyi« n^iiyS -n« nmj; ^n '»nbii f « 

.non ^roi&'D p 

Irrthümlich sind ihm Asharot nbriDTI nn«, Jozer Wochen- 
fest D^2nt< nf?^N, Neila-Keroba "TJTP 3fc< beigelegt worden. 

Einzelne Stellen aus seinen Piutstücken fuhren an : Samuel 
b. Meir Deut. 32, 10 (gott. Vortr. S. 389 Anra. a) und das- 
selbe Abot-Commentar c. 5; R. Tarn (oben S. 112), Elasar 
bei H. Treves zu lS"Ü (Jozer Wochenf.), Rokeach § 201 ; To- 
safot Pesachim 116b (Sulat ÜTTB '»N), Chaskuni yio^ ("lim "n«), 
D'^Opi njn 74 d (Sulat Wochenf.), D^:p) mn 36a, 50a, 62a 
(Wochenfest: Dlbl&Tl, ^^ht<J Dekalog), Commentar ms. zu Hiob 
c- 28 Ende in cod. München 5 (jvhy ^bd)j Elasar in BTl'»© 
rODlO ms. (aus Jozer "f 3inN. die Worte CpiD f^DB^H). Autoren 
des 12. und 13. Jahrhunderts führen ihn unter der Bezeich- 
nung ^iiycifi'n*) auf, seinen Piut TVyt}JC^^) nennend. 

Binjamin b. Samuel^) aus Coutances in der Normandie, 
älter als Raschi, in dessen Zeit sein Enkel schrieb; Sprache 
und Charakter seiner Werke verweisen ihn jedenfalls in die 
erste Hälfte des eilften Jahrhunderts. Dass er Totelem's Bru- 
der sei, ist wohl nur Einfall eines jün^ern Abschreibers'). 
Seinen Namen zeichnet er bald mit bald ohne zweites Jod, 
bedient sich des Ausdrucks ^21^2 und nennt sich *ID1D, D^'^HD, 
Tp'V]Q. Er hat die drei grossen Feste und den Neujahrstag 
ausgestattet, einiges für das Sühnfest gearbeitet und vermuth- 
lich auch aramäische Illustrationen und Selicha^s, vielleicht 
Jozer für Sabbate geschrieben. Seine Arbeiten tragen den 



i) das. S. 64 — •) p "10^ ^31j;Dtt^n P)W (cod. München 5 a. a. 0.). — 

•) n^awDB^ ranp (ß- *>• 240 zu t« -priirnj^; J^^i^«« "i- Poesie s. uo). — 

*) nur gelegentlich erwähnt von Schabtai (v. "T^^nD) ^^^ danach von Wolf 
(t 2 p. 1334), war de Rowi (catal. t 1 p. 29 unten) unbekannt — «) s. unten. 

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— 116 — 

altpeitanischen Stempel, erheben sich nicht selten zu dichte- 
rischer Schönheit und bestehen in folgenden Stücken: 

1. Verkündigung des Pesach am grossen Sabbat, anfan- 
gend h^b:D W; nach dem j. Targum (Exod. 19, 4) wird 
berichtet, dass die Israeliten in der Befreiungsnacht 
nach Palästina geflogen, um auf heiligem Boden das 
Passahlamm zu verzehren. Aehnliches hat Jalkut 
Jes. 363. 

2. Aus 5 Abtheilungen bestehendes Pesachjozer: 

a) Eigentliches Jozer ^l^Dpro W, mit Ausgängen der Verse 

des hohen Liedes, hat nach D'K und pn^D den voll- 
ständigen Namen, endigt H^D ^Din«. 

b) Silluk roit'^ ''^N, mit durchgehendem Reim ^, endigt niKH 

c) Ofan -mo ^pn HD, Reim niD, endigt '•:dW2 "jnDD Db6i&'« 

mono. 

d) Sulat Vl^l^p -pnbs«, endigt DI^KTlKmOD, über Cant 6, 4 

bis 8, 10 sich erstreckend, alfabetisch, gezeichnet If^ü^y^ 

e) Die Geula fehlt, behandelte ohne Zweifel die letzten vier 

Verse, hatte akrostichisch bt<\0'^ und dürfte ^m ms 
begonnen haben. 

3. Von einer Keroba für 7. Pesach ist vermuthlich der 
Silluk i:*»© 1^'»« ein Theil, der Anklänge an Akiba's 
Alfabet und den Silluk von Mose b. Ealonymos zeigt, 
in der ersten Hälfte iTI, in der zweiten D^i reimt und 
rnmp }trb^ D'»tt6lMD d)2 TT» endigt. 

4. Verkündigung des Wochenfestes; die Introduction be- 
ginnt ma TD, in der mit Ausdrücken, den He- 
chalot entlehnt, geschildert wird, wie R. Elieser im 
Auftrage des Synedriums die kalendarischen Festtags- 
regeln verkündet Dieserhalb hatte Asaria de Sossi 
diesen Piut für jung gehalten; derselbe hebt T W MT^ 
TTrh an. Bekanntlich wird der Thora eine sinnbild- 
liche Weltengrosse zuerkannt Statt der talmudischen 
Zahl 3200 Welten, die unser Dichter im Dekaloge 
hat, wird hier 1269^ angegeben; Kalir hat 2400. In 
beiden Verkündigungen kommt Tl> p "pTI T^TD vor, 
das gleichfalls dem Akiba-Alfabet entlehnt ist. Intro- 

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— 117 — 

duction und Schluse des Piut haben gleichen Reim. 
Ausserdem ist das Wochenfest selbst mit 13 Composi- 
tionen bedacht, nämlich: 

5. Jozer nDDPI W, dreifach alfabetisch bis Buchstabe % 
mit Strofenversen aus Ps. 19 und Spr. 8. 

6. Silluk rrnn bsp na^l (die Buchstaben rwnp enthal- 
tend) oder eigentlich pp)r\ IDTID anhebend, Beim ntl. 

7. Ofan nvin T\by2, nach der grossen Pesikta, Mose's 
Begegnen mit den Engeln schildernd. 

8. Sulat yDI "»npra, nach Kalir's Vorbild und den ähnli- 

chen anderer Peitanim, den Dekalog erläuternd, dessen 
Versanfänge hier die Strofenverse bilden. 
Keroba. 

9. Ylt<0 HDIN, endigt ^ir»SB^n l&nPQ; von den anlehnenden 
Versen der letzte ist derselbe (Hiob 11, 9), mit wel- 
chem die Keroba anhebt. Schlussstück bvon ü\ en- 
digt 6ö pun. 

10. nWD yirn, endigt D'^TBID lyo, nach p'l'^n; der letzte 
der Verse SITOD ist Exod. 19, 19, der ^ip2 endigt. 
Schlussstück 'lüW bpD endigt D^j6d '•«DP. 

11. )Wty "»sb^D, endigt rh}^ JW Dl^, die Zeilen bilden 
akrostichisch: nS)lD ^NIDK' 13 fD'»:3. 

12. Drropmpi D'»binN K: b«, ohne alfabetische Ordnung, 
mit durchgehendem Reim nnp — , endigt nny^oni n'^^NH. 

13. -piyD ^« ""D:« in 10 Strofen mit den Anfangen der 
Zehngebote, endigt rüj?« '»D3KI tnpni. 

14. Pismon nttTDH D'^WIK, gleichen Inhalts mit N. 7, en- 
digt nn$oni TJO. Der Refrän lautet: ÜDH O*^):^ yv 

rhwi TrhT)ü rm rbv- 

15. ru\Ti '»:i« mit der Introduction ^^> 'H pDI, gleichen 
Inhalts mit den parallelen Stücken von Kalir (0^D7fi< 
rOit/), Jochanan hacohen (ÜKO T«), Simeon (Dl> ]W}W\ 
Tobelem (nnß^Nno TN), besteht aus 22 Abtheilungen, 
in jeder ist durchgehender Reim und derselbe alfabe- 
tische Anfangsbuchstabe der Zeilen, deren 8 bis 12 
auf die Abtheilung kommen. Der Name ist zwischen 
der 20. und 21. gezeichnet Endigt UWtn Ü^TPI. 

16. Der illustrirte Dekalog {Oram mo), anfangend Tl'^1 

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- 118 — 

p ni:iK, für" jedes Gebot ein halbes Alfabet; in 12 
Abtheilungen, die zwei D*N, zwei plB^n, ein D"X und 
ein p1*l^n ausmachen. In jeder Abtheilung ist der 
Reim durchgehend. Ende: DWn Dyn bj). 

17. Silluk nnmn rr^ htmrh in3 \tnrD ncnto, endigt 

»TDttpb n^\:h\i^D inwnp in^m, aus 7 Abtheilungen jede 
mit durchgehendem Reim bestehend. Die erste, Reim 
nl'l, endigt nniniO ni'löfc«; die zweite, Reim D^i, beginnt 
nnD nniniO ninOK, endigt D'»31:3:i nru pb; die dritte, 
Reim D^b, beginnt npn niJD:il D^iimi, endigt D^Ä 1310 
uh^ hi6 U^^ W; die vierte, Reim D'^lfc', beginnt b« 
TJ?n^ 1p6b^ D'»^«, endigt D'^BTip m; die fünfte, Reim 
D^D, beginnt n'^TTlD Dli^nJ Dnmp '»i:, endigt 1^ ^ 
D'»Dn '»Dinn^ rmcnn nxc^ lyOK^O; die sechste, deren Zeilen 
e^W (eine tt^N^nn^D) schliessen, beginnt n'»DDn D'ün 'üim^, 
endigt tt^N riDTI^l^ bl3D*?; die siebente, Reim rOy be- 
ginnt i^3p im B^w. 

18. Keduscha DD^ ni'ljna rimi, mit einerlei Reim, scheint 
für Festtage überhaupt bestimmt, endigt nT*n JD*VO. 

Musaf-Keroba des Neujahrfestes; 

19. nnon pK, endigend nbwH onSTI IHN, an Genes. 22, 1 
anschliessend, letzter Vers ist Jes. 26, 8. Daher be- 
ginnt das Schlussstück ^n^ra l^:, endigend ]3D1 IMDtt^- 

20. reVw nit'nnn, nach pno^n, endigt W np |mD, nach 
6 Versen folgt der Schluss )yiü^ yTDtQ, endigt nhz 

21. rrow: mna, endigend "ipDD D^DIMI ^ID. 

22. Alfabetisches Gebet, abwechselnd was gedacht und was 
vergessen sei vortragend, hebt an D^TÜ n^*TD HW ÜDtWD, 
endigt niDin niDl piDt^ lob HW |TO »^DD ^Dim. 

23. Pismon D'^jn D'^DH DI^N, in dreizeiligen Strofen, endigt 
Ü^Tn yi2m bv '»D. Nach je drei Strofen ein Refran: 

ähnlichen Inhalts wie Ealirs ^^IHH ^IK und Simeons 

24. pnSHD y^)brh ^ntO, dem vorigen ähnlich gebaut, mit 

Reifrän: pK ^linwi ^WTO ^iünb 0^13« bwir» PDm HDOn 

ttnp bt<D, ein Sühngebet mit strofischen Versen, worin 



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— 119 — 

TOn, endigt UniT TDn -jnDKl TOI. Der Name ist 
drei&ch gezeichnet. 

25. nniTl K*np^ T^DK, zweizeiliger Hymnus mit zwei Re- 
fräns: pm "f^D und |mi2b 23Wn; endigt njDK^ 3Dn pn. 

26. SUluk -innOD ^N nn« p«*), fast nur Gebet und Mid- 
rasch, eine Stelle völlig reimlos (yi» U^rhn «in nn« >3 
u. s. f.); gegen Ende tritt mit 1^'W yrw Tn der Reim 
wieder ein, endigt )%r\ Tin3 \tnprh ntmp inblß^a. 

27. Keduscha piTlD muna nmi, alle Zeilen Ä^N schliessend, 
endigt B^N nPH. 

Suhnfest: 

28. Dreizeiliger Pismon '»jnm niK "P^'), endigt nipD "py "»3 
D^i^n, zwiefach alfabetisch mit Ring wort und einem 
alle drei Strofen wiederkehrenden Refran: «^i Tipn 
BTTp ÜV ^D3 -pTny:« DinD -pO D^ip^ DIW. 

Uüttenfest: 

29. Jozer ^DW P)1DN, worin DH^D DWO HD, wie in N. 1, 
ist fast nur halachisch und endigt p«n ^D ^y p«. 

30. Sulat ypn '•nj; rOlD«, in den strofischen Versen TOD 
oder 1DD, endigt Hyhv TOm. 

Vermuthlich gehört unserm Verfasser auch 

31. die poetische Beschreibung yom Tode Mosers'), die 
Wjfth )^« anhebend nach dem Midrasch dieses Namens 
im Sillukstil gearbeitet ist und DHK ^130 D^^ID« 1DS 
endigt. 

Die Nummern 2a und d, 7, 8, 11, 18, 24, 27 haben den 
vollständigen Namen, in 11 und 24 auch ^DID, in 2c jtO^I!); 
in N. 1, 2b, 2c und 6 ist der Name mit dem zweiten Jod, in 
N. 4, 10, 15, 19, 20, 21, 23, 25, 28, 29, 30 ohne dasselbe, im 
Schlüsse von N. 20 vermuthlich auch DiTlö gezeichnet. N. 4 
wird im roman. Machsor unserm Dichter zugetheilt. Abge- 
sehen von den Keroba-Nummern 12, 13, 14, 16, 17 haben vier 
Stücke (N. 3, 22, 26, 31) gar keine Namenzeichnung, und ist 
namentlich N. 22 zweifelhaft, da im französischen Ritus des 
Neujahrtages Stücke von Kalir, Binjamin, Tobelem, Jehuda 



1) in einem rom. Machsor ms. in zwei Tachanun rerwandelt. — *) Ritus 
S. 103 N. 19. — •) das. S. 88. 



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— 120 — 

und Ungenannteii mit einander abwechseln. Von den Sabbat- 
jozern ist in dem nächstfolgenden Artikel die Rede. 

Aus N. 21 ist die Stelle, welche die Alten von ihm an- 
führen OiJTTa nibip D'^JDnN ^):) *), die überdies« seine Schrift 
oder seinen Bescheid besassen, aus welchem hervorgeht, dass 
demselben der Zusammenhang von Midrasch und Piut und 
wie beides im Vortragswesen seine Wurzeln hat klar ge- 
wesen. 

Seine Stücke waren hauptsächlich in Frankreich und Grie- 
chenland verbreitet. Der französische Ritus hat die Nummern 
9 bis 16, 18 bis 26 und 28; nur N. 3 hat das altdeutsche, 
N. 27 das heutige polnische Machsor*). Im altgriecTiisohen 
Ritus sind N. 2, 9 bis 17, im romanischen N. 1, 4 bis 8, 29 
bis 31. Corfu hat gleich den griechischen Riten N. 2 für den 
Zwischensabbat, das röm. Machsor nur N. 1 mit der Intro- 
duction der N. 4. 

fiinjamin b. Serach lebte 990 Jahre') nach der Zer- 
störung, mithin im Jahre 1058 und vermuthlich im südöstli- 
chen Europa. Er heisst bei Späteren: der Grosse^), auch 
CtS^n blD°); zu der letztern Benennung hat wohl Selicha ^OM 
bt<n 'n, deren Zeilenanfänge den Namen von 22 bilden, viel- 
leicht auch der Inhalt seiner Ofan Anlass gegeben. Er hat 
nur Jozerstücke und Selicha^s, meist in einfachem Stile verfasst. 



1) Semag Gebot 42, Siddur ms. vom J. 1282 bei Luzz. (Mittheilang vom 
Januar 1839). Mordechai ^"^ c. 3. In Maimoniot l^ftg^ c. 3 und Tos. n'"1 
33b irrthümlich Simson oder Simeon b. Jona (gott Vortr. S. 391). — *) das 
dabei befindliche Ijrnp HPIX» welches mehrere Wendungen ftjfj^n ^DDOÜITO 
IS'« ^^rüDirPNnDnnjrOl, 1&'N1D''W mnOOl^» tt^Nm) der N. 27, deren 
Kraft es nicht theilt, entlehnt zu haben scheint, hat im französischen Machsor 
einige Ausdrucke für den Sühntag anders als für Neujahrfest. An letzterm 
heisst es yp^ Q-p^ )y] und Qiyo rW Dl^TI^J *"^^ ^^^ daselbst ist eine Strofe 
eingelegt ^^ T113D rTVlDlin^ l^üb^* welche den Namen Salomo ent- 
halten mag. Der Reim t^^X^nH ^^^ ®^°® Analogie im Silluk N. 1 7, ist auch 
in Elia's Asharot S. 56 und Hymnus D^fj^ ^b{<"1J< (tt'i^^nn^)- -^.n beiden 
Tagen ist eine den Märtyrern gewidmete Fortsetzung, anfangend (2^^^ T W ID 
nixn> gieichfalls jede Zeile mit {^^ schliessend; s. unten Mose b. Schabtai. 
— ») Tljn D^rttm niXD yi^n »n N. U; nur ^jn niND yiCn ^^ ^«n SeU- 
cba's rri2nj< ^^^ IDDN» — *) ^* ^^ l^^a und mein Ms. 29. — ») Mich. 449, 
mein Ms. 29: CB^n 5» PHl 12 brUH fD'»}3 t03n- 



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— 121 — 

Jozer. 

1. n^D l^bo ^nfc< für den grossen Sabbat, mit einer funf- 
zeiligen Kadosch-Strofe, welche die zweite, während 
es in der Segel die dritte ist 

2. HD« n^rht< mn^« für Sabbat rwtm (rom.) oder für 
Neumonds-Sabbat (deutsch), ohne Kadosch-Strofe, wie 
H. h. 17 bemerkt, wird in H. h. 61 commentirt und 
in H. h. 182a unserem Verfasser zugeschrieben. Die 
Strofe 'n wird im Hiob-Commentar ms, angeführt*), 

3. yow '»SljSia hbrw, für Sabbat vor dem Wochenfeste, 
erläutert den Buchstaben Akiba's gemäss das Alfabet 
als die Elemente der Thora, endigt wie das vorherge- 
hende D^KW^ ^2D riDlß^ und ist unstreitig von dem- 
selben Verfasser. Indess ist der Stil in beiden auch 
Stücken von Binjamin b. Samuel (N. 1, 4, 31) ähn- 
lich. Wird im Ms. München 69 f. 49 commentirt. 

4. Unbekanntes Jozer, aus welchem die Stelle D%1 rn 
1D'«D "njn ^tntn a^mn HNDD ID^TJ; }tnb\t^ angeführt wird»), 
mit welcher Midrasch piD S. 27 und Kalirs Silluk 
Schekalim stimmt. 

5. TJD bn«, aus einer einzelnen Strofe bestehend, in Hand- 
schriften Jozer genannt und tCTIp schliessend, mag 
Einleitung oder Schluss eines Jozer sein. Die Wort- 
anfänge bilden 3"t< und Namen. Einer Handschrift 
zufolge*) von dem Verfasser der N. 2 und 3. 

Seine Ofan bestehen aus Strofe und Gcgenstrofe: 
in jener den Lobpreis der Engel, deren Führer genannt 
werden, in dieser die Huldigungen Israels beschrei- 
bend. In einem (N. 10) eröfinet die Gegenstrofe mit 
JpfjP JTITI und im strofischen Verse kommt DpJP vor; 
in den übrigen mit ^J^0, und folgen ihm in diesem 
Bau des Ofan Menachem b. Machir, Amitai, Kalony- 
mos. Elieser b. Natan, Isaac b. Meir, Esra; Meir b. 
Isaac hat 1T0M1 statt ^:(<1. Jeder Ofan hat 5 den Namen 
zeichnende Strofen. 



*) cod. Manchen 5 f. 198: ^ •tO'D VT^ WTD^ DI» ^^^ *^*'' 'H ""* 
dem ricbtigen Anfimg r^ pB^Q TTTSH- ®*^"* •<> "*®^" ^- ^^- "~ *) '^^■* 
Cfaagiga 12». — •) 8. Lazzatto ^^jo S. 19. 

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— 122 — 

6. niD>D1 m< "hh^y endigt rhm ^nW; hat 5 Engelnamen. 

7. J\2^ Dn '»0nD3, endigt "»DTO D%nbK, hat 4 Engel- 
nameu; die Gegenstrofe ist ein ^JtO anhebender Vers. 

8. nnKönn byn^, endigt m^bü T12D, hat 4 Engelnamen; 
die auf ^^tO folgenden Bezeichnungen dee Volkes sind 
aus dem hohen Liede. Dasselbe ist in N. 11 der Fall. 

9. nimp nrr'D, endigt TOJ; TPIDI bwcnby hat 4 Engelnamen. 
10. a^«1 Dt) nn3, endigt nbo 3pr \n^, hat 8 Engel- 
namen, Strofe und Gegenstrofe jede dreizeilig. In 
diesem und dem vorhergehenden bilden die Anfiings- 
worte der Gegenstrofe ebenfalls den Namen. 

11. iDy2 \t/H ^D"1tt^3, in welchem nur Engel Metatron vor- 
kommt. Die fünfte Strofe fehlt. 
Sulat. 

12. Für den grossen Sabbat ^tSO^ ^:t< nnoi«, endigt HK 

ran«n. 

13. Dessgleichen n^DH '^niß^N, endigt nD> ntD m^^qyob, hat 
achtzeilige Strofen. Beide Stücke behandeln den Auf- 
enthalt in Aegypten — rPD'»©'»*) — und Pharao's (KID)") 
Bestrafung nach bekannten Hagada's, ersteres auf die 
Leiden der Gegenwart übergehend. Man bemerkt 
einige gleichartige Ausdrücke'). 

14. nö'»ptt^n fcOK^), endigt obiyD «in nn«, in 13 Strofen, 
Ps. 83, 2 bis 12 und 19 variirend. 

15. "f? ^1 b« D%nb« (Ps. 83, 2), endigt ühHTO IftO, schil- 
dert den Druck und den Hohn, den die Juden er- 
dulden. 

Die Nummern für den grossen Sabbat') (N. 1, 12, 13) 



1) nach Jerem. 46, 20 rPB'»g)i rhsO (®^*° ^ ^' ^^» ^®'- DW tV '»"^ 
Sabbatlied ^{tnp ÜTO 7IKnp)5 rhyj) «TD''D'' ^** Tobelem (Siüuk N. 10); 
n>g^> baben auch Mose b. Kalonymos, Isaac b. Joseph (0*)*^1D(< ytlH^S)* 8ulat 
rSütt^y Jefet halevi (Piiuiker S. 22). Häofiger ist n^3y» *^*ö^° *• ß- 
Kalir Hacbodeeoh, Meschullam und Simeon im Peaachjozer, Binjamin b. Sa- 
maei N. 4, Meir b. Isaac Maarib, Amitai Snlat N. 6, Joseph Sei. rüvinn, 
Mordechai Gesang ymp. — «) aach in N. 1. — >) rQltO yy^^^ (N. 12 

y\m n)^ra\\ na^ ^ (tr® VByD)f an^ rhw (rh^ on^)» ntw 
ws^Tw wvTQ (KDWT2 ^rwjT); piNm nonai (n. i ni«n - ncui). 

T^aOD ibjn (T3D bini)- ^K^ '^""»- ^ '*"^ ^- — *) «y»- Poesie 8. 463, 467. 
Im Onomasticon S. 46 irrig nnter Amitai N. 14 aufgeführt. — «) Belege aus 
N. 1 aod 12 in synag. Poesie S. 390, 392, 431, 432, 448. 

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— 123 — 

haben den vollständigen Namen, N. 3 zeichnet pD'*^, alle übrigen 
p^J3; von der Identität wird bei seinen Selicba's die Rede 
sein« N. 6 ist bei Isserlein*) genannt, N. 12 als ein SulatR. 
Binjamin's in H. b. 17*). Mit Ausnahme von N. 5 ist alles 
übrige nur im deutschen Ritus, N. 11 ist im Ritus von Frank- 
reich. Einer Handschrift zufolge (H. h. 182a) wäre der un- 
vollständige Ofan uhi< "]S auch von Binjamin b. Seracb; eine 
Behauptung, zu welcher wohl die Stelle dicht hinter Jozer N. 2 
Anlass gegeben. 

Joseph b. Salomo aus Carcassonne hat für sein Cha- 
nuca- Jozer JTIK den Stoff verschiedenen Hagada^s entlehnt und 
ihn im altpeitanischen Stile ^ bearbeitet. Das Jozer ist drei- 
zeilig und neunfach alfabetisch, dergleichen 'sich nur in Kalir's 
Klage TS^H nyH findet, wenn die drei Bibelstellen jedesmal 
mitgezählt werden; das sechsfache stimmt zu den Achtzehn- 
Keroba's der Alten und findet sich demgemäss in Kalir's roc^ 
niO, das an die Keroba anlehnt Höhere Zahlen in der alfa- 
betarischen Zeilen-Ordnung triffi; man überhaupt nur bei den 
älteren Peitanim und zwar nur in Aboda's und Fest-Illustra- 
tionen. Fünf Aboda's haben 8- bis lOfaches Alfabet, 8- bis 
12faches hat MeschuUam's pDH, worin n sogar 24 mal wieder- 
kehrt Salomo babli hat Buchstaben 20fach. In den Wochen- 
fest-Keroba's von Binjamin b. Samuel und Tobelem kommen 
Stücke mit zehnfachem Alfabete vor; vierfaches Alfabet haben 
Kalir, Saadia, Salomo b. Jehuda und mehrere Dichter 
älterer und jüngerer Zeit. Vier- und fünffache Namenzeich- 
nung findet sich bei Kalir, Gabirol^) u. A. Dass unser Dichter 
älter als Raschi, der ihn anführt, ist sicher, doch wohl nicht 
älter als Gerschom's Zeitalter, vor welchem uns kein franzö- . 
Bischer Piut bekannt ist Das Jozer ist commentirt in Opp- 
1074 F und H. h. 17. 

Zahlal b. Natanel') ist Verfasser des metrischen auf 
D^ reimenden Hymnus 3p)P *1122b, welcher nach der Zahl der 

>) N. 233 in n'Tin* ~~ ') ^i Kalir's Keroba Ti^^^^. — *) su den syn. 
Poesie S. 121, 372, 373, 374, 378, 379, 380, 381, 397, 412, 416, 416, 418, 
431, 422, 426 befindlichen Belegen sind noch t^;|, riOIsh (78^- ^"- ^* ^^)> 

runy. v© (^»l s. 374), ys, ^am* o^ii^n» onn hinzMufSgen. ^ 

*) Hostedsch. THJ^K "T^DK«- — *) »y»- Toesw 103, 120, 132, 217, 475 ff., 
480, 481. 

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~ 124 — 

Glieder*) aus 248*) Zeilen bestehend Gottes Einheit, wunder- 
derroUe Scbopfungswerke, Güte und Wohlthaten Israel erwie- 
sen, preist; nachdem (Zeile 108 — 156) alles Geschaffene, dess- 
gleicben der menschliche Leib den Buchstaben des Alfabets 
entstammt geschildert worden, geht das Gedicht wieder zu der 
israelitischen Geschichte über, zuletzt der Befreiung durch die 
Hasmonaer gedenkend. Vielleicht war der Piut dem Sabbat- 
Chanuca — das Wort') wird Zeile 240 genannt — gewidmet. 
Der Verfasser gibt in dem Piut selber zweimal seinen Namen 
an*), spricht von Leiden und Feinden, die ihn verfolgt*). 
Seit Israel's Blüthezeit sei keiner gewesen, der gleich ihm so 
viele Verse — mit einerlei Reim — geschrieben •). Das Me- 
trum ist das in den Bakascha's übliche'), nur .dass unser 
Dichter selbst Buchstaben und Gematria^s®) die metrische Form 
leihet. 

Zahlal ^bedient sich talmudischer*) und hagadischer ^^) Aus- 
drücke, hat peitanische Wortbildungen"), deren mehrere 

») Z. 3: D^nrO ^D ISDobt ^8*- ^®^' ^' ^**^ *■"* Nachmu-Joier jn^^ 
^nrO- -~ *) ^iö Alten hatten nur 247 Zeilen (alte Tos. Joma 21b), R. Tarn 
fngte zwei Halbzeilen hinzu, die nach unserem Texte, der 251 Zeilen hat und 

z. 213 liest: Qf^^ ^^i^ y^y) ^roi K'^d ])\t;trb pnw -im p ^pv) «n- 

nöthig sind. - ») roun ^Sl •'D'»- — <) Z. 51 : ^«pHH )ÜD JD» "T^ nOTO 
nnsn XOllchOy ^^ '^•«^ TISJD vermuthHch ^KXO p ^^^^^' Z. 249: 

bwro p bSTi6- - *) Dn^:w3 ^hidd in (*o)i niwD u'jto ^ybiy (42). 
>wiß^ ^jis-n o:ni (33). - •) m B^ im ona^ lintr^ ^d pir» w-m 
pB^ p Dvvh roy -wh anrn arh vdv «b nc^« no vmh miD'» 

'Dl n'D'inb D^THÖ Q"lbD2 PlDli K^l (^9 und 50). Hieraus hat man irriger- 
weise herleiten wollen, dass Z. dem 6. Jahrhundert angehört (first epistle of 
fiarnch, Lond. 1855 p. 6). — ') syn. Poesie 89, 113. — 8) -ß^^^ {(*q *^\^^ 

nD^n: nr: (los), onnp pr^iv ü":) ^"n m*:^ (»^)» ntso rnn (i^i). 

nn"D fe*? (1«3) d. i. 248, «?D^3 Tiy^ (213). - •) >-C) 99» plD 71, fe<>«;nD 148, 

h:h 200, -|3C)'»Di 102, riTOD 137, onm i3^. — ^») onw i^s, vgi. Amch 

■^iil^. DinO ^31 DTDl' fei (11 ^öd 122). Wenn man nicht Q^^y emen- 
diren will — wie auch Gabirol Gedichte S. 72, Salomo Sei. 3*|t^9 Simeon 
Sulat n!?fc<D1 rht^ haben — mnss es bei DTOy bleiben. Auch der Einheits- 
gesang (Tag 5) hat DTDJTI UTOt reimend auf q^q^, wonach QIDy» <**« i" ^^^ 
Hagada „behindert' bedeutet (Aruch s. v.) in „geheim« übergeht, wie umge- 
kehrt bei «YIO »^erg«n* in ahindera.« — ") sjm. Poesie 372, 374, 375, 376, 
381, 386, 394, 406, 406, 407, 411, 413, 425, 426, 431. Ferner Qi-^löx (204) 
bekleidet von -)g)j<, Ql^m (224) Hifil von rad. X)}- Kr schreibt nniltt' (35), 

Tpy (47), jpn3 (53), -|5,B^ (84), vgl. das. S. 120. 

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— 125 - 

mit Kalir, Saadia, Abitur M 9 Sinieon') und anderen Alten') 
gemein, kennt Midrasch^) und spätere Engelnamen ^), folgt in 
der Verwendung der Buchstaben dem Buche Jezira, wenn- 
gleich in etwas veränderter Rezension, welche die einzelnen 
Glieder anders vertheilt*). Alles diess und insonderheit das 
Metrum — nebst Ausdrücken wie TB' ^DD (Z. 46) und ühc 
D^*11ÖD (Z. 234) — nöthigen uns ihn dem eilften Jahrhundert 
zuzuweisen , womit die Anföhrung bei R. Tam und der 
von Späteren ihm und seinem Vater beigelegte Gaon-Titer) 
stimmt. 

Da aus des Dichters eigenen Worten hervorgeht, dass 
ihm Gabirols Asharot und Lehrgedicht unbekannt gewesen, 
so war er, wenn nicht vielleicht dessen Zeitgenosse, doch jeden- 
falls in einem entfernten Lande heimisch. Weder sein Name 
noch sein Stil deuten auf Spanien, wo er überdiess völlig un- 
bekannt ist; ersterer gleicht den Namen ^tOBnn, SkTiT, p3D, 
iTHDD, rratßnp, gehört wohl dem romanischen Süden oder Frank- 
reich an, kommt jedoch sonst nicht vor; vielleicht hat er An- 
lass gegeben, den Einheitsgesang einem R. BezaleP) bei- 
zulegen. Noch weiter als der Name entfernt der Stil ihn 
von Spanien, ungeachtet einiger auch dort üblichen Wen- 
dungen'). 

Möglich, dass dem Verfasser desPesach-Sulat ItCPD O^^DK ^®) 



*) ^1 nrr^y^ m^ syn. Poesie 393, 394. — «) DDIVOD (^^ 377), vgl. 
^nWD ^^ Hochzeit- Jozer; nyyi3 (2- ^ö), vgl. py^n »" ^- Pesach rbTT\'^ 
p "ID^ ▼«!• Ü^DHO p (Ofan r^n). - ') O^Ti (d«. 375), oniTl (das. 
418) auch in Klage r\^ n^l. Sei. ^-|p 1^-|n«; "CH^ (das. 120, 431), r)]o 
(das. 407) vgl. rf\jt2 Donolo der Mensch S. 15, VfVi (d*«- ^13). -— *) ^TTiX^ 
(das. 382) vgl. Raschi Gen. 32, 5. ^iU^^n^ HtTin 1DD '^- »• w- (Z- 245) 
vgl. gyn. Poesie 126. *^Y)^ s. ob. Anm. 10. — ^) Zeile 88 bis 90 hat zehn Namen, 
s. gyn. Poesie 476 ff. — «) Note 11. — ») cod. Michael: H^DTBdNTDD TOB^ 

b"2n pw b^n n p jm bbnn rn- - ') dw oto s- ^^ ««d 9s, ju- 

chasin ed Kracan Anhang. Ans ^^rCi 31 wurde ^^3 'l; noch in spaterer 
Zeit sagte man in Polen ^fc(^5J statt ^tOlD» ^g*- D'^DDH 'HDI ^^^^ Vorw. 
— •) Gabirol gebraucht po^ (noblS' ^^ S. 59, 72) oder 13 nON (da*- 
S. 13, 17, 58, 67, 71) fast nur des Metrnms halber. Eben so Zahlal Z. 153, 
154, 155, 60, 194, 214 (into nty HD« TN D^D^D), 233 (nON DHD IHl 
Onny O^W- SpanJw nennen die Elemente riTTID^ (2- ^^O» ^^^ *'*^^ 
Midrasch Temura und Donolo. — >•) T1333 yiHtlO pPIN P'^S SHKi ^"TV jT*!^ 

^-rtro rp^n *?pB^ srn niw- 

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— 126 — 

unser Hymnus voi^Iegen hat. Dass Einige das ^^t^^^aD DIK 
von Meir hacohen dem Zablal zugeschrieben, wird bereits in 
einem alten Piut-Commentar (Rossi 655) bemerkt. 



VI. KAPITEL. 
Von Elia dem Alten bis Saadia. 

Die jüdische Geistesthätigkeit, fast ein halbes Jahrtausend 
auf Asien beschränkt, verbreitet sich seit der Mitte des zehnten 
Jahrhunderts nach den westlichen Ländern; die Werke von 
Saadia Gaon und Mokamaz, die Gutachten und Gebetsord- 
nungen der Gaonen, Masora und Grammatik, Wörterbücher 
und Commentarien ziehen aus den persischen in die muhame- 
danischen Gebiete Africa's und Spaniens, wahrend Talmud 
und Midrasch, Targum, Vortrag und Piut in griechischen und 
italienischen Städten und von dort aus in Frankreich, Deutsch- 
land, Slavonien eine Culturstatte finden. Um 1050 war in 
allen Wohnsitzen der Juden Europa's die synagogale Poesie 
eingebürgert^). Keine Gegend der romanischen und germani- 
schen Lander, die bereits von dem Einflüsse grammatischer, 
exegetischer und dichterischer Leistungen berührt wurden, 
entbehrte damals eines Rabbiners oder Yorheters, welcher den 
öffentlichen wie den häuslichen Gottesdienst mit Vortrag oder 
Composition ausstattete. Daher die Zahl der Dichter im Zu- 
nehmen, nicht minder die Gelegenheiten, für welche deren 
Arbeit in Anspruch genommen wurde. Von Selicha-Dichtem 
und Ungenannten abgesehen, gehören unter den namentlich 
bekannten Peitanim dieser Epoche (1050 — 1140) 4 den roma- 
nischen Ländern, 10 Italien, 9 Frankreich, 14 dem Rheinland; 
8 Verfasser sind unbestimmter .Heimat, dürften jedoch meist 
Mittel-Europa zuzuweisen sein. 

Elia hasaken (Priscus) b. Menachem in le Maus*) 
soll ein Zuhörer Gerschom's und — was sehr wenig wahr- 
scheinlich — ein Schwager von Hai Gaon gewesen sein. Sein 



*) Ritus S. 7, 11. — «) gf^o rO>TDD H. h. 182 a oder cod. Uffenb. 38, 
▼gl Sal Luria N. 29. 



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— 127 — 

Bruder Isaac, in Orleans wohnhaft, fünfmal von Raschi ge- 
nannt ^), war ein Schüler Elasar's des Grossen und der Lehrer 
Ton Elieser b. Jehuda, der um 1096 gebluhet. Demnach dürfte 
Elia um die Mitte des eilften Jahrhunderts anzusetzen sein. 
Wie es scheint, ist er erst durch eine mit Tobelem geführte 
Verhandlung für Gestattung der Eeroba in den ersten Num- 
mern der Tefilla gestimmt worden. In den Selicha's zeichnet 
er pTH. 

1. Asharot ^DPI rUTP DIDN, in 176 vierzeiligen Strofen, von 
welchen die ersten 4 die Eroflnung (gezeichnet pFI IH^^N), 
die letzten 5, anhebend niKO \tW YX und ohne Akro- 
stichon, den Schluss bilden; Ende: ubv^n "poys 1B^ HD. 
Die strofischen Verse sind mit grosser Geschicklich- 
keit, stets dem Gegenstande angemessen') gewählt. 
D'K, p'l'lß^n und längere Akrosticha wechseln in den 
Anfängen der Strofen und Halbstrofen ab') und der 
Verfasser zählt nacheinander auf: Gebote, Verordnun- 
gen für die Gemeinde, Vergehungen, worauf Todes- 
strafe und rro^ Verbote. Die Asharot werden von 
den talmudischen') und den pentateuchischen Tosafot^) 
angeführt und in alten Handschriften*) erklärt. 

2. TID^), oder rO'IJ^Dn "T^D, eine Zusammenstellung der 
täglich früh zu sagenden Bibelstellen nebst den Sühn- 
tag-Gebeten bi6 rT?nn jn« und nioibyn )'>3d nn« und 
dem Manna- Abschnitt (Exod. 16, 4 — 36). In dieser 
Ordnung®) bereits in Handschriften des 13. Jahrhun- 
derts. Das rom. Machsor Bologna 1Ö37, welches BI. 
3 bis 26 diesen TID ohne jene Gebete enthält, fügt 
ausser einem Jehirazon und einem "^TV DllQJ wN anheben- 
den Stücke noch 7 hymnenartige Gebete hinzu, welche 



<) Sabbat 67 a, Succa 40a, Mezia 7 b, 23 b, Temura 4a. Der im Arnch 
▼. WUDTD Senannte scheint alter, vgl. über J^ *O0 ^ur Geschichte S. 66. 
Der Gaon R. Isaac in OTB ^1p^ ^^^ ^^^ laaac b. Jehnda, wie ans *»^ip^ 
ms. und Tor 1 652 erhellt. — «) syn. Poesie S. 97. — ») S. 69 anten ]DNptn» 

s. 61 f.: rho]üH pnn VT6^(; imdsn »»<* nic^D« (^^^^ sy»- po««« 107 Anm. b) 

sind ein Irrthum. — *) zur Geschichte S. 47; vgl. Semag Gebot 233. — 

*) D»^ njn 31»» D^OT nin 27a, nnrp mso ^^^ - •) vat 306, Hari. 

add. 11639, Opp. 1074 F., cod. Lnaz. A. 1301. — ») p]n VVtK '^ TD 
Opp. 6530, Roasi 591, Vat 331. — •) Bitas S. 60. 

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— 128 — 

sämmtlich ipch Tl tCVI mM beginnend die sieben 
Schopfungstage behandeln: 

a) D'^onüH b:h ronü, endigt "pj; m\^^ ^mmi, hat den 

Ausdruck nn&'tn ^2 jlB^Kn*). 

b) D'»Dn DN n>!in nn«, endigt D'^ono ^Dt<te TD. 

c) D'»Dn rrnpH, endigt DHD^D Dntt^n. 

d) nniKDn '•^b^ hn n^ra, endigt mira niDiron. 

e) 15^: pl^ D^OD nniß^n, endigt rmn DD^l. 

f) IX12i yi^n p riN^nn, endigt pp>TD) jh'h) fW, erbittet ge- 

lehrte Söhne. 

g) löpB^ni mbm p«btt^ nn: rae^a n^ra, endigt nnnm mnni 

TDD. 

Wie viel hiervon dem alten Elia gehört, bleibt 
fraglich. 

3. (Vielleicht) Jozer I^IfcO mUN mit 7 Kadosch-Strofen ; 
die diesen vorausgehenden Alfabet-Bnchstaben (lj?^ni) 
sind ein-, die anderen zweifach. Vielleicht steckt in 
der vorletzten Strofe die rxhH zeichnet auch noch p 

Dnz)'). 

4. (Vielleicht) nmoiS^N OnpD ^j; Dpin l^«. In cod. 
München 346 wird zur Tekiata Pl^nn ID) Buchstabe 
T\ mit den Worten |pin *?D^ pi folgende Strofe an- 
geführt: 

.nnoira KflD«D nmi o miDi 

Das ^y üpvi in Beziehung auf David (2 Sam. 23, 1) 
haben auch Simeon (onriD •»«), Sulat yiOl 3'»3n'nDK, 
Hoschana HDiyi 2« |J»b, Hymnus rM))it< und spa- 
tere Dichter (Sulat pjW ^ilW, Maarib onoD in«, Gebet 
"Töiyn '»D, Sei. nülßpw). Bei Abraham hacohen (Jo^er 
niK) heisst es ^y Dp; irifcO'» ^JD DpiH hat Kalonymos 
Jozer mm "TIN. 

In einigen Msf., z. B. cod. Rossi 62, cod. Sorbonne 8, 
wird der bekannte Einheitsgesang unserm Verfasser 



») Note 12. - «) nino - nnüD - ipn^^ - ho- 

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— 129 — 

zugeschrieben, was de Rossi (Dizionario S. 110) irre- 
geführt hat. 

Joseph Tobelem (Bonfils*) b. Samuel in Limo- 
ges, Zeitgenosse Elia's hasaken, im Yitry-Machsor und 
sonst*) „der Grosse" genannt, ist für sein Zeitalter ein 
nicht gewöhnlicher Dichter; im Schwung der Gedan- 
ken Mose b. Kalonymos gleich, übertrifft er ihn nicht 
selten in der Schönheit der Bilder. Von seinen haupt- 
sächlich den französischen Riten eigenen Poesien, die 
einen bedeutenden Theil der Festzeiten umfassen, sind 
folgende bekannt: 
Pesach: grosser Sabbat. 

1. Jozer innOD '^'»C^X, stellt — wie es scheint durch 
Midrasch Abchir*) angeregt — der Reihe nach die 
göttlichen Thaten bei der Schöpfung, dem Auszuge 
und der künftigen Erlösung nebeneinander, daher be- 
ginnt die je dritte Strofe Tnybv, ein ähnliches Verfah- 
ren beobachten Jozer des grossen Sabbat von Me- 
nachem b, Machir, Sulat ^mm Yü)t< von Joseph, 
Pismon nm ^D^ (Hachodesch) von Isaac Giat, In den 
Pesach -Maarib von Joseph b. Jacob und Jekutiel 
b. Joseph wechselt die künftige mit der alten Be- 
freiung ab. 

Keroba: 

2. -jTjniD ü^rhH, Schluss IDOn« rhu, welchem Ps. 77, 16 
vorangeht. 

3. n^DN niDCD, Schluss ■prjn ipb mit vorangehendem 
Verse Ps. 37, 4. 

4. ^TIDDI ^yt^\ In diesen Nummern wird neben der Be- 
freiung der Sabbat gefeiert, indem der Verfasser an- 
nimmt, das Sabbatgebot sei zur Zeit des Auszuges 
verliehen und in Marah nur erläutert worden. 

5. TOn D1D mit durchgehendem Reim. Die dort angege- 
benen 90,000 Myriaden (Engel) stammen ans j. Tar- 



i) ist aus meinen gott Vortr. (S. 390) und additamenta (p. 314) in de 
RoMi's übersetztes Wörterbuch (S. 314) übergegangen, wo J. b. S. „aus 
Frankreich (Bonfils)« Grässe veranlasste «ans Bonfils in Frankreich« zu 
schreiben. ~ «) Hapardes ms, jyyri C^DP N. 108. — •) Jalknt Gen, 6d. — 



Zniu LiteratorgMch. der syn. Poesi«. 



9 



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— 130 — 

gum Exod. 12, 12 und der Hagada Tin&'D I^TD«*), die 
vermuthlich einer Rezension des Midrasch Wajoscha 
entlehnt ist'). 

6. ipy wh DKli'»') in 12 vierzeiligen Strofen, drei Worte 
die Zeile. 

7. Pismon n^TO HiD« mit Refrän ]1TDn ^t«1% letzterer rpv 
ersterer D^p 3110 gezeichnet. 

8. alfebetischer Reschut b^TQ N13«^). 

9. halachischer Seder mriTin xhl^^ in dessen zweiter 
Hälfte die Ordnung des Pesach-Abends beschrieben 
wird, welche in Memorial- Worten auch besonders, als 
von Tobelem stammend, vorhanden ist*). Der Schluss 
nOD ^VD bon endigt in Handschriften mit zwei Versen 
(Jes- 51, 11, Obadia 21). 

10. Silluk -p^K 11"ny pN erläutert zugleich hagadisch die 
Gebräuche des Festabends. 

Zweiter Festtag. 

11. una2 nDD3 iDiro d'»2^i«< aifabetisch, endigt T\hysa2 mr 

Dazu Refrän: 'H DJ? imbobo TD ^^ii 131 'H TWV Hl DT' 
'ih mn TOS; scheint dem ersten Tage anzugehören, 
8. weiter unten N. 35 — 38. 

Die Keroba, deren Stoff theils der Auszug theils 
die Darbringung des Omer (Levit. 23, 10) bildet, be- 
steht aus folgenden Theilen: 

63. r©im D^reis' n^v nnn«, endigt "loiyn nton, dazu der 

Schluss DDnon nXDn^ der THS D^'^3^< endigt. 

64. imoin nj; yf^S^ tribc, endigt 31tO DV» nnnD^, wozu als 
Schluss VltT;D ^«nir», endigend jn^TI '»^T'. 

65. D'^mDD wh HKli^ schliesst ID^K' p. 

66. jnnj; frw r^ilS nn« x: ^K im Sillukstil und gleichrei- 
mend (jn), endigt i>nni3: ma\y\. 

1) wie mein pentat. Commentar ms. (znr Geschichte S. 100) hemerkt. An- 
geführt Bechai 84 c. — «) Q«^p HD^Sl S. 41 (dasselbe in p^p^ ms. and 
karzer in H. 17). Das ^DK ^^^^ i" ^^^^' ^33, H. 182a. Vgl. Ritus S. 45. 
— •) in den Ausgaben ^^x^nb HTT* anhebend. — <) die Worte ntßnn DTD 
bedeuten D'HDID ^DT (Erubin 21b, vgl. j. Pea 2, 4, Midrasch Kohelet 85 d 
zu Kohel. 1, 10), grosse Pesikta Abschnitt 15 Gllfimn^ nilin mim)» 
Akiba»8 Alfabet S. 27, Targum nebst ßaschi Jes. 12, 3. Aehnlich ^shd^üO 
n^lß^D Vh\ ninrO rO (DOnO nuno Thorafest). — «) Hapardes ms. und 
ed. (16c oben, wo nar ^^^un '^). Hagada ms., Vitry (Lazzatto biblioth. 54b). 

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— 131 — 

67. ni: n3 nnx n^lto in 6 Strofen, die nniOTO -IKö HD 
nvyryrh O^Tny endigen und D^y 21Ü zeichnen. 
Siebenter Tag. 

12. Maarib noVH piN yi^^i, auf Anfange und Schlüsse der 
Verse des Mose-Geeanges gebaut In dem mittleren 
Stücke heben alle 8 Strofen y»n^l an. Endigt n« TQ'» 'H 

13. Jozer n^T i^injD IDW DT;:k, die Strofenverse sind die 
erwähnten Vers- Anfänge, endigt y\trsK> Tl D*1 HD. 

Keroba: 

U. Nni:m 12^y\ D-^H nx, vierfach alfabetisch, Schi uss TOT 
my«; der erste Theil (•« bis 1) endigt Dra 'H inm 
tonn, der zweite (Buchstabe '1) p« -»hd. 

15. onns brh)ny Scbluss tojn mbm; der erste Theil (n bis 'd) 
endigt 'n D^^Xn nrOD -"D, der zweite (Buchst. ':) ü^n ibn. 

16. '»rniiJDI t;Sd bis ^rhn: nnn, Bibelverse und JTBI^ ht< IDiy 
ItnpD, endigend b:ni niDH mit den üblichen Versen 

•]te^ und t^np nnxi. 

17. -Jlbbn ni^N p-^b W ^K, Reim Dn, endigt Dn^DD D^:BD1, 
worauf ü^p) n u. s. w. 

18. Pismon nnr^lDD IXJ^^D D^TT, 12 Strofen, endigt rD*»!« bv) 
")D3n% schildert der Mechilta*) folgend die 10 Ge- 
sänge, die Israel anstimmt, deren letzter der Erlösung 
vorbehalten bleibt. Zeichnet T\'^ ohy 31tO btOüW ^2 nD1>- 

19. Ü^T^)Ü nonx bv TOW nn«, endigt b^Dyn ^D. Refrän: 

20. nx^DiDi mw HDon 'n pD>'), endigt ^by 'pd: O, die 

strofischen Verse haben "l^t^, 

21. Illustration des Mose-Gesanges n^T\ ^yk D1K Dl^W yC'Tn*), 
endigt nyi ü'piy^ ^^SD^ 'n. Jeder Versanfang eröflFnet 
die 4 bis 6 Zeilen der Strofe und wird von drei 



1) Daher ist )yr\^^ aufgenommen, Salomo fibergangen; das Gegentheil 
findet in Simeons Siilat DTTlD ^&< »tott. J anchnma lässt Jehoschafat weg und 
zählt dafür das hohe Lied mit, während die Rezension in Jalkut Exod. 242 
aus beiden Gesängen Davids Eine Nummer macht. — «) im Ms. überschrie- 
ben: nby 3ito ?]o«p /-^Q -^pi^. _ 8) 2«^^ p'^^fn» 3"N, p"nK*n, vollständi- 
ger Name, y'H^ p"ni&n» vollst Name, 2"«, p"-1t^n «nd'p^n D^ 31D- 

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- 132 -^ 

Worten mit gleichem Anfangsbuchstaben gefolgt Die 
zweite Hälfte der Zeile ist eine Bibelstelle. Die Strofen 
werden durch eine dreizeilige Üebergangs-Strofe mit 
einander verbunden. Beispiel: 

wroD rwp yy ^pbp hiddid 
inT» ^3 iD« nay2 ytn 
jrui r\m rb^ Tm ni^Dno 
y^ Hb) nwiK^ in«i2n 
ü)ü lyntöD DDion m^i^bin fh v^y y=p 
.ni^)2ö33 rTT» lovoD*» niDim ni^»Di 
i5<ipi nion pn injrn nioinn 
.ixn lern vniDiß; idib^ 

22. Silhik -piiW tniD HD D\lbwb nON, endigt reimlos: p 

7102 ntnip B^^iTD icnp:n ß'^-ipn bwb le^np'» pi ysr^^p 
inp '»b^N. 

Achter Tag. 

23. Jozer IT ^'pbVD •UHD "OW, zwiefach alfabetisch, mit dem 
vollständigen Namen, endigt ^B^^D 12*1 HD. 

24. Sulat nnoifco W, der gegenwärtig am grossen Sabbat 
üblich ist; endigt i:'>ni3K nny*) u. s. w. 

Keroba: 

25. N^ö nißny b«n nn« nach D-W, endigt bwiir» '»:plb, Schluss 

26. HD'^bD bv p« nbm nach pntßTl, endigt DITITD ^ipiMoS. 

Schluss: nyiD rmr) yrD\ der nnSD endigt. 

27. p« ni5^ C'b^lN IX nach ^^"2 D-N, endigt Dn»2 n« P]in:b. 

28. D^Tj; '»n*?« -]^nni23 bSo'« '»D k: b«, Reim dJ), Sillukstil, 
defect bei D^^D^ 1^niD13iyn. 

29. Pismon mcnn ni'»2lfin ND2 7TDn2 p\ dessen Strofen- 
verse VD\tn anheben, zu Anfang P)DV, dann 2*K [Anf. 
Dn'^DK^ "IDIN], am Ende üby 2110 gezeichnet. Die bei- 
den letzten Strofen sind: 



*) über ^jTjf in N. 24 und 33 8. oben S. 91. ^ , 

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— 133 — 

y^ no ro)^D3 Ttd-td n>3 ym onra Ktao "hn ni^p 

li'^^iiT rn ^2^3 i:TDm id^dj^ ir:in'» n)n> «th d^ä^ ddp 
•p "»oin ^3 iTOB'^ ):xn -wen d«^S lenpo pDob ^fhy 

30. Pismon 1t3S)tS^ by 10312^3 po^M, die Zeilenanfänge al- 
fabetisch, eudigt rßTUI tTCd VCXt^ rHDTij vielleicht für 
den zweiten Tag ^) oder den Zwischensabbat; hat zwei 
abwechselnde Kadosch - Refräns , die zugleich den 
Namen zeichnen: 

.Knnp d31d: 7»nnD D3iir» moi aai^"» 33im 

31. Silluk ns^H) nps "py« in 6 Abschnitten: der erste, 
Reim HD, endigt non^DSI D^nB1D21; der zweite, Reim 
J« oder rw, beginnt onn^D ü^p:b VihTQ), endigt 
rcn ntt'N Dnn2«; der dritte, Reim D^^n, beginnt 2« 1DD1 
rh'h n\ pSn, endigt D^TOID ^^M; der vierte, dessen 
Zeilen sammüich iiTWy schliessen, beginnt 3N VfOU) 
rrwy2 noi^on, endigt nwy D'H'^K' Hbüb\ der fünfte, 
dessen Zeilen 1133 schliessen, beginnt 1133 TV )ü^^ 1{<1, 
endigt 1133 I^Kl^b. Der sechste hat verschiedenen 
Reim, beginnt üinm HTD und endigt 1^1^ D^*1J;d1 

3in33 mp3 ninp. 

32. Jozer "pOPI p*1K in siebenzeiligen Strofen, für den 
grossen Sabbat im franzosischen, für den zweiten Sabbat 
nach dem Feste im polnischen Ritus. 

33. Sulat "^nyü 1DD D^D« nach 3"««, TU, im Strofenverse 

my, endigt ntiy n'»%"i nnx. 

34. Sulat irrnn nVl« scheint durch eine Gefahr veranlasst. 
Beide Sulat waren in deutschen Gemeinden nach 
dem Pesachfeste üblich; keine dieser drei Nummern 
hat einen Pesach betreffenden Inhalt. 

Möglicherweise gehören ihm auch folgende Com- 
positionen einer Eeroba für den ersten Tag, deren 
Trümmer nur vorhanden sind, nämlich: 

35. I. bjnn Urh rr^'y^ p:«, bricht ab beim Buchstaben 



<) so in cod. Rossi 4ü6. 

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— 134 - 

Samech: [nipHDl] "VTH D1D3 nriN yo, ist die erste 
Nummer; die folgenden beiden fehlen. 

36. IV. Anfang fehlt, beginnt mit 19p:i: D^D, nSlTO H^mb^, 

Reim rh, endigt rhbrh p:n b^ij; irv yv(yct<n\. c^pi t. 

u. 8. w. V. ist unsere N. 11. 

37. VI. überschrieben TID, hebt an: bw'^n^KD HH^n iT?» 

"»1^! bH)y\ jronöS mn« mbn:i Swra b« -tjc tt^hs pot 

^fcoro *)N2b T»fc6D, bricht ab hinter dem Buchstaben h 

mit bn bii2 lenn. 

38. VII. Silluk-Fragment, das IIT^ D'»D'»1 nM ns^ nilrt 

mN2:^D t^npnbi \^nj;n^ d'«c'»j;: ^ip2 ^^onbi nnpn er 

iri «npi DinDD D^ono schliesst. 
Wochenfest. 

39. Maarib -1''DN 1^); der mittlere Theil hat den strofi- 
schen Reim D^V zu mjn2tJ*n :in passend. 

40. Jozer HCHp HBIDI HW, dessen zehn Strofen mit den 
Eröffnungsworten des Dekalogs schliessen und vierfach 
akrostichisch pFI ^ÜV W zeichnen. Endigt ITOnP tö 

•pn Dir«. 

41. Sulat nrnpi ^«nit^ 1W, zu drei Worten die Zeile. 
Schon vor 550 Jahren war dieser Sulat in Deutsch- 
land am Sabbat des Abschnittes Wfc^i (Numer. 4, 21) 
üblich, welcher dem Feste unmittelbar vorangeht oder 
folgt. 

Keroba: 

42. nmno nncx 'n nnOK nach 2'N, die beiden letzten 
Strofen zeichnen jede BOß^, DH. Endigt '»imVib rnT>'n 
^\tnb\^n tC^T13, der letzte der darauffolgenden 9 Verse ist 

Ps. 68, 9. Schluss T\2Ü V:22^ btntTj endigt D^-irC 

43. ITD: ra^lWD HD^DD n":in nach pniß'n, endigt D^nm^ ^b«? 
DDi: niiJyD. Von den 8 Versen 2irOD ist der letzte 

Ps. 19, 10. Schluss '•HD TTjni rT\\ endigt D^'^H ITCj;- 

44. ^2n ^i^^bti) pr^ '»2i'»0« nach t^"3 n"N, wie mit Israel die 
ganze Schöpfung über die offenbarten Gesetze jubelt, 
endigt omDD J^ynb ppn ürh, worauf 7 Verse, l[hü^ 

und \tmp nriNi, 



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— 135 — 

45. ü>:ru) IJQ rCÜ pon« W b« mit Reim 0*^^ endigt 

46. 0^1D}D TITD «T in 12 Strofen mit ähnlichen Schlüssen 
wie N. 40, den Dekalog erläuternd; die Zeile hat drei 
Worte, die Strofen geben zu Anfang den vollständigen 
Namen. Endigt DWI Oyn bD). 

47. Pismon nnnn Jmp nw:i n"»!« in 9 Strofen, mit Re- 
frän: HD«^:! mn ra'^KTD HD'^Dn 'n nnn. Die nach An- 
hörung des ersten Gebots leblos hingesunkenen Israe- 
liten erhalten auf Verwenden der Thora durch Thau 
ihr Leben wieder. Ende: n^PQ HtTD ^«irn D3B^. 

48. Pismon npit^ TOW in 7 Strofen betet um Wieder- 
herstellung des ehemaligen Glanzes, welchen Inhalt 
der Refrän U^prh ^Din p D>pn lilö^b CrpPllW? npSHTO 
O^pDyn roentC^ kurz andeutet Ende: 23iefn Tl nip9 

49. ^D ^D nnß^D W mit der Introduction ^)^ 'H p31 
u. s. w. in 23 Abschnitten, jeder mit durchgehendem 
Reim, die ersten 22 jeder zehnfach alfabetisch; hinter 
dem Waw ist ^DT», hinter dem Resch ühy DTtO und im 
letzten Abschnitt ^KlöK' *TD ^V gezeichnet Ende: 

rxm 2'»DD Diin> DVW)rh. 

50. rVOr\) mtC^ ^iob n'»2X -n^l, niustration des Dekalogs in 
zwölf Abtheilungen, jedes Textwort der Anfange {TV) , 
n3T1, ^:n, "f? rrrr t6 u. s. f.) beginnt 9- bis 13 mal 
hintereinander eine Zueile, mit einem biblischen Verse 
schliessend, welcher in jeder Abtheilung den gleichen 
Anfang hat. Das Schlusswort einer Abtheilung bildet 
den Uebergang zu der nächstfolgenden. Als Probe die 
letzten drei Zeilen der ersten nebst den ersten drei der 
zweiten Abtheilung: 

•QT rrs^b w^ it'k •qbo cmDi w^rh hioidd td 
Si -yiDi 15^« ^3 "TS ^ n V? T?) 

nin nain n« tvdb^ »in nbp p« hm "naTi 

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— 136 — 

Dpjp n^a 'n "tdi wdk^ apy 3b Ktrh "nw nm 

Die Zeilen bilden zweimal 3"«, pnct'n, *?«TDC^ 13 ^"^ 
und dahinter noch einmal 3"fc<. Ende: D^i<'?D T'-T? ^'f^ 
D^Kin üyn ^31 D'»«nTD3 miB^mDH. Die Bibelverse be- 
ginnen: 1) r»«, 2) lyoB^, 3) ntßnj;, 4) n'^an, 5) ntr«, 

6) W, 7) ^«, 8), 9) und 10) ^3, 11) TJ, 12) ^b. Der 
Silluk fehlt; sollte es derjenige von R. Joseph*) sein, 
in welchen von Schaufaden die Rede ist? 
Neujahrfest. 

51. Maarib rh'hy 31 n3 Y^t< ^bo, worin alle Strofen "f^O 
anheben. Der mittlere Theil hat den strofischen Reim 
|n zu pi3in DV2 passend. Endigt ItniDn ^^by. Aehnlich 
gebaute Strofen hat Menachem b. Seruk'). 

Aus der Keroba für Schacharit sind vorhanden: 

52. Pismon 7»:D ^^p^O D'»«1% 21 dreizeilige Strofen, zu 
drei Worten die Zeile, akrostichisch sechsfach 13 ^01^ 
^KIDK^ zeichnend — bis auf den letzten Buchstaben *?, 
der nur dreimal vorkommt in der Schlussstrofe ru^JH^ 

ff^m 11X3 iwb ay: avn in^'K^S D'^'^ij; ip^n. Der Re- 

frän lautet: -Jirnp^l pini ^ lOtoboi piM^ ^DJ? p^^T 
KHIp 11131 D1^3, er erinnert an den ähnlichen von Si- 
meon: ny WUßD "TPl^ u. s. w. 

53. I^D^ njnirJ IDKN, an Kalirs 113^00 Dil« erinnernd, be- 

steht aus sieben Absätzen, jeder 4 dreizeilige Strofen 
stark, deren letzte mit tSDp schliesst. Der siebente 
Absatz reicht indess nur bis l^ und hat in seiner Ea- 
dosch-Strofe den Namen Joseph gezeichnet; möglich 
dass uns der letzte, D und die Ergänzung des Namens 
enthaltend, fehlt. Das Ende lautet: 1lß^33^ T^ni "|:nn 
inip. 

Zu der Musaf-Eeroba gehören: 

54. Reschut onn^ ü^^ ^31fc< »133'^« in 9 Strofen mit Zeich- 
nung des vollständigen Namens. Endigt: ^Diyill ptH 

üDi^DH ^^on -|:j;d^ ^ä^hi üsiycn m^n'). 



i) Tot. Arachin 2 b. — *) Lnxzatto Dibliot. 26 b. -^ *) In einigen Mss. 

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— 137 — 

55. Hymnus YTP« H^ö \*T^N, zweizeilig, zu drei Worten 
die Zeile. Der Anfang ist dem der Selicha msi TPX *) 

ähnlich. Ende: inpi TKO n^in D^^Ka») )rrb^^r\ 

56. Mit der Introduction "^ybü^ p31 eröffnet Hymnus 

Y^2 )'rük^Y^ n^3« mit den Ausgängen ^ 'H a s. w. *), 
ist dreifach alfabetisch; Ende: iTVD TVOn^ TDTi ^'»pn 

D^iriDTi nuhiy ^ 'n D^«niD2 i3nr> dWi cnp, -|bip 'n 
.r**? •p^D'» 'n D>Bnj?2 rar 

Hüttenfest. 

67. Maarib DT2 ^FIN, dessen mittlerer Theil den zu HDD 
passenden Strofenreim HD hat. 

58. Ofan*) D\nbi< '»^a Sd 1^*1% abwechselnd drei- und vier- 
zeilige Strofen, mit dem stetigen Schlüsse KIH 'H ^D 

D^-I^^n. Die letzte Strofe lautet: D'üjni HHI "^Dim 

Der vollständige Name ist gezeichnet. 

59. Hoschana MDIl poD nyinno nach dem Muster ähnlicher 
von Abitur, ist für Sabbat Die 6 Strofen zeichnen 
übv 31Ü. Ende: PIDB^ ÜV2 ÜVro piH TOra "TN. 

60. Hoschana ra33 msi: ^TtV «:«, gleichfalls für Sabbat, 
in drei Strofen, gleichreimend und rOB' ÜV2 tC\ptO "]b 
schliessend. 

61. Hoschana ro^DIDI Dü^n nov«, gleichreimend O^H, en- 
digt D'^wsB' 11^13^1 Ttnp jnni ^ii^n. 

62. Hoschana uhrh TITO TT nytJTlD, zweizeilig und 
endigend t^K^D nnm N^p. Die letzten drei Ho- 
schana^s haben die vollständige Namenzeichnung. Nur 
in wenigen Stücken zeichnet er üby 2110 allein (N. 55, 
59, 67), oder statt dessen neben dem Namen ppn 
(N. 9, 39, 51, 57). 



ist noch eine Strofe "TJ^S^ HtTW V®"^^- Jacob, hinzugefügt, welche "VlDn "M 
(Binjamins Eeroba Jüi. 19) endigt. 

1) man vgl. noch X^TVH rbob^ (N. 1^ Anf.). — ») ein Ms. hat dafür 
nijPpn UlintO' — •) »yn- Poesie 290 Anm. b, Ritus 141. — *) für welches 
Fest der Ofan bestimmt ist geht aus dem Inhalt nicht hervor. 

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— 188 — 

Zu N. 9 verfasste R. Samuel aus Falaise^ einen 
in Or sarua (Th. 2 § 256) abgedruckten Commentar; 
zu N. 2 bis 7, 32 und 34 enthält ein Machsor des 
britischen Museums, zu N. 24, 32, 39 bis 44, 46, 48, 
49, 51, 52, 54, 56, 57, 59 eine Handschrift Luzzatto's, 
zu N. 40 bis 50 cod. Rossi 405 erklärende Glossen. 

Anführungen: aus N. 5 im Commentar ms. Äbschn. 
nbl^3, aus N. 6 in Chaskuni TWOW, N. 9 in Tosafot 
(mein Raschi S. 313, zur Gesch. S. 47), Maimoniot 
O'in, Semag Verbot 79. N. 10 in Semak § 220, Ha- 
gahot Mordechai HDD b\t^ TD (Luzz. bibliot. 50a), N.W 
in D'»ip7 nnn 25 a (rhoTO u. s. w.), N. 50 in D^^pl TT 
32 b, wo weder Verfasser noch Piut genannt sind, 
8. synag. Poesie S. 396 bd^D. 

In der Nachschrift eines Münchener Talmudcodex') 
werden Tobelem, Binjamin b. Samuel, Mose und ein 
aus dem Feuer wunderbar geretteter Abraham zu Brü- 
dern und Tobelem selber zum Stammvater einer zwei- 
hundert Jahr Jüngern Gelehrtenfamilie gemacht, — 
Nachrichten die der geschichtlichen Unwissenheit des 
14. Jahrhunderts angemessen sind. 
Jehuda hacohen, Verfasser der romanischen Keroba für 
Mincha, gehört der Beschaffenheit seines Stiles nach 
spätestens dem eilften Jahrhundert an. In den ersten 
beiden Nummern ist das Alfabet wie bei Jannai und 
Kalir vertheilt 

1. Dvn d2ö; nn«, '« bis 6, endigt nruon nibjc. Aul 

4 Verse deren letzter Ps. 141, 2 folgt der Schluss 
niWI 2iy endigend Nn^H bx ÜD^. 

2. rh^^^h m jnn nyo, 'd bis 'n, endigt n^Dto mjc; es 

folgen 3 Verse — der letzte ist Ps. 51, 21 — und der 
Schluss ronj?: D"»*®, endigend TOIW D'^ro^D^. 

3. id3d: njr^nH -nDn, nach pnirn, endigt Gyn hD ^y^- 



1) angeführt Chajim V'N Rga- N. 143 und 199. Vgl. meine additaai. 

1 p. 317, wo aoch Maharil zitirt ist. £r ist auch Verfasser des Memori«l< 

j Vrm ttnp (L«zzatto in •|>;ion 18^'^ 'S- ^^) **D^ einer Erläuterung von „Alcnu' 

(cod. B. Foa 1). Vgl. zur Gesch. und Literatur 8. 37. — •) s. Steinschneider 

I hebr. fiibliogr. N. 32 S. 40. 

I 

I 



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— 139 — 

Die Nummern 2 xmd 3 behandeln Elia's Mincha- 
Opfer. Auf 5 Verse, '^hü^ und KTlp HTW folgt: 
4. 'f^r^b Txhnn p«, ein dreizeiliges Gebet, dreifach alfa- 
betisch, dessen Strofenschlüsse die Versan&nge vom 
J45. Psalm sind. Ist zweimal |TCn rm»T gezeichnet. 
David b. Huna, der Verfasser eines im römischen und ro- 
manischen Machsor befindlichen Pesach-Jozer') hat 
die gleichen strofischen Ausgänge mit Salomo und 
Meschullam^ aber kürzere Zeilen, einfachere Sprache; 
hagadischer Stoff und talmudische Ausdrücke werden 
sparsamer verwendet. Der Name — p statt *TD — 
ist ohne weitere Zuthat nur in dem Silluk angebracht. 
Die Eröffnung des Ofen mit dem Verse bw p haben 
alle römische Peitanim. Von seiner Composition sind 
folgende 4 Stücke da: 

a) Jozer un^ü ^21«, vierfach alfabetisch. 

b) Silluk on^^D yr\ ny^tn) ny*^ in 12 gleich reimenden 
Zeilen. 

c) Ofan 1DD1« hlV: p in 6 Strofen. 

d) Sulat DV D'^n«. 

£Iia b. Schemaja, den ein Neuerer') Elia hasaken nennt, 
und welcher nur als Dichter von Selicha's') bekannt 
war, hat einen Reschut^) zu Jochanan's Sühnfest-Ke- 
roba verfasst, welcher HiCV) nnsi nnD"»« anhebt, DnpTaD 
|J^fc< DriDDI npFlDK endigt und mit dem vollständigen 
Namen*) gezeichnet ist. Aus "lTj;n pN N. 38, vergli- 
chen mit dem Gutachten, das Samuel b. Natronai mit- 
theilt, geht hervor, dass Elia in fiari gewohnt, so dass 
die frühere Vermuthung^), dass Elia einem griechischen 
Orte angehört, zwiefache Bestätigung erhält. 

Schabtai b. Mose, Oberhaupt^) in Rom um 1050. Sein 
Pesach- Jozer ^) besteht aus folgenden 6 Theilen: 
a) Jozer on^lT '»K'TTn D^:^, vierfach alfabetisch; die je 



i) syn. Poesie 64. Belege: das. 376, 380, 388, 394, 397. — «) Hin^D 
Vened. 1600 f. 28 b. — ») »yn. Poesie 206. — <) Ritus 99. — *) n^TD n^7« 
pin rVyüti/' — *) Jtinerary of Beiij. de Tudela Vol. 2 p. 34 und 23 vgl. mit 
gott. Vortr. S. 393. — ») n^ B^JO «y«. l'oesie 202, ^^'^ (7"«, H"^ § 275. 
Agadda), '•) yyi ip't^ *^c)i Ü'Q*) (Mord. Sabbat Ende bei AU'aei 86»). 
, — ») vgl. syn. Poesie 64. 

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— 140 — 

zweiten Zeilen bilden das 44 Buchstaben umfassende 
Namens- Akrostichon. 

b) Silluk DT» nPIDK^ nrjm rü'»KS, wie im Silluk Salomo's 
mit verändertem Reim in der zweiten Hälfte, endigt 
wie jener. 

c) Ofan nißON h)y: p, wie Meschullam's Ofan gebaut, mit 
Anklängen an den Salomo's *), endigt D^^D ^b^n noy^. 
Akrost. '•TOB^. 

d) Sulat 'yWD rülD: noVt<y dreizeilig, mit dem vollstän- 
digen Namen; die beiden letzten Strofen, Cant 8, 8, 
9, 10 variirend, haben vier Zeilen. Ende: mü\y\ mw^ 

e) Geula zu Cant. 8, 11, 12, 13. Nur eine Strofe*). 

f) p^ bt< ^Tn ITQ in 4 achtzeiligen Strofen; die Zeilen 
heben, wie bei Simeon, DM1 und HTlKI, und ausserdem 
hebt die je fünfte Zeile 'ICl an; endigt bv pn \trm2D 

rhD, Akrost '»raa'. 

Seine Sprache , insonderheit im eigentlichen Jozer, 
ist fast so dunkel wie der Piut von Salomo b. Jehuda. 

Jechiel b. Abraham, wahrscheinlich der Vater des Ver- 
fassers des Aruch, hat für den Esther-Fasttag eine 
Achtzehn -Keroba geschrieben, anfangend ^y pB^, 
zehnzeilig und sechsfach alfabetisch ; das Namens- Akro- 
stichon ist vierfach. 

Jehuda b. Menachem ist wahrscheinlich der Vater von R. 
Menachem b. Jehuda*), der um 1140 — 50, vielleicht 
noch zur Zeit Benjamins von Tudela Gesetzlehrer in 
Rom war. Seine harte Sprache^) und ein Stil, der 
oft an R. Natan's Verse erinnert, scheinen ihn zu dessen 
Orts- und Zeitgenossen zu machen. Bekannt sind von 
ihm folgende meist nur im Ritus von Rom übliche 
Stücke: 
1. Jozer für Sabbat vor dem Hüttenfeste JTiH b^ ipOT\t< 
n^2K, dessen zwei letzte Strofen lauten: 



HDir rmnoi vd:t» xtd vd^ ho nin t)di« ko» hditd tt ^« 

HDltn D'an DN rhü^ ratCW- — •) Hapardea 39 b, Aderet Rga. Th. 2 f. 
58 d Mitte, Maharil Rga. 18 (wo Q)n3 statt QpüD gedruckt iat). Vgl. itinerarj 
etc. Vol. 2 p. 19, 20 mit Lozz. Biblioth. 59 a. — *) synag. Poesie 387, 388, 

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— 141 — 

Snti 'n nn« ^3 rb^y\ nnoßo ^b niDyii nbi^<3 ^ pi nenn 
.rhu )Tmn 

p^h ^3T»ii2 "pnb man |in nsn '•^irDnn jnn^nT nnnri or 

Nach Beendigung des 2't< zeichnen die Anfänge der 
Strofen ^TO rmn\ worauf noch pm DHÄD folgt 

2. IDOn« nnfi« %"I^N '»3TK, Jozer für den zweiten Chanuca- 
Sabbat, endigt \tmp HDT ^Dim p^TTTOn. 

3. Sulat für denselben niDWm ly pii ^fcOB^ ^X, endigt 

nnjo b«ntr» icrp nnr6 DijDpi. 

In beiden Stücken heisst die Heldin Judit oder Su- 
sanna, Tochter Hasmonai's; auch ist in beiden voll- 
ständige Namenzeichnung. 

4. für Purim: yhrVi ^B t<bD\ 11 Strofen, vor und hinter 
dem Alfabet zeichnet der Namen. Endigt DjT3DD n^NH . 

Grosser Sabbat: 

5. Jozer mb'UOD nttO HDin '»i«, vierzeilig und zwiefach 
alfabetisch. Die Kadosch-Strofe zeichnet miiT. Ende: 

6. Sulat CDDIMOI pT2t HOn« n^TD« HOn«, endigt rb T\tnp 
nxswnb nia ^DD, hat den vollständigen Namen. 

Wochenfest: 

7. Jozer nc^np StniT» niN, die Strofenschlüsse sind sämmt- 
liche Versanfange der Fest-Lection (Exod. c. 19), 
Ende: TvhV) T) i? vh^ 'H ^D«^ n'»bn "»11^^ rhrUi; ist 
dreifach alfabetisch und miiT» gezeichnet. 

8. Silluk ü^üDrh irtn D'^t^^D^b SN TTn, die Anfangsworte 
der Zeilen bilden die zwei dem Dekalog vorhergehen- 
den Verse, endigt vhn ^n'^^<^. 

9. Ofan Dnn^<D in« ^DiN, Reim Cn, endigt tfi^N "»^IDICD 
D^13, variirt die Worte des ersten Gebotes. 

10. Sulat onDSy yhv^b r», endigt Ü^HVi D»n ^Di- 
ll. Jozer für Sabbat Nachmu DDnnD DV DN, dessen Stro- 

fenverse der Haftara entlehnt sind, endigt WTp ITD^H^ 

hat den vollständigen Namen. 
12. Jozer Thorafest HDny« pl ITTD« mit Strofenschlüssen, 

welche die Versanfänge der Fest-Lection sind, vier- 

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— 142 — 

fach alfabetisch (li^'^p drei- 'PI sechsfach). Die je zwei- 
ten Zeilen bilden ein langes Akrostichon. Ende: D^pliDD 
npnn TH b::h) np:^T)rh DTT]. Der Bau und die Sprache 
wie in N. 7. 
13. Schibata (1^1011) für Sabbat Schekalira, gebaut auf 
Ps. 3, 4, beginnt )y^tr\ nKtt6 mo« nnw, schliesst 

D:>:pi DH •pmonso Dn2n>i. 

U. Schibata für Sabbat Para, auf Hiob 28, 23 gebaut, 

beginnt nnm^ ^oiHD in^'^ntfi^ mi« D\n^«, endigt mjri 

ro^i rn*1 l^'^by. Beide Schibata's zeichnen den voll- 
ständigen Namen. 

Die Infinitive ^:rh (3), -Qrib (11), sind kaiirisch*); 
den Ausdruck 0^)3!^^ l^BriH (5) hat Binjamin b. Sa- 
muel (N. 1); mit rr\}y\rü (4) stimmt Kalir's TUlS»); 
tOBüD (6) haben Jechiel b. Abraham und Amitai (N. 2), 
^*h (N. 5) hat eine Parallele in itt^'? der Keroba's 
von Jochanan und Judan hacohen (vgl. syn. Poesie 
378 ob.). "»DTD zeichnet der Verfasser in N. 2, 3, 12, 
'•3^2 in N. 1, 6. 11. 
Elia b. Mordechai, schon vor mehr als 500 Jahren t<iD*1 
betitelt'), zeichnet ^3T3 und seine Keroba-Schlüsse sind 
nicht akrostichisch. Seine Mincha-Keroba'ist im fran- 
zosischen und deutschen, theilweise auch im romani- 
schen Ritus und besteht aus folgenden Stücken: 

1. TDH px, 'N bis b mit dem Schlüsse npi^. 

2. Tm DHiNID, 'D bis 'H mit dem Schlüsse V^^b; beide 
Nummern mit durchgehendem Reim. 

3. D^^N*1N mit der Namenzeichnung hat durchgehenden 
Reim D^3. Sehr wahrscheinlich gehören ihm auch: 

4. Silluk 121D*1 ^D, ohne Reim und alfabetische Reihefolge; 

5. Keduscha tlpy^ 1^:iOK 17132, alfabetisch und aus drei 
achtzeiligen Abschnitten bestehend, wozu es noch einen 
vierten*) gibt, der nur aus 4 Zeilen, die tyhi< zeich- 
nen, besteht, anfangend ^1p jlt«, endigend D^t^T^p TIDD, 
dessen Aechtheit dahingestellt bleibt. 

Isaac b. Jehuda lebte um das Jahr 1080*) und verfasste 



») oben S.40. — «) RItna 240. — ») cod. Berlin 10. — *) cod. M&nchen 
4. Band 2. - ») ppDI ürh ÜTbD^n HVüp P)^«D 1C\V i^- 2). 

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— 143 — 

Jozerstücke für festliche Sabbate; Ideengang und Aus- 
druck*) sind in altpeitanischer Weise, Die Nummer 
12 abgerechnet, die französische Mss. enthalten, ge- 
hören die übrigen dem romanischen Ritus; vermuthlich 
ist die Heimath des Dichters im europäischen Osten 
zu suchen. 
Schekalim: 

1. Jozer pmob Tn t^t< nach 3X"N, THa hie und da an 
Kalir's Keroba anklingend, endigt ro\t^ 'Wi< 2pjr BTip 

2. Sulat rü^DN 3^1 HOlpN, dreizeilig, die strotischen Verse 
sind aus dem 80. Psalm') und zwar V. 2 bis 6, die 
Anlange von V. 7 bis 14 und V. 15. Ende: chM 

rw |S)i mpsi nma ^iudd. 

Sachor: 

3. Jozer pbn ^tVO |np'»D« alfabetisch (die ersten 3 Buch- 
staben zwiefach), endigt KTIp D^D^T b^D TS«' ITIp. 

4. Sulat anSD \th\t^ I^N, zwiefach alfabetisch, die Zeile 
zu drei Worten, endigt DHKD DMM biW. 

Para; 

5. Jozer DOTN vh) DDT^ Nip«, 29 dreizeilige Strofen, einige 
halachischen Inhalts; erst -in den letzten vier ist von 
der Schöpfung die Rede. Ende: pxm D^Dl&'H te"»! 

6. Sulat nnntO nnö« 'n nnON, zwiefach alfabetisch, ha- 
lachisch in zum Theil talmudischen Ausdrücken. Ende: 

n-QD rTTsyo ira ms«: t<b) ivn, 

Hachodesch: 

7. Jozer KID "»iD n^PDX mit zwei Kadosch-Strofen '), ver- 
breitet sich hagadisch über die zehn ägyptischen Pla- 
gen. Aehnlich dem kaiirischen U^y^y J?31N heisst hier 
dieser Sabbat vmn "py. Endigt ttTlp Tuh IDIT d:12':1. 



f) ayn. Poesie 408 Z. 5 v. n., 417 Z. 4 v. u., 432 Z. 9, 440 Z. 12 v. u. 
458 Z. 5. 484 Z. H. VH (N. H), 7^0 l'? (das., vgl. Ritus 241 N. 36). ^3"in 

nmit/ {^' 5) gleich Binjamin b. Samnel (N. 15), Abraham (Ofan rPDD)» ^®^'* 
b. Isaac (Jozer Nachmu), Amitai (Ofan N. 13). — «) liest auch V. 4 U*rh^ 
mtQlJ» ^^^ unter andern cod. Kenn. 346 vom J. 1290 hat — •) eine eigene 
Strofe für den Buchstaben \^ fehlt. 

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— 144 - 

8. Sulat ^rrn\n l^Hno W in achtzciUgen Strofen, jede 
Strofe hat vierfachen Reim [aabb, ccdd]. Nur die Buch- 
staben ntin sind jede vierzeilig, vermuthlich fehlen uns 
4 Strofen, eine hinter jedem derselben. Inhalt ist die 
Erlösung aus der ägyptischen Dienstbarkeit Ende: 

rhynb irvob nbjnn rhvr^ w iddi. 

Grosser Sabbat: 

9. Jozer '•njnc^l msi "h^ mit zwei Kadosch- Strofen ver- 
breitet sich über einige das Fest betreffende Ritualien, 
ähnlich dem Seder Tobelem's, endigt HlDh ^JPStt' t^ 

10. Sulat n2)^H) ^b robt<, zwiefach alfebetisch, zweizeilig. 
zu 6 Worten die Zeile, die Befreiung unter dem Bilde 
der erlosten Braut schildernd, gleich den ähnlichen 
Stücken von Binjamin b. Serach, Tobelem u. A. Ende: 

Sabbat n^il^NnS: 

11. Jozer "|TDn lp2b p'1i<, das Schopfungswerk beschrei- 
bend. Die Zeile hat 3 Worte. Ende: mip) N^XDlpir^ 

Die bisher aufgeführten Stücke sind unstreitig von 
einem und demselben Verfasser. Die Nummern 1, % 
3, 6, 7, 8, 10 zeichnen ptW; N. 4, 5, 9, 11 den voll- 
ständigen Namen; in den N. 5, 6, 9 ist auch |tOpn, in 
N. 9 und 11 auch pFI, in N. 9 vielleicht auch p«TJ^ 
angebracht. Die N. 5 hat die Namenzeichnung vier- 
mal: a) pra% b) nDH pm\ c) ppn mmr "o pm\ d)prs^' 

12. (Wahrsch.) Jozer mm« s. oben S. 91. 

Weniger gesichert ist die Identität für folgenden 
Ofan, wiewohl derselbe in den Strofen -Anfangen pHJT 
rmm ^2 zeichnet: 

13. Ofan ]^y "h^n bD pTT irrP, in 11 vierzeiligen Strofen 
mit dem Refrän mW33i 'n pp"p. Die letzte Strofe lautet: 

pT? D'^KTnnD^ Dn^Tni msD n^wnp mni^i imp ^"^ 

Binjamin b. Asriel, welcher im Akrostichon dem Vater- 
namen ISnn voraussetzt, hat wahrscheinlich in Frank- 
reich gelebt, indem seine Tobelem's') Muster folgende 



*) VB*- yvih TDon» ü^yi^y nno (n. 4 bis 6) mit ^-07*, ^n^n, \rhrc 

\jfyQ (Tobelem N. 14 bi« 16), N. 9 mit Tobelem N. 20, 

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— 145 — 

Keroba im altern französischen Ritus üblich war. Die 
ihm gehörenden harten Formen ') und die ganze Sprach- 
weise verweisen ihn spätestens in die letzten Jahre 
des eilflen oder die Anfange des zwölften Jahrhun- 
derts. Seine Compositionen sind für das Pesach-Fest 
und bestehen aus folgenden Stücken: 

1. Jozer "»DT^ra ^bvh *1DW mit Strofenversen des Mose- 
Gesanges; die zweiten Zeilen bilden das Akrostichon 
des Namens. Ende: Tjn üb)}h ^^D'• 'H. 

2. Ofan nan« ^yrh "»jan mto*) endigt isBijn nronwi. 

3. Sulat 3n«31 ipro *1^DW, mit verschränktem Reim und 
D^nao schliessenden Strofenversen, z. B. DT^fDI PIDD 

h32 yny «3^ d^nd^ dd^s ^^sn^i 2r\nb UDjn nsrsh u^too 

WniSD px. Ende: onißD "TO. 
Keroba: 

4. ^KH ni^JTDD nm^a ND«, endigt fOP nroai, nebst 
Schlttssstrofe yvy\ ipn). 

5. D'^onre IDOn nebst Schlussstrofe D'»^« D'»lß^3i:. 

6. rrnn nbo nno und Bibelverse. 

7. onb: onsM, i^c> und imp nn«i. 

'8. rrhyn nnra DIN n: Sn, alfabetisch mit beständigem 

Reim, endigend D^3innrai. 
9. moD iTTin 7Tp2. Die Strofenschlüsse heben y2;V) an. 

Ende: rhn^i njnt&^n. 

10. 'üb'»D> "ül n»' tm:i DW, endigt pND p; der Anfang 
erinnert an Mose b. Kalonymos. 

11. Illustration des Wajoscha, der Tobelem's ähnlich, be- 
ginnt Dn»DD bi-un )rD2 DnD^o rn\rv 'r\ D^-l^« hk yi^i. 

Die Nummern 3 und 8 zeichnen p^i2, 1, 2, 9, 11 
den vollständigen Namen b^my "»3^ ISnn p |D'»:3, und 
zwar N. 1 und 2 auch ptn. In N. 1 und 11 lautet 
der Name des Vaters ^JOiy. 
Meir b. Isaac b. Samuel, poetisch Nehorai «der fromme 
würdige Vorbeter**') genannt, war den Zeitgenossen 
auch als Erklärer der Schrift*) bekannt In Bezug 
auf synagogalen Brauch, selbst den Piut-Text, galt er 

1) Ritua240 Anm., ferner: Q^rthi^i ülX^t SfcOrO> TO^rh- — *) ^*o» 

241 N. 37. — •) Note 13. — <) mein Raachi S. 314. 

10 
Zans Li«enitttrg«*ch. der syn. PoMie. -^^ 

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— 146 — 

als eine Autorität'); namentlicb wird auf ihn Einzel- 
nes in der Sabbat- Tefilla zurückgeführt, ferner die 
Einschaltung von Versen oder Stellen in das Früh- 
gebet*), die Weglassung des 2V0D u. s. w. am Vor- 
abend des Sühnfestes'), so wie auch die Lectionen an 
Hochzeit-Sabbaten*). Als religiöser Dichter hat er 
Festtage und festliche Sabbate mit Maarib, Jozer, 
Schibata's, poetischen Targum, Reschut, die Bossezeit 
mit Selicha's ausgestattet. Er lebte in Worms zur 
Zeit Elasars b. Isaac und Isaac's halevi^), staH) vor 
1096, in welchem Jahre sein Sohn Isaac und dessen 
Frau in Worms getödtet wurden •). Die Mahrchen, die 
von ihm erzählt werden, sind bei Bodenschatz zu finden. 
In seinen Compositionen herrscht ein verschiedener 
Stil je nach den Gattungen; einfach in Hochzeit-R^ 
schut, dunkel in Jozer, hagadisch in Dibra^s und Se- 
licha's — daher auch Darschan') genannt und als der 
gewandteste im hagadischen und halachischen Pint be- 
trachtet®) — haben die von ihm verfassten Stücke eine 
grosse Popularität erlangt, und manches Fremde i^t 
seinem bekannten Namen zugesellt'). 
Jozer: 

1. für den siebenten Tag Pesach ^«IlT» mx jnrn, endi- 
gend *1W nx^, eine Illustration des Gesanges Wajo- 



t) In der Selicha )y)y)y q^ las er l^^^ (st. ^^3^) (Selichot ed. Prag 16ö?l 
und yiyfy^ (C^Ctt^n 1\Jtt^ n^DH 4Öa)i ^K*- Note 13 nnd Ritus S. 21 (wo 

Anm. a rhyo st. rh'^c z« Jesen). — «) ^"-^m ^yn bis ^«-^jjri rtmp ^^^ 

H. h. 62 Cüi 'n 1:^^x3 ^jyh P[^ü)n^ Y"^ "I'^ND Dr:i) «nd Saraval ^ 

idyo ihtmn yi) r\ü> yit; 'y^D yy^Tw r\"^r\ dbq)- Noch in Hamwiiig 

(14a § 40): 'yy\ ^^^ 'yiii ^nJDp lyiJlC^ l^. Amram's Siddar schliesst mit dem 
Verse -7^^ »fi- *— *) ^- ^^ ^"^ <^d- München 346 »"^t^ *T»iflD '*Ä^• Ti^ClT 

fay niTD mira siroD noiN nvi tö- vgi. p"^ 70a, wo das 3^:: 

weggelassen ist. — <) Note 14. — *) Ritus S. 197 und Note 14. — «) sj"- 
Poesie 188. Commentar ms. zu Selicha 1Q"^ ^^ D^'^f?^< i»* cod. Uri 27?. 
Unser Dichter hcisst tW^Ü^\j!0 ^i'^ TXh\i^ *" **• ^®*^* ""^ *^' 240.- 
^ ]Bnnn V"t&' TJ^D '^ Opp. 1476 Q (Nachmu). — 8) cod. Rossi 6M 

Vol. 2 f. 291 b: jiyn^ niD^-ii nnjD ^ bv nno rvGp^)Th yn ]^ ^^ 

iniDD- — *) namentlich die beiden andern Maarib, die Qi^n^OBf W? *"' 
heben: das Jo8eph*s b. Jacob bereits in Tosafot |-|"-) IIa. Ueber ^p)j< BH 
8. oben S. 73. 

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— Hl — 

scha mit zehn Kadosch-Strofen, von welchen die letzten 
neun ^^KO zeichnen'); der vollständige Namen ist drei- 
mal angebracht'). Wie es scheint gedenkt er am Schlüsse 

mit den Worten I^DND ippi JVfV pr\T ^3 seiner 
beiden Sohne. In Worms und einigen französischen 
Orten am achten Tage des Festes, im mittlem Deutsch- 
land an dem Sabbat nach dem Feste üblich. 

2. Wochenfest inpD HWI nn«, zu 5 Worten die Zeile, 
dreifach alfabetisch mit zwölf Kadosch-Strofen. Acht- 
mal wird 'yno gezeichnet, dreimal der Tollständige 
Namen mit ausführlichen Euphemien für den Dichter') 
und seinen Sohn Isaac^). Im mittlem Deutschland an 
dem Sabbat nach dem Feste üblich. 

3. Hüttenfest, nw IDDin Dirn H«, zu 5 Worten die 
Zeile, zwiefach alfabetisch mit acht Kadosch-Strofen, 
zeichnet 5 mal TKD, 4 mal den vollständigen Namen. 
Die Jozer N. 1 und 3 werden im Commentar H. 17 
als Arbeiten unseres Verfassers zitirt. 

4. Sabbat Nachmu. "»n bi< "pon« in 7 Abtheilungen, 
jede mit bestandigem Reim und einer Kadosch-Strofe 
schliessend , deren strofischer Vers 'H endigt. Das 
Akrostichon des Namens '') ist auf die Kadosch-Strofen 
vertheilt: 1) "l'^KD, 2) ^D, 3) rVTV pnii\ 4) '»'»H^ 5) D^iy, 
6) n'^KD, 7) T\'* *Y>ND. Das alfabetische Gesetz anlan- 
gend sind die 6 Buchstaben npDD3:i zwiefach, 8 Buch- 
staben (ob'^toniD«) dreifach und 7 (iniiJDtl) vierfach; 



«) lies in Strofe 4: ^p 3\S - H^^HD» in &= D*» D^D» '" ^0: tTßD 
n "TUT«- - •) J) «"te Kadosch-Strofe, 2) QDp • • • • 1« • • • • 'nbD 'H » 

3) D'^pni iW nr6 - nt<y ^isn - on« ix - do^d ij^db^ 

y^ "ara- ~ ') 'yt<0 (Kad.-Str. 6), p^n ^T^ND (zweimal in K.-Str. 10 
bis 12), pnip ^2TDn'»ND (K.-Str. 7 bis 9), -|j<o^ ptn pPSi^ ^3n^3 "T^KD (Kad.- 
Str. 1 bis ö), p7n pTO^ ^3*1^2 *T*ND ^^^ strofischen Akrostichon und am Schlüsse: 

•»rP Cblj; «23 •T'ND D'^D'» "jIN^ '>m nWD» wo n^n\X^ »« schreiben, ahnh-ch 
^3t2rPi< in N. 1 und nnD'1''fc< (Issac b. Joseph N. 4) ; 5^35 auch in N. 1, ^pjp 
in N. 2 and 17. Vgl. syn. Poesie vS. 459. — *) hinter pn2f» der neunten Kadosch- 
Strofe ist akr. rhu ]DNi p« ly ^nb rar jcopn- - *) '» nnin> «d- 1089 

irrig Meir b. Jechiel. 

10* 

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— 148 - 

nur das He ist fünffach da. Der Schluss {V^ bTUr6) 
ist der ersten Kadosch-Strofe von N. 1 ähnlich. UüO 
12i und D pntt6 ist ähnlich in N. 2: TTTP u. s. w. pre6 
u. s. w. 

5. Sabbat und Neumond -inj^HD mi« nrWH nb^N, Salomo's 
«t^i b« (N. 4) nachgebildet, die Zeile zu zwei Worten, 
Alfabet und Namen vierfach. Hat nur eine Kadosch- 
Strofe. nrao p« ist ähnlich t6tü p« in N. 2; das- 
selbe hier N^DÖ bjTID und 6j;D «^BD in N. 4. 

6. Hochzeit -Sabbat mno mnn m:DW, dreifach alfabe- 
tisch, endigt ta\y\ bro. 

7. Dessgleichen am Chanuca-Sabbat iTilpl*) KWn vhn 
rb^l^rOj endigt DDDniDD "|nBTip, worin -pböH, D>D«n, 
wie in N. 5 iüO^l 

Ofan: 

8. nitniD '•b^n« r\)taü '•sn^d, endigt nN:i nnn, bald am 

Hochzeit-Sabbat, bald am Zwischensabbat des Hütten- 
festes üblich. 

9. u^2^nH ü^'ro)v vrrm2*), 5 Strofen, endigt im n: 

WTÜ, hat die Wendung 'lim^O. Für Sabbat und 

Neumond. 

10. Uh^bn2 D^byh^ 4 Strofen mit Mittelreimen, Strofen- 
reim und Refrän niXD2f Tl p'pp, endigt mwpDI 11^1 TTi. 
Alle drei Ofan haben den vollständigen Namen, N. 9 
auch jCDpn. 

Sulat: 

11. (Zu N. 4) rvn b\i^ü HDN, 6 Worte die Zeile, im stro- 
fischen Verse DPIi. 

12. (Zu N. 5) "»no« "in:iD«, 6 Worte die Zeile: die Buch- 
staben Wlp haben keine eigenen Strofen, sondern ihre 
Stelle in der Strofe 'iJ, — wie ein Commentator meint^ 
weil *1pB^ (Lüge) dem Anfange des Sulat widerspreche. 

13. (Zu N. 6) ü^:Hb m^iD niD^uniD^s nsn«, 5 Worte 

die Zeile, endigt Tjn D^yS "[bo'' 'H. 

>) Ritus 233. Auch Salomo^s Aboda p»^-|j^ hat: rnp|-Q rh^H ^J'^pH- "" 
«) Die Worte UJTJTpi H^DpHD beziehen sich auf Sanhedrin 42 a: b^jprh 

tnm inn bj ünz}:;^^ p^N ^:d- 

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— 149 — 

27. (Zu N. 2, auch für Sabbat nach dem Wochenfeste) 
Ipüyn DD«1 yby\ pN, illustrirt in dreizeiligen Strofen 
den Dekaloff und damit Verwandtes. Letzte Strofe: 

nmj; phi-utt? ü^:d p'^no'» ipwD innnnnb fjijöd 2b u^w 

Wn nn« 1W13K. Das Akrostichon hat hinter dem voll- 
ständigen Namen noch D^DUD D'^lCTtoai nrWQ \^DN1 pT\. 
Pesach-Maarib. 

14. biCKin 1^« D^^llDtt' b'h mit dreifacher Namenzeichnung. 
In Opp. 1073F und H. 240 wird unser Meir als Ver- 
fasser genannt. Man beachte die Ausdrücke biClüP *niK 

(N. 1), nin> ^noHo (N. 5), n«:i nn« (N. 2). Ist nur 

in französischen und deutschen Gemeinden üblich. 

15. Bikkur des ersten Abends D'^oblj; nutt^ mDW, das Pe- 
sach-Mahl feiernd, zeichnet den vollständigen Namen *)? 
was bereits eine alte Handschrift*) andeutet. Irriger- 
weise ist das Stück einem Isaac') oder Jehuda b. Isaac^) 
zuertheilt worden. In cod Paris suppl. 22 heisst die- 
ses Stück: p:ij. 

16. Bikkur des zweiten Abends PjiH ÜV IIN, die Darbrin- 
gung des Omer beschreibend, zeichnet pFI ^^HD und 
'»IT, und wird in H. 240 unser m Verfasser zuerkannt. 
uhw mtD auch in N. 11. 

Schibata: 

17. Sachor, auf Exod. 17, 5 gebaut HD« HIDDI« ]D1N p'H, 
nach K*«, D'G, '3, m, »TH, 1 u. s. f. und VKtntnp. In 
den Schlussstrofen jeder Abtheilung ist *1^KD. nur in 
der 5. (TITO IDB^) ist TJH Spr*) gezeichnet. Endigt 



*) pn pK "»BP p'Öni D^KTl^ ID^K - D'»pb («• LandBhuth onom. 6S), 

ahaUch: ]tmp TDpn T»fc««2i ^iTGÜ (N. 1), ni&np non |j<!i nrrr (n. 3), 
npn nä^'frä (n. 12), rhiny - n« pinnb (n. i6>, tnp ra''in vm^rro 

(N. IS). — ') das Worniser Machsor vom J. 1272, wo die akr. Buchstaben 
roth sind. — *) Machsor ed. 1568 Vened. Tb. 1 f. 132 b. — ^) Machsor 
ed. Homborg 1737; hiemach Mose Tobia und Ueidenheim. 

]wib bhy\ p-K ^ra\ y^rv w 



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— 150 — 

TTOn SnI top b«. Die Worte yr\rO T^Opo te%TD \ 
haben eine Parallelstelle in N. 1. 

18. Para, auf Hiob 28, 23 gebaut D^^n D>n^ VOH ü^rh», 
der vorhergehenden ähnlich, K(< u. s. f. nebst nTOHp, 
endigt wie N. 16. Der vollständige Name ist in der 
ersten Abtheilung angegeben. Beide Schibata^s werden 
in H. 240 und Bodl. 255 unserm Meir zuerkannt 

Reschut für Thorafest: 

19. für min pn: v]nrh lon "p», endigt rrmb pnn. 

20. für rwtro jnn: ü>^)pb rt;tr\) onpo, endigt jnnn 

Jeder, aus 4 sechszeiligen Strafen bestehend, zeich- I 

net n"»KD. ! 

Aramäisches: ' 

21. ^ü^^ "»DIS I^^K, Introduction zum Targum der Haftara, 
mit durchgehendem Reim ^Q , alfabetisch und vollstän- 
dig gezeichnet*), endigt n^Dj6 nbl^ ^ns. Im Wiener 
Machspr N. 60 f. 306 a mit der Ueberschrift nwn 
n>ND 3^0 yttn^h. Der Anfang ist aus '•D^i b^ ^310 h< 
entlehnt. Eaftara nebst Uebersetzung wurde an Fest- 
tagen oft von 13jährigen Knaben vorgetragen. Auch 
R. Meir war noch sehr jung, als er dieses, vielleicht 
sein ältestes Werk, verfasste*). 

22. \ra\ ^"^rtai ]:13«, Introduction zum Gesänge Mose's, 
mit durchgehendem Reim |^, nach dem AUabet mit 
dem vollständigen Namen versehen, endigt ^D^ H^VÖ 
pb>bl. In diesen beiden Nummern besteht jede Zeile 
aus drei Worten. 

23. ponp^DI D^j; rhn, dessgleichen; 6 bis 6 Worte die 
Zeile, beständiffer Reim tn. Das Alfabet endigt mn «^IpP 
K*ITD ^1Dl7 tO rP*lBltt^ und hierauf beginnt mit JRtD 
iOnO) U'pn^ «DTID '»b^« das Akrostichon ^^'TV^ n^KD 
2)\Dh niDl bWDty') ^312 prw. Ende: ro^ HtMO "Tttn WD 

py ranw übttrty ran 'n ^tidt 

*) cod. Lips. 7 (catal. p. 278). H. 240. München 4. — «) »YJjn X3J< ]^y^ 
>Dip3b On« '•^p ^)rrh «DH rP2S '•ni^b- - •) die Buchstaben >) und ^ 
in 7ft<10(^ zwiefach. 

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— 151 — 

rrm iOn. Die Ueberschrift lautet: J02O nvo n TO'» 
^■»D ^D19 ib'^N. 

24. p7D niDlpH, Iniroduction zum Targum der Lection am 
Wochenfeste^ 90 Zeilen mit stetigem Reim KH, zwie- 
fach alfabetifich und mit reichem Akrostichon ausge- 
stattet. Das Stück preist den Schöpfer und Gesetz- 
geber als Freund Israels, welchem für die Erlösungs- 
zeit irdische und himmlische Freuden verheissen sind, 
— beide vereinigt, wie bei Kalir und Binjamin b. 
Samuel. 

25. t3J "Djn "pTB^ "P^D, zum zweiten Grebot, ist die Fort- 
setzung des von 'H bis 6 reichenden reimlosen iTJjn 
iT'lUn hnti^O; dreifach alfabetisch von 'D bis 'H in drei- 
zeiligen Strofen und gereimt Nach Beendigung des 'fl 
folgen noch zwei Strofen: eine von vier Zeilen — worin 
audi der Engel Gabriel spricht — und eine von drei, 
die als Epilog') des Dichters anzusehen. Mehreren 
alten Mss.') zufolge ist "|tPD von unserm Dichter. 

26. ^2321 iV^ zum dritten Gebot, Ermahnungen über falsche 
Schwüre, 19 Strofen, jede von 4 kurzen Zeilen, und 
zwar von 't^ bis 'iO für jeden Buchstaben zwei Strofen* 
Endigt "»^rD >jnnm nono«. In einer Handschrift heisst 
es ÜI^DH m ITD^ DTHl. Indess auch zu iWD ^PK wird 
in H. 240 bemerkt: n^KD n "W» HT. Welche sonstige 
aramäische Dibra's unserm Verfasser angehören ist 
nicht mit Sicherheit anzugeben. 

Zu den üblichen Stücken findet man Glossen und Erläu- 
terungen in alten Codices, z. B. zu N. 1 und 6 in Bossi 655, 



*) Nach einer Mittbeilang Lnzsatto's vom März 1853: In sdneoi Ms. Tom 
J. 1301 beiMt es ^nDH "»DH DUMDI «n^3 NB^NH 103 IDS« FT^ ^^«0 ^ 
TntS' Ttß^D (wegen des 'q begann er mit Mescbach, nicht mit Schadrach, wie 
das Bnch Daniel). In einem Siddur ms., damals in Padua, wird bemerkt: 

imDm maxn ^ bv noi^ n^ -rt^ü n ann no'» i^\«i |«3o- ^^ ^«"^ 

Commentar Opp. 1073 F f. 95b liest man sogar: '^:hpn 7^ HD^ JtO TV 

^'m 'loa rrh^ "tind n rww; no inso t^w jkdd- Aehnuche« in cod. 

Canon. 1 f. 128 a, 130 a. 

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— 152 — 

zu N. 3, 4, 9, 11, 12, 14 in H. 61; zu N. 14, 16, 24 in H. 17; 
zu N. 17, 18, 21 in Bodl. 255 und Rossi 656; zu N. 23 in 
Rossi 655, zu N. 25 und 26 in HarL add. 11639 und Canoo. 
hebr. 1. Leichte Compositionen wie N. 19 und 20 bedarften 
keines Commentars. Für die N. 2, 5 wird in anderen Hand- 
schriften gesorgt sein. Die übrigen 9 Nummern kamen, wie 
es scheint, bald ausser Gebrauch, blieben in den Machsorun- 
vocalisirt und wurden daher nicht erläutert Manches hinge- 
gen scheint verloren, so die Sulat für die Jozer 1 und 3. 
Ueber Einzelnes ist noch zu verweisen auf zur Geschichte 
S. 61, 369, syn. Poesie 62, 69, 106, 108, 109, 127, 135, 136, 
138, 166, 458, 483, Ritus 63, 68, 87. Die Klage TreTK TOV 
wird ihm in cod. Michael 534 beigelegt und eine Randnote io 
cod. München 346 behauptet, statt der Strofe Dj; TTW in Jose's 
ins« habe er eine andere verfasst: |rü n*lJ 1DDÖD •f?DT2' "5 
froro max ISDIj; an 2^V Vm, welches jedenfalls auf Misgrer- 
standniss beruhet. 

Abraham b. Jehuda hacohen, um 1060 in Maiaz^)? 
hat das Maarib nn^3 D%*6j< für Wochenfest verfasst Dtf 
mittlere Theil hat D^lin zum strofischen Schlusswort; in dem 
Bikkur >jn Ktt^K wird das Samech durch Schin (DW) bezrich- 
net, da die französischen Juden, wie Kimchi (Richter 12, 6) 
bezeugt. Sin und Schin in der Aussprache nicht unterschieden. 
Die ersten beiden Nummern des Maarib, dessgleichen der 
Bikkur zeichnen nur jHDn DTI3«, der mittlere Theil aber 
mina pn pDn rmrT''»3n''a urrOH. Das Akrostichon ppnmvT 
in der letzten Nummer deutet wohl auf einen Sohn Jehoda 
hin, wenn nicht zu p in dem vorausgebenden Stücke gehörig. 
Dass die beiden Nummern, die dem Bikkur vorausgehen, ganz 
ohne alfabetisches Gesetz gelassen sind ist bemerkenswerth, 
da solches nur den älteren Maarib eigen ist. 

Meir hacohen, vielleicht der Sohn des Vorgenannteo 
und derselbe, den sein Sohn Abraham') anführt und Raschi') 
ehrenvoll erwähnt. Er — nicht Abraham hacohen, wie es bei 
Luria heisst — ist Verfasser des schon von R. Tam*) er- 



*) Note 16. — «) Hapardes 22 d. — •) das. 33 d: >^3ö 1W ^^^ 
TQfe< reo ^n*ÄMD« — *) Or saraa jjrp § 20. Uagah. Aschen Beraohot c 1. 

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— 153 — 
wähnten Tischsegens für den Hochzeit -Sabbat'). Derselbe 

b<«innt müjno ^t^tch WD w mnsm niwraci^ nu<, ist drei- 

&ch alfabetisch, die Strofen sind durch Ringworte verbunden. 
Der erste Abschnitt tritt ein bei den Worten b^b üSlßG) des 
Tischgebetes, schliesst 3UD D^, anlehnend an 2 Bibel verse; der 
2. ptn^ rat6l2ü 31I0 anhebend und nach Tjn Dblj6 TDH eintre- 
tend, schliesst D^^iy njHlt^, lehnt an einen Vers an. Nach 
nionyi b]0\ tritt der dritte und letzte Abschnitt ein, beginnend 
nfcTü 0»iB^ D^obiy, hinter welchem, nach zwei Versen, das 
Tischgebet fortgesetzt wird. Die beiden letzten Strofen lauten: 

arvTh rrm\ n^^Kn u^pnA pssn dtd niÄ am i^rrvo t^d bbrvD 
TOPP jptpb nD^< |nn d-w ^33ki D'»«ibD >iMa p^ jpd toi p^an 

]T»3n Tiyo ^niboTD r»mjnn7 p« prnp^ pnB« 1:3^2 on» pri dtojA 
.1D1 Dm ^D DiTOD |ra 'H Dn: ^D p"»^); %ti Dpr ^"^ 

Also akrostichisch TP ^ pn pTJJ |rO n*»«». Eine alte Per- 
gament-Handschrift hat als Ueberschrift dieses Stückes: T\D12 
pn^ jHD l^HO tCT\ TD'» TOth 'ptm:. Der erste Abschnitt be- 
bandelt die Ertheilung des Sabbat, der zweite die Bedeutung 
einzelner Vorschriften für denselben, der dritte die Hoffnun- 
gen für die Zukunft (raiß^ )b\D^ Dr*?). 

Abraham b. Isaac hacohen, vielleicht der S<^n des im 
Jahre 1093 in Mainz genannten Isaac b. Elasar haco- 
hen'), jedenfalls jünger als der erste Kreuzzug*), ist 
der Verfasser folgender Stücke: 
L Jozer für Chanuca-Sabbat, die Geschichte von Jndit 
und Holofernes erzählend, beginnt b02 p^m DTPl ^K 
TO^^, ist dreizeilig, die dritte Zeile eine Bibelstelle, 
zwiefach alfabetisch ('S vierfach) und mit zwei Kadosch- 
Strofen, von welchen die erste |ron BTa« zeichnet 
Hinter dem Alfebet ist akrostichisch ^T)2 jHD DTID« 

yc^ p\n ; die dazwischen gehörigen Worte jro pTTST 

sind weniger deutlich, da ich nur p herausgefunden. 



<) irrthamlteh »Bescbneidongsfeier« in Ritas S. 71 oben. — >) Zidkia n'lK 
SDS. § 67, während andere Mm. y^f^ statt jn^n haben. — •) in N. 4: iiiyy\ 

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~ 154 — 

Die 4 letzten Strofen, an&ngead TXXI^ flTI^ D l^pn, en- 
digend tcnp rhu ^yiD "py by) sind ohne Akrostichon. 

2. Ofan für denselben nniKDD Dni« mns, mit durcl^e- 
hendem Reim, endigt ni*l*11IWM DITID, symbolisirt den 
Leuchter des Tempels und die Lichter des Festes; 
gezeichnet pT\ pD oma«. 

Beide Stücke waren ehemals an dem zweiten Cha- 
nuca-Sabbat üblich^ vermuthlich war auch ein Salat 
vorhanden. 
Für einen Sabbat mit Beschneidungsfeier: 

3. Jozer niD'na mt^, zwiefach alfabetisch. Die erste Ka- 
dosch-Strofe zeichnet ]ro pnjP '»213 Dlia«, die letzte 
Dm2«, das Stück jTOn QTOK. 

4. Sulat nn3 ni« zeichnet ]n3n prcT» >an na orro«. 

Wahrscheinlich fehlt uns sein O&n. 

5. Tischsegen an einem Beschneidungsmahle , sechs ein- 
zulegende pnnn, von denen die ersten vier die Fa- 
milie n. s. w., die letzten zwei Messia und Elia be- 
treffen. Gezeichnet plü yiD Qm^^(. Einige Anklänge 
an Jozer N. 3 sind zu bemerken'). 

Isaac b. Mose'), gleichzeitig mit Samuel hacohen^), Samnel 
halevi*), Natan b. Maohir'), pflegte in der Zeit zwi- 
schen 17. Tammus und 9. Ab sich des Waschens zu 
enthalten'). Vielleicht meint denselben ein handschrift- 
liches Ü^T^ 'D'); hat wahrscheinlich das Jahr 1096 
überlebt, und ist jedenfalls jiinger als der gleichna- 
mige vom J. 1013*). 
1. Jozer für den Sabbat npDDH des 16. Adar, zwie&ch 
alfabetisch. Erste Strofe: 



- «) «yn. Poesie 191. - ») -^{<tc^ hITO "Q pHT Ti'»2m ]TVn ^WTCT Ü'DI 
JTID ^^3)0 Hapardes 31b, vgl. 18 c (ed. pnxp T)y ^^^^ ^*s- HIWD 1^ pHiP *T)« 
cod. Uri 295 f. 75b. — <) Hapardes 18c, 31b. — ») p"^ 149cd; p"{0 ms. 
an dieser Stelle hat: y"^ HK'D *13 ^'•DDH pHT 13^3*1- — ') Hapardes 4Sa, 
^P^ 17 c; fehlt bei Rokeach 311. — ») im § 19, dass B. Isaac b. Mose nicht 
BTjpn b«n (in na« pO »» Sabbat-Abend) gesagt habe. — «) n"3 '1^^- » 
S. 106. 

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— 155 — 
Letete Strofe: 

rü»ü -P3D mpn niowb '•n rusni ^wn yinn bj vmn^ 

Sabbat vor dem Neujahrfeste: 

2. Jozer 'H DM7« b« zwiefach al&betisch, 'p und '*! ein- 
fach, der Buchstabe n und 'H bis 'D dreifach; bat 
9 Kadosch-Strofen und ist eine Beschreibung der sieben 
Himmel, mit Benutzung der Hechalot. 

3. Ofan Ü212h IKt^ nach einem nicht correct beobach- 
teten Metrum, mit Mittel- und Strofenreim; hat 5 En- 
gelnamen. 

4. Sulat nn« >^N n^nbt<. Neben den Busse-Ermahnungen 
wird der vielen Märtyrer, der verbrannten und ge- 
räderten, gedacht. 

5. Maarib Wochenfest ^D'ü in hy D^rht< TTn, dessen mitt- 
lerer Theil rVDW Strofenreim hat. 

6. Maarib 8. Azeret 131 D^lb«; der mittlere Theil ]r\H 
pl^ besteht aus 21 Strofen, ind^m die letzte, vierzei- 
lige, die Buchstaben tC^ und n enthält; in der letzten 
Nummer von 5 Zeilen sind die Buchstaben *^ bis 'P 
angebracht^). Ende: nW33« 'H )yhv p\ 

Die Nummern 2 bis 5 sind bei deutschen, die 
Nummer 6 war bei französischen, die N. 1 bei deut- 
schen Gemeinden üblich. Sämmtliche Nummern haben 
den vollständigen Namen'). 
Isaac halevi b. Elasar*) in Worms, Raschids Lehrer^), hat 
als Jüngling noch R. Leontin hacohen gekannt^), stand in 
brieflicher Verbindung mit Raschi, Natan b. Machir, 
Schalem b. Jehuda, Isaao b. Isaac ^) und anderen und 
genoss ein hohes Ansehen; seine Zuhörer nannten ihn 
„unsern heiligen Lehrer^)". Er starb zwischen 1070 



'»S'Q» N. 5 p, N. 6.*^; N. 2 und 4 auch pfn« — ') Der Name des Vaters, 
Blasar, ist zuerst nachgewiesen in zur Gesch. 63 und 566, wonach Landshuth 
onomast. S. 123 zu verbessern ist Vgl. Ozar nechmad 2 B. 11 N. 18. — 
^ zu den Raschi S. 317 angegebenen Stellen sind noch hinzuzufügen: Joma 
39a, Sncca 35b, Megilla 26a, Sabb. 20a, Kidduschin IIb, 70a, Gittin 
36 a, 59 b. — ») Taschbez 575. — •) Luz«. Mblioth. 56 b. — i) zur Ge- 
schichte 326. 



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— 156 — 

und 1096. Von Einigen seiner Angehörigen sind die 
Leichensteine noch vorhanden*). 

Stammtafel: 

Ela sar halevi 

MeschuUam halevi ll ^ac H^t pD ') Schneor ') (v iell.) 

Eljakim ' Ascher*) Elieser') Jakob ^) Samuel ') rmon 

II I ' ^ 

Tochter = Isaac [«-2^] wahrsch.') Ascher •) Ascher 1 ^^^^^ ^^ 

AscLer Samuer»)M- ^^*^ 

I 
Isaac liran getodtet in Würzburg. 

Unser Isaac verfasste die üblichen vier Piut für den 
Hochzeit-Sabbat, nämlich: 

1. Jozer rw ^ rate' yty\H, ri^t< msonoa a^rt^ nn«, 
endigt emp p^pü2 triHD, gezeichnet pn ■^^J6^< '»an'»2 pnsp. 

2. Ofan VTürh ub^ naTOn \tmp in« mit stetem Reim. 
Der Schluss lautet: 

irh^ lujnn nib: "iDin tmp 

my nsö: vh rhyo pintß' 
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1) das. 404. — *) Tgl. Ritus 197. — >) zur Geschiebte 404. Hapardes 
45 c. — <) Hapardes 19 a. — ») syn. Poesie 198. n"l« § ^ö. — «) xur Gesch. 
S. 31. Ein gleichnamiger 1196 in Speier, s. ^^2) V ^- ^^' — ') Mordechai 
nbiD ®- 3 ^"^® TÜp^ ™'* § ^'^^» *^'' ö®«ch. 31; wohl derselbe, welchen 
P"^*l 139 c und danach die Anmerkungen j^*)^! 7 a anführen. — «) Ha- 
pardes 16b, 18b, 45bc, p"tr) ^^c, 84c, D^y-| Q^CT^ 1^- ^'*^ ^^^- — 
•) p"tn 22a. - 1«) ein jüngerer (i^^n "11^« "13 bj^TDtt' 'n DT») A«^ ^^^^ 
in Worms. 

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— 157 — 

3. Sulat mit der Ueberschrift: pD pn^ ITST! Iprh rh(\ 
m^. Ist nach pTtt^H und ebenfalls am Schlüsse prtT 
gezeichnet. Anfang inoW mrw mE)nn nm, Ende :T«D 

4. Reschut aus vier Theilen bestehend, jeder mit durch- 
gehendem Reim, der erste HD, die folgenden D^ — , 
nämlich: 

a) hdSä'd nw nüip Dip '»r^N nuriD, endigt noB^ 'n nnp^i, 

alfabetisch und nTj/?N '»DID pPßP. 

b) fD^ ruin: Dpjr» nonT menci, endigt D^'»1DD, vier Zeilen 

«kr. pfW. 

c) D^^l rtO^b Ü^p0^y ro nimoi, endigt oyono pW, akrosti- 

chisch — ^J6^< '»ans. 

d) D^n ^D nnn oy an mtnoi, endigt o^n bp on i^S 

akr. yow pn '»iSn n— . 

Mit Ausnahme von 4c, das dort fehlt, sind in 
Opp. 1483Q alle Stücke Isaac's mit einem Commentar 
versehen. 
Jekutiel b. Mose in Speier um das Jahr 1070 ver- 
Casste den Reschut ^PlNT zu Kalir's Keroba des Neujahrfestes, 
der eine hartklingende Sprache und stetigen Reim hat. Sein 
Sohn R. Mose lebte im Jahre 1090, ebenfalls in Speier, und 
wurde unter andern von Jakar*) befragt Vgl. Hapardcs 48 a, 
dasselbe Rokeach 311, Piske Recanate 189, Maimoniot raiS^ 
c. 30, hj^ 89 (wo irrig rUTD^t; statt mW, und derselbe Fehler 
bei Conforte 18b Zeile 1 v. u. und im Register), tr:n 59 f. 84a. 
Salomo b. Simson b. Eljakim, um 1070—1080 in 
Worms, Verfasser von Bescheiden und Decisionen *) , wahr- 
scheinlich identisch mit Salomo b. Simson Vitry, der in cod. 
Kossi 403 genannt wird, und dem Tosaf. Sabbat (54b unten) 
erwähnten R. Salomo Zuhörer R. Elieser's [Elasar's des 
Grossen], vielleicht auch mit R. Salomo, der Hapardes 45c 
(oben Z. 6) vorkommt; er war auch ein Schüler Jacob^s b. 
Jakar, hat einen Reschut zu Kalir's Neujahr- Keroba hT\ TO 
verfasst, der 12 Strophen stark >2b Tim ^rW2 •P'IK anhebt, 
*?>n rrhvD schliesst und pm ptC'Dli' "»3^3 nchw gezeichnet ist 



<) nicht Tom Verf. des Rokeach wie es Asulai ed. Wilna Tb. 2 S. 172 
N. 132 heissft. — *) Note 16. 



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— 168 — 

Derselbe findet sich in einem Machsor, welches das in Worms 
übliche Neujahr-Maarib ^1K tfDD enthalt, und ist yermuthlich 
dort früher gebränchlich gewesen. 

Menachem b. Machir in Regensburg*), wahrscheinlich 
ein Urenkel von Machir b. Jehuda'), hatte den Familien- 
namen ^"i^DDI') und war ein Vetter von Isaac b. Jehuda*) in 
Mainz. Einzelnes aus seinen liturgischen Bescheiden, Fragen 
und Bemerkungen^ insonderheit aus den Schreiben an seinen 
Bruder Natan ist noch vorhanden'). Er hat die Schreckens- 
zeit von 1096 ^) überlebt. In seinen Poesien pflegt er bisweilen 
die Akrostichen durch den je zweiten Buchstaben') der Wörter 
anzudeuten. Wir haben von ihm, ausser Selicha's, 16 Stücke, 
nämlich 5 Jozer, 3 Ofan, 3 Sulat, 2 Stücke für Thorafest, 1 Ho- 
schana, ein Bikkur zum Maarib des Hüttenfestes und den 
Klagegesang nniy« bsN*). Vermuthlich fehlen uns 2 Ofan, 
2 Sulat und ein Reschut für den n*nin jnn. Nicht mehr 
üblich ist das Jozer für den grossen Sabbat, in welchem der 
Schöpfung und dem Auszuge die künftige Erlösung in den 
einzelnen Momenten, durch das Tny^l') gegenüber gestellt wird; 
es ist zwiefach alfabetisch, das 'D allein achtfach, fHngt an 



i) cod. H. 240: toyoft^ysno 2hvn anyo ti rcp^ d*™«s ^^ Gesch. 

S. 192. — «) cod. H. 182a Ueberschrift des Chanuca- Jozer: Dn3D '*) D^IHD 
Üitn^ 1i^*l b^ WN *T*3D yn2' ^^^^ *"®'' einige Namen anagefallen, lehrt 
die Zeitfolge und deutlich Raschi, der Menachem's Bruder nennt: "Q Jf^^ »^ 

yoi2 "13 crüD na i^dd (t^in n- i)- - •) Mordechai D'^noB c- ^ § 556. 

— ^ TXn p (Vitry § 462; Ms. bei Lnzzatto bibliotb. 56 b, Or sarna ^vh^ 
§ 109), ^"7^ in Piske Recanate 589 bezieht sich anf Machir, den Vater Me- 
nachem's. Vgl. v\2^ "niDH ^^® ^ ^***^ ^e" ^- Natan anredet (Hapardes 2 1 d). 

— B) ausser den Anm. 3 und 4 verzeichneten und bei Natan b. Machir anzuge- 
benden Stellen noch Hapardes 61 d oder DTID ^tDVb ^^*^> ^^^ (DPÜD *3NT), 
sowie das in der Note 14 mitgetheilte Fragment. Ohne Zweifel ist in Hapar- 
des noch mehreres yon ihm. Aber der R. Menachem, der in Hapardes 31 d, 33c 
vorkommt, mnss nach üf^lp^ ""• ^^^ D'*31i<V1 rW^Ü § 351 in i^^-| DHiö '*! 
(vgl. Hapardes 17c) verbessert werden, der älter als unser Verfasser ist. — 

•) Note 17. — 7) Jozer y^\t^^: — ix^ — Tiin - "nbnn — wiön- 

Aehnlich im Jozer ^1«: -JÖP — y^TVi — TmTi — DPin — ^ DH 

pn — )Tiy '>"<* »» *>«»• S«"cha 1333 niDX- — ^ zeichnet 3i^yn DrOO 'OiN 
yOü ^2'*0' ^^^ unrichtige Namen stammt aus dem alten Commentar (oben 
S. 7). Das richtige hat bereite Heidenheim, vgl. syn. Poesie 108, 373. — •; 9. 
oben 8. 129. 

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— 159 - 

rm^ nb^a« ^jnt^i "»m« und endigt icnp mrw\ rcica rnn njnD^. 

Das Jozer für Nachmn (ntt^ ^K hi() hat 9 Kadosch-Strofen, 
von denen die 7. und 8. ]Üt< ^D^, die übrigen den vollständigen 
Namen geben; überdies zeichnet der Text nach Abschluss des 
Alfabets pN nnina yot^ pn*). Ofan maii ^Dt6ü hat die Wen- 
dung ^^1; Ofan nn^ U<tS^ zeichnet den Namen dreifach; 
Ofiin D^Dfci U^Wn hat Strofenverse in denen tS^Hp, reicht nur 
bis Vy und eben so lückenhaft (^3**13 DTDO)') ist die Namen- 
zeichnung. Bei dem Chanuca - Sulat bt<\^ JTtSOO ^M ist der 
Fehler des Sulzbacher Machsor [Elia b. Baruch als Verfasser] 
in neuere Ausgaben übergegangen; auch ist es ungegründet, 
dass der Dichter im Nachmu-Jozer sich Menachem Zion nenne. 
Wie es scheint ist Menachem der erste in Deutschland, der 
ein poetisches Nischmat geschrieben; jedoch gehört in dem 
seinigen {"Hcho HölS^:) die Schlussstrofe (ü^y) nctß':) einem 
Nischmat Abitur's. Das Bikkur beschreibt die Feier des 
Schöpf festes, heisst dieserhalb in den Handschriften b"hT^ mit 
welchem Worte auch die zweite Strofe anhebt. Das Ganze 
besteht aus 6 Strofen, der Anfang lautet "jn^S ]1J;d ^DDH« HD 
"»bwa '•n , der Schluss: Vyhv "JOni ^2 ^D)r\ hD )nC]tn . Die An- 
fänge der Halbstrofen sind akr. 'T'DD "»D^D Dmo . 

Natan b. Machir, Menachem's Bruder, auch R. Natan 
aus Mainz ') genannt, gleichfalls mit dem Familiennamen 
^^3Dn*), war nach der obigen Auseinandersetzung in folgender 
Art mit Gerschora und Raschids Lehrer, Isaac b. Jehuda, ver- 
wandt: T 1^ 1 

Jehuda 



Gerschom 




Machir 
Menachem 




Machir 






Jehuda 


Menachem 


N 


atan 


Isaac 

1 
Jehuda. 



•) htnzuznf&gen in syn. Poes. 370 Z. 12 ▼. u. — «) in dem Tierten Worte 

jeder Strofe: ^^ nmpD — üHtflD - ^hf\ — DÖJ — NIID- — ') «'«« 
|r\3 »^i^ (Hapardes 23 b) liest Ma.: ^''^ t<JÜ3DD IPÜ 1^3*1^ ^6^- ^^® folgende 
Seite Anmerkung 9 und fcCJ^J302 IfcO Hapardes 62a (und ^^Ip^b ^Ob), ^^«^^ 
19d ob. (fehlen Hapardes 61 c Mitte). — *) p*iC\ l^^c, ^^aifi' ^9. Jos. Kolon 
Bgtt. 30. ^ 

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— 160 — 

Ihm, seinem Zuhörer'), schreibt Raschi mit grosser Achtnng, 
nennt ihn den in allem Bewanderten, in Schrift und Mischna, 
in Talmud, Hagada und Piut; er fordert ihn zur Ergänzung 
dessen auf, was in seiner — Raschids — AuseinandersetsuDg 
etwa ungenügend erschiene*). Nicht minder ehrenvoll ist die 
Zuschrift von Raschids Lehrern. R. Natan richtete Anfragen an 
Isaac b. Mose'), Isaac b. Jehuda^), Isaac halevi^), Samuel 
hacohen'), Raschi'), hörte von R. Jekutiei*), ertheilte Be- 
scheide an R. Josua'), namentlich an seinen Bruder Mens- 
chern '"), lebte noch i. J. 1093 und wenn unsere Texte correct 



*) "hjSt^ a- *• O. «^l^xn 345. Haparde« 33a (^^ rWTfO Ti^tTi))- ~ *) BCTl 
D^31DÜD N. 1. — ») fatn •. »• O. — <) Jos. Kolon a. a. O. Dasselbe in Hapardei 
21 d, anfiuigend xh^^ > "^^ Wtn2n^ ]D^t^ nichts anders bedeuten kann, als dm 
R. Isaac sich damals in Worms aufgehalten. — ^) In mip^^ ms- ist ein Be- 
scheid über zwei Gallen, gerichtet an »1130 '-^ "nDPI D ISm ^sh^* dessen 

Anfang QTinn "iira 11«^ mn \t^tm ^rnriDn piß6 «ö^^ ^^ <*«« schrei- 

ben an R. Natan stimmt; dahinter heisst es: rf^ pnjp TJi2*1 ^Ä'*B^n 11 rCim 

ü^TWD «m nnn rtnnn mm b)^^ yno -rwnpn rv aroa yo: 
ttn^ ruiarai nnno nDprai mun mra ^pz nihb'- J^«««« Gutachten 

scheinen yv^DH N. 10 und Rga. HTIIW ^1b^^öD N. 7 besprochen zu wer- 
den. — «) s. Note 15. cod. Bodl. hat int<^ D^IC^H *1l5^i< » folglich spricht dort 
Menachem. Allein Hapardes (61b) ,"Q1lWVl "h Htm '"** Amram. Da» 
der Natan der unserige ist, erhellt deutlich aus "1^3^ ms. 190 (ed. 53) der 
die Worte JDipDD )ni« pPTD PN DVttTB JDI« ^"nnOÖrVW «> einfuhrt: 
'yi TDD '013 jn: i:^n ^ IDB^D ^«IDB^ 13>Dn min pi. nämllch Samuel 
hacohen, nicht Samuel b. Meir, wie in Asulai ed. Wilna gefragt wird An« 
ira'TD UIOV '»:« ^rhHtt^ "' mr\ mm p1 geworden. - ') Kfßri N. l und ff.; 
Hapardes 23 b bis d. Vitry 200. Was Hapardes 32 a anhebt ^iTfV *^BW 1^1 
V\ pm TD n ^ lautet bei Zidkia (n"1N 24, nCW ^22): ^rr«) -WK VT1 
T^nfe< IDi '*P 'l- Vgl- hiermit Natan's Worte (Hapardes 34c): i3*jo ^H^W 

T03 bs« p in ^ m 031 n^Di« i:^ ntib^ y: u^n ^^ id«i . • • y: 

TvDWi ^o T»33 ~ ^* Raschi keine Söhne hatte — schwierig ist — •) Ha- 
pardes 34 c unten. -— •) n«^^ 57 und DTIBH ™«-- PJiriUK^ VTtbfiWBO 

niD'ü 'Dl rait^ \s2nD3 f omni '»k^o pDnDtß' roiro ^^200 iÄipc3 
mra 13 miiT n nn D'oi&'TOn D31 «2ü3dd o^tt^nr^n ray ib^« onemp 
'DiV'T npna m ni rr»^ -q nobic' 'ni nHsD. - ") Hapardes 21s 
T»n« |ru '1D DTüD 1 ^B^, 34c dhä) ü'»2nS 3"»i&*,-w p ü'^n V rourn» 

36 a ebenso (T^nNDHiD)? ^^ ^ wo auf die Fragen Qn^D ^ii< ^H^NB' »" ^^' 
Antwort vorkommt n*lDfc<B' tlOt ITIi NJiDnB' **"^ ^'^^ ^®° Worten (428) 
paiCTID irK Nim >™ Ms. eine längere Stelle folgt, worin: yyTi'ül ^yttrH ip 
^njn nN^iniDI •]3nWS THH ^ytO- ^^^ ^^^ verschiedenen Fragen, wo 
auch -TQi5< CTÜD >:«1» l>«"8t es weiter nDUWD "»nWflD ^HN rO '^^N ^^' 
dahinter: y^y rnn« nfl OrUD ^iKI» «chliessend: tdD Hl ^ P^ ITI 

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— 161 — 

sind, überlebte er Raschi. Er wird Tielleicht im Coromentar 
der Chronik') zitirt. Ihn beschäftig der Wortlaut der 
Stammgebete, insonderheit der TefiUa'), und von betracht- 
lichen Stücken des Buches Hapardes') ist er der Verfasser; 
auch erläuterte er Piut^). Von seinen Poesien ist nichts als 
ein aramäischer Reschut bekannt, der die talmudische Sage 
▼on Jonatan^s Targum der Propheten behandelt und T^ ]rO 
"H^^IC HP zeichnet Derselbe hat durchgehenden Reim, beginnt 

ÄTD^ noi turoy itgü , endigt «mpo te Tivjh pn und ist 

34 Zeilen stark. Der in cod. Rossi 12 vorkommende Natan 
b. Machir b. Menachem ist ein anderer. 
Meschullam [b. Mose]. 

1. Jozer für Hochzeit-Sabbat pch DD "hr^ rmm Tier- 
fach alfabetisch, auf die Verse 1 Chron« 29, 11 und 
12 Cf? bis miDOl) gebaut, endigt mit V. 13: ohhnD) 
^^'^^<D^ Dtt6; der Sprache nach") aus dem Zeitalter des 
Meschullam b. Mose') in Mainz. 

2. Ahaba ym\H HDI^D '»n%D, 7 siebenzeilige Strofen, endigt 
rOTKn rw, gezeichnet Htt^ "13 D^Ptt'D'). 

3. Elialied D^*PDD3 Dpi^l W^p ^DIK IT«, stetiger Reim, 
endigt moblish D'»p V^l Ti » zeichnet pw\ üblWO . 

4. aramäische Illustration des 3. Gebotes HTVIDD Vnw 



p T03 TnD^m p- Parallelstellen in ^tOp^ ^Oä, 21a, Rokeach 304, in 
1Ö7. In pülPv ™'* ^** nnter der Rubrik Q'f^nn TTO **'® Tierte Nnmmer: 

rcTiwnn nnairo rrom^ '»d pi d«i 2N nDin"» pi- i» D^arüo »s. §. »s: 

pttfjn, ▼gl- Note ik. 

») zur Geschichte 73. vgl. Raschi Spr. 8, 17. — «) über njjfjQ riDB^ 
(Opp. 1483 Q. ^on 20 b), infen W1 (d«- 29a; y^ st «^oo » UOipb ^^ 
— S) vgl. die vorhergehenden Anm. Hapardes 44 d: ^y^^nin^^DW- Vielleicht 
bezeichnet Elieser b. Natan (84 c) diese Arbeiten nnter T^>3J0n tWVO* ^ ^^ 
▼on ihm angeführte sich QT® ^ülpb ^^^ findet. — *) zwei Erläntemngen 
%n ]trW nym ''• ■• ^- ^°* Schacharlt nnd TTÜO th^ ^™ Mnsaf Neujahr ent- 
halt der Commentar — wie es scheint Joseph Kara's — in cod. Manchen 346. 
Vielleicht ist er der Ritus 199 Genannte. — «) i. B. yiTVlV» Ttri^» nD'nj- — 

•) gott. Vortr. 365, sjn. Poesie 192, Ritus 199. — ^ rVTXO — •]3^ — IDTD 

11 

Zum LlteTAtargMch. d«r sja. Poetle. 

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— 162 — 

«tr^2 i<:\trh) y^y endigt pa^nD Nnnifia n. Nach 

Beendigung des Alfabets folgt: 

pnpa f wk6 «d%^ prnDD 

Ohne Zweifel ist es der anderswo genannte ') Meschul- 
lam der Grosse, Verfasser des poetischen Targum zum 
Dekalog. 

5. inonx ^ bo2 inübb nSihi oyrhK Musaf-Keduscha. 

Simson b. Jona hat einen Seder für Passah verfasst'X 
vermuthlich eine piutische Composition , dergleichen man in 
späterer Zeit nicht mehr zu schreiben pflegte und welche 
vielleicht ein Bestandtheil der anonymen Keroba für den 
grossen Sabbat war"). 

Mose b. Meschullam wird von Menachem b. Machir 
(Hapardes 62a) genannt, statt dessen der Aaszug (20b) Me- 
schullam [b. Mose] hat. Jedenfalls gehört Sulat >D hy 7TW 
mVD nrwbD: mn\: der pn übira '•an^a rWü zeichnet einem 
altern Autor an; Bau und Ausdruck gleichen den Salat von 
Meschullam und Binjamin. Derselbe besteht aus 9 Strofen 
und endigt i:^m2« nmyi; die Worte nifi^iS rUH) Du erinnern an 
B. Qerschom's Selicha )yi3t<. Einen Comroentar dazu enthält 
cod. Opp. 1483 Q. 

Tobia b. Mose, ein Karäer, Jeschua's Schüler, aus den 
ersten Jahren des 12. Jahrhunderts. Ein altes karäisches 
Gebetbuch*) enthält von ihm zwei poetische Gebete: 

1. liran« TOIN b3ü mib«, alfabetisch und den Namen 
nebst pn zeichnend; 

2. D'»Dlt^3 ny\:in bno nW« in 34 Zeilen, deren Akro- 
sticha geben: p« TDiyn Hitn^ p «"»aiüb D^piSH rö^ 

Samuel b. Jehuda*). 

1. Maarib des 8. Azeret '•^'»DB^n ÜV2 proi^' niK, dessen 
mittleres Stück Pm«^ ITlDini HD« '^:^ü^ beginnt, jede 

i) aur Geschichte 71, 72, 80. — t) Semag Verbot 77. Mordechai Pesach 
866, Hagab. MaimoD. o"^n ^- ^- ^^i** Bothehb. Rga. 467. Zidkia 4y^ 58 f. 
27», Samuel de Falaiso in ^'^ Th. 2f 58d. — «) s. oben S. 68. — *) Pins- 
ker ^ip^ 8. 139. — *) zur Gesch. 360. p|"3^ hat schon Salmon b. Jerucham. 
— • •) vgl. syn. Poesie 8. 209. 



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— 163 — 
Strofe ßchlieest: nnjß; ^y^\t^ ora. Das Ganze endigt 

2. Jozer Hüttenfest 1t<2nD pD^ niM dreizeilig mit 2 Kadosch- 
Strofen, endigt IDtffDb VWwh TBHp. 

3. Jozer 8. Azeret n^TO ^BD D3DN vierzeilig mit einer 
Kadosch- Strofe, endigt ^D^D^ ^nx. In beiden Jozer 
beiiteht die Zeile aus drei Worten, es herrscht eine 
alterthümliche Ausdrucksweise ') und ein Wohlgefallen 
an der eigenen Composition. Sie zeichnen den voll- 
ständigen Namen, in ersterem ^yV2. 

4. Sulat DKTöOa yopt^ %T^ ') von den Schrecknissen des 
ersten Ereuzzuges, die in den Rheinstadten nahe vor 
dem Wochenfeste eingetreten. Der Name ist zweimal 
gezeichnet. 

5. Zuthat für Maarib Wochenfest: nTiy ^HBin ip'» rrO}t< 
rtDDTDI, alfabetisch, endigt -pnin '»an«S 3^ ub^. Viel- 
leicht ist unser Verfasser der von Elieser halevi*) und 
in K^^ 35 a genannte Gesetzlehrer. 

Anan b. Marinus hacohen^) in Siponte, Zeitgenosse des 
Kalonymos aus Rom'), kaum durch zwei halachische 
Aussprüche bekannt'), ist zweifelsohne der neben Mal- 
kizedek, Elchanan in Siponte') und als Verfasser 
eines Elialiedes ^) genannte R. Anan hacohen. Das- 
selbe besteht aus 10 Strofen, beginnt '»HD TP K>ayi Vrhn 
und endigt nblN^ PiyÄ). 

Daniel b. Jechiel. 

Jozer zum Chanuca- Sabbat in 22 Strofen, anhebend 
231jn C^y^ü2 bt< bbn«, endigend Jyt2t6 ID«^ ■pUOTI TUT 
behandelt die Antiochus- Erzählung. Die Strofe hat 
9 Zeilen, jede Zeile 4 Worte, das Allabet ist neunfach, 
der Name in beiden Kadosch-Strofen gezeichnet Die 



t) Beispiele: ThKtj, p^Q, DHDID (DinO)» *nn» ynHff\ TIID©» 

3^23in> yTr\^ brv^ ^?b p)k» 2'n*)i> :^y\r\^ piN (Sing. von 0^:0^), ipmi- 

— «) Strofe »o liest Ms. nDTttTI («*• nOTOn)» *»* ^^^ letzten Strofe fehlt rf^Q. 

— •) r« § 411, Hag. Ascberi Chullin 3 § 29. — <) p'y^ fehlt in iCTi '6» 
liaxn 187. - ») 1^3^ 97. — 6) 'f^K' 13 und 97. - f) -)n%'Tl "TON "«. 
§ 157 (aus Menachems 2)^ ^DK')- — *) Menachem in niD^Q *112n ^IHD "*•• 

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— 164 — 

Sprache ist altpeitanisch *) , so dass man in dem Ve^ 
fasser den Bruder des R. Natan, des Ver&ssers des 
Aruch, wiedererkennen darf. 

David halevi b. Samuel b. David. Der Groesvatcr David 
war Gesetzlehrer in Mainz um 1050*); dessen Sohn 
Samuel'), ein College von Isaac b. Jehuda, wird öfter 
zitirt*); bei SamuePs Sohn David ergingen Anfragen 
von Easchi"). Cod. Opp. 1066 F. nennt den Verfasser 
der Klage mW D^^ID« David b. Samuel halevi aus 
Speier, der wohl von dem unserigen nicht verschieden 
ist. Für denselben halte ich den in Mordechai (Me- 
zia c. 5) genannten^). 

Ealonymos b. Jehuda in Mainz^), auch genannt Kalon. 
mnDH'), College von R Eljakim b. Joseph*) und Zeit- 
genosse von Kalon. b. Isaac, hatte einen Sohn, der 
gleichfalls Kalon. hiess, da er in N. 1,4, 13 DTi^yhp'^M 
>rP anbringt. Wahrscheinlich derselbe, welcher al^ 
der Lehrer R. Jacob's halevi genannt wird"). Einst 
befahl er einem wegen Todesfalles in Trauer versetzten, 
die Abend- Vorlesung des Buches Esther in der Spagoge 
anzuhören **). Es war damals ein Schaltjahr und Puriffi 
fiel auf den Sonntag. Innerhalb der 64 Jahre zwischeo 



M 2. B. yrrm:^ bmtt^^^ pnS rh&rh^ D>^nS nDvi» irori («'• 

krankte), Q'^mii (Pferde), aiüH- — *) Hapardes33c, 49a, ^^^^tj^ 50. n"lK '^' 
D»31Wn TOW 291. — •) bei Raschi Sanhedrin 97 b, Hapardes 23a 0^38^13) 
fehlt Yi^n» — *) DTISTI 1^^, 23a, 46d, 49ab, 61a. Mordechai p^ 3. Mai» 
rbtT) c« ^2, ratC' ^' '^9 § 27. n^2Bf 13, 51, 92. vgl. Ritus 192. Recanate 179. 

— *) DTIDH 3*b. »^tgnn 409. Meir Rothenb. Rga. Th. 3 N. 444, dasieW* 
(ohne des Wort ITO) im Zfiricher Scmak 268. — •) ^^n TTI **) 3V1 pTpH T^" 

— 7) gyn. Poesie 196. Ritas 198. — ») Im Siddur Michael cod. 534 sind die 
Ofan N. 6 nnd N. 3 mit N. 112 nnd 113 bezeichnet und letzterer bat die 
Ueberschrift ^ rOTO U^l Q '^rOH DTö^jfe yy^TH ]Trh low rW D3' 
ähnlich ist N. 9 (dort N. 120) überschrieben; auch N. 15 wird R. KsIod 
*nran wertheilt. Das Machsor H. h. 40 c nennt den Ver&sser der Selicb» 
D*iUnn iDDnX (N. 27) R, Kalon. *^inDn ^- ^ Jehuda. Ebenso in "hX^ 
ms. (Asulai Th. 1 S. 157), PIDIDN "**• Luzzatto, DT® ^pf? ^* f^^' " 
Hapardes 38 a]. — •) *^^ p^ § 19. — "0 zur Gesch. 31. — ") QpyUS 
P'»üp*?1 TOB, perg. in fol. § 176 >3t^n ^«3 «''tJ DT« "ÄDSD fTIK CPS 

73^6 mvT n W31 p Qya^yhp «j31 n« rac^ ^toxzo) 1 uro -i^p^ 

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— 165 — 

1081 und 1144 war dies nur 6 mal der Fall, nämlich 
A. 1104, 1107, 1118, 1121, 1131, 1134. 

1. Jozer np%'T3n niin lUC für Bescbneidung am Sabbat, 
endigt "pDTliyra "pTI^ 

2. Jozer nnm^N ]ypD b&nt^ r\rm rhron 'n "f?, för 

Hochzeit - Sabbat. Die Strofen heben mit den Worten 
1 Chron. 29, 11. 12 Qb bis b^b) an und das Ganze 
endigt mit V. 13 "f? iriM Omo, ähnlich dem Jozer 
N. 1 von Meschullam. 
, 3. Ofen rthv tnw rhvD mipb endigt IDipb D^^»»; 
die Ausgange >^ sind Bibelstellen, gleichwie in Bin- 
jamin's drei Ofen (N. 7, 8 und 1 1). 

4. Ofen nsyiü^ pu&6 rUDOn bip mit durchgehendem Reim, 
endigt HD^^ SdIS^H, die Zeilen, jede nur zwei Worte, 
geben den vollständigen Namen. 

5. Ofen TIDI rwny) HD^KD THTO üW HBTip, endigt Ü^Kt^ 
D'^DOn^. Die Strofe hat 5 Zeilen, die Zeile 3 Worte. 

6. Ofen ynon inBTip "»pnao ynp in 12 Strofen, die 
6 letzten haben Strofenreim, endigt V30ttnp nfi<tnp- 

7. Sulat D^ yitO B^XD ÜTTIM endigt UHOra ümw- 

8. Sulat D^nPlB p«D nniDJD 1{<, endigt 0^3? pwo, 
für Beschneidungsfeier. 

9. Sulat n'hm niDDD nibrOD nor«, alfebetisch, 2 Wort« 
die Zeile, endigt rvHX!) HDTp. 

10. Sulat pm ^OTi SlKab yhl^ pK, endigt TW1D1 my, er. 
wähnt des vom Kreuzheere im Jahre 1099 eroberten 
Jerusalem. 

11. Sulat UI^JD n^ynt< inSll, meist 5 Worte die Zeile, im 
strofischen Verse ITj;, endigt mps ^3fi< >r6N >D. 

12. Musaf-Keduscha ^'»m '»S"« T^p DD%-6«. 

13. Reschut am Hochzeit-Sabbat: 

a) rmn )y^^ pw a^w nyp nuno, Reim nd, ra, endigt 

tan TTD 'n dk^si. 

b) bj»D^ D^T» DTp nonp nitriDI, Reim bv, endigt T»r6K W 

bin Toy. 

c) nDf?yn wnrr» nw nnp^ o'^NBip nitriDi, Reim fc<o, n», endigt 
ros^ nonpi. 

d) r© \tmp bnp nsiap mnöi, Reim on, endigt rwoi n» 
onoiy. 

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— 166 — 

Das Akroatichon rv^ pm ütty^yhp "^^ scheint aaf 
die Hochzeitfeier des eigenen Sohnes hinzudeuten. 

14. Küage >:d )]^ >niDK, gezeichnet Kalon. ]tDpn, gleich 
der folgenden Nummer den Opfern des ersten Kreuz- 
zuges geweihet, hat mit den Selicha's N. 24^) (Kalon. 
b. Jehuda) und 27*) (Kalon.) mehrere gemeinschaft- 
liche Stellen. 

15. Klage ^in p"^ >D enthält in der Handschrift auch 
die Namen der Städte Worms und Regensburg und 
erinnert in den Worten 2in 3*1 «"D3 tD3 an den Vers 
roa rann oyn D3 der Selicha N. 27. 

In den Sulat und Klageliedern, zum Theil auch in 
den OfjEtn ist ein leichterer Stil als in den Jozer und 
Reschut 

Ein älterer Kalonymos b. Jehuda lebte in der ersten 
Hälfte des 11. Jahrhunderts und ein jüngerer (mron) 
war der Oheim David's b. Kalonymos'); welchen Kai. 
b. Jehuda R. Elasar^) seinen Oheim nennt, ist mir 
unbekannt. 

Amitai b. Schefatja blühete um das Jahr 1096, dessen 
Schrecken, er erlebte. Er hat seine Compositionen als 
Vorbeter vorgetragen*). In Joier und Sulat, auch 
im Ofan N. 10 legt er der Hagada nur leichtes poeti- 
sches Gewand um. In N. 3 bedient er sich des Aus- 
drucks pü«^n. 

Jozer: 

1. ^'TDnU nrr'l&'K in siebenzeiligen Strofen und mit 7 Ka- 
dosch-Strofen; in jeder Strofe sind, ähnlich dem 
Jozer Elia's^), die ersten drei Buchstaben doppelt, der 
vierte einfach, also ««, 2D, H, T, u. s. f. 

2. ra: WD piN zu dem Abschnitt niMD yo'^l, die Strofen- 
Ausgänge sind Exod. 15, 22 — 27 und einzelne Stellen 
aus Exod. 16, 2. 11. 14. 22. 25., das Ganze ist vcr- 
sifizirte Mechilta zum Manna-Capitel. 



i2ßnn'»i n^.3 rro (»^ n. 27: j^ rro nroh nsm)- - *) ^^^^ 

^"^ Bga. 221. — ^ Hirz Treves Commentar zu 1^^. — *) p*)^ HTÜSP 

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— 167 — 

3. nnrw n^rx-DD TÄD |TT« zum Hochzeit -Sabbat, endigt 

Sulat: 

4- rhm ^^h n«*) hat 7 Strofen, die Zeile 3 Worte, endigt 

rcn Dvin '•d ^y l^o. 

5. HTl rPD Wns W *) zu N. 3, ist eine in talmudischer 
Weise dargestellte gerichtliche Verhandlung zwischen 
Mose und dem Engel Aegyptens. Eine Stelle') ist 
wörtlich so in Tobelem's N. 5. 

6. yhy\ -n» d%i^« ):b p«, worin '»nnn^ ^todd — wie 

Simeon in ^n^^^^ Neuj. — dem ^nTTH'» ^rOÜH seiner 
Selicha 'H 'H entspricht. 

7. r6te riDTlK T^ron« spricht von der Zwangstaufe jüdi- 
scher Kinder. Die Strofe hat 8 kurze Zeilen. Die 
Sulat 5, 6, 7 endigen D^Dirw Tü^. 

Ofan: 

8. D^D^DI D^b«*l« zeichnet den vollständigen Namen 
sammt pFI. 

9. ü^prw '^D3B^^e, woraus R. Tam eine Stelle anfuhrt*), hat 
akrost ^TX^ >nD«. 

10. liy n*?JD D^*YI2:i ^T) ^*) zum Wochen- oder Thorafest, 
beschreibt den Widerstand der Engel gegen Mose 
als er in die Wolken stiegt); den Reirän mitgezahlt 
in 5 sechszeiligen Strofen, endigt Dn«^^3 OTlirait ^D1 

11. yrnT\ ^tb» mit Ausgängen '»^Nl, endigt Qrmh nilTJD. 

12. nhini< DnDW wnp hat drei Strofen und endigt 

13. nnm %nSK nn« in 6 Strofen, hat 5 Engelnamen, endigt 

nibnpDa ^n1p. 

Unsicher ist, ob im römischen |nn pITS die Strofen 
n^n"» D« DI«, 101^ ^'pn und die nächstfolgenden, welche 
des J^res 1096 gedenken und pm "^ViM zeichnen. 



i) syn. Poesie S. 424 N. 6. - «) akrost. pn iTTira rDTI fVlV ppn ^TON» 
vgl. syn. Poesie S. 371. — «) OiDDilTttV "TIDn nXD»^ D'WtWDV "~ *) ^^^^^ 
ganz riobtig in Mlinek ^tH S. 3 Anm. 5. — >) vgl. den ähnlichen Reschat 
pben S. 86 N. 7. — «) s^n. Poesie S. 125 Anm. 

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— 168 — 

aoserm Verfasser gehören, da sie in dem ähnlichen 
Rituale eines griechischen Siddur ms. yermisst werdea 
Sebadja. 

1. Hochzeit- Jozer WiSnpD KtTKÜ -f?0 Dtt^ n«D« in acht 
Abtheilungen, jede zu 4 dreizeiligen Strofen; die acht 
schliessenden Kadbsch-Strofen geben akrost plH rrnoi- 
Endigt tn2 ItCN. 

2. Musaf-Keduscha für Beschneidungsfeier y»n\ D3Vlf?K 
*1122ri ^fr^, endigt *1TDTD. 

Isaac b. Samuel ist der Name eines vermuthlich französi- 
schen Peitan und vielleicht des zu Anfang des 12. Jahr- 
hunderts in Narbonne*) lebenden, welcher möglicher- 
weise mit dem Verfasser der 14 Kalendertabellen *) 
ein und derselbe ist 

1. Jozer für den zweiten Chanuoa-Sabbat, welches die 
Judit-Geschichte bearbeitet, Anfang: 

K bis 2i ist zwei-, p vier-, PitC^ sechslach. Dahinter 
bilden die Strofen akrostichisch pn ]D« 3TÜ^ •nDT pTO, 
und zwar ist das H vier-, das '^t dreifach, 'D ein-, alle 
übrigen Buchstaben zweifach da. Ausserdem zeichnet 
die Kadosch-Strofe den vollständigen Namen. Ende 
O^ÄWn ^DD raty 1IW ^. Die Sprache ist fliesaend, 
doch nicht frei von peitanischen Bildungen. 

2. Schalem für denselben Sabbat, feiert drei jüdische 
Frauen, welche Tyrannen todteten: tV nipTlJ UH'' mit dem 
Strofenreim D^, zeichnet "OPI ^WDB^ p ptH pnJT. 

~ 3. Pismon für Pesach in 8 Strofen mit dem Strofenreim 
ü^. Anfang uhy\ HTOtt^ Sd D'GDin M)T^ endigt Tr© 
D^S:i1"Tö1, zeichnet 3U0^ IDt pniT. Die letzte Strofe hebt 
an wie die vorletzte in N. 2, mit welcher der Pismon 
in der Ausdrucksweise völlig übereinstimmt. 



«) ror Gmh. 8. 73. - t) »nf . p pf^ y^ l^^ p^ ^^^-j^^ jq^jj 

151 nrnrtb ^«iw- 

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— 169 — 

4. Habdala: jra» pp m p^ S» 3«T, die ttrofitchen 
Verse, deren erste Hälfte zu dem Reim paast, endigen 
d>ttm\ Ende: üb^tTfro 'H im. Die erste Strofe 
zeichnet pTGT, die Anfänge der folgenden acht bilden 
akrost. 3tD*? "lIDt. 

5. Elia-Lied rrwi m^n xhp 'H "p, endigt rPDTin rmn, 

zeichnet 3TdS "TIDt bWDB^ p pPBP. 

Wahrscheinlich gehören diesem Isaao noch folgende 

zwei Stucke: 

6. Für den 2. Tag Pesach: *pp wh mOP, endigend pK3 
OHM 9 zeichnet pn2P. 

7. Silluk 7. Pesach, an&ngend 

rwnip rcnnn |M!t nin 
TD! rflonro ncmp 

endigend DUTJip D^ oro lött^ pTDT DTTölMD DDMt^ 
T^ finpl 3V03. Das Oanze ist reimlos, in seinem 
ersten Theile nach pTtStl mit Ringworten, wohinter 
prCP gezeichnet ist Ausserdem scheinen die je zwei- 
ten Worter der Zeilen akrostichisch hMS^ p pn^ zu 
geben. 

Die Nummern 2, 3, 6 und zwei Selicha's, die Isaac 
zum Verfasser haben sind nach V1S2 DTIM') und be- 
treffend 31t9b *lt3T in den Nummern 1, 3, 4, 5 übersehe 
man nicht, dass Mose Gekatilia das Buch ypy\ für 
R. Isaac yiah *11Dt übersetzte, wie auch, dass R. Meir 
seinen Vater Is. b. Samuel 31tO^ "IIDT zeichnet*). Die 
angegebenen Stücke sind im franzosischen Machsor, 
nur N. 2 in dem romischen. 

Jüngere gleichnamige sind: 1) Isaac aus Dompaire 
(vn), 2) der Verfasser des Gesanges fin ipB^*), 3) ein 
provenzalischer oder spanischer Ver&sser des Pismon 
nmnö ntn^y 4) der in Worms begrabene Lehrer ans 



«) «yn. Poesie 106. — «) oben S. 160 — ») Vitry 356, «nr Hüfte in cod. 
26. 



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- 170 — 

dem 13. Jahrhundert^), 5) der um das J. 1290 lebende 
Rabbiner"), 6) ein 1349 in Worms Umgekommener*). 
Isaac b. Joseph b. Isaac hat für den 7. Tag Pesach eine 
Keroba geschrieben nach der Einrichtung derer von 
Tobelem, welchem er nacheifert jedoch nicht gleich- 
kommt Folgende Theile derselben bewahrt ein fran- 
zösisches Machsor: 

1. '»nniai n^'^no "»lEins '»nnD4<. '« bis n zwiefiwh al&- 

betisch, endigt njn© nbtfiO '^tV) ttTll; auf 9 Verse, von 
denen Ps. 30, 12 der letzte, folgt der Schluss mtXf 
^üno) ni!{ '»Il'»l^n, der Tjtspn zeichnet und ^01^01 '^DatTD 
endigt. 

2. ü^yWTW "fc'» *1'^DN nipn nach pilTD, zwiefach von Tl 
bis '\ endigt r]1D D"» IDTCH "^m ^:D>D1; auf 6 Verse, 
von denen Jerem. 2, 3 der letzte, folgt der Schluss 
'•:n7i m™ "p!J 'n, der pnir zeichnet und >:nnn "I'^lOBtWDI 
endigt. In beiden Nummern befolgen die schliessenden 
Strofenverse das alfabetarische Gesetz. Die Nummer 
zur Fortsetzung des p^ttTl, von '10 bis 't<, fehlt offen- 
bar, da sowohl Tobelem als Binjamin vier Stücke vor 
^O bn haben. 

3. rpHö TOTO im y^H nach tt^TH«, die Buchstaben 
3Ö , D^ , D zwiefach, zeichnet pTW und endigt Düp 3*1p 

DHND H2b. 

4. npim nora müVt< N: Sn alfabetisch und mit durch- 
gehendem Beim, endigt npTh nny rm niJP p, akr. 
•»H'» jD« pn ^DT» p pra\ 

5. Pismon nps NDK TOIlß^ ID«, die erste vierzeilige 
Strofe schliesst der Refrän nPD jOD 'H nriKl, die fol- 
genden dreizeiligen Strofen ein Vers der '»i«1 anhebt 
Eine Strofe fiir die Buchstaben np fehlt. Letzte 

Strofe: |DD H^DP D^Ä^n^ ^^131ü3 n^ b'Tin oniiob ynr 

^n''D N2« TTOn 313 "»i«! -jra»^'?. Die beiden Nummern, 
welche bei den genannten Peitanim hier folgen, fehlen. 

6. Illustration des Gesanges in 20 Abtheilungen, in jeder 
haben die schliessenden Bibelverse gleiche Anfangs- 



«) Luria Rga. 29. — «) Meir Rothenb. Bga. Th, 3 N. 428. — ») ood. 
Opp. 1708 Q. 

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— 171 — 

Worte. Die Uebergange-Strofen bilden zwiefiEU^h akr. 

pnjP na ^0^^ *ia pnjr (dahinter vielleicht noch ^HTü). 
Die Zeilen der Abtheilungen nach der Reihefolge: 

T« und pn; pTTTD und pFI, '»PP; 0*3^« und pri; 
ytoa DTIN und "»rP; tC-D D"« und "»rP ^T» 13 pPBT ^DK 
pn; T«. 

Anfang: 

Dpr^DI 3^ TD DpW non bV2 ITTOH WT) 

DTDUt' tD TD' DTK^ DvrPD THTU yCTI 

Ende: 

3U9 "TBGD G1W ITDIt^ nSBTWv KH* ünwn HWtn IWO "TIDH UlTBT 

•njHB^ ?T03ID 

Ein SiUuk fehlt. 
Isaac b. Joseph war ein Zeitgenosse von R. Gerschom ; 
Joseph b. Isaac hiessen ein Zeitgenosse von Isaac b. 
Menachem und einige Gesetzlehrer des 12. Jahr- 
hunderts. Von unserm Dicher darf nur so yiel gesagt 
werden, dass er spätestens um 1130 — 40 geblühet 
Joseph b. Isaac, dessen Arbeiten im romanischen Machsor 
stehen, hat wahrscheinlich in Griechenland gelebt: 
Der Charakter seines Stiles entspricht der Zeit 1040 
bis 1140. Dass er zwischen 1068 und 1168 gelebt, 
folgt aus seiner Selicha rü^nn. 
1. Keroba für Esther-'Fasten in 6 Nummern, die auf den 
Vers Esther 4, 1 gebauet sind; jede Nummer ist 
6 Zeilen stark, die vierte Zeile hebt an bv HTin ^^DTlb, 
die fünfte in den ersten 5 Nummern ^^1K, die sechste 
in denselben Nummern npl2D. Die ersten 4 Num- 
mern zeichnen dreifach ^OP, die letzten 2 pTW 13. 
Anfang TWV^ 'WH ^3 H« yi> ^3T1D1, Ende yotTO mm 
DOVl zum Anschluss an das Busseritual yom b)f "»S 

m D'»3nn. 

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— 172 - 

2. Jozer för Sabbat n^lS^nS; die An&nge der pentateu- 
chischen Wochenabschnitte bilden Anfang und Schluss 
der Strofen. Je nach drei Strofen ist der Refran: 

Htt^TO V2 HTOHD D^TTID Htt/p vJTO D^^SIDn D'nm DTP 
TWO W ms rnin. Abschnitt "p^ kommt nicht vor*). 
Anfang ITOD IW pm p*«*) n^iwna, Ende *?D ^Tfi 
htntn. Hinter zwiefachem Alfabet ist prCT *Q ^DT^ ge- 
zeichnet 

Joseph b. Jacob, jedenfiills jünger als Simeon') und Meir 
b. Isaac, wird bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts 
angeführt Seine Compositionen, ursprünglich in Frank- 
reich zu Hause, verbreiteten sich theilweise bis Griechen- 
land, Kandia, Polen. Mir scheint er dem Zeitaller 
Raschids oder des Yorhergenannten Joseph anzugehören. 

Neila-Keroba^): 

1. "fmriWD m pj» >ran«, 3 Strofen 'K bis hj endigend 
OniDDH DP rW}f02 "©D^, worauf drei Verse, der IcUte 
ist Ps, 26, 8. Dahinter der Schluss Jioni yTCD, en- 
digt D^^b« 'H. 

2. rh^h H^JO) DT» n^3J», 3 Strofen TD bis 'H, endigend 11* 
nirop Htv^ rnöp, worauf drei Verse, der letzte ist 
Genes. 28, 11. Dahinter der Schluss D^ TWVp «VTH 
D7W1, endigt D^V T^l. 

3. nj6 nj» yy^2 -^^WV, 4 Strofen akr. yo^ pn apjn "13 »pr, 
endigt «in prOB^ natt^ niDD DT», wohmter zwei Verse 
nebst ■pbo'» und BTIp mw. 

Nach dem miS« WH HTW tO ^«, das der polnisde 
Ritus für Schacharit, der altdeutsche für Musa^ der 
franzosische für Mincha hat, folgt 

4. ein dreizeiliger Pismon rh^b Dil np3 KH« mit zwei 
Eadosch-Refräns (r^DD njW^ vh HTlD und njW nPB 
D^m anhebend); an dem Alfabet fehlen die Buchsti- 
ben ':i und ntsnp. Die letzte Strofe ist 

.ym^ TVf r\)xb yn\y^ ip-w ^m yrmyy nuw )ra 

Vermnthlich war dahinter auch die Namenzeichnuog* 
Ein SiUuk fehlt 



RitM S. 179. — •) 8. T. a. ^prv(. — •) TDlß^ THD« (N. 7) tot na* 
dwaeo Seder. — «) Tgl. Ritus S. 104. 

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— 173 — 

Maarib: 

5. zweiter Pesach- Abend rtboD UD^ nw D^TD»^ bh. Sämmi- 
licbe 6 Theile heben B^ an, in dem mittlem, welcher 
rybm TV pDNN rt^'h anfängt, jede Zeile; die vieiie lautet: 

es ist diess die Stelle, welche Tosafot als ans einem 
Maarib R. Meir's anführen. Ende: 31fi91 ir»nn DiW 

6. siebenter Pesach- Abend mytcnof? DW Tl jncn, der letzte 
Theil beginnt ü^yn mnö') f?rm W. 

7. Wochenfest Die Zeilen des mittleren Theiles endi- 
gen ^^D; die übrigen 5 Theile bilden eine Variation 
des Dekalogs. Anfang: TBHpD lon nrw ^DK, Ende: 

8. Bikkur DD^^^ipra un)2Jn ÜV in 5 sechszeiligen Ab- 
theilungen ; aus der dritten führen die pentateuchischen 
Tosafot*) eine Stelle an. Ende: "piD uhw 311. Wird 
in cod. B. Foa 91 Tobelem zugeschrieben. Die Num- 
mern 5 bis 8 zeichnen den vollständigen Namen, N. 5 
und 6 na, N. 7 und 8 p. 

Mose, Verfasser des rom. Sulat für Pesach '•DTJ» >ö'»^pnDN, der 
30 dreizeilige Strofen hält, zeichnet pFi ppH tWC. 
Da er auch seinen Sohn Menachem akrostichisch') 
bedenkt, so ist er vermuthlich der Vater des von Aben- 
esra') besungenen R. Menachem in Rom, der einen 
einzigen Sohn Namens Mose hatte und vielleicht iden- 
tisch mit dem R. Mose aus Rom, den Joseph Eara') 
anführt. Der Sulat variirt Cant 6, 4 bis 8, 7 und 
ist wahrscheinlich nur ein Theil eines vollständigen 
Jozer. Die letzte Strofe lautet: 

.D>3n D^D o^airw ddj; «o y^: u^yn^ na pm 

Leonte b. Abraham. Das röm. Machsor enthalt folgende 
Stücke: 



*) Ü^Chn Engel, IHK "* ^^ ^ach TIWI Gen«. 19, 9. — •) Belege s. 
njTL Poetle S. 430 Z. 6 ▼. u., Ritus S. 243. — ») »o in alten M». Die An«- 
gsben lesen vjniB oder ^X\r\B' " ^ Abschn. DpÄ ^- '^^^' "^ "^^ VTH 

nnwh -ten nan ^"P wd^ ^dw t6 nwion onD^n an lö^wi- — 

») »yn. Poesie S. 109, 371/ — •) n"D 4 S. 144. — ^ Klagelieder c. 4. Aber 
i n einer alten Handschrift fehlt die Stelle. 

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— 174 - 
L Jozer Pesach 1DJ0 n^K 1W in 43 Strofen, endigend 

Wochenfest: 

2. Jozer TOniD m "fPTinD D\"1^, in der Kadosch-Strofe 
ist der Name gezeichnet; variirt den Dekalog. 

3. Silluk ■pni'»2nbtW0 lioni^ by\ mit durchgehendem Reim, 
endigend 'J'^trjjü D'l HD '^'TDIK, Variation des Verses 
Ezod. 20, 15; ist mit dem vollständigen Namen ge- 
zeichnet. 

4. Ofan n^:^)H ÜT^ vh rrOD in 4 Strofen, endigt nOHO 

5. Sulat D^D ):hyün wn nnt<, variirt in 22 dreizeiligen 
Strofen das Gebet D^JPI HD«, schliessend nn]j; Tip 

Die Nummern 4 und 5 haben pTH ^&9^1^<^S, letztere 
auch yüH), 

Ausser unserm Dichter sind dieses Namens bekannt: 
2) Leontin oder Leonte um A. 1000; 3) Leontin, mit 
R. Elieser in Mainz verschwägert; 4) Leontin, mit 
Ephraim aus Bonn verwandt; 5) der Selicha- Verfasser 
Leonte b. Mose; 6) Leontin aus Mühlhausen, ein 
Schreiber*). 
Jehuda b. Binjamin. 

Sulat für Sabbat Schekalim hebt an mW Hl^yN 
•»iryiS TTh und endigt ^njni^ "»H^N. Nach Ausdrücken 
wie nniOD, ^, VIS^Ü, D^^DID'^T zu schliessen, gehört der 
Verfasser der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts an. 
Irrthümlich führt de Rossi (cod. 959 Katalog p. 25) 
zwei Selicha's unter diesem Namen auf. 
Binjamin, ein Peitan ungewissen Zeitalters, dessen alter 
thümliche Compositionen in handschriftlichen franzo- 
sischen und romischen Machsor angetroffen werden. 
Die Nummern 1 bis 3, neben den Stücken von Mose 
und Leonte befindlich, sind vermuthlich nur Theile 
eines vollständigen Piutcyklus für Pesach. 



1) N. 3 und 6 sind bereits in meinen Namen der Juden (1837) S. 58 
angeführt; letzterer auch zur Gesch 8. 208. 



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- 175 — 

1. ^xh "hff ^"D, eine Geula, endigend nitnn mnj^ I^HI, 
hat 3 zehnzeilige Strofen. 

2. 'nn nna, worin es heisst: ^y^ ps^y ntOI nü»D, ferner 
Unyn< pKD Sra raiCV, hat 3 neunzeilige Strofen. 

Ende: urhyjf njmm. 

3. Ein 01^ nry ') für den 7. Tag des Festes, in U Stro- 
fen, der strofLsche Vers endigt üb^* Nach Beendi- 
gung des Alfabets ist ]Di< pin p^i3 gezeichnet. An- 
fang ms^W jn: D"»:!»« I^n^. Ende: 01W ^ D«P1. 

4. Jozer des Sabbat Hachodesch NB^31 DI ^N P|pn n^a» 
in 23 Strofen, endigt 'H 7»l&*yD IDn HD 1DW1. Den 
Namen zeichnet die Kadosch-Strofe. 

Mose b. Schabtai. 

1. Mikamocha für den zweiten Tag Pesach; die strofi- 
schen Verse endigen UHSO und die Anfange geben 
akrost. pN p«< rrWü ^Tl'» IVT^ "»raiT p 7W0, 

Die ersten beiden Strofen lauten: 

jv pon rODD ^ 1- 

rpKnm w py 
• DnißDs mbrn nny 

nmy on pTO^ nK^ «• 
nDKiD tea 3in top 

Dia« HT K'W G^XDtta 
Die letzten beiden: 

rat; nw bjn oni^^: ^d:d ^y ow: onnaa DN'^inn nwi 

Ttoi nwsn ya^ND d:d nreo ni^m: nicny rwn: ^dn 
.D'^'TiflD pw im^y DVD niinii n1^n jyi^a 

Hat Ausdrücke wie y:, jrüi, nmn, o: und 1D3. 

2. Neujahrs -Hymnus n^yo KDH ^3^^D, 9 Zeilen, jede 
bipD endigend, Refrän: Y^D 'n u. s. w. Die letzte 
Zeile lautet: D^ ^te^ 'H bip2 CTtOip nnüS pB^ tOSB' 



Belege: tyn. Poesie S. 393, 399, 426. 

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— 176 — 

lyi. Die Anfänge der ersten 8 Zeilen geben VP2 TWt] 
nOM' ist wohl >ratt^. 

3, rmn WtlD T^n^O? welches tCKD blflD TW Hl kSh en- 
digt, ist durch folgende Zeilen mit dem BHlp TV 
verbunden: 

Das Ganze gibt akrost pW pm ^DB' Tip Htt^; "Up 
dürfte zu '^ jfiOp ergänzt werden. 

4. Sabbatlied WXi^ \tn\ li^ blDH«, endigt |ntO HCl 
rr6ja^. Das Akrostichon ist rho tt^fcO p HBÜ ^S«- 
Den Titel n^D IW1 hatten Elasar»), Chefez (bei Abnl- 
walid), Chasdai in Granada'), Schabtai in Rom; i^ 
letzterer gemeint, so lebte der Verfasser in Baschi's Zeit. 
Die Identität für alle Nummern ist nicht zu erwei- 
sen; N. 1 ist in Corfu, N. 2 in Aragon, N. 3 nnd4 
sind in französischen Gemeinden, N. 4 bereits iid 
13. Jahrhundert, üblich gewesen. 

Elieser b. Simson, um das Jahr 1133 Rabbiner in Eöb, 
bei Elieser b. Natan*), Isaac aus Wien*), Mordechai*) 
und sonst') genannt. 

1. Mw^rib Hüttenfest P]''D«n Tl nebst Zuthat mw^ rCCT» 
in 7 sechszeiligen Strofen. 

2. «ÄD'VI TD «ÄDÜlino "DW, Haftara-Reschut in 32 «^ 
reimenden Strofen, von der Schopfting bis zur Offen- 
barung am Sinai beschreibend, endigt DOD^ JUnsp HTiGK 

Beide Nummern zeichnen den vollständigen Namen. 
Elasar. 

1. Das oben*) erwähnte Wochenfest- Jozer "»Ä^TpH D^ 
yyijß in dreizeiligen Strofen, deren Schlüsse die Veise 
>:^ 'n u. s. w. und 11« mim (Spr. 8, 22 etc. 6, 23) 
bilden, endigt BTlp tOn übl^n "«rf? DI und zeichnet 
Elasar in der ersten Eadosch-Strofe"). 

i) oben S. 120 Anm. 2. — «) Ritoi 190. — ») Dnnaach >3^ njn Z. 20. - 

^ ö'tn »d, isd. - ») f i<, rat^ § 45. - •) n"n Anf., ntairo «• ^f ivrp 

c- 2, niJTDB^ c, 4. — ») ^ V^ pTH 66. Jaohasin 132 b. ood. Rossi 127i 
Meir Bothcnb. Rga. f. 112. — «) S. 34 und 60. — •) HK] Q^y nifcTDyj^ 

KTip D^n -iDWD nnni on o^ii pw t^: hd- 

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— 177 — 

2. Pismon I^DD pDD ÖWDI 1K13D p DTO 1K1'" K^ ^0, 
die alfabetischen Strofen beginnen mit ^yD HZ*H *px, 
gehört zu Schacharit des Neujahrfestes und ist wie 
es in der Handschrift heisst, an die Stelle yon [Bin- 
jamin's] nDDI, von R. Elasar verfasst *), worunter Kalir 
nicht gemeint zu sein scheint. 
Jekutiel b. Joseph. 

1. Maarib 7. Pesach ]01N jnZH^. Die abwechselnden Re- 
fräns des mittlem Stückes sind ÜHIIO HD!) und HDS 

2. fcn3'»ai iCn NS'pn Nr6« aramäischer Piut für die Lection 
des 7. Pesach, die dem Targum Exod. 13, 22 vor- 
ausgeht, schliesst daher Ninn «J3jn iCmy ^ t6 
121 3*^nD"D. Ist alfabetisch mit stetigem Reim lO und 
hat akr. Knn^Q yüt^ pFI ^ÜV ^2 bN^mp\ Die Meldung 
spaterer Commentatoren'), dass die Namen der Erz- 
väter, in die Gruppen ^t<, J«2, pPTl, 2pO vertheilt, 
auf den vier Fahnen des israelitischen Heerlagers an- 
gebracht waren, findet sich bereits bei unserm Dichter 
in den dem Alfabet folgenden Zeilen'). 

Ein Joseph b. Jekutiel ist unter den A. 1096 in 
Worms Umgekommenen. Der im handschriftlichen 
Commentar^) genannte Jekutiel ist kein Dichter und 
heisst in Parallelstellen Natanel. 

Saadia b. Nachmeni. 

Maarib -Zuthat für Hüttenfest rhu üb^ HDO*) in 10 
sechszeiligen Strofen, erhoffi; Jerusalems Sieg über Rom. 
Endigt DI^KO W n« 7D> Tl. 

Saadia. 

Keduscha inm2D P«! )tnp lim üyrhi< in 8 Zeilen 
für Neumonds-Sabbat, endigend T)3t^ noi linrü li'Tn 
TTOtta hat in cod. Rossi 1274 die Ueberschrifl: Tmn 
rW3 TXnsfD )y*y^. Ein deutscher Schreiber vom Jahre 



•) roon DipD2 iiy^N 'n nn td'» m\^ n\ (Mittheiinng Lnzzatto^ vom 

Januar 1839). — «) Chaskimi nnd Ziuni (-QTöD), DW "HÖH ("|nbyrO)i 
Commentar ms. zu Saclior in cod. Roflsi 655, Buch n{<^^ ^- ^'^^ ^^^ daraus 
bei Jalkut Renbeni (131 b) und ^^ TTütt^ ^^ TWO 3^- "~ *) V^^ "^p HW 
fcTQTDS T\nhy^ »• «• ^- — *) ^^^ Gesch. S. 90 und 100. qiw «^^n 62a. 
— ») das Akrostichon (syn. Poesie S. 371) lautet noch r^T imiDDI hSd |D« 

Zass Lltentnrgeseh. der stb. Poetie. 12 

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— 178 — 

1449 ist für solche Dinge keine Autorität, jedoch 
dürfte das Stück alter als das übliche von Jehuda, 
and ein Saadia, vielleicht der eben genannte oder der 
um 1130 lebende Commentator, welchen ich für einen 
Schüler Elasar's b. Meschullam') halte, der Ver- 
fasser sein. 



VIL KAPITEL. 
Spanier (J. 1000—1140). 

Gleichzeitig mit dem der franzosischen ist der Anfang der 
spanischen Synagogalpoesie. Ihre Gründer mit den Arbeiten 
Kalir's, Jannai^ Saadia's bekannt, folgten zwar altern Mustern : 
allein die Bildung war eine andere und bereits um die Mitte 
des eilften Jahrhunderts GabiroPs Poesie kaum noch der eines 
Peitan ähnlich; mit dem letzten jener Epoche, mit Abenesra, 
schliesst die Zeit der altspanischen Dichter ab. 

Joseph b. Isaac, genannt b. DX^^lfi^ ihn Abitur, ist 
der älteste andalusische Synagogendichter von Bedeutung, 
der die Sprache mit dichterischer, wenngleich noch roher, 
Kraft in seinen stark gereimten Silluk in gewaltsamen Wort- 
bildungen behandelt. Ausser seinem Maamad des Sühnfestes 
hat er für die drei Feste, den Neujahrstag, forner eine Ho- 
schana-Ordnung, poetische Nischmat für Festtage und Sabbate, 
und Selicha's für die Bussezeit gedichtet. Zu dem Maamad 
dürfte noch gehören: 

Hymnus*) Hlt^D 1^2^« U^Ü^n vierfach alfabetisch, jede 
Strofe hebt C'Dl^n an und schliesst 'H, eine Himmelsbeschrei- 
bung nach Elieser-Baraita und Hechalot, reicht aber nur 
bis Strofe 6, worauf noch eine Strofe yit<n\ ü^^n mit vier- 
fachem 1, welches ich als das Vav in P)01^ betrachte. Bau 
und alterthümliche Sprache, so wie die Namen Achtariel und 
Adiriron sichern diesem Stücke, das vermuthlich dem Scha- 
charit einverleibt war, den peitanischen Ursprung und von 



M ühWü ira"1 p "in^fi< "1 m diso niO \m^t TD (cod. München 5 
CommentAr der Chronik). — «) Vgl. N, 1 und 8 (Ritas S. 106 nnd 107). 

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- 179 — 

allen bekannteii Dichtem passen nur Abitur und Gabirol zu 
Urhebern. Seine poetischen Introductionen zu Nischmat und 
TJ^ hn sind die ältesten dieser Gattung. Wahrscheinlich ist 
er der Verfasser von 

41. Jozer Neujahr pyo irfflDI "IB'X n^D^, dessen Strofen 
*]bD anheben, jedoch sind nur die Strofen 'X bis 'n und 
h vorhanden. Die Kadosch-Strofe lautet: 

.BTip ''::m '»b« n:s) ^ä)1 nn« nno '»^^y Ktn tit 

42. •pn^b ^n^a dt», eine Variation des 121. Psalms in 
8 Strofen, von denen aber die 6. und 7. im Ms. fehlen. 
Endigt obiy *Un nnpD. Gleich zu Anfang ist ^DV ge- 
zeichnet. 

Vielleicht gehören ihm auch: 

43. Die Variation des 122. Psalms "jb^nb ^tW^i DV, von 
der jedoch nur die ersten 7 Strofen (bis Buchstabe 'S) 
mit ■y^f^lOD'liO m^tS^ aufhörend, vorhanden sind. Ver- 
mutfalich folgten für die noch übrigen zwei Verse zwei 
Strofen, eine VittDpy eine ^DX* zeichnend. 

44. 13? TVD nyi, welches den Vers 2 in Ps. 123 variirt, 
so dass jede Strofe ^y^ nyi beginnt. Der Refran lautet: 

.ran n^^anoD liarric^ ny roh d\"6k bx xx^yy p 

Die drei Nummern 42 bis 44 befinden sich im 
Machsor Fas dicht hintereinander; in der ersten kommt 
vor: tt h, D^SBlü*)? l^llt^OH ^1313 ähnlich dem r]^n 
TWü in N. 41; in der dritten D^DHö, was bekanntlich 
an Abitur getadelt worden ist. 

' zwei Sulat für Hüttenfest, 8 Strofen 
stark, in den Schlussstrofen ist ^DV 
gezeichnet; die strofischen Verse des 
zweiten Sulat sind dem Segen Salomo's 
(1. Kon. 8, 54—59) entnommen. Der 
erste endigt D^iyD KIH nn«, der zweite 

nxi by rrw. 

Aus den Compositionen seiner, wie es scheint, voU- 
standigerhaltenenHoschana-Ordnung erhellt, dass bereits 
zu seinerzeit derHoschana-Tag als Ergänzung desSühn- 



45. DTjnna d^^^idn 

46. fan nya w 



*) Ritas TOD Avignon. — <) Rltns S. 341. 

12* 

d by 'Lroogle 



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— 180 — 

tages angesehen wurde'). Seine dahin gehörigen Stücke 
zerfallen in 6 EJassen: 1) alfabetische mit durchge- 
hendem Reim, nach dem Vorbilde von jnBHDn jTW 
(Kalir) und HOVH roy (Saadia); 2) anfangend D« |J»b, 
ähnlich dem ]n^K jj^b; 3) anfangend H^, gleichwie 
]t\H NÄ< oder in« ^« W«; 4) mit njnsnnD beginnnend, 
gleich D^bx pyißnnD; 5) auf Bibelverse gebaute zwei- 
zeilige, nach dem Muster von "p^icn ^i«; 6) Schluss- 
gebete am Hoschana-Tage, nach Art des "^yy^ IX. 
Erste Klasse: 

1. ly nüy y^ON« -TüNN, Reim nj, endigt HFIXI nDTttO. 

2. "ly: nain«, Reim n«^, endigt nmai '»i'tdd nn«n Tnm. 

3. ^Ä PN Dm n^n«, Reim dt;, endigt D'»jnW^ttti1 DT02^- 

4. -pDK' mjn: HDV«, Reim n^J, endigt nioii D'»najQ. 

5. bip Dnw 'n D%nb« ^N, Reim HN, endigt DnjTItt'n \9 pT 

6. nan D^KTtp TIDD pW ^X, Reim HD, endigt DD? DDpi 

7. jnK^ -]21lDa piN D^n^N, Reim HD, endigt PTODD niriTDI 

8. n^rii HDI'»« yo« DMb«, Reim n^, endigt n^Din in PDD. 

9. nawn hidd pnsn '»^x, Reim ra, endigt ranp ora. 

10. rairi'' now din \^dn, Reim n?, endigt rairp I^TN %Tn. 

11. D^n'pD «^^Bob ni^m ^llJeiJN, Reim D^I55, endigt njQB^ Dy 

D'^xnri. 

12. run« ^£1102 D^T^N TV nx, Reim rg, endigt »"üjn 'H "|Dlß^3. 

Sämmtliche Stücke dieser Klasse sind voll von Schil- 
derungen des Druckes und des unglücklichen Zustan- 
des und bitten um Erlösung. Die Nummern 3, 4, 5, 

11 sind zwiefach alfabetisch, vielleicht auch N. 7*); 
in N, 12 ist 'H sechsfach. Die Nummern 2, 4, 6 zeich- 
nen den vollständigen Namen, N. 2 und 6 noch pTTI, 
N. 4 noch ]D«; N. 1, 7, 8, 10, 11 zeichnen ^ÜV; N. 3 
hat nur plPI pp, N. 5 nur pTH; den Nummern 9 und 

12 fehlt auch dieses. Die Identität des Verfassers folgt 



1) vgl. dM. S. 94 und die Hoscbsna's N. 5 and 6. — *) die Bachstaben 
niyyDÜI «ii^d im Machsor Algier doppelt In N. 8 sind nnr »^ '3 doppelt 



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— 181 — 

aus der gleichartigen Sprache und aus Abitur eigen- 
thumlichen Ausdrücken; dazu gehören namentlich ma^ 

(N. 9), nnnin (N. 3, ii, 12), d^dsiö (N. 3, 6); inmb« 

mn'^K (N. 5) ist ähnlich dem DTI^ö ^rwh^ (N. 4) 
und mrrn (N. 6); TTTl^ ist in N. 3, 6, 8, 10; rojü \^D3 
in N. 6 und 10; rD\r» Dn3 in N. 6 und 9; mit jn3 

ra^n (N. 9) vgl. ratsriD nS» (N. lO), mit '»roy nipy 

n^y (N. 1) vgl. n^iiTy |^n (N. 2), n^tc^^n ist in N. 4, 
6, piüD K3 Krn in N. 5, 12, tro^ und mj» in N. 1, 5, 
lbS-|« in N. 1 und 11. Mit rh)h)it< (N. 3) vgl. h^}iH 

(N. 11), mit n'^sDD -fp-u (N. 2, 4) -jn^nn msob (5) 

und ^n^nn nnnoi (3), TWÜ\y\ nüpIB^-istin N. 2 und 7^ 
D1^ ^2 nD*?3 n«D in N. 8 und 10; DW 2pj; in 4 und 
10 ist in gleicher Satzverbindung dem IT ^l^n in N. 7 
parallel; ro «''315^ haben N. 4, 8 und Nischmat 94. 

Gleiche kritische Erwägungen sprechen dafür, auch 
folgende Stücke Abitur zuzuweisen: 

13. DI« yot< U^rh^y Reim rg, endigt TODOD rao2. 

14. niK3i{n >nb« bx, Reim D^3, endigt D'^D^H lOpüZ. 

In N. 13 kommt DV ^M PID'TD HNDD, JTin^, in N. 14 
TO K'^ai^, in beiden "jimi n^llTj; vor; in beiden ist Aus- 
druck und Gedankengang durchaus den vorgenannten 
Nummern gleich und die Stücke selber befinden sich 
im sizilischen und im Avignoner Ritus, der fast nur 
der Ordnung Abitur^s folgt Von diesen Stücken ist 
die N. 6 für den ersten Tag des Festes, die Num- 
mern 4 und 7, die einander gleiche Stellen haben, für 
den Zwischensabbat, beschreiben daher die Sabbatfeier 
und die Einrichtung der Hütte; die dem Hoschana- 
Tag bestimmten Nummern 5 und 9 bitten um frucht- 
bares Jahr. 
Zweite Klasse: 

15. py) yn nts^x 3« p»b, endigt üh^'yy2 ntan n:t86, 

fünfzeilig [aaabb], die vierte Zeile beginnt riDJQ. 

16. DntS'D ^M<0 yW 3« ]!Khj alfabetisch, mit strofischen 
Versen in welchen yann oder liy vorkommt; endigt 
tO nmnm. N. 15 zeichnet p^n ^DT» '»:«, N. 16, welche 
der zehn Märtyrer erwähnt, ^W. 

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— 182 — 
Dritte Klasse: 

17. mm nn^ rhyr\ d^:id« tot«, endigt n« Dvft« rrs 

18. ^jns^ jo r»n ^rsic^ ora tOK, endigt rem dtq divi. 

19. '»:i^nn nin'» x:«, endigt '»jb^ ora orn. 

20. nniD^ TD^ «3«, endigt nr»V ü^ DW. 

21. ^b anjr «3«, endigt TT^n Dra om. 

22. '»»npi niiT^ tO«, endigt '»r^cn DVD DVH. 

23. '»snpD ntr» WX, endigt '»l&tß^ cra DW. 

24. to oy nr» to«'), endigt ^2v; Dra 1^S"U. 

Die Nummern 17 bis 23 zeichnen fpP, 18 bis 23 
hat jede 2 Strofen [aaabcccb], N. 24 für den Hoschana- 
Tag hat deren 6, jede hebt X3N an. Nur die letztere 
Nummer hat akrost den vollständigen Namen. 
Vierte Klasse: 

25. iwn ^'•ri'» '3. 26. ciß^i ^y^ o. 27. rfc onn^ ':. 
28. mtc'D i^p"^ o. 29. pbo ^inp^ 'S. 30. an« n^^ o. 
31. onro^töv 'D'). 32. ppD onn^ o. 

Diese alle sind denen der zweiten Klasse ähnlich 
gebauet, sämmtlich ^OP gezeichnet (zwiefach in N. 31 
für Sabbat); N. 32 für den Hoschana-Tag ist noch 
einmal so stark als die übrigen und stimmt in den 
ersten drei Halbzeilen mit der N. 27. Nicht ganz 
sicher ist onwO mvi^ O, das bald prCP, bald ^P ge- 
zeichnet ist. 
Fünfte Klasse: 

33. nnro ^'?D "W^ ]m mit Strofenversen, worin yoW, 
endigt ''S ^not6. 

34. rw jn^ irms b«, der strofische Vers hebt 71 an, das 
nächste Wort ist nach TX, endigt "priD ^^310. 

35. ym^H nnx "h^ DM^X, mit Strofenversen worin nu?, 
endigt )TCr\y\. 

36. >Tj;iD3 ^rht< ^:>n:t<, auch die Strofenverse nach T«, 
endigt ^IS'S: nVD bx. 

37. ^SUX ^1^ n&^, zum Schlüsse am Hoschana-Tage, an 
ein 2T0D anschliessend. 



») eyn. Poesie S. 74. — «) das. S. 75 N. 2. 



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— 183 — 

Die N. 33, 35, 36 zeichnen P)DT», 34 hat pin ^or, 
37 rp fpv, vermuthlich der Rest von p[ra^ 13] 

[pp]n. 

Vielleicht gehört Abitnr auch D^irmo "filüS« im 
Ritus Carpentras, gezeichnet püS^ ^3K, so dass die 
Strofen für ^01^ *13 übergangen seien. 
Sechste Klasse: 

38. Dien yWH «: ^«, zweizeilig, endigt mpT >3'ü ^D "pai 

39. yp bv n\ DT» «i S«, dreizeilig, yariirt Ps. 80, 9, 10, 
12, 15, 16, endigt 1^ nnHC«. 

[86] 40. «ni:i Dm Uip 2\in\ dreizeilig, die dritte Zeile beginnt 
stets rO&^ KTiD 11 rutsn, wohinter nach alfabettscher 
Folge ein segenreiches Wort (mW , nD*Q u. s. f.) folgt. 
N. 38 zeichnet pniT 12 ^T» ^:tt, N. 39 ppn ^OV, 
N. 40, wovon nur 6 Strofen sich erhalten, zeichnet 
parallel mit 'X bis r\: jCpn «pr, hatte also wahrschein- 
lich mit den übrigen 14 Buchstaben ('10 bis Vi) noch 
*nn'»2W p pnST *a. Vielleicht gehören unserm Dichter 
auch die oben (S. 80 u. f.) unter den anonymen ver- 
zeichneten Nummern 3, 13, 16, 18, 2}. 

Nischmat Pesach: 

87. |3y3 nriDD pno nbv 

88. ronn b^SWOI nw n^% mit Mittelreim, hat ^10 im Strofen- 
verse; 5 Strofen stark, scheint unvollständig. 

89. nriD üblTD 'py b^rittn, es scheinen von den 6 nur 
3 Strofen Joseph anzugehören; die 6. Strofe hebt n^jnt 

oniTsn ]i<an an. 

90. rOW QW nn«l5^ loy bxnr» in ll Strofen. 
7. Tag: 

91. Tjnnö -jbbnb "py ^^nK^r, die letzte (5.) Strofe beginnt 

92. lonro DJJB'i*? yyf^ 'ptn, die 5. Strofe hebt DW2« 
D^TOö an. 

Wochenfest: 

93. Dn >pn3!DD F]^D pir». Strofe 2 hebt n'ntß^ nbw PO 

■nSD, Strofe 6 JTOn'? ahmyi an. So in Handschriften; 
stark abweicht das Machsor Algier, wo 7 Strofen und 
die letzte 113 ^poyüO D''«nip anhebt. 

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— 184 — 

Hüttenfest. 

94. DVy\nT\ DD ü^)po Ü^TT, 6 Strofen deren letzte om® 
i:n'' aus N. 90 ist. 

95. DDlpl Ü2D^*2 D^3KD DDITIS 5 Strofen, in den ersten 
4 ist HDD oder ^yo im Strofen verse; die letzte b^nnt 

TODS cnoirn. 

96. in:'«:n '•D'» nysi^ Xnnn pntr», ll Strofen, von denen 1, 2, 
3, 7, 8, 9 rOD oder "{rD ,im Strofenverse haben. Die 
letzte beginnt y)T) '»bjnD. 

97. Dy\V pn nnr» b^nir» für den Zwischensabbat, 5 Stro- 
fen, die fünfte beginnt D^2ttO D^JIPD ttHp JTIT pbPI '3. 

Sühntag: 

3, *) TlbbrP oblD btnr» in 14 Strofen. 
Chanuca: 

98. tw> ünh yttrh) ^nn p'»ir» pnit«. 

Nachmu: 

99. nD!JD by D^iri'», 8 Strofen. 
Zwischensabbat: 

100. nmo üv onsni d^tt, lo Strofen, endigt ^DD -pb« '^nriBr 

Hochzeit: 

101. -fptr Dnir», 7 Strofen. Die Strofen sind dreizeilig, die 
Namenzeichnung 3- bis 4 fach. 

Die Nummern 90, 96, 100 haben im dreifiichen 
Akrostichon den vollständigen Namen, N. 3 zeichnet 
''Tl«D ppn rpy> (^aus Merida*), N. 101 p[n ppn fpr, 
die Buchstaben IH p fehlen. N. 92 hat ND rp\ Im 
Namen fehlt die Strofe '1, 'D zeigt, dass pTVl'> *13 folgte; 
die Schlussstrofe D'i^VlDX mag einem andern Nischmat 
entlehnt sein. N. 93 zeichnet gleicherweise HD *pr. 
In dem Machsor Algier sind den 3 Strofen ^D^ 4 
fremde hinzugefügt. N. 97, 98, 99 haben pn ^D^, 
N. 87, 91, 94, 95 fpV; N. 88 ^DW; N. 89 ist zwei- 
felhaft, hat nur p "i. In den Nummern, 3, 88, 90, 91, 
93, 94, 95, 97, 98 hebt die zweite Strofe nni an; ver- 
muthlich ist die' Nischmat-Strofe 1T)DD ÜV fTTH einem 
Nischmat Abitur's entlehnt, da ein gleiches mit der 
ersten Strofe der N. 99 geschehen. 



i) Ritas S. 107. 

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— 185 — 

Mit DTl''D '»T© (94) vergleiche man 3'»^« '»TID (25), 

rtD^Do 'T® (90), m D» ^TiD (32), QrmD rat^: (90, 9i, 

92). Möglich, dass in dem Nischmat miCDn T\ ^xm, 
das akrost 4&ch DD^eTi gibt, drei Autoren sich theilen 
müssen und auf Abitur die Strofe ÜTHO DTID TOlC^i 
kommt. Zweifelhaft ob von Abitur sind folgende in 
einem Ms. Luzz. befindliche Nischmat für Passah- 
fest: Kintn bintr -py am Sabbat, akr. —DI'»; D'^TT 
Dnbw, hinter pFI ^V folgen noch 2 Strofen ('»^). Mit 
Ausnahme der Nummern 93 und 101, erstere im 
französischen, letztere im deutschen Ritus, und der 
Nummer 90, die in einem alten griechischen Machsor 
Torhanden, gehören die übrigen Nischmat den pro- 
▼enzalischen , catalonischen und afrikanischen Ge- 
meinden an. 

Für Passah- und Wochenfest enthalten alte Hand- 
schriften noch folgende Compositionen: 
Pesach: 

102. Sulat rü^tn'h nbiß^D i:y k^n u^rv yvm niii nwo ^iarw 
anh, endigend iPDt^ T« D^n» mrrh inteb ip: ncni 

103. Keroba des Zwischensabbats: 

a) Magen mjn "^nbvh mow nebstKerudsch non ni5i noiß^ oSipS . 

b) Mechaje C^DIDi nmjn D'»D'^1D r^i^D nebst Kerudsch TinS'» 

c) Meschalesch tDli mX^PB DTpD mDlK, mit stetigem Reim m. 

d) Silluk irUH 7«^D '»»'» Tjn D^lj;^ mit 12 Sätzen die Hoff- 

nung wiederholend, dass es Edom wie Aegypten er- 
gehen werde. Schlusssatz: 

Dntnp jni ntny nwbw 
u^itnpn tnp n'^M Tnbnn ijn^^i 
D'tnnD VT» ^K non bvbb 

onnpnon d'»3di«i d^-tbo 
WvttiD nBnnp BnTBQ 



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— 186 — 

Wochenfest 

104. Jozer b«1K ^t)h lp)rht< ly DK, womit Hoschana N. 12 
zu vergleichen. 

105. Jozer -jbnp^ yTIpD H'^TS HH«, endigt "f? |n3 niCV. 

106. Sulat D%n'?« 'n nni2aa «2« in 9 Strofen, die Haf- 
tara aus Habacuc variirend und daher TtT3'^:ü3 nsUC^ 
schliessend. 

Den vollständigen Namen zeichnen N. 102 und 103 
im Kerudsch, letztere y^ vor dem Namen; PpT» N. 103 
Silluk, 104 und 105, letztere viermal. Die N. 106 
verrath der Stil und der Ausdruck nS)6a« in\-6«. 
Vermuthlich gehört Abitur auch ein Silluk des Hüt- 
tenfestes 2b nctr» 'HD rimp ]^M, der hagadiscb gehalten 

'DI tnp) airoD ra^o b bv tnvi) endigt. 

Von seinen Selicba^s sind uns wohl nur drei erhalten: 
1) die Rehuta nrül 'ü D«*), die man Hai zugeschrieben, viel- 
leicht weil dieser Name sich aus den vier Sclusszeilen heraus- 
finden lassen*); 2) HHC^J lÜV, die ^01^ gezeichnet ist und in 
welcher die Gegenüberstellung von rv\ff^ und trhy wie in N. 1 
und 3 vorkommt, 3) jxh Dljr'). 

Demnach würde die Zahl der Poesien, die uns von Abi- 
tur geblieben, selbst mehrere zweifelhafte ungerechnet, sich 
auf mehr als hundert belaufen. Palquera zahlt ihn unter den 
neun grossen spanischen Synagogal-Dichtern. In der Tbat hat 
er geraume Zeit den dortigen Gemeinden genügt; erst ein 
halbes Jahrhundert später wurde ein zweiter Maamad verfiisst, 
und die Hoschana - Ordnung fand erst nach einem ganzen 
Jahrhundert eine Nachfolge. Von Abitur's Zeit bis 1040 wer- 
den uns kaum zwei Namen genannt: die Vidui Nissim's, 
in welcher das variirte 1^t^N vielleicht jüngere Zuthat ist, und 
Samuel hanagid's Psalmen (D'^S'Dp) können kaum zur syna- 
gogalen Poesie gezählt werden; möglich, dass unter den mit 
dem Namen Samuel^) versehenen spanischen Poesien einige 
dem Na^id zuzuschreiben, etwa das Nischmat nsiTtC^, in wel- 
chem hb h*) die Epoche um das Jahr 1000 verrath. 



«) syn. Poesie S. 431. — •) Dukes in ppcf» inyQ N. 25 S. 86. — •) syn. 
Poesie S. 220, Ritns S. 144. — *) Rapoport (n'D 4, 33) schreibt dem 
Kagid einige Stücke zn, über welche die Untersuchung noch beTorsteht — 
B) Ritus. S 241. 



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— 187 — 

Um 1020—1030 blühete der Dichter und Grammatiker 
Isaac b. Levi ihn Saul aus Lucena, der Zeitgenosse von 
Isaac Gekatilia und Isaac Chalfun ^). Die Handschriften nen- 
nen ihn als den Verfasser der metrischen Bakascha bt^ ^rbn 
^Jj^nn, welche an Gehalt und Ausdruck die vielleicht ältere 
"hy yü\t^ überragt. Wie das Akrostichon*) bezeugt, gehört 
ihm auch die Ermahnung VTCn'n TT» 1«^"» Tm ms^ b^n. 

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass einige anonyme Stücke') 
aus den Ordnungen für den Sühntag, z. B. 'pniD'^ n^^^HN; 
JtDNOnra; 11X3 bn ton und anderes*) Dichtem jener Zeit angehört 

Isaac Gekatilia, der von Mose b. Esra und anderen 
angeführte Dichter und Grammatiker') hat nach dem Zeugniss 
von Isaac Petit b. Mordechai') Asharot zum Wochenfeste 
verfasst 

MitSalomoGabirol b. J eh u da, dem Grammatiker, Philo- 
sophen und Dichter, erreichte die gottesdienstliche Poesie der spa- 
nisch-arabischen Juden ihre Vollendung: die peitanische Sprach- 
weise machte der Verskunst und dem klassischen Stile Platz, 
andere Bilder und Betrachtungen füllten die Gedichte aus. 
Nur in Keroba, Silluk und dem Thaugebet werden wir bei Ga- 
birol hie und da an Kalir oder Abitur erinnert. Seine Poesie 
umweht ein Hauch von Schwermuth, selbst die Freude wird bei 
ihm zur Sehnsucht nach dem Höchsten. Zu seinen Compo- 
sitionen gehören ausser dem Maamad des Sühnfestes und damit 
zusammenhangenden Ermahnungen und Bussgebeten, Arbei- 
ten für die drei Feste, für Purim, Chanuca, den neunten Ab 
und andere Fasttage; er verschönerte den Dienst der Syna- 
goge durch Ahaba, Mikamocba, Geula und durch liebliche 
kleinere Gedichte, die das Frühgebet eröffnen und schliessen, 
es sind diess folgende'): 



*) Mose b. Esra m«. t 31a (wo nur ^riWSf "TD p> nicht tr^KpO p 
— ^ wie Jocbasin ed. London 8. 229 bat — dem Namen hinzugefügt ist), 
rornn S. 122. vgl. Mank Abulwalid p. 7S, 70, Dukes UVnp bn 8- ^• 
- V "^^ühn b\i^ 10 p^'^ pniP W- -- •) »»*«« S. ne. Vgl. oben 
8. 66. — <) THDINI um nb jrpVl yyi) »^i» «Jn«r Kednscha führt ibn 
Balam an (Dukes rUD^l^ nn^ S. SS). — ») Q^np bfO S- 9- — ') C«*™" 
mentar ms. zu Gabirols Asharot. — ?) über N. 1 bis 11 Tgl. meinen Ritus 
Ton ATignon (Zeit d. Judenth. 1839 S. 479); 13 Nummern (N. 1 bis 5, 8, 11, 
14, 16, 17, 19, 23, 26) hat die Sammlung Cstpl. 1545. Die Nummern 4, 8» 

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— 188 — 

1. dny pnx nj»B^ (Vitry). 

2. 2"^^ ntS'K VTßf (Harl. 5583, roman. Machsor). 

3. ^B^ i:n CHB^ (Avignon, Carpentras, Algier, Corfu, roman.). 

4. i:iD3 "IB^N Tyiß' (Ms, Kopenhagen, epan. zum Thorafest; 
Cochin, Avignon). 

5. n^ nrw (Harl. 5583, Dyu '»no« 67 b). 

6. rvra^v:^^ ^hn^ (Tonn TTD Tb. 2 f. 2U, Ms. Tetuan Luzz). 

7. nitOö '»^j; 3D1K^ (cod. Lips. 25). 

8. "»nn 1^ ah^* (Ms. Kopenb. Pesach, span. Thorafe$t, 
Avign. Pesach und Hochzeit). 

9. mi^ -|ira nrtlir (cod. Lips. 25, span. Thorafest, Ms. 
Kopenb. Pesach). 

10. nrD'' pro nm^ (Vitry. cod. Lips. 25). 

11. ntö^ nUi l&TS' (cod. Lips. 25, ed. Cstpl. 1545 N. 212). 

12. ''Dra) 13 Ti2^ (Poe. 74) *). 

13. "»D^ '»^iW (Vitry 267), ist wie die folgenden N. 14 
bis 19, 22, 24, 25 Introduction zu Nischmat. 

14. ^rrvrv J^V '•«t^ (Vitry, franz. Machsor, Siddur ms. R 
Niederhof heim, roman. Machsor f. 119). 

15. irw ^M "yri^riK^ (im genannten Siddur ms. Vitry). 

16. T^^pa« nnK^ (span. Pesach). 

17. myn onmc^ (ed. 1545 N. 99). 

18. m^n^ ^xb ^rw (Fas, rom., romanisch). 

19. lay IDD F]J<11^ für die Bussezeit (span., Avignon Neu- 
jahr). 

20. ü^piw njDB^, Reschut für Kaddisch (span. Thorafest, 
franz. Machsor). 

21. nn^n:j a^Dttn D^^V^ die göttliche Einheit; im spani- 
schen Machsor unmittelbar vor 0^iy ]11«, beide unter 
der Bezeichnung „Bakascha^. 

22. -»3 w:Bi D^^lt^ (Ms. Oxford Poe, 74). 

23. rv >pö*D 7»")j;t^ (roman.). 

24. yh ^yih ^3t\t^ und 

25. '»in -p-n F]ibt^ (cod. 5 Günzb.). 



9, 16 hat Dnkes (BhrenBäalen S. 76, 75, 72), N. 1, 14, 15, 27 M. S«cbi 
übenetst. 
, Stdiisohneider Catal. Bodl. p. 3336. 



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— 189 — 

26. "p3 hw TVTi bttt^ (roman. Machsor f. 401: Provence; 
span. Hüttenf., franz. Machsor). 

27. -jD 3n "^mnt^ (Vitry). 

28. ü^yv n^cn:) iniij; >nDir, endigend D^njDB^ ncn ni«i. 

Wahrscheinlich gehören die ebenfalls in cod. Poe. 74 be- 
findlichen ITDIi nK6tt^ und nnD "V)^ derselben Gattung an. 

Von seinen Stücken, die über hundert Nummern ausmachen, 
sind mehrere in romanischen und germanischen Gemeinden und 
bei den Karäern *) eingeführt. Zu den weniger bekannten dürf- 
ten folgende gehören: 

Mikamocha des Sühntages ^Dl H^ITK*! tö 1? HB^ "p^D ^Q 
■]b non, die Geschichte von der Schöpfung bis zum Auszuge 
darstellend, die Strofenverse endigen TIN; mit merkwürdigem 
Akrostichon*). 

Mostedsch. rrwy -infi<« TDN« zum Thema 'H ü^ H« I^Sn, 
zehn Gottesnamen preisend, endigt 'H p''p^' Die 12 Strofen 
(die Zeile hat 5 Worte) zeichnen fünffach pm ^1T3a p«. 
Gehörte wahrscheinlich in die Keduscha des Musaf. 

Silluk für Musaf HTIS« n^KN n^DNN, in der die göttliche 
Majestät geschildert wird; man glaubt Kalir und Abitur zu- 
gleich zu hören. Die erste Abtheilung hat 22 auf ^ reimende 

Zeilen, jede zu 5 Worten. An der Schlusszeile 'phH pr^i< 

'^rnpT) n^TJOn HDDH, der alle anderen gleichen, ist der Bau zu 
erkennen. Die zweite I^N ^HlpH anhebende Abtheilung, durch- 
gehend np reimend, bildet akrost. bn^D: p« miH'» '»313 nobrt; '»:« 
und endigt mit dem Verse TOK^^ ^T3Z)n W1^« TO ^D (Ps. 113, 
5); die Zeilen werden durch Ringworte mit einander verbun- 
den, z. B. nDi^:n, raan «'»n "jtj; nDDno, nsono noyb rcn^n ran^ 

raiß'D 2m^ nODlO ^1D. Die dritte Abtheilung begint TOl^^, reimt 
"]b und endigt "[^ WH'' "IHD, zwiefach alfabetisch, auch der Name 
doppelt gezeichnet; sämmtliche Strofen gleichen in Wortzahl 
und Bau der ersten 

."f?ri nh)yi n-h^bi ^ir6 idd -jbna riü -jS'»« td«: 

Während die erste und die dritte Abtheilung bloss das 
Preisen Gottes abseiten des Vorbeters und . der Gemeinde aus- 



«) Ritns S. 134, 147, 155, 161. — «) ^yy^^ p^ niVT» 'O'TD pp HD^ '«iN 

cniDDH ar^rmb uhrvon bD üD:ah ycto pin ^pb^^ 

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— 190 — 

drücken, gibt die mittlere einer Erklärung bedürftige das Bild des 
Gottesthrones und ist mit unseres Dichters D^JK^^C^ zu vergleichen. 
Selicha ^y\y* bUi mit strofischen Versen die DTTI schliessen, 
scheint unserm Autor zu geboren; Strofen 2 bis 5 zeichnen 
pT\ pp, die ^rste lautet: 

•»BD« Dn by ^m TOK in ll Strofen, die ppn no^ '»3« 
zeichnen, ist eine HOlpD (Introduction) für die Verse DS8^ am 
Neujahrsabend. 

Eben solche Introductionen sind: 

pn Iß'pD'» 2MD ^nw, gezeichnet rrh^t^ (vierfach), für die 
Verse m^nsi; 

'*y\yD am pW bx, akrost HD^K^ "»i«, für die Verse nnSHT; 

pDD D''3") D'»'»« iriDtr», gezeichnet nD^K^, für die Verse 

'•»nni ^iMi^ njnc^ 'n (cod. Bodl. 6I3). 

Silluk für Schacharit "T^-IN bw 'H, in Charakter und Bau 
dem Musaf-Silluk ähnlich. Die erste Abtheilung, 23 auf VH 
reimende Zeilen, jede von 5 oder 6 Worten, ist von 'i< bis *S 
auf die Worte '':-|K bis bx Ps. 90 V. 1 und 2 gebaut und 
preist den Schopfer, endigend mit dem Verse nVtin Tl ^ 
n'ltonni rril^^rn. Die zweite n^ltonm beginnende Abtheilung 
nennt die vier Himmelsheere, reimt bs> endigt b^ ibSl Tvthn 
und zeichnet plH nobv^ ^i«. Hier findet sich die von ihn 
Schoaib angeführte Stelle*). In der dritten nbyob ITipi bi< 
anhebenden Abtheilung werden abwechselnd die Engelschaa- 
ren und Israel (rhvob und HüD^) als Verehrer des Höchsten 

genannt, schliesst: D^BpnpirantDöblD^E)pK''rrinra H^WD^. Hier- 
an schliessen 8 Zeilen, fünflfach *1^J« noblt^ gezeichnet und 
anfangend ISJ^^DIT» ^TY*^ TOKa ipt^3 jilßa D^Bipn , sammt- 

i) syn. Poesie S. 473 Z. S. 

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— 191 — 

lieh reimend zu dem Schlussverse TjrnjP W^rx\ (Jes. 

29, 23). 

BniÖDH ^B^ re^'X 71 Hymnus in zweizeiligen Strofen, 
sowohl die erste als die zweite Zeile (ein Vers) heben 'n an. 

Schlussstrofe: ):b D^H nnx pj» 'H TjSn^n WD ip^nb nK^ n 

]Wtr\ ]«D 'T»!« p5» Hymnus, jede Strofe fängt ppD an, 
und der strofische Vers endigt ÜVyt^. Die Anfangsbuchstaben 
der je ersten Zeilen geben rrr\rx^ 13 ppn ryclw ^X; Schluss- 
strofe: rairpn ijftnp pj?Döi nsr» ^3n pyoi roK^ pyoD ron pyo 

O^K'n pD ybicn nnw. Die siebente Strofe wird von Palquera 
(Q'^n IplO 92 b) und eine Stelle aus der neunten von Zarza 
(das. 102c) angeführt'). Ob an den Schluss des pyo das 
K^K U^Ott^n (s. oben S.178) anschloss, gleichwie an den Schluss 
von DD^X 'n das pj;D? 

iC\)y\ DVt< üü^ 'n Symbolisirung des gottlichen Namens, in 
8 Strofen, die 'H anheben und endigen. 1) Der Name hat die 
Welt geschaffen; 2) sieben Namen (der Middot) bezeichnen 
seine Barmherzigkeit; 3) sechs Theilungen*) begründen die 
sechs Seiten [des Würfels] ; 4) fünf Theile') werden in Sprache 
und Schrift aufgezählt. Die 8. und letzte Strofe lautet: 'H 

•n n:'TDXn VnDi^P hj. Akr. dreifach ppn HD^t^. 

Auf das Thema )h Dh\t^ HlSl^n 'H, passend zu U"!« liXßDH 
13^ n^D und mit dem Eingange ):hvTi bt<) nH )yhv ü^ ^D1^ 'H 

13^ rr^n nnx pyb 'n beginnt Mostedschab miDi nbu nnoN, Gebet 

um Erlösung; Schlussstrofe: "y-Gjn "jOP DyW TTD rrinn.TCn 

Mostedschab m^HH tmi n'»"l«b für Neujahrstag. Thema ist 
IDU^ Knna lypn und die (dreizeiligen) Strofen reimen IB; die 

letzte lautet: nD ^W2 'rh 2D^m D^:y nyuT fepS D^n*? Tjnt nipo^. 

Akrost pn HD^K^ '»3X. 

Mostedschab PDT] piK^H ^"W "fpo für Neujahrstag. Thema: 
'^tyi ^rht< "ponN; die Strofen, die ^Sd beginnen und schliessen, 
geben . . . n> *a HD^lß^; wofern nicht in den ersten Worten 
der Schlussstrofe (-j^pj li«^2floh *liS"l) ^^® Ergänzung des Namens 

») Dukes Ehrensäulen S. 21. — •) n>» m> 1% in% Hin» riH^- ^'^ Strofen 
5, 6, 7 zeichnen niiT» IH^ iT- — ') vieWeicht n«, ^1, 'iT» '% 'TD CH» D^I^N 
und r^) den 5 verschiedenen Sprachwerkzeogen angehörig. 

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— 192 — 

rmn^ gezeichnet ist, ist das Stück unvoUstaudig, was indessen 
wenig wahrscheinlich ist. 

n '^DKni nK' l^ ein Gedicht in 6 "f? anhebenden metri- 
schen Strofen mit Mittel- und Strofenreim, die erste Strofe 
hat 3, die beiden folgenden jede 7, die drei letzten jede 5 
Zeilen [aab, ccb und s- f.]. Refrän: nhv D^l^l pN^ n>{«a 
daher im Machsor von Tripolis — wo jedoch nur die erste 
Hälfte — am Sühnfeste vor dem Jozer im Frühgebet, da- 
hingegen das altdeutsche Machsor es zu einem Ofan am 
zweiten Chanuca-Sabbat verwendet Der Inhalt ist: Gott der 
Regierer des All, Lenker der Weltkörper, Licht spendend, 
Preis der Engel und Kronen von Israel empfangend, wird 
Edoms Heere beseitigen und die Jerusalems erheben: — die 
Elemente zum Theil zu dem Bau der Königskrone. 

Erste Strofe: 

• 'Dl n^NDH ryhi:i2 ynm Tn oai Tyn «bn 
Ende: nh^n bi hjdA iH) inb nn on n^'i^*. 

Seinem py ^ll^K im Musaf geht ein 'TTU HD voraus und 
ein ]'»«b rvn p31 folgt. Ersteres beginnt nyapi )l&n TISJÄ« in 
Doppelzeilen die Edelsteine des Brustschildes sammt den 
Stammen und die hohenpriesterlichen Gewänder herzahlend, 
endigt 3n]n y^ Djn33, jede Zeile beginnt mit den Buchstaben 
D, zwiefach zeichnend )tOp Hob^t^ '»3«. Letzteres hebt an 

rn6 vh) pon« «*?? ^^^ «^ g^^^* ^^^ Alfabet durch bis ro^DT «? 
nmon «bl, wohinter noch akrost. nchv/ und mit «^1 ^'»jnC' l6 

^IXTJ? geschlossen wird. 

^^ö -|N^D rh\^ erbittet Gnade, da der Sterbliche das 

Gericht nicht ertragen könne, endigt nD«^m nsp DW CSi 

nsno. Die 4 Strofen akrost nob^. 

HDlß;: DIN nn«ß^ Selicha für den zehnten Tebet*), 
Itt'SDn *lD1lß' Pismon zu Musaf Neujahr, zweimal nob^ 

gezeichnet*). 

D''D'»1pD D'^D'» '•:iß^ für Sabbat und Neujahrfest 

tWyCD ^m p'IDt nyB' ist die Eröffnung zu der kurzen 

Aboda des Schacharit, deren erste Strofe lautet niDno XDW n^ 

>)mein Kitas von Avignon(1839N.90 S.479). — *) abgedruckt daselbst a.a.O. 

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— 193 — 

p*12< ^XJ ^yft^ DTD m« "T^ n^' ^^ derselben Weise, mit ptllt^ endi- 
genden Strofenversen, geht das Gedicht weiter, zwiefach alfa- 
betisch '), nur rtS^Hp sind einfach da. Die beiden letzten Strafen: 

.pnN pi pin by 3Ti:n pico mw aiton pS nt&*Dn httd 

Meora für Chanuca rupino rhc2 ItdH in 94 gleichreimen- 
den Zeilen meist halachischen Inhalts, endigt rUD^<3 HUn D^p 

Asharot für Pnrim niD niM^S m^^(, in vierzeiligen Strofen, 
schliessend: 

Mowaschech für den Sabbat Sachor iTITßQI |Tn ^3;, endi- 
gend y>) ])^\t^ nnoB^, 

Habdala 11:10 n*?l&' in 7 Langzeilen. Ende: ]rrv Synijm ]«2n. 
Pesach: 

1. Ähaba rhy: yno n«D 'vnn mnb «d% endigt rr^ra jm 
rho DHX "iiß^« spjr. • 

2. Mikamocha ypn OpiN Vp'^ DpntC^, mit BHp endigenden 
Strofenversen, schliesst vnp2 "nx: HDM '»D und hat 
akrost. den vollständigen Kamen. 

3. Mikamocha D'^no ^rOJQ pUß^; nach 4 den Namen zeich- 
nenden Strofen beginnt das Alfabet mit fcOlOI Tn53 TDW 
mit Strofenversen die D'W schliessen, hat 29 Strofen, 
die Zeile zu 3 Worten; von der Schöpfung bis zum 
Auszuge. Akrost. TlDb^ i^N. Schlussstrofe: 

mw*?£yji non 'rh r\v roy btrwsr bt<y\ rriD ms ^^dh 
.DIN ^jsb 

Wochenfest: 

1. Barchu "TT^N mX2S ^ibx D15^, endigt i:p ny» 115^3 1DD. 

2. Meora mil NJ nby nßTDB^, 32 Zeilen mit stetigem Reime, 
schliesst HDK^ *]« '»H'^MI. Akrost. pTH p'PND ppn noblT. 

3. Asharot, nach dem Metrum des Eröffnung -Gedichtes 



*) In der Strofe '^ bat das Machsor y^Q T^t&'H» vielleicht muM es p^ 
beissen. Die Strofe ^ fehlt 

Zuos Lileraturgeseh. der 870. PoMie. JiO 

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— 194 — 

n"imnB^ n^obW; hat 25 Strofen und endigt Hnno^D 
IJp^. Die erste Strofe lautet: 

.-]3 rrvv^ ^^y yotr 13^2 m-in nah ^nmn nyi 

Mit Ringwort-Gesetz fortfahrend: 

Wie es bei dem Maamad der Fall ist. hat auch bei an- 
deren Ordnungen die Vermischung der Gedichte verschiedener 
Verfasser uns diese selber gekostet: so namentlich Gabirols 
Regengebet. Das spanische Machsor hat von seiner Keroba 
nur die erste Nummer ny&tS^; dann folgt Pismon HODD, das 
auch im Thaugebet befindliche Kerudsch ^M^, ein zweites 
Kerudsch gezeichnet ^D)\ von Pismon ^n b^ nur die Buchsta- 
ben 'N bis 'n, 'H, '10 und der auch zum Thaugebet gehörige 
unvollständige Segen n*nN ^DtC^JD . Wir sind demnach um zwei 
Keroba's von Gabirol und von Joseph gekommen; günstiger 
steht es um Gabirols Ordnung für Tal, es sind davon erhal- 
ten: Magen tt^DÖ/ HBIW, Mechaje yvn rb^ und das nach ka- 
iirischem Muster gearbeitete ^yHH *?CD3, das vierfach alfabetisch 
in 12 Abtheilungen die Monate, Sternbilder, Stamme Israels 
und 12 biblische Heroen einflicht. Jede Abtheilung enthält 
zwei ^103 anhebende Strofen: in der ersten beginnt die dritte 
Zeile l^ob, die vierte endigt mit einem Sternbild und dem 
Namen eines Stammes; in der zweiten Strofe an einen Vers 
worin Sü*) anlehnend wird der Monat genannt. Die letzte 
Abtheilung zeichnet ppH Hchxtf. Man findet darin die Worte 
noi, DDP, pyo, paD, naiXO, naiD% womit syn. Poesie S. 383 
zu vergleichen ist. Aus einem nicht näher bekannten Gedichte 
Gabirol's führt Abraham b. David*) die Stelle an: FJDDi HM1\ 
rrrb F|DD: "IK^N pinn )üD ir» TDD ir» 1D1tt6, worin Reim und 
Metrum wie in dem Gedichte tiD pi sind. 

Isaac Giat b. Jehuda, Gabirol's jüngerer Zeitgenosse, 
hat noch umfassender als dieser die Stammgebete ausgestattet: 
um die einzelnen Abschnitte des Frühgebetes legte er den 



*) In Y2Tp Algier ed. Livorno ist in der dritten Abtheilang ans Micha 
c. 5 statt Vers 6 irrig Vers 7 gedruckt, der gleichen Anfang hat. ~ >) n^lDi< 

racn s. ei. 



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— 195 — 

Schmuck selbst metrischer Dichtkunst. Seine Stücke lassen 
sich füglich in vier Gruppen theilen: in den Maamad des 
Sühnfestes, die Selicha der Bussezeit, Arbeiten für Festtage, 
Frühgebets-Poesien. Vorzugsweise offenbart der Maamad') den 
unterscheidenden Charakter der spanischen Poesie dem Piut 
gegenüber. Die Hagada ist verschwunden; ihre Stelle nehmen 
dichterischer Vortrag und wissenschaftlicher Inhalt ein. Das 
Schacharit ist Kosmogonie, das Musaf Physiologie, beides mit 
biblischen Illustrationen, Bussbetrachtungen, hie und da mit 
Hymnen, die auf dem Grunde, den das Jezira-Buch gelegt, 
ruhen, kunstvoll verwebt; und das Ganze schliesst ein Silluk, 
dessen sich kein alter Prophet hätte zu schämen brauchen, 
weder was Stil noch was Gedanken betrifft. Für die Busse- 
zeit schrieb Giat eine bedeutende Anzahl Pismon und Tocha- 
cha's und für die 20 Nächte vor dem Neujahrsabend 24 
Stücke, ebenfalls Maamad genannt, in welchen die einzelnen 
durch Bibelverse, der Zahl der Nacht entsprechend, bezeichnet 
werden, als: eins r\:Wt^^ ü^2'^tr^n (Esther 1, 14), zwei ü^rm DTB 
(Nehem. 13, 30), drei Vth\in lOK^ (1 Kon. 18, 34^, vier hy 

njD*»< by) rwh\t^ (Amos i, 3), eilf nao; ^rwtry s^tcn ^to (i Chron. 

24, 12), zwölf VOy »T)KT; D^nr (Gen. 14, 4), sechszehn rmt; 
a^nn iry (Exod. 26, 25), achtzehn '^^ rülDiy 2'»3D (Ezech. 
48, 35), neunzehn ^ri)büb 'Wy ny^D (1 Chron. 25, 26), 
zwanzig D^\tnjn Tl^JD n^nr« «^ (Genes. 18, 31). Ihr Inhalt 
ist die Grosse und Güte des Allmächtigen, die Bussfertigkeit 
der Gemeinde, die Gewissheit von dem Erfolge auch des 
nicht genügenden Wortes, die Zuversicht auf den der Be- 
freiung verheissen, die Hoffnung dass ihre Zeit nicht mehr 
fern sei. Mit einem rührenden Gebete für jeden Einzelnen 
und für Israel schliessen diese Maamad, die übrigens auf die 
Vorzüge poetischer Gebete nicht oft genug aufmerksam machen 
können. Wenn auch bisweilen dunkel, bleibt Giat immer 
körnig und selbst in den Ahaba's gedankenreich. 

Von den Arbeiten für Festzeiten sind zu erwähnen: 



1) Dazu scheint noch ein Salat zu gehören, vgl. die Strofe T^^p am 
Schiasse des Salat Mose b. Esra's (mein Ritas von Avignon in Zeit. d. Jad. 
1839 S. 381), welche p^*);| pnxp gezeichnet ist. 

13* 

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— 196 — 
Sulat für Chanuca- Sabbat rüS ITO ÜTO rCD 1DBO DniT^, 

endigt ^3 p ^«pn^ ^VH nn r\2T\. 

Schekalim: Sulat ühvt Sd ait^2 ^D WH '^D^; Piemon JT 
yc^b ir^nn; Silluk O^mo: nsr» nnt< O; wahrscheinlich auch die 
Pismon HT^ 1*^3 und Sfc<W feS tni: rv und n^jTp: HB^ns ^3% 
die pnir zeichnen. 

Sachor: Pismon HHiD orä r«nv 

Para: Pismon oyiO 110^. 

Hachodesch: Pismon nnn ^D^; Schalom DD\nSN B^PP TyiT», 
gezeichnet n [«] '» [a pH] ST, so dass uns die Hälfte des Ge- 
dichtes fehlt. 

Der grosse Sabbat: Pismon yiß^ pD^. 

Die fünf Pismon JV, T»^n^ "11D\ miH ^D^ und pD\ in 
einigen Mss. Sulat überschrieben und säromtlich auf die 
künftige Erlösung hinweisend, sind von gleichem Bau, mit 
einem in drei Theile zerfallenden Refrän, dessen letzter Theil 
stets p anhebt. Hier die Scblussstrofen von Sachor, Ha- 
chodesch und grossem Sabbat: 

Sachor 

pbcy nri n« i2fc<ni nop isd djhd imi 
nnow oino T hy ipd tttidd n^iim 

Hachodesch 

n^B^n ^vnrh ttnm inn psn inp ov y^ b« 

«Ti'Q p'»5: WDi innn wd »td'»i inpn omw hb^ni 

nip"ßj nc« "»^ nipn DipD tnnfi 

.Dr^TjriDi DDitm DrnnDB' ^d^ imb DD^-l^fc< nc«^ p 

grosser Sabbat 

tmS nw3 KonD n^n p5o;DDi tc^Nno D'^a^n nnpiN 
inpi nx^ö nn innn pjnn b^nn cnni n:j6 '»noi 

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— 197 — 

.pi ü'b^^ nnoiD pn« "»dd nji b^ü \nr\ w^a*» p(* 

In drei anderen Sulat Giaf s hebt auf ähnliche Weise der 
Refrän mit p an'). 
Purim: 

1) Pisrnon rhrvi »mx^ no omsn "»d"» nm« Sp, 

2) cnn Ti-6 TDip nn^i nxir or, 

3) und ein aramäischer Gesang pi NDl"» 8<^*nD DT^, die 
Zeile sieben Silben mit einem Jambus (v^ — ) schliesscnd. 
Wurde von Siraeon Duran commentirt. Alle drei Stücke sind 
im algierschen Machsor gedruckt 

Von den zahl.* eichen Gedichten, welche die Frühgebete 
bereicherten, waren einige bestimmten Festtagen (Pesach, 
WochenfestI oder Sabbaten (in den 3 Trauerwochen u. a.) 
zugewiesen, die meisten weil freien Inhalts zu beliebiger Ver- 
wendung geeignet. Mehrere haben verschränkten Reim und 
tragen das Gewand der Mowaschech. Die Künstlichkeit der . 
kaiirischen Composition fand in arabischer Metrik ihr Gegen^ 
stück: Aber den Dichter von Lucena leitet die Kenntniss 
der Natur und die Reflexion des Denkers, das göttliche als 
dem sterblichen Auge unnahbar erkennend*). 

Von sonstigen Compositionen Giat's mögen folgende 11 
Gattungen hier eine kurze Erwähnung finden: 

Introductionen zu Nischmat. 
I. Reschut. 

1. nyfyo rov (Pesach), 5 Strofen metrisch und mit glei- 
chem Reim, endigt iTTOK^ HDIIj;. 

2. ^^D loyD DV (Wochenfest), endigt rhu "jb rPTin. 

3. DDK^ byj^i 2!r (Hüttenfest), endigt ÜCV b)h mm rOD. 

4. ntC) iW: Dl^3 yViVV in 5 Zeilen, endigend HNi: «^1 

rwni. 



D 



1) Für die früheren Strofen lautet der Refrän des dritten Satzes: fX2(^ 

'n nn n« )dt\^ ^tioh Snpo (Chanuca)j qj ^rmn \inp02 rrwy p 
mn -^»15^ 'rh wnipün (Pesach); 2TÜ nynm -löur h^p nyot^: ir^ira p 
rmtn itüimd (on^tv wochenf.). - •) -j« b2 totjj »ottn^) ^2b jv nn«i 
6bnb np) hbth p« fw- 

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— 198 — 

n. Mocharach, Mittelglied zwischen Reschut und „Nischmat^, 
sämmtlicb nach Art der Mowaschech gedichtet. 

worauf Strofe 1 "py mb:^ 11«n^ anhebt Ende: "h nn 
'y^no ViH. Strofe 3 schliesst mit der Stelle aus Berescb« 
rabba c. 68: 'p)pü D*?1j; pNI "pSiy Dipo n«0- 

6. '»nor^l '»nn "ib '»3 "»HD:© Onr« JU:, Strofe l beginnt 
7»N^S lD2ij; npV Die ersten Worte der Zeilen reimen 
ebenfalls. Ende: ^PD^D nnn "INÖ JH. 

7. '»TOD by Y^ n«B TTDl "»ra: D^■^'?« ^«, Strofe 1 hebt an 
rQyü2 p2{^. Der aus Leib und Seele bestehende Mensch 
ist dem Gange der Himmelskörper entsprechend aber 
nicht unterworfen. Endigt: ^HH 1T3 TpDW. 

8. ny\üH Sn m^'? •T'DI ^y n-^tt^ i:n für Thorafest 

m. 9. nnmt^n n:v nCK^: (Wochenf.) ist ein poetisches »Nisch- 

mat« vor i:'»D h^. 
IV. Nach "J1DD ^D und vor "f? HOT '•D: 
10. vxn IJP 



-0 W 3^ 

-]bys>DD - 

Schlussstrofe 



8 Strofen mit Refrän -|b HÖH p«1 "pOD p«. 



zeichnet n«"»: pn!r. 
Eaddisch. 

11. iToy -j^briD TID3 ^DT^ '»ö. 

12. 1^ 'rh '»n« ^ÄDW inrr». 

13. -joy nibnn ^3 ran: "f? ntC^N m, der Mensch unvermo- 
gend Gott zu erkennen und zu preisen, begnüge sich 
ihm zu dienen; endigt «3n rx^ü^ tv HD^ra T^ 1^13 

mbyj. 



Dasselbe in Midruch Temora c 2, Midr. Ps. 90, Joseph's Oftin 
"hn jTirnxr ^ad BUsar's [hababli] defectem Gebete miiay !?y B^ B'^«- 



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— 199 — 

Barchu. 

14. p« mo^ ü^rÖH TT, endigend üh^ -pw nSTOH), zeigt 
des Schöpfers Grösse im Kleinen wie im Grossen. 

Ofan. 

15. uh:^ VHhü h^b Dnpo Tn\ endigt ü'htm ht mn ^i. 

16. jhhnD 7v hbrh np% endigt •f?D^-l -pra onr^np vm. 

17. D^prw "»BiD by D^^nDH 3tn% endigt vpim« D^3-)p mmi 
D'^pipn. 

Meora. 

18. bjD *?BOi 1W b^n, Befreiungs-Sehnsucht für Zion, endigt 
n^iD ^by 7113D1, besteht aus dem Eingang und 5 Strofen, 
gezeichnet n«^3 pFI plHP. 

19. )h^^ bn Tin htto n«*). 

20. nrn ^ms p« d^xd n3Bn\ 

21. nem^ nS:i^ nwn or, endigt poS^ d^^w31 im i^nni. 

22. ^D^D '«K^D ^DH ron\ der strofische Vers schliesst 11«. 
Ende: IWn piHD ^D ^b ")fc<n ^Dimi; mit dem vollständi- 
gen Namen gezeichnet. N. 18 und 21 sind Mowaschech. 

Ahaba. 

23. ]v loyoi r6TSD pDj»3 nm», endigt y) b« psnn ^mh pi 
ra'frj; nrann •p«© i\y\ 712^6 rDnw 7131« «^ dn. 

24. n»T Onrnn für 8. Pesach"). 

25. irüHD Tjn ^ ^m P)1i nS'» mit künstlicher Worttheilung, 
endigt irwSnw W. 

26. DOpi 31« n^JD") für Hüttenfest. 

27. Din ]3b DTp ^\ jede Strofe hat 6 zwölfsilbige Zeilen 
mit Mittelreimen, Refrän ist Ps. 135, 4: TO 2pjr ^3 

inbi:D^ b^itr» n"» f?, endigt in3n«D dSt: «m d^ni^ *?ki 

Sulat. 

28. i-üyn inpnii b« njntS^ (Pesach), endigt rf^\tn ^« DT^ DV. 

29. DWDn ^3 '•3« (Wochenfest) soll von Giat sein. 

30. 6ni «b n3lß^ *?jn 1*?m nin Dn\T (Wochenfest), endigt 
lyDK'^ -iBItt' ^ip3; gezeichnet pTH n«'»a mim 013 pniP. 

31. in«D n«^D3 Dj; p imo lOn m (Hüttenfest), in den 



i) SachM Poesie hebr. Theil S. 15. — «) Dukee Poeeie S. 159. — ») Such« 
S. 13. Machflor Algier. 



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— 200 — 

ersten Theilen der Strofe stetiger Reim (TD), im Stro- 
fenverse kommt rad. "JDD vor. Ende: '^rGBnn nDD3. 
Geula. 

32. niNÖ D'»inm nifcon n^ü\ endigend n\NlMO ^3*nj;b. 

33. "•NDJf '^D^ ^D, Eingang und 4 Strofen, die Strofe 1 hebt 
an rOTi 2b "TUT. Die Zuversicht des Hoflfenden. 
Endigt 7^1^ ID^m \XDD pD^I. 

34. nni nbzDX von dem zu leidenden Hasse, ein Mo- 
waschech, endigt '»nblM HN bw&t. 

35. ^nibiD IpN "JJ^, in welcher auch die Anfinge der Zeilen 
reimen, endigt ''n'piW HX "113. 

Unter den Synagogenstücken für Nenjahrstag, Wochen- 
fest und neunten Ab, den Hoschana^s und Sabbatliedern, welche 
den Namen Isaac tragen, sind vielleicht einige von Giat; 
jedoch gehören verschiedene künstlicle Ahaba's des französi- 
schen Machsor schwerlich dem Spanier. 

Von allen Riten ist nur der deutsche von Giats Dichtun- 
gen unberührt geblieben, trotzdem sie in Süd- und Nordfrank- 
reich und in Italien eine Heimat gefunden; selbst seine talmu- 
di sehen Schriften waren den deutschen Juden nur aus zweiter 
Hand bekannt und auch das erst seit R Ascher^s Zeit. 

Mit Giat, der in der Entwickelung und Begründung der 
gottesdienstlichen Poesie Spaniens eine bedeutende Stelle eit- 
nimmt, schliesst deren erste Epoche ab, in welcher die Juden 
jener Gegenden ausser den poetischen auch wissenschaftliche 
Leistungen (Grammatik, Exegese, Philosophie, Lexikographie, 
Astronomie, Heilkunde) aufzuweisen hatten, von denen ihre 
Brüder in Frankreich und Deutschland damals kaum eine 
Ahnung hatten. Zu seinen jüngeren Zeitgenossen gehören 
Balam, Bechai, Isaac b. Ruhen, wohl auch Jacob b. 
Elasar. 

Jehuda b. Balam aus Toledo, der in Sevilla ansässig 
war, hat nichts in hebräischer Sprache hinterlassen, aber er 
heisst ein grosser Dichter*) und gilt für den Verfasser der 
Bussgebete "IIK^ DV2 und ^SDITÖ by nSID. Die dem romanischen 
Ritus angehorige Selicha DHD^ Hl 01% gezeichnet y D)hzh und 



*) Luzzatto excerpta S. 15. 

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— 201 - 

D^ npsrß{ des Machsor von Tripolis gezeichnet ybs nS^ sind 
wahrscheinlich von einem spätem Dichter. 

Von Bechai ihn Bekoda, dem Verfasser der Herzens- 
pflicbten, hat man 1) eine metrische Bakascha UV ^^, nach den 
Abschnitten seines Buches eingerichtet; 2) Tochacha iy ^K^3 
*»DTin und daran anschliessendes Gebet PinDTl ^VS^ ^DIN, beides 
in gereimter Prosa und der Bussezeit gewidmet; nur dieser 
Stücke gedenkt Bechai und die sonstigen „Bechai* gezeichne- 
ten Poesien sind von einem Jüngern Verfasser. Jene Gebete 
▼ereinigen die Schönheit des GabiroPschen mit der Einfach- 
heit des Saadianischen Vortrags; jedoch lässt er mehr die 
menschliche als die nationale Saite tönen. Dass Bechai nach 
Saragossa gehört, ist bereits im Jahre 1838^) nachgewiesen 
worden. 

Isaac b. Rüben aus Barzellona, Richter in Denis, geb. 
1043 und nach dem Jahr 1103 gestorben, ist ein Meister in der 
Verwendung biblischer Strofenverse. Wir besitzen von ihm: 

1. Dreizeilige Tochacha ^'^ü ^HTIÖ, mit einem 56 Buch- 
staben umfassenden Akrostichon; wird von Nachma- 
nides zu uni^ c. 5 Ende angeführt. 

2. Introduction der Asharot tC^xnb niWD rhy in i Absätzen, 
die akr. rnSj} geben, ohne Reim und Metrum. 

3. irm m D)\ Pismon in 4 Strofen, mit Mittel- und 
Strofenreim, gezeichnet prOP. 

4. Asharot*) rO'O DIpD Hl ^K, die bei verschiedenen Ge- 
meinden Africa's üblich sind. Von den 7 Alfabeten 
sind fünf dreifach, worin 5 Buchstaben sechsfach. Den 
Namen zeichnet er mit ganzen Worten. 

Jacob b. Elasar, Verfasser eines Wurzelbuches und des 
masoretischen Buches Q^tC^n war auch ein Dichter. 
Seinen Namen zeichnen akrost. zwei Mostedschab: 

1. '»ifrOSnn non han D^"I^^C, dessen Strofenverse DpjT 
schliessen, endigt 2pjr2 ptt^ ^212^^1, 

2. nOTW ip^th) '»:iD« bnp2 yy\H ^n^« zum Thema imD^D 
a^h)V ^2 niD^D. Ende: D'•D^^ h3 vh 310^. 



1) in meinen additamenta p. 318, hierans in Jellineks Ausgabe der Herzens- 
pflichten (1846) Vorr. VII, wie Beer in Frankeis 2^it6chr. (1846 S. 471) be- 
merkt. — *) vgl. Qeiger'8 jüd Dichtungen S. 9—12. 

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— 202 - 

Die zweite, die klassische, Epoche der spanischen Syna- 
gogai-Poesie wird von drei Namen getragen, von Mose dem 
tiefsinnigen, Jehuda dem lieblichen, Abraham dem geistvollen, 
drei sowohl speculativ als poetisch schöpferischen Geistern. 
Dass mit dieser Epoche das peitanische Zeitalter abschliesst 
ist meist der Erfolg jener drei; das Licht ihrer Erzeugnisse, 
der dichterischen wie der wissenschaftlichen, verbreitete sich 
über die Gegenden des Midrasch und des Pint. 

Der erste, wenn auch nicht der einflussreichste, ist Mose 
b. Esra aus Granada, ein Zuhörer Isaac Giat's, etwa um das 
Jahr 1070 geboren, ein ernster Denker, der nie lächelt und 
nie scherzt, daher fast ausschliesslich den Busse- und Trauer- 
wochen seinen Gesang widmet. Den Mittelpunkt seiner Com* 
Positionen, die über 220 Nummern*) ausmachen, bildet der 
Maamad des Sühnfestes, um welchen sich die Selicha^s und 
die Stücke für Neujahr gruppiren. Andern Festzeiten gehört 
weniges, so die Hoschana's, einzelnes für die Sabbate der drei 
Trauer Wochen, einige Mocharach, ein Pismon für das Thau- 
gebet, anfangend b^l) üby Hlba ^DH TOT» bt< yp^\ welcher des 
Exils in Rom und Spanien gedenkt und mit den Worten 
schliesst: 

Auch hat er für den Chanuca- Sabbat eine Keroba ge- 
schrieben, von welcher erhalten sind: 

a) Magen Tni0333 Htn nnH w bis u^rh^n nm. 

b) Pismon '•Dp*? "ItODD ^^JP. 

c) Mechaje "TSriD "^^ hn ]V KISD bis nU03 ip '•D. 

d) Pismon "^ttnp DT» riNipi KDSb rutn DV, endigend 

e) Kerudsch '»b«U tvn ÜWÜ akrost mWD. 

f) Meschalesch D^^VW nißDK, akrost. mW )3K, und gleich 
a und c mit ^D anhebenden Strofenversen. 

Vielleicht gehören ihm auch folgende für jenen Sabbat 
verfasste Stücke: 

Nischmat ttTD'» vh Dim piil DHI« in 6 Strofen und »tlMO W 
gezeichnet. 

Jozer nn«Dnb )^: nü:n KW rrOM< von 'H bis 1, akr. 

») Not^ 18. 

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— 203 — 

rro, endigt unh p«S TWOn onn -W THOD p^lW^I, befin- 
det sich in einer 600 Jahre alten Handschrift; ist nicht sicher 
und vielleicht von dem Verfasser des Sulat 'n2tn Ü\p2 W. 

Meora riTinrh) J^Drh roin m moe^ in 5 Strofen, theilweise 
haUchischen Inhalts, akr. )Dp rWü. Endigt pt( *i3& by DPr^n 

Von seinen Compositionen ist der Maamad in Avignon, 
Tunis und Algier gebräuchlich; die 6 Hoschana's in Carpen- 
tras. Von seinen Bussestücken sind 28 in den Ritus von Tri- 
polis, über 60 in den von Tlemsan, Oran, 26 in den von Mon- 
pellier übergegangen; griechische Gemeinden haben deren 6, 
das romanische Machsor 7, das römische 4, das französische 17, 
das alte deutsche nur nbyo püfiSO aufgenommen. 

Jehuda halevi aus Castilien, bald nach 1140 gestorben, 
hat mit der Schönheit seines Gemüthes den Gottesdienst ver- 
herrlicht, mit seines Geistes Adel Israel erhoben; er sang für 
alle Zeiten und Gelegenheiten und wurde bald der Liebling 
seines Volkes. Die Anzahl seiner synagogalen Sachen beträgt 
mehr als 300^), von welchen mehrere sich über alle jüdische 
Wohnsitze verbreitet haben. Er hat seinen Reichthum über 
alle Feier- und Trauerzeiten des jüdischen Jahres ausgestreuet 
und die in Handschriften und Ausgaben der Festgebete be- 
findlichen Reschut, Meora, Ahaba, Geula u. s. w. hatten ur- 
sprünglich jedes seine Bestimmung. Dem Kalenderjahre fol- 
gend lassen sich mehrere seiner Compositionen danach wie 
folgt zusammenstellen: 

Sabbat und Neumond. Introduction Ittnpin t^(D D^% 
endigt ipr» O^^bü Tin. 

Chanuca-Sabbat. Ofan )yx^: vh ü^rh^ VOn, 1. Strofe 

tnn D^:rn d dt». Ende: ijn um rhn rrny). 

Meora ^yt<0 "JttTT» ^« ni HD«, endigend niTI DiB^ ntO. 

Ahaba rrcDH "hv) ^2jD rrm rV2D. 

SiUuk h nK^« m hbyü IDW erzählt die Geschichte der 
Antiochus-Rolle, 7 Quartseiten stark, endigt T\ÜD mn np^ 

m3nD2 HTOTip vht^ VDt^ wy\ ^121 loip ixii i^'»n hbn hn 

mK3S 'H tmp ^tmp nw^li. Vermuthlich war auch seine Keroba 
vorhanden. 



<) Vgl. Lnss. Diwsn S. 6. 

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— 204 — 

Sabbat Schekalim. Pismon m^nn 3KT in 9 dreizeiligen 
Strofen, endigt nbjTl 'f» p31. 

Sabbat Sachor. Jozer 13lßT12 prwtn^ , endigt im 

Sulat )Td^t yii^ irorh te^na ^HN, 9 Strofen, der 
strofische Vers hebt tVtf an. Nach Beendigung des D*« noch 
eine Stelle anfangend 02^1« nON^ ]D . Endigt Plllj; ^2 obyTTi bt< 

d7)yü «in nn» irnDw. 

Zu den aus dem Machsor \on Ävignon bekannten 11 Num- 
mern sind noch hinzuzufügen: 1) I^DH TOÜ ns, 2) W TD«^ 
D1S niiD mj: DT» ^^nr•, 3) pnira jnu-l ^H« (Diwan 3, 82). 

Sabbat Para. Ofan WDV 'Tyir% 'endigt 1lc6lS^ linp IK^Jf^- 
Sabbat Hachodesch. Meora Dno «DS ^N^D flDr, en- 
digt mo^ DD2it^n D^^pvK^ msyo "f? )'»« myn yrr\ mj6 d« 

Mikamocha ''l&'W b^D "pn^^n tnpD Ü^rht< in 30*) Strofen, 
der strofische Vers endigt DTIl, das Ganze DNi^n ^«13 2pjn^ K31 
DHDT P1DD2. 

Grosser Sabbat. Asharot p^KH nb«tt^N nebst Pismon 

nnn dw nmjp'). 

Pesach, erster Tag. Introduction 1N"1 biDT ^Wa oder 
Mocharach miTI nST 'DI ^niDJ^j; ^D oder p DwS ^DJ lip'» 

njncn:, endigend njmD nt^ m^o d noT, oder m« dm^« db^ 

^JV}t^2 (Avign. und Diwan). 

Meora nipn 'TDH DirT» "JD Dnn^ endigt TVn) rh^ "jbs« '•D^ 

dy\v nwb 'n -|^. 

Ahaba "p Din D'»bn'»Db n\ 

Ahaba ^yo ^^^ '»il^^'Bn ''jmN endigend ^:iDD ^« '»DI. 

Mikamocha btra ^D HN^: -JD biß'S D^pD TTT TICS ^. 

Zwischensabbat. Mocharach nmpb H^lllT» Ip'^D mp\ 

Ofan n^W "T^D« TOT^ bSlD HN rOJT (Diw. N. 68). 

Meora ^T^Dl ny W n\n2 nw DV. 

Siebenter Tag. Introduction D^ ^trmü ^^'•3 inSnn mp\ 



*) Im roman. Machsor fehlt die vorletzte Strofe -^y yi©^ nDS VTBiOT 
f. 101-104. 



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endigt "Oy "pro Tin r» "ny tel, oder nmr6 3ü« (Av.), oder 
n po^ (Av. und Diw.). 

Nischmat miw ^V?« ^y PTD^y r®*» nD«^3. 

Ahaba nn '^söb nsoTi no. 

Sulat DIDj; p wbw D1> *). 

Gcnla IMTÜ nttC^ DT' 

Mikamocha '3^1 njnt^ iTriBK*), der strofiscbe Vers endigt D. 

Schalom dSc* 33^3 D'^tDip , endigt VI ^ o'lJyrj IS ^D '»O^n 

Wochenfest: 

Introduction "imn riTOK^n nn^'), oder ':r»jn TDira "»inT, 

oder D^VI ''^y TIT», oder yc^ n^\ 

Meora DDT» Tiya mo: ^S *nn«^ ^Kn^, endigend ÜCV *n&6. 

Meora rmvTio ^NH nncN. 

Meora 'in'» 'D Dmyn 'D'D, endigt 'iiya H« D'DKTID D'IT». 

Meora Tlb b^HN rh^bl DDT»*). 

Ahaba "»iTDra 03 )1Dn ^DS yTD preist Zion und schliesst 

ps nnn *?y 'dd^ yir» po^in ^ra ri' nw:^ yp bn n^sn «so: 'd 
'H n'D nn. 

Ahaba 72n« mnyb Q'Din ranm jam« 'u^b wy*). 

Ahaba -3iy "fpip p rtp •). 
Sulat 1D0' 'Dia"» 'ynv (Diw. N. 84.). 
Keroba. 

a) Magen nmp np'H *nK nebst Kerudsch onn lynn ^i'D'. 

b) Mechaje n^nb« ntnp^ nwniO, Kerudsch n31 'H. 

c) Pismon D'pn3 ^ND m« DI', jede Zeile hebt DI' an. 

d) Meschalesch ^Kin3 liTn'W ^ny« D'nb«^. 

e) Pismon -|by n^Dnn n«3ri\ 

f) Pismon n^TDTl b*p3 DT, dessen strofische Verse DTI^N 
schliessen. 

g) Pismon nonm ht< n«3rp^). 

h) Silluk TiTin« n'lMD D'hS« bt< mit stetigem Reim 1^— , 
endigt inp 'Sntß^ -HD ITlß^ Dy^D. 

i) Illustration des Dekalogs in 12 Abtheilungen (zu Tl'T, 
^yV)y '3J« u. 8. f.), nicht unähnlich denen von Tobelem und 



<) da«, f. 124. — ») m^ Th. 1 S. 118. — ») Avignon für SabUt Sachor. 
— <) Lu«z. Diwan N. 34. ATign. ms. — ») Ms. Kopenh., ed. 1645 N. 56. — 
•) ed. 1545 N. 57. — ») Dukes rel. Poesie S, 160. 



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— 206 - 

Binjamin. Jede Abtheilung bat 5 oder 6 zweizeilige Satze, 
die mit dem Schlagwort anheben und einem Verse endigen; 
die Äbtheilungen werden durch Uebergangs-Strofen mit ein- 
ander verbunden. So folgt auf die Sätze rCTin 8<b, die mit 
njD yttn nmon abschliessend die Strofe: 

.p)wn nh ^t<r\ '»:dd «t» •pii'» i^nsD^i ^iwn in^iin b^ p^mn njn 

Die 3 Sabbate vor dem 9. Ab und diesen Tag selbst ver- 
herrlichen zahlreiche Klage-Gedichte; die Compositionen für 
das Neujabrfest sind aus dem Avignon-Machsor und die für 
die Bussezeit und das Sühnfest anderweitig bekannt. Seine 
Tisch- und Hochzeitlieder sind in viele Gebetbücher überge- 
gangen. Hier mögen noch seine Poesien für Hüttenfest an- 
gemerkt werden. 
Hütten fest. Introduction: 

yrii bv nbnw ^sir n^ss >no*? n^ 

TTn*» ^^3^ ^y^D ^nn Db^};b^\ 

yn2D Dw ^yM< hhrv no ^ijn 

■piA npwnn Dtp nwic' '•2^^ n 

•p«:2 >j;dt »TD^icn ns h rbvn 

Nischmat '»Xi'^N JHI Hü^D D'»"PT TOtt^:, 5 Sätze. 
Kaddisch TDIH pitt^ ^^'•3 nnOB' b», endigt min ^na^ 3^ 

Ofan )1k6 in^*)- 

Ofan») h nc«> BTlp oncmp ^3 IT, dessen letzte Strofe 
lautet: 

DW02 ni3:«w nitn'» infc6 o^Trhsb Tnn rninp f?yn 

ibn by D'»:inn oncnnn T^mi D'':n«n "^ynnb mtß^E): iKin 

.i'pisiD "isjTi t<b D'»Dn my '»3 

Ofan nW^S:n p« np\ endigt niN-u nVH niD1'nD3 mbi^ »"Wt; 
m«sn yy)i6 ik^k niNttn:3- 

Meora D^^BIT ^T) Htn^ IDI'TD "ir« on hoffit die Vertreibung 
der Christen aus Jerusalem'). Endigt uh)li D^'IIN. 

«) Luzz. Diwan N. 67. — «) angeführt in Sam. Tibbon Qion Tlp^ S. 44, 

- •) D^^m n^. n^n ^nd? d^dow ahnw nia riNDO üfwn n)»- 

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- 207 — 

Ababa jra^ '»D ^in yH roi\ endigt -pntrfe T^n-iw >»0 
■prattn pni ^7K. 

Ababa >Dnn HDI '»arm HD rW*), endigt ^OW JTT ^D 'HD nü^. 

Sulat D^bli Pnn DDWS üh'm nna dt», die Schlufiszeile 
jeder Strofe — die letzte auBgenommen — hebt p*) an, «• B. 
die der vorletzten "f? VSXtM p ^y T^S jm p. Ende IDip 
m'TTjri. Akrost. bWDB^ "TD miiT. 

Geula ^3fc<D ^ nH B^ KBIDl rOHH ^. 

Silluk Ü*»3W DYTP p©S H'^JITNI DTTob '»DT? Wß^« nach D"«, der 
SchluBS hat Reim ra, endigt ra'»30 ^3 ^ vn\y\. 
Der achte Tag Azeret. 

Introduction ni^VDH ntTTP in 6 Strofen. 
Thorafest 

Introduction rrho ^ rhD'pyh HfrCP*), oder rVTH^ nTO^*). 

Für Nischmat: '•an "p^JD ^D'» '»nstt^ T^V«'). 

Ofan "^tO^DX H^ H^. Der im romanischen Machsor be- 
findliche Ofan jn3D W 'yr\n y^ (Refran 'H p'py D^^IDW 
niftQ!t) ist nicht ganz sicher, auch scheinen Strofen zu fehlen. 

Meora IHTi ^»0^)2 p, endigt Tlj;: t6 m«l'). 

Ababa TlboO pDTT'). 

Die Arbeiten Jehuda haleyi^s wurden in Diwane gesam- 
mdt, blieben das Muster für nachfolgende Dichter; viele ver- 
suchten zu ihm emporzuklimmen, doch keiner hat ihn er- 
reicht 

Der Herold und Lehrer für die romanischen und germa- 
nischen Länder war Abraham b. Meir ihn Esra, im Jahre 
1167 in Bom gestorben. In Italien, Frankreich, England dich- 
tend und arbeitend, theilte er die Schätze der Speculation und 
der Poesie freigebig aus, den Zuhörern reichen Stoflf zu eige- 
ner Bearbeitung gebend. Durch ihn kam die Kluft zwischen 
Piut und klassischem Stil zur deutlichen Erkenntniss. Doch 
war das Dichten nicht seine eigentliche Thatigkeit: Zahl und 
Maass lauem in seinen Versen und aus den Worten springt 

1) ed. 1545 N. 11. deutach in Geigen Diwan S. 62. — *) vgl. Isaac 
Giat oben S. 197. ^ «) Ms. Kopenh., ed. 1545 N. 44. Luzc. N. 59. — *) Lnzz. 
N. 38. — ») nb^« f- 147. — «) ed. 1545 N. 31. span. Machaor. — ^ nV^K 
f. 146 b, wo Schills» der vierten und Anfang der fünften Strofe zu yerbesaern 
ist in: 

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— 208 — 

des Gedankens Blitz, nicht das Bild der Phantasie hervor. 
Von seinem Diwan hat sich nichts erhalten; aber es sind von 
ihm in den Mss. verstreut etwa 150 religiöse Poesien da, 
welche fast sämmtliche Festzeiten umfassend uns in grösseren 
(Maamad, Aboda, Tochacha) oder kleineren Compositionen (Re- 
schut, Ofan u. s. w.) vorliegen. Die letzteren, die ausser den 
Liedern eilf Gattungen umfassen, bestehen in folgenden: 
I. Reschut. 

1. (Pesach) Tina -»a» p«a ns^ t^wu maa nrn nvyh ^vd^ 

*]SnK. Sehnsucht nach Zion in zehn Zeilen, endigt 

2. (8. Azeret) in zwölfsilbigen Zeilen. 

mal noND ima aa^ niaa i^hnt^ "h^ 
.niNi batt^ DipD nmp nipoo n^^: tno 

3. m^ND D-^^n ^^püO nSlS«, eine Eröffnung (nn^DD). 

4. ajn« nja yai^N. 

5. (Thorafest) n\pt< nic'a '»n npaiN ^ nna. 

6. (Wochenfest) D^nicn u^bit^ nncnn mm«. 

U. Mocharach. 

1 . (Hüttenfest) rh^hv ir\)h nnifi^ ^a rm n^m -»wa C96 rm« , 
worin es heisst: rw: p^a moH« HD myi np^ «m^i ^31 
nD-!xn ^y ^i^a in:« ^^ non mon r^pa ^lai run«; 

die festliche Verwendung ist lediglich durch die Worte 

laoa '»JJDin begründet. 

2. mn «Sd San mic^Kn '»ba in«. 

3. (Hüttenfest) Eingang: '»a^ [yr IDKO "»a^pa ^H ^«. An- 
fang: ny «in "»»< ^ni?' ^TID? rua. Gott ist sein Trost, 
seine Stärke ^ap l^yi n: '»aiCTia IDIS'l). 4 Strofen, endigt 

^a-n nitc^n injn 'apo i^:b3. 

4. (7. Pesach) -[«"l DTOl DJ;dA HNVI "|«^D pN mit m 
schliessendeu Strofenversen, endigt H^ bhiV tCi^ DJTI. 

5. (Pesach) m)i nj;a ■jrta ddn, endigt ni« '»:^}; in'» ta 
roten. 

6. nmnS "»S nnns« '»a nnOK'«, ein Erlösungs- Gesang, 
4 Strofen mit Mittelreim; endigt IT»« "lai yOB^: naa ^a 

7. Eingang: UDXa D'»'»n HH -pya i:i1l&6 p^n '»n b« DBO. 
Anfang: iroiDH n^ir\ lOilD«. Die Schöpfung verkündet 

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— 209 — 
den Schopfer. Endigt nnw N^n )X\V2D DI« n«cn DW 

8. (Zweiter Sabbat nach dem 17. Tammus) Eingang: by 

^ro \n29 ns '»:dd -»d "»^n^ hd« ^:v2r\ -ir^, Anfang: nisD iTn 

DD'UI DHD^. Die unglücklichen Ereignisse, welche die 
Auflösung des Staates herbeigeführt, werden nur durch 
Zahlen angedeutet (yD^fc« nxjDO D'»nB^ nmp, ntih^ p ^J? 
HBWi Ijn^N u. a. m.). Endigt ^:j; rwi "|S nSi '^ITB:. 

9. (Hüttenfest) Eingang: bj nö2^: "py h pN ntS^N ^N DB^ 
•pDTl '»n. Anfang: n^by: ^D bv) IHN. Letzte Strofe: 

7K rasy: rom n3p rany n^ra ncn roi: .tss i*? no 
."pix «3 '»D nsn 732^ Ti« Sy iiy '»mn 

Der Schluss widerspricht Abenesra's Ausspruch (syn. 
Poesie S. 63). 

10. r\^ no "piK |t02D 'O:! nn«, Mowaschcch, endigt p 

11. -TttG Sd nni '»n ^d noB^: non^ «^ fc^o^ bSnn ^bn, An- 

fang: Jiy ^^ |W ]rai -[^ pw. 

12. TI'^B' ynVi< ^22b nm ^TD, mit '»n endigenden Strofen- 
versen. Endigt Tl "piy "»D. 

13. nnn 73 D: ^« ^3 rwo». Von der Seele, in welcher 
Hohes und Niedriges vereint, deren Sehnsucht nur 
in Gott befriedigt wird (übersetzt von M. Sachs S. 111). 

14. TI bt< U^r\bi6 ^^: n«DS mit ^r\ schliessenden Strofen- 
versen. In der Handschrift hebt Strofe 9 an b'D bv 
yij) Itnnn ^non und vor der letzten ist noch die 
folgende: 

die wohl nicht acht ist. 
16. Eingang: -»^030 nmiß^ n^33 bvh ^VOtO "pP«- I» den 
folgenden 5 Strofen, welche des Schopfers Unergründ- 
lichkeit schildern, begegnet man den aus den Philoso- 
phen bekannten Ausdrücken miJil IDn, miüpH WU^, 

-iDsm rv)r\y m3\xi moDi mno, ^Dtnoi b^Dttn^) byv, wel- 

ches Abenesra's Autorschaft nicht ganz sicher stellt, 
zumal ein Mocharach gleichen Anfanges von Jehuda 
halevi da ist. Anfang: «^3 \trw ^D^ «113. Ende: 

^n ^3 nDK^:i nrvi nn« '•n^ ns. 

Zw» LlUrfttnrgesch. d«r syn. Poeti«. 14 

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— 210 - 

m. Kaddisch. 

1. HDB^: ^D %1^X ^1^ in 6 metrischen Zeilen, endigend 
^B<obv^ iCD rvüii/y akrost. DHIDK, wird im romanischen 
Machsor Abenesra zugeschrieben. 

2. nPN 'Wl b^b mnnn M^« (übersetzt von Sachs S. 117). 

3. '•im HDD bv ^nam no)ßyi nr\2^ ^nruN, endigt ^t:'» loccn 

^nbnp 3"1p3, für die Sabbate der Trauerwochen. 

4. yim^ m:i b« -»Dn 2'''T: HD, endigt 13003 "»DPO ^ "pp2V 

IV. Barchu. 

1. yjn lOjr ^^23^ HD"»«, endigt ^b )Ü)p Dl"»^ TOH, 4 Strofen. 
Es heisst darin "DD pn: nOD '»H W IIDD 1^0^ N*?!. 

2. I^IC^D Onni'» bv Ti^ T'^VB ^N in 4 zehnzeiligen Strofen 
[Sab, ccdd, AA], ist nicht ganz sicher; der Schluss 
lautet: lil)^^^ 'n D« "p 3^03 W Oy 13"I3. 

3. •»mo^ Sd "»K^S: ^'pj; ])bH für die Trauer-Sabbate. 

.4. 'n jw:a nbn3i&< rnim n:n htodk, der strofische Vers 

schliesst 'n. Die letzte (5.) Strofe niHN D^n^X 31Ü 
endigend 'H H« 13^31 W miDH n'»»' TTm scheint Aben- 
esra nicht anzugehören. 

5. 7P3 ''tc'D: '»3 JT)^) -ptt; 1133 3:»^: '»3 -pcr^. Mit dem- 

selben Keime, 4- und 5£altig, schliessen die drei fol- 
genden Strofen und das Ganze mit Dtt^ D'IS^ f TOm 
71133. 

V. Ofan. 

1. ir'iini iin^ m D^i&rnp msN, endigt 3pjp »np n«. 

2. n3K^n «ni3 Nim nil« nin'» 1U;3 jnw, von welchem Ofan 
S^IHD ^31 1U;3 in« (ed. 1545 N. 196) eine Variation 
zu sein scheint. 

3. IDN: ^553 n3 ^13 IHN. 

4. D'^Dlißr VUnK^ Itß'N Sn. Den Zweck der Schöpfung er- 
kennen wir nicht; die Himmelskörper folgen dem gött- 
lichen Willen, in Büchern ist das Schicksal der Ge- 
schöpfe verzeichnet, doch nur Propheten verstehen diese 
Bücher zu lesen. 

5. n3DD «13 ^n b«. 

6. 1^3*?: 11D3 pW bt<. 

7. npi nnr D'»b« •»^3 *?« *?«, die zweite Strofe hebt an 
TODB^ ^^3 DIND U^^tTttTTO Ons. 

8. ni:in j?31K3 ni30o j;3i«. 

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— 211 — 

9. Eingang: ncmm ^ilX min r\OWt< "DIÄD nia. Anfang: 
Tinn ••rrn D*»»^ (übersetzt von M. Sachs S. 112). 

10. (Neujahr) 12^0 \tmp) ly pw cBira '»nb« o ^:rjn inn 

npT2t2 mit dem Keduscha- Verse endigend. Ueber den 
Bau 8. syn. Poesie S» 102 u. f. 

11. DW nicmp TIND D^D DW^y nuno, worauf noch 4 fünf- 
zeilige Strofen folgen, die den Planetenlauf besprechen. 
Anfang l^'pD 110 rhv: "WK "inN; endigt bi6 OHih r\Vrh 

12. D^^ non« '»n D^^m D^B^. Von den 10 Halbzeilen 
der Strofe reimen die ersten 6 und die letzten 4. Die 
Bahnen der Himmelskörper bezeugen Gott. Endigt 

0^20 m22 ü^ IX 0^12] D2 D\Xin:. 

13. Eingang: hn 1122 OnDDD U^üW. Anfang ^22 Hini« 
"»yV lin D'W12. Endigt ^Nna^i ^32 W ro. Es werden 
die Engel Anael, Rafael genannt. 

VI. Meora. 

1. uh)y\ D'»B5ßD pJO Tins nj; mn«, Mowaschech, endigt 

D^^rD omx rwyh an\ü) u^td ly. 

2. n'»2n '«3» pysw ^StdI ^TO Sn ^N, Mowaschech, hat 
ausser dem Eingange 4 zehnzeilige Strofen. Endigt 
nw^ tT»U 12^11 rm22 "|Sd n2 21^^ ny. Vgl. syn. Poesie 
S. 11, 238. 

3. nm2: byiö hdiw ^ ^x. 

4. ntcn bsty 2'?2 y^ ^ryi '»2b ^b ^•»BB^N hat Anklänge an 
die nächstfolgende. 

5. -^yrawn rai DIIN pn^ -»^n nbo ""ID py nia, Mowa- 
schech, endigt '^T\Th rb\t^ ^HD«! 7^1«. 

VII. Ahaba. 

1. (Wochenfest) ^rD2 pip Dy by nD2D^ in^to: ^Dm brw 
ni2T;:2, endigt HO n22B^N T'n2n« in pn2i '^h^h 2W« 
n2nN noy: noi D'^dv 

2. (Hüttenfest) T IDB'^1 T nniX, endigt n2n«n H« ni22*?. 

3. im« F}^«Ni ^^x -»tsny nn«, endigt ib nn2 2py^ ^2. 

4. i:ranN obiy nai« i3n*iD«n -|m2 bw m2 bn. Im Ge- 

gensatze zu dem wehmüthigen Kummer der Nummer 1 
bricht hier der Zürnende in die Worte aus: lieber 
längst um's Leben, als für ünvolk hingegeben 1 En- 
digt i:nyT )n2b ^2. Die Handschrift hat nur 4 Strofen; 

14* 

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— 212 — 

im Machsor von Algier hat der Buchstabe 'H des 
Namens noch eine Strofe 1W TiS^N nn\ W btmn. 

5. Eingang: V12V H« M -p niTKi) 1'»'T3J;d '»:V? rhx^ ^H. An- 
fang: inimx poKN HD^ n. 

6. nnij; •m ^y nS'»N, Mowaschech in 5 Strofen, zum 
Theil mit Tedschnis- und Silbenreim (nTi— DITO zu 
"^B^IT); der Strofen vers schliesst rQlN und das Ganze 

rant<r\ hn nnD*? hzv «b. 

7. Dnp DJ? nn:*»! ins'^ 1211:1 ^« bn. 

8. Eingang: niDnn «^ Tiob^ PCN "pi Dn«n DX. An das 
zehnte Gebot anknüpfend wird zur Tugend ermahnt 

Anfang '»oy Din 'i^ -|j;n'» b« "«y niDnn «^ ^yn h'^d. 

Ende n3y IDttn 1133 bwb HD'»»^. 

9. D'^nyio lyiDb nDi^ni nstc^ Dip td«. 

10. ni31 n^te n3nx ni33 pnüböb, ein Zwiegespräch zwi- 
schen Israel und Gott; Anfang p« '»33 nüDn ^3«. 
Der strofische Vers endigt 1133. 

11. '»3ayn no rp3jj "[S no. 

12. '•im'» n^N ^D'»3'»::n'^''o. 

13. Eingang: rOH^ nD3n D'»yB'D ^3 hv) N3 ^in '»3 HTOÄn ^n. 
Anfang: D^3TN nV npWH HSm«. 

U. (vielleicht) ^1103 nno 7« milö Htt^ HN, die folgende 

Strofe beginnt ^31 NttH niW3, die dritte und letzte 

HNop Bn3Sb, welche ^b •»nn3i 7^53 i^3o liosinb ^n3B^ 

yyiy^ TOn endigt. Vor ihr scheint eine 1 anhebende 
Strofe zu fehlen. 
VIII. Sehern ah in^B^n ^W^ rVH^ü IIDK' mpn n^D« endigt 

DDiö'pi niN^ lon. 

IX Sulat •»niN3«1 ^^•»n '»n |1D!J^ now in 4 zehnzeiligen Strofen 
[Sab, 4c, A], Schluss: H» IHDin Itl Hiy piy3 fcOlp 

^nniyb rmn nT\ intß'io: mn n^p ini3D -oy, womit der 

Schluss von Geula N. 9 zu vergleichen. 
X. Geula. 

1. ^y "I« nn« d^otd nmiN endigt ibw^ d'^di OBto) 

2. n«*? n« ni:ynn3 m\ , , ^ . , 
n^TO by rhm mih ^mi f ^" ^^^*^* ^^^^^ ^^^"^" 

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— 218 — 

zogeachriebenen Geula Anfang, der stark an Ahaba 
N. 6 erinnert Auch der Schluss TITIKD nnns DW 

Vivpb r6wvi BöiWD -f? ^d ni:iD2n rh)^ rjD vianpK ist 

nicht Ton der Dichtersprache unseres Verfassers. 

3. hnn TiDI nsy Oipo jrw «^1 pKTl« Mowaschech; schliesst 

i^pw: K2^i nbjp. 

4. ü'^y^h r\tnp: btntn *?« im Bau gleich dem Ofan N. 12, 
ein Ruf nach schneller Befreiung von dem Drucke 
der Völker, deren Namen die Art ihrer Gewaltthaten 
bezeichnen [syn. Poesie S. 452 N. 6], Refrän i:b«: "O 

"pts^ D^iyo (Jes. 63, 16). Endigt roT\ ms ny nn\i) 
"joy by M non m^^DsoD. 

5. 'Q jn notO '»3'»1K DN. Der Dichter fragt bei den Pro- 
pheten an, aber keiner weiss die Erlösungsfrist. Wie 
es scheint ist das Stück kurz nach A. 1120 geschrieben 
Cfy ü^vbQ D^itt^ ^bn O). Die 4. Strofe endigt miT 
^(6&, die übrigen schliessen mit "h und das Ganze 

mit "6 nn^ mD-w pb non: "h nn\i rwi. Die ersten 

4 Strofen haben akrost ülQHy die letzte (5.) hebt an 

6. p3n« nöVD -pi D«. 

7. -irw "»nnD dt» dk endigt min ^ddAi nn^ iDUob wi 

8. nco ü^rbi^ ^3D rUD« Mowaschech. Das ewige und wahre 
dem sinnlich -vergänglichen vorzuziehen. Schluss: ^D 

n« noa; '•^ nn«^ m-r» ^hn^^ oht^ no^n ^d^-q njrriN 

hm). Die 2. Strofe hebt ^y^2 (nicht rü2) an und in2 
ist in "^frO zu verbessern*). 

9. "h^) ^yro nru bv '•mS HÖIV vom Hohn der Feinde 
und ihrem Drucke wird die Befreiung erfleht. Ein 
künstliches Mowaschech. Die Schlussstrofe lautet: 

rhtc ^üsira rütt^ m^ nb^o rano np wd rhrv ^ra^ 

Dip mriD ]DB^ suß' '^n:^ «^3ii rhw n^s '»ski n^n^ rup "f? 
^Kab mya mn. 



1) GiDse Oxford S. 82. 

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— 214 — 

10. hintrh b«in b« «'•3-1^ 1\V bw ist der Eingang des 
aus 4 Strofen bestehenden Gedichts, jede Strofe hat 
5 Zeilen und einen b^ms^^ schliessenden Strofenvers, 
in sämmtlichen 20 Zeilen reimen die ersten 4 Worte. 
Anfang: OniDD OniHD OnUD OmON. Endigt: JTÜD 

bint^^2 M2^ tr\py\ btnnrh sb' yw^ jddi ym. 

11. i^'pinnrD \ntn hy^, endigend ibxu «DI. 

12. Eingang: btntn bnp mij?^ nD)p btn^tn msD tn\pty\ ms, 

Anfang: HDI •]3'»D'» D''3D^ '»bfc<, hat 4 Strofen jede zu 

5 Zeilen. Endigt: ipr\p2 bm binnn Tj/? -pitra nny 

13. (Purim) *?« ^N ):^'V DH nSoD ^N^ip, scheint Ursprung- 
'^ lieh zum Tischgesange bestimmt, wie die Schlussworte 

besagen, dass süsser Wein getrunken werde, das erste 
Glas dem Herrn, das zweite Michael und der Freiheits- 
becher die Runde mache und — der Erloser kommt 

14. d'pw' ^d nnDx nnD ^"w. 

2X Schalom. 

Darf man aus dem Yorrathe der mitgetheilten Stücke für 
die Arbeiten des Dichters Schlüsse ziehen, so hat Abenesra 
für Introductionen, Kaddisch, Barchu und Meora nur den 
dritten Theil geschrieben von demjenigen, was für Nischmat- 
Einleitungen, für Ofan, Ahaba und Geula von ihm geleistet 
ist,, während Schemah, Sulat, Schalom nur als vereinzelte 
Fälle erscheinen. Allein jedes dieser Stücke, einem in sich 
abgeschlossenen Thema, bald der sittlichen oder nationalen 
Sache, bald einem religiösen oder philosophischen Satze ge- 
widmet, zeigt die Sorgfalt für Gedanken sowohl als für 
Form; der Werth des Stoffes, die Schönheit des Gebildes 
macht sie zu den Kleinodien am Prachtgewande des spani- 
schen Fiut. 

So reich begabte Geister blieben nicht allein: Noch 
Andere aus der grossen Dichterschaar des eilften und zwölften 
Jahrhunderts haben für die Synagoge gesungen. Unter den 
Stücken, welche die Namen Chija, David, Jacob, Joseph, 
Jehuda, Samuel zeichnen, gehören unstreitig mehrere spa- 
nischen Autoren jenes Zeitalters, ohne uns nähere Feststellungen 



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— 215 — 

za erlauben, während die als synagogale Dichter genannten: 
Jehuda Giat^ [hebr. jn^ p] in Granada» Joseph Sahl«) 
in Cordova, Ahub b. Meir K^yi für uns nichts hinter- 
lassen haben, daher wir uns auf folgende beschränken 
müssen: 

Mose Abulhassan ihn n^pn wird yon Mose b. Esra 
kurz nach Joseph b. Chisdai genannt. Von ihm ist die Ba- 
kascha, welche anhebt nipm nD>« "hx TTHN. 

Joseph b. Meir ihn Mohadscher (I^NriD)*). Dem 
Isaac ihn M. und dem Eidam eines M. widmete Jehuda ha* 
leyi Gedichte. Mose b. Esra führt Suleiman und Abraham 
ibn M* an; ersterer war ein Zuhörer Alfasi's, letzterer ein 
Beamter des Königs (Vezir) und ist vermuthlich Abraham b. 
Meir^) welchem der Tarschisch gewidmet ist. Möglich dass 
Joseph b. Meir der Bruder dieses Abraham ist. Seine vier 
Selicha's zeichnen 1^«0 "13 ^V ^^, die N. 1 und 2 auch noch 
TÄTü )3«, N. 2 rh)P, N.3 jtOp, N.4 ppn. 

1. D%nm insT» ^D piN Mostedsch. zu Y^t<rr\ D'TSB^n )hy), 
endigt p«a D'»IDDW ü'^rht^ \tn y<. 

2. r63ni nm^on D1^ für den Busse-Sabbat, eine Variation 
des 92. Psalms, endigt niKnn ly 'H ^. Die ersten 
Worte der zweiten Strofe •»::i njn^ nnSK sind der 
Anfang des Mikamocha Jehuda halevi's. 

3. '»nDtra yxh »fiD» Most, zu y\^2 fco« fion ans '»w. 

Die Stelle piN "»D "pj» fc«N «^ erinnert an Gabirol 
und Giat*). Endigt jr^2 ^N TOID fTinS. 

4. "pDnx nn« ^b« Most zu nin oyn jij;^ w n^o, endigt 
ni irnb« rcn. 

Sämmtliche Stücke enthält das Machsor von Tripolis. 
Eines der beiden letzten ist wohl das bei Pinsker ^^^p"h S. 122 



1) Mose b. Esra und im Jachasin ed. Lond. S. 229 , Jeschua halevi Vor- 
rede zum Diwan (Lnzzatto excerpta S. 15 vgl. S. 61 und bei Geiger Diwan 
S. 169). Tachkemoni c 3. Das Schalom D^Bjp^ n\ gezeichnet HTirP» ^'^^^ 
ihm jedoch in einer alten Handschrift zngeschrieben. ~ <) >t^^ ')2W i^^ ^^^ 
Joseph b. Suli, nicht von Joseph b. Sahl (vgl. n"3 4, 90). In rm'hp "•• 
Oran ist für die 19. Nacht q'>X3 7»^« ^^feTT» welche akrost. Joseph nSxriD 
hat — ») syn. Poesie S. 218. — *) unwahrscheinlicher der in Toledo woh- 
nende Abr. b. Meir Kamnil (>tH S. XIV). — ») Dukes Poesie S. 160 An- 
merknng 1. 

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— 216 — 

vorkommende, wo nur p — l'^ND ^2*D PjOI'» aber kein Anfang 
angegeben wird, 

Jehuda Samuel Abbas b. Abun, auch genannt Abul- 
baka, aus Fas^. Sein ist nDDH^ |Un njnt^ Dj;, Akeda als 
Gebet am Neujahrstage vor dem Schofarklang , in dem, nach 
diesem Dichter genannten neunsilbigen Abbasi-Metrura, in 14 
fünfzeiligeu Strofen mit Strofenreim; lebendig aufgefasst, schon 
dargestellt. Akrostichon der Strofen: ^WDie^ m)rv B^NS?; da- 
her meinten Einige*), diese Akeda sei von drei Brüdern ver- 
fasst. Ueblich im griechischen Ritu^, und in anderer Ver- 
wendung auch in Deutschland, Italien und bei den Karäern. 

Joseph b. Zaddik, bei Mose b. Esra: Abu Omar b. 
Zaddik, im Jahre 1149 als Richter in Cordova gestorben, nennt 
seine Zeit leerer an Geist als alle vorausgegangenen; er ist 
ein Bewunderer Jehuda halevi^s, der ihn besungen und hat 
vermuthlich mehrere von den zahlreichen Gedichten geschrie- 
ben, die mit dem Akrostichon ^V gezeichnet in den spani- 
schen und afrikanischen Machsor angetroffen werden. Aus* 
drücklich ihm zugeschrieben fand ich indessen nur 1) Meora 
"»imp m« ^b und 2) Reschut nSjP rSüb 111J ron« by, welcher 
nS"Un« '»JN endigt Sein metrisches Gedicht ISp p^TO i:!©"» 
rrnny hat Luzzatto gedruckt 
Salomo b. Jehuda Giat, vielleicht ein Enkel Isaac Giafs. 

1. ^nil ^2b^ 'TINDIJI ^rrw zum Fasttag des 10. Tebet, en- 
digt ü^üm NDD bv> 

2. rrhv '»OlWD ):^V n^'SliJ Wjr, die rx\^:y bilden die Strofen- 
schlüsse, endigend mit nbia K*iu6 t^O. N. 1 ist im 
Machsor von Carpentras, N. 2 in dem von Castilien. 

Isaac b. Levi. 

1. Selicha für den 17. Tammus in 10 Strofen, anfangend 

rap •»'»na ^rrrtr dv, endigt '»nnijrb rwn (Sizilischer 

Ritus). Ist pn ^h 12 pr^ gezeichnet 

2. Gesang pr l^tt'^ W für den siebenten Tag des Pesach, 
dessen 18 Strofen mit den Versanfängen des Mose- 
Liedes anheben und mit Versen aus dem hohen Liede 
schliessen. Das Akrostichon gibt dreifach ^lb ^3*0 p^SP» 



^) Geiger Diwan (1851) S. 144 indentifizlrt ibn mit Jehuda aba Sakaria 
b. Abnn in Sevilla. — *) Machsor Livorno 1791 f. 10 la. 



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— 217 — 

Der Ausdruck ptl yp rhy* erinnert an den Gesang 
JPOttn nsut^ ^p2 'n. Mose b. Esra erwähnt eines Dich- 
ters Levi b. Saul aus Cordova, der in Tortosa lebte; 
vielleicht ist der unserige dessen Sohn. 
David b. Elasar ihn Bekoda wird von Charisi unter den 
Dichtem aufgezählt, die in der ersten Hälfte des zwölf- 
ten Jahrhunderts lebten. Acht Gedichte mit seines 
Namens Akrostichon sind von ihm bekannt'); doch 
gehören ihm wohl mehrere die David zeichnen, etwa 
Mostedsch. D^DTTD ''ODWn "in« zum Thema WH rabo 'H 
tDJTB^; Pismon rßP ViSk ^^PdS hat im sefardischen 
Macbsor ed. 1519 zur Ueberschrift David b. Bekoda. 
Dieser letztere Name, den auch Bechai führte, wird 
in Mss. bisweilen TTVpt geschrieben; Mose b. Esra 
nennt einen Autor Ishak b. mip&. Dass der Vater, 
Elasar, Gebete verfasst, beruht auf einem Irrthum*). 
Levi b. Jacob eltaban, Grammatiker und Dichter. 

Nur „Levi**, zuweilen mit pFl verstärkt, zeichnen 
dreissig Stücke, nämlich ausser 3 Selicha's des Nürnberger 
Macbsor und den im Onomasticon aufgeführten noch folgende: 
1) mm ^DB^n, Meora für Wochenfest, 2) Selicha "»rnoV DV 

üho^jrhy 3) Ahaba niü "hysfo mr», endigend TOH« ^^yibm, 

4) Mostedsch. TKffp2 HISDN t6j endigend '':unn ^ip PN, 5) 3^ 
^IM ptt6l, Gesang vor der Aushebung am Wochen feste, endigt 

nornn njcrai. 6) Sei. "»anpa ^p^ir '»37, 7) ^iir m< rmrh (Ms. 

See. 13). 8) (viell.) '»Sk TOD VilOrh, Ofan für Wochenfest 
9) Ahaba n6: TTftO Hi^rb. 10) Selicha m^DT!« ''^^J? "f?, 11) Re- 
schut nre \tnyt<ü %n^ ^ yni VDb für den 7. Tag Pesach, 
worin der Bedrückungen der Christen und der Muhamedaner 
gedacht wird und welcher nay T3 endigt. 12) Kaddisch nDN 
mK33a N"™, endigend tnpm b^T)^ ITIIpOI. Ein bedeutender 
Theil hiervon gehört vermuthlich dem von Charisi gefeierten 
Levi eltaban aus Saragossa, bei Mose b. Esra ons^N genannt, 
so wie wahrscheinlich die folgenden alle, nämlich: 
1. mo: m33b 'n, Techinna in Ms. Fas Luzz. 



i) Landshnth im onomast S. 55. — *) Ein Ma. enthält aus nt013 ynit< 
JOrp nW o*"" d«"* Thdl Ton QTiHp^ rhych CyjIDX •"» ^•'* ^^^ Vaternamen 
gibt. Tgl. gyn. Poesie S. 218. 

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— 218 — 

2. am rtO min nch 'n, dessgleichen, cod. Bodl. 613 
N. 185, cod. Leyden 94. Beide Stücke zeichnen ^b 

3. "Wn ^JlöD \tni6 mit etro&chen Versen, die CTW endi- 
gen, zeichnet wie es scheint ebenfalls 3pjr "Q ^0; 
ist für Gedadja-Fasten in Tripolis. 

4. Mostedschab fcOp« D^B^» DD'6« zum Thema . . . ^3D 
nmon, für Sühnfest (Tripolis). Akrostichisch >T^ ^}K 

pn apjp 13. 

5. Mikamocha für Chanuca ipn nip*W plTD BOlb "|1DD >D 
mpioy D'^b^n teS mit 11X schUessenden Strofenversen, 
endigt 1W )tn TttTD und zeichnet: 2pjn 13 ppn lS *»:« 
pN pn. 

6. roiboni lyn •]^, eine poetische Ausführung (IDi) des 

«npisn M -jb*). 

Isaac jKIDtra. Mose b. Esra schrieb im Sommer 1138 
ein Trostgedicht für die Brüder Abu Omar (Joseph) und Abu 
Ibrahim jJ<1DB^ wegen des Ablebens ihrer Mutter. Da ein 
anderer seiner Zeitgenossen, der Abu Ibrahim sich nannte, 
hebräisch Isaac hiess'), auch Isaac Chalfun bei Mose b. Esra 
Abu Ibrahim heisst, so ist wahrscheinlich der Autor Abu 
Ibrahim ihn |^n3t&^, den Mose b. Esra auffuhrt, derselbe und 
eins mit dem Verfasser des Mostedschab riDTTD ni^i3 rniON 
(Thema Dip TT^yp yns) IDi). 

Isaac, der prOK zeichnet und vielleicht Isaac Erispin*) 
ist, hat sein poetisches Sittenbuch mit einem kurzen Gebet 

judd "^ysh rwat/rh Dp« geschlossen. 

Joseph b. Meir Sabara dem 12. Saculum angehorig, 
dessen Piutim in Mss. aufgefunden worden^). 

Chija Daudi, gestorben 1154, ist vielleicht der Ver- 
fasser 1) des Mocharach rvbü2 hbtTi HDÄ^n f?D, dessen Strofen 
tvbv ^1 anhebend ^^WH zeichnen, auch 2) der Keduscha VO} 
O^Dtt^; s. unten Chija. 

Schami. TTU b^^2 ^ilbtW ein Barchu. bildet akrostichisch 



«) in der ersten Strofe ^)b (*ßfP-^np*Tjn— C^fc<^)5 ^^« ersten Tier Worte 
der lettten sind: ^^2 Dp ^31]) U^'» ^^ beiden mittleren geben *^. — *) Ritns 
117, 133. — •) rn^f ^^' ^ ^) Steinschneider im Miebaersehen Katalog 8. 367. 
— ») 6en. Sachs in bciSH J»brg. 2 S. 13. 

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— 219 — 

"^OtW; Jose oder Joseph ibn ul Schami in Aegypten war 
ein Zeitgenosse Jehuda halevi's'). Im J. 1705 war in Venedig 
Bafael Schami*). 



Vin. KAPITEL. 
Anonyme Selicha. 

Die Ausbildung der Selicha, in das römische Z^eitalter 
hinaufreichend, hat ihren Fortschritt von Psalmen, Versen 
und Versgruppen, von Prosagebeten und Litanien zu reimlosen 
und gereimten Stücken, zn drei- und vierzeiligen, mit Ring- 
worten und Strofenversen, zu Variationen und Pismon*) schon 
▼or Kalir's Zeiten bewirkt; nur das Metrum ist jünger'). 
Um das Jahr 900 waren verschiedene Gattungen der Selicha 
bekannt, wenn gleich nicht unter den ihnen später zuertheilten 
Benennungen und das nächstfolgende Jahrhundert fand sie alle 
angebauet. Es gehören dahin: Selicha mit strofischen Versen 
gleichen Anfanges*), mit durchgehendem Reim, reimlose Akeda'), 
dreizeilige Tochecha^), gereimte Techinna*), Chatanu*), auch 
der zehn Märtyrer"), Pismon — wie anfJlüglich der Refrän 
hiess und woraus die Benennung für die Selicha entstand'*). 
Jünger, aber peitanischen Zeitalters, sind: gleichartige Aus- 
gange der strofischen Verse'*), Peticha mit stetigem Reim"), 
Selicha, deren Strofen mit demselben Worte anheben und 
schlieseeii''),Tierzeilige gereimte Tochacha'*), Chatanu mit Zeilen 
zu drei Worten"), Tamid-*^) und Thora-Techinna"), Pismon 



1) Jooeph Migssch Rga. N. 120. Diwin bei Lucs. Tirgo Jehi^dae 8. 20. 
— t) Wolf bibl. Th. 3 p. 999. — •) vgl. syn. Poetie S. 76 ff., 86 bw 102, 
155 ff. — <) du. S. 215 ff. — ») rrWV ^hv pi« ««d DTO Twn («yn- 
Poesie S. 113). — •) j^j;-| «tq^ pij^, welche Schcrira (Q^^n DlTIDp S- 1^*^» 
▼gL syn. Poesie S. 138) und daher Maharil ms. (^CSlp HD^Sl ^' ^^) ^* ^^^ 
den Zeiten der n^-TVn JXDI bezeichnet. — ^ npj» f K Dl«- — •) TID 
«prSTQ» b^ntr TWO (»yn- Po««>« l^^). — •) syn. Poesie 95, 166. — *•) das. 
S. 144, 164. — ") Tgl. das. S. 368. — «) ^^TTO Üjf ^«11^»» ^K^- GaWrors 

-TO -TD w- - ") nit03^n %i^ 'n. - ") un^sn rhvir\ uat/^ - 

i») Qabirol ^^S3W^ !•• G«»* Dl«7 inn^ HO- - '*) tu^Jin ro'D p«- ~ 
**) npn rb&C\ (Äi*M 135, Tgl. syn.' Poesl« 270). — «•) syn. Poesie S. 147 
Anm. e. 

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— 220 — 

mit reimenden Strofenversen ') , metrische Bakascha*) und 
Hymnus'). 

Die bis Scherira^s Zeit (960) verfassten Selicba^s^) haben 
keine Namens- Akrostichen, und noch Jahrhunderte später 
wurden ähnliche geschrieben. Von dieser grossen Anzahl ano- 
nymer Stucke sind — sehr wenige ausgenommen — die Ver- 
fasser nicht bekannt, und das Alter muss bald aus dem Bau 
und der sprachlichen Eigenthümlichkeit, bald aus der Stellung 
im Ritual ermittelt werden: bei mehreren kommen uns An- 
führungen, Commentare und alte Handschriften zu Hülfe. 
Einfachheit der Sprache, harte Wortbildung, Engelnamen 
schliessen grosstentheils ein jüngeres Zeitalter aus. Die Stücke 
für die Fasttage, die dreizeiligen für Sühnfest und die dem 
Busseritual sich anschliessenden Sachen sind alt. Saadia's 
Siddur') gibt einige und dreissig Selicha's für Fasttage, Busse- 
woche und Sühnfest, hierunter für Esther- Fasten folgende noch 
in EafFa übliche: 

b)i2 ^nUD W in 6 Strofen, mit einer Reminiscenz aus der 
Pesikta Beschallach'); es wird der Erschlagenen des 13. Adar^) 
gedacht Ende on ron jTO^. 

ny b^iyhbyü TDWin 6 Strofen, endigt ^HH l^^-pp^D rUD lt(t\. 

mDDK "»DliJ ara ^nift6n in 8 Strofen, die durch Esau er- 
littenen sieben Verfolgungen schildernd. Ende: ^2tC^2 "^K 

Unter den Saadianischen Stücken ist Selicha nVM ^3K') 
nnriD lO^y: eine Variation vop, HD« riÄDN ^3«; Selicha VRW 

^nJwn und i?)Dwn mnn eine vom Gebet n'»3jnt'D n:y. Die stro- 

fischen Verse von Selicha ^HTIHD D^ynn bi< HDW oder 121tß^ 
anhebend, beobachten im Schlussworte — das zugleich Ring- 
wort ist — das alfabetische Gesetz, endigen ■pn^t<i, D^JPn, 
TD! u. s. f. bis Dimi; der letzte Vers ist 'H TJ? hm^ rom. 
Drei parallele Stücke mit stetigem Reim, für Schacharit, Musa{^ 
Neila führen folgende Sätze aus: a) der gebrechliche Mensch, 
der Sünde unterworfen, könne mit Gott nicht rechten, dessen 
Grosse im Vergeben kund werde; b) das Gebet vertrete die 



*) V/lp n»'» ▼«!• ^^' S. 199. ■— •) daa. S. 89. — •) das, S. 94. — 
<) das. 8. 163. — ») Steinechneider catol. Bodl. p. 2210. — •) *jj)o 3^ 
'd^' — ') ^to« S. 126 Anm. b. — •) «yo. Poesie S. 159 N. 3. 

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— 221 — 

Opfer; (c der bekannten Sünde werde die Befreiung folgen. 
Die erste ^Wür\ DV irw, endigt D^^«3 ^IDD ^; die zweite 

rünn n^ jxh t®b^«, endigt w rhu noix^ ^rrbo rujn; die 
dritte 'h)p) 023 jnDN endigt DT^no ^hy) üw:^. 

350 Jahre nach Saadia Gaon stellte Menachem aus Troyes *) 
die in seiner Heimat üblichen Selicha's der Bussezeit zusam- 
men. Die genannten Verfassern angehören sind sämmtlich 
älter als das 13. Jahrhundert. Folgende sind die anonymen: 

1. W uro y*2H, die Uebertretung der Zehngebote be- 
wirkte den Tod der zehn Märtyrer; bei jedem einzelnen 
Gebot wird ein Name angegeben. 

2. nt^p^n D'»:nNn '':n« Pismon in 9 wohlklingenden acht- 
zeiligen Strofen mit strofischem Reim. An die Ver- 
dienste der sieben Heroen — die Väter, Mose, Aaron, 
David, Elia — wird erinnert. 

3. "pon 2TD "^3X, doppelt alfabetisches Bussgebet, mit 
bleibendem Reim "I^P. 

4. D^« 1DBK, da die Opfer aufgehoben müsste der 
Sündenschmutz bei uns bleiben, wenn Fasten und 
Beten nicht Vergeben bewirkten. 

5. nm D^ h *1B^«, metrisches Tachanun [s-/ vier- 
mal] in 6 Strofen, die erste Strofe hat 3, die zweite 
und fünfte je 8, die übrigen haben je 7 Zeilen, hat 
Strofenreim und endigt «3T» WH) Ü^D -|ira. 

6. Ticnp ^DM bi< nnni^N Bussgebet, das sowohl mit 
N. 4*) als besonders mit N. 22') bemerkenswerthe 
Parallelen hat, wozu auch der beiden gleiche Anfang 
gehört. Mit letzterer hat N. 4 den Ausdruck rolH 
yh^nü )üh gemein. 

7. iwy) 1153 ^^^3 für Sühnfest- Abend, reicht in 5 Strofen 
nur bis zum Buchstaben 'y; die Strofen 2 bis 5 endigen 
nitOpD mit folgendem im ID u. s. w. nach den Exod. 
30, 23, 24 genannten Salböl-Gewürzen. 

8. W rhu U*rht< dreifach alfabetisches Gebet för Neila. 



*) Ritas S. 28, 134. — *) IJQ OyorT) tCTH *>«g»nnt in beiden Selicha's 
der Buchstabe 'i. Vgl. ^jf^^ »n dieser Stelle auch in N. 8, 22, 23, 32, 82. 

- •) n«^rü TjD crom, Tppi (7^« D^pjn), ^djd ^^, yn) ii32Uß6 
(•py 31186)» ttQim byrb 6m yi«)- 

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— 222 — 

Die Strofe hat drei Theile, jeder Theil schliesst mit 
einer Bibelstelle und einem Refran. Strofe 'H lautet: 

'^W Tbv^ cne. ntni 7:^; nps nt<byi cyn 

Den ersten und zweiten Refran hat auch lfthti2 hti 
twyo te (rom.), alle drei hat nODVO p«*)- ^i« I^- 
troduetion zu diesem Gebete ist ebenfalls das aus dem 
deutschen Machsor bekannte ^V^ZTi rus** U^T\ u. s. w. 
bis pyi Nun DJD. Die letzte Zeile ist: rültO rstC^n 
DTi rOD "»D "[2 ITOK^ IDjn "p ^Orb. Dem HDÖJ» )3« 
gleich wurde auch diese Selicha an mehreren Stellen 
durch die Rezitirung der Middot unterbrochen. 
9. ^iPl^D ^IP ]M ist unbekannt. Die Worte erinnern an 
''iPOn ni«n p in der Tochecha TIDH D« Mose b. Esra's. 
Vielleicht ist die Selicha (N. 30) ^t no« fcü 1%^ ge- 
meint, da die Worte in der Handschrift nicht recht 
lesbar sind. 

10. pW ^N t^p ^^^^ *^Pn, nach der ersten Strofe alfa- 
betisch, anf, P)Di1 y^ liKDW, endigt rwnpi D^1j;d. 

11. D'^DriDH SKI^ mrasn ^^'?N *r\ alfabetische Peticha mit 
stetigem Reim, endigend D''D*in "|^Dm by. Die Pro- 
vence und einige deutsche Gemeinden ausgenommen, 
in sämmtlichen Synagogen üblich. 

12. TTOn h^ TX\T DDI^ mit Rhythmus, Refran, Mittel- und 
Strofenreim, an die sieben Heroen mahnend, endigt 

13. D^n^ JTtcn 3iy^*) bestehend aus einem Eingang und 5 
Strofen, jede hebt an Dliy, W DW DI« p «0 2Tj;; er- 
mahnt zu ernstlicher Besserung. Refran ist nSD^ ÜKS2 
«3^ 1W IN (I Sam. 26, 11). 

14. KnpN miDtt'N r«*! ist unbekannt 

15. DVn BHp ^*1B^ Pismon für Suhntag am Sabbat, mit 
reimenden Strofenversen, in welchen, nach spanischen 
Vorbildern, die erste Hälfte den Reim der Zeilen 
bestimmt 

Die Gründe für das höhere Alter dieser Stücke 



1) Tgl. Ritn8 S. 104 Anm. b. — t) syn. Poesie S. 242, 244 N. 2. 

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~ 223 — 

werden noch unterstützt, bei N. 1 und N. 10 durch 
den peitanischen Stil, bei N. 2, 8, 11 durch ihre 
Stellung in der Ordnung des Versohnungs-Ritus. N. 2, 
bereits in einer Handschrift vom Jahr6 1258 befindlich, 
ist sammt N. 8 ein stehendes Gebet in der Neila-Ord- 
nung, und die N. 8 fuhrt auch Machkim ms. als solches 
auf. Die Nummern 1 bis 8, 10, 11, 13, 15, vielleicht 
auch N. 9, findet man im franzosischen Machsor vom 
Jahre 1278 in dem noch die N. 16—18, 20—31 ent- 
halten sind. 

16. )nn \m Klagen, doppelt alfabetisch, endigt 'H Ti "»fcnpa, 
desshalb folgt im französischen, deutschen und pol- 
nischen Ritus dieser Selicha Amitai's N. 8, die mit den 
Middot anhebt. 

17. nDDD'^ yt< tß'i:«*), dreizeilig mit Refrän niioai m:D. 

18. \D^ycn |G *|Si<3 ^N, Inhalt und Bau gleicht Salomo's 
*p ']N (N. 8), welches, wie auch im deutschen Machsor, 
unmittelbar vorangeht und vielleicht desselben Ver- 
fassers ist. 

19. 'n rü^TKTI nDWyBakascha eines franzosischen Verfassers; 
die darin vorkommenden Worte "pB^ ^1 ^3 10^? die 
Abenesra tadelt, stammen aus alteren mystischen 
Schriften*). 

20. in» Ta dyr!) >rh^ D:d« Bekenntniss der Sünd- 
haftigkeit* 

21. 1(\T0 nntontC'«) n^S:n«, 6 Strofen, an den vormaligen 
Beistand Gottes erinnernd, endigt ^nUTI y2l^ ipKh. 

22. ninntS^NI nND^<, die in einem andern französischen 
Machsor der N. 6 unmittelbar folgt, ist wie diese für 
den Vorbeter bestimmt und endigt ^rTTSN p3. 

23. nm^on ]nN N:« — auch anfangend )n^< ohne i^ — 
6 Strofen, endigt D^mno "»DIWO. 

24. ^3^ ^33 'n ^m^< eine künstliche Composition vielleicht 
des 13. Jahrhunderts in der kein Buchstabe von D 
bis n vorkommt, daher die Anfange der Strofen nur 
'(< bis *b haben. Strofe CO lautet: 



t) das. S. 154. — «) nnnOi S. 118, Rasiel 39 b. 

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— 224 — 

.31-173 ^W^ «bl n^D'' 'PDTGI .3n 313 y?? rwsm 

Endigt >3K %"lbN. 

25. nnUD ÜV ^NSTD3, dreizeiliger Pismon für den ersten 
Tag der Selicha- Woche. 

26. ÜVn niDI DW n>') Pismon, rhythmisch, ähnlichen In- 
halts wie N. 2. 

27. '»bw: mü '»^yE)ö3 rhythmischer Pismon in 4 Strofen, 

endigt iToyn bt< p^^i by. 

28. ni53 Dri \rrh niKT;3 Pismon des Sühntages. 

29. 2'^rh HD i:^ px, in anderen Mss. anfangend ):h p« 
TOD, Bussgebet in 8 Strofen, alle Zeilen der letzten 
schliessen lOn, ebenso N. 35. In den Strofen 2, 3, 
7, 8 hebt der Schlussvers ^3 an. Endigt Dj; ^3 

Tonn 'n. 

30. jxh '»S nDN W Vrv Pismon für Neila mit Strofen- 
reim. Die je erste Halbstrofe beginnt mit den 5 
Anfangs Worten, die je zweite mit "p^^no fcO H^t^. 

Endigt ü^yron y:n^ a^^rh i^onm. 

31. D^pn;&* ntOi *1l^6< Hymnus*) in 6 grosseren metrischen 
Strofen mit Strofenreim, endigt n3in3 rh 3in3m. Die 
zweite Zeile fuhrt Elasars Commentar der n331D an. 

Die Busse -Ordnung der Hagahot Maimoniot von 
Meir hacohen, welcher im J. 1298 in Rothenburg 
bei der Verfolgung umgekommen, enthält ausser den 
Nummern 11, 17*), 18, 20, 25 noch die hier folgenden 
7 Selicha's: 

32. \n nnD3 y< zu strenges Gericht werde die gottliche 
Gnade nicht halten. Zweizeilig. Ursprünglich für den 
Tag vor Neujahr bestimmt. 

33. niDK^N tO n^D mit durchgehendem Reim "pp, die un- 
geraden Zeilen beginnen W nbo, die geraden ]Ty^. 

34. 133^1 CB^n WX Gebet des Vorbeters, zweizeilig, einfache 
Sprache, achtmal kommt W vor, der Reim ^tTO %^^5<^ 
lässt auf einen nicht deutschen Verfasser schliessen. 



i) gyn. Poesie S. 306 N. 6. — «) das. S. 94, 246 N. 3. — •) vgl. N. 77. 
— <) in der polnischen Rezension, die noch andere Abweichangen hat, nicht 
Torhanden. 



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— 225 — 

35. n^D bton ^<:^< Bussgebet. 

36. )y^iyi/H Q^(. Ein kurzes Gebet dieses Anfanges ist 
im spanischen Busseritual. Vielleicht ist Jose's DODK 
)y^D^» gemeint. 

37. nsJO^ 'n Pismon. Der Eingang ist Dan. 9, 19; der 
eigentliche Anfang lautet m*lin )T)2y DN. 

38. b^\tn njnn alfabetischer Pismon *). 

Ein bei Luzzatto befindlicher Commentar zum 
französischen Machsor, im Jahre .1301 geschrieben, hat 
Glossen zu den Nummern 2 bis 7, 10, 11, 13, 15, 

16, 18, 20, 22, 25, 26 und ausserdem zu: 

39. T rr\Ti; ist nach zwiefachem pnt^ und hat öfter tal- 
mudische Redewendungen. ^ 

Im Machsor von Tripolis finden sich mehrere alte 
anonyme Stücke; es genügt hier deren zwei zu er- 
wähnen: 

40. nn« ^^« ü^rh^ Variation von Ps. 51, 2—6, nur bis y 
reichend, endigt bei ■pSK'D HDin. 

41. ns; IHüb irW D:DN, mit der Introduction >n^« *n 
y(^ b^1\tn u. 8. w., Refrän: ^DIC^ jyob l^jn^nni; ein drei- 
zeiliges Gebet, das Busseritual ausstattend, das jedoch 
nur bis zum Buchstaben^ 'b reicht. Zwei ähnliche 
ebenfalls unvollendete Stücke folgen. 

In deutschen Machsor aus den ersten Dezennien 
des 14. Jahrhunderts findet man die Nummern 4, 16, 

17, 22, 23, 25, 32 bis 35, 37 bis 39 und die folgenden: 

42. •]*? '»nott^i« DB^N Bussgebet, endigend D'»DN ^pH bi^. 

43. yy^y^y nwa^O ybt^ alfabetisch und zweizeilig; ein ver- 
zweifelnder Ruf, von steten Leiden erpresst. 

44. poynD ^HK*) für Esther -Fasten. Die Strofen be- 
ginnen ^H^< und die zweiten Halbstrofen ^^D^. Nur 
die siebente und letzte Strofe, die \inip anhebt, macht 
hiervon eine Ausnahme. Endigt •J'3'nW b^ HDN^ )D 
'n (Richter 5, 31). 

45. mnn niil^ ^b ID^n« für den 17. Tammus, welcher Tag 
in der letzten Zeile jeder Strofe genannt vnrd. 

46. pn^rh arrnt<b niDT n:n Bussgebet; in dem strofischen 



) syn. Poesie 94. — «) statt p>)OJ?nD ^** roman. Machsor HUW^ tß'pD' 

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Zaus Llteratorgedch. der tyn. Poesie. ^*^ 



— 226 - 

Verse ist das Wort *1DV, zehnmal kommt ^ü vor (vgl. 
N. 34). Irrthümlich wird hie und da der Verfasser 
Elasar genannt. 

47. njmi bny btntr^ a^rbn [vgl. N. 3] zweizeiliges Gebet. 

48. WID^D yan«*) in 6 Strofen, die Schlusszeile lautet 

uhvi^ TOB' üDch iiinp onn. 

49. mTO r\]t; mn mn« noch schärfere Klagen als in der 
vorhergehenden: endigt ^XD T px ^D. 

50. DW 7j1DN') Tachanun für den Küsttag des Neu- 
jahrs, zwiefach alfabetisch und mit stetigem Reim, 

endigt d^tjto: yom hv ^D. 

51. ror •]^N DIX*) zweizeilige Tochecha. 

52. -|b mnnB'« px 'g Hymnus in 22 Strofen, die 'H an- 
heben und schliessen, dreifach alfabetisch, endigt 
^■^ yysh ^r\Ti 2^r\. Ist vom Vorbeter vorzutragen; es 
heisst darin: -pjD ni^n^ '»OllTin D'^an:. 

53. JWi^^l Nin nn« no« hymnenartiges Gebet, die Strofen 
beginnen und schliessen HDM. Der Schluss ist immer, 
der Anfang bisweilen eine Bibelstelle; auf das dem 
schliessenden HDN vorhergehende Wort reimt die Strofe. 

Aehnlicher Anlage und ähnlichen 
Inhalts mit N. 53, indem hier die 
Wörter D^'^n, "fjD, uhl^ die be- 
stimmenden sind. 

57. DD'^n: nicn'' lApy DK Akeda, nach T« und p^B^n, 
endigt '•D« QTID« '»H^N. 

58. n*10]&<1 PTWH Hymnus in 15 Strofen, deren Ausgange 
die Anfange der Stufenpsalmen bilden; jede zweite 
Halbstrofe hebt an ^^^ m\0^t<2. 

59. *inyi 12Vt2 ^mw zweizeilige Akeda, deren Schluss 
rPDrui '»DB^ni Onr) yob nnon, ähnlich wie Kalir*), den 
Messia, nicht den Verfasser, nennt. 

60. Dmn Dipn nn« zweizeilig, endigt nO}py\ IDip nD«ni. 

61. niH'^Dni Q^ümn -f? p« in 6 Strofen für Suhntag, 
endigt ^HtODDI '»JW^D nr\S ^D. 

62. n'^wn'? '»ry TI^W: 7*?«') ein Gebet des Vorbeters, die 



54. laanDH D'»Dn« D'^'^n 

55. rvr\'^ nnx ^Sd 

56. "li^ niBi^n Di^i2^ 



») Byn. Poesie 302 N» 2. — ») das. S. 304 N. 4. — •) das. Ö. 162 N. 1. 
*) D"in D^^ ^- ^*>- -*- *) «y«- Poesie 161 N. 3. 



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— 227 — 

je vierte Zeile der Strofe hebt an n^DPD Thw\ yüttn 
mit darauf folgendem Namen eines Propheten, nur der 
Schluss des Ganzen hat zwei: b^ODl^ Ht^; besteht aus 
16 Strofen, die ersten 13 bis Buchstabe 73 sind drei- 
fach, die folgenden, '^ bis T), einfach alfabetisch. Das 
Stück hat in der Form der Einkleidung Aehnlichkeit 
mit dem Saadianischen DTH "f? rüT»<*), wo die be- 
züglichen Eingangsworte lauten *T3 TMOH Itß'XD. In der 
altern Selicha sind die Namen der zwölf Propheten 
ohne Zusatz aufgeführt^ der hier wohl wegen der Schwie- 
rigkeit des Reimes angebracht ist, daher K'»D3n pIpSPl, 

^tirpht^^ DiPü u. 8. C 

63. lom ITÜN Gebet um Erlösung, zwiefach alfabetisch, 
endigt (in Mss.) nyitn ny ns)y Die Schlussstrofe hat 
auch Mittelreim. 

64. n^sr^^O nroniZ^X') dreizeilig, 2 bis 3 Worte die Zeile, 
in 22 Strofen, die letzte lautet 1:^30 N^»Dm 13131^ I&'DPin 

mm ß^Dim. 

65. Ua Pl»<n Sk mnnn %n^« zweizeiliges Bussgebet, endi- 
gend u^j^ 33nni Dn rariN n^tn. 

66. M bnn ^D^D nn^ Gebet des Vorbeters, nach a"««, TU, 
mit strofischen Endungen, die ^^1N anheben; endigt ^^1M 

m<jü 'n ]T\\ 

67. brP 'H S« b«nir» in 22 Strofen, die b^ltin anheben und 
schliessen, endigt bimn nnKtt^ nw. 

68. in*?Bn rbyn Ü^DW nach pnn, K^TIH in ll Strofen, die 
Ü^D^ anheben und schliessen, endigt Iftnp pVöD tlSPpti^n 

69. nnTn On 3N niC^«, mit Strofenversen die ÜTTOH en- 
digen. Endigt Dni2«b lom. 

70. nniDD njnn '»mt^« Akeda, 3 Worte die Zeile, ähnlich 

dem njn TD^ p^<, endigt Dnnxi:^ ^J? DHin. 

71. ÜIO njn TD^S jn^'N zweizeilige Akeda; in 7 Strofen, von 
'D bis 'D, beginnt die zweite Zeile p oder p^. Endigt 

72. W TIDJ?3 W ohne Reim; die Middot und die Busse 
bringen Vergebung. Endigt yy\t< D^ltpn. 



1) dos. S. 160 N. 2. — «) das. S. 162 N. 2. 

15* 



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— 228 — 

73. ytt^ IJ^nn DK , in 8 dreizeiligen S trofen im Piutstil, endigt 
byOD jpby. Dem Gerichte des Allmächtigen könne 
der Sterbliche nicht Stand halten. 

74. "TDTO ron ^D aus 9 Strofen bestehender dreizeiliger 
Pismon. In jeder Strofe beginnt die erste Zeile rüH ^D, 
darauf wird ein Gegenstand der Arbeit (Stein, Tep- 
pich u. dgl.) genannt, dann folgt *T3 und der Hand- 
werker oder Arbeiter (Steinmetz, Weber u. s. f.): die 
zweite Zeile gibt zwei entgegengesetzte Arbeiten (härten 
und schmelzen, heraufziehen und senken u. dgl.) an, 

anhebend Ti}^2) ini2i13; die dritte Zeile )TOH p 

yPD endigt mit einem Epithet des Schopfers. Das 
Alfabet reicht, unregelmässig, nur bis Kaf und hier- 
mit schliesst das Stück im polnischen Ritus mit der 
7. Strofe. 

75. n\ DV nra«nO nach pTB^n in 6 Strofen. 

76. Dt^K nXlS^J nc^ND für Mincha des Sühntages; es wird 
Verzeihung erbeten gleich der für die von den Israe- 
liten unter Mose begangenen Missethaten; dem *1I2^ND 
HNtJ^i parallel folgt mn üy^, endigt nnr)D Dm:D bjpD 

77. [»«1 rut< nJD^< '•l^:«. Mit diesen vier Worten eröffnet 
jede Strofe, worauf die zweite Zeile einen biblischen 
Heros nennt, der Erhörung gefunden. Vermuthlich 
die in den Maimoniot aufgeführte Selicha. 

78. btntr -py D22b hn alfabetisch in 5 Strofen, in- 
dem die vorletzte Zeile drei Buchstaben des Alfabets 

(Ury^i; wrn b)p) übernommen; peitanischer Stil ; endigt 

79. n: «sn W ^N, 'N bis U'. Die Ausgänge der 7 Strofen 
sind nach der Litanie des Rituals .... H'^JJWD i::y. 
Ende: D''^nn'»3 1:d Hobw) Tr6. Bis dahin reicht das 
Gebet in den Handschriften, in allen deutschen Ritus 
und dem von Litthauen. Nur der polnische hat noch 
eine "pN'llpb H^Vn beginnende, das Alfabet ergänzende 
Strofe, mit einem unförmlichen Schluss*). 



t) Ritus s. 144. - t) ^j-, L^ ^pj^ .^pp^^ ^yrb ri'^ym yco wv 

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— 229 — 

80. Q^omn JHH tCH für Neila, womit die Ausdrücke: „die 
Pforten zu eröffnen,* »von Abend bis Abend flehen* *) 
übereinstimmen, endigt D'»3D'ün Vith^ nOD. 

81. y^ nW22fn \n^« 'n Peticha mit stetigem Reim (D'»p)» 
doppelt alfabetisch. 

82. nrny St^ ^2 •]« zweizeilig, vier Worte die Zeile. 

83. ylp^ bü^ nccisp« preist die Lesung des „Schemah^, 
hat nach je 2 Strofen die Worte btn\tn yo^ als Refrän. 
Das in einigen polnischen Riten übliche l^fiC I^D'pD ist 
die zweite Hälfte, jedoch ohne die Strofen 'p und "1. 

Eine französische Handschrift des Jahres 1304 ent- 
hält unter andern folgende anonyme Stücke, die meist 
auch dem deutschen und römischen Machsor angehören : 

84. -prxh rhyr\ "»np^« mit Ausgängen p»^ HB^;»), endigt 

85. ^ijn "»D "TH^lpN, zum Theil mit Ausgängen pflD^, endigt 

jiDm 'n ycm ip:h. 

86. rh^bvr\ sn Y^ IOWT« Techinna mit gleichem Reim, 
endigend rh)D^ «TTO^:! ^32. 

87. "Ü'TIQB^ n« D^'ttT^ ohne Reim, nach pnißTl, die Zeile fast 
überall nur drei Worte, endigt )y>hy Dm HD« 1^3«; 
ist den Musaf-Stücken l&DD u. s. w« ähnlich. 

88. ontriD PJ^ nsn Pismon in 6 Strofen mit verschränkten 
Reimen, endigt HDITO rüH VÄ^. 

Von den hier aufgeführten Selicha's gehören die jüngsten 
der ersten Hälfte des 13., die meisten, insbesondere die rhyth- 
mischen Pismon und Hymnen, dem 12. Jahrhundert an ; viele 
sind bedeutend älter, welches besonders von den Nummern 
1, 6, 8, 11, 16 bis 20, 23, 26, 29, 30, 32 bis 35, 37, 39, 40, 
43 bis 47, 51, 58 bis 63, 70 bis 75, 77 bis 87 gilt, wofür, 
abgesehen von dem Charakter des Stiles und der ritualen 
Stellung, auch gewisse Ausdrücke') Zeugniss ablegen. Ein 
Theil dieser Stücke findet sich in verschiedenen Riten. Die 
Nummern 2, 5, 11, 13, 17, 26, 44 hat das spanische Mach- 
sor; N. 11, 63, 77 das romanische, N. 2 und 5 das karäische, 
N. 40 und 41 das von Tripolis, einige (z. B. N. 1, 17, 74, 86) 



') nre rons^n nrhn nmsn» ni:nn ^^bi^ y^v ijn Dnyo. )h nro 
xh nns D^m nyic^» lytt^ ovn- — •) »y«- ^o««*« s. loi. — •)Not6 19. 

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— 230 — 

das römische, viele das deutsche, die meisten das französische 
Machsor. Die Nummern 2, 5, 13, 31, wohl auch 88, sind 
von spanischen Dichtern. Vermuthlich gehören mehrere einem 
und demselben Verfasser; vielleicht gilt diess von N. 34 und 
46, die beide den Busspsalmen ähnlich; von N. 3 und 47, 
die auf gleiche Art Bibelstellen häufig anbringen, gleich 
schliessen und Einzelnes gemein haben'). Eben so scheint 
die grosse Uebercinstimmung im Stil und in den Ausdrücken 
den Nummern 53 bis 56 einen gemeinschaftlichen Urheber zu- 
zuweisen*). 

Bei unvollständigen Selicha's') oder unsicherer Namen- 
zeichnung ist die Autorschaft zweifelhaft. Beispiele dieser Art 
sind folgende: 

89. Dtt^n -WH "»aa« für Esther-Fasten, wie N. 44 gebaut und 
ähnlichen Inhalts, auch mit einigen gleichlautenden 
Stellen 4), so dass beide Stücke von einander abhängig 
erscheinen. Die zwei letzten Strofen dürften einen 
oder einige Namen andeuten, die jedoch mit Zuver- 
lässigkeit nicht festzustellen sind. 

90. •»i'^W '•D'^l« für den 10. Tebet, mit Ringworten, die 
Zeile 2 bis 3 Worte, reicht in 12 Strofen nur bis 'D 
und diese letzte Strofe endigt lO^niDN nnD "Dl, ver- 
muthlich anders als der Autor gewollt, der wohl mit 
einem Worte geschlossen haben wird, das mit Lamed 
anhebt 

91. rbnn «^3 ]WtC\ nn« mit Strofenversen, die 'H schliessen, 
beschreibt nach Beendigung des Alfabets Isaac's Opfe- 
rung. Die Anfänge der letzten Strofen scheinen p^IS 
zu geben, die Schlussstrofe hebt TT an und endigt 

92. '»n«lon ^bv HT« ein Chatanu, bis zur Hälfte des Alfa- 
bets, in den Ausgaben nur bis '1 reichend. Diese letz- 
tere Strofe ist sogar geändert, um mit den Schluss- 
worten p^m DTD an die Strofe |1Pn ])T\ anzuknüpfen, 
die ursprünglich von ihr entfernt sein musste. 

») irai^rDD, -jnmi« lon ^bD ntOD, 'rnp^, \tn^b vp)i* :s:iy> bp 

bi« TniDinniD- — ') Note 20. — ») Ritus S. 142 Anm. c. — <) rV^^D Hvi» 

imfcTn 6n5i) noK^. nmraa — ny» nrara nnns ms. 

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— 231 — 

93. T^^D ^bv rni« ein Chatana (ohne Ringworte) über die 
zehn Märtyrer, welches wie N. 1 die Sünden gegen 
die zehn Gebote damit in Zusammenhang bringt. Ende 
miry ü^ynn npiü ):h liri. Es ist in der letzten Strofe 
piri angebracht, das Akrostichon bNIDtß' aber zwei- 
felhaft. 

94. Vi^nn \1*?K n:« für Sühnfest in 14 Strofen, ist in Hand- 
schriften und Ausgaben folgendermassen gebaut: der 
Strofen vers hebt 'H an in Strofe 1 bis 11, 'rh in Strofe 
12; bei Strofe 13 kommt 'H ^30^ in dem Verse vor. 
Die letzte Strofe ÜD^*118^K, ohne strofischen Vers, schliesst 
DniBDn ÜV nnöD31 ]1J?n rhriD Ora. Das Alfabet ist 
nur bis Tl fortgeführt, und zwar vierfältig, nur ':i und 
"1 dreifaltig. Aber die dasselbe unterbrechenden Stro- 
fen 2, 4, 6 haben dreifältig die Buchstaben ^KD, und 
zwar finden sich in Strofe 4 und 6 die strofischen 
Verse ^ITl 'H und ^131 Tl, die man in Strofe 5, 7 er- 
warten sollte. Die Strofen 12 und 13 haben zusam- 
men wiederum 'D siebenfältig. Die Strofe 14 befolgt 
kein Gesetz. 

96. mpyn DV n« N: not «^, eine unvollständige dreizei- 
lige für Neujahr, enthält nur 'N bis 'PI, 'D und '^, endi- 
gend roton bv mN db^i. 

96. "Vnp "l^nriN ein Chatanu mit Bingworten, für Esther- 
Fasten, in den zehn vorhandenen Strofen nur von 'X 
bis Tl^ reichend und endigend "HO) ÜIB ^HID. Ist ver- 
muthlich aus dem 11. Jahrhundert 

97. yai^b n« ü)rh "IDKG in 8 Strofen deren strofischer 
Vers HO}, einmal ^^i'D), anhebt, endigt H'^^D )h IDTI 
m3N, hat dreifach akrostichisch pFI ]ni ^3*13, ist dem- 
nach nur Schi uss eines unbekannten Stückes. Dichter, 
deren Vater Na tan geheissen, sind Elieser, Ephraim, 
Gerschom, Isaac, Jacob, Joseph, Mose, Samuel. 

98. '»'12^ Dn no ^r\i< für Esther-Fasten, Chatanu mit Ring- 
worten. Nach Beendigung des Alfabets schliesst die 
Selicha mit folgender Strofe: 

DDD« nn3 10^ n3i m Dn:nm o^m icD'^ans ]MNn orpto 
.onpim moiHn n3i nrmiiv ^Vi ^^^^ ^V ^o'P '^^^ 

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— 232 — 

Ob in den Ringworten ^) Meir oder Manuel, ob in der 
Sohlussstrofe Abram angedeutet sein mag? 

99. bi^ lU'»yi ^my fh TV" Pismon für den Sühntag, in 
7 sechszeiligen Strofen deren strofischer Vers «Ttn 
endigt, scheint aus dem Anfang des 13. Säculums, 
war in deutschen und französischen Gemeinden und 
ist noch im romischen und romanischen Ritus üblich. 
Endigt ntn «mm 132jn ip^. Vielleicht zeichnet die 
Eingangs-Strofe den Namen Jechiel. 
100. Chatanu '•33^ Dj; nn^^B^X, welches die Uebertretung der 
zehn Gebote rügt, bezeichnet vielleicht im Schluss- 
wort lin^DB' den Namen Schabtai. 
Etwa der vierte Theil der mittelalterlichen, in den nicht- 
spanischen Kreisen üblichen, Selicha^s ist ohne Namenzeich- 
nung, so z. B. zählt man mit dem Buchstaben Alef anfangende 
gegen 230 anonyme und 740 mit Namens- Akrostichen verse- 
hene: mit geringen Ausnahmen sind die ungenannten als die 
älteren anzusehen, selbst wenn es Selicha^s gäbe, die Saadia 
Gaon verfasst hat*). Sowohl diese als Jose's dem Sühnfest be- 
stimmtes ID^Dl^N Q3Di< gehören den anonymen an; die hier 
aufgeführten hundert fallen grösstentheils dem Zeitraum zwi- 
schen 800 und 1140 zu. Die Reihe der namentlich bekannten 
Verfasser von Selicha's eröffnet erst Salomo der Babli. Unter 
den vor 1140 lebenden haben 24 Dichter auch Piutstücke 
verfasst. 



IX. KAPITEL. 

Selicba-Diohter von J. 980 bis J. 1140. 

Salomo b. Jehuda, der Babli. 

Die meisten seiner Selicha's sind vierzeilig und ohne 
strofische Bibelverse; diese vorzugsweise heissen in Hand- 



*) ^^:Dy trViOf Dn»Dbn. DnpW- — •) in cod. Sorbonne 9S vom 
J. 1385, cod. Almanri (Luzz. X13D S. 20) 79 vom J. 1383, cod. Saraval 60 
(f. 325) vom J. 1391 ist Sei. Qni^PKQ UTiDN überschrieben: )S^2'^b iTlbo 
TVXSDy ^oh\ nur weil sie dessen Siddur entlehnt ist 

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— 233 — 

Schriften des westlichen Deutschlands, z, B. in H. h. 16 vom 
Jahr 1338, rWTDh^; in mehreren Mss., z. B. H. h. 15 und cod. 
Leyden eröffnen seine Stücke die Keihe. Drei Worte hat die 
Zeile in N. 2, 4, 11, 15, 18, 19, 21 (nach dem Eingange); 
vier in N. 6, 7, 8, 10, 13, 14; fünf in N. 1, 3, 9, 12, 16, 17, 
22 bis 25. Eilf Nummern (1, 2, 4, 5, 8, 10, 11, 14, 15, 17, 
18) haben einfiiches, fünf (N. 3, 6, 7, 13, 16) zwiefaches 
2-«; nach D«"« ist N. 9, nach pntt^n sind N. 24 und 25, nach 
doppeltem pnirn N. 19, 21, 22, 23, 26, nach lß^-2 n"N N. 12. 
In zwei Cfaatanu (N. 4 und 11) befolgen, der Ringworte halber, 
die Schluss Worte der Strofenverse das alfabetische Gesetz, z. 

B. TJD IBy 31ün, rnil yro r»«, bl üy bv. welchem Beispiele 
in ähnlichen Chatanu Simeon b. Isaac, Elia b. Schemaja, Mose 
b. Samuel, Isaac b. Jakar u. A. folgen. Die Nummer 20 hat 
nur das Akrostichon des Namens In den Anfangen der Strofen 
ohne alfabetische Zeilenfolge. 

Den vollständigen Namen hat nur N. 1; mobc^ zeichnen 
N. 3, 7, 19, 21, 25, mit pn N. 18, mit ppn N. 2, 4, 9, 11 
bis 17, 20, 22, 23, 24. Hierunter haben N. 2, 12, 17 SlO^ 
rViTQ und zwar N. 17 noch ipH und N. 12 auch Itfü und 
pn; N. 11 zeichnet bli^ miDD, N. 9 H^D p« nüWTO ^"U''*); 
N. 1 und 16 zeichnen auch «Tri'', N. 14 hat ^nv Die Nummer 
5, dreizeilig mit Strofenversen und in einer einfachem Sprache, 
als man von unserm Dichter zu hören pflegt, zeichnet Hob^ 
ppn pw, und das pw wird noch durch die Worte D'»^DW VÜO 
verstärkt, so dass die Autorschaft zweifelhaft wird. Die ganz 
im Stile Salomo's gehaltene N. 6 scheint in der letzten Strofe 
(rhn ID^B^) den Namen anzudeuten : alte Commentarien zählen 
sie zu den nVilD^tß' und alte Erklärer des Pentateuch*) nennen 
den Verfasser tO^^BH. Als den Verfasser von N. 8 nennt 
Joseph Kara's Hiob-Commentar Salomo Babli; mit dieser 
Selicha hat die bereits in H. h. 17 commentirte N. 10*) grosse 
Aehnlichkeit, auch sind beide ohne Reim. N. 3 wird in H. h. 
17 unserm Verfasser zugeschrieben; zu N. 4 hat Kalonymos 
aus Rom, zu N. 14 Meir b. Isaac Erläuterungen gegeben*); 



«) Ms. liest am Ende die Strofenanfange j^TJO üHt< ^^^ T DTOi- — 
«)Qnp| Tin -^^b. — *)8. oben S. 223. — «) cod. München 346, Commentar in 
Selicnot ed. 1609, abweichend in Q^JOB^n "^1^ H^Pl ^^ 

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— 234 — 

eine Stelle aus N. 9 führt Raschi*), aus N. 21 Mose de 
Coucy*) an. Die in Tosafot') angeführte N. 22 wird als Selicha 
des Babli bezeichnet^); die N. 23 ward bereits von Meir b. 
Isaac vorgetragen und von Meschullam erläutert*). N. 19 
gleicht im Stil der N. 11; N. 25 heisst von Salomo Babli in 
cod. Uri 255; die N. 26 zählen mehrere alte Handschriften zu 
den ni^31D7lS^, wiewohl die Ausdrucksweise nebst dem akro- 
sticbischen *1^J^n einiges Bedenken erregen. 

Glossen zu Salomo's Selicha's sind in alten Machsor 
häu%, z. B. in Uri 255 zu N. 6, 23, 25, in Uri 269 zu N. 3, 
13, 18, 23; in Opp. 1073 F und 1074 F zu N. 3, 10, 13, 23; 
in H. h. 17 zuN. 1, 3, 4, 6, 10, 13, 16, 17, 20, 21, 22, 23, 
26. Zu dem grössten Theile dieser Selicba^s — insonderheit 
zu N. 2, 3, 6, 23,. 26 — findet man Erläuterungen im Nürn- 
berger Machsor ms., in cod. Rossi 655, cod. München 346 
und anderen Handschriften. 

Ungedruckt sind nur die drei Nummern 2, 11 und 19; 
alle übrigen vertheilen sich auf die deutschen Ritus und 
waren bis auf N. 11, 15, 19, 20 auch in den französischen 
üblich. Dahingegen hat der römische Ritus nur N. 16, der 
romanische gar keine. 

Gebet und Klage ist der durchgehende Inhalt; N. 12 und 
17 berühren Glaubensverfolgungen; N. 11 halte ich für ein 
Gebet um Regen, wohl auch darauf hindeutend, dass man bei 
Dürre die Schuld auf die Juden wälzte. 

1. nnrh Jt< mit Strofenversen in denen rhu. 2. «TlOIN 
^ybo b«b') in 11 Strofen, endigt lOniHD «J nnm. 3. npili HIN. 
4. "»Dim ^r\\t/p W. 5. ü%"lb«l>N pJHN. 6. nit^D niDD p«. 7. 
ny^ ^ pN. 8. nVD blb ^p "|N. 9. nipo ip n« mit Strofen- 
versen worin nip, die zweite Halbstrofe fängt jmDl an. In 
den letzten drei Strofen findet diess nicht mehr statt, ntrr das 
Ganze schliesst mit Jes. 25, 9 (Wp). 10. )E) ']WD ht<. 11. 



Thren. 1, 6, wo ü^ßn» **>«'" i" Rossi 466 'f^'^Qn- — *) Semag, Ver- 
bot 69 IQ) r|\j)3 ^^ ^f\^ Ü^^Dn ID^ DI (^»® beiden Strofen fehlen In den 
deutschen Ausgaben), Tos. Sabbat 114b. — *) zu Chullin 42a. ~ ^ cod. Bü- 
liches 62 aus DTIDH «her Kaddiscb HD bv t^mn IßTIp HD "^^Dn r)K1 

Tmh\ rfü\rh) nw6 r«tr m:«/? w Tnriö hon rat^ vahöz la^ 

dasselbe t^bSDn 10^ irWl »» !*• *>• ^2 hinlor nKQv DP* — *) ^*"* S- 21, 
J97, 199. — •) s^n. Poesie S. 168 N. 2. 

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— 235 - 

um myo ^hn, endigt mion ot6n ti^. 12. no« d«. 13. dn 

W li'iJTP Pismon, der Eingang eröflFnet und schliesst mit Bibel- 
stellen. 14. nn >r:Ty DN*). 15. i:jnn D^DK'), ein Chatanu mit 
Ringworten in 10 Strofen, zu deren Ausgängen die Theile von 

i:i!n^ la*? rhu )r^ UNCn verwandt sind. Endigt mipb Trhü) 

m^<t^rh). 16. i^nijo i^no«. 17. to'»« av '»ä^. 18. niDi und 

^D ^'»nCB^« mit den Refräns Dltt' und 3trm. 19. \t^2 ^b i:«n«, 
endigt JIDH IpDD. 20. 'H l^iH*) Pismon. In den dem Ein- 
gange folgenden acht Strofen fängt die erste Zeile HW, die 
zweite nh^, die dritte 'iT\^) an. In den Strofen 1, 2, 3, 8 
hat die je erste Zeile nur 2 Worte, von welchen das zweite 
mit dem zweiten der zweiten Zeile reimt, als: rht<\ D3W3 rOH 

Dn«5)nD oiw:D. 21. npi^i 'n -f? Pismon. 22. btnin n^mn. 
23. nü n^j?n endigend nsn vn i3''D HDii. 24. 7»^« nyn. 25. 

Womn aittT^, die Strofenverse heben 211^ oder roilß' an. 26. 

rm yysh tran*). 

Schefatja, ein Zeitgenosse Salomo's, lebte im byzantini- 
schen Reiche und ist nur durch den zweizeiligen Pismon 
WO ^&<*llt^') bekannt; derselbe gehört zu den 6 Pismon, welche 
der ältere deutsche Ritus am Schlüsse von Neila rezitirte^), 
ist jedoch im romanischen Machsor nicht vorhanden. 

Simeon b. Isaac scheint einzelne Selicha^s von Salomo 
gekannt zu haben, indem die Nummern 15 und 23 an Salomo 
N. 9 erinnern und N. 14 eine Nachahmung von Salomo N. 20 
sein dürfte. Die Verfolgungen, die in mehreren Nummern 
berührt sind, betreffen vermuthlich die Beunruhigungen der 
Juden in den Jahren 1007 und 1010 in Frankreich, 1012 in 
Mainz, oder die um 1020 in Rom stattfanden. Bei der von 
1007 wurde das Judenthum verboten, Frauen ertränkten sich, 
R. Schneor ward getodtet Dieserhalb machte Jakob b. Jekutiel 
aus ÜTT\ in Lothringen eine Reise zum Pabste [Johann XVII] 
nach Rom, wo damals Mose Nasi, Abraham und Schabtai die 
Vorsteher waren. Dieser Mann starb in Flandern und ward 
in Iß^^n (?) beerdigt; er hinterliess eine Wittwe (Channa) und 

*) das. 169 N. 3. — «) das. N. 4. — ») daselbst S. 167. — *) das 
Akrosticboa bereits in ed. 1609 richtig angegeben, unricfatig V|^n HD^ ^" 
edd. Amst 1706 und Rodelheim 1833. — «) syn. Poesie 170. — «) vgl. Ritus 
S. 139. 



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— 236 — 

vier Söhne Jekutiel, Isaac, Joseph, Jehuda. Damals regierte 
Robert in Frankreich*). 

Drei Nummern (7, 10, 19) sind für den Sühntag, drei 
(1, 4, 7) Chatanu, drei (6, 15, 18) dreizeilige Gebete; zwei- 
zeilig ist nur N. 3. Die N. 9 und 14 sind Pismon, 2 und 16 
Techinna's mit durchgehendem Reim, 24, 25, 26 sogenannte 
Introductionen zu D^Dmn ^D^DDD. In N. 5 hat die Zeile meist 
5 Worte; sie hat deren vier in den N. 8, 10, 11, 12, 16, 19, 
21; drei in den N. 1, 4, 13, 18. Zwiefaches S'K haben N. 2, 
8, 10, 12, 21; dreifaches N. 1 und 7; nach 3'NN ist N. 15. 
Die N. 5, 6, 8, 10, 16, 23 zeichnen nur lljrDlß', werden aber 
nicht nur in Mss. nach unserm Verfasser benannt, sondern 
entsprechen auch seinen sonstigen Compositionen; die N. 25 
hat, weil an sie N. 24 anschliesst, keine eigene Namenzeich- 
nung*). Alle übrigen haben den vollständigen Namen. Dass 
der Dichter als Vorbeter der Gemeinde spreche sagen einzelne 
Selicha's ausdrücklich'). Eilf Nummern (1, 2, 5, 8, 9, 11, 12, 
13, 15, 16, 18) sind noch ungedruckt. 

1 . D^fc^tono :i(nx Chatanu mit Ringworten, im peitanischen 
Stile; die verschuldete Unterdrückung durch die vier 
Reiche. Ende: p>2i HN Tl HDD tOp. 

2. T^ rh^n\t<^) Techinna in 73 Zeilen, schildert ehe- 
malige Herrlichkeit und späteres Elend. Ende: PK 

3. nynon ^b^l«, Gottes Beistand gegen den bösen Sinn 
anrufend, heisst in einer alten Handschrift^) nCMTi 

4. yrtO uh'*)i^ Chatanu mit Ringworten . 



1) cod. Ro8«i 563 N. 23 CTOßf nv^Hn vfobü mta)- — •) «xi- R«*« 

665 aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts [nicht init. sec XIV]: 

pD D^DVD '»ni&6i u^üm v^:oDb nimpn mm, ^oüvnoh j\vat^ 'n mo 
iTiB^ '»DDi ^no ru^iDD n:win> ctdk^ nyi&'i «ddh rai^ id^ n^dbgt 

D^DH*) ^D^ÄDD- ^^ ^^^^ 'öm. Machsor ms. hat N. 25, die anch N. 24 ent- 
halt und welcher N. 26 folgt, die Ueberschrift pyoij; ''^ Ü^XSO' Kbcn so 
bilden in einem andern Ms. gleichen Alters N. 25 und 24 nur Eine Nummer 
.und dahinter folgt die Nummer 26. In den deutschen Mss. pflegt N. 24 der 
N. 25 Yoranzugehen und die Trennung beider im deutschen Ritus zeigt bereits 

jor. mo m»-, wo «DDH ro^ «^rt wird. — ») -ppefp i'^jnp wwt (n. »). 

irnV bo ÜV Thn "^tyjJW (N- ^O). — *) syn. Poesie 174 ff. — *) cod. Micl^. 
656; vgl. oben S. 115. 

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— 237 — 

5. TD ÜVH rrODb nt^« DW ein Bussgebet, endigt um 
D^B« -pK ]W1. 

6. rh\t^ "jnoW "pIX. Da, wie in Mose b. Esra's ^IDB'K 
Ü^D, die Strofenverse ^D anheben, so fehlt eine Strofe 
für den Buchstaben '1, welcher dem ^D nicht unmittelbar 
folgen kann'). 

7. "p^NI anm« ym ein Chatanu; die dritten Zeilen be- 
ginnen p. Der strofische Vers beginnt ^D und hat 
im Schlusswort den alfabetischen Buchstaben. 

8. "TDB^'pi isrn« ^nw in 12 Strofen, für die Bussewoche, 
endigt nw bj; OTI^tCO i'WpDil nOT!«^! (Esra 8, 23). 

9. «np« 'H ^«, mit der Introduction nVDtß' 'H u. s. w., 
ein Pismon mit Refrän Dan. 9, 19 (^OVD^), endigt TVlp 

10. ^in NC/N 7«. 

11. Wmy^ Um^'»« in 6 Strofen, endigend prh l^pbn. 

12. p-D DniiyniD p« Klagegebet in 17 Strofen, endigt ^« 

13. ^N *]3 *IX, meist ohne Reim; in je zwei aufeinander 
folgenden Zeilen haben das erste, dritte, vierte und 
sechste Wort den alfabetischen Buchstaben, z. B. njn 

yyn b^innm di 73*11 iädh. Ende: ^^d u^DMp id] '»n 
D^om «DD bv 2^\ 

14. 3D13 n^N*) in 13 Strofen, deren erstes Zeilenpaar ^6^( 
und rht<) anhebend akrostichisch den Namen bildet; 
die dritten Zeilen beginnen ü\tO 1^n3^<1, die vierten 
haben Mittelreim. Endigt TWThc n''3trai. 

15. ont ^hv HOp D^nb«'), die Bestrafung der Verräther er- 

flehend. Ende: ^« Dmn njnn bjn DHnn inc^pDoi -pip 

OmD 3N. 

16. '»K^D: nnip 7^« Techinna in 46 Zeilen, der N. 2 ähnlich, 
endigt ^2^ SDn. 

17. ijjyn -O jnNip '»^, in einfacher Sprache ein Hülferuf 
in der Noth. 



*) im Machsor der Breslaaer Uoiversitats-Bibliothek hat jemand die ver- 
meintliche Lacke durch folgende Strofe ausgefüllt: 

•V» TVd nn« pm ^ ^inno rthd^ p\ N^n rvrb 'jnm 

(Mittheilong Ton Sal. Nissen, Juni 1838.) — <) syn. Poesie 17ö N. 3. — 
•) das. 174. 



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— 238 — 

18. J»B^n npi« n'iDW, über Hohn, Glaubonszwang, Be- 
drückung klagend, enthält 23 dreizeilige Strofen, endigt 

mpo btntn itnp. 

19. n^lD DD«. 

20. rvnD DDN Frühgebet in 9 Strofen, endigend niDD 

21. ü^ü^n Dn« ein Klage- und Racheschrei, 18 Strofen'). 

22. mt6D nmy ^«n nn« für Esther-Fasten. 

23. b^'(tr rx\pDy der N. 21 ähnlich. Die Strofen verse heben 
Tyoh an. Die erste Strofe besteht fast aus Bibelstellen, 
das 3"K beginnt mit der zweiten. 

24. NDDH raiC', die ersten und dritten Strofenzeilen haben 
Mittelreim. 

25. D^Dß' ^*1J^*), die erste Strofenzeile, die Mittelreim hat, 
beginnt nyiß', die dritte )i:n^ inDDH, die vierte bpm 

26. rwnpn min eine Thora- Techinna*), die mehrere 
Parallelen mit Simeon's Reschut Abth. c*) darbietet. 

Gerschom b. Jehuda, das Licht des Exils, blühete 
1013') und die folgenden Jahre, verfasste eine Selicha um das 
Jahr 1023*), war der Lehrer von Raschids Lehrern und starb 
im Jahre 1040. Er ist jünger als Simeon, an welchen er An- 
fragen gerichtet und der in Urkunden vor ihm genannt wird'). 
Die auch Gedalja Jachia^) bekannte Angabe, wonach er A. 
1028 gestorben , ist nicht älter als das Jahr 1400 und un- 
zuverlässig. Die Verfolgung, welche die Nummern 5 und 
8") schildern, sind wohl die in Simeon^s Selicha's berührten: 
drückende Abgaben und aufgezwungener Glauben; möglich, 



i) in der 14. Strofe lese man: r^pyt2V DD3 DDDi ÜTTh Omhlpü^- 
•) in ed. Rödelh. 1833 überschrieben: p]n JüpH HD^* — •) »yn- Poesie 147 
nebst Anm. e und f. ~ <) oniHy TOp (üTO yiDfQ)» mTHJ DHiB^ i^TTV 

rort^ iD'^Jw)» ]im-p dv üv o-niNnn^ dt» dt»)» "i'»nnSi "iidnS (moiN^ 
rrrnrh\)' - *) nntoa^ppn ^- (Opp. 1174 q), vgi. n"3 Th. s s. loe. ohne 

die nnterzeichneten Namen inl^p^i fTolpri ™®' § ^30. — •) vgl. Heiden heim 
8. V.; genauer zwischen A. 1018 und 1028. — '') oben S. 111. Elasar aus Worms 
fuhrt das Licht des Exils vor R. Simeon auf (X'^ in n"*l § 275 und die Ps- 
rallelstellen). — ^) ed. Venedig f. 42a und THO ^^^ oben; fehlt in der 
Ausgabe Amsterdam f. 31b. — ^) bestätigt im Commentar cod. Mich. 656. 



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— 239 — 

dafls die erzwungene Taufe seines Sohnes bereits im Jabr 1007 
stattgehabt^). 

1. laiD«') mit der Introduction nn^nDT. 2. HDTjnnDVN') 
im piu tischen Stil, endigt n-Dj; DKT "|Sd. 3. ^DW^W ^D rPN. 
4. rVDTi ■]Bt<3 Sk, ein zweizeiliges Regengebet, endigend "^W^ 
^^ 1«l0n. 5. D^KNipi^^«. 6. 1in:ND:»N, Bussgebet 7, ^^Sl5'N 
^n^K', d reizeilig, für das Sühnfest, nach 3*3«, T:ia u. s. f. 
8. DTpD nn«^). 9. >:ij; ^TD, ein Chatanu mit Ringworten nach 
jeder Zeile. 10. *m "»ili:!, eine Techinna in 11 Strofen, mit 
Refran; eröffnet an Fasttagen das 713 vh 1TI3^(1. 

Zwiefach alfabetisch sind N. 1, 3, 5; ungedruckt N. 2 
und 4 und die Hälfte von N. 1; diese letztere ist angeführt 
in einem Commentar ms. zu Daniel'^) und von Chaskuni^), 
N. 10 von Joseph Kara^) zu den Klageliedern. 

Binjamin b. Serach verfasste Klagepsalmen, Akeda's 
und Bussgebete in einem kunstlosen Stile; seinen Namen zeich- 
nen folgende 9 Selicha's: 

1. niV ranit< Akeda. 

2. laniyjD ^Ti'lch D^i^«, endigt ]ysh) nw^ rjDin bn. 

3. 1:N3 yHJ] I^Sn, endigt 'n IDIü jyob, hat ^31 in den 
Strofen versen; beide Nummern 2 und 3 handeln von 
dem Sündenerlass; in N. 3 ist am Schlüsse mi p pTH 
p^3D gezeichnet. 

4. D'»räND ^33 ®) D"»31DN Akeda, nach 24 Zeilen hört der 
Reim auf und die Selicha schliesst mit einer Erinne- 
rung') an die Neujahr-TefiUa und Levit. 26, IL 

5. bron ^NH 'n «ä<, die Zeilen geben den Namen von 
42, dessen wunderbare Kraft zu helfen dargestellt 
wird, das Ganze schliesst mit Versen DiriDD, deren 
Anfange den Nomen |D^33 geben. 

6. Th"h miin D1pN für das Versöhnungsfest, endigt fc02Pn 

i:«^: rr\}so. 

7. ISXl "H^i^ ein Bussgebet in 8 Strofen, worin auch 



<) oben S. 235. — «) syn. Poeaie S. 172. — 3) das. S. 173. — <) das. 

s. 171. — 8) 'xy\ nsytra ^^o )b^ tto'»3 p no"» ^mn)n ^^ (*« ^^d. 

Mönchen 5). — •) Abschn. ^nipPD- — "O d*« Stelle D^^JTft^ D UCH ^' ®- ^• 
— «) dieselben Worte in N. 7, 8. - ») -^ T'n'» HOm JID^ ün^ Tifem 

D%T^«^ 1*? n%nn nn«i dv^- 



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— 240 — 
die Abwehr von Krankheiten erfleht wird. Ende: 

8. nn« Nnii ^« m« ein klagendes Gedicht in 28 Stro- 
fen, U<OD mitOpDI endigend. 

9. mW ra n^iro, den ersten ausgenommen beginnen die 
Strofenverse rPK; die Anfänge der Strofen geben den 
Namen. Ende: ^ jro myn iTK. 

10. Akeda D'^'^lli nOH, die anonym ist, wird in einem 
Machsor vom Jahr 1258 dem R. Binjamin 01^ ^)D, 
welcher der unserige ist, beigelegt. Wegen grosser 
Uebereinstimmung in Ausdrücken und Charakter ^), so- 
wohl untereinander als mit den Compositionen unseres 
Verfassers, spreche ich ihm auch die folgenden Seli- 
cha's zu, welche, gleich den Nummern 2, 3, 7, den 
Namen [|D'»:3, nur in N. 12 und 33 J^iyyn] am Schlüsse 
in den Anfängen einzelner Worte zeichnen. 

11. DDI ^3N ^DN, 9 Strofen, behandelt gleich den N. 15 
und 25 den Uebermuth der christlichen und muhame- 
danischen Völker. Ende: Tl^W HD «»DI. 

12. D'»Nton 1Ti:«^3X. 

13. "h nn"»! nnDiN. 

14. TOl^n % |n«, der strofische Vers hebt U^rhn an, 
endigt rwm Ü^ÜWÜ ÜDH. 

15. W nW "»il«, 9 Strofen, endigt ü^rht^ Hfcn. 

16. 3*^ 7Pp2 HKi/'Z^^ fiir Esther-Fasten im römischen und 
altdeutschen Ritus, zweifelhaft'). 

17. pE)«nw tt^nnW), endigt üb)y iy\ nnyo. 

18. ^n^op rVH, 8 Strofen, endigt np:i yiß^ by. 

19. yysh nns: 7« Peticha. 

20. pnra h pN, 8 Strofen, endigt •fpD'tn KTip. 

21. -iD^n w w. 

22. '»nSTj; nüb ^bn '»^N schHesst wie Ps. 38, dessen erste 
5 Verse variirt werden. 

23. '»ry bi<n "p^N, die Wirksamkeit der Busse und Besserung. 

24. N-^p« 'n yb^y jede der 8 Strofen endigt mit einer 
Zeile .... niDD; Refräns 31in 3rm. Nicht sicher. 



1) Note 21. — «) die Ausdrucke ^3^;| und CTt^y^O konnten auf Binja* 
min b. Samuel hinweisen. — ■) syn. Poesie S. 172. 

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— 241 — 

25. 7^« D'^miD raDi<^ lO Strofen, endigt OnW BHpb. 

26. TXD n^M, mit Anklängen an Kalir's Busse-Eeroba^), 
endigt rbm "»an: ^33. 

27. p-«'» HDD m:«'), 8 Strofen, endigt yi2y bv OrDHl. 

28. "0 yr\tnp >ä<, 8 Strofen, variirt Ps. 3 und schliesst 
wie dieser r\hü y^yiü, 

29. injnttn 'T»DK np:« erfleht die Befreiung aus der Haft») 
und hat, wie N. 5, Anlehnungsverse am Schlüsse, die 
den Namen geben. 

30. JÜJ '»np»<, 8 Strofen, endigend '»^JT^nn "pi^S*). 

31. n^t< '»mn'': m DDN, 6 Strofen, endigt pD^O ^ny: "pl^D 

32. I&^pni )S)DX'^), 8 Strofen, die strofischen Verse sind aus 
dem Busseritual, endigt «"Ujn HTIK, ähnlich der N« 7. 

33. ^DDP ^« p«*) in 13 Strofen, vermuthlich durch eine 
Gefahr oder Verfolgung veranlasst; die vier Schluss- 
worte sind die von N. 4, hat auch Anklänge an N. 17. 

34. Tjn«1 ^n^nn«, 6 Strofen, im Inhalt der N. 3 ähnlich, 
endigt CD^3^n DTJ'njn. 

35. DipD 7N oder -p1 mmn wie N. 26 mit Anklängen^) 
an Kalir^s Busse-Keroba, deren Gange sie folgt. 

36. iTTirP ra niron, nach pnt^n, 6 Strofen voll rührender 
Klage, am Schlüsse ist pT) p^33 gezeichnet Ende: 

Von den angegebenen Stücken sind N. 6, 12, 31 



*) 7WD roD« (nruD'»K)» d'ti^ ■lytj' psn, Dipo noDü» nfe rm^n te 

GT3W rW ^D)' — *) ®y"* Poesie S. 177. — •) ist vielleicht die bei Bis- 
cioDi catsl. p. 124 erwähnte oratio anon. eines Gefesselten. — ^) in H. h. 15 
noch ^ii^TTl *jnpT2ai. — *) »y"» Poesie S. 178 N. 3. — «) angefahrt Ritas 
S. 240. — 



»)Kalir. 

Dm Xh^ U1Ü2 

o« T;i:r nD3 !?ii?^i 

Zoos LitentUTgesch. der syn. Poesie. 



Binjamin. 

jn^ ^psn 

WD - TTlIJa'^ KDD p 

nsi D^DB^n ^3^ 
rouwyTy 

• r6T> ^jw ^^riD 

16 

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— 242 — 

für das Sühnfest, N. 3, 23, 26, 27, 30, 34, 35 für die 
Bussezeit, die N. 1, 4, 10 Akedas, die N. 8, 9, 13, 
17, 18, 20, 21, 28, 32, 33, 36 Klagegebete. Dass der 
Dichter als Vorbeter vortrage, bemerkt N. 34*). Die 
N. 36 scheint von jüngeren Dichtern benutzt*). Die 
N. 4 und 21 sind zwei-, die N. 8 ist dreizeilig : Ring- 
worte hat N. 20, stetigen Reim haben N. 1 und 19, 
reimlos sind N. 6, 13, 21. Bemerkenswerth ist, dass 
in H. h. 15 vier Selicha^s von Binjarain b. Serach so- 
wohl vor- als nachher von vier Selicha's Binjamin's 
(N. 27, 17, 32, 30 und N. 23, 22, 34, 20) einge- 
schlössen sind, denen zuletzt N. 5 folgt. In H. h. 16 
eröffnen 17 Selicha's von Binjamin mit N. 29 und 
schliessen gleichfalls mit N 5. Die N. 24 ist anonym, 
wird aber in einer alten Handschrift R. Bii^jamin bei- 
gelegt. 

Möglich, dass unserm Binjamin noch folgende Klage- 
gebete, die jedoch ohne Namenzeichnung sind, ange- 
hören : 
87. ywon p^3K, zweizeilig, die geraden Zeilen sind fast 
nur Bibelstellen, endigt D^^ '»dShD); die Worte ^IB^D 
HJÜ^ Ü'^TD) U^Oin erinnern an N. 4 Ü^TD n^D und 
0^3*13 ni^ira. Das PDT» OTHn hat Parallelen in N. 29 
auch in Selicha p^ ra. 

38. D^^^j; IpV W2«, endigt U*ppm D^2C\£^, ist in einigen 
römischen Machsor mss. von Binjamin's Stücken um- 
geben. 

39. 133 "»Ä f N mit leichter Verknüpfung von Bibelstellen, 
hat die Ausdrücke linniODH nSi und DVOV und viel- 
leicht den Namen'). 

40. ^iWa'' ^nro« eine im Stile unseres Verfassers den 
51. Psalm variirende Selicha des Ritus von Tripolis. 



') niDJD ra'^n '»:£)• — •) *« Strofe l heisst es: ^^ HDN \-iVn ^6^ 

iCi^pn FjTi'» "iB^ND nprn\ r®m rnto pD- vgi. strofe s in saiomo*» 
-T» Dnn ' un«iü b^ wm /d rmo ]ro nh) mn nSi hdn ^i^n «y? 

tmpnPjTl^lB^tO- Pö'ner ist der Satz aua Strofe 6 i^Y)^ ^ nriTll jm ^VO 
■Q2nn wörtlich am Schlusae der anonymen Selicha *^^^ IHtÜp n^N= ynTi 

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— 243 — 

41. In noft in TSK*) alles vom Buchstaben X> (^ mjD 
aVl) an. 
Elia hasaken. 

h Pismon roiyo DTp ^nS«, in 12 Strofen, hat den Bau 
der Pismon Isaac^s aus Narbonne, trotzt dem Glaubens- 
zwang, von welchem er in Rom's Untergang die Er- 
lösung sieht. Refrän ist Ps. 33, 4, daher Strofenreim 
rü — . Die erste Strofe gibt jpn VT^K, die Anfange 
der folgenden pn |pin rPW. Ende: rutDH ^D1 ^DD bo, 

2. Pismon "»mp m» %'nSN, in 21 Strofen mit Strofenreim, 
endigt n^3 Dj; v^lO '»nn«, zeichnet \nDW pn ^}n nbt(, 

3. .TOnw D^n^K "1DW, reimlos, endigt nnC^JO ^Kntß^^ Vmp. 

Folgende zwei sind nur pD jpTn gezeichnet: 

4. '»^n neo no« DK, reimlos, endigt 1DD ^HNSttD rUIDW pfc<. 

5. naa^ in:« l^ti«, mit stetem Reim H^, endigt mn 

Joseph b. Samuel Tobelem. 

68. ma Tl'»«'), Pismon. Ende: lyi ü^iyb "f?D'» 'H. 

69. ^K ]^Hn Schuld und Leiden; alfabetisch, am Schlüsse 
D^j; J\C, endigt "pom Y?)^ "pPTID by. 

70. 1W "11331, unbekannt; wird ihm in dem Verzeichnisse 
von Selicha-Dichtem beigelegt. 

71. D'^rj; "liruo 'H 'H, ein Tachanun zu dem Refrän priD SW 
"^S^t, in 6 Strofen, jede zu 5 Zeilen, die Zeile 5 Worte 
enthaltend, fünffach übv 31tO gezeichnet. Ende: TITO 

72. DTV1 jm^') wird ihm in einem Ms. zuertheilt. In der 
ersten und der letzten Strofe ist ^1^ gezeichnet, dicht 
dahinter noch D^j;. Ende: ny\p mPI. 

73. HBTTI y^nn lüT», Bussgebet in 9 Strofen, 3 Worte die 
Zeile; vor dem Alfabet ^D1\ dahinter irbj» d!?K 3^ 

pn, endigt ):b nniiy noip. 

Schabtai. 

1. ytnp by^r\ S«, Akeda mit durchgehendem Reim (D» Ü) 
in 30 Zeilen, endigt vp 1^ -)lß^«D. 

2. rwan'' "p« Cn:«, zweizeilig, der Selicha HDP yt< DI«*) 



1) Ritofl S. 143. — *) syn. Poeme S. ISO, oben S. 137. -> •) daselbM 
212. — <) dM. S. 162 N. 1. 

16* 

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~ 244 — 

nachgebildet Die folgenden beiden Nummern gehe* 
ren sehr wahrscheinlich Schabtai b. Mose in Rom. 

3. '»D)D3 pnn«, für Esther -Fasten, in 9 Strofen, endigt 

jnx üh)ih ^n^N 'n. 

4. 1^'^ njn O5 in 14 zweizeiligen Strofen, endigt HJHN ^JK 
"»iJ« riN . — N. 1 zeichnet VOIC', N. 2 —1 "13 "»«rair und 

^raic', N. 3 pm '»raic^, N. 4 pn n^D i^wn "»rGic^. 

Elia b. Sehern aja erinnert in den Selicha's an Salomo 
Babli, nur dass er mehr bemüht ist durch Anhäufung ver- 
wandter Wörter seinem Gedanken Nachdruck zu geben. Die 
meisten seiner Stücke sind Klagen und Bussgebete; zwei (N. 
4, 12) haben keinen, drei (N. 8, 17, 27) durchgehenden Reim; 
zwei (N. 31, 32) sind Eroffnungsgedichte in einfacher Sprache 
und zweizeiligen Strofen. Die Zeile hat in N. 2, 5, 15, 35 
drei, in N. 4, 8, 12, 17, 22, 27, 29, 31 vier, in N. 1, 3, 9, 
16, 21, 23, 24, 25, 26, 34, meist auch in N. 28 fünf, in 
N. 11, 14, 17 und meist auch in N. 18, 30 sechs*), in N. 19 
in den ersten 5 Strofen fiinf, in den beiden letzten sechs, in 
N. 7 sieben Worte. Zeiten besonderer Bedrängniss schildern 
die N. 7, 20, 29, 33. Alle Selicha's haben den vollständigen 
Namen bis auf N. 33, welche ^rv Tj«ni ppn ivbt< hat. In 
Codd. H. h. 16 (N. 108) und H. h. 41 a (N. 53) wird durch 
Punkte über den dahingehörigen Wörtern der Schlussstrofe 
dieses Akrostichon angedeutet. Als Verfasser wird im Com- 
mentar ms. Opp. 1073 F (zum zweiten Tag Pesach) Elia und 
in Opp. 1074 F f. 94b Elia b. Schemaja genannt Ohnehin 
stimmen Sprache und einzelne Ausdrücke zu «einen anderen 
Com Positionen* Aehnlich in den Anfangen sind die Nummern 
12, 16, 17; ferner 13 und 23. Im Ganzen spricht unser Ver- 
fasser stets einerlei Sprache und gibt uns deutlicher als Andere 
die Normal-Selicha in der Kummer und Unwille nach Worten 
ringen; er schliesst in der Zuversicht, dass Gott mit der Sünde 
zugleich den Feind vertilgen wird. Daher sind seine Stücke 
starker als sonst vorkommt durch parallele Ausdrücke mit 
einander verwandt, nicht bloss in einzelnen Worten, sondern 



«) dfls. S. 202. — «) wird von N. 17 bereits ia cod. üri 272 bemerkt, 
die 6 Worte bezeichneten die 6 Vergehen niDlß^^C- 



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— 245 — 

in biblischen, talmudischen und peitanischen Redeweisen und 
Zusammenfiigungen. ^). 

1. n^ia ^D3n ra«. % oan rcro '»pdn Chatanu. 3. ^2n 

D^l^«*) in 9 Strofen, endigt 03^ ^DD. 
4. lüSKO pnN nach irDD«. 5. iTHOI Vmo '»^IN in 7 Strofen 
mit den Refräns yiW und 3K^m'), endigt "1DJ?N ly. 

6. D'»3n DD'^W*), der Strofen vers beginnt HD^; endigt 

7:d ^y ^Di: nn« hd^. 

7. lop D'»3'^1N*), endigt Dn'»D> D1t031 rnba^. 8. 7»n"»ip ^Hl«. 
9, '»nCD '»mCN') mit Ringworten. 

10. "»D nns« "pN, der strofische Vers beginnt Tl. 11. HDD'»« 

12. VINK': rülD« T'D'JN, endigt 'pDIK' C1J» SnI. IS.Nlip ^N 

•pKO hat zwiefaches 3'«. 14. rtn*? n"»^n p«. 
15. Chatanu TiyN %nb« ^« in 26 Strofen, endigend ^« 

p:m Dim. 16. '»nenn "»nSN. 
17. ysi^n irÄ 7^«. 18. Dyn nüh n:n. 19. n^D rnno nj«, 

endigt "»sn nDm. 20. 1(rh2 "»nn^X in 9 Strofen, endigt 

ob: -p aiir» ^N1.. 

21. mn DD«. 22. P)DW Dip« in 16 Strofen, 3ir im Strofen- 

verse, endigt "yTiT\ jyD^ IJJTinn. 
23. p^nn^ IDKO xnp«. 24. •njra nn« mit Ringworten. 

25. pl^l p"1«'). 

26. "t:'':ijn iroirx endigt li'^jn^D HRD. 27. D^l^^ Tj; 'TiDl^N*) 
endigt nbönn ^«. 28. W2iDra 'n n« mit Ring- 
worten. 

29. min '»p^n nn« dreizeilig. Der Satz Wt^ p20 «ifiO p« 
heisst: Ungebühr in Israel kam Esau^) zu statten. 

30. ^tni^ ^rhn 'n. 

31. -jIDB^: B^S:i 3^?. 32. ipFl 'H Dp. 



i) Note 22. — «) syn. Poesie S. 208. — •) daa. S. 95. — *) das. S. 206. 
— s) das. S. 207 N. 2. — «) In la France israelite p. 65 Elia aus Paris bei 
gelegt, vermnthlich weil alte Wilmersdorfer und Sulzbacher Ausgaben in der 
Ueberschrift Elia b. Jehuda nennen. — ') ))^;y\ niy, vgl- DIITI WD '"* Salomo's 
Sei. 4. — «) syn. Poesie S. 207 N. 3. — ») Ebenso p^o piJf)^ in Pesikta 
rabb, N. 12 f. 22 c und in H^t'TDX TD! 5 Vt^'ö |ÜDD '" Jechiels Esther-Keroba 
und Jehuda haleyi*s Mikamocha zn Sachor ; ytSHS) i° Kalir's Eeroba Sachor 
(D^^n)> Qberail Amalek bezeichnend. In Strofe 9 ist Q'iOIM '^^ D^OHK 
SU ändern, vgl. Q^pTTO *° -^- ^* 

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— 246 — 

33. in nmn nach doppeltem pnB^n. 

34. n\rh2 p liBD lÄH nach pnB^n, endigt nnKTi ^r«fjn. 

35. "iraiK^n mn^ ton*) Chatanu mit strofischen Versen, 

die aus zwei Worten bestehen, wie ']n^3 X12N, IWrä 

^S*!! "ITJ, D^li u. s. w.j von denen das zweite die fol- 
gende Strofe eröffnet Endigt nwcm yi^DI ])y «Stn:. 

36. Wahrscheinlich die erste Hälfte von TIH "TD^C"), vgl 
N. 21. 

Elieser. Selicha nsON '»D 'H •pnt< über die zehn Märtyrer 
zeichnet pTn ITJP^X'). Eine Handschrift*) nennt als den Ver- 
fasser Elieser b. Natan. Dawider sprechen folgende Gründe: 
Die Selicha ist nach Sprachcharakter und Stellung im römischen 
Ritual zu den älteren zu zählen und scheint Elieser b. Na- 
tan*^), der übrigens im römischen Machsor unbekannt ist, be- 
reits vorgelegen zu haben. Auch Elieser^s Zeitgenossen, Aben- 
esra'), war sie bekannt, der sie für kaiirisch hielt Die Namen 
der zehn stimmen mit Midrasch Psalm., mehr noch mit Tobia 
zum hohen Liede. Der Autor scheint einem süditalischen 
oder byzantinischen Orte anzugehören« , 

Nur nijrbx zeichnet der Haflara-Reschut ]bp WTDjn« in 
7 Strofen mit Refrän ^*Gn'» KT ^jn; die letzte Strofe lautet: 

.ipao %nnn3n tnira^ ^h-hi^i mi2ai «dji tnnrw anp'» 

Befindet sich im französischen Machsor^ auch in dem von 

Vitry. 

Jechiel b. Abraham. 

1. 7»tODlWD mw P)«, Akeda in 44 auf m reimenden Zei- 
len, gezeichnet Jechiel b. Abraham b. Joab pn, en- 
digt mno ÜTxhy %"in onp-«. Dass R Natans Vater 
von einem Joab abstammt, ergänzt die anderweitige 



») vgl. das talmndische tOTO. Hadasi ^\i;^ c. 102 Buchst, 'y, DTOD 

nj^DI- — •) 8- ^^^ S.243. — ») nilON und ^^p^ "°^ ^"^ die Buchstaben 
^^, die Halbstrofen geben ItJT— ^) «>d. Leyden Seal. 4 zu N. 289. — 

•) ▼«!• ]n£i i^n'» HD Q^ynin h^ nniDn »it dessen ^^ p^w rron n-non 
jne aro: (s«i- oni D^'^b^c); pe^bn p« onniDn (KJage >5 ti«) ist j. bc- 

raehot e. 2 nnd Midrasch Cant. 31 d entlehnt — <) der Reim |YnD* Tthy* 
QY), den er im Kohelet-Commentar angreift, findet sich — worauf Luzzatto 
im Jahre 1838 mich aufmerksam gemacht — in unserer Selicha; rp^ und 
Q^i reimt auch Joseph aus Orleans (Sei. N. 2). 

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— 247 — 

Nachricht, daes in der ersten Hälfte des dreizehnten 
Jahrhunderts ein Joab, Nachkomme desselben R. Je- 
chiel, in Rom lebte*). 

2. -py 1^3*1 h:k, Klage- und Hülfenif, zwie&ch alfabe- 
iisch, zweizeilig, zu vier Worten die Zeile, endigt ]1^^ 

3. ^^ D*lp^<, Bussgebet, die Zeile zu vier Worten, hat 
manches das an Binjamin erinnert, endigt 'H ir*C1 

•pj; pna. 

4. rh^) COV ^pH, mit Ringworten, ein Chatanu für die 
Bussezeit, die Zeile hat 5 Worte. Ende: .... ^DH 

nvnnn. 

Ausser diesen auch mit dem Namen des Vaters 
(Abraham) gezeichneten Stückeji halte ich folgende, 
die nur Jechiel angeben, ebenfalls für die seinigen, 
da Sprache und Inhalt zu den Torigen Nummern wie 
zu dem Genius des Zeitalters stimmen. In einem ro- 
mischen Machsor vom J. 1426 befindet sich N. 1 um- 
geben von Selicha's, die theils Jechiel b. Abr., theils 
Jechiel zeichnen. 

5. yion TU ^0^^<, Bussgebet, mit durchgehendem Reim 
rn, ^, ^3 und häufigem Gebrauch der verbundenen statt 
der absoluten Mehrheit, endigt rnpl "^sb yo^), 

6. U'np "f? )3^T\ '»:iN, 24 Zeilen, durchgehender Reim 13, 
endifft Ti^TJD b02 n\ü:h 31«. 

7. ■fTlÄD nrriN*), zwiefaches 3*«, dreizeilig mit Strofen- 
versen aus Ps. 44, endigt yiOH Ifj/oh, 

8. «I^in yc)H^ zweizeiliges Bussgebet, endigt "ppijnp 

■pnnj; moKw ^ajnnn. 

9. nniD^ DTTICdM*), gleich der folgenden Nummer ein 
Klagegebet; durchgehender Reim HP, endigt "jDtt^ ^DtOp 

10. '»3y rwn laan ^»<, zwiefaches 3*^, endigt HD2 b)f ^'H 

D^m. 

11. whn ^DIDH, im Bau N. 7 gleich, variirt Jerem. 14, ist 
wegen Regenmangels; endigt O^m MD3 bv» 



i) meine Analekten N. 5: Joab, S. 46, meine Note 34 in Beiyaaun 
itiner. Vol. 2. —< «} bju. Poesie S. 204. — •) daeelbst. 



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— 248 — 

12. Y^D D'^^vnnM, bei Gelegenheit einer Sonnenfinsterniss, 
yarürt Jerem. 10, 2 — 5, mit starken Au8&Ilen gegen 
die Anbetung hölzerner Bilder; 14 Strofen, endigt 

13. om yv^)j die Zeile zu drei Worten, mit zwiefachem 
3-«, das Tl vierfach, endigt -jaw ühyn Sk Vmff "h^. 

14. "inj; per, in 9 Strofen, nach yn03 on"«, zwei Worte 
die Zeile, hat Strofenreim: vermuthlich bei besonderem 
Anlass für einen öffentlichen Fasttag, endigt hl\^ 

nnin -jjnni. 

15. nu^: 'y\'n jiWlC^ 3Kn% Klagegebet. Der Name ist vor 
und nach dem Alfabet gezeichnet. Ende: DpDtt^ "h)p 

16. >JP n^DH, nach pyjt^r\, in schwerer piutischer Sprache, 
mit durchgehendem Reim ^, ^H, endigt ^lOPHOD ^bSMI. 

Die N. 6 bis 11, 15, 16 haben vier Worte in der 
Zeile, N. 5, 12 fünf Worte. Man vergleiche die Aus- 
drücke: '•nj^on ^rm (15) und r\ro2 irw (4 und 9); wpf^ 
liW (9) und ü^yy \t^V (4); D^^TH n^DTTÖ*) (10 Ende) 
und nran wo (4 Ende). 

Isaac b. Jehuda. 

14. IDSD W '»UM für Esther-Fasten, mit Strofenschlüssen 
aus dem Buche Esther. In der Selicha ist der Aus- 
druck ^^^OT HD^D. 

Meir b. Isaac, der Vorbeter. 

Von seinen Selicha's sind nur drei (N. 30, 36 und 
40) ungedruokt; N. 30 ist nach t^SDM, 31 und 33 nach 
D3*?«. Fünf (N. 30, 31, 32, 39, 40) haben am Schlüsse 
akrost n^ND. 
28. ^^01*» yiy^^ die in Ausdrücken und Gedankengang dem 
Jozer Tl^ N. 2 gleicht, wird von R. Elasar aus Worms 
unserm Verfasser beigelegt. Der Name ist in den 
ersten 4 Worten der Selicha, ferner in den letzten 
4 Worten des Buchstaben Jod und im ersten und 
letzten des "1 angebracht Die Buchstaben ^D, 2{D, p 
sind zwiefach. Vgl. mit n^i^IPl DDPI die ähnlichen: 

btnrtn ran, pittt ran in Jozer ym^ (N. i). Auf- 

i) das. 8, 205. — *) cUaselbe in dem Sttlat Q^n^t^ tV\t< '^^^ MMohidlai& 

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— 249 — 

&llend ist indess das dreimalige Vorkommen des 
Namens Joseph. 

29. "yton Vi ^, Akeda^ schliesst mit ntn oyn, das weitere 
gehört Elasar b. Jehuda (N. 34). 

30. '»aWD 3T 76«*), zweizeilig, endigt )r3« on'» niWKD. 

31. toi iy B13N, ist von nnserm Verfasser, wie der alte 
Commentar in H. h. 17 bemerkt, das Akrostichon 
am Schlosse und die der N. 28 gleiche') und R. Meir 
eigenthümliche Ausdrucksweise zeigt. Akr. ]C2pn pn^ 

pt< cauo DX2T»Di rmro bny* u^:^ avy^ "ptA mv 

pMI*). Die letzte Hälfte dieses Akrostichons ist fast 
wie in N. 24. Der Inhalt ist aus der Pesikta Schuba, 
die Sei. vielleicht zur Beschneidungsfeier des Sohnes 
verfasst, die in der Bossewoche vorfiel. 

32. irw '»BiD WW<*). 

33. TOnn HKI nn3n rw Akeda für das Sohnfest 

34. p3D ^:d HN ähnlich der N. 28^) und hie ond da der 
N. 31, ist zweimal *1^(<D gezeichnet. 

35. QTQ« ^rht< *n eine Art Variation des 19. Psalms, hat 
nach dem Alfabet D^BT»31 fTTO Vtl^ rm^ ^}3 jtopn pr^ 
D^SUO (vgl. N. 31) ond in den beiden vorletzten Zeilen 
das Wort '•nDK^.I'WD; darin 3trm) ^p3 (N. 31 ond 41), 

yiD bnr (N. 28, 31). 

36. •pD3 ^N "O, Pismon, Anfang ^DtWO nj^:«, die vierten 
Zeilen der Strofen 1 bis 4 geben akrost TMO. Endigt 
TTTTOn 3'»-Ul. 

37. rrronn mm (oder rmpn)*), hat gleich N. 36 einen 
strofischen Reim. 

38. tDD IDH [derselbe Aosdrock in N. 34] in 1 1 dreizeiligen 
Strofen; handelt vom Gebet statt des Tempeldienstes 
und ist für Mosaf oder Mincha des Sobntages. 

39. po rrVQV •nion für das Sühnfest Darin lonflDS PPnpi, 
'PmODö und ra*ns wie in N. 80; p'JDDn VD^lli ond niT^O 
)ytih HiiO wie atn Schlosse von N. 28; vgl. p&ob "^ynü 
(N. 2) ond p"»»»! (Jozer N. 1). 



«)8yii. Poe«. S. 188. — ■) rTjlD "pOD ^1» die Bilder von Pflaster and 

Salbe, rhvüb 2)rv üiro vhübH)' - •) d«. s. 371. -. <)da8. s. isa 
N. 2. - ») -oan D^pn rno» ^>i ro« toi^ nni twd- — •) »yn- 

Poca. S. 189 N. 3. ^ 

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— 250 — 

40. njion n^DiD n^ion, die zögernde Erlösung beklagend 
in einer Sprache, die zum Theil an Elia b. Schemaja 

- erinnert^ 12 Strofen nach zwiefachem p'ncn, die Zeile 
zu 5 Worten; endigt ^TO «HD nn'^^DS. 

41. niDii n'':yn, das Akrost o^isT;ö3t mina pm m«n n>Ko 

niSOJ\ D'»31lO ist dem des Sulat N. 12') ähnlich. 

42. npn rh^Dy ein metrisches Tamid, in Mss. häufig erläutert. 
Isaac b. Mose. Die drei von ihm bekannten (ungedruckten) 

Selicha's sind für das Sühnfest. 

7. "Tj6 miN *llfi^« rvnt<, nach B^-arw, Engel und Thora 
sollen an die Märtyrer erinnern (vgl. N. 3); der Aus- 
druck -j:«! nij;o"l wie in N. 4; endigt J^JO Sd. 

8. icnnn bt< ^nSnn %'T^N, Klagen und Verwünschungen, 
enthält den Namen von 22") und endigt ^D^nn ^1^. 

9. -jbyD THDj? ^K ntn\ endigt mooS yhnn. In N. 8 

und 9 kommt ÜD ü^d>n ÜTJTD vor. 
Menachem b. Machir. 

17. D)p2 DIN für Esther - Fasten , wird angeführt Tos. 
Chagiga IIa. 

18. '»iß riN n^HN') für Sühnfest. 

19. ^022 1*1)0«*) für den 17. Tammus*). 

20. TDyn 'H HD^ in 10 Strofen, der strofische Vers beginnt 

^:« oder ^:ni, endigt ^nnra -pDn3 ^:«i. 

Kalonymos b. Schabtai, wahrscheinlich der Sohn von 
Schabtai b. Mose in Rom und derselbe welcher an Mose 
aus Arles geschrieben, später in Worms als Gesetzlehrer und 
Commentator von Raschi, Joseph Kara, Jakar und Späteren 
angeführt 

'»3npi ^2^0 7»^« pjn«') Chatanu in 30 Strofen mit Ring- 
worten, dreifach alfabetisch, der Name vollständig^, endigt 
'H 10^^ p p«. 

Simson b. Jona. 

pNH p TDPl T2N eine Busse - Selicha in einfacher 
aber alterthümlicher Sprache zeichnet den vollständigen 
Namen und noch no^e nnira ^"IT. Hat 15 Strofen und 

endigt rhu u^n&<ün ^D n''DD rhü2b 3it:'i bn) n^n. 



«) 8yn. Poesie S. 370. — «) das. & 191. — ») das. ß. 195 N. 1. — <) dat. 
I?. 2. — ») Note 23. — «) »yn. Poesie S. 203. — ») vgl. das. S. 370 unton. 

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— 251 — 
Mose b. Mescfaullam. 

1. r^2 "ptto ^njnicn ^nb« 'n wn endigt '»n^ tj; ^to 

2, Tjnt^'Doi htntn rvpo') endigt n« ^ym roiKDo «sn w 

n'TPIO ?T3j; Om n^lTO. Beide Stücke sind Tachanun 
mit stetigem Reim, bestimmt, dem "^üü) ^TO voranzu- 
gehen. Das erste ist alfabetisch, 38 Zeilen gross, jede 
zu vier Worten und mehr in der einfachen Selicha- 
Sprache. Das zweite, 46 Zeilen stark, ein klagender 
Hülferuf, tritt feierlicher auf. Die Zeilenanfange geben 
akrost. doppelt 1j6 '»m D*?K^Ö ^TD JWü und vier- 
fach |D«. 

üeber hbviO "|*?D «:« s. unten Mose b. Samuel. 
Meir b. Isaac aus Orleans zeichnet am Schlüsse seiner 
Compositionen Elasar, vermuthlich den Namen seines Sohnes*). 

1. r\V:y nrn nTO^N'), für das Sühnfest, schildert gleich 
Binjamin's Un^ b2t^ (N. 12) die versöhnende Kraft 
der hohenpriesterlichen Gewänder, hie und da an Elia 

b. Schemaja erinnernd; gegen Ende: n^^TI VTH^ HK 

2. HD'^Dnn mm, eine Thora-Techinna*) von talmudischen 
und aramäischen Worten stark durchzogen und mit 
durchgehendem Reim HD, ist nicht alfabetisch. Inhalt: 
Abscheu vor Abfall. Am Ende gezeichnet '»3*13 ^^ND 

pTi pTGT, wohinter 5 Zeilen beginnend: 0^*^1*1) DJ Qyhk 
b02. Cod. H. h, 16 nennt es ein Tachanun des R. Meir 
aus Orleans. 
Selicha yittT* jm^ ^ beschreibt eine Verfolgung, die drei- 
tausend das Leben gekostet, jede Strofe beginnt in der zweiten 
Hälfte jmD, ähnlich Salomo b. Jehuda N. 9. Obwohl n*»«» 

ITH pniP *T3 gezeichnet, worauf "»JH ^fj; ^Ä — worin Elasar er- 
scheint — folgt, könnte der Verfasser ein Jahrhundert später 
gelebt haben. 

Natan b. Zidkia. Seine Stücke für Esther-Fasten finden 
sich bereits in dem Ritualwerk Menachem's: er gehört daher 



«)da8. S. 193. — ») das. S. 109, 184. — ») das. 8. 184, — <) das. 
S. 147 Anm. e. 



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- 252 - 

vermuthlich dem Zeitalter Raschids und der Gegend von Rom 
an, worauf auch der Name des Vaters hindeuten dürfte. Zidkia 
b. Elasar war ein Zeitgenosse R. Gerschom^s '). 

1. Selicha )y^rht< 'H jmH, endigt H^D^ rO^ ^D. 

2. Chatanu ^nim ^n^N n«, dreifach 3'N, endigt y^ nwil 

3. Vidui Drh^hy Tr\ ü^rht<r\ %nbK, mit stetigem Reim, 
endigt rWTOy D^itt'DI üb)V ^D^3. N. 1 und 2 zeichnen 
den vollständigen Namen, N. 3 hat pTH ]tOpn ]rü. 

Salomo b. Isaac [Raschi]. Stammtafel*). 

R. Salomo, der in den Schriften von Jehuda b. Natan, 
Natan b. Machir, Schemaja, Simcha aus Vitry, Elieser b. 
Natan öfter durch ^3'1 oder 1^31 bezeichnet wird, stand ausser 
mit seinen Lehrern auch mit Asriel b. Natan seinem Ver- 
wandten, mit den Rabbinen von Auxerre, femer mit Joseph 
b. Jehuda, Jakar b. Machir, Salomo aus Tours, Durbel, Esra, 
Abraham hacohen b. Meir, Natan b. Machir, Natan b. Jechiel 
in Rom und dessen Brüdern Abraham und Daniel') in brief- 
licher Verbindung; er hat Verschiedenes im Piut commentirt 
und ist es vermuthlich selber, der in einem Commentar zum 
Piut des Sabbat Hachodesch im Jahre 1100 meldet, dass er 
die Sonnen - Benediction im Jahre 1085 gesprochen*). Der 
vorherrschende Charakter seiner Gebete ist tiefe Wehmuth, 
in allen wird bitter geklagt. In N. 1 schildert er im Piutstil 
Israels wunderbare Erhaltung unter zahllosen Raubthieren. 
In N. 2 verlegt er das Paradies nach der Südseite, was er 
nicht ersonnen °) sondern einem altern Ausspruche') nachge- 
bildet, auch sind seine Schilderungen von Gottes Thron u. s. w. 
aus Targum und Midrasch geschöpft'). Folgende Selicha's 
sind von ihm erhalten: 

1. pK3TI« j£)1^( in 42 Zeilen, endigt rft>rh Ü^H. 2. TK 

Inno: onto, Peticha. 3. m n&^i a^rht6 y< endigt 

7»D:1 ym V^yr. 4. 2\t;r\ ^D«®) in 14 Strofen, endigt 

odS noir» -p. 5. tr\): nwaan \n^K 'n, Peticha. 



*) IJTIKn n'^3 ö6b. — «) siehe folgende Seite. — •) Cr taras p3^ § 52, 
n'"! § 276, rh^ § 1Ö4. — *) cod. Ro88i 656, cod. Luzzatto vom Jahre 1301. 
») wie Selichot ed. Rddelbeim S. 132 hat. — •) ^iQ^ Hy p* — '^ Note 24. 
•) gyn. Poes. S. 182. ' ' 

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— 253 — 



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— 254 — 

6. nynp U^th^ no'ünn mm zweizeilige Thora-Techinna 
in der ersten Zeile mit Mittelreim, endigt niHO N3 ^D. 

7. 'pyb n*?DnO endigt D^iy ''DO. 

Die Nummern 1,2, 5 haben stetigen Reim, N. 1 und 
4 die Zeile zu 5 Worten; N. 3, 4, 5 doppelt 2"«, N. 6 hat 
einfaches, N. 7 zwiefaches p"1t^ri. Den vollständigen Namen 
zeichnen alle, N. 3, 4, 7 auch n^JWn, in N. 1 ist jtOpn und 
Ü"D21 mT\2 ^■ü^ in N. 3 T\\ in N. 6 pn. N. 2 wird in 
H. h. 17, N. 7 in H. h. 62 erläutert, lieblich sind nur N. 2, 
5, 7 und zwar die letztere allein in der Prager Altschule. 
■***»► David b. Meschullam, ein Zeitgenosse von Mose b. 
Jekutiel, beschTeiBnTrTßT* Selicha '»D'6 V21 b« ü^rht^ die 
Opferungen des ersten Kreuzzuges. 

Samuel b. Jehuda. 

yxh pT2t3 7^^<*) in 13 Strofen, zwiefach alfabetisch, reich 
an Klagen über Druck und hohe Abgaben, endigt yht< O 

Isaac b. Meir') aus Narbonne. 

1. )y^y^V cor*) von Joseph Kara (Hiob 14, 11) angeführt, 
Pismon mit Strofenreim. 

2. unrox ülp 2irr Pismon in 9 Strofen, nach dem Zu- 
schnitt und in der Sprache von N. 1, endigt ^H^^y W 

3. VSJ^t^) OTj;») GJDN, Gebet in 12 Strofen mit den 
Refräns 21lßn und 2lC^m. Endigt JTl&nn '»W DV HW. 

4. Gn2n nnjr") in 9 Strofen mit Strofenreim, endigt Sd^ 

5. G^tß'pSD GTpSn für den Fasttag Gedalja, der strofische 
Vers hebt an '»tr'^trn Dra, hat zwar n^i<D ^213 prcP 
im Akrost, gehört aber vielleicht einem jungern Autor 
an; auch die Nummern 3 und 4 sind nicht sicher. 
Die Nummern 1 bis 4 zeichnen Isaac, N. 2 auch TiV 

Meir b. SamueF) aus Rameru Raschids Eidam. Ver- 
änderungen im "Wortlaut des „Kol Nidre" werden auf ihn 
zurückgeführt^). Möglicherweise ist er Verfasser von ^0^( 



i)da«i. S. 181. — «)da8. S. 210. — ») daa. S. 199, 370. — <) dat. S. 
109. — a)da8. 200. — •) da». 201. — i) das. 183, zur Gesch. 31, 70. — •)H.h 
17. Hajaschar § lU. 

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— 255 — 

.yxhf einem Klagegebet ohne sonderlichen poetischen Inhalt, 
mit Wiederholungen *), das mit dem vollständigen Namen ge- 
zeichnet '»iJWVII '»:« "f? endigt. 
Kalonymos b. Jehuda. 

16. noDin rrp3 ms« niaow endigt arm hod hy. 

17. "12B^ N"TpK1 DDP! pJHK über die Abschlachtungen des 
ersten Krenzzuges; denselben Gegenstand behandeln 
N. 24 und 26. Ist defekt nach der ersten Zeile 
der 9. Strofe niCn^K HDD ^J13n >anMD n^2, womit aus 
N. 14 '>3n«D n'^a '»n'»3n (Zach. 13, 6) zu vergleichen; 
das n^3 ist ^D von V^2, — 1D muss die fehlende 32. 
Zeile begonnen haben, hat auch TOtO^ wie oft N. 14, 
OTO wie N. 25, D'»jnia wie N. 24. 

18. "l^jn rmco rnrx Akeda, zweizeilig. Endigt •Ol rOPl 
ü^iyrrh Dl^n IDT D^onp. Von Isaac heisst es (nach 
Bereschit rabba c. 56): D^ü IDro» pTO. 

19. nw in« b'»» Akeda, endigt U^om «DD Sy. 

20. n^B^ TD X*? ^K Tachanun mit durchgehendem Reim, 
in piutischem Stil, endigt n^D3 DT1Ü31D. 

21. 1TO HOybü n'»3'?DD« dass die Vergebung den grossen 
Uebeln Heilung bringen möge. Endigt 13Xs)*n ^1t9 
m^^T) -p (Hosea 6, 1). 

22. mpiJflD ^y\^ast< für den 17. Tammus. Die 7 Strofen, 
welche der letzten vorausgehen, haben als Schluss 
Theile des Verses Zach. 8, 19. Endigt obtt^nh ^ron 
D^ni D^a*D (nach Zach. 1, 16). Die an nflDD 
reSBaoi (Midr. Kohelet 115 a) erinnernden Worte 
PDiCDI ra2tD2fö begegnen in Binjamin b. Scrach Jozer 
N. 3. 

23. jrhv ^ T3B mniC^« Bussgebet in 10 Strofen, endigt 

jum am b». 

24. Dm: Dpjn bip bipn n«»). Endigt -pnaj; ^«ntt^bi. 

25. ^^nn« JTÄKI pipHN Sühngebet mit strofischen Versen 
die 'H anheben, endigt DirTI b« 'H Tl. 

26. n'»*a 1D1 u. s. w. Anfang ''püSOC DT»« TTIfcnp, endigt 

3pr b)p b)pn (vgl. N. 24). 
•) rhvo vWf mmo ^af?» noy Dm> o^» nT^on «mai, am ^mai. 

— *) lyn. Poesie S. 16. 

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— 256 — 

27. rtro D^:i3nn n*D"1« Chatanu mit Riogworten, endigt 
D^Dm «DD bVj darin '»DSD i^p: wie in N. 19. 

28. Djnca nvtt^ 7:10« Chatanu, drei Worte die Zeile, endigt 

omn p D'»iD. 

29. Iß^JO n^*? W DÄ^ Busagebet, endigt DWTlb DnTül. 

30. niDi Dnit^ mm«'), 12 Strofen, endigt üb\trrvh DWn 

Orm ü^212 (vgl. N. 22), darin pm '•IDi') wie Elia 

b. Schemaja in N. 5. 
Zwiefaches D'W haben N. 19, 28, 30. In N. 19, 21, 29 
hat die Zeile vier Worte. N. 27 wird von Joseph Eara zu 
Hiob angeführt, wo der Verfasser V'] ü^ü'^yhp 13^3"1 heisst, und 
nach einem alten Machsor') ist es der unserige. In N. 28 ist 
hinter dem Namen JON ^n^ ^ID*) angebracht Die N. 29 und 
30, die nur ^Ealonjmos^ zeichnen, sind wahrscheinlich des- 
selben Verfassers. In der letzteren ist das Akrostichon in den 
einzelnen Worten der Zeile angebracht: 

D^oy >3^-D D»i "pi:^ yjp 

In N. 2 ist in der dritten Strofe durch die Worte nif?p 
)r\)hb D1DT D1D'»: iraiB^p IHD der Name auf gleiche Art an- 
gedeutet. Alle übrigen Selicha's haben den vollständigen 
Namen. 
Amitai. 

15. niDI« b^ü 7»«*) in 7 Strofen, endigt n« Di litOm 
nmiDn mit Anschluss von Nehem. 9, 33 ( nn«1 

16. }WQ irain ON wird nach ihm benannt in einem Mach- 
sor-Commentar (Uri 255); eine Selicha dieses Anfanges 
s. oben S. 228 N. 73. 

17. jmD ^bn n:«, Bussgebet, am Ende ^rsM; auf je 
zwei Zeilen ein Buchstabe des Alfabets, endigt DV3 

18. D^D U1&D^<, reimlos, für die drei Fasttage nach den 
Hauptfesten'), endigt wie N. 17. 



1) das. S. 196. — ») vgl. daa. S. 390. — •) oben S. 164 (Anmerkung 8). 
<) das. — ») syn. Poesie S. 186. — <) Ritus S. 124. 



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— 257 — 

19. JTÜ kS I^W, eine Variation auf diesen Theil des tag- 
lichen leisen Gebetes (Techinna), in 10 zweizeiligen 
Strofen, endigt Dip %-|^N ruipo. 

20. nrn bt< 'n 'n, Pismon, dessen eigentlichem Anfang 
D^'^b^< mDW der Middot-Vers vorausgeht 

21. "TDPn 'D HD^*), Pismon in 9 dreizeiligen Strofen, Ende: 

no3N 7»^« "^D« Nn^« Dr (Ps. 56, 4). 

22. }Thr\ •/? irry am Esther-Fasttage üblich, in 8 Strofen, 
endigt 1ra^^(D 1:ü^D. 

23. b^HVi DNT *?y in 9 Strofen, gegen Epidemien, gezeichnet 

rpn> ^nc«, endigt nsjob «*? "jcwi hmöi npjns -jb ^d. 

Sebadja. Die Sprache seiner Selicha's — sämmtlich für 
die Sühntage bestimmte Bussgebete — ist einfach; in den Klagen 
(N. 5) erinnert er an Binjamin. Die Nummern 3 und 5 sind 
dreizeilige. 

3. üH p In^^, 4. Trv) thn*), 5. ipb2 pN d^i^x, 6. "p^N 

TijrK&* 'n, die beiden letzten Str.ofen haben statt der 
Verse Ausgänge aus 2^1^ ^hü bn. 

1. 7hv\ TOT DDN, endigt Stt'V G^om ^^DD *?y. 

8. ^J^JD jCn nach pnCTl, endigt wie N. 7. 

Binjamin b. Abraham. Die Selicha ^DtC^ '»tt':« 1DD1N 
[al. lO&X] über die 10 Märtyrer') muss aus dieser Zeit stammen, 
da Ausdrücke^) und Stil') keine Epoche geschmeidigerer 
Poesie zulassen und Parallelen nur in den Werken des 11. 
Jahrhunderts haben. 

David b. Samuel halevi. Selicha rai %n^N 'H'). 

Tobia b. Elieser hat akrost. "ilJT^« "»^T^, ist kein Sohn 
von Elasar b. Isaac in Worms und seine Abkunft aus Mainz 
noch unerwiesen'). Sein Werk Diu Vpb erwähnen aus den 
ersten Dezennien des 12. Jahrhunderts Tobia der Karäer, 
Samuel b. Meir, Menachem b. Salomo, die Auszüge des Buches 



*) syn Po«». S. 185, — «) das. S. 187. — •) das. S. 311. — *) vgl. das. 

374 -Tonn, *io, 418. TibaDin, to^» pybS pnnn*?. 
')Vvi*?ip9 n«in*« 

•1D*? ^2ira "»iia: nn 

•) ajn. Poesie S. 197. — ^ vgl. Steinschneider catal Bodl. p. 2674. 

1 7 
Zum Llt«rtturgMGb. der 07». PomI«. -*- * 

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— 258 — 

Hapapdc^ und Abeneflr^; als Syuagogal-Poet ist ^ xkur durch 
die Selicha tVnt< 10« iTH«*) ge^^annt, in welcher, nach den 
Hechalot, als Gottesname \inS!f^ erscheint. Die Strofen beginnen 
mit d«m Ringworte; sie endigt ü>üm VDD bj) 2ttn^ ^D b«. 
Elieser b. Isaac hi^Ievi'), der Sohn von Rascfai*8 
Lehrer in Worms, wird im angeblichen Ra^obi au Nasir'), 
in Hapardes*), bei Zidkia*), in alten Formularen von nneiC'') 
angeführt; seine S^licha pj; ntS^2 ^rh^ ist für Mincha des 
Versohnungstages. 

^Binjami n b. Chi ja. Als Leidensgefährte der Ver- 
folgten im ersten Kreuzzuge gehörte er s^u den Flüchtlingen 
ausi Neuss, Bacharach und Speier. lu seiner — von Sal. 
Cohen für unübersetzbar erklärten — dreizeiligen Selicha n^3 

nm-D deutet die Stelle iDDnn^ Ton HDos n^pn©i rmnn nma ^n 

nODna Utt^ VWlob auf die zwei Mönche hin, die von Je^sus 
Qrab angeblich eine Schrift mitgebracht, in welcher die Aus- 
rottuQg der Juden gefordert ward. So berichtet ein Com- 
mentar des 13. Jahrhunderts. 
Joseph b. Isaac. 

1. m DV2 ^326^') für Gedalja-Fasten, unbeholfen im Aus- 
druck, endigt )ÜV TTO1« IDDI. 

2. "pi^j; r\T^7T\ für den 10. Tebet, zwiefach alfabetisch, 
endigt pyT\ ytöi. In beiden kommt yw ^Sl« vor. 

Binja]}Q],n. 

1 . niS2 ü^yv^ np^ ruyn •), zweizeilige Variation d^r Litanie 
FV^^Pl^3, nennt s^ucl^ die Priester Matatia und Chasch- 
monai; jed^r Satz eröflfnet »"üyn. Ende: D^^nDD royn 

D^'D^cnni D^niß^n o^Tonb rvr^mo D^'opn rwp^:^ jui. 

2. injnß^ p)Sn U>tO in 8 Strofen, endigt ^Kli )T»26 K31. 

3. rwnpt^) ^roiy IpS in 9 Strofen, endigt O^hz* DSIff 

|ra an*?. 

4. 2N nn2 IDT in 6 Strofen, endigt D^^D^JH TH nom. 
Die Nummern 1 und 2 zeichnen p^33, 3 und 4 aber 

pD'*}3; pTPl haben N. 2 und 3. Nur in N. 1 ist der Namen am 
Schlüsse angebracht, wahrend b^i den übrigen ihn die Strofen- 

«)8yn Poesie 194, 871 — «) Ygl syn. Poesie 198 und oben S. 156 — 
•) Raschi S. 368. — <) 45 b. — ») n"l5< "»•• § 60. — •) cod canon. 1 f 106». 
— ^ im roman. Maebsor fehlt die 5. Strofe. — •) unrichtig Binj. b Salomo 
in onomast S. 52. 

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— 259 — 

anfange geben. Die Sprache aller vier Stücke ist einfach, 
etwas alterthümlich, hie und da Wiederholung statt des Reimes. 
Die Nummern 3 und 4, die vielleicht einem verschiedenen 
Dichter gleiches Namens gehören, haben die Refrftns 2W{ und 
DS^ni; möglich dass die N. 24 von Binj. b. Serach, die in einem 
Ms. unmittelbar den Nummern 4 und 3 folgt, demselben 
Dichter zuzusprechen ist 
Mose b. Schabtai. 

1. mn:«3 ^nw no rODlS'« für den 17. Tammus, endigt 

2. '»313 by nriDX, ein Gebet, das bei der Schwache der 
gegenwärtigen Zeit an das Verdienst des seinen Sohn 
opfernden Abraham, ferner des Daniel und seiner Ge- 
fährten erinnert. Nach Beendigung des Alfabets ist 
— rOB' 12 tWD angegeben, vielleicht auch 13n. Die 
beiden letzten Strofen bilden kein Akrostichon und 
endigen rm^Ü ü^nbt< 'H. 

E lieser b. Na tan [jTtn], auch Elieser aus Mainz, sel- 
tener Elieser der Alte genannt ist der Stammvater von R. Ascher 
und R. Mordechai. Der Irrthum, ihn für den Verfasser der 
Schrift ^DB^n 'V2^<0 zu halten, ist 300 Jahre alt*). Er hatte 
drei verheirathete Töchter und einen Sohn; sein Eidam Uri 
ist wahrscheinlich der Vorfahr R. Ascher's'). 

Stammtafel: 

Joseph 

Isaac hale^i Na tan i 

(.emeFr.warWittw e)^^.^,^.^ Elieser^Tochter Natronai 

JoeL='fochter | Tochter«Uri Tochter « Samuel ») 
I Eljakim aus Bonn 

Elies^TcrFSn) Un d. Märtyrer*) (»=^"^) 



Tochter Joel 



Hillel, der Grossvater R. Mordechai's. 

1. Maarib 7. Pesach K^a ^y^2wb IW, in welchem das 



*) Machsor ed. 1568 Th. 1 f. 251a. — «) lur Gesch. 421, 422. — •) zur 
Gesch. 33, 205 [Maimoniot zu nie^^H c- 23 ü"3lS^ >Ä< n«m]- I» Orsarua, 
Maimon., Mordechai, Recanate a sonst o"3iy yOI- ^ *) ^y^- Poesie S. 28. 

17* 

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— 260 — 

mittlere Stück die Versanfange des Mose-Liedes als 

Strofenverse hat. 
2. Maarib Wochenfest ^21 D\nb« b«; der mittlere Thcil 

in 42 Strofen mit einerlei strofischen Reim stellt die 

zehn Worte mit denen die Schöpfung erfolgte den 

zehn Geboten gegenüber, und gibt die Zahl der von 

jedem Gebote abhängigen Gesetze an. 
8. b«*!»'^ '^nlr^^, ein Bikkur, bildet den Schlusstheil der 

Nummer 2. 

4. DM^D ntoy nw, Jozer Nachmu, endigt ht6 nmr6 

5. I^np übyy *11«, Jozer Schuba mit 7 Kadosch- Strofen, 
deren Schlussverse HDItt' anheben, variirt Jes. 55, 6 
bis 11 211^^ In dem Akrostichon des Namens kommt 
j;^"T vor*). 

6. TO^N ^313«, Jozer für Beschneidung am Sabbat, darin 

u^ionn ]n p n^d t^yi:^}, wie in N. 3: Diro N^D «npoi 

7. p):^D PN, Jozer für den Hochzeit-Sabbat, alfabetisch 
(XXN, 23. :iXI, Tl u. s. w.); nach je zwei Buchstaben 
ein ^3 anhebender Strofenvers und dahinter eine 
Kadosch-Strofe, die mit dem Worte, womit der Vera 
endigt, anfängt. Die je ersten Zeilen der Strofen 
haben Mittelreim. Endigt TO^ D ^3. 

8. Dt^ CN ^3, Ofan zu N. 5, mit Wendungen >3N1; die 
Anfänge der Strofen sind der Vers Deut. 32, 3. 

9. %^D'»^^ mtN, Ofan zu N, 6 mit Wendungen IDjn oder 

CW, der Name vierfach angegeben. 

10. 'H ijfc« ^)y, Ofan zu N. 7, mit durchgehendem Reim, 
endigt nin''\ 

11. 2)^: mn^N b«, Sulat zu N. 5, mit strofischen Versen 
worin 2W, einfache Sprache. 

12. ^rwt^bv^ nn3 nw, Sulat zu N. 6, am Schlüsse die Chiffre 
P"« und ^n^ 133 G''p'»b«'). Der Ausdruck ißinö h^L^h 
W13 hat eine Parallele in WD ^\tnD uhinon (N. 21). 



») nachzutragen zur Gesch. 330. Vgl. unten N. 24. — •) daher im ono- 
inaitio. S. 24 Eljakim b. MeschuUam alt Verfasser genannt 

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— 261 — 

la nn>2 anc^TD Kt^ bis, Sulat zu N. 7, ist ein Segen für 
die Vermählten, endigt n^DI )nn üy. 

14. tJ^JINS D^1^N, Sulat, über die Leiden des ersten Kreuz- 
zuges. Der Name ist in den mit niinn USD beginnenden 
4 ßtrofen und zwar in den Anfangsworten der Sehluss- 
zeilen (JHJ D'»3n3 ITj; ^bt<) ausgedrückt. In alten Mss. 
wird er geradezu als der Verfasser*) genannt. 

16. '»■015^ ^j; "h '•l« und ^'^: «B^ nebst zwei kleineren Elegien 
über die in Speier, Worms, Mainz, Köln im Sommer 
1096 Geschlachteten. De Rossi (cod. 586) irrt, wenn er 
den Verfasser für R. Elasar aus Worms hält; eben 
so irrig ist die Bezeichnung Elasar halevi bei Joseph 
hacohen. 

16. Hochzeit -Reschut. a) HJip l^^by bt< nil^nD, Reim m, 
endigt niNDnb. b) D^^ax PT« niB^noi, 'N bis h, Reim 

an, endigt Dm«Di T)2Di. c) rvppr\o mmol, 'D bis 

'n, Reim D'»}, endigt U^ynt<n '»jriN. d) ^ilD« niÄHöl 
^Dlbt5^, Reim -p?", endigt inNÜ2 HP« TTOI. In a und 
d ist der Name gezeichnet. 
Selicha's: 

17. '»ytt'D "hv rn)i<, dreizeilig, zwiefach alfabetisch, endigt 

18. bt<l^b 31ü "I«, Klagegebet über Glaubenszwang; die 
je dritte Zeile beginnt HD*?"», der strofische Vers DIU, 
endigt irn^N 'H HP«. 

19. ^ü '»:D mSD«, Beschreibung der Aboda, nach 3'2K, 
Tn:; die je zweiten Zeilen geben den Namen, endigt 

20. nnrnn ^^b^^ bn, dreizeilig, zwiefach alfabetisch. Im 
Strofenverse n^O. Endigt mrT'^Dm D'^Dmn. 

21. IDp CTl D^"!^«, vierfach alfabetisch, schildert die Opfer 
des Jahres 1096; der vollständige Name ist wie in 
N. 14 angebracht; ein Codex hat die üeberschrift: 

n«] mhü TD'» )n: -a 'wbt^ n. Endigt oyn b^ 
*rh bbrr\. 

22. by in^ra bt^lt< ähnlich Binjamin's N. 12 (72N); der 



1) nicht BUwer b. Samuel n^S 7 S. 4. 

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— 262 - 

Anfang kommt auch in N. 3 gegen Ende vor, Tgl. 
1DDD bt(nt< nrro diu bei Simeon N. 8. Ist mit Aus- 
nahme der Buchstaben ri'^ doppelt alfabetisch, endigt 

23. nSJUt^n HNI nnan n«*)» Sühngebet, das der Ab- 
Schlachtungen vom Jahr 1146 gedenkt, der Anfang 
erinnert an Meir^s Akeda N. 31; doppelt alfabetbch. 
Endigt G'^DPH «DD bj?. 

24. ^^»ON np^ «isn, dreizeilig, nach f^niSTl, der strofische 
Vers beginnt bs oder ^«1. Die je zweiten Zieilen 
zeichnen den vollständigen Namen nebst "Tj; ^rh roV- 

Endigt >nbK i^yo*?. 

25. O^^n nn« '»:nin, Sühngebet, zwiefach p'^BTi; endigt 

Die Nummern 20, 24, 17, 18, 25 folgen hinterein- 
ander in cod. Opp. 11 04 F. 
Isaao b. Samuel. 

8. '»3^ Pjioya «np« -pb« ohne Reim, endigt inmj6 im*?'»« 

mnn. 

9. KtS^« ^trs^ 'H "p^M, zwiefach alfabetisches Tachanun 
nach Art derer von Simeon (n*?^niN), David (rTün), 
Meir (HD'^Dnn Hlin), Kalonymos («b 1«), Binjamin 
(TW) u. A., zeichnet Is. b. Sam. pT\ ^ich niDl und 
schliesst iWy) DI «03. 

10. IT bü 13«^2n% Pismon mit Strofenrcim, dass man 
dem Gerichte Gottes nicht sich entziehen könne, an 
Ps. 139, 5—12 anlehnend; in den Strofenschlüssen ist 
7«1Dt^ p gezeichnet, der Name Isaac in der ersten 
Strofe. 

'•njDil ^n«tß^: -pD"»«, Chatanu in 32 Strofen, die ihn 
umgebenden Schrecken schildernd, endigt p« hü 
DD'^mD«, hat akrost Is. b. Sam. hasefardi OTlEOn) 
und ist vermuthlich eines verschiedenen Verfassers. 
Einer der Unterzeichner des Erlasses zu Barzellona 
vom Jahre 1305 hiess Isaac b. Samuel. Vgl. oben 
S. 169. 



^) tyn. Poesie 246. 

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— 268 - 

Samuel b. Majo. Die l'echinha b^^^V^ pWy die im 
römischen Ritus am Esther - Fasten hinter 7\n2 ^lö} rezitirt 
wird, und welche £U Anfang ^Dt^ und nach Beendigung des 
Al&bets akrost. zeichnet: pFI |tOpn PD ns b^)t\ff, besteht aus 
ll Strofen. Der Verfasser kann wegen der Ausdrucke n^JITfcC, 

nstcnn miy, p, ^nonn, ^11«^ (zweimal), fira, diddü, t«2, 3^ 

und der hagadischen Darstellung nicht später als in das zwölfte 
Jahrhundert angesetzt werden. 

Mose b. Samuel b. Abschalom, ein Vorb^er, spä- 
testens um 1150. 

1. ITONI TjnN, Reschut zu Kalir's kusaf Neujahr, im 
französ. Machsor, 34 Zeilen, endigend h riUoS IHDI 

Thorafest (N. 2, 3, 4): 

2. HDD l^Kf Dj;n ntt^N, Jozer, in welchem die Versan- 
finge vom Segen Mose's (Deut. 33) die Strofenschliasse 
bilden. 

3. (wahrsch.) Ofan pinn« DIpC, vgl. unten (Kap. 17) Mose. 

4. t:y 2^\t^2 IN Sulai 

5. ^Dim 'H 7»^», Sulat für die Omer - Zeit, in 7 acht- 
zeiligen Strofen, die Zeile zu drei Worten; endigt 

6. yit^^ h^ tobüj Ofan am Hochzeit- Sabbat, akr. HK^ 

bWOJt^ 13 pm )nn, 7 Strofen mit Refran rms^ 'HpjSp, 
endigt HilötO Tl» 'H. 

Selicha's, von denen die N. 9, 10, 12, 18 ungedruckt 
sind, die Tachanun N. 8*, 9, 10, 14, 15 durchgehenden 
Reim haben: 

7. THt^D "hy HTIK, Chatanu mit Ringworten, über die Strafe 
wegen Uebertretung der zehn Gebote. Der Name 
ist zweimal gezeichnet, das zweite Mal in vollständigen 
Wörtern. Ende TJD 1DD=» 21l0n 'H. 

8. yxh üyD> ^W, worin Auftritte aus den Verfolgungen 
des 12. Jahrhunderts geschildert werden; zwiefaches 
D"K, die Zeile zu fünf Worten. 

9. nnm V1^« 'n ^, die Zeile zu vier Worten, endigt 

nimpD yyv) ^JW %in roe^p. 

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— 264 — 

10. 'h mm mnbiC, endigt ^hnp ]V&^ pn, bcateht ans 
27 Zeilen, jede von drei Worten. 

11. '»Pynt^ 'n "p^«, dreizeilig, endigt t6t) nycb niH. 

12. bh)no -J^D «3K, nach l^-D H'N, endigt U'^b» Om OIH; 
schreibt im Akrostichon ^»2^2, der Zusatz Tj«ni jepn 
pFI ist in vollständigen Worten gegeben. Jedoch ist 
der Name bHM2\t^ nicht ganz sicher und vielleicht ist 
dafür chWD zu lesen. 

13. tno bt< nn«, dreizeilig in gereimter Prosa, ähnlich 
Binjamin's N. 8, endigend Unsm ND3 bv '"O«. 

14. ü'Dbo "J^D*), Peticha. 

15. ijntc^iD btnm nipo, endigt miarii n^nyi. 

16. )Th^ri nbyn, zweizeilig. — In den Nummern 2, 14, 
15 ist auch der Name des Gross vaters angegeben. 

Simeon b. Eljakim mit peitanischen Ausdrücken und 
einem an Elia b. Schemaja erinnernden Stile ist nur durch 
folgende zwei Selicha^s bekannt: 

1. "hr) n^D VllON D«, zwiefach alfabetisch, mit Ring- 
worten, vier Worte die Zeile, endigt 21^) nrUD. 

2. anni ir'^nn 2)wn, endigt ^}2:i^n dm^n. 

Achimaaz b. Paltiel. 

1. für Esther-Pasten: ro^bn '»Dtn^D ^3W K^ in 10 Strofen, 
vier W^orte die Zeile, endigt JD^D ^Ü31 j;21WD D^Hp 
n^m, hat die Bildungen b: 102 |D V®. 

2. (?) DDP nn«. 

3. 2pjr *l^t< [eine Selicha dieses Anfanges ist von Abun]. 
N. 1 ist in einem alten romischen Machsor, die beiden 
anderen werden in der aus Italien stammenden Notiz 
ms. [Beilage I] dem Achimaaz zugeschrieben. Um 
das Jahr 1162 lebte ein Mann dieses Namens in 
Melfi (Apulien), der bei Benjamin von Tudela ge- 
nannt wird. 



t) sjD. Poe«. S. 247. 



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— 265 — 

X. KAPITEL. 
Sdicha-Dichter von J. 1140 bis J. 1300. 

Bereits im ersten Drittel des zwölften Jahrhunderts hatten 
grammatische, exegetische und philosophische Schriften, der- 
gleichen in den Werken von Saadia, David Babli, Menachem 
nnd Dunasch, Chananel, Abraham b. Chija den Denkern der 
germanischen und der romanischen Länder dargeboten wurden, 
einen sichtbaren Einfluss auf die Handhabung der Sprache, 
die Auffassung des Midrasch und die Erklärung der biblischen 
Bücher, mithin auch auf die religiöse Poesie, sowohl was Ge- 
danken als was Gestaltung betrifft, geübt. Als vollends die 
Werke der spanischen Meister den französischen Juden zu- 
gänglich wurden, Abenesra in Frankreich und Italien lehrte 
und schrieb, nach allen Richtungen hin Geist weckend, und 
zum Theil in Folge häuslicher Stürme unterrichtete Spanier 
nach der Provence zogen nnd durch Uebersetzungen die jüdisch- 
arabischen Werke ethischen und philosophischen Inhalts den 
Brüdern in den christlichen Staaten bekannt wurden, machte 
auch dort allmälig die alte peitanische Ausdrucksweise der 
geschmeidigem Andalusiens Platz. Den wichtigsten Repräsen- 
tanten dieses in die Zeit Elieser's b. Natan fallenden Fort- 
schrittes erblicken wir in: 

Jacob b. Meir [R. Tarn] aus Rameru, später in Troyes, 
der Abenesra und Abraham halevi in Toledo bekannt war, 
Menachem gegen Dunasch vertheidigte, mit den Gelehrten in 
Marseille, Lunel und Narbonne in Verbindung stand und 
selber metrisch gedichtet hat. Er hat sich auch des Gebrauches 
der Keroba angenommen, verschiedene Stellen des altern Piut 
geändert und selber folgende Stücke verfasst: 

1. Maarib für Hüttenfest a) DDPID "»^j; )b D^"lS^< 'H, 
endigt DDD Vni3^aD', b) T\ Bnp^T Wn, endigt ^ÄIK^ 
ntn«, c) irmXX) )X:>^^ in«, alfabetisch mit Refrän TD 

niDon, endigt niDo mirj6, d) >:T»jn p>S)r6 ym o)\ 

endigt n^ m^ inc^:, e) P|1D« iT»D«n TI3, endigt n 
non«, f) Drun "]W D^B^ raD2, endigt übtO^ niöDI, 
g) irUtt^ übv p^ 3n ^ bis IWTPDI TOD D^BQ. 

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2. Maarib für den 8. Tag Azeret. a) 1W ncoij; "nwi "Vn« 

bis niDiwoS rcr^)^:^, h) m'ȟD> bin bis iranra usntnn, 

c> DI-D '':'»Dl^n by nS3N zweizeilig nach T«, Refran 

^:>Diyn Ora, endigt HDNlb 1DT)T» «bl, d) >TOirn DT^ 

nm:D nniiy bis nncBo «t:i3, e) uyuno dv nnsya bis 
T:jnr» "T« ni, f) n«"in ^n»T bis m«3a 'n, g) dini im? 

bis bintn by ü)b\tr\. — Aus Abschnitt c wird die 
Strofe nyhb l&np in den alten Tosafot zu Joma (3 a) 
sowie viermal in unseren Tosafot') angeführt. 

3. Dt&^l T, Lied für den Ausgang eines Hochzeit-Sabbat, 
in 7 Strofen mit Mittelreim. 

4. ^^^D )2 'n, ein Gesang in 4 Strofen mit Strofenreim 
und Refran (Ps. 148, 13) n« )bbiV u. s. w. wenn am 
Thorafest die Gesetzrollen in die Lade zurückgestellt 
werden, zeichnet DpJT. In der letzten Strofe wird den 
beiden^ Thora-Freunden^ der Segen ertheilt. Ein Codex 
vom Jahr 1290 nennt ihn: „Piut von Rabbenu Tam^. 

5. VTOS\ Hin OV , Ofan in 4 metrischen Strofen, gezeichnet 
^V^i der sowohl im Vitry - Machsor als in einem 
Machsor der Synagoge von Padua R. Tam zuge- 
schrieben wird. Der Ausdruck TVOOD mn DB' ist auch in 
dem D^D^DP ^^2 Mose b. Esra's, das gleiches Metrum hat. 

Vier aramäische Reschnt (N. 6 und 7 vor, 8 und 9, 
die beide pT\ DpJP gezeichnet sind, nach der Haftara) 
gehören wahrscheinlich sämmtlich unserm Verfasser; 
von N. 7 ist es gewiss. 

6. «'•DI H^Cry* ^«, Reim pi, akrost. 3pjn ^:«. 

7. D:inS) 3^2P, Reim p, mit dem vollständigen Namen 
versehen. 

8. '•öB'i b |nin>, in 7 Strofen, Refran -fon^ «T ^jn. 

9. J^cbv '»^2 \iXV\ in 7 Strofen; der Refran beginnt HITO 
schliesst tn bv, das dazwischenliegende Wort aber 
{Httnyb, ^niDip u. s. f.) variirt. 

Zwei Selicha's, beide mit dem vollständigen Namen 
versehen: 



1) Catal. codd. Lips. p. 290, 319. Heidenhelm s. ▼. 

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— 267 - 

10. reif y^ motW, Chatanu mit Ringwort, jede Zeile drei 
Worte stark, üeber den strofischen Vers vgl. Ritus 
S. 222 und oben S. 85. 

11. ^^^N "ptt^'X Pismon in 5 metrischen Strofen mit Mittel- 
reim, der Refrän mn^^DHI D'ürm )Trht< 'rh (Dan; 9, 9), 
der immer einer Zeile DN1 antwortet, ist derselbe in 
Chija's Gebet ID'»^ ^''W 1D^. 

Die Nummern 1, 2, 4, 6, 8, 9, 11 sind ungedruckt 
Bi nj am in b. ntt^D. So wird der Autor nachfolgender Seli- 
cha^s bereits in cod. Mich. 656 N. 123 und cod. Opp. 
1074 F genannt Der Name m^, der duroh die 
Akrostichen gesichert ist, hat ein Analogen für die 
erste Hälfte in liWt — dem Zunamen des Isaac 
Gerundi — - und iptt^D*)> f^*" die letzte in 1131'), Namen 
in der Provence üblich, welche vielleicht des Dichters 
Heimat ist 

1. yacvh nann ntt^N HöK, eine Klage im Piutstil, zwie- 
fach TN, die Zeile zu vier Worten. Die letzte Strofe 
lautet: Ninp inTTtDI TT |fc«b pl injD "IHOn Cm^ ]D1 

2. >TOP niy 1^3*), Tachanun mit stetigem Reim, fünf 
Worte die Zeile, endigt myn IDIHD '»nOPü "»DB^pa nbw 

TD ]yo 'n nrw. 

David b. Gedalja [b. Jechiel b. Alexander b. Jacob] WilD 
oder ^0^&, vermuthlich aus dem zwölften Jahrhundert. 
Wochenfest: 

1. Jozer intnra nninö nnON alfabetisch; die Strofen- 
ausgänge bilden zusammen Ps. 68, 8 — 14, die zweiten 
Zeilen geben akrost. mira blX^ n^ll *a ppH "m; 

Ende: ^nn pyr2 n^rroto. 

2. Silluk '^D^n ntt' mS)2, die Anfange der Zeilen die 
alle U^ reimen — anschliessend an D^DTTin n'hv im 
Anfang des Jozergebetes — bilden Ps. 68, 15 — 17 
und die nächstfolgenden Worte das Akrostichon ITI 

PöA pn KioD rrhi} ^d. 



«)8yii. Poes. S. 248. — •) qijj^ Qton 64 b. — •) ebendaselbst. — <) std. 
Poes. 6. 211. 



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— 268 - 

3. Ofan BOn TTTlKDri 331 nach doppeltem p^-OTl, simmt- 
licbe Zeilen schliessen ^yV; die Anftnge der einzelnen 
5 Abtheilungen sind Ps. 68, 18, Akrost pn TH. 

Endigt "^mn %DD HBTip pm DW Dnnn. 

4. Sulat Ü^Hyoy ^n^DH ^D:k nach pryttm, mit den Anfangen 
des Dekalogs und gezeichnet yiM TH; endigt uniTj6 

Selicha's: 

5. iHDH ÜTH bt< pN, reimloses Sühngebet, endigend ^pVl 

nbyn'» pa. 

6. 7D^K '•NBn: IDXnK*)» zweizeilig, zu drei Worten die 

Zeile, endigt rottnn ü^my niDl. 

7. nB^DKN^ rron, Techinna*) für den zehnten Tebet mit 
dem vollständigen Akrostichon bis Jacob. Endigt 

^tn ü'iD) ni3D njD jao *n nnw. Wiewohl >iiD apjr 

auch im Liede nniOO D1^ \(iPD2 vorkommt, so erhellt 
doch aus N. 2 dass hier ^0^ dem David angehört; 
vielleicht in beiden Fällen der Name Menü, Menou. 

Leonte b. Abraham s. unten Leonte b. Mose. 
Abraham b. Jacob. 

Techinna ^^Jjn '»2 bt( "pn^Op ^»< mit Refrän 'H iOpK ütO 
^:SSf VID, endigt 'H nr»bDl HD^ pVl, hat die Ausdrücke nrq 
mnip und findet sich bereits in der alten Handschrift cod. 
Turin 29 neben Abraham's TW rnrn- 

Esra b. Tanchum. 

Die Selicha Dmo i:tW *?$;•) beweint die frei- und unfrei- 
willigen Opfer, welche in den letzten Tagen des Passahfestes 
1147 in den rheinischen Städten dem Fanatismus gefallen^. 
Im Akrostichon ist der Vers Ps. 25, 13»); endigt injnBTi '»3rw. 

Isaac b. Jakar, der sonst nirgend genannt wird'), hat 
am Schlüsse hinter seinem Namen zweimal (N. 1 und 5) h^hüj 
zweimal (N. 1 und 4) jnWWD "6^ Die N. 2, 3, 4^ 6 sind 
zwiefach, N. 1 ist dreifach alfabetisch. Sämmtliche Nummern 
haben den vollständigen Namen. 



') vgl- »yn. Poee. 457 Z. 4 v. o. — «) das. S. 271 u. f. — •) dwalbst 
8. 28. — ^ Ritui S. 127. — ») tot Gewh. S. 360 Awn. h. — •) Note 25. 



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— 269 — 

1. rrUND 7^, Chatanu, die Zeile zu drei Worten, endigt 

2. "»2^ ^JD K^K jb«, Klagen über harten Druck und 
Verfolgungen'), die Zeile zu vier Worten, Ende: HFI 

D^!n unjno nnp. 

3. D'»ßn*1 iÖO T^D K:« zweizeilig, die Zeile meist vier 
Worte enthaltend, endigt JT»ra n^2D D)^3p. 

4. DTllJ« npÄ<, Sühngebet, fünf Worte in der Zeile, endigt 

jnn vnratob T»nm-Tp. 

5. TW2 TnK, Chatanu"), aus lauter Ringworten be- 
stehend. 

6. '»D^D ^T^N nn«, Sühngebet für die Woche vor dem 
Neujahrfest, endigt D^D^ if^ü. 

Joel b. Isaac halevi aus Bonn, ein Zeitgenosse der 
Gräuel des Jahres 1 147 und spaterer Jahre, von denen 
der herzzerreissende Klagegesang über mehrere in Köln 
Geopferte, anfangend: 

1. 10 |ra2^ (in 3 Abtheilungen, jede mit durchgehendem 
Reim), Zeugniss gibt. Er wohnte in Bonn'), in Köln*), 
war zeitweise in Regensburg ^); mehrere Bescheide von 
ihm sind in den Schriften seines Sohnes und in Or 
sarua zu lesen. 

Selicha's: 

2. bip nyott' ]DK*) in 11 Strofen, nach einer Gefahr, die 
nach einigen Opfern, die gefallen, wieder abgewendet 
wurde. Endigt ):b ub^ niDtt^n. 

3. n^bl %iSn bn für den Rüsttag des Neujahrtages, 
biblische und talmudische Stellen kunstreich zu einer 
Ermahnung verwebt, der bösen Begierde Widerstand 
zu leisten. Die Worte am Schlüsse D^D^CH niß6c^ riDD 
sind aus Sei. ü^arT\ pH K:N. 

4. V? nny ü^rht^y die Strofen beginnen ö^rht< und ebenso 
endigen die strofischen Verse; das vorletzte Wort hat 
den jedesmaligen Reim der Strofe. Ist ähnlichen Inhalts 
wie N. 1; vgl. syn. Poesie S. 251 unten. 



<) Bjn. Poesie S. 271. — *) da«. S. 90. — •) Or saraa Th. 2 §§ 85 und 
87 S. 43 und 45. — *) da». Th. 1 §§ 362 und 416. — •) p^j^-^ 117d. — 
•) gyn Poeile S. 252. 

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— 270 — 

5. fa^ p^a 'H, Akeda in 18 Strofen, derer gedenkend 
die ihre Kinder schlachteten um sie vor der Taufe 
zu retten. 

6. D*1 yyD np'»*), Chatanu, die blutigen Schrecken und 
Opfer seiner Zeit schildernd. Neun dem VTVHl I^KDTI 
vorausgehende Strofen schliessen mit den Sätzen der 
Mischna ahpoy\, ü^phn p h^ u. 8. f., zu welchen 
zwei Bibelstellen 1^^ bei zwei weiteren Strofen passen. 
Hat Parallelen mit N. 1 '). 

Schealtiel b. Menachem b. Salomo b. Isaac, der Sohn 
vom Verfasser des b^DlWD und Diu ^^12^*)? des am 11. 
Jan. 1143 vollendeten Wörterbuchs, dessen drei Söhne 
Jedidja, Schealtiel, Isaac hiessen^) — , demnach um 
1166 blühend, hat folgende, sämmtlich ungedruckt 
gebliebene, Selicha's verfasst: 

1. nsiß' jxh JianHy Chatanu, endigt y^^h ^nr\ D^pn. 

2. piya D'^Dys ynw dreizeilig und dreifach alfabetisch, 
indem der strofische Vers, der HD anhebt, im nächst- 
folgenden Worte die alfabetische Ordnung befolgt. 

als: 1) nn« HD, 2) jnj3 HO, 3) )b^ HO. Der Buch- 
stabe Vav fehlt, wie ähnliches in Stücken mit Strofen- 
versen, die ^3 beginnen, der Fall ist^). 

3. üb)V l^DI D^'»n DVl^«, alfabetische Techinna vor ^D^XDD 
D^m, akrost ^313 Hobc^ "0^2 DHÄD ^TO ^fcOnW 

Yü^ rmra pm pnir. 

4. D^PD: in:«, Chatanu, endigt Dtt^n IDSK^D bv ponw. 

5. •pnnnK TO>2K1 nn^K^K zwiefach alfabetisch, endigt nob) 

6. yy*2 iy D>n^« 'n, wie N. 5 gebauet, endigt h'h'D) 

7. n)D^«2 C^« ^2^3tt^ in 7 Strofen, eine Nachahmung des 
Hymnus D^pnt^ HtO: niT«»), endigt m'p'l^D mDDns. 



1} 8jn. Poesie S. 35 , wo irrthümlich der Verfasser Jekutiel heisst nod 
am ein Jahrhundert zn spät angesetzt ist — •) rpHTHTl yp3 (N. 1 : HTVTI 

Tj;pD), Dmifcn mp:2 o^n oropi (n. i: iisn nnp:a D>^n oropi)» rw 
TDiren'» "»tdi r)%ibN (n. i: itkti «3'» td^i^« >«)» n« «sin io:i - btt? 

y^pDI (N. 1: ^SpDH iXnnn yoy\ - ICmS)- - •) ^nr Gesch. S. 71 u. £, 
— <) Dokes, ptp S. II. — •) oben S. 237. — •) syn. Poesie S. 245 N. 3. 

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— 271 — 

8. Tiyn runn, Tachanun nach pywt)^ die Anfange der 
zweiten Zeilen geben: pTH OrOD HS^ "Q b«^n^«l^. 
I>as Ende ist rPgp mnWD. 

Auch die Nammern 1 » 4, 5 und 6 haben den YoUstandigen 
Namen; die ersten beiden noch den Namen des Gross vaters 
Salomo. Eben dieselben sind voller Klagen und Flüche und 
K. 5 scheint im Gefangnisse geschrieben. Vielleicht meint 
Um oder seinen Vater eine Anführung in cod. Opp. 1163Q'). 

Ein R. Schealtiel war Zeitgenosse von Elieser halevi und 
Baruch b. Samuel*), und dessen Sohn R. David lebte noch 
kura nach 1241*) — beide im südlichen Deutschland. Ein 
JQDgerer Schealtiel, aus derselben Gegend, gehört dem Zeit- 
alter Meir Rothenburgs an^). Zu der katalonischen Familie 
Schealtiel*) gehört vermuthlich auch Jacob b. Schealtiel. 
Uebrigens war ein Isaac b. Menachem aus Lorch, verwandt 
mit R. Baruch, gleichzeitig mit jenem R. Schealtiel'). 

Joseph b. Elia ist Verfasser des Tachanun n^DSNl nilN 
DW nb2, das stetigen Reim hat und ü^y\ü p«ö1 D'»D1 endigt; 
vielleicht derselbe, welcher einen Bescheid aus Frankreich, 
der an Elieser b. Natan') erging, mit unterzeichnete. 

Joseph b. Natan, Chasan genannt, vielleicht der, welcher 
eine Anfrage an R. Elieser b. Natan gerichtet, jedenfalls ver- 
schieden von dem um ein Jahrhundert jungem gleichnamigen 
Verfasser des polemischen Werkes Nizzachon*). Unser Dichter 
kam aus W*1tO [Trani oder Tymau?] nach Würzburg, wie eine 
in Bonn befindliche Handschrift meldet. 

1. Maarib für den 8. Azeret, VniniN ^TOK', in welchem 
jede Strofe ^^DC^ anhebt. In dem mittlem Stücke 
beginnen die Strofenverse ^ynzwn DV3. Dieses Maarib 
wird erläutert in cod. Rossi 541 N. 30*). 

2. Das Schlussstück dieses Maarib beginnt IfcO PTHK 



— *) Maimoniot Rg». vi^ N. 16. — ») Chajim f^ Rga. N. 221. — <) Rga. 
nUS^H ^- ^^- ~~ ^) meine Anmerk. zu itiner. of Benjamin de Tudela Vol. 
II p. 6. — •) Maimoniot Rga. p^p N. 16. — ') p"tn ^ö^*- — *) ▼«*• *" 
Geach. 86. — •) der Midrascb diese« Titels in gott. Yortr. S. 285 ist mithin 
ao atreicfaen. 

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— 272 — 

D^DH, die Feier des Wasserschopfens beschreibend, 
9 Strofen stark. 

3. Reschut für den Thora- Bräutigam: p« TD^ DWTD 
noDTO, durchgehender Reim ^«, endigt btCWtr bj ^^n^. 

4. dessgleichen für den die Thora beginnenden: nutno 
Dipn inw, endigend TX^rt^rh) n)\t^. Wegen des von 
n''lC^N"12 gebotenen durchgehenden Reimes tVtt^ kommen 
Formationen vor wie: VWO^ [WüH gestern Abend]? 

nx^pv, n^Knann, h'^im^^wd, n^rmsD. Aehnlich sind 

D'^K^ynnb (Jozer -»iD nbn«), riWn: (Simson b. Jona "Q« 

Ton), n^anSiD^ (Sei -«nDtt^Ni ^rwcn ^:«), nmnTiB^ (EHeser 

Ofan nnx, Kalonymos ^JD «S 7«), nnjn2D und nnW3D 
(Kalonymos das.). 
Für den Hochzeit-Sabbat: 

5. Jozer DTpD r\TT\ HiP^H in 10 Abtheilungen, jede zu 
4 dreizeiligen Strofen, mit den sieben Trauungs-Bene- 
dictionen und Kadosch schliessend. 

6. Ofan D^2)r\H D%'n3n D^^«n«, endigt h^^ mipb. 

7. Sulat V:2b 11^2 )n^«, endigt rWT\ ^tTWih. 

8. Reschut in vier Theilen, jeder mit durchgehendem 

Reim: a) pNI D'»DK^ ny\p p^bp hn Hlltno, Reim h, 
endigt HNB^ npb IlT«; b) jH n^jn n^^N mtno, endigt 

nran« rwt< dv, Reim nri; c) lon'» ^k nHon p« nnrü, 

Reim ^J, endigt 'H Dlfi'S; d) D^^DTOD D'^D^N HTOHD^ 
Reim 10, endigend y\i<^2 nHN 7l*)21. 
a Musaf.Keduschan'»:^^ IT ^l'^DI^ DD^I^N, endigt m mi^. 
Selicha's: 

10. -pbnra D^D^lj; nim*) dreizeilig, die Zeile zu 3 Worten, 
im strofischen Verse ipD oder D^"1p2, für die Busse- 
woche, endigt ü^'ipnb jv^2 üvp rhu "jnjnsic^D o'^pi )dk3 

11. 13Ji: D'»E)« "pN b«, Peticha, Reim D>D, endigt injntt^^ 

12. niltt^2 ^:N1^ D^T^N dreizeilig; die ersten Zeilen alfa- 
betisch, die zweiten zeichnen den Namen, beide zu 
drei Worten die Zeile. Die Schlusszeile der Strofe 



1) syn. Poes. 8. 257 u. f. 

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— 273 — 

ist ein b^ anhebender Vers, Ende: ItQ "hv *1üt<n ^K. 

13. j:sh ]T}nrh ro» pN, varürt in 13 Strofen den Ab- 
schnitt der 13 Middot, endigt y^'sh HOV DTO IJDm 

14. ^2 nijn ^^j; IDDN für den 10. Tebet, die Zeile hat 
Tier Worte; darin nj^n von n2i (Balsam) gebildeter 
Imperativ, wie anderswo*) der Infinitiv. 

15. np3« nyw jxh «IDH, nach pn"K^n, meist fünf Worte 
die Zeile, ein Bussgebet in 7 Strofen, endigt bv ^CX 
ü^m NDD. 

Sämmtliche Stücke sind mit dem vollständigen 
Namen, einige auch jinn gezeichnet. Die Sprache ist 
fiiessend, meist rein, hie und da noch von talmudischen 
und peitanischeu Bildungen durchzogen. 
Joseph b. Mose. 

1. "pD« mSnn 2WV bn, Introduction zu DlNTinn bt< in 
mnir», mit stetigem Reim, endigt D"'Dblj6 ü^p). 

2. Y^ mv "}^D"1, dessgleichen zu DK^TT T^DH, wie mehrere 
Compositionen dieser Art IDIS^ endigend. 

3. Selicha yOT) 212 D^I^N, ein Gebet in 8 Strofen, in 
den strofischen Versen nplC^n oder nyilC^n. Endigt 

N. 1 und 2 zeichnen "Q und pin, N. 3 p. Die 
Selicha ist einfach gehalten, in N. 1 begegnen pei- 
tanische Ausdrücke, wie DDip> ru^tS^K ']^1D^D. K. Joseph 
b. Mose aus Troyes') lebte um 1160, vermuthlich der 
bei R. Tam"), Jesaia de Trani*), Mose de Coucy') 
und Isaac aus Wien') genannte, vielleicht identisch 
mit R. Joseph ünran^). 
Gerschom b. Salomo b. Isaac. 

prr^b yi t^H"") in lO Strofen für Esther-Fasten, endigt 

t) Ritas 8. 335. — *) Chajim f^ Bga. K. 174f. 59c — •) Hajasohar 
695, 702. Meir Rothenb. Rg^a. 283. — <) D'^DIJOH tWjJÜ ™»« § ^4 — ») zur 
Geach. S. 38. » ^^*'^ Th. 2 §§31, 83, 84 S.42. — ?) Semag Verb. 65 und 
Geb. 26 ed. 1547f, 112a, Semak 85a, Maimoniot ^3{< 10. nDB^ ^Ö. p^xflO 'O 
ms. § 228. Bei Cbajun f^ Rga. N. 164f. 55 d., wo tnr i)*)i ^>p gedruckt, scheint 
R. Joseph aus Orleaiis (Tos. Challin 99 a ob.) gemeint zo sein. — ®) vgl. syn. 
Poes. S. 410, 440, 171, wo Irrig Gersohom b. Jehuda als Verf. bezeichnet ist. 
Zaus LiferatargMch. der »jn. Poesie. 18 

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— 274 — 

Tm r^D ^ttniO. An einen Mann dieses Namens richtete Elieser 
b. Natan (§ 15) ein Schreiben. Indessen ist in nnserer Selicha 
(Strofe 9, Zeile 3) vielleicht noch pD gezeichnet*). An die 
jüngeren Provenzalen dieses Namens') kann hier nicht gedacht 
werden. 

Ephraim b. Tsaac b. Abraham aus Regensburg — wie 
er selber einmal zeichnet und wo seine Grabstatte ist — war 
in seiner Jugend in Frankreich'), jedoch weder Raschids*) noch 
R. Tam's*) Eidam. Er ist der bei den deutschen und franzosi- 
schen Rabbinen „Rabbenu Ephraim" genannte. Als Urheber 
eines halachischen Satzes'), der viele Gesetzlehrer beschäftigt hat, 
heisst er bei Elieser aus Metz') „Ephraim b. Isaac'^, bei Mose 
de Coucy') „Ephraim der Grosse aus Regensburg" und in 
14 Parallelstellen') kurzweg „R- Ephraim": Von zwei gleich- 
zeitigen und gleichnamigen Ephraim aus Regensburg, die man 
neuerlich aufgestellt*^), weiss weder Elieser halevi noch Isaac 
aus Wien, überhaupt das Alterthum nichts. Sal. Luria kennt 
nur Einen R. Ephraim in Regensburg und das dort vor- 
kommende Beiwort IIDTI ist vielleicht in blTin — wie Mose 
de Coucy schreibt — zu ändern. Indessen es hat in Regens- 
burg auch einen Ephraim b. Ephraim "IlSIin") gegeben ; Zidkia**) 
führt einen Bescheid des 113!in an R. Jehuda an, und vielleicht 
dürfte das anderswo*') vorkommende '3^:in ^^)üü eben dahin 
zu deuten sein. In den Akrostichen unseres Ephraim — der 
übrigens seinen Namen mit mehr als vierzig Personen**) aus 
dem Mittelalter theilt — ist von ^)2y keine Spur. Ausser unserm 
Ephraim führen den Zunamen „aus Regensburg" die folgenden 
Männer: 



•) ip^n '•B^i i«D ^D yowh bi pnin- — ') ««^ ^«Kjh. s. 476, 48o. — 

•) daher wohl ^pB'Tün ^«^ 5<D"Ü^ '>"** Jachi» 52 b, während Tos. Joma 
71b. nur R. Ephraim schreibt. — <) Jachia 49b. — 5) Riet« 103b. nD*1ü31 
b"^"} 2pir '1 '»n^jn schreibt Ephraim selber GTT^^ ™s- § 551» Or sarna 
rOKf § 4», Tgl. ^^aßf 3ö bei Asulai Th. 1 S.71), womit R. Tam's Schreiben 
an ihn (Asalai S. 32) zu vergleichen. — •)n^3i VWV^ HOSS rO^n PK 

— '0 ÜWT^ 'D § 146^- 75a. — s) Semag Verbot 141. — •) p'tC\ ^^^^ «• «-, 
normn 52, Rokeach 462, D^yi ^y^Vi '*!» Ör sarua Th. 1 §458, Tos. 
ChuUin 100 a, Semak 213, Ascheri Chnllin c.7 N. dS, p^\^ 'q ms. §410, 
Pi*ke Recanate 198, Col bo 122 c, Jerocham in niHI DIN 15 f. 139, Tur H 
Ö*. lOHn § 1349. — w) orrON nna (1«60) S. Ö ff. — ") znr Geach. S. 49. 

— ") n"lN ow- § 29. — *•) Meir Rothenb. Rga. 155. — ") Note 26. 



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— 275 — 

Aaron'); Abraham^) oder Abraham der Ghrosse b. 
Mose aus Regeiuburg') der mit R. lUieser haleri^) corre* 
spoadirte; Baruoh b. Isaac, Zeitgeoosae Eliesers aus Mains 
und R. Isaac's b. Samuel, oft in Or sarna und sonst genannt, 
und wahrscheinlich der im Buche der Frommen § 764 vorkom- 
mende R. Baruch; Binjamin, vermuthlich im 14. Jahrhundert, 
dessen Anmerkungen zu Tur II in cod. München 402 stehen 
sollen; Isaac b. Mordechai aus Böhmen*), R. Ephraim's Col- 
lege (p"Hl 147 a, Hajaschar 84 a, Piske Recanate 311 (pnDtm); 
Jehuda der Fromipe; Mose'), ein Zeitgenosse, rielleicht 
Zuhörer des R. Isaac b. Ascher halevi^); Nachman und dessen 
Bruder der Reisende Petachia; Samuel, den Meir Rothen- 
burg anführt*); Sussmann'); vielleicht auch Akiba'^). 

Von R. Ephraim b. Isaac sind folgende Werke bekannt: 
1) Tosafot oder Glossen zu verschiedenen talmudischen 
Tractaten, wie namentlich die Ausdrücke 2n^ oder tS^D*') 
und TWpry^*) darthun; 2) ein Commentar zu der Mischna 
Abot*'); 3) Rechtsbescheide. Er correspondirte mit Elieser b. 
Natan, Joel halevi, R. Tam der nach seiner Weise ihn einmal, 
wohl in früheren Jahren, heftig zurechtweist und ein anderes 
Mal achtungsvoll behanddt; femer mit Jehuda b. Kalonymos, 
der ihn mit Tp p begrüsst. Ob Ephraim etwa nach Jerem. 
31, 20 diesen Namen einst gehabt hat? Wenigstens nennt 
R. Baruch den Urheber des Satzes ro^m p» u. s. w. (oben 
S. 274) stets Jakar oder Jakir^^). 



*) «ir Ge«jh. S. 47. — ») Abraham (Isserlein N. 207), Abr. ^n (Meir 
Rotheob. Rga. 1022), Abr. b. Mote (]»^, ^«p § lt., Mordechai Jebaraot gegen 
Ende), Abr. aos B. (Qij^MSn tWVO "^ ^^)* ^ *) Jo** Kolon Bga. 176, 
ygh Mordechai Batra c. 9. Hagah. Mord. Jebomot § 741. •— *) n>3"K*1 ^^- 
Or sama Th. 1 §744. — ») Or sarua 712: jy^ tHNS "^TVtCi» Hagah. Ascheri 
Moed Eatan c. 3. In Mordechai Fesachim c. 2 : ans Prag. Vgl. zur Gesch. 33. 
— •) zur Geach. 64. p'^C) 1*7 d. Maim. Rga. w« N. 70. — ») Mordechai 
Kaeia c 10. In alten Tosafot mt. zn Sabbat Jird mitgeth^ilt waa R. Mose 
\0zh2 ^^ Regensburg vor JQ*Y^ geechrieben (Orient 1S50 S. 668). — ») 
Zürcher Semak § 194. — •) zur Gesch. S. 102, 161. — &•) j^p^ y rjn in 
Jehnda b. Ascher Rga. 60 a. — >>) Chullio Tos. 96 b, vgl. 100 b; Or sarna 
Qi^^ 266. — 1*) alte Tos. Joma 76 b; Tos. Chagiga 20 b, Sebachim 16a, 
31 b, ChulUn 2b, 3a, 24b, 98a, 47a, 71b, 97a, 100a, 102a; Or saroa n^p) 
^^h m 363« — ^')'^°>^ ^^^^' 1^^- -- ^^) ^eir Rothenb. Rga. 618, Morde- 
ehai Cfanllin e. 8 § 1178, 1286, Tgl. f^ Th. 1 §478. 

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— 276 — 

Seine Poesien übertreffen die aller seiner deutschen und 
vieler seiner französischen Zeitgenossen: kurz und dennoch klar, 
anmuthig wenngleich scharf, bedient er sich reiner und fliessen* 
der Ausdrücke, deren Schmuck die biblischen und talmudiscben 
Anspielungen ausmachen. 

h niN ns^ niS^N metrische Meora für Chanuca-Sabbat, 
Hymnus und Gebet: Sinnbild der Darstellung ist der 
Tempelleuchter; enthaltend 5 Strofen, deren strofischer 
Vers 'n endigt. Die ersten 8 Strofen haben jede 6, die 
vierte hat 10, die fünfte 8 Zeilen, zusammen 36 Zeilen, 
der Anzahl der an Chanuca brennenden Lichter ent* 
sprechend. Die Zeile, zwolfsilbig, hat Mittelreim 
[aaA]. 

2. Ahaba li^ip Dm b^ "|nw dreizeilig, nach je zwei Strofen 
Refrän *n ^DD Ijn. 

3. Sulat >TO "^^tnp n^D ^nin« für einen Hochzeit- Sabbat, 
endigt "»K^M bT\ TO KW« mt^ . 

4. Sulat pDfW "JD %lS« dreizeilig, nach je zwei Strofen 
Refran '•^CD pPTi Sn. Die Strofe ^hrh jniD ist auch 
in N. 2. Den Ausdruck rmiS^D ^J>y2 i*wSd (nach Ps. 
139, 6) haben auch alte Rechtsbescheide') und R. 
Tam*). 

5. Sulat jn« «S n^rbH dreizeilig, nach je zwei Strofen 
Refrän 'H '»HD IjJ. 

6. Sulat ^nn:« neb "hn ^*?n, endigt ^:« injnir». In den 

Nummern 2, 4, 5, 6 werden mit kräftigen Zügen 
Treue und Leiden einer-, Uebermuth und Blutdurst 
andererseits gezeichnet. 

7. Sulat ^W^h ip}mn mON für Chanuca -Sabbat, vier- 
zeilig, endigt nm&X2 TOXIJD. 

8. Sulat -pon nnOK für Neumonds-Sabbat, endigt inmi 

nD)bün 01^. 

9. Zuthat zu Maarib 7. Pesach vor der Benediction b^ 

btntn: r)D«^3K rup^K n^O« in 14 dreizeiligen Strofen, 
endigt nrv( bt^^ ^2 VbH^ ^ÜV vr\i2 . 
10. Zuthat zu Maarib Woohenfest: '•nyOK^ "J^lp n« in 5 
sechszeiligen Strofen, jede beginnt mit einem Verse 



1) Or Mrim Th. 1 § 113. ■- *) gegen DniUMch, S. S. 

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— 277 — 

nt<( und schliesflt mit einem, worin der Berg Sinai be- 
2eichnet wird. Endigt K2 "^TÜO 'H. 

11. Sabbatlied HttO^ D^ V 'Itt^N in 6 Strofen, endigt ^^NH 

Selicba's: 

12. inü3 O ^ni2«, Pismon mit Mittel- und Strofenreim für 
den 10. Tebet. Die Strofen 4 bis 9, welche akro- 
stichisch on- und pniP geben, sind in abweichender 
Gestalt vorbanden und voller Klagen über das christ- 
lich gewordene Jerusalem. 

pt^ bnn s. N. 20. 

13. pTH03 ^ntTDn ^ni2K m:oW) Kraft des Gebetes gegen 
Leiden und für Vergebung, 26 Strofen, endigt TlIT 

14. r^Sra ^ni^Dn "»no« HIÄDW, Bussgebet in 23 Strofen; 

die erste Zeile der letzten Strofe (nOHO "^iV HTpp nSW) 
zeichnet den Namen; endigt HOJ bv 3ttn^. 

1 5. TWp} niW, Pismon in 7 metrischen Strofen mit Mittel- 
und Strofenreim, nach der Melodie der Selicha yott^ 
pSv, für den Fasttag des 23. Nisan*). Inhalt: die 
ausharrende Treue, die der Taufe den Tod vorziehet, 
ähnlich den Nummern 2, 4, 5, 12, 16 und 23, endigt 
n^yo^n rv rwi. Die Anwendung von D'^ODH n« TTTDl 
ist auch in N. 2. 

16. rhySD "jnDI^K, Gebet wegen Glaubensverfolgung und 
aufgezwungener Taufe (HDD^ tev t<b HH ^)pü ü>yrv U^ 
ront<n n«, vgl.') nn HK^N in N. 23) in 24 Strofen, 
und zwar ist die letzte dieselbe wie in N. 14, während 
die vorletzte Tj; tm: S« anhebt. 

17. n!y^ nTSOt< *?N, dreizeiliges Bussgebet für den Küsttag 
des Neujahrfestes; im Strofenverse tODtS^O. Den Namen 

zeichnen am Schlüsse: ^D^wb — p^SöK. 

18. D^nayn %n*?N für Sühnfest. Die Zeile 2 oder 3 Worte, 
Strofenreim on, endigt onn« DVl^«. 

19. "h^n 'H D\n^«*), dreizeiliges Bussgebet im Charakter 
der Tochecha. 

i) Bjn. Poesie S. 255. — «) Ritus 127. - •) rm Vtbo^ Mordech« Klage 

roHW rü>i<. - *) 8y°* i*<>««*« s. 254. 

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^ 278 - 

. 20. ipn yyr\ ODM DK Akeda; in den Handschriften und im 
deutschen Ritus ist die zweite Zeile p^ bt^ die erste, 
der die Zeile DSM DM folgt, endigt nipy bn. 

21. Wisn pS DK, Gebet gegen Krankheit und Seuchen 
in 12 Strofen, Refrän Ps. 147, 3. Endigt pn O 

«riDimi. 

22. urUM D^&DV DM, Pismon für Musaf des Sühntages in 
7 sechszeiligen Strofen [ababbA], nach spanischen 
Mustern. 

23. nsiDH '»:« '•:« den Märtyrern gewidmet, für Musaf 
des Sühntages, wie N. 18 gebauet, Strofenreim ro, m, 
endigt nswch lA ^IDt. 

24. msy ^IDM^), Pismon in 4 Strofen ungleicher Länge 
mit Strofen- und Mittelreim, endigt 40'' '»OM D%lbMrTI. 

25. m^DH )b pM IK'M*), Gebet und Hymnus in 5 grossen 
Abtheilungen, jede mit*eigenem stetigen Reim. Re- 
frän m pon "pOD '•D mN23J 'n'), mit welchem auch 
die vorletzten Zeilen der Abtheilungen 2 bis 5 reimen; 
endigt rr^UDH D^Kni*». 

26. '»jn 7N Min nriM, Pismon wie N. 22 gebauet. Fasten 
und Gebet möge die Opfer ersetzen. Der strofische 
Vers schliesst "np^; endigt "npDD 1p23. 

27. jy>2b noitt^ 'n, ein Tamid, Meir's N. 42 nachgebildet, 
doppelt alfabetisch und zweizeilig, endigt D'^om D^D*Q. 

28. D^31p! "6^ Akeda in 11 Strofen, ist eine andere Rezen- 
sion der N. 20 von deren vierten Strofe (yi TrP) an, 
endigt aber wie jene. 

In 16 Nummern, als in N. 1, 2, 3, 4, 5, 7, 9, 15, 19, 20, 
21, 23, 24, 25, 27, 28, ist der vollständige Name, und zwar 
in N. 25 zweimal, in N. 9 noch inDtTi'^'ID pFl ppn, in N.24 
noch p^lDU^niD }pT omDM p. In der N. 23 ist nur pH 31 p, 
so dass eine Strofe IT zu fehlen scheint Bemerkt ist dies 
schon vor 300 J. worden und man erklärte das Wort ppn, 
womit die Strofe pH anhebt, für gleich im Zahlenwerthe mit 
pn^. N 12 hat „Abraham, Isaac, Ephraim,^' als die Namen 
von Grossvater, Vater und Verfasser im Akrostichon und in 



dai. 8. 25e N. 3. — >) vgl. das. N. 4. — •) Ps. 89, 9. Aber in der 
Abfehrift fehlt an allen 5 Stellen in^{<- 



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— 279 — 

H. h. 15 die Uebcrschrift: ons« fcODTlS jTDTD*). N. 22 zeichnet 
ifspn onSK. Nur „Ephraim" haben zehn Stücke: N. 6, 8, 10, 
11, 13, 14, )6, 17, 18, 26 und zwar N. 10 in jeder Strofe, 
die N. 8, 1 1 und 26 auch noch plD — , welche sämmtlich in 
Ausdnickdweise und Dichtung den Poesien unseres Autors 
entsprechen. N. 6 steht im Ms. dicht vor N. 5 und 4, N. 8 
ist on©« i:^3TI überschrieben, die N. 13 ist von N. 14 eine 
Umarbeitung, dergleichen auch die N. 12 und 20 erfahren 
haben. N. 16 hat zur üeberschrift: pj»:3 ons« )y>T\0 mho 

pr S-iK. N. 10 hat mn^ nan mit N.2, N. 17 ravn nn« mit 

N. 10 und 31p> ^nn jnn mit N. 22 gemein. Die N. 20 haben 
auch der franzosische und die spanischen Ritus aufgenommen. 
Elieser. 

1. n^C apjrb dSik, Habdala mit verschrankten Reimen, 
die vier Strofen geben akr. yhn und hören, ohne 
Zweifel in der Mitte, bei ish K^yiS D^3^« auf. 

2. ')}1S^tr D^ MM, eine Habdala in 6 Strofen zu 8 sechs- 
silbigen Zeilen, die vorletzte mit Mittelreim [ab ab, 
bbccb], vielleicht für Purim am Sabbat - Ausgang, 
endigt PJDD rui tCTl. 

3. niNSn yy)^ mtOVin b«, 4 Strofen, Introduction für 
den Schluss des n^TlB'^. 

4. UT\ Dt6n DD%nbN, Keduscha am Hochzeit-Sabbat, endigt 

5. mPÜ) lor 1^« oyrhn dessgleichen. 

6. •Qiyj 2^2 "pnpX, metrische Eröffnung zu Eaddisch, in 6 
Zeilen, nach Art der Bakascha's, endigt nyon ^DH ^IPD. 

7. jrhy b^ i^K^n^ Introduction zu 3ltn^n "l'^DH, endigt 

8. hyü Dn üt< Selicha die Märtyrer, vielleicht von Blois, 
feiert Es heisst: 

f?D ^rj/? '»:nDi ^:pi 
te> onio '»:di vii^a 

6 Strofen mit verschränkten Reimen, endigt ^3W3 tVn jtwn. 



*) die richtige Vermuthung im Onomaaticon S. 4; Unrichtiges wird Ton 
Sen. Saehf (Yen. Ton Mss. S. 17} beigebracht. 

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— 280 — 

9. D^*?w y^ r\)taan "^rhn n Peticha, endigt D^nDi jte. 

Die Identität des Verfassers för sammtliche Nummern ist 
fraglich. N. 1 und 2 sind aus dem Yitry-Macfasor, 8 und 9 
aus franzosischen, 3, 4, 5 und 7 aus deutschen Siddur des 13. 
Jahrhunderts; N. 6 hat der griechische Bitua Vgl. Elieser 
oben S. 246. 

Jehuda b. Kalonymos (pS'^l), Enkel des Vorbeters*) 
Mose b. Jehuda b. Kalonymos, lebte in Mainz, hatte ausser 
B. Elasar [aus Worms] noch einen Sohn Gidol und eine 
Tochter Ugia'). Irrthümlich nennt ihn de Bossi*) aus Worms 
und gibt Gedalja Jachia^) ihm einen Sohn Menachem. Er 
correspondirte mit B. Jakir^), Jehuda b. Mose') in Born, 
Ephraim b. Isaac^), Isaac halaban in Prag*), femer mit den 
Babbinen Schemarja, Abraham und A. in Speier'), wird zu- 
weilen in den Schriften seines Sohnes Elasar, in den Tosafot 
von B. Jehuda haoohen*') und sonst'*) angeführt. Seiner 
drei Kinder gedenkt er in den Akrostichen von N. 3 und 20. 
Von seinen Compositionen sind die folgenden bekannt: 

1. Tn^^ n^öH, ein für häusliche Andacht bestimmtes 
längeres Achtzehngebet**), verbunden mit B^Tp ITD 
ntS^npl; der Stil ist klar und gewählt. 

2. Hymnus HTIM^ ^cb mit durchgehendem Beim rhy jede 
Fra^e ^üb in der ersten Halbzeile beantwortet ein 
^n pD^ der zweiten; endigt r6nn h nOD^I. 

Für den Hochzeit-Sabbat vier Compositionen: 

3. Jozer n^ D^D^N, endigt TD tt^np p«, hat in den je 
ersten Zeilen der Strofe nach Beendigung des Alfa- 
bets akrost rhu rrODb K^3 ^DH ^12- 



^)hyiOH ^yh ^2a. — •) Tgl. zur Gesch. S. 411, 416. Eine UgU 
kam A. 1096 in Worms um. — •)cftuü. codd. mss. im Register. — ^)f. 51a. 

— ») Meir Rothenb. Rga. 823. — «) s. diesen unten. — ^ y^ Tb. 2 §89; 
Aderet Rga. N. 1101, dasselbe in fXi HpHi § ^* wo die Worte niVT» **) 
*Q fehlen; das. Th. 2 §§ 92 und 94. — ») i^'j^ § 411 f. 113 a. Elasar n"1« n»- 

— •) Elasar das. und Rokeach § 381. — '•) zur Gesch. S. 42. — «i) Mordechai 
Batra c. 8, Mezia c. 9. — t<) Opp. 299 D. Michael in catal. codd. Lips. p. 284 
A<nm., fehlt im Verzeichnisse seiner Handschriften. Vermathlieh ist die Ab- 
schrift dieselbe welche Salomo Hannover dem Wolf Buchner [flD^iO ^IDS 
Vorrede] gezeigt. Ich habe sie im J. 1822 gesehen. 



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— 281 — 

4. O&n D'*Br«ttnni jnrp mit 5 cieltenen Engelnamen die hi^ 
endigen; schliesst ÜHV HID^IS. 

5. Sulat rmOB/n no«, alfabetigch, endiflft WOra W'Tiy. 

6. Beschat, a) n TPP nUT», Reim r6, endigt n*?D ^p, 
b) D^rÄÖ mp nnmoi, Reim ro, endigt ruPö^ 31Ö und 
Bchliesst mit einem Verse DITOD, c) tV^2 TT!^ nW*TD1, 

Reim on, endigt D^Dij; D^D, d) mp oy nn^ mmDi, 

Reim on, endigt D^W DJ- 

7. D'»3^3n b«^B^, Ofan zur Bescbneidungsfeier, gezeichnet 
ptn mn^, aber in der Handschrift überschrieben: 
Vi rwwo 13 p3^m. 

8. iVd *^P Ofan, metrisch, in der vierten Strofe, gleich 
N. 4, 5 Engelnamen die ^ endigen, gezeichnet nDHV . 
Ist von Dukes irrthümlich Jehuda halevi beigelegt 

9. tnpti h2H bt<y Ehigegesang für den 9. Ab, dreizeilig, 
3^ und D"3^M, worin die Schrecknisse vom 29. Adar 
geschildert werden^), vielleicht die vom Jahr 1196 in 
Speier'). Das Akrostichon der zweiten Strofenzeilen 
bildet die Worte: m3S non» ntO'^ DIO^Dl'pp ^TD mvr 

ym rwü ntoaa. 

10. ein Sabbatlied, aus welchem sein Sohn*) eine Stelle 
anführt 

iSelicha's mit häufiger Anwendung talmudischer Ausdrücke, 
von welchen nur eine einzige (N. 12) — im Kolner 
Ritus — gedruckt ist: 

11. DmM mn TIK, Akeda, endigt D>Dm «DD *?y. 

12. b>yt^n ^rrmn p^K, Akeda, in einer Zeit der Bedrang- 
niss verfasst, endigt yhn^ ^3B^. 

13. bif.ytrf> T^D ^, Sühngebet, endigt D^DPH «D3 bv. 

14. OliC ^ytjj DK, Chatanu mit Ring werten, in 16 Strofen, 
endigt '»pn 'H IDm«. 

15. nOT) IHD ^nro«, dreizeilige Tochecha, nach den spani- 
schen Vorbildern, in 20 Strofen, endigt rhu 2pjr %"I^K. 

16. an Dp^ü m2K njDn«, endigt on^n n«. 

17. ony ^:i:nn \tn "n-P, Gebet mit Klagen über unauf- 

1) Ritus 130. — *) Epbraim*8 Denkschrift S. 18. — >) Hirz Treves Com- 
mentar zu Muaaf Sabbat: '^) 3^ toxD p« 

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— 282 — 

horliche Verfolgung, unter den eilf Strofen reimen 
acht auf i:. Endigt WJW ^iWD yxh «3n. 

18. nnn "It^DD PIITH^ zweizeilig, Israel unter dem Bilde 
des zerstörten Weinberges, endigt mtCinb T^p J^*^'- 

19. r6ia3 D'»3inJ ipy htn^ in 6 Strofen, endigt niNI ^V^. 

20. Gebet in gereimter Prosa liD^D Tj6 y^tt rOT^. Dem 
Akrostichon des Namens ist W^ n^^ hinzugefügt; 
endigt mit den vier Worten des Anfanges (cod. 
Rossi 767). 

Sämmtliche Stücke haben den vollständigen Namen, aus- 
genommen N. 7, 8 und 16, letzteres gezeichnet ppn rmm, 
wird unserm Verfasser zugetheilt, ebenso N. 17 und 18 in Opp. 
1105F'), wo alle drei nebeneinander. Aus dem Lurianischeu 
Fragment scheint indessen hervorzugehen, dass auch Jehuda 
aus Speier, d. i. Jehuda b. Kalonjmos b. Meir, Piut verfasst 
habe, indem es die drei Brüder — Meir, David, Jehuda — 
nennend von letzterm hinzufügt: '1D tOVD TO^ "WN, eine Com- 
position andeutend, die anzugeben Sal. Laria gefahrlich scheinen 
mochte. 

Isaac b. Saadia, zu dessen Zeit Jerusalem noch im 
Besitze der Christen war*). 

1. bpn "»noi^D U1 n^T Freiheitslied für den Sabbataus- 
gang in 22*) auf ^7 reimenden Zeilen, endigt 01^ 

2. Selicha ^Tj; «3^ ^DIN "p«*), die Lage der Juden 
gegenüber der christlichen Unterdrückung darstellend, 
die erste Zeile der Strofe hebt yH an, die dritte nom, 
der strofische Vers ^J^l. 

Joseph Beohar schor, bekannter Gesetzlehrer und 
Commentator des Pentateuchs, um 1170 in Frankreich. Die 
kleinen Gedichte, welche die einzelnen Abschnitte seines 
Commentars schliessen, sind Gebete nach Art derer Aben- 
esra's. 

TQttn "»y^y yhi< 'n in 12 Strofen, von denen eilf akrost. 



i) zu N. 18: nnra p« r\T:2 V'si rma na p"3^ \3^3n no^ nw on 

niCG, a^ N. 17: niWD 'D U'y lO^Tll' ~ "> ^jn. Poesie S. 274, 275 (Strofe 15). 
— ') im Leipziger Codex fehlt eine Zeile yy, die das Machsor Vitry hat. 
Vgl. syn. Poesie S, 274 Aum. b. — *) syn. Poesie a. a. 0. 

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- »88 - 

^W n)23 ^fP(* biideü und die zwölfte pTt anhebt, über Mar- 
tyrer'), wahrecheiDlioh von Blois oder von Bray. Die Selioha 
spricht nur von verbrannten Mannern, es sei denn der 
strofiache Vers tWVn D^^ hv DM von mehr als formeller Be- 
deatnng und dürfte auf die Heldinnen von Blois gedeutet 
werden. Endigt: pmr VTVpV DV "OTH. 

Joseph b. Salomo verfasste Pismon n^3 hn) ^roi^ ^rap 
>nia ü^rhH in 6 Strofen, endigend rhro rw hmj zeichnet D^D '^ 
Tppn tf. Vielleicht ist es der Vorgenannte, da eine Pesach- 
Ordnung ms. von Joseph b. Salomo am Ende die Nachschrift 
hat: "W 1D3T TID ^f^. 

Isaac b. Samuel, der Schwestersohn R. Tam's, der von 
Kamera nach Dompaire gezogen, heisst in den T\X0ffT\ des Meir 
haeohen aus Narbonne: B. Isaac „aus Rameru^^, gleichwie bei 
den AltMi auch R. Meir und seine Söhne R. Samuel und 
R. Tarn bezeichnet werden. R. Isaac nennt seinen Vater 
den Frommen, er selber heisst bei seinen Zuhörern der 
Heilige. 

1* ipxn 1]D ID^M, Reschttt zur aramftischen Haftara, in 
26 Strofen mit strofischem Reime, dreizeilig, endigt 
p^Sp Dpi. Am Ende ist nur „Isaac^* gezeichnet, aber 
in cod. Mich. 584 wird er unserm Autor zuge- 
schrieben. '). 
2. ^^HM 'H "pTM eine Selicha, Klagen in einer schwer- 
fflUgen Sprache, zwie&ch alfabetisch, 5 Worte die 
Zeile, am Schlüsse ist der vollständige Name ange- 
geben. Ueberdies lautet die Ueberschrift: \SO^ TID^D 
Ip^n pmr. Scheint A. 1179 gedichtet; auf die damaligen 
Cardinalsversammlungen zielen wohl die Worte: V^ 

nten bwff ^b y(o mn m^b r\W2b yjpro ismn. Endigt 
lÄipi tiw tt^nn. 

Abraham b. Samuel in Speier, der Bruder Jehuda's 
des Frommen, öft;er zusammengenannt mit Schemarja oder mit 
leaac b. Ascher, correspondirte mit Elieser b. Natan'). Seine 



«) catal. Lip«. p. 277 Anm. wo ^yr\2 in VtH ^^ verbeMern. — •)p"^<-) 13 b. 

61* (TTO üT^ nra ytnyt^ rmrw)- 

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— 984 — 

Antwort an einen TSufling ist im alten Mizzachon p. 56 zu. 
finden. Yermuthlich ist er der R. Abrabam, desaen HintritI 
R. Simcba betrauert'). Die Seiicha^s sind Bussgebete and 
meist voller Klagen. Die Nummern 6, 7, 8, 11 sind nach lf% 
N. 5, 11 und 12 nacb pn-BTi. 

1. (viell) Ahaba TTP Kt^. 
Klagelieder: 

2. '»nn^i ro^K, endigt Tuyny -ny %nni. 

8. niDfU 'n ninOM, endigt 'n n ^d:« 7»nSt01. Diese beiden 
Stücke bilden ein Ganzes, in welchem N. 2 die Leiden 
der beiden ersten Kreuzzüge (1096 und 1147), N. 3 
die Hoffnung auf gottliche Vergeltung darstellt 

4. nDDD nonn HK über das Jahr 1096. 

6. npDI "^yy Tin, die Verwüstungen schildernd, welche 
von den Christen in den Synagogen angerichtet 
wurden, endigt 10^:i ^^D^<. 

Alle diese Gesänge sind dreizeilig. 
Selicha's: 

6. )T{3t< D>ött^K b^ in 9 Strofen, endigt yH^ ^ÖDtt^. 

7. Ipyn btntr^ \tnt< in 12 Strofen, im Strofenverse JTP, 
endigt ^i^D p HKÄD 031. 

8. 13^12^ pt<D Ov6m dreizeilig, der Name in den An- 
fangen der Bibel verse, endigt yOTD STIDI. 

9. «tWD3 TOD iray D«*)? Chatanu mit Ringwort in 14 
Strofen, vier Worte die Zeile, endigt nns lA 1137 

10. TIDB^« ^PPB^ PK in 14 Strofen, endigt 'H pom DVn ^K. 

11. ^^VBo ^D ^n, endigt ^nmoira p. 

12. npjnji b^nr» raien, endigt atw üvm «od. 

Isaac hacohen hachaber (13nn). Der Rang eines 
„Chaber"'), noch im eilften Jahrhundert von dem des „Rabbi** 
unterschieden^), war in Maimonides Zeit häufig ein blosser 
Ehrentitel'). Bei den arabischen Juden mochte vielleicht *12nn 



fH Th. 1 § 760 HD j^rh ^"ra rwi hdiü« "»nsttn now nrai 

DTD« ^i^l . — *) 'yo- Poesie S. 253. — ») vgl. Piocha» »Tann »" 8®**- 
Vortr. S. 320. — ^H^DpH 'D ^*- "~ •) meine Anmerk. in itinerarj of 
Benjamin Vol. 2 p. 116. 

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— 285 — 

ah Titel dem Namen vorausgehen, als Rang demselben folgen, 
wie onter andern die Kamen in den Diwanen, ferner Natan 
b. Samuel hachaber in Alexandrien und dessen Sohn Meborach 
A. 1 167 in Kairo zeigen. Beispiele von der Sitte des Chaber- 
Titels geben in Frankreich die Namen ZahlaP), Binjamin 
b. Asriel'), Salomo b. Joseph, Todros, Hiskia, Elieser, Jacob 
Israel und Joseph b. Isaac •), Meir*), Natan *), Isaac b. Abra^ 
harn*) in Narbonne; in Deutschland Elieser b. Jacob^), 
Elieser b. üri'), Isaac b. Schalem •), Natan ^®), Samuel"); in 
Italien viele Zeitgenossen Zidkia^s'*). In den Akrostichen, 
dergleichen sowohl bei franzosischen als bei morgenländischen") 
Autoren vorkommt, konnte das *13nn nur hinter dem Namen 
angebracht werden und scheint alsdann eine Rangstufe zu 
bezeichnen. Gegen die Bestimmung der Zeit, welcher unser 
Dichter zuertheilt ist, kann aus dem „hachaber^^ kein Bedenken 
hergeleitet werden. Seine Selicha "PpSS ]riM) die bereits Ha- 
gahot Maimoniot aufführen, ist reimlos und zweizeilig. 

Joseph b. Isaac aus Orleans'^), vermuthlich derselbe, 
welcher mit R. Tam correspondirte, aber wohl verschieden 
von demjenigen, der bei R. Jehnda aus Paris anfragte, wenn- 
gleich letzterer sich seinen Schüler nennt '^). Nummer 2 wird 
in der Handschrift ausdrücklich als von R. Jos. b. Isaac aus 
Orleans benannt, obwohl der Name nur durch n^Jl2^ IT ^DV, 
wie die letzte Strofe anhebt, angedeutet ist; — derselben Worte 
bedient sich Joseph b. Jacob in seinem Maarib für Pesach 
und unser Verfasser in N. 5, wo auch pTW ^3 "13 ^ÜV in vier 
vollständigen Worten gezeichnet ist. Die N. 1, 3, 4 sind 
Bussgebete nach 3K'M ir; u. s. f., die manche Aehnlichkeit 
in Ausdrücken*') darbieten; nur N. 1 ist von Verwünschungen 
unberührt und im deutschen Ritus üblich. 

1. Tjnci npro \nH") in U Strofen, endigt H^D 3pjr %1^«. 

^) oben S. 124 Anm. 4. — *) oben S. 144. -— ^) sämmtlich in Hajaschar 
695, 699, 712, 722. — ^ Luzzatto Biblioth. 56 8. — ») Maimoniot Rga. 
myaCf N. 4. — •) Luzzatto in Meged S. 70, — ») Zidkia n'lN ™«- § 6^- 
— •) rra*«n »«• § ^>« — •) Chajim V« B««- l«7. — *•) da». 56. — ") 
Or sarna § 504. — ")D''J1«3n HIWO §^^^- "~ ") ^'^^^ (Tripolis), Salomo 
(Haleb). — *^) zar Gesch. 35, 52, 75. — ») Hagahot Mordechai j^tTllp 
§ 1016. — *•) ^jrn» ^^nran» ^ySlttny\ ^Obo- — *') ^bewetet in M. Sachs 
Festgebete Tb. 4 S. 428. 

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— 28« — 

2. rxhhVty ^^ jrtM dreizeilig mit den beiden Befrans JfffTtl 
und 3USn, die Sätee aus dem Gebete T\>ySJttO bilden die 
Strofenschlüfise*); letzte Strofe: nvrh D^Ä' W f^P 

«nn. 

3. njQ n |113b p« in 15 Strofcn, endigt CTOmn WTSk 'rh 

r\rvhün). 

4. "»in«! D\1*?«n M*W ^ in 14 Strofen, endigt ipn *D 

i3ru 733 pm. 

5. ya^ jDDÖ D'»n^M, Chatanu mit Ringworten in 26 
Strofen. Es kommt darin, wie in N. 1, *13D3 (wie 
einst) vor; endigt D^DPHS D^SttTl^b ta^HD 3B^ 3U5^. 
Er ist Verfasser eines pentat. Commentars, aus welchem 
eine Stelle gegen die Trinität') in den gedruckten 
Commentarien der Tosafisten verkürzt und anonym 
angeführt ist. — Den gleichnamigen Joseph b. Isaac 
de Chinon nennt Samuel aus Falaise. 

Jomtob b. Isaac aus Joigny*) ist vermuthlich der in 
Bray Umgekommene; an Isaac den Sohn des heiligen Jomtob 
schreibt Simson aus Sens*). N. 1 und 4 haben den Vater- 
namen, die übrigen sind nur DUO D1^ gezeichnet, in N. 5 ist 
akrost. hjt< (der Trauernde). 

1. pnbüDT t<lß^1t<, aramäische Elustration des sechsten 
Gebotes, alfabetisch, endigt mj{ Th02, 

2. tWlp D*Tp np3N 3V, aramäischer Reschut vor Ueber- 
setzung der Haftara an Festtagen, in 6 sechszeiiigen 
Strofen die die Messiaszeit schildern; endigt ^tOiy 12 

3. "p^ jT^jn «T, Hymnus in 6 zehnzeiligen Strofen, nach 
Vorbild der Mowaschech [ababab, cccA], vor Ti^B I^NI. 
Ende: Ifc^Di vh l^cm D^%1 *?D ^ Tjn. 

4. nn« Dl« "»ira«, Bussgebet in 14 Strofen, mit Ausnahme 
von Strofe 4 kommt in den Strofenversen DPI*! vor. 

Endigt )um um ^N 'n 'n. 

5. ^l&K^n fT, Klage- und Racheruf um die A. 1171 in 



«) vgl. syn. PoMie S. 101 N. 2. — t) Or sarna 3"{< § 2a — ») lur Ge- 
schichte S. 52. — «) Or sarua n^ § ^9. 



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— 287 — 

Bloi8 Geopferten, mit yerschränkten Reimen und 
strofischem Reim, nach dem Refrän: biCWtn HD boi 

6. ^h panT DT» DT» für das Sühnfest Abends, alfabetisch 
und metrisch nach dem Eingange, jede Strofe schliesst 
^nnbo. In den Ausgaben ist der Anfang p D^t<0- 

7. Iran ^3^ "|nn«©n, Chatanu nach vierfachem pnB^n mit 
Ringwort, so dass die Strofenverse in Bezug auf das 

Alfabetarium stets wie u5 \tr*\t^ oä eingerichtet sind, 
umgekehrt als bei R. Tam N. 9. Ende: %n^K t<*T» 

Salomo b. Samuel, sicher älter als der gleichnamige 
Schreiber vom Jahre 1233. 

1. HnW^ «:^JD HOpO Hrh^, aramäischer Rcschut zum 
Targum der Haftara, gleich dem ^DDlp^< von Meir b. 
Isaao mit durchgehendem Reim NH. Er hofft auf die 
2ieit in der Rom, mit seinen Tyrannen zerstört, der 
Aufenthalt der Waldthiere und Uhu sein werde. 
Einen Commentar dazu gibt Machsor Vitry § 178c 

Ende: Hiryr\ n^Dissö KPinnoD "h^i birvj) 13 umso id 

2, Pismon ^nnbo 1STOB''», in dem auch der Grossvater (ob 
Elia*), Joel oder Meschullam?) bezeichnet wird, hat 
Mittel- und Strofenreim. Die den Anfangs worten 
gleichlautende Wendung findet sich in tlDDVü px, 
nibnn pN (Jehuda hacohen) und Sei. n33^N (Elia b. 
Schemaja). 

Elchanan b. Isaac. 

1. Maarib für den 8. Tag Pesach 'H -ppTS *1'0W. Das 
mittlere Stück THlß' "H^ W besteht aus 35 Strofen die 
auf TP3t^n DV3 ausgehen. 

2. ^^)DT ^Ifh X3Dt<, aramäischer Reschut vor dem Targum 
der Haftara in 10 achtzeiligen Strofen deren An- 
fänge den Namen geben; durch das ganze Gedicht 
geht dasselbe abwechselnde Reimpaar K^ ^^^ ^S — 



übersetet in M. Sociu Maohsor S. 64. — *) Mi. lieit pn? statt pni, 
dann müsste TP^H ^^" "^n^f^lffl werden. 

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- 288 — 

(ab ab u. 8. f.); der Verfasser war damals noch sebr 
jung. Ende: ^NOiaiD «^D^N «-QD yiVC t6 jH. 

3. Gedicht vor Barchu, anf. ^^(fi&^ INIS^ ^HK, in 1 zwei- und 
5 vierzeiligen Strofeu, der strofische Vers endigt 'r\. 
Das Machsor ms. schreibt darüber l'nn p ^Tlb^( 1D 
prCP, obwohl die Strofenanfange nur Elchanan nebst 
pm enthalten. Endigt 'H n« "»ÜDIMD p«. 
Wahrscheinlich demselben gehört 

4. Pismon D^**)iy^ HS^N % zu welchem schon im 13. Jahr- 
hundert erklärende Glossen geschrieben wurden. 

Der Verfasser ist wohl der Sohn des Tosafisten R. Isaac 
b. Samuel; dass er erschlagen worden, wie das Fragment bei 
Luria angibt, wird durch die Art wie Vater') und Sohn') ihn 
anfuhren nicht bestätigt Auch Isaac aus Wien fügt sdnem 
Namen stets nur b*^ bei. 

Elchanan heisst vielleicht der Verfasser der Techinna 
nbu ^OWTH ^*) mit durchgehendem Beim P^, deren Zeilen 
von der fünften an das ganze Alfabet hindurch mit Hb an- 
heben, indem sie die seit der Zerstörung verlorenen Herrlich- 
keiten aufzählen. Dieser Dichter dürfte Italien angehören, wo 
um 1130 Elchanan b. Jehuda, um 1160 Elchanan in Siponte'), 
später Elchanan b. Salomo') und Isaac b. Elchanan^) ange* 
führt werden. 

Ephraim b. Jacob b. Kalonymos, bekannt als R. 
Ephraim aus Bonn, hiess auch Schalom und zeichnet 
ra"^^^"). Er überlebte seine Brüder Hillel und Kalonymos; 
des letzteren Wittwe, Ugia oder Agnina, Tante des R Mena- 
chem, heirathete Eljakim der Vorsteher (Diisn)'). Ephraim, 
1133 geboren'^), war mit EUieser b. Natan*'), an welchen er 



») svn. Poesie S. 249. — «) y^, y"^ und rO*^ in Qijn D'ün ®7 und 
203. — •) ^"} bei Meir Rothenb. Rga. 646. — <) Scblusazeile: ig^ BT^N 

mtao "h irrn ^m "fTH- - ') Y^pb ">>• § i^^. — «> zion i s. 115.— 

^) D^OWÄl HBW § 1^- — ®) Note 27. -— ») n^"j<*^ bei Mordecbai Jebamot 
c. 4 (wo irrig Qn'TSfc^ ^tatt ^H)» •^^fl. Kolon Rga. 102. Jnda Minz Rga. 10, 
Elia Misrachi Rga. 22. — ^^ Joseph hacohen nennt Elasar balevi (a. oben 
S. 261) statt nnseres Berichterstatters Ephraim. — ") Kote 27 und p"t>n 
132 b: "TTDI nnDt< n tjnp» ^on»i* Elieser's b^Ti 1 ^3TO (<*»• § ^) '»^4 
Ephraim*s Y*2H ")"n ^TTp (<^^- ^*** ^^^ *"'^ H- **• ^^) «»»"»«n- 

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— 289 — 

Anfragen richtete und mit Leontin b. Jacob verwandt, 
wohnte zu Anfang des Jahres 1187 in Neuss, später in Köln 
und erlebte noch die Drangsale des Jahres 1196. Er hatte 
einen unterrichteten Sohn. Ausser Rechtsbescheiden*) und 
einem nicht näher bekannten halachischen Werke*) schrieb er 
geschichtliche Denkwürdigkeiten über die Verfolgungen eines 
halben Jahrhunderts (1146 bis 1196) und Erklärungen zum 
Machsor und den Abot. In seinen religiösen Poesien, worunter 
zwei in aramäischer Sprache, liebt er den Gebrauch taliuudi- 
scher Sprachweisen, anhaltenden Reim und künstliche Akro- 
stichen; fast in allen wird an die Vet*folgungen und die Blut- 
zeugen gemahnt. Selbst in den Denkwürdigkeiten haben, der 
Schrift Elieser's b. Natan ähnlich, einzelne Stellen den Ton 
von Selicha und Klage. Die Poesien bestehen in folgenden: 

1. Maarib Neujahr nu< NDD, mit dem Worte «DD hebt 
jede Abtheilung an und in der mittlem, deren Strofen- 
verse '^hü schliesseu, jede einzelne Strofe. 

2. '»nnn< r(^^^ «3«, aram. Illustration des ersten Gebotes, 
in 32 Zeilen, jede i<iN anhebend, mit durchgehendem 
Reim ND. Die Zeilen für die Buchstaben 'D bis 'D 
^ebst dem Namen sind in doppelter Rezension vor- 
handen, während mehrere Handschriften bei dem Buch- 
staben 'y (pynp:y n:K) abbrechen. 

3. "Tira nT\ ^n"1D«.W Klagegesang für den 9. Ab; die 
ungeraden Zeilen beginnen TN und schliessen ^nNS3 
D^*THDD, die geraden beginnen HD"*« und schliessen 
D'»blcni'>D '»nNK2. Nur die letzte Zeile lautet: n^p TO"»« 

nb\i/rrh ^2W2 ^noro mp ^"^m iisnn n'^c^b; alle Zeilen 

reimen ^n. Vorbild waren die Gesänge. HplP t&^N und 

4. TI3 HDlt^ nD'»N nach D^D ^"N, eine der Tempelzer- 



i) Meir Rothenb. Rga. ed. 3 N. 318 und 319. — ») Mordeohai Batra 
c. 1 und 8, Aboda c. 5, Ketubot c. 4. Vielleicht au«rh der Hesrheid Mai- 
moniot 7rf\jy\ ^2T\ ^- ß» ^^ ^^^^ ^'*^' "*^** ^^*" gehört. — •) ■)T2^n genannt 
bei Mordecbai Ketubot c. 1, Macrot nnd Nidda, Hagahot Mordechai Kama 
Ende. Aus Hagahot Ascheri Ketubot c. l (f. 2 b) geht hervor, dass Ephraim 
der Verfasser und in Mordechai z. St. irrig , Mainz*' statt Honn gelesen wird. 
Vgl. auch Hagahot Ascheri Enibin c. 4 '^HD H^I^D C^DX 1^311) «"d 

ZUD. Liter*turge.ch. der «yn. Poc.le. ^^.^.^^^ ^^ L^OOglC 



— 290 — 

Störung und den Verfolgungen seit 1096 gewidnoete 
in den Ausgaben lückenhafte Klage. 

5. ^2K V2^ ^1N ^ob (welche Ausrufung auch am Schlüsse 
von N. 4), eine hauptsächlich den Opfern in Blois 
geweihete Elegie von der Gewalt des ersten Schmerzes 
eiugeilösst. Besteht ans 7 Abtheilungen, die ersten 5 
zu 10, die sechste zu 12 Zeilen; die letzte aber 
enthält deren 46. Jede Abtheilung hat einerlei Reim, 
am Schlüsse den zu dem Refrän passenden Reim m. 
Die Abtheilungen 2 bis 7, in der siebenten die ersten 
19 Zeilen, beginnen '^W. Die Worte m^Ö lüb TD^ 
spielen auf den Grafen Thibald an, dessen auch 
Ephraim's Bruder Hillel gedenkt und der in der 
Erzählung D'^Dj; D>Ta: W^ (cod. Rossi 563) IDN3'»10 
D^D^CD p heisst. 

6. 7r3-WnDrN, Ahaba in 10 Strofen, die letzte von 11, 
die anderen von 7 Zeilen. Der Reim gehet durch und 
die strofischen Verse endigen rD»TW. Endigt 'H pBTi 

7. Barchu Db nWS D''i110N, endigt 1313 'H ^«nv 

8. Ofan inimp inDV«, endigt TWy in^HD. 

9 a. Ofan am Hochzeit -Sabbat nnT'DI TH^ TIK hn, endigt 

i[hüb '»Dipra. 

9 b. Musaf-Keduscha in^n: Dipo bo ^H DD\n^«, endigt D2^ 
iriD^D TIDD. 

10. Reschut für den Neuvermählten: a) üh^y \lbK mt^HD, 
alfabetisch, endigt ru-)3|T^2{ W31, b) Uywy^ pO« mj^'TDI, 
endigt nyi2^2 D'ü'» "pW, c) nmn3 U>^)bt< nimoi, endigt 

ro2b) nom, d) myn ^3 ^^<^ niinDi, endigt w nrr^sn. 

Sämmtliche vier Abtheilungen reimen HD oder NJ, die 
drei letzteren geben in den Anfängen der Zeilen die 
Namen-Akrostichen. 

11. A) ynb wii D^nbN nebst B) pn Kt^H «in pnvi, 

Tischgebet am Beschueidungstage. 
Selicha's: 

12. 'H yDl^^ ^3 ^^3^^< Bussgebet, zwiefach alfabetisch, zu- 
weilen an reimende Prosa anstreifend, z. B. 133^5^11 HIS^ 

rtDiy ^^3 3^ njTT^- Endigt d^w "pN iot Dim. 

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— 291 — 

13. ncm -f? rhn^ now in 9 Strofen mit Mittelreim, der 
etrofische Vers endigt üb. Ist für den 10. Tebet. 

Ende rh rvt^ man ddiwdd. 

14. 'n^ ^NfiOn ^D:n mo« Chatanu mit Ringworten, auf die 
zehn Märtyrer, 36 Strofen, endigend i:'»3iy^ Trhü) 

1 5. lom 3pjr^ nox*) zweizeiliges Sühngebet, endigt T npTPini 

nü^D'p i«i^:n n^riDn m^ni neo ^d fn«. 

16. yy^2 ^aK Jiora ^OM, dreizeiliges Klagegebet mit Ring- 
Worten, in 29 Strofen, deren Anfange den Namen 
zeichnen. Schlussstrofe: nboP Ü^D1PP31 ^)h DHin niDp: 

17. TDj; ^:fc<*) für den Rüsttag des Neujahrfestes, mit 
witzig angebrachten talmudischen Phrasen und TIO 
schliessenden Strofenversen; einer ist aus Sirach, den 
schon der Talmud zitirt. 

18. nß^i 102 nPPtt'N dreizeiliges Gebet, zum Andenken an 
die Opfer von Blois: die Ausgänge der Strofen sind 
häufig Sätze aus der Mischna, z. B. n'^JODI ^Din lb''BW, 

]b^nx^) jhn): ^\ ntt^mnpDiN'^Di'pttTi. Ende: orr^mbn; 
raro by jin^ arrat). 

19. n'DlD ^:M VilSN HM, Akeda in 26 Strofen nach IS'-a n*«; 
mit Ausnahme der letzten haben in jeder Strofe nur 
zwei Zeilen denselben Reim, endigt nnK^lpOH |fc<ljn. 
Nach der Hagada, welcher der Dichter folgt, wird 
Isaac wirklich geschlachtet — was auch Abenesra 
gebort — aber vom Thau wiederbelebt Abraham 
will ihn nochmals schlachten, da treten Engel da- 
zwischen, fragend ob bei einem Thiere solches Ver- 
fahren gestattet sei und aus ihren Thränen wird ein 
Strom, der ihn in den Garten Eden entführt. Dass 
er drei Jahre in diesem Garten zugebracht hat auch 
Binjamin b. Samuel in der Keroba des Wochenfestes 
N. 15. und der Commentar zur Tefilla des Neujahr- 
tages in cod München 346. Isaac b. Ascher las in 
einem Midrasch, dass Isaac, um von dem Schnitt sich 



») syn. Poesie S. 262. — «) Note 28. 

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— 292 - 

«u heilen zwei Jahre in dem Garten gewesen (TIH 
D^^pi 10 b). 

20. "irciJ'N W rhu Sühngebet, Peticha mit durchgehendem 
Reim; die vier Zeilen jeder Strofe variiren die An- 
fänge der vier Verse, womit das Busseritual vor Be- 
ginn der poetischen Selicha's schliesst, nämlich W rbü 
(Num. 14, 19), -^m HDI (Dan. 9, 18), bv «*? ^D (das.), 

jürn hy '•d (das.). 

21. y72\i/ Nn aramäisches Tachanun vor ^DDT TöD mit durch- 
gehendem Keim (tCi) nach älteren Mustern, nur dass 
unseres aus talmudischen Redeweisen und Formeln 
zusammengesetzt ist. Auf 45 Zeilen, die nach p^l'^P 
und 3"^ geordnet sind, folgt eine gleiche Anzahl 
ohne alfabetisches Gesetz und 18 die den Namen 
zeichnen. Merkwürdigerweise ist 45 genau der Unter- 
schied in dem Zahlenwerth beider Namen des Dichters. 

22. mm "»bnn Thora-Techinna, vor ^D^3DD, nach dem Zu- 
schnitte der ähnlichen Stücke von Simeon und Meir, 

endigt ü^:Drh D'^DiD "j^ o^üTi D'»xrD D'»onn ü^ht^ 
ü^crTD. 

23. Klage über die in Sully Gefallenen, anfangend ^^n ^D^ 
"h, mit stetem Reim ^'p, der Satz zu drei Worten. 

Ohne Namen-Akrostichon ist N. 3; nur „Ephraim" zeichnen 
N. 4 und 13*), letztere auch ]lCpn: „aus Bonn" N. 6; „aus 
der Stadt Bonn" N. IIA. Den vollständigen Namen haben 
die Nummern 2 (yhy\ 5, 7, 8, 9b, 10a, 10b (pTH), IIB, 12, 

14, 15 (iTn^), 16 (jüpn), 18 (yhv), 19, 20, 21 (pim pr\). 

Nummer 1 zeichnet noch .,Bonn"' hinter Jacob, N. 17 „aus 
Bonn" hinter Ephraim. N. 9a hat „Ephr. b. Jacob b. Kalony- 
nios*'. In drei Stücken nennt unser Verfasser sich „Schalom**. 
N. 10c hat: W12D DI^K^ Hy:n onDN "»^N; N. lOd: tOn uh\t^ 

p^Jr Dpjn ""^n p 'vy^in onsj^; N. 22: wi2d 2pjn '»313 one« '•3x 

üh^ nriD D'^'^n^ «npn. Die letztgenannte Formel, die der 
Verfasser noch einmal gebraucht*), kann auch als Euphemie 



*) Die Nummer 3 folgt in H. h. 240 unmittelbar auf die "^^ D^'^5< '1^ 
npjp — in H. h. 130 N. 56 noch {<3T2D hinzugefüfrt — überschri ebene N. 4 
mit den Worten D'^'lBxb PlXl "11^- *^- ^- ^9 nennt den Verfasser von K. I3: 
Ephraim b. Jacob. — «) a. Note 27. 

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— 293 — 

aufgefaest werden, da sie sonst noch aus jenem Zeitalter nach- 
zuweisen ist '). Hieran sind anzuschliessen andere Ausdrücke, 
die der Dichter akrostichisch hinter seinem Namen anbringt^ 

als: pnsn >iWDD hprtn (N. 8), 2in nca (N. lOb), px nj? ^"»n^ nv 
(N. 16;, yü»^ pn niißDDi miP3 (N. 17), pm ptn t^d^ (N. 18), 
nHD2i rmn3 pn (N. 19), 

Hillel b. Jacob, Ephraim's Bruder, ohne Zweifel der 
Verwandte, den Elieser b. Natan nennt*), starb früher als 
Ephraim. Ein Zeitgenosse') nennt beide Brüder irö^l ^^3 ^iB' 
wie etwas früher B. Tarn und seinen Bruder R Samuel^). Seiner 
Erläuterungen zum Machsor gedenken gleichzeitige Autoren'). 
Er ist Verfasser folgender Stücke: 

1. Maarib Neujahrfest p>»D VtT\ D^lb« "|bo; der mittlere 
Theil CVn nSD« "I^D hat zum Refrän un DV^ HD»; 
der letzte Satz beginnt nPIDO Dl^^^ ]t2^0 l^ö und 

endigt urvby p rm^a 'n. 

2. einer den Märtyrern von Blois gewidmeten Selicha 
b^'lftn '^'h\t/ '»i^D«, die rührend ist durch ihre einfache 
Sprache und lebhafte Darstellung'). Das gleich zu 
Anfang vorkommende DHIDn n^D^CO ist Graf Thibald, 
wie Wülfer') richtig erkannt zu haben scheint. Die 
Commentare (Kracau 1584, Breslau 1825) haben n^'^2ü 
gelesen und miss verstanden, die Ausgabe Prag 1835 f. 
217 a hat beide Worte weggelassen. 

Elieser b. Salomo ist nur durch den für den Sühntag, 
^vvohl zu Neila, bestimmten Pismon lltt^yb fc^DD ^3 bekannt, 
dessen Ausdrucksweise und Versification sehr verschieden ist 
von der des gleichnamigen, der an R. Tara schreibt'). Eben 
so wenig darf an Elieser aus Metz gedacht wenden, da der- 
selbe Elieser b. Samuel') hiess, wie auch Rga. Chajim r« 
N. 110 bestätigt. In Mordechai Aboda c. 2 Anf. wird zwar 
eines R. Elieser b. Sulomo gedacht, allein es ist dort R. Samuel 
(statt Elieser) zu lesen, wie aus den Parallelstellen *') hervor- 

• 1) Schreiben der Römer (Luzzatto biblioteca 1847 f. 57 a): Q-);^) ppn 
D^blßO U^D nD"*,D- — *) s- o^^^ S. 288 Anm. 11. — ») Q'^irUD ™»- >° ^^' 
Canon. 1. — -•) n"3 7 S. 33. — «) Ritus S. 196. — ß) syn. Poesie S. 24. 
— 7) theriaca p. 76. vgl. M. Winer in Emek habacha S. 171. — «) Hajaschar 
f. 78 d. n"D a- a- ^' — *) aach sein Sohn hiess Samuel, s. Meir Rothenb. Rga» 
568, _ 10) Semag Gebot 162. Rga. Q^^^WÜ 36- i'«ke Recanate § 341 



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— 294 - 

geht. In cod. Opp. 260 F. wird ein Elasar b. Salomo genannt. 
Samuel Cohen aus ungewisser Zeit; die beiden Num- 
mern haben vielleicht verschiedene Verfasser. 

1. TD^ ^niOV« Meora in 11 Strofen mit zwiefacher 
Namenzeichnung. In den Ausgaben fehlen zwei 
Strofen: Str. 6 llj; "h NTHI, Str. 7 "»D '»«ID ^N. 

2. ü^im ''DK^D*) Pismon in 8 Strofen, mit vierfiicher 
Namenzeichnung. 

Gerschom b. Isaac. 

1. D^DH \trab r»K, endigt pK^ jrTin^. 

2. nn« "|b biw, endigt nsm *n -nsD. 

3. m^ by^2 nsrOtO ninntß'N Techinna mit beständigem 
Reim, endigt N*1TD3 IHH DDK^,. ist, DITU gezeichnet, 
nach TM und t^TlX, zwischen denen noch der Name 
von 42 angebracht ist 

N. 1 feiert im Piutstil 30 Märtyrer wahrscheinlich von 
Blois, daher sind die Strofenverse solche, in welchen tyfc< vor- 
kommt« In den ersten 5 Strofen beginnt jede Zeile mit dem 
Buchstaben Alef; die folgenden bilden akr. den Namen nebst 
Euphemien') und ausserdem drei Gottesnamen. Die N. 2 
mit ähnlichen Strofenversen hat ein sonst ungewöhnliches 
Akrostichon aus 20 Worten bestehend. 

Menachem b. Jacob b. Salomo b. Menachem, gest. 
1203 am 16. April und in Worms begraben, genannt R. Mena- 
chem aus Worms'), wohl derselbe*), dessen Tante die Schwäge- 
rin R. Ephraim's aus Bonn war, richtete gemeinschaftlich mit R. 
Elasar und R. Kalonymos b. Gerschom ein Schreiben an R.Elieser 
halevi*). In einer Handschrift de Rossi's (cod. 1274) heisst er 
Menachem b, Jacob de Lutra (Kaiserslautern), vielleicht war er 
dorther gebürtig. Sein Urgrossvater wird R. Simson ]2nn 

») syn. Poesie S. 191. — *) das. S. 370 Z. 9. v. u. — ») Machsor Worms 
ms. cod. München 67 f. 247. Machsor Prag ms. Cod. Mich. 444 f. 147. f^ 
743, hieraus Piske Recanate 607 (wo J^tjniTD)» niDTDN ""• Chajim f'^ Rga. 
225. — *) OniD **! 3n» ■• <>^®" S- *^^S- — *) n^a"fcO § ^^y Mordechai 
Jebamot c. 10. p)"^ ms. f. 139 c. Or sarua bei £1. Misrachi Rga. N. 38 und 
39 f. 51 a, 53 a [fehlt in ^"^ ed.], Jehuda b. Ascher Rga. 48 a. Fehlerhall 
Isaac (st Menachem) in Maimoniot ptSTl^J ^^f ^ ^^^ ^o*^ Alaschkar Rga. 
1171a. 



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— 295 — 

genannt'), woraus man ohne Grund auf Verwandtschaft mit 
R. Salomo b. Simson (oben S. 1 57) geschlossen, der ein volles 
Jahrhundert älter ist Die Grabschrift nennt ihn „Gesetzlehrer, 
Prediger und Dichter". Von seinen religiösen Compositionen 
sind nur 10 gedruckt (N. 1, 2, 3, 10, 18, 20 bis 23, 28). 

1. Maarib für den 7. Pesach, "^^i m«. Die Strofen- 
schlüsse des mittlem Stückes TTDn mw sind D] gleich- 
wie in den Maarib von Meir b. Elasar und Meir b. 
Jehuda. 

2. Zuthat zu N. 1: nx^lNI ND« ^HD, die künftige Herrlich- 
keit Jerusalems, in 6 sechszeiligen Strofen, die Zeile 
fast überall zu 6 Worten. 

3. VDtO): i:jn5^ '»nb« Jozer des Busse-Sabbat, zwiefach alfa- 
betisch, in 8 mit einem Kadosch schliessenden Ab- 
theilungen, jede aus 4 dreizeiligen Strofen bestehend. 

4. ^^n'O TTIK D^iyb ^rhn Jozer am Hochzeit -Sabbat in 
22 Abtheilungen, jede von 3 dreizeiligen Strofen. Zu 
Anfang und am Schlüsse eine Kadosch-Strofe. Nach 
doppeltem 3"^< und DD*bN; auch das Namens -Akro- 
stichon ist zwiefach. Endigt 1KD vblHDI. 

5. dy\y ^"^bN nnis: bbry^ ^, dessgleichen; 15 Strofen, 
jede zu 7 Zeilen, von denen die letzten 3 eignen Reim 
haben. Endigt nbü ipi' 1Dip\ 

6. inbipB DK^Dna nr6in n^«, Jozer wenn am Hochzeit- 
Sabbat eine Beschneidung, wofür zwei besondere Strofen 
bestimmt sind, endigt lohl 'rh rr\l)rh 31Ü. 

7. Ofan 'HD }t^T\p j'^N, alfabetisch, endigt DINDS 'H ppp- 

8. Ofen «tsnj mnD «od pO, metrisch, endigt m^tC^DDD 
IDipMI. 

9. Ahaba ^n«lt^: ^rp 7^, alfabetisch und dreizeilig, 
endigt 'H DH«"» niTN H«; der Name ist in der Strofe 'ü 
und den je zweiten Buchstaben der Anfangsworte 

der letzten 12 Strofen gezeichnet {^y^cn VO nil ^pC^ 
u. 8. w.). 
10. Ahaba "IDH ^TOl^'D '»n^ao 5 Strofen, Zwiegespräch 
zwischen Gott und Israel, endigt p bv T'^SHN. 



1) onomMt. S. i$6. 

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— 296 • 

11. Sulat des Busse-Sabbat v:tb ^:« r\2)m, endigt nny HH^n 

12. Sulat ]}'hy at^ nnoiN für deu Hochzeit -Sabbat, alfa* 
betisch, endigt '»mwi O^ nü3. 

13. Sulat ^sitoD "»an nDDD ic2iy ^^<D, endigt rohü "nj; px. 

14. Reschut an den Neuvermählten «"Tlil DT»N nutno, mit 
stetem Reim m, worin die Anrufung HIDJ? Itoy drei- 
mal vorkommt und auch der Sanger ehrenvoll gedacht 
wird*). Endigt mm pyD. 

15. Reschut, dessgleichen in 4 Abtheilungen: a) nittHO 

uy ^•^b« ny\yo, Reim ro, endigt ranan n« in«, b) 

K'W ra'»irD niC^'^DI, Reim rh, endigt H^J»^ pn, c) niinoi 
D'^npSD DTI .T3i:: "»^KOD, Reim Cn, endigt nUDB^31 

D'^nüSD, d) dSd n^Enn n''23 ns D'»"ijn^D monoi, Reim 

D^, endigt üh^V Hyi nnyJD. Die letzte Abtheilung ver- 
herrlicht Israel und tröstet es. 

16. Musaf-Keduscha yVQ'^W^ Dipo H^N D'»^«)»^ W^WD DD^lb«, 

endigt im^^D ny^ KB'im mni rvn uy. 

17. 1^: 2M pb\tn2 telD 0^:3^ '»l« Klage für den 9. Ab, in 
3 Abtheilungen: Die erste alfabetisch, die zweite akr. 
nach dem Namen. 

18. yn 1«3 "»3 '»*?^N Klage über die in Boppard Erschlage- 
nen, den getödteten R. Jehuda und die Märtyrer von 
Blois. 

19. -IDob ^2b ü^r« über Metzeleien, für den 9. Ab, endigt 

7S1H b)p ^N'•23 T by 2MröD btntn ^rht^ d3SD«di 

20. D'^Clß' ^y\yo Elegie über den wegen Götzendienstes 
zerstörten Tempel, die Strofenverse endigen H^S, die 
Anfange der Strofen geben den Namen. 

21. Gesang ^"^n npND IlliO in 5 achtzeiligen Strofen 
[abab, bbcb], die je siebente Zeile hat Mittelreim. 
AVegen Aufhebung der kurzen Belagerung von Worms, 
März 1201. 

Selicha's: 

22. npy^H D%1^N bt< Chatanu mit Ringworten, auf die 
zehn Märtyrer, dreifach alfabetisch, der letzte Buch- 
stabe ausgenommen. 

*) möm rrmn d^iüdh }rti bip ü^üm rmno). 

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— 297 — 

23. I&ltt' ypn^ D« für den Rosttag des Neujahrfestes, im 
Strofenverse 1D] oder pD], 19 Strofen, endigt ^HDlDöl 
inpo )rw n^CTl übiy^. Allein in Mss. sind nur 18 
Strofen und der Schluss lautet D^Kni> ran 'H niDl 

24. -pDT B^NI DD« für die Bussetage , endigt -pT^ 

25. TSyi Ctt^n «JN*) über Glaubens Verfolgung; Israels 
Treue wird ihm die Erlösung bringen. Endigt riHNI 

26. 'na D'^pain lin^ über die Verfolgungen, wegen des 
Bekenntnisses des einzigen Gottes verhängt. Der 
strofische Vers schliesst D^iy, das Ganze tV^ "pD'* 

27. -»nni 3^ Dy nn'»lS'N ein Tamid, wie Ephraim's N. 27 
gebaut, nach 2"« und D"2^«, endigt D'^DITin bp3. 

28. DW Tai^n Dli PN für Gedalja - Fasten , im haga- 
dischen Stil. 

29. IDT Dinn bn 'n 'n, worauf der Anfang: lpl2W mißD 
^nnaiJ'n, für den 17. Tammus, endigt '»H'^b^ ybn ^D. 

30. "»I^DN nbtJ^n *112D zur Beschneidungsfeier, Pismon in 9 
Strofen mit Strofenversen die n^3 endigen, endigt OTT 

31. 1^;^^ tPK TD, endigt te%n niopj, ein Tachanun. 

Mit wenigen Ausnahmen (N. 8, 9, 10, 16, 21) ist 
überall der vollständige Name*) gezeichnet, in den 
Jozer N. 3 und 5 auch der Grossvater (Salomo); 
nicht sicher, ob auch dessen Vater Menachem. In 
N. 3 ist Dn^O zwölfmal, in N. 9 zweimal angebracht. 
Die Nummern 8, 9, 16, 20, 21 werden in den Hand- 
schriften unserm Verfasser beigelegt; von N. 10 ist 
es dem Sprachcharakter nach sehr wahrscheinlich. 
Hinter dem Namen findet man, die gewöhnlichen ab- 
gerechnet, noch folgende Formeln: 3110^ *\DV (N. 4), 

Dbiy '''»n^ HD? (N. 9), ny -^rh rov (N. 12), bnr '»rD 



i) syn. Poesie 263. — «) In N. 22 von Strofe 'pi an in: n^Pli VOD 
VTM njip )r ^i in''D Vohb wohinter noch yt2i<) pTH. 

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— 298 — 

(N. 26). Die Selicha's N. 22 und 30, durch die 
Akrostichen gesichert, werden in den Mss. — cod. 
München 67, Berlin 15, H. h. 15, Opp. 1104 F. — 
ausdrucklich ihm zugeschrieben. Wahrscheinlich ge- 
hört ihm: 

32. Sulat des grossen Sabbat rain Wi pD« nach TK«, TU, 
endigend mijn lyi nOHD i:b DVl^«. In den 6 letzten 
Strofen nach Beendigung des Alfabets ist gezeichnet 
p« l}h niDJT — "»^n p OnOD. Ich vermuthe, da der 
eigentlichen Plagen, trotz der ausfuhrlichen Anlage des 
Stückes, nicht gedacht wird, dass die weggelassenen 
Strofen das Akrostichon durch HDmD HK^^ 2pjr*) er- 
gänzen, vgl. Aehnliches bei seinem Zeitgenossen Je- 
huda (oben S. 281). — Nicht ganz sicher ist 

33. Selicha ^pmm ■]'»Dm riDD^K über freiwillige Abschlach- 
tungen, vermuthlich des Jahres 1147 oder 1190; alfa- 
betisch und hinter der Namenzeichnung Dil^D folgen 
13 Zeilen ohne Akrostichen. Sprache und Inhalt sind 
allerdings nicht entgegen. Endigt ru^^HH D^omn l^ ^3 

nonm. 

Jehuda b. Samuel aus Speier, ein Nachkomme Elasar^s 
b. Isaac, bekannt als R. Jehuda der Fromme*), A. 1216 
in Regensburg gestorben, war der Lehrer R. Elasar's aus 
Worms und eines ungenannten Commentators des Pentateuch '), 
empfing Anfragen von R. Baruch*), R. Simcha*), der ihn 
„Israels Licht* ^) anredet, Bescheide von R. Elieser aus Prag^), 
und war R. Isaac in Wien *) persönlich bekannt. Einem Ideal 
der Erkenntniss und der Frömmigkeit hingegeben schritt sein 
Leben und sein Denken über die Zeitgenossen hinweg. Seine 
schriftlichen wie seine mündlichen Aussprüche fanden, mit 



1) Das 'i von i^ ist durch nillP gegeben und der strofische Vers be- 
ginnt ^y, also... yi. — *) zur Geschichte 76, 125 ff. Die hebräischen Hand- 
schriften (1864) S. 15. — <) zur Geschichte 80. — ^) Taschbez 219. Zürcher 
Semak ms. § 209; in Taschbez 352 ist statt Jehuda's Ephraim genannt Tos. 
Chullin 64a wnssten nichts davon. — *) s. unten Simcha. — «) ^Licht des 
Westens"" sagt sein Enkel David (Steiiuchn. catal. p. 2416). — ') }"^ § 113, 
Meir Rothenb. Rga. ed. 3 N. 112 (auch cod. Rossi 651. Opp. 764 F. N. 561). 

- •) f« Th. 1 § 11, 114, Th. 2 raß' § 42 [rm2 rnoo § ^7], tgi. nfa« 

§ 432. § 576 zitirt er das B. d. Frommen. 



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— 299 — 

fremden Zuthaten gemengt, eine Stätte in späteren Sammel- 
werken, sind aber in ihrer ursprünglichen Fassung wenig noch 
vorhanden; sein literarisches Leben ist unsicher, sein wirkliches 
mythisch geworden. 

Die hohen Anforderungen, die er an dem sittlichen 
Menschen, dem frommen Israeliten, dem gewissephafteq 3^- 
amten^) machte, scheiterten nicht selten, wenn er sie in die 
Gesellschaft einzufuhren trachtete, an der allgemeinen Ge- 
brechlichkeit. So forderte er z. B. die höchste Sittenreinheit 
von den Vorbetern, Yerständniss der Gebete, Demuth und 
Uneigennützigkeit; ihre Eitelkeit auf schöne Stimme sollte der 
Andacht und dem wirklichen Bedürfnisse der Gemeinde weichen: 
ein Kornhändler und dem es gut geht sollte nicht vorbeten 
wenn bei Dürre um Regen gebeten wird; wer nicht wirklich 
zu Thränen gerührt ist keine Selicha vortragen, die den 
Weinenden bezeichnet'); ja er tadelte es, dass man auf Hoch- 
zeiten für den Vorher Spenden sammle, wogegen ihm be- 
merklich gemacht wurde, dass man in ärmeren Gemeinden 
keine festen Gehalte geben könne'). Ganz besonders war er 
ein Feind von Uneinigkeit ^und Hader; namentlich müsse 
der Vorbeter den sämmtlichen Gemeindegliedern recht und 
lieb sein*). 

Seine Ideale wie seine Schriften sind nur in Trümmern 
geblieben; unsicher ist Alles, was über Synagogal - Poesien 
berichtet wird die er angeblich verfasst. Er war grundsätzlich 
ein Gegner der Namen - Akrostichen , die ja den Alten unbe- 
kannt gewesen; es seien dieselben ein nothwendiges Uebel 
seitdem Unberufene und Böse Piut verfasst, daher auch die 
Reschut üblich geworden'). So sehr er Zusätze in der Tefilla 
für die Andacht des einzelnen empfiehlt'), ist er doch gegen 
Abänderungen im öffentlichen Gottesdienst, sogar in Betreff 
der Melodien^); daher er auch den Satz "^S)y3 ^D3 tadelt, den 
der französische Ritus dem mn .... btnttn ^rht< 'H hinzugefügt 



1) Tgl. die Lese in meinem zur Geschichte S. 135 bis 142. — >) B. d. 
Frommen 758, 768, 248, 250, 251, 786. — •) s. Anm. 7 S. 298 — <) f^ Th. t 
§ 114, vgl. B. d. Frommen 757, 766, niWD Hüö § Ö3. — ») DHün 'D ^^^ 
Rosd 1133 §§ 470, 1945. Vgl. B. d. Fr. 136 von den ihren Namen an- 
biiograden Abschreibern, und 367 über die Anonymität. — «) B, d. Fromm. 
158. — ^ das. 114, 302. 



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— 300 — 

hat^). Von den zwölf Gebeten, die hie und da nach ihm 
benannt werden, dürften nur folgende drei eine Wahrschein- 
lichkeit haben: 

1. Hymnus nn'»C] C^W«*), der die Herrlichkeit Gottes 
«peculativ und mystisch zugleich behandelt, daher 
der Name TiaDn '1^15''); ist zweizeilig, zu 8 Silben die 
Zeile. 

2. Gebet '»nVOT raD\ endigt n2)d^ I^^P ^b), in Prosa 
und zum Gebrauche des Fastenden und Busse 
Thuenden *). 

3. Selicha 'ym' bna b^ntr'^D D^■^^N*), die verschiedene 
Gottesnamen akrostichisch darstellt, hat durchgehenden 
Reim und ist für das Sühnfest. Erst in Siddur des 
1 5. Jahrhunderts *) und noch jüngeren Büchern werden 
ihm folgende Prosa -Gebete beigelegt, die ich sämmt- 
lieh für untergeschoben halte: 

A. yion Dnn [ma] niii'^^); • 

B. 'TiNton ])Ti) Oim"), Techinna; 

C. Reisegebet, anf. DDp^N bnyi bt<n ^iSJ^D ]\r\ \n^') 

D. dessffleichen, anf ^^D^^init^ irni3N ^nbxi irn^N'n on"»") 

E. dessgleichen, anf. ü^rhi< Tl ^«ntr» ^•^^fc< 'n CBO; 

F. Vidui, anf j:?)^ «2n N"!« [mit mehreren Jehi 

razon] bis ):b rw N^v), ni2to bv i:i3j; etc. 

In cod. Rossi 997 wird Bechai's ^K'B: "»D^y:^ und in 
Drucken seit A. 1678 das Gebet ^mc DV nnDT«**) unserm 



*) ntC^D nüD § 220. — «) bat in cod. Michael 533 (nm A. 1290) die 
üebersohrift: ^"] pül^i^nD TDH miH'» 1^1 -1D''1&' TIDDH TIS^- — ') 
nicht nach dem Buche ni^m ^^»^ J. Reifmann (C^*^n HJD'IX 8.12) hat — 
<) B. d. Fromm 171, hieraus in p^^lü W^JID ^^^^ff -^- — *) <^^^* München 
67 N. 134, Uirz Trcves zu )yib]) Neujahr. Vermuthlich dieselbe in Opp. 
101 7 Q., andere Mss. nennen sie nach Elasar aus Worms, so cod. Breslau and 
cod. Wagens. Lips. 8. — ^) mit Ausnahme des (Gebetes £ aus dem erwähnten 
cod. Michael. Die nin''bD ^^^ DTtt'pZJ ^^ handschriftlichen Oppenh Ver- 
zeichnisses (vgl Wolf 3 p. 311) gehören in die Klasse jener späteren Siddur 
— T) Biscioni's catalog S. 124; cod Bossi 1138 f. 139 liest ■]'>Dni »*• TIDTI- — 
«) H. h. 199 perg. form, minima. — *) Siddur ital. ms. in Sedez. — *<^) oft 
gedruckt z. B. Amst. 1761 f. 69. ^ ^i) Siddur ital. ms. - i*) Landshuth ono- 
mast. S. 78 ; vgl. zur Geschichte 126 Anm. q. 



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— 301 — 

Verfasser zugeschrieben. Die angeblichen Gebete in n^DH |1T? 
Opp. 716 sind die bekannten talmudischen ^). 

Er commentirte mehreres aus den taglichen Gebeten*) 
und dem Machsor'), wo er, wie im Jezira-Commentar *), Do- 
nolo anführt. Uebrigens zeigte er öfter seine Unabhängigkeit 
von hergebrachten Meinungen: er fastete unter Umstanden 
selbst am Sabbat^). Dahingegen beobachtete er, sogar am 
letzten Tage des Festes, die Trauergebote nicht'); er betete 
OD nh\i^ auch in der Tefilla des Morgens^), bestritt die 
Meinung des Seder olam und der Gaonen, dass Mose am 
Sabbat gestorben*), empfahl für Unkundige das Beten in der 
Ijandessprache •) und erklärte die Stellen über die Gottheit 
für Visionen und Bilder *°). Dauernde Leistungen verhinderte 
das eiserne Zeitalter; über halachische Gegenstände*») scheint 
er wenig geschrieben zu haben, die Schreibung der TefiUiu 
etwa ausgenommen. 

Simson. 

Diesen Namen zeichnen folgende ältere Compositionen: 

1. raSN r\2\tn "VW, Introduction zu Barchu in 4 Strofen, 
der strofische Vers schliesst 'H, Refrän "p3N D^S"lpM 
'n (Ps. 26 Ende); endigt 'H ^Ifi^J» hUi HO. 

2. ^^13 praiC'^ '»nstt' dessgleichen, Eingang und 4 sechs- 

zeilige Strofen, metrisch [^ \-^ v-x ]. 

Der Strofepvers schliesst 'H. Endigt 'H bnn IST HD. 

3. "pwi y\72t< rh\i^ Meora für den Hochzeit-Sabbat. 

4. 'J^^n: rv^yt; Klage am 9. Ab, 6 Strofen mit Strofen- 
reim, endigt '»H'^DSiD icajn. 

Selicha's: 

5. ]T«n '»iT p^N '^3« Sühngebet im künstlichen Metrum 

») Steinschneider catal. Bodl. p. Ö08, 511. — 8) cod. München 346 zur 
Neujahrs-Tefilla. Vgl, nß'D DÜD § l^"*» 220, 221 und den Commentar Ela- 
sars. ünächt ist wohl die Aeusserung über Q^^y w^^ (Hlt'D HÜD § ^1, 
Tefilla ed. D^Ott^H ^J/K' 4 b.) — >) zu n^xjy 2T]2 b^ »" cod. Rossi 655. 
— *) ^\0"rO ed. Jellinek, Th. 3 S. XLIll. — *) Maimoniot n^^yn» womit 
B d. Fr. 229 und 865 zu vergleichen. — •) ]'>^, ntex ^^'^' — ^ Klasar 
Worms in cod. Opp. lOlOF. — ») ]"Xi VCW ^^- — •) ß- ^' i*>omm. 588, 
785. — 10) in m^DH 'D > ®- ^^^^ nechrood Jahrg. 3 S. 65. — ") An Q(^ n 
(zur Geschichte S. 76) erinnert die Chiffer ^tCG TV^ (^PP- 1^73 F.) die 
nnsern Verfasser zu bezeichnen scheint, während bei U. Treves zu Neila das 
DBG m »Iter aU TOHn mO «"«"eint. ^^^^^^^^ byi^OOgle 



— 302 — 

des Ofan, mit Mittel- und Strofenreim , die Strofe zu 
5 Zeilen, endigt piDK 'imn 31Ü^. 

6. non %1^« n:iyD p)\t^ Pismon, endigt n3j; HKTD. 

7. pPTtt^ >Dlß^3 plC^ Hülferuf in der Bedrängniss, in 5 acht- 
zeiligen Strofen [3 ab, bA], endigt: pB6 mnTWrb 

^rihn Kt/t< laD^. 

8. "hy^ DIID ht< ^Ml mtC^ Pismon in 7 Strofen, der unter 
andern die Verbrennung der Thora beweint, endigt: 

9. "»:» Tin "»natt^ ähnlichen Inhalts und Baues wie N. 7, 
endigt ^^D^ DDIl nmi. 

Die Nummern 3 und 4 sind in deutschen, die übrigen 
in französischen Machsor. Ausser den «beiden Deutschen Sim- 
son b. Ephraim und Simson der Punctator lebten innerhalb 
eines Jahrhunderts (1150 — 1250) in Frankreich^): Simson b. 
Joseph, Simson b. Abraham, Simson aus Corbeil') (1210), 
Simson b. Simson oder Simson de Coucy*) (der Schwager von 
Mose de Coucy); Simson >^x:n, Simson ^WID, Simson aus jKW 
(Soissons?*), Simson b. Mordechai*). 

N. 2 wird im Machsor Vitry dem nach Palästina wegge- 
zogenen R. Simson beigelegt, welches R. Simson [aus Sens] 
b. Abraham ist. Den Verfasser der N. 1 nennt ein altes Ms. 
R. Simson aus Dampierre, vielleicht von R. Simson aus Sens 
nicht verschieden, da dessen Bruder [(<3"2{^^] auch nach Dam- 
pierre genannt wird*). N. 4 hat jedoch einen andern Urheber, 
dessen Vater Samuel oder Simeon geheissen, da die sechste 
Strofe so anhebt: J^pn '•D''^ ^Nl nyoK^ ^oms. Von N. 5, in 
einem alten Machsor von den Nummern 6 und 9 umgeben, be- 
hauptet ein anderes Ms. sie sei von R. Eiieser aus Sezanne, 



*) Ygl. zur Geschichte das Verzeichniss. — *) Schreiben Q^tS^X Py ^ 
Meir's Abalafia. — >) zar Gesch. 99. Steinschn. hebr. Bibliogr. Th. 6 S. 40. 
Deutsch Verzeichniss der Wiener Mss. S. 37. Qi^p qq Tosaf. HDO > D^^t ITH 
53». — *) Dukes in Orient 1850 N. 3. — ») von ihm sind Memorialverse tyctßf 
JTIDI boti^ D'^D^D ^"' Tekufot- Tabellen in einem alten Ms., das ans Siddor 
Raschi, Vitry u. s. w. Auszüge gibt. — •) p^p^ ms. § 179. npl ^83, 
Hag. Maimoniot n^^l yCT] ^' ^* ^8^' ^^ Worte im Lurianischen Fragment : 

[>• m>WT3] rr^rü pnip n\ pco incüiß^ ira-n, ^o n »«« n ▼«•- 

dorben. 

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— 303 — 

der den Namen seines Sohnes Simson, statt des seinigen, ge- 
zeichnet habe(?). 
Isaac b. Meir. 

1. nifTi '»BOj; M^N, der gottliche Beistand gegen den Is- 
raels Unglück verschuldenden Geist der Sünde wird 
gehoffifc. Ist nach DD*?«. Hinter der Zeile die pn 
anhebt folgen noch drittehalb Strofen, in denen viel- 
leicht Akrosticha*) verborgen sind. 

2, "pj; htCWtn erfleht Hülfe gegen das aufgenöthigte Chri- 
stenthom. 

Charakter und Ausdruck verweisen beide Selicha^s 
in das 12. Jahrhundert, wenigstens nicht über das 
Jahr 1200 hinab; die erste zeichnet Tj^^n und ^31^3, 
die zweite ppTI und ^D*13. Auch ist die erste mehr 
als die zweite mit talmudischen Redewendungen ver- 
sehen. Dennoch wäre die Identität der Verfasser 
möglich. Ausser dem Sohne des R. Meir y^t/ und 
dem Bruder R. Tam*s sind bekannt: 3) der Punkta- 
tor, Verfasser von uhb^ in cod. a. F. 283*); 4) ein Zeit- 
genosse Meir Rothenburgs'); 5) der Verfasser von 
Schaare Dura — welcher vielleicht von 6) Isaac ha- 
darschan b. Meir TOnn*) nicht verschieden ist; jedoch 
sind diese beiden für den Selicha- Dichter zu jung. 
Tobia b. Elia aus Vienne in Burgund*), ein jüngerer 
Zeitgenosse R. Isaac^s b. Abraham, bei dessen Begräbniss er 
anwesend war*'), ist ein bei den Autoren des 13. und 14. Jahr- 
hunderts sehr angesehener Gesetzlehrer, der auch als Schrift- 
erklärer ^) und religiöser Dichter sich bekannt gemacht. Zu 
letzterem erhoben ihn die Verfolgungen, deren Widerhall seine 
in einem burgundischen Machsor befindlichen Selicha's bil- 
den, die übrigens eindringliche Sprache und gewandte Formen 
haben. 



») ich las früher ^^1^; onomast S. 123 liest •Qm^lO- — *) Mittheilung 
von B. Goldberg. — ») Maimoniot HDtt^ 16, 19, vgl. Zidkia bei Zion Tb. 1 
S. 113. — *) Vera, der Wiener Mss. S. 57. — *) zur Geschichte 56, 97. 193. 
ist derselbe, den der Verfasser des HTSDn 'O [Abraham b. Ephraim] in cod. 
de Rosai 813 als seinen Lehrer öfter anführt — •) Semak 31. Taschbez 443 
(wo t2D"*in «**** D1"VI gedruckt ist). — ^ Er ist in acht Ahschnittea 
meines pentatenchischen Commentars ms. (zur Gesch. S. 100) angefahrt 

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— 304 — 

1. Piamon ipy] D^ rhW2 ]T2 '»npSÜ mit verschränkten 
Reimen, klagt in 10 Strofen über die sie ringsum um- 
flutendeu Rotten. Endigt ^DWn j-^CD. 

2. Pismon '»niD^J D "b HS) i:Cü, in 7 Strafen, endigt 

3. Pismon '»D'^fc«^: ^'»DH b» endigend '»^D'^tt^m nt33. 

4. metrischer Pismon in 7 Strofen: "^yxn n^2K ^jniß^ rw*, 
endigt JVJT DH H^ym. 

5. Selicha '^JV\i^2 HOn« Tl ^Osb TIN, endigt ^«TT objO. 

6. Selicha D'^jno Hlfi^^-IO T'n'pO THOn, endigt i:n^B' Tj;. 
Nur in N. 1 ist der vollständige Name: N. 2 hat iTDIiD, 

N. 5 und 6 zeichnen auch pin, N. 4 '»DK' vorher, N. 3 ''Ä< 

"»n^ pn iT2iü. 

Elleser b. Aaron aus Burgund war einer der sechs 
Rabbinen in Frankreich, an welche Meir halevi Abulafia sein, 
die körperliche Auferstehung verfechtendes Schreiben') rich- 
tete, um die Angriffe, die Aaron aus Luuel*) gegen ihn ge- 
macht, zurückzuweisen. Dort heisst der Vater (Aaron) „der 
grosse Weise," der Sohn (Elieser) böblEDH. Ohne Zweifel ist 
er der Verfasser des D^iDH ''"lyiß'^) und wohl auch der folgen- 
den seinen Namen zeichnenden Selicha's: 

1. üb^V Dn3 ICDIK' nnx für die Busse woche bestimmt, 

endigt nn*^ n^üHD npiii). 

2. rhyü ^ü^ pw hinrin ^rhn 'n, endigt rb'hn rh^Ti. 

Ein Elieser war der Sohn des R. Aaron, mit welchem 
B. Isaac aus Wien*) in Verbindung stand. 

Isaac b. Aaron. 

Pismon rhlt^D "»DID D1K3 ni ÜV mit verschränkten Reimen, 
dessen Strofenverse 'H endigen. Der Name des Vaters ist 
nicht sicher und nur durch die letzte Strofe gemuthmasst 

Ein Autor dieses Namens lebte im Jahre 1268*). Auch 
ein karäisches Machsor enthält ein Klagelied "von einem Isaac 
b. Aaron*). Für einen Isaac b. Aaron hanasi in Spanien ist 
A. 1277 der cod. Rossi 782 geschrieben. 



>) Anf. D^ip^ fc<*1pN D^l^X DD^bs^- — *) dessen gereimte» Schreiben 
beginnt □'»Qtß'DI TjnD ^ri-BG- — 'J Lwzzutto in •^;|q 1 8. 7, Vgl. Riti» 
S. G3 und 213. — *) Or sarua Th. 1 § 775. — *) ß^^^y -^^XD c. 40. — 
•) blTOn Ja»»rg. 2 S. 384. 

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— 305 — 

AaroQ b. Elieser ist Verfasser einer Seliolia die ver* 
schränkten und Strofenreim hat Ve^ "h)) TOSl^ft«, endigt hy 
-jro*Q 7DJ?, gezeichnet 6« "^TD '«. 

Männer dieses Namens sind bekannt: 

1. ein Zeitgenosse R. Abigedor's bacohen>), vielleicht der 
oben (S. 304) genannte Aaron. 

2. ein Rabbi im Jahre 1291; der Schreiber des cod. 
Uri 119 nennt ihn '^'^DlMoni p2jni DDHil ^1 b^W^ 

Mose b. Aaron schildert den Untergang des Opferdien- 
stes in der Selicha njn "irw njH, '"TOH rhUD pn JIN, die 
-0"j; ^"D« schliesst. 

Ein Schreiber dieses Namens lebte im J. 1281'). 

Mose b. Josifja, der Vater scheint gewaltsamen Tod 
erlitten zu haben. 

Pism. bvTi ^K -poma ^n^ ^n ht< endigt rhvn 

bpni ran«, ist gezeichnet ^pT iV^V "a TWü '»:iN. 
Hiskia. 

Pism. miatO "Tsn^ TDPI in 5 Strofen, der strofische 
Vers endigt m und das Ganze HP ^3l^n WTh *ntW^3. Refrän: 

Hin oyn iiy"? w n^o (Num. 14, 19). 

Der Verfasser lebte wahrscheinlich in einem franzosischen 
Orte und ist vielleicht einer von den Männern dieses Namens'), 
die uns aus dem 12. und 13. Jahrhundert genannt sind. 

Salomo b. Hiskia. 

Pism, nnran DHD ^nb« ipv ^V^ io 9 Strofen, endigt 

rxtn Dj;n pyb «: n^o r\\n •»jnstß^n vrrh "neT;^. 

David b, Joseph. 

'»nn'»nj; yiKo z^^pn "i^i« endigt ]V)i2 pDit^m. 

Unter der Verordnung ntClDH y^*), die von R. Tarn aus- 
ging, finden sich in einer Handschrift') jüngere Unterschrif- 
ten und zwar nebeneinander R. Isaac b. Abraham und R. Da- 
vid b. Joseph. Vielleicht ist letzterer der unserige und zu- 



1) Maimoniot Sabbat c. 21 [dasselbe Meir Rothenb. Rga. 55, ed. 3 N. 175]. 
Denelbe bei Mordechai Schebnot 1172 und Meir Rothenb. 246. Ist genannt 
Anhang sam Jnchasin 164 b. ygl. Sal. Lnria zn Semag ed. Basel f. 39 d. — 
*) zur Gesehicbte S. 208 [unrichtig 298 im Verzeichnisse]. — ") Note 29. — 
<) Meir Rothenb. Rga. f. 112. — ») Hart. add. 11639 f. 2ö4b. 

Zum LittrttnrgMeh. der $jn. PoesI«. *Y ^^^1^ 

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— 306 — 

gleich der R. DftTid in Chatean Thierrj, ao welchen Meir 
Abulafias Schreiben mit gerichtet ist 

Baruch b. Samuel*), in Mainz im Frühling 1221 ge- 
stoFben, war mit Elieaer aus Metz, Isaac aua Loreh, Elieser 
halevi yerwandt und hat noch Elieser b. Natan gekannt. Sein 
Vater ist nicht weiter bekannt'), aber sein Sohn ist R. Sa- 
muel aus Bamberg, der als R. Samuel b. Baruch oft genannt 
wird; R. fiaruch hatte wahrscheinlich auch einen Sohn Na- 
mens Jacob '). Nach der Sitte jener Zeit ero£Pnete er zuweilen 
seine Briefe mit Reimen. Seine Hauptwerke sind Rechtsgut- 
achten, das Buch* riDSnn, Commentarien zu Nedarim und 
Nasir. Die poetischen Compositionen sind Klagelieder, Seli- 
cha's imd Stücke für festliche Sabbate. 

1. ]yhv ^N *]113, Sabbatlied mit strofischem Reim, die 
ersten 3 Zeilen der Strofe haben verschrankten Reim; 
in der vorletzten Strofe theilt der Reim das präfixe 
n von dem nomen*). 

Für den Hochzeit-Sabbat (N. 2 bis 9): 

2. Jozer D^d^ pfi< fiDH2 ]D1M, durchgehender Reim D>0, 
90 Zeilen, endigt D^BTÄDH» ^Dö. 

3. Ofan m*D H^'TD in vier Abtheilnngen, jede mit einerlei 
Strofenreim, die Strofe zu zwei Zeilen mit Mittelreim; 
ist eigentlich für Beschneidungsfeier, endigt: D^^DIMOI 

nND^ ü^yro) mw* nrnm rvnv. 

4. Ofan htnt^"* ürvznb D^ID. Fällt zugleich eine Be- 
schneidung vor, werden vier Strofen eingelegt, anf. 

üi\tn2 o^inm. — Endigt n\tair] ^■^^^. 

5. Sulat n5<^Din 3'»"ü ra endigend 1D'»nnK miS. 

6. Reschut: a) htottn ^rht< bt< nitno Reim in, b) nnriDi 
D%i^ naiDK, Reim D'»«, c) mim noib nittnoi und 

d) HB D^Tpiyi nprp niKnoi haben den Reim O^J, und 
die letztere Hälfte der \ierten Abtheilung hat Mittel- 
reim. Endigt: a) milD HN lÄ jH^I, b) Ü^Hy^ TTTG, 
c) D'^OTKn ^^riK, d) ü^yi2HO '»X3. 



zar Geacb. S. 55. 162. syn. Poesie S. 268. — <) gegen Geda^ja Jaeliia 
60b. - •) N. 21 im Akroft. p« O^rtw} rTWO b'TP |Opn DPJTi vgL^yn. 
Poeeie 110. 371. — ^ syn. Poeaie S. 104. f r t 

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— 307 — 

7. nciny\ roitO ora, welches nach dem ^Pn^( TOD dem 
Vorbeter rezitirt wird. 

8. nnn "»a ona nhnpaz, ein Segen, gez. ppn -[TQ, en- 
digt nroDi TO3 Q«(^3 fcnii. 

9. Toyo TTOI mo "pnD DDM^« för die Kedoscba Musaf, 
endigt lO^IJD 1^ TO»^ "TTD. 

10. Sulat "DD^ nnx für den Abschnitt TD, in den mei- 
sten strofischen Versen ist biC. 

11. Klagelied h&ff '»niysi^M, Ton R. Barach [b. Samuel: 
cod. Paris 182] aus ACainz (cod. Vatio. 312). 

12. Klagelied *1p3 M^M, die Glaubensverfolgungen berüh- 
rend, endigt inop: n« ü)p:h. 

Selicha's: 

13. tmbn B^Äe \t^pt< B^a«, variirt die Middot, deren 
einzelne Sätze, der Reihe nach, die strofischen Verse 
bilden; vier Worte in der Zeile. 

14. Tl^tm ^Dl« rOD'»xO, über die Verfolgungen in Speier 
(A. 1196) und Boppard, die Strophen beginnen HDD^K, 
die dritten Zeilen HD^I, der Strofenvers endigt Tl. 
Ende: 'H n« yiQt<\. 

15. fmtn hHD [»«•), Pismon in 5 Slrofen, Refran '^iVyi H'^tt^ 
«2"» ü>rht<n Hf. Ende: D 1K2'» Dyiü TÖ IJ/t^H Hl. 

16. iWN '•B^d: 'H 7^ Klagepsalm, meist vier Worte die 
Zeile, endigt nmsn DbB^n'»3. Darin: 3nra dX^lD, vgl. 
Ephraim in seinen Denkwürdigkeiten S. 3 DHIX tCQ) 
Dnianra (nach Ezech. 23, 47). 

17. npm «^D i:bm"l DN in 44 Strofen, deren Schlüsse aus 
den Anfangen der Bibelverse bestehen , die die Intro- 
duction des Busserituals npinn 'H ^b bilden'). Ist 
dreizeilig und endigt )y>y)]h nn^DI. Hat akrost. auch 

rmra yct^ pin. 

18. "fpnCD nCK b^ HD« Bussgebet, endigt rMv^ 21 • 

19. [al. n:'E)3] ^D^ bi< "^nnDN dreizeilig. Die Strofen verse, 
ebenfalls alfabetisch, beginnen ^D, daher fehlt, wie 
in ähnlichen älteren Selicha's, der Buchstabe Vav*), 
endigt «TH 7113 ^D. 



») gyn. P(M»ie S. 268. — «) du. S. 269. — •) da». 8. 101. — *) oben 
S, 237, 270. 

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— 308 — 

20. btmn MVl ^:fe( för den Sühntag, metrisch mit Strofen- 
reim '^D. 

21. t^X rh:2i< ^H über die Martyrien, namentlich zu Blois 
(A. 1171), im Strofenverse B^«. Stil und Form erin- 
nern an Kalirs Kla^e nitit<; die Zeile hat fünf Worte; 
endigt ^m ^tCü TOW BWD. 

22. 3ijn TKtt [al. ^ISnSD] nSDH *?DB^K, Klagen und Hoffnun- 
gen im piutischen Stil, 14 Strofen, endigt «b y^ 

-f^c b^ pfcoi y^^^ nn« ^ych T^Dynb ]nn. 

23. p'pja rwm nn«, nach der Melodie von |nn plX, 
Werth der Busse; zwiefach alfabetisch, die Zeile hat 
vier Worte. 

24. p^by ^b nra, ein Tamid, endigt ürm ID^^DHI. 

25. nsJ^) VI D*)i03, Bussebetrachtungen, mit durchgehen- 
dem Reim ro, endigt m)wm nwiBi nD«3 fcom. 

26. D^TI n^l^ 0*1^2, eine Umarbeitung der vorhergehen- 
den Nummer mit demselben Reim und zuweilen den- 
selben Ausdrücken, für stille Andacht Sie berührt 
die durch Nissims Werk bekannte Erzählung von 
Natan Zuzita. 

27. mnx nira in 4 Abtheilungen, jede schliesst U^nb» 
nCK 'D D^^n, das ganze in zwei stets gleichen abwech- 
selnden Reimen '). Gegenstand ist der Jüngling Isaac 
der in Würzburg gerädert wurde, wie der Verfasser 
selber in einer Ueberschrift meldet. Schluss: D^N^Ü 

w TT b)S2 ü^t^bj mba iiüüo wnn u^tön: d^dt 
noK 'n D^^n a^r\bt< Dwsn. 

28. pBnniWDI pnyD ^DD ähnlich der N. 22, meist zu fünf 
Worten die Zeile, endigt y\^22 nytn) n^2\t^ n*?Dl^ nn^om 
(Deut. 21,13). 

29. ra^DH pD, Akeda, endigt DmiHD rro:» pyD lisn. 

30. pW n\X2Hn %1^N 'n, Peticha, Reim D^'D, D^T, zwie- 
fach alfabetisch, endigt D^mn 1-DN "fÄl. 

81. npTii 'n y)f Tachanun vor >D'^iDD in grösseren Ab- 
schnitten, ähnlich Ephraims N. 25, mit verschränkten 
Reimen, endigt i-V^Iü: yniDI npvm fPD. 
Die Nummern 15, 19, 2l, 27 zeichnen "pnD, die übrigen 



>) sjn. Poesie 8. 91. 

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— 309 — 

15 Selicha's den yollstandigen Namen. In H. h. 15 folgt 
N. 21 gleich auf K 13, 14, 28; die N. 16 und 18 heissen 
romy N. 24 und 29 71120. N. 20, 24, 30 sind überschrie- 
ben "jra n iraiO. Zu N. ^5 bemerkt der Verfasser: ^riDDH HIH 
•OOl Tiob rown ^D^ mirj^ D^'TDTS ^ ^ob ni n«, dessgleichen 
zu N. 26, dass sie zu den Bussetagen für eigene Andacht 
(Dn»rTb) sei. N. 19 ist in H. h. 16 und Opp. 1106 P. von den 
Nummern 17 und 13 umgeben. 

Ob der Namen Baruch b. Samuel >TlSCn (D-tt^ zu Ne- 
darim 34a) nicht einer Emendation bedürfe, ist fraglich; Isaac 
aus Wien {r\)b2H 427, vgl. Chajim r« Rga. 110) nennt übri- 
gena einen Baruch b. Samuel aus Griechenland, gemeiniglich 
nur B. Baruch p^ y^KO geheissen, der ein Zeitgenosse R. 
Tam*8 war. 

Simcha b. Samuel *) in Speier, ein Neffe des Vorste- 
hers*) Kalonymos, ^D*1J^ "U von einem Zeitgenossen angeredet, 
war im Sommer des Jahres 1223 noch am Leben'). Ausser dem 
Commentar des Sifra*) und den Tosafot zu verschiedenen 
Talmud -Tractaten, die vielleicht eins mit seinen D^K^'^^B 
und pD^IQ^lp^) genannten Glossen sind, hat das Alterthum 
zwei Hauptwerke von ihm gekannt: 

1. Rechtsgutachten, mitgetheilt oder erwähnt von Zidkia'), 
Isaac [Or sarua] b. Mose, Elieser halevi, Mordechai'), 
in Maimoniot'), den Rga. von Meir Rothenburg') 
und sonst ^'^). Namentlich stand er in Verbindung 
mit: Abraham in Regensburg >>), Baruch b. Sa- 
muel"), Chija b. Tanchum "), Elieser halevi"), 



>) zur Gwcb. 36. 80. «yn. Poesie 267. Ritns 27. — •) Di'TÖn (^r sarua; 
Bga. ri^"^ 1. Mordechai Kama 240. ^n'Ti ^^^)» Simeha selber (bei Meir Ro- 
thenb. 93'^) schreibt: ^m ^*irt1t ^3pl ^^ Äschert Kama e. 10 § 25 scheint 
fehlerhaft. •<- <) Rga. Moses Minz f. 18 ab; vgl. Rga. Chajim ]"^ 56, das im 
J. 1221 geschrieben ist. — *) ]"x '^^' ^ § ^^^- — *) Chajim )"^ Rga. 118. 
— •) i^2lJf 86. 89 Qi^ixyi nWyO 92, 199, 499. — ^ Mordechai, Anm. 
nt3irO ^*8- — *) nUß^K N. 33. — •) N. 573, 927, 931, 932 ed. Prag; ed. 8 
N. 109 und Ul. — <<>) Binjamin Seeb Rga. 88. Recanate 590. Chajim y*^ 92. 
Oefter in Or saraa — ") Zidkia ni« 46, DiJ>t(in tWVü ^^^' — ") ^«»r 
Rothenb. Rga. N. 739, Th. 3 N. 60, Mordechai Batra § 837. — ") Chajim 
]'^ Rga. 118. — ") rratn ™»- §^20, rx § ß^^» 336, Chajim y^ Rga. 91. 
Jos. Kolon Rga. 102, Sal. Lnria Rga. 65. Meir Rothenb. Th, 3 N. 402. Tgl. 
Sinleitang za pj'^BI 'WnSO «d. Berlin S. XXIX« 

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— 310 — 

Ephraim»), Isaac b. Abraham'), leaao b. Mose'), Je- 
huda dem Frommen*), Jesaia de Trani'), Joseph Gut- 
kind'), Kalonymos b. David ^), Meir b. Meir'), Meir 
b. Mose'), Meschullam'®), Samael ans Bamberg b. 
Baruch"), Tobia aus Burgund*'). Dahingegen ist 
die Correspondenz ^') mit Kalonymos b. Mose und 
Tamar erdichtet'*). Die hie und da aus Rokeach 
angeführten Bescheide") sind im gedruckten Rokeach 
nicht vorhanden. 
2) üb)V *^'T0"), ein in Paragraphen (D^JD^D) abgetheiltes 
Werk, nach Art der ähnlichen von R. Tam, Elieser 
b. Natan, R. Baruch, das Erläuterungen von Talmud- 
stellen, sachliche Ausführungen und Decisionen ent- 
haltend später als D^^^^ ü Elieser's aus Metz ")^ früher 
als Rokeach Elasar's verfasst, häufig benutzt ist in den 
unter 1 genannten und anderen Schriften; namentlich 
scheint alles was die Alten unbestimmt (^DD, pOQ, 
min) auf R. Simcha ") zurückführen, wenn nicht den 
Bescheiden, dorther entnommen. Bemerkenswerth ist 
der öftere Gebrauch des palästinischen Talmud. Die 
Abschnitte über Benedictionen"), Buchstabenform '^) 
so wie das noch vorhandene rTtS^ ]^p^*^) waren ver- 
inuthlich Theile dieses Werkes. 



1) Sal. Laria und die erwähnte Einleitmig a. a. O. — *) Mordechai 
Kama c. 10, Mezia c. 9. — •) Or sarua Th. 1 §§ 213, 482, 707, 759 bis 
765, 776, Th. 2 §§53, 89, 419. Vgl. Mordechai Jomtob, Chajim )«^ Hga. 
26, Meir Rothenb. Rga. Th. 3 N. 165. — *) D'^^IN^TI iWVü 289. — ») Zidkia 
r\"M< ^3- — ') ^^^^ Rothenb. Rga. ed. Cremona N. 148. Wahrscheinlich 
derselbe in pentat. Commentar ms. Wien (Verzeichniss S. 37). — ^ Meir 
Rothenb. Rga. N. 7, Th. 3 N. 414 (Dav. b. K,). — «) D^'^ltOH HBW ^^' 

— •) das. 869. — ««) Mordechai Ch allin c. 6. Zidkia D'>^lK3n Hlfc^yD ^^' 
Chajim ]"^ 62, 64. Jerncham nim D^K ^^°- "" ") Mordechai Aboda geg. 
Ende, ChuHin c 8 § 1218, Chajim f^ 56, 62, 63, V^lp'h ^^ Schaare Dura 
48 b. — «) Zfdkia i^^K^ ms. § 225, ed. N 71. Asulai (nyi f. 19 b Buchst. 
'\2) bat irrig Q\iny statt rT\12\t^' — ") ^t^ D'^DltG C^«*- RJt«»f Bei- 
lage VII] N. 369, 370, 183. — i<) vgl. Q^^n^ 17, Rokeach 361, Maimoniot 
P^\{M{ c. 3, wo das Gegentheil von dem gelehrt wird, was der Pseadograph 
dem R. Simcha unterlegt. — ") Maimoniot n^DH ö. Mordechai Chuüfn c. 8. 

— «•) Note 30. — ") vgl. Maimoniot ^iHt^H ^- ^- — ") ^^ 'Piske Recaoate 
ist eine solche Decision doppelt da, § 319 ist § 378. — >») OnW ^^ Malm. 
D'O'TD c. 8. — M) in Maimoniot und 'y^^lt^ ^1*0- — **)Opp. 1174Q. 658 F. 
vgl, Maimoniot ji^j^-ü c. 4, Menachem bei Chajim l'UiJftikdbyLjOOgle 



— 811 — 

3) die OVPinoO» OP^^ ') »nd pentateachiscben Erklä- 
rungen') scheinen ein eigenes Buch zu sein. 
Von Simcha haben wir folgende Selicha's, sammtlich in 
fliessender einfacher Sprach weise: 

L "TDIO ^m *»K&n DM, dreizeiliges Bnssgebet, endigt hn x: 

2. Peticha "pom bv "»2*). 

3. TDjn brun y^U^ in ll Strofen, ein Hülferuf bei einer 
Verfolgung. Die N. 1 ist im Kölner und Nürnberger, 
die N. 2 im Wormser Kitus; N« 3 ist ungedruckt. 

Salomo b. Abun genannt "^pyi, aus Frankreich"), ver- 
muthlich um 1170—90 blühend. 

1. Keroba für das Sühnfest, Ton der nur die beiden 
ersten Nummern (N. 6 und 7) bekannt sind. 

2. Introduction zu Nischmat 'y^\t^ yiy a^yi. Eingang und 

5 Strofen mit Strofcnreim [Metrum ^^^ s^ 

w ]; Schiussstrofe: Qy ,iDK^ oy^i i:iDn 3« nn2 

.rhrr^yow nsf nr© B^n^i^ionbro nv ora njjD .lon-j ph )SKh 

3. Introduction zu Barcha D*)y rot^ *^^I^, Eingang und 

6 Strofen, der strofische Vers endigt D^n^M. Refr&n: 

Dvj^N üna mbnpD2 (P8.68,27); endigt u^Hth 'n yro. 

4. Des6gleichen Dyu bl6 rw, Eingang und 5 Strofen, 
der strofische Vers endigt 'H. Refrin DJD D^3"0nDn 
'n )yD (Richter 5, 9); endigt 'H IK^ VJS. 

5. ^»nfOV ntt^ aramäischer Rescfaut för die Uebersetzung 
der Haftara an Festtagen, Reim J^ •) 

6. rfm unttrf^ IIK Akeda, ursprünglich „Mechaje* aus 
seiner Keroba, nach TD2 p^, die Strofenverse endigen 
pnsP. In der letzten Strofe wird auf die Tageslection 
Bezug genommen^). Ende: pnSP^I D113l6. 

7. 1DV2Ü rm^ Selicha für die Bussetage in einigen 
deutschen Riten; eigentlich ^Magen* zu der N. 6; 
alfabetisch mit Strofenversen die DT13K endigen. Die 
Schiussstrofe beginnt — ähnlich der N. 6 — lN")p2 
mo rtnt^ und endigt DI^D«^ ni3T. 

<) Zidkla in ;^^ HIdS"! «"• — *) Maharil zur Pcsach - Hagada (cd. 
Sabionetta ITa^ 18a, 19a); vielleicht aach seine Erlänterangen des Midr. 
HUnn (f«» 3"^ §*^)- --•)»»' G«»c*>- S. 80, 93, 101. — <) syn. Poet. 267. 
.•)SiddBr Miob. ma. N. 58. — •) Mittheilung von Jos. Almanzi, Nov. 1839. 



8. rwn h^ n^bw metrischer Piemon in 4 Strofen mit 
Mittel- und Strofenreim, endigt W np D3 HÜD. In 
Strofe 2 heisst es: roo üxh Dpwi onDW U*'^ ViTü 

9. (wahrsch.) Pismon yi^n ^D CDIB^ in 5 Strofen, die -TOD 
scfaliessen, gemeiniglich Gabirol, in einigen Mss/) 
Raschi, im romanischen Machsor R. Salomo )Dpn zu- 
ertheilt, unbekannt dem altern spanischen Machsor, 
findet man in romischen und französischen Hand- 
schriften, die 600 Jahre alt sind, dicht hinter N. 8 m 
einem alten franzosischen Machsor. 

10. Pismon I^^^K^p-l bt6 ÜHW^ ^3B^ in 5 Strofen, endigt 
D^r» l^H D'^DK'K DIpODI. 
Von den N. 3, 4, 5 geben die Mss. Sal. b. Abun als den 
Verfasser an. In N. 2 und 4 ist das Bild ^DB^tO rhT\ und 
letztere hat Anklänge an das Gedicht "f^ PTTin^ b^W^ welches 
unsern Dichter, falls er nicht selbst der Verfasser ist, geleitet 
hat. Der Commentator des Tarschisch-Gedichts fuhrt bei dem 
Verse D^jIO liWi 'H ^t by etwas an, was er von R. Salomo b. 
Abun gehört'): ein Beleg für die Studien unsers Autors. 
N. 2, 3, 4, 6, 7, 8 und 10 zeichnen den vollständigen Namen. 
In N. 4 auch noch nyi; N. 8 zeichnet pr\ p« p Tj;3 nobr, 

N. 9: pn nyj noh^. 

^ Samuel b. Isaac. 

1. Jtyon Dpjr ^^D nn«lß^ |ra Zionide in 38 Strofen, en- 
digt Tjew ''tt^JK utw Tipsbi. 

2. roö bDD W ^Dllfi^ Meora für einen Hochzeit-Sabbat, mit 
Mittel- und Strofenreim, endigt rhD b)p) )nn b)p. 

3. ni£02« «bl 'nilODK '•DDl^ Ahaba zum Wochenabschnitt 
nr6in n^NI in 4 Strofen, welche den Segen, den Isaac 
dem Jacob ertheilt, poetisch ausschmückt, den Refran 
bildet der Vers Genes. 27, 29 (ipSjP bis D^D{<b); en- 
digt D^D^ij; roTN T^nanK. 

Selicha's: 

4. Xt&*K ^t^'W ■]^^5< erfleht Vergebung und Rettung in gewohn- 

ten tautologischen Ausdrücken; endigt 2W^ Ü^CrD XD3*?y. 

1) cod. taris Suppl. N. 13. cod. Saraval 60. cod. Roesi 1115: |Onn 
K^^ICD nO^K' '^b überschrieben, daher dort Sai. Tarvis oder TrerUi. — 
«) H. h. 48, 

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— 813 — 

5. T^Gn 3Bpn put npDIt^ in 9 Strofen, ein noch drin- 
genderer Ruf um Befreiung aus der Haft und Abwen- 
dung der Gefahr; dreimal heisst es 1)10120 ns<^äVl und 

vh2 tro; endigt rbnjb iTOK^ u^m NDD by 2^. 

In beiden Selicha's: ^T\C^ ^n02D, D'»2^1K 02© nsn, ^njnttn niä. 
Der im Jahre 1162 in Worms gestorbene scheint nach der 
einfiiohen Grabschrift') nicht der unserige zu sein^ den ich 
überdies für jünger halte, da er eine Zionide gedichtet und 
•eine Ahaba dem Bau von Ahaba 1^12^ folgt. Nach den An- 
fiihmngen*) zw schliessen lebte der Gesetzlehrer dieses Na- 
mens zu Ende des 12. Jahrhunderts. Wenn man in N. 4 in 
der letzten Strofe ufw p für angedeutet hält, so konnte er 
der Sohn des Isaac b. Schalom (1150), mithin ein Oheim von 
R. Isaac aus Wien sein. 

Salomo b. Abraham um 1220 correspondirte mit R. 
Baruch aus Mainz'). 

D^:U 13 D^« D^n D^"I^K*) auf die Verfolgung in Er- 
. fürt, in 12 vierzeiligen Strofen, endigt m«3S 'H )ht<)y\. 

^^laaac b^ Ji 

nnro D^D^D rOlO«, Klage und HoffnuDg. Der Strofen- 
▼ers schliesst btntn^ das Ganze bimn -pyh nSD. Ist 
Ton 'N bis V Tier&ch alfabetisch. Ausser einem Schrei- 
ber dieses Namens vom J. 1193') ist als Gesetzleh- 
rer Isaac halaban') in Prag bekannt, ein Zuhörer von 
R. Tam^). 
Elieser b. Jehuda. 

'»23B^ Tny raWN alfabetisches Chatanu mit Ringwor- 
ten, die Zeile, auch der Bibelvers, zu drei Worten. 
Der Verfasser lebte spätestens zu Anfang des 13. Jahr- 
hunderts. 
Antoli b. Joseph, vermuthlich derselbe, der an Mai- 
monides geschrieben, verfasste ein Chatanu der 10 Märtyrer 
mpnn frot^''). In der Akeda TOD llfc'X ]ra«, deren 59 Zeilen im 
Abbasi-Metrum einerlei Reim haben, ist bloss ^blD^ gezeichnet. 
Abigedor soll eine Selicha M'lp^ "^ b^ verfasst haben. 

yt^} pnjJ "Q3- — ") ^'iskt Recanate 224. p")^ cod. Mich. 32 f. 
148a. cod. FüriB 95 zu -^-^ Tnt<- — *) M«*^ Rothenb. Rga. 560. vgl. zur 
Gesch. 93, 101. — <) syn. Poesie S. 26 u. f. — ») zur Gesch. 207. — •) da?. 
33. Ritus 73. — ^ Hajaschar § 704. ^ ^) Mittheiluog Lu£«atto*s, Sept. 18d2. 

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— 3U — 

Sicherer iBt ein Mann dieses Namens'), der mn TCm b^ für 
13*13 mit D endigenden StrofenTersen geschrieben hat Nach 
derselben Quelle wird 

Jehozedek hacohen, ein Zeitgenosse von Maimonides, 
als Verfasser einer sonst unbekannten Selioha uh^ )tO D1^ 
genannt 

Jehuda oder Leonte b. Mose ist TermuthUch der Ver- 
fasser der hier folgenden 11 Selicha*s; unsicher ist allerdings 
die N. 9, und die N. 7 dürfte einem älteren Leonte — etwa 
L. b. Abraham — angehören. N. 2 zeichnet Leonte b. Mose, 
N. 6 Leon b. Mose, N. 1, 4, 11 Jehuda b» Mose, N. 5, 7, 10 
Leonte pn, N. 9 Jehuda, N. 3 Jehuda ^Dj;. In N. 8 fehlen 
^ie Zeilen für den Namen des Verfassers und das Akrosti- 
chon gibt nur pTPl IDJ^n rWü "^212^ wodurch die Verwandtschaft 
mit N. 3 zu begründen wäre. In N. 5 und 8 kommt nVT^D 
vor, in N. 1 und 4 rü^DlO. Zwischen diesen beiden befindet 
sich N. 9 in einem Machsor A. 1426. Mit grosser Wahrschein- 
lichkeit dürfen neun Nummern einem und demselben Verfas- 
ser, und zwar dem R. Jehuda b. Mose zugeschrieben wer- 
den, der im Namen der römischen Gemeinde die Lehrer in 
Mainz, namentlich R. Jehuda b. Kalonymos, angefragt*). Sein 
dortiges Schreiben beginnt ny^2 nOK ]^yt nOTöl HOOn njnS 

n!rt)Di b^sn2 pn^, und die Antwort: n«ß^« inDDPoi hm:h nn 
plan:. 

1. n*?W T ntn p^^< mit durchgehendem Beim*), endigt 

n^'»n bv nn^a: -rvn. 

2. i:noin ^W2 b« '»rw, endigt iruno nnp. 

3. >:nt« ^^ PK MTK 7^<, Techinna zwiefach al&betisch, 
durchgehender Reim >), fünf Worte die Zeile, endi- 
gend >:••:? 'n ^y>ysf nm3J3 ^npn. Dem Reimzwange 
gehören die Bildungen ^inns, "»DlbtSTl, ^ifco, ^JTipi, 

'•:mD3 D^im^, "»i^yn ^nn (s. v. a. nir-iy Dsn). 

4. ]jn nono ):h ö^rh^ zweizeilig; es heisst darin ^^BTÖ 

'pirh '»n:wD ddj; tp -pn ^^bw ipK^; Ende: ernp nw 



») vgl. Ritus S. 194 nnd 216. — «) ZidkU n")« 76, vgl. Asalai Th. 1 
S, 6S. — ») vgl. »^n. Poea, S. 120, 



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— 315 — 

5. Nipw ^njW 'n ybn^) in 7 Strofen, die siebente zu 
6 Zeilen'). 

6. r»ni nzoon 'n K^ zwiefach alfabetisch, 13 Strofen, 
endigend TJTPOn •»<. 

7. '•HTn^ "TD^ D%"C« für den 17. Tammue, dreizeiiig, drei 
Worte die Zeile, endigt ^tO 'n HDip. 

8. "ITID hl nOO m:« reimlos, endigt HK^ Dl TODn rCTi. 

9. nnD3 ^n'iBny "itt^«') endigt rnhon -pv '»d. 

10. 2BT?n ppii tcn^) in 5 vierzeiligen Strofen, drei Worte 
in der Zeile, der Refrän abwechselnd y(ttn und SB^ni; 
endigt Umr pn bsp. 

11. 1TO1 nKlB*1 rhyTi reimlos nach pHBTl, endigt TTID} 

In den N. 1, 2, 4, 5, 6, 8, 9, 11 hat die Zeile vier 
Worte. Sämmtliche Stücke gehören dem röm. Ritus; die 
N. 5 befindet sich jedoch auch in einer deutschen Hand- 
schrift (Ms. Luzz. und darin N. 35). Gedruckt ist nur 
N. 7. 

Mose b. Joseph hacohen. 

pp^Ti ni2K nj31K in 18 Strofen ist ein Hülferuf; die vier 
Monarchien welche Israel unterdrücken werden unter dem 
Bilde von Bär, Löwe, Pardel und Schwein dargestellt Der 
Verfasser ist vielleicht derselbe, der A. 1196 in der Rhein- 
gegend den bedrängten Juden so hülfreich gewesen^). Um 
das Jahr 1250 lebte der Rabbiner Joseph b. Mose hacohen 
Chasan*), vielleicht der Sohn unseres Verfassers. Mose ha- 
cohen hiessen übrigens der Vater von Jehuda hacohen und 
ein Zeitgenosse des Chajim b. Isaac aus Wien. Ein Mose 
b. Joseph hacohen starb 1374 in Regensburg ^). Die Selicha 
unseres Dichters war vor mehr als 500 Jahren bereits in den 
Sammlungen. 

Mose b. Chisdai aus Tachau^) und in Wienerisch 
Neustadt begraben war vermuthlich früher in Regens- 



1) das. S. 282. — *) onomast. $. 158. ~ ') angefahrt syn. Poesie 11 
Anm. c. — <) das. S. 281. — *) riTDT 'D S. 13. — •) Meir Rothenb. Rga. 
f. 112 c. — "0 znr Geschichte S. 415. — 8) w^ oder ip^ (Isr. BrÖQQ R^a, 
278), iCfü^ (Isserlein 161). 



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— 316 — 

bürg') wohnhaft. Er ist jünger als Jehuda der Fromme und 
älter als Elasar aus Worms*), war ein angesehener und wie 
es scheint betagter Mann als Nachmanides — der schon i. J. 
1223 talroudiscLes geschrieben*) — den Traktat Gittin*) com- 
mentirte, und gab nach R. Simcha^s Tode etwa in den Jahren 
1225 — 30 ein Gutachten, als in Magdeburg R. Jacob ge- 
storben und dessen Sohn Hiskia — rTHTTD der Zeitgenosse 
Jechiels aus Paris — sein Nachfolger werden sollte'). R. 
Isaac aus Wien, vielleicht eine Zeit lang sein College, über- 
lebte ihn"). 

Nächst Commentarien zur ersten und sechsten Mischna- 
Ordnung^), zu Tr. Schekalim*), Tosafot zu Nedarim'), Rechts- 
bescheiden*®), rituellen Erläuterungen'*) war er insbesondere 
durch eine Schrift D^DH DPiD bekannt, welche die Versinn- 
lichungen der Mystiker sammt den Vergeistigungen der Ka- 
räer und der Theologen [Saadia, Abenesra, Maimonidea, 
Einheitsgesang, Jehuda der Fromme, der Verfasser des V 
D^^nn und Schriften aus Worms] abweisend die talmudischen 
Aussprüche über das höchste Wesen und das zukünftige 
Leben buchstäblich aufrochthält, daher eben, sowohl in einem 



») Or «arua HINTO § 336 pil^lß^^lH'n» Mordechai Nidda I06i: 
p"11Dß^lII» Mordechai ms. in cod. Rossi 929 beide Mal p^S!tt/Vi- ^^ 
Bescheide an B. Hiskia in Magdeburg scheinen aus Regensbnrg erlassen, 
wo Isaac b. Mose vor 30 Jahren gewohnt (i*^, pjj^ 707, fQ^gf 53). — 
«) dieser nennt ihn CJ^riH 'D P- ^^ °"d in n"W ^W ^- ^0, wo er aU 
Zeitgenosse von Elasar's Vater erscheint (n*1D{< ^N^Dn *Q nitü *1*'m 

[n^'nh] \ - *) nionm 'd f- 210b. - *) ^^ nira 'n bron rnnm 
sro D^D^ Tntm n'»rw i^^yh^ ^«lon- - *) or sama xh. 1 § 115 

(dasfelbe in Meir Rothenb. Rga. ed. 3 N. 110 nnd 111, Mordechai ms. n^^ 
am Rande; im kleinen y^ cod. Michael 32: niWD Tn t^OTQ mO TTTn 
pbin b"l ^NIDH p. dasselbe in V'2 zn Tur I 63 und -^ijixn § 9Ö)- - *) 
Or sarua nWpO § 336. — 7) q^j^I^j und n^H (Chajim V'« Rga. ». ^4, 

193); n^5<ipD, onv nnnto i^^^- ^^4, iss, 9). - ^)}y «p-i^D» D^pic^ «-3. 

— •) Kisak Ötein zu Semag, Verb. 242. Isr. Brunn Rga 210, 245, 272. — 
10) |i*^ Th. 1 § 115; § 740; § 741 an R. Jona, wohl die in Meir Rothenb, 
Rga. 601 berührte; Meir Rothenb. Rga. ed. 3 N. 114 (dasselbe in Chajim V*^ 
Rga. 179 und in pV'^ § 163, s. Ozer nechmad Th. 3 S. 54). Isr. Brunn Rga. 
24, 167. — ")pV'5< n»8i Collectanea in cod. Rossi 1131, Machsor-Commentar 
zum Neujahrfest (vgl. Ritus S. 63 Anm. d); über Pesach-Ritualien in Mtbaril 
ms Opp 608 Q. 



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— 317 — 

Buche HOMDH^) gegen Philosophie ansgebeutet aU anderseits, 
z. B. von Menachem aus Aquileja (um das J. 1370), herab- 
gesetzt wurde'). 

Als synagogaler Dichter ist er nur durch zwei Selicha's 
bekannt: 

1. ipy rp^ "]^D 1^2« für Mincha des Sühnfestes. Die 
erste Zeile der Strofe beginnt ^D U^3N, die zweite 
nitn; bis auf die beiden letzten Strofen ist in jedem 
Strofenverse von Opfern die Rede. Die zweiten Zeilen 
zeichnen den Namen. 

2. D'TU«: r\p^ )11X für Esther -Fasten, erdigend DTD m: 

Aus späterer Zeit werden uns zwei Mose Tachau OpD) 
genannt: 1) A. 1291 in Goslar, der mit einem Mordechai 
einen Streit hatte'); 2) Einer, dessen Sohn A. 1443 in Wiene- 
risch Neustadt wohnte*). 

Elasar b. Jehuda b. Kalonymos, genannt R. Elasar 
aus Worms*), dem Frau und Kinder im Jahre 1214') von 
Bekreuzten erschlagen wurden, hat sich in allen Wissensrich- 
tungen, die den deutschen Juden damals geöffnet waren, be- 
tkätigt: er ist talmudischer und theosophischer Autor, studirte 
astronomische Schriften, schrieb Commentare zu den Gebeten 
und dem Machsor, zu mehreren biblischen Büchern und dem 
Buche Jezira, verfasste Sitten- und Handbücher und redigirte 
das Buch der Frommen. Er kannte Saadia, Donolo, Aben- 
esra und verflocht deren Lehrsätze nebst ganzen Stellen aus 
ihren Schriften und aus dem D^TIH *1BD eines Ungenannten, so 
wie aus den Büchern Jehuda^s b. Samuel, in seine eigenen 
Werke, wo Hechalot und Midrasch, Philosophie und Zahlen- 
weisheit, Aberglauben und Sittenlehre friedlich nebeneinander 
lagern. Allein den „Rokeach^^ ausgenommen, ist von seinen 
Arbeiten wenig gedruckt, das Wenige selten in ursprüngli- 



*) H. TrcTC« Tefilla zu ^yy(> ^3^; das gedrückte Fragment ans 3^3 
wen Bcheint diesem Sammelwerk entlehnt. — <) cod. Rossi 755, wo der 
Verfasser einfaltig und sein Bnch ^Q^ 2pO heisat. — «) cod. Rossi 651 
N. 527, Meir Rotbenb. Rga. ed. 3 N. 476. — ^ ü;in ITD (hinter den Rga. 
voo Juda Min«) f. 30 cd §»!.-.») znr Gesch. S. 36, 77, 126, 131—135, 
161, 165, 172, 376, syn. Poesie S. 263. — •) nach andern Mss. im J. 1196 
oder 1193. 



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— 318 — 

eher Fassung, mehreres noch unbekannt Besonders an seine 
kabbalistische Schriften lehnte sich eine Reihe Nachfolger an, 
die sie verkürzten und vermehrten. Aeltere Gelehrte haben 
einzelne seiner Abhandlungen ins lateinische übersetzt Er 
war Rabbiner in Worms, früher wohl auch in Eriurt, an 
Fast- und Festtagen Vorbeter und verfasste an 60 religiöse 
Poesien, bestehend in 4 Maarib, 6 Hymnen und Tefilla's, 
1 Jozer, 4 Ofan, 5 Sulat, 2 kurzen Keduscha's, 3 Klagege- 
sangen, 35 Selicha's, fast durchweg in einfachem Stile, leicht 
verstandlich und nie mit mystischen Vorstellungen oder Aus- 
drücken behaftet 
Maarib: 

1. Neujahr, njnin TV DPn nK^i<, das mittlere Stück hat 
dreizeilige IDItt^ endigende Strofen und hebt an ü^rh^ 

2. Hüttenfest 11« n^y "pD^ nnt<; das mittlere Stück 
beginnt rymw JDIK^ D'»^n rmi< ist grossentheils hala- 
chisch, Refrän PDOH TD. 

3. 8. Tag Azeret. ^pT\ 'H TCmK nebst der Zugabe rraiX 
ab\i; fc<:, endigend hintn hy nb^. Das mittlere Stück 
beginnt p^yÄC yd? 'H nriN, jede Strofe endigt 0^2 

4. 8. Pesach. p\X DilJD«. In dem mittlem Stücke rrWH 
'rh ist der Refrän •pOD ^D 'n. 

Vor und im Jozer: 

5. nop: bt< ■j^on. Introduction zu 2Kn\n ll^ün, derstro- 
fische Vers endigt IDK^. 

6. "inVDI Tl« "fpO, Hymnus vor h Cnii r\2^, alfabetisch. 
TA.^^PD 'H rhbnn, dessgleichen. 

7B. Jozer für den Hochzeit-Sabbat rODH VTJ^2^1 VJW ^ W, 

endigt TVnrh 21Ü. 
TC.Ofan m«?nK ^3 ^IK'X btntn yaV in 5 Strofen, deren 

Anfinge das Schemah bilden und die mit Bibelversen 

^l\X\ schliessen, endigt TTIDD DtC^. 

8. Ofan IK^npl h^W> m« für den Busse-Sabbat, 5 sechs- 
zeilige Strofen, im Strofenverse BOTp, endigt QVSO 

9. Ofan D^TDiy pw "h^ für denselben Sabbat 

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— ai9 — 

10. O&n TÜBB^ rrvt ^ für Sabbat vor dem neunten 
Ab, endigt Wlp tcmp KTlp. 

11. Sttlat rnx l[m "^yi» für den Bosse -Sabbat; in den 
meisten Strofenversen 31^, endigt ^n*1UD HDlpl. 

12. Sulat ]Thy ^ÖB^ rmw wegen der Rettang aus einer 
drohenden Gefahr; die znaammengerotteten Massen 
liefen wieder auseinander. Betrifft wahrscheinlich die 
Ereignisse des Jahres 1201, als Worms belagert wurde, 
die Elasar auch Rokeach § 196 und Menachems Ge- 
sang *1)S0') berührt Im Strofenverse ITJ, endigt P^n 

18. Sulat |n™ >>0 ptt'wn '»i« für den Sabbat der Haftara 
^D^j im strofischen Verse Dru, endigt D^DVT'D nD"l; 
eine eigene Strofe W^H für den Fall , dass es zugleich 
ein Hochzeit-Sabbat ist, endigt DDCrUD Nin. Es heisst 
im Sulat: ÜHTV ^^2 n^TI )rvW i:b nb^t^b^ eine Parallele zu 
dem Ton den Sens-Tosafot ') aus einem altern Elia- 
liede angeführten Fragment ÜHTV p l"T'^X PN. 

UA. Sulat jntno) p^lSi b« p« lpb^^ auf die Verfolgung in 
Erfurt, für den entsprechenden Sabbat in den Mona- 
ten Siwan oder Tammus; endigt mJV 13^ nnilj; HDIp 

UB.Snlat am Hochzeit-Sabbat p rh]P) DO"« n^''«, endi- 
gend ^niTjT? mm. 
Masaf: 

15. m DD ^^Or ÜZ'^rhu 1 beide Keduscba's haben die 

16. bycü m^^n üTrh^ f Ueberschrift p5n '2 niyb« nb. 

Klagegesänge: 

17A.'»n:ü no m b'h2 Klagegesang am Abend des 9. Ab, en- 
digt r\2m ^KsnoD. In 3 Mss. ppn mnrv ^2 myb« n 

zugetheilt 
17B. Zusatz zu der Klage H2^Kn jn** ^D, welche von Speier 
und Mainz handelt, anfangend QVn DPa^VI ^tnpTl H^Hp 
rrOD, und den Ermordungen in Worms (1096) ge- 
widmet, mit demselben Reime und ebenso schliessend 
3Ty Tjn ip20. Im cod. Rossi 586 lautet die Ueber- 

Schrift: Hmyf\ "^THn bv in6K irai no'» n n«. 

*) oben S. 296. — «) fÖDTO HÜB' Meri» f. 176 d. 

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— 320 — 

18. 73^J^ D1^^ ^NBTl kSh pnj Zionide. Die Namen- 
Zeichnung ph my^K Dibyn ]tDpn my^« fangt bei dem 
Absätze pD^2H nrtt< an. Ueberdiess wird er in cod. 
Vatic. 312 und Mich. 533 als Verfasser genannt, und 
letzterer Handschrift zufolge war die Ermordung von 
Frau und Töchtern in Erfurt die Veranlassung. Irrig 
wird sie in Machsor ms. der Dresdener Bibliothek 
Elasar Darschan aus Würzburg ^) zugeschrieben. 

Tefilla: 

19. Hymnus '^TW^T) lo\ l[rhv ^7 10T« in 9 Zeilen, Epilog 
hinter des Verfassers Buch über die Seele (Sorbonne 
156 und Ms. Luzz.), zeichnet ^T\ 3VI jD ippr\ myb« 

pn rmm. 

2Ö. Hymnus D^OttO D^^^^< JiüD f« in reimender Prosa, 
Reim ■]?, endigt J7Vb< IHH S"! mi^ 'H, die gottliche 
Einheit (Rokeach 6 c). 

21. Gebet D^Dmn bjD WH mx D'»Dblj;n l[Cn (Rokeach § 21) 
nach dem Zuschnitt des Gebetes N. 2 Jehuda^s des 
Frommen, womit es in einzelneu Sätzen zusammen- 
stimmt, daher wohl auch nach diesem') benannt, sonst 
auch als „R. Elasar^s Tefilla'^ am Hoschana-Tage 
üblich*). 

Selicha's: 

22. ^n^a ^n2« in 13 Strofen, der Strofenvers schliesst 
hirwtr^ ein Bussgebet, endigt btmn \-|b« D:px n ^3^<. 

23. fN^B DipD mDW fiir Esther - Fasten in 8 Strofen, 

endigt ro'^)i^n ^^ym. 

24. bVDD D^12\tO TIDD ]>« mit Strofenversen die np3 endi- 
gen, endigt np3 "hv J^OB^H. 

25. ]m 3ttn^ "f?D b«, Variation des 31^1'» ^^D ^N bis «ip'n 
'n DCa in 18 Strofen, der strofische Vers enthält IDT, 
und das Ganze schliesst D"l"a« "»nna HN P|W, ist nach 
T« und pntt^n. 

26. NDi< 7« D\n^« Peticha, durchgehender Reim, die 
Zeile vier Worte, endigt ycm bv yViUÖ pw passend 

zu yüm by ^d. 



i) Note 31. ~ t) cod. Rosii 882. cod. BUUchei 68. — *) Minhagfni 
in H. b. 89. ^iTTD THH^ *!•• 

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— 321 — 

27. pmn bt^ ü^rht< dreizeUig, die Strofen beginnen mit 
einer Bibelstelle - • ö^rht< und endigen mit einem Verse 
der 'n schliesst; 22 Strofen, die ersten Zeilen alfabe- 
tisch, die zweiten nach pHlS^H; die V^erse bilden den 
Namen rmm "Ol 3 VI p ppn ^fiht^. 
28. -O^ü^ 'm «np« DMb«, 22 Strofen, dreizeilig, der 
Strofenvers schliesst und die Strofe beginnt D\lb«; 
das vorletzte Wort hat die Keimsilbe. Ein Hülfe- 
ruf gegen Edom; endigt D\lb« )T)2 rrhnpc^. 

29. rh^2 non« nili ^bai Chatanu mit Ringworten. Die 
Zeilenanfange bilden dreifach das Akrostichon des 
Namens; endigt DnDDP HD« U^jn^D. 

30.* pn «np: T'^X nach K^D-nx, Bussgebet in 8 Strofen, 
zu vier Worten die Zeile, endigt ü)Tir\ b^ Tl Tl. 

31. «l&^i< n^i 'H "p^X in 15 Strofen, gegen Pest und 
Seuchen. Nach 3"^< und pn^r\. Der strofische Vers 
endigt 2110 und die letzte Strofe, deren Zeilen "sämmt- 
lich 31tO endigen, schliesst 31Ü3 )rV2Un ^TOm. 

32. ra W laW DX, Bussgebet in 12 Strofen, im Strofen- 
verse nbo, endigt yuiD ^nn^D. 

33. IjSJob brDn b^n b<^ mit Strofenversen die TOn endigen, 
endigt TOD ^PD«!. 

34. lOD^n Ü^n K3K, kurzes Dankgebet für eine Rettung 
aus Gefahren, in 3 Strofen, endigt IIX n«n: -[nitO. 

35. bnn 'PNH 'n «:« mit Strofenversen die Dm endigen, 
endigt Dm D« 1D). 

36. "»ras n-nyb noi:« reimlos, endigt ISID '»DNlflO. 

37. mjn irbp IDSfc« zum 10. Tebet, in 12 Strofen, endigt 

'^y^ nDW3 ir:j;. 

38. mo '•ban UIDSX zum 17. Tammus, endigt ^^K Hion W 

39. D^p^lö nyanx, die Bussetage und deren Bedeutung; 

endigt iD'»nDK^ Dn© ncb\t;y\. 

40. ^fcntP T^^IK'K für Gedalia- Fasten, in 11 Strofen, der 
Strofenvers beginnt |J/W und das nächste Wort gibt 
den Namen; endigt "IDB^ n« V^n "»Dj; b^ IJTT ]J;D^. 

» . 21 

Zum Lit«r«targMch. der tyn. PoMle. 

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— 322 — 

41. nün^ nrnr« *) in 12 S^ofen, über Glaubensverfolgimg. 
Im Strofenverse yot^. Endigt "»Jinn b^ nyf^'^. 

42. 1)2} yriyiD n« mit Refrän D>Dm3 ym, ein Beschnei- 
dungs*Pismon in 5 Strofen, die Zeilenanfange bilden 
akrostichisoh den Namen nebst pT\ u. s. w. Endigt 

']jnp OKI. 

43. um ^X\VO ^n^« nn« dreizeilig; in 12 Strofen. Der 
Strofenvers beginnt O, das darauf folgende Wort 
bildet das Namen -Akrostichon nebst pD^ endigt ^D 

)y*rht< 'n trnp. 

44. DM^«n «in nnx, Akeda in 10 Strofen, in der es von 
Israel heisst 003 t6) '•H bx ^3 npn. Endigt 'WH 
DV2W:. 

45. trt)ü2 '»nt<ün mm«, Chatanu mit Ringworten, für 
Esther-Fasten; endigt D^om NDD by '»"DK. 

46. '»ra nnD niK . . . . IDI für eine Beschneidung in den 
ßussetagen, mit den 2 Refräns 311^1 und 3t&^ni, in 3 
Strofen, der strofische Vers hebt 131 an. Endigt 131 

47. '»:rT'3in 7DX3 b« 'n ein Hülferuf, dreizeilig in 27 
Strofen. Der strofische Vers, dessen vorletztes Wort 
die Reimsilbe hat und dessen erstes das Akrostichon 
bildet, schliesst Tl, und ebenso meist mit einer Bibel- 
stelle fangen die Strofen an. Der Namen ist dreimal 
gezeichnet. Letzte Strofe: pbrv 'H ,y:2 jnn b^ p^tO *n 

•n i^jD^ TOn 3ipn .73s iix3. 

48. pnT Dm3« '»n^K TI, der strofische Vers schliesst HTÜD; [ 
endigt HTÜDH HN bwir» '»:3. Die 4 Nummern 24, | 
33, 35, 48 bilden ein Ganzes. 

49. btr\\tr* ^rhi< 'n für Sühnfest, zweizeilig; in den zweiten 
Zeilen ist der Name von 22, eine Nachahmung von 
Binjamin's b«n 'H «:«. 

50. -[3 Vbt< 'n 'H, mit dem Eingang y^ ^xnr» >r6« Tl 'H. 
Techinna in 4 Absätzen von 6 Zeilen jeder ^^ 'n an- 
hebend und endigend mit Versen, die 'H schhessen. 
Eine Abtheilung derselben ist ppD Tl TI*). Wird an 



<} Bjn. Poesie S. 264 N. 1. — >) das. N. 2. 

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— 828 — 

Pasttagen vor ^^B^ ^DW rezitirt, endigt 'H ru'»1«n. 
In Ms8. öfter vermehrt durch Stücke aus ähnlichen 
Gebeten. 

51. D^Dm ^D^ro, ein illustrirtes „Machuise«: Gottesnamen, 
Engel, Väter, Heilige werden als Fürsprecher ange- 
rufen. 30 Strofen, die Zeile hat 2 oder 3 Worte; 
endigt D'^om 3nD Y^brh. 

52. D'»i:y niNH, der Strofenvers enthält ycw gleich N. -41, 
ist nach pn^Ti in 10 Strofen. Die nächste Veran- 
lassung scheint eine Zusammenrottung*) gegen die 
Juden gewesen zu sein, ähnlich der N. 12; vielleicht 
die vom 28. Schebat A. 1188, wo bewaflFnete Haufen 
in die Judenstadt in Mainz eindrangen*). Ende: 

53. y:^b i:runn «nn') in I6 Strofen nach prirn mit 

Strofenversen die Hob anheben, und ebenso fangen die 
letzten 11 Zeilen an; ist voller Klagen und endigt 

54. ran^n raiK'n, nach p")"irn, Bussgebet für Gedalja- 
Fasten, endigt p:ni ü)m b^. Darin 2)^r\b, SltOp^D und 
2^\D1b rmn^D wie in N. 45 und 3 1. 

55. (viell.) rniv ^1^ ^3 y< zweizeilig, endigt OnW) D^Din. 
Da der Name in N. 3, 12, 13, 22, 36, 43, 50, 52 durch 
mW, '•*liy und dgL, in N. 1 und 4 durch ir)y b« ge- 
zeichnet ist, so kann ähnliches in den Anfangsworten 
auch hier statthaben. 

Aus der mit Elasar's Akrostichon versehenen Ermahnung 
-hbü D'^DDn )yü^ (Rokeach § 28) ist eine Stelle (NCnn b^ ^^3 
U*^y2 u. 8. w.) im Buche nOIO \D2\t^ (c. 19) als Meliza des 
„Metatron*' aufgenommen. Ueber yTHV ^1"U ^N^^B'^a D%"lb« s. 
oben S. 300. 

Die N. 23, 39, 40, 41, 52, 54 haben 5 Worte die Zeile, 
•liy^N zeichnen N. 5, 8, 28, 31, 34, 36, 50, 51, 54, 55; nebst 
llt:^-! die Nummern 2, 4, 10, 13, 18, 22, 23, 25, 26, 29, 30, 

*) wnru pw 2pr n-u not^^i itnp in d'»d3; i^nn^jn -ji^nD) - 

») EUisar in ni^PDOn "IID m^. (Anc. F. cod. 172), DflOD nij; lA «31 %^ 
der Autor hin?u. — ») syn. Poesie S. 266 N. 3. 

21* 

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— 324 - 

35, 37, 38, 39, 40, 41, 43, 45, 46, 47, 48, 49, 52, 53. 
Den vollständigen Namen baben N. 1,3, 7A, 7B, 11, 12, 
14A, 14B, 24, 27, 32, 33, 42, 44. 

Mehrere hymnenartige Gebete sind in des Verfassers 1DD 
0"»^^ mit dem Text des Buches verflochten. In die Hechalot 
hat er, wie er selber berichtet*), Lobgebete eingefügt In 
verschiedenen Handschrifteu , insonderheit in einigen Siddiur 
des 15. Jahrhunderts, werden ihm mancherlei prosaische Te- 
filla's und Jehirazon beigelegt, unter andern eine fiir Reisende 
anfangend ^32) D^ *?D31 ÜVn '^^b'^^D) ^DJTttnnB' D'^D^iyn ^D ]Cn 
'DT njJ ^DDT D1^ mit Engelnamen; ferner die in Col bo 67 
gedruckte Vidui ^nyiß^D ^my '•n^ion D^n WX*). Von Elasar's 
Compositionen, die überhaupt nur in deutschen Gemeinden 
eingeführt waren, sind in neuern Zeiten 18 üblich geblieben: 
N. 34, als Anschluss an die Akeda (N. 27) Meir's b. Isaac, 
in den germanischen Synagogen, N. 36 im Ritus von Köln, 
N. 46 und 54 im polnischen, N. 4, 18, 55 im deutschen, N. 
1, 2, 3, 8, 10, 11, 12, 13, 14, 38, 45 im Wormser Ritus. 
Joseph b. Baruch. 

pjnra n«Qfi<, Sühngebet für den Versohnungstag ohne 
sonderlichen poetischen Gehalt. Der Verfasser zeichnet 
••3T3 und fugt dem Namen des Vaters ^"!{7 hinzu. 
Um das Jahr 1211 lebte R. Joseph b. Baruch in Frank- 
reich, der von dort sich nach Jerusalem begab und auch 
anderweitig bekannt ist'). 

Morde chai b. Elieser, der mit Simson aus Sens cor- 
respondirte*), lebte 1216*). 

mji ^D^D "p^D^? ^nN3 auf den Märtyrertod des Uri 
b. Joel halevi, in 20 Strofen, die nach des Ver- 
fassers Namen im Akrostichon noch die Worte *njr?X 
ytM) pr\ r\'> ^^ enthalten. Endigt D^Otrr\ "f? '•D 



*) "ht; rmyto nhyn "»priBs "»naro i^^d (Fragment de« t(r»n mo 

in cod. 6orb. 166). — >) cod. Rossi 62. — >) meine Note in Benjamin 
itiner. Vol. 2 p. 256, zur Geschichte 52. — *) Rga. äu Q'^üÖKTD 13 N 27. — 
0} ayn. Poesie S. 28. 



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— 826 — 

David b. Kalonymos b. Meir') aas Münzbarg*). 

Stammtafel: 

Kalonymos der Alte') 

I 
U. Meir 

I I . . 

Tochter — Kalonymos in Speier*) 

Jehiida Meir*) David, 

in Speier. in Speier. 

David stand in Verbindung mit Jehuda b. Kalonymos in 
Mainz*), R. Baruch^), Elieser balevi*), wird im riDDnn 'D*) 
und in Or sarua § 720 angeführt und ist vielleicht der Ver- 
fasser des Wörterbuches über die Talmudisten *®), welcher auch 
mit Barucb aus Regensburg, Ephraim und Jehuda dem From- 
men correspondirte'*). Seiner Einrichtungen — d. i. der An- 
ordnungen vom Jahre 1223 — gedenkt eine alte Handschrift^*). 
Ob R. David aus Würzburg, dessen Sohn R. MeschuUam aus 
Würzburg um das Jahr 1240 lebte, derselbe sei oder ein ande- 
rer, ist zweifelhaft; in ersterem Falle müsste bei seinem Namen 
in Luria's Fragment p^nDHTOD (statt pmasn^^lD) verbessert 
werden. In dem Pismon N. i beklagt er die durch die christli- 
chen Züge und Bauten geschehene Entweihung heiliger Orte. 

1. Drmt< rvn TI« Akeda in 19 Strofen, endigt I^D bn 
Ü^Dm NDD hy Dtt^V. Das Akrostichon, bald in den 
ersten, bald in den zweiten Zeilen angebracht, lautet: 

rhu )Dxi p« ycH) pn r? üvy^yhp p^ "o -m. 

2. r®'» ÖD) nii rr^DHn ronw scheint bei herrschenden Seu- 
chen geschrieben; die letzte Strofe ist ^2 pfcO l}h ^33^ 

nD2n '»SÄ) möir nn'»tt^ nsao '»irroyn ^ wd"» bw hdi^di 

NB'TO D'»3'IDN "y^. Hinter dem vollständigen Namen 
'p ^2"a n ist noch V? '•H'» rhu pH \nDW pn ange- 
bracht. In Allem 18 Strofen. 



i) zur Geschichte 49, 93, syn. Poesie S. 108. — «)]"x § 720, Hagah. 
Ascheri «^3 2. Meir Rothenb. 753. — •) oben S. 111. — *) Mordecbai 
Jebamot 125. — «) zur Gesch. 53. — •) Zidkia n"W 98- — ^) Mordechai 
OBd Hagahot Aschen nDlDD c. 2. Meir Rothenb. Rga. 872. — 8) Mordechai 
Aboda sara c. 5. — •) Meir Rotlienb. Rga. 672. — *•) zur Gesch. 163. Stein- 
•chneider in Ozar nechmad 2, 29. - ") H. J. Michaelas Mittheilung. — *•) 
cod. Uffenb. 93 N. 4. 

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— 826 — 

3. DDItt^ lir^Kh p«n 713"! *)> metrisches Taraid, nach 
dem Zuschnitt von Meir's N. 42. Noch vor Eröffnung 
der Alfabete ist akrostichisch gezeichnet ^2*1 p TTl 
rhu px ^D«1 pn "T'MD '»ra DlO^i^lbp, endigt DrD2 

D» D^cmb DVp. 

4. ns r®'» pjn lir^iD h^mn für den zehnten Tebet, Pismon 
mit verschränkten Reimen und mit Strofenreim. Ende: 

^l^lt'pn, 12 Strofen; das Akrostichon, welchem die 
Strofen 2 bis 11 gewidmet sind, lautet: p tD*1 p T 
n^ ]DK ^D«1 pn. Eine alte Selicha-Handschrift hat 
dazu folgende Ueberschrift: "D Tn 13^3*1 "TD^ TW pOTS 

naußn 711 nnmn ]m3 ,va£2 nw^ utiy^yhp. 

Elieser b. Joel halevi*), der Verfasser von ^TJTQN und 
p)DX^3fc<, von Rechtsbescheiden und Tosafot*), mit grosser Ver- 
ehrung von Isaac aus Wien*) genannt, war zeitweilig in 
Mainz*), Speier'), Köln^), Würzburg®). Als sein Wohnort 
wird 1^2)b genannt'). Ein Schreiben an R. Isaac begann er 
damit, dass er die Antwort diktire, da von Weinen und Elend 
seine Augen gelitten*"). Er wurde, wohl auf den eigenen 
Wunsch, mit den Schaufaden am tyb\D begraben**). Auf Ver- 
langen eines angesehenen Mannes hat er eine Abhandlung 
nyiran ÜDK^ oder rairon V:m^ verfasst"). Der Bescheid in 
Maimoniot Rga. D^tCSlSTD N. 15 ist von unserm Verfasser, 
nicht von Elieser aus Toul, dessen Angelegenheit er behan- 
delt; derselbe war bei dem rühmlich bekannten Hiskia in 
Boppard Hauslehrer*'). Dass R. Elieser halevi den Zunamen 
Jeruschalmi hatte, ist ein Irrthum de Rossi^s**). 



») syn. Poeaie S. 270. — ») Vgl. zur Gesch. das Verzeichniss S. 583. 
— •) ]"x in Rga. N 747, Maimoniot Bga. r\W*i^ N. 37. — <) rDTü "TDSi 

aunjü b]D «"d nifcmn hm (f'« th. 2 §§ ae, 94, 42 0. vgi. die ge- 

reimte Anrede jrUD pPlDö «• ». w. da«. Th. 1 § 757. - ») |"x, pOK^ T& 
§ 34. __ •) Anmerk. zu J<•^y^ ^ytt^ 64. — ^ Meir Rotbenb. R^ga. Cremona 
N. 190, ed. 3 N. 165. — ^) v^, nb^ § 107. — •) dae. r^jfff § 87. — «•) 
das. Th. 1 § 757. — 4»)das. Th. 2 § 421. — «) Zidkia n"lN 66, r« § 712, 
Cbajim 7"^ Rga. 238, Mordechai HQirO 315. cod. Rossi 563. — ") Cbajim 
V't< Rga. 39. — 1«) catal. Mss. Th. l p. 86. Am Ende eines Blattes im Ms. 
steht yoh^trn'^i <^uf di^ daranf folgende Stelle des jernsalemschen Talmud hin- 
weisend. 



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— 327 — 

Wir «haben von ihm 3 Selieha's und einige Sulat- 
Strofen. 

1. ^n^^D *1Sn 7«, gedankenreich, die Beschneidung ver- 
herrlichend, zur Feier einer in der Bassezeit eintre- 
tenden Festlichkeit dieser Art Der strofische Vers 
endigt nn2; gezeichnet: ^bn 'whn und hnx* b^'> ^iD 

2. nB' h^ mnbx für denselben Fall am Fasttage, ein 
Pismon in 8 Strofen mit verschränkten Beimen; der 
strofische Vers endigt TOI. In den drei ersten Stro- 
fen ist ^*^Tj;n ^3t< gezeichnet; den Verfasser geben alte 
Handschriften an. 

3. -f^n) yw T12D'' TDD VllDN, Akeda, mit dem vollstän- 
digen Namen. Von Israel sagt er: fcOH r]yii) *1p3D ^TV) 
nJO; eine ähnliche Anwendung dieses Namens (nt<b 
„die müde") findet man in seines Vaters Klage 

p'»DD'' (rm^vn n«^ ra), in Seiicha CDyo^ ^x (n^b njr:i^D), 

in p]K h^ "»^N Isaac's {nt6 nw). Endigt '^n^np 

4. Drei Strofen 31 Tin, welche in den Sulat ü^rh^ sei- 
nes Grossvaters Elieser b. Natan eingefugt wurden*), 
vielleicht der Ueberrest eines vollständigen Sulat; sie 
reichen von Buchstabe 'n bis *y. 

Jacob b. Jischai. In seiner Seiicha ^^D^ njTDNI rmnB'« 

'n, die in etwas schwerer Sprache geschrieben NDD bv ^^ 
schliesst, zeichnet er yoy) ItJ^II W 2pjr ^iX, vielleicht derselbe 
ITI^n 2pIP, dessen Sohn Gerschom, gleichfalls Mohel, im Jahre 
1215 lebte'). Da die letztere Notiz aus dem PISIDK 'D stammt 
und die Seiicha in einer franzosischen Handschrift befindlich 
ist, scheint der Verfasser aus Frankreich zu sein. In anderen 
Mss. jedoch ist dieselbe Seiicha ^^ >213 "m ^3fc< gezeichnet, 
würde also dem folgenden angehören. 

David b. Jischai. 

1. Hochzeits-Jozer n*IDTI rmn3 HDlp«, hat sechszeilige 



*) cod Michael 534 am Rande jenes Sulat: V'] p''x )y>y) "©^ HT rhl\ 
TO p nTyn DX "n nO^ i^r\ D^plOD B^lCn- ^^ einem alten Siddur perg. 
ms. ist diese Einschaltung in Amitai's Salat "T^rOnK* — ') ^°'>' '° ^'^i* 



■pran« 

necbmad 2 S. 10 N. U. 



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— 328 — 

Strofen und zwei Kadosch-Strofen in peitanischem 

Stil, D'M und Namen zwiefach. Schlussstrofe: ^JIDH 

2. Selicha -psy ^fcOr»^ nrw 31CD3 1«, zu 5 Worten die 
Zeile, ist ein Noth- und Hülferuf. Hinter dem 2"H 
istakrost. ppn ^VT^ ^212 711 ^:«. Endigt DH^Bn ]\ynrh 

3. (viell.) Selicha rrhv t6 yVSO ^V HD T^XIH, eine Un- 
glückskunde aus fernen Ländern beklagend. 

Das Jozer war in franzosischen Gemeinden gebrauchlich. 

Meir b. Elia ist Verfasser einer vierzeiligen Tochecha 

[aabb], welche die Ueberschrift hat W *1^«D n DTI IV^Ü und 
W^X ^D*10 y^HO gezeichnet ist; Termuthlich lebte er im 
13. Jahrhundert im ostlichen Frankreich oder nördlichen Ita- 
lien. Ein Rabbi dieses Namens ist bereits im kurzen Or sarua 
angeführt*). Anfang: DI« nn^lH nSDI DTIDI DWn3 mpo, en- 
digt D^'^n^ rrrai d'»ot nym niij;. 

Simeon Cohen, vielleicht der in einem handschriftli- 
chen Gebets-Commentar genannte'). 

Pismon 'h)p Tl'^yx "IpD mit verschränkten Reimen, en- 
digt rrm2n nonüh. 
Jehuda b. Isaac, könnte Jehuda aus Paris sein. 

yt&*^ \^)zh) W iTn)y bn ein Pismon nach spanischen 

Mustern, endigt jn&lil pni^. 

Menachem Vardimas OlMD'^Tll) b. Perez»), im J. 1224 

gestorben — ob derselbe, welcher A. 1215 in Palästina reiste? 

— ist Verfasser einer Akeda cn^lDX WH CTDt^ in 45 Strofen, 

die im Hagada- Stil Abraham verherrlicht und die Nothzeit 

schildert; endigt D'^DHI «DD bv Dtfi^T» l^D. Nach Beendigung 

des Alfabets ist gezeichnet )pp pD '»3^3 ^tt^'»Tl1 DPIÄ). 

Aaron ist vielleicht der Name des Verfassers folgender 
Stücke: 

1. Ahaba ^^blPlD b«, welche Numer. 21, 14 u. s. w. zum 
Thema hat, zeichnet in den drei Strofen zwiefach y\lt<. 

2. Selicha K!ßDn yiDV ^«, die spätestens um das Jahr 



«) )TtH Th. 2. S. 111, — ») Bitu« 201. — ») tut Getch. 68, 193. 

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— 829 — 
1300 geschrieben ist, hat in jeder Zeile vier Worte 

und schliesst: ü^^^to IDT Dran nr^wH "hD) ^tnpn jnk 

Abraham b. Isaac [b. Mose]^). 

1. rh'hz '^nii^O^ rraw, Hochzeitlied in 4 vierzeiligen 
Strofen, endigt y^ ohi^ Dil. 

Selioha's: 

2. pm l[)'h22 ibw, Chatanu in 26 Strofen, vierfach alfa- 
betisch, der strofische Vers endigt \nH, die Zeile 
hat drei Worta Die Unbilden die Israel durch die 
Weltreiche erlitten und sein heutiges Elend. 

3. msf^ n^^lN'), in 31 Zeilen mit durchgehendem Reim, 
Hülfenif gegen Uebermuth und Gewalt Endigt n*1fc<Bn 

4. D'^DjnDI T\p pK, Chatanu in 12 Strofen. Der stro- 
fische Vers endigt D'^Dl^, die Zeilenanfange geben die 
Namenzeichnung vierfach, die Zeile besteht aus drei 
Worten. Unter andern wird über schwere Abgaben 
geklagt. Ende D'»Dtt^ ny\p. 

5. '«iDlirn "l'»DN bs, Gebet um Erlösung, der strofische 
Vers endigt tnp. Die letzte (12.) Strofe schliesst Th 

6. "px^D ISDN D^nb«, Hymnus und Gebet fiir die Busse- 
zeit. Jede Strofe hebt D'TlbN an und endigt y\trSD; 
nur die letzte (die achte) endigt HDlt^ n^lHK "Tjn. 

7. ^n1: in« mn'), Hymnus in 7 Strofen; Strofe und 
Strofenvers heben mn an, das Ganze schliesst wie Ps. 

100 (mn bis inÄ)K). 

8. Ppn^ ^"1^« non in 8 Strofen, Gebet und Klage; die 
Selicha gehört zur Variation von Ps. 107, 8, daher 
die Strofen TTOn beginnen "und endigen. 

9. T^h 'n 3U0 för die Bussezeit; aus demselben Grunde 
wie bei N. 8 beginnen und endigen die Strofen 3112. 

10. IjriD np^ '»D, Klagen und HoflFnungen in 10 Strofen, 
Strofe und Strofenvers heben ^D an. Ende: TOH T\) 

t) gyn. Poes. 31 1. -> «) da«. 320 N. 3. -^ ») da«. N. L 

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Sftmmtliche Nummern haben den vollständigen Namen, 
die N. 6 und 7 auch noch |Trin, letztere mit dem Zusatz 
hn mpra \^D^C^ rrm2 pn. Nur N. 3 zeichnet nach Beendi- 
gung des Alfabets und des Namens noch pin pn iWü D*l p 
yiM. Die Nummern 2 und 4, so wie die Nummern 8, 9, 10, 
worin besonders die starken Assonanzen hervortreten, haben 
denselben Verfasser; sehr wahrscheinlich gehören, ausser N. 1 
die deutschen oder französischen Ursprungs ist, alle übrigen 
einem und demselben romanischen Dichter. 

Jacob b. Jekutiel, vielleicht aus dem 12. Jährhundert, 
ist nur durch eine Akeda bekannt, die bereits in Mss. ans 
den ersten Jahren des 14. Jahrhunderts sich befindet, anf. 
in« rm Dnn2«, an die Selicha N. 1 von David b. Kalon. 
erinnernd; zweizeilig, die Zeile zu drei Worten; die Zeilen 
zwischen und hinter dem 3"« bilden akrostisch den Namen 
nebst einem langen Zusätze'). Ende: l'Oy ^'D«. 

Samuel b. Menachem. 

1. IdViJD ^D'h^ Ü2^rht< für die Musaf-Keduscha. 

2. '»Dn«DD 1^ '»DI S« D%nb«, Gesera - Selicha nach 3N"«, 
T'H, variirt Ps. 83, der auf die strofischen Verse ver- 
theilt ist und dessen Anfang und Schluss auch Anfang 
und Schluss dieser Selicha bilden. Ausdrücke und 
Wortverbindung haben mit denen des Elia b. Schemaja 
Aehnlichkeit. 

Wenn beide Stücke einem und demselben Verfasser an- 
gehören, was manches gegen sich hat, so kann es der gleich- 
oamige Lehrer Meir Rothenburgs aus Würaburg*) sein- 
Jehuda b. [Binjamin? Chanan?] halevi. 

Dlton 2n) 'h'h:^ rT, Chatanu in 12 Strofen mit Riog- 
worten, das blutiger Verfolgungen gedenkt. Endigt 
a''Dm KOD bv '»"D«. Das Akrostichon ist ^3 rTVFV 

' p« omni p^n ^hn par»'); ob pa'^n ^3 in ]n '•ana zu 

emendiren ist? Ein R. Jehuda halevi lebte um 1240 
in Regensburg*), Isaac b. Jehuda halevi A. 1300'). 



▼gl- »yn- Poesie S. 370 unten. — «) ayn. Poesie S. 309. Ritus S. 
217. Meir Rothenb. Rga. 188 [irrig 128 in allen Ausgaben des D'*)DDr6 TJTI 

15^42]. - ») rspfftü iiNcn> nDjr, nnrä» nroi, u^yioi - *) or 

Tb. 1 § 413. ^ &) Jebud« b. Ascher Rga. N. 9i. 



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— 331 — 

Isaac b. Isaac reimt in N. 4 pbo und jbp zu DIvB^, ist 
daher wohl in Frankreich zu suchen, wo allein seine Compo- 
sitionen üblich waren. Die Einschaltung in ein älteres Biccur 
(N. ]) und die lange Namenreihe im akrostischen Namen 
nöthigen uns, ihn dem Zeitalter der jüngeren Tosafisten zu- 
zuweisen, womit auch die Sprache übereinstimmt, in der alt- 
peitanisches nur selten begegnet; keinesfalls darf das Akro- 
stichon in N. 1 dahin gedeutet werden, als sei der Verfasser 
ein Zuhörer des dem 11. Jahrhundert angehörenden R. Meir. 
Unser Autor mag der von R. Perez*) angeführte, in den Tosafot 
und an zwei Stellen in dem Semak*) ms. genannte Lehrer 
sein. Die N. 6 befindet sich in einer Handschrift vom 
Jahr 1278. 

1. ^3« F)N ^IDl«, eine aus 4 Absätzen bestehende Einschal- 
tung in Meir's m^tt^ mDW (N. 15) vor der Stelle 
V}xh DTl, endigt DH'^'niDb *?DW und ist eine Beschrei- 
bung des Passahopfers. Akrostichon der Zeilen pnJT ^3t< 

WD '»Dwi^^D prcr» ''Dn p. 

Die folgenden Nummern 2 bis 4 sind Maarib- 
Zuthaten, und zwar N. 3 fiir das Wochen-, N. 2 und 
4 für das Hüttenfest. 

2. D^l ryb'h ^ni''a: rroit^, nach S-N und p-«^n, in 9 Ab- 
sätzen, von denen der 7. und 8. den Namen zeichnen, 

endigt btntr ipv n« ühvio -pDi. 

3. D^ilC' D^D^iy n7P% die ersten drei Abschnitte beschreiben 
die Darbringung der beiden Erstlings - Brote , die 
letzten drei sind ein Gebet; endigt Hin pDI D^l^*)^D. 

4. rrOD: 'n:*? 'n HDD^ in 5 Abschnitten, endigt JTOB^D 

5. Maarib Thorafest: a) rbr\2 7IDj;h 71^0^ mi< bis TlDö 

rh'h, b) oni^:: pir^xD insK^ mn bis onn nin^, c) "»rDic^ 
p«3 r\W2 nn« DiDü, endigt D'HnirDi uhbr\D Di-T^ra iDibp, 

die Zeilen von D bis P heben ^^DK^ an und endigen 

'»roirn DVD, d) iii^'» b:h l5'^cn n^ins '•^'^dk' bis niü Dnt2, 
e) )br\t6 nnra mran ncv^^ ^3^Dir bis i^w:ii, f) ^^^öb^ 
innoi^D *?j; DDip, endigend ruiDiti nyDiT ^py. 



*) Rga. zu D^^BIt^ N. 17, Anm. — ») auch Im Zürcher Semak. Dafür 
cd. 31b ,,Isaac b. David", und f. 33 b vor Q^i^n^ rD*im 8**" ^^^^ Name. 



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— S32 — 

6. tWTiO) Cr\ ^TI^ Selicha mit Strofenreim (rw oder HD), 

endigt MDD bv ")^ )2\t^. Es ist unter andern darin 

von dem Bekenntniss der Einheit') die Erde. 

N, 2, 5, 6 haben den vollständigen Namen, erstere noch 

pTPI, letztere |DK Tj6 ^n\ N. 3 zeichnet Isaac b. Isaac b. 

Mordechai b. Jischai b. Mordechai b. Salomo K'Tt; 

N. 4 hat r\ob\i/ ^2 ^yro id [w *i^«o ^b^^^Y) "a pr^ ron pnip 

DI^SM, ein vermuthlich an mehreren Stellen der Emendation 
bedürftiges Akrostichon, indess stimmen die beiden ersten 
und die beiden letzten Namen mit der N. 3, und die un- 
gleichen Theile in beiden Akrostichen sind jeder 17 Buch- 
staben stark. Vielleicht dass im letzten Abschnitt der Name 
Abraham einem Verwandten gebort. 
Natan b. Isaac. 

1. Jozer des Hochzeit- Sabbat niDOK D*?Tpn -f?» ot6n, 
endigt yv^^ bo 'n im\ 

2. Sulat dessgleichen VDWnu W bv 'H mw, endigt ^Wy\ 

Selicha: 

3. '^n'»«ni ^DIX rOD'^N') in 23 Strofen, Klagen und Ver- 
wünschungen, endigt ^SlTTl biC)ltr> Bnp3V, darin die 
Redensart tT)X^ TöH y^y^ bv nach Mose hadarschan 
bei Raschi Spr. 5, 19. 

Der Verfasser von N. 1 und 2 war der Grossvater des 
Schreibers oder Ordners des Machsor Opp. 1570 Q. A; beide 
Stücke finden sich in Handschriften des 13. Jahrhunderts. Ich 
halte ihn daher für den Gesetzlehrer, der mit Elieser halevi 
correspondirte (1"^ ,DD^ 652) und mit demselben unter den 
Verordnungen des Jahres 1220 unterzeichnet ist und zwar 
neben Hiskia aus Boppard. Dass ihm auch die Selicha N. 3 
gebore dürfte kaum bezweifelt werden. 

4. iTVV Thv D%lb{<, dreizeiliges Gebet um Hülfe, endigt 
'ytt/y^ K%n vn rcrov, hat in der ersten Strofe Aehnlich- 
keit mit N. 1 Str. 20. 

5. "IBW nsy ''D:« in 26 Strofen, eine dreizeilige Tochecha 



*) rrV^Th ^W mn^^- "- *) *^*" ^^^ eingeklammerten Worte vielleicht 
nur p^. — •) »yn Poesie S. 276. 

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— 888 — 

[aaa], die Zeile zu drei Worten, endigt "py bv) 

Die Nummern 4 (zeichnet |rü) und 5 ( — "ID |rO) stehen 
im Ms. nebeneinander und in H. h. 39 hat N. 4 zur lieber- 

Schrift: h^ prw lü )ro n yn -td^ü. 

Mose b. Isaac. 

1. n«mDD D^jmj» btO J»K alfabetische Illustration der 
ersten Keduscha, aus selbiger Alles von KTlp D^'^D^^<^ 
an bis Tl Ifbty u. s. w. enthaltend. 

2. V2^20 hy ^W bt< dessgleichen der zweiten Keduscha. 
Beide Stucke haben dieselbe Schlussstrofe ') , die man 
auch am Ende einer Festtags -Keduscha i^n H^DIN 
y^'^H bom findet. 

3. rC)DO pUlD "»nN« Pismon für Hüttenfest, dem Silluk 
vorangehend, endigt ^y^yy 110. 

4. rhb^no rhbvD rhythmischer Ofan mit Mittel- und 
Strofenreim, in welchem die Befreiung von dem Joche 
Aegyptens mit dem Engelsgesange in Verbindung be- 
trachtet wird, endigt UIQD HSD^. 

5. Dya y^ mbyiD, ein Barchu das IDtWDV endigt. Der 
Anfang erinnert an ähnliche von Salomo b. Abun 
(N. 4) und Abigedor. 

6. Tjn3 Cno Tr\m:> Ofan, endigt D^DDno. 
Selioha's sämmtlich mit durchgehendem Beim: 

7. pyi b« 'n 'n Peticha, endigt D^^^BÖ y:?h. 

8. ron 2'»irai ^ "piND Peticha für Esther-Fasten, endigt 

9. a>yja2 wnD:n bwD Techinna, endigt bvnKtn nnKt^^. 

Den vollständigen Namen zeichnen sämmtliche Stücke, 
N. 6 und 7 auch )topn, N. 8 noch |D« miHD yüi^ pv\. Die 
Nummern 1 und 2 dessgleichen die Selicha's haben denselben 
Verfasser, wahrscheinlich gehören N. 4, 5, 6 einem und dem- 
selben Autor. Der Verfasser der N. 3 scheint alt und hat 
v^ielleicht eine vollständige Keroba geschrieben. Die Identität 
für alle neun Nummern ist indessen nicht festzustellen. Den 
Namen Mose b. Isaac fuhren mehrere vor 1250 Lebende*). 






ra 10V •DK' mr?r\ •im "ynb^ - •) Note 2(2. 

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— 384 — 

Schabtai b. Isaac. 

1. *1D1 Dnn njnDK' ein Gedicht von 12 Zeilen, endigend 
'n nr^ ^D, das in einem alten Machsor unmittelbar 
der Ahaba ^HUt^ ^D^ Josepb's sich anschliesst und viel- 
leicht die letzte Strofe einer eigenen Ahaba ist Das 
Akrostichon gibt rhu pTPI pTGT p ^n2B^. Hin und wie- 
der mit Assonanz (TWD^b iW\r\) oder Mittelreim ("p 

2. '»nniOD ^D ^n^« alfabetisohe Selicha in 13 Strofen, en- 
digt ü\t/tr\ hv D^iy nnOB^I, gezeichnet pv\ pTO^ "D '^raic'. 

Isaac b. Matan betrauert in einer Gesera-Selicha riDN 
D'^Dpn boü )Tnn2 die Opfer in Fulda vom Dezember des 
Jahres 1235; die Strofen fangen mit Bibel- einige mit Tal- 
mudstellen an. Die Sprache ist rein und einfach, die Dar- 
stellung nicht ohne dichterische Schönheit; endigt by ^V2H 
ÜJOm «DD. 

Samuel b. Mose. 

l^mnn '»r»« bn ramt< alfabetische Techinna vor TD 
^DDI, hat durchgehenden Reim, endigt p^ü DTTin DlpH 
^niDDD nn« ^D. Der Name und das Hinzugefügte ist in 
den je zweiten Buchstaben der 22 Zeilen gezeichnet'). Das 
Alfabet zwingt ihn zum Infinitiv nit^to (K^^)» der Reim 
zu TIÜD pno t6ün^ (st. '»iD) und ^r\)h (von HTO) statt '»NDsb 
(Ps. 69, 22). Um 1150 lebte ein R. Samuel b. Mose im süd- 
liehen Frankreich, vermuthlich in Montpellier*); unser Ver- 
fasser ist jedoch wahrscheinlich ein Deutscher und wohl älter 
als das 13. Jahrhundert. 

Natan b. Jacob. 

1. -yxh n'»lt^« ^:^, Israels Schmerzen und Hoffnungen'); 
die erste Halbstrofe beginnt ^iX, die zweite 'H mW, 
der strofische Vers endigt bK*ll&^\ Die ersten beiden 
Zeilen der Strofe alfabetisch, die dritte gibt das Akro- 
stichon^). 

2. '\b)i ^^^ TDITD Pismon in 5 Strofen mit verschränk- 
ten Reimen, endigt nn ini« ]\tro. Der Name des 
Vaters könnte in dieser Nummer Jakar sein, auch ist 



i) vgl. syn. Poesie 112, 371. -^ *) meine Analekten N. 2 S. : 
«) «yn. Poesie 280. — *) du«. S. 370. 



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- 8S5 — 

die Identität mit N. 1 nicht sicher. Einen andern 
Dichter dieses Namens kennen afrikanische Riten. 

Isaac b. Abraham. 

bb^SO bD2 yrotin in ll metrischen Strofen mit zwölf- 
silbigen Zeilen, ein Lobgesang auf das Werk der Schö- 
pfung, för Thorafest oder den Sabbat nachher, endigt IDH 
'VOKffh D%1^. Diese Composition war in burgundischen 
und lotharingischen Gemeinden üblich. Dahingegen hat das 
römische Machsor eine Selicha für den Sühntag 'rh H2 ÜV p 
deren Strofenverse reimen, die lOiDp oy bHTW schliesst und 
T)^ ÜTQH p proP') zeichnet. Männer dieses Namens sind meh- 
rere bekannt'). 

Pesach hacohen [b. Abraham?] ein Freund und Ver- 
wandter der in Fulda i. J. 1235 Gemordeten, verfasste zu 
deren Andenken folgende Selicha's: 

1. vht nenjJ bnn nn{<, worin die Opfer genannt werden. 
Der akrost. Name zwischen 12 nOD und jrDn sclieint 
Omn«; endigt ro fi<2iD> HTOn ptß^n. 

2. yaS ^rnn rrUD Pismon in 8 Strofen mit Strofenreim, 
endigt U^b)y njWD TD. 

3. Chatanu "Ijnyn n^DD bt< rUB, mit Ringworten, endigt 

HD« nn3. 

Joseph b. Kalonymos der Punctator, der 1238 lebte') 
— ein jüngerer gleichnamiger Schreiber bluhete 1294*) — , 
vielleicht der anderweitig als Joseph Nakdan ^) bekannte, hat 
verfasst: 

1. 'n ano^ mn ein Melech-eljon für Neujahrfest, en- 
digend D*?Tj; Trran '^b'id. 

2. "»333 nnON Klage für den 9. Ab, zwiefach alfa betisch 
in siebenzeiligen Strofe^n, die strofischen Verse heben 
O an und endigen 'H*); endigt 'H ÜTH) ppl ^D. 

3. '»nmp DDH pjn« eine den Märtyrern von Fulda gewid- 
mete Selicha. In den Strofenversen kommt 12\t^ vor. 

Endigt ninr»n *nb vroff o'vtn '»:t^. 

In den Nummern 2 und 3 ist pp^ gezeichnet Die Num- 
mer 1 enthält ein französisches Machsor vom Jahr 1278. 



*) nicht *jt^^ p wie ononuist S. 110 hat: Die Zeile tjnpp rnnsf der 
Zeile Q-^ folgen. — *) Note 33. — ») zor Ge«ch. 8. 111. — <) das. S 114, 
») vgl da«. S Jll und 113 oben.— •) syn. Poesie 8. 98. 



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— 386 — 

Jechiel b. Jacob aus Eisenach erlebte und betrauerte 
dieselbe Verfolgung in Fulda ^), ist Tielleicht der in den Mai- 
moniot') angeführte Rabbi aus Eisenach. 

1. 1«}^'' ^^2^2 Dn^DW Klage am 9. Ab, Gegensätze zwischen 
der Zeit des Wüstenzuges und der der Zerstörung; 
die erste Halbstrofe hat Refrän 3'^in vh '02^3, die 
zweite: 3in J^^ 'im. 

2. li£p y)SO ÜX^ Meora in 19 achtzeiligen Strofen [aaab^ 
aaaB], deren strofischer Vers nv scbliesst und mit 
welchem auch die vierte Zeile [b] reimt: das Wohl- 
ergehen und der Uebermuth der Feinde und das 
Elend und die Erniedrigung Israels; endigt Hdran 

nmn N3m *ii«n. 

3. >ry wn i6 roitOI rm D^'» Selicha, feiert die Märtyrer 
von Fulda, das Unglücksjahr durch roüb [95 d.i. 4995] 
bezeichnend. Im Strofenverse Mbo. Hat 20 Strofen 
und endigt b^lttn Hjnn )3« «I^D HN^DI. 

Jesaia b. Mali aus Trani, berühmt als Gesetzlehrer, 
Tosafist und Commentator, Zeitgenosse von Isaac aus Wien, 
an welchen er Gutachten gerichtet. Die Poticha H^TN ^DDl^ H^K 
nniD^) mit durchgehendem Reim, im Abbasi- Metrum und ge- 
künstelter Sprache, vier Worte die Zeile, alfabetisch und als- 
dann pT\ "ht^O '»^•^^D nw gezeichnet, endigt "^rv )T^Sttn2b iblp 
n:ü. Sie scheint nach Antoli's Akeda gearbeitet 

Mordechai b. Schabtai genannt ha-aruch (longo oder 
makros), obschon er sich einmal *1^jn2n zeichnet, war auch 
Schreiber und ist ein Dichter nicht gewohnlicher Begabung; 
seine Sprache ist fliessend und klar, die Darstellung ermangelt 
weder der Schönheit noch der zum Herzen dringenden Innig- 
keit In den Handschriften heisst er MJ3^, und die deutschen 
wie die romanischen Riten, nicht minder die Karaer, haben 
seine Selicha's aufgenommen. Er gehört nach Italien oder 
Griechenland. Seinen vollständigen Namen zeichnet er in 
N. 7, 11, 13, 14, 15 und zwar in N. 13 y^n hinter seinem, 
in den übrigen hinter des Vaters Namen; nur ^T^n ^DTTD 
haben N. 1, 2, 4, 5, 6, 8, 12; nur ^DD»^ "D '•DTTD hat N. 3; 



1) gyn. Poesie 29. - «) ntO^TW «• 6- KD^P«» "l^H 110^3 - •) »r«« 
Poesie S. S99. 



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— 337 — 

die ähnlich gebauten N. 9 und 10 sind ^DTID gezeichnet, und 
erstere wird in Handschriften Mordechai ha-aruch und dem 
Verfasser von N. 2 beigelegt. In N. 11 liest man akrost. 
nSID, in N. 5 yütO pn ^rr nsio, in N. 8 pon, das entweder 

aus ^'yhbn [aus Salona] oder aus ni 'ision abgekürzt ist. Die 
letzten Strofen von N. 7 ^) und von N. 11*) deuten vielleicht 
einen Ort an. Von einem Mordechai ha-aruch der über Ka- 
lender geschrieben ist in cod. Leyden 41 die Rede. 

Die Selicha's unseres Dichters begegnen bereits in Mss. 
aus dem An&ng des 14. Jahrhunderts; seine N. 4, 5, 6 sind 
nachgeahmt von Binjamin '), Aaron b. Joseph, Abraham, Kaleb 
b. Salomo, Joseph^), Schabtai b. Kaleb, Samuel b. Schabtai 
und den Karäern Joseph b. Schabtai und Jehuda MarolL 

1. ll^iTO nülA T?n« Introduction zu rC0 nifi^N btÖ am 
Sabbat Bereschit, variirt bro yTD bi< des Jozer. 

Selicha's: 

2. niniN ni&'N ram« Israel die verlassene Braut; alfabe- 

tisch, endigt nic^K^ -f? nmm nrhy2) rvht< «dh p nnw. 

3. hyü ^rhyü DN ^rht< Bussgebet, in Ms. Luzz. f. 239. 

4. '»üböD *1p3 Akeda, für die Frühstunde des Sühnfestes, 
die Strofen beginnen und schliessen 1p2. 

6. ^zhü DT'n, 14 Strofen, die DW beginnen und schliessen. 

6. pj«DO rb'h für den Vorabend des Sühntages, die 8 Stro- 
fen beginnen und schliessen m'^b. 

7. Drünb rOWD *) eine rührende Klage, der strofische Vers 
schliesst "h, das Ganze "h "IW 'H. 

8. ^rhnn ^n^D furNeila, der strofische Vers endigt D^y. 

9. ruiö^K ^2)i H'^DD, Tachanun, die Leiden Israels unter 
dem Bilde einer verfolgten Taube, 5 zwölfzeilige 
Strofen [Sab, b Aj; endigt: nim tTTW^i 'p^n bv^ 

nb p ]n niNiitn rmtnn pt^^ rwjnt<. 

10. bru ^)y ;d, der strofische Vers schliesst D. 

11. nbn^n '»Ono W^D") Klagen und Hoffnungen. Die 14 
Strofen endigen jede tyT\. 

12. DTp '»n^« roipD, 10 Wn endigende Strofen; schliesst 



-L, -jny«. — *) nn*« np3. — *) »yn- Po«»^ S. --^9? ff. — •) das. S. 296. 
Zunx Litemturgetfch. der syn. Poesie. ^^ 

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— 338 — 

Kin rm< 'rhy ist, gleich N. 5 und 10, für den Ver- 
söhnungstag. 

13. 'H biOir» rx\pc für den dritten Tag der Bussewoche. 

14. nn ^IHpO schildert die jetzige Erniedrigung Israels. 
Säinmtliche Zeilen reimen iTt"; endigt fVD b« rOKn 

15. "^DD HKira für Mincha des Sühntages, der strofiscbe 
Vers endigt nnJD. 

Mose b. Chija (rPTl) dichtet in der Weise der roma- 
nischen Autoren jenes Zeitalters, nicht ohne Gewandtheit, 
indess häufig nur der schonen Worte oder des Reims halber 
die Ausdrücke wählend. Einem handschriftlichen Tachkemoni 
Charisi's zufolge ') war er aus dem Orient gebürtig und hatte 
sich in Spanien nach den dortigen Mustern gebildet. Von 
seinen Compositionen, die fast nur in den griechischen Riten 
üblich waren, sind die folgenden bekannt: 

1. rQ'»n: D^IMO "pOD '»D, Mikamocba für den Hochzeit- 
Sabbat in 20 Strofen, der Strofenvers endigt p^D^, ist 
eine Verherrlichung des jungen Ehepaars. 

2. (viell.) non «^bsn niK mi«, Nischmat für Hüttenfest, 
dem poetischen Gehalte nach tiefer als die Stücke 
unseres Verfassers. Die Zeile achtsilbig, die Strofen 
2, 3, 4 geben HK^, Strofen 1 und 5 endigen n>n, 
Strofe 5 gibt n^HD, könnte *12 enthalten. 

3. rvün^ U>rht< mDW, Chatanu auf die zehn Märtyrer 
in 44 Strofen. 

4. }:bbtyiiO lbl03 nfolt^«, Chatanu in 16 Strofen; der 
strofiscbe Vers der ungeraden Strofen endigt U^, der 
geraden 1i«ton. 

5. pSD ^^D HM, Tochecha, drcizeilig, die strofischen Verse 
sind alle aus dem Pentateuch, hie und da Tedschnis- 
Reime. 

6. '»nn ''n'^tt'2 ^ry\y\ '»nwao in 17 Strofen, der strofiscbe 
Vers schliesst linp und das Ganze unp jmn U'ÜV 
Die einzelnen Theile stehen untereinander nur in 
schwachem Zusammenhang. 

7. proi^ nif^ ^an po wnp*). 

>) Mittheilaog Ton Sen. Sachs. — *) Piosker S. 127. 

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8. Ton pB^3 "innOD It^np^ Tacbanun in 16 Strofen*), 
die gleichwie die StrofenverBe JtHlp anheben; nur in 
der dritten Strofe schlieset dieselbe tmp. Ist für 
Sühnfest am Sabbat bestimmt und endigt 2\tn^ ICTIp 

hiOftn rrhm. 

9. rxarr^ "h zh^ü HW für den Sühntag, zweizeilig, die 
Strofen beginnen und endigen ITW. 

Die N. 1 und 3 bis 9 sind mit dem vollständigen Namen 
und pm versehen; N. 1, 3, 5, 9 haben auch yoHVj N. 8 hat 
ish pm, N, 4 '•^ voran. 

Joseph Kalai Oy^p) b. Jacob hiess auch ]MSn3 [ob 
xopucpatoc Vorsanger?] und nennt sich in seinen Compositionen 
Vorbeter (jUl) und Dichter (tO>^&); seiner Stücke bedient sich 
vornehmlich der griechisohe Ritus, einzelner auch die Ritus 
von Rom, Tripolis und der Karäer, zu welchen letzteren er 
selber nicht gehört hat'). 

1. IDK^DS 'jbjf ^XK< Jozer zum Sabbat Saohor, variirt den 

Amalek betreffenden Abschnitt Deut 25, 17 — 19 in 

8 Strofen '« bis TD. 

2- ysnn ^3 m^ ^D« rxyt^ Klage für den 9. Ab. Sowohl 

die Strofenverse als sämmtliche Zfiilen beginnen r\yH. 

3. T K t m 'n n« Sulat zum Sabbat Sachor, behandelt 
Saul's Krieg gegen Amalek, einige Vorschriften über 
die Lesung der MegiUa einwebend. 

4. 'fxh ipn löfcOI Anschluss an N. 1, Zwiegespräch 
zwischen Haman und Ahasverus in sechs Absatzen; 
der König gibt trotz vieler Weisheit, die er spricht, 
plötzlich nach. 

5. )nn ^^ rytnpb Braudled am Hochzeitstage, metrisch 
[viermal >^ ], mit Strofenreim "]J — 

6. ra^ ^oyso Ipno n» Jozer für Sabbat am Neumcmd, ein 

Wettgespräch zwischen beiden Feiertagen. 

Selicha's: • 

7. niTJO 13 DJD '»XW, der strofische Vers hebt ^ an und 
die ersten drei bilden den Namen ^T*. 



«) Die Strofe für p in pin (^«'- Pin»ker S. 127 unten) fehlt in der mir 
Torliegenden Abechrift. — *j gegen Pinsker S. 82. 

22* 



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— 340 — 

8. 'nn^ Ipnil TW hnn TachanuD, die göttliche Strafe 
und die Siihne; alfabetisch in 9 Strofen. 

9. 3^1^ "ll^ \tnH variirt in 6 Strofen denselben Abschnitt 
wie N. 1. 

10. a^TtV Dnt^lD 'H 7»^« varürt in 10 Strofen den Abschnitt 
Exod. 17, 8—16. 

11. "»n^^l nDinX ^3« Vergleichnng von ehemals und jetzt in 
9 Strofen; der strofische Vers und die erste Halbstrofe 
beginnt ^Dfc<, die zweite Halbstrofe nnjTI, ähnlich der 
N. 1 von Mose b. Joseph dem Römer, hat HDIK ho j'D 
]Ui6l gleichwie N. 8. 

12. ^bon %lb« ipor^t^ Thema zu nw DHQ TTV einem 
Chatanu für Neujahr, in der Form der Mostedschab, 
daher sämmtliche 19 Strofen 'pO schliessen. 

13. l[\m^2 pt^« jlK'^« NK'« Chatanu in 9 Strofen, nach der 
Form des ^ryW2 TIK*). 

14. "^3(1/2 nt^2 Mt^K Chatanu mit Ringworten, die Sünd- 
haftigkeit nach Art der Tochecha's darstellend, 14 
Strofen *). 

15. ^K^DD 'H T^iS n« variirt die Anfange der ersten 10 
Verse im Buche Esther, mit Benutzung der Hagada. 

16. noi« lorr biön Tochecha in 23 vierzeiligen Strofen 
[aabb]'). 

17. m:iO) rhl D1^ Tachanun in 6 Strofen [4 ab, aA], der 
strofische Vers endigt DIIO oder 31Dn. — TIV s. N. 12. 

18. no^'^ D'»D'» no för den 17. Tammus; 8 Strofen. 

Die Nummern 7, 9, 10, lö und 17 sind für Esther- 
Fasten, ^yhp ^ÜV zeichnen N. 8, 17, 18, mit pr\ N. 5, 7, 
lö, und überdies ^3K voran die N. 2, 9, 10 und zwar folgt 
in N. 2, 15, 18 ID^VD hinter Joseph. N. 13 hat: pn ^DV "»:« 
pm ^yhpy N. 14: pm in ]«DnD ^üV ^:«. Den vollständigen Namen 
„Joseph b. Jacob Kalai'* haben die Nummern 3, 4, 6, 11, 12, 16, 
und zwar N. 3 noch tO'^^D hinter des Verfassers, N. 12 noch |ND"D 
hinter des Vaters Namen. N. 1, ohne Namens-Akrostichon, geht 
der N. 4 unmittelbar voran und wirdimMachsor unserm VerSsisser 
beigelegt. Der dortige Ausdruck pb]h "*tV)*) kommt in der That 

8yn. Poeiie S. 90. — «) das. S. 293 ff. — ») dae. S. 295. — <) vgl. 
das. S, 385. 

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- 341 — 

auch in N. 9 und 10 vor; überdies herrscht auch sonst Ver- 
wandtschaft zwischen den Nummern 1 und 9: p^^D tOltt^B ist 
in beiden und in N. 3. 

Samuel halevi b. Abraham genannt Bonfant, viel- 
leicht aus Worms, blühete 1240, von einem altern gleiches 
Namens verschieden. 

1. Sulat ^n^lT ^y a^rht< üb px die Metzeleien in Prank- 
furt im Jahr 1241 beschreibend. 

2. bt<n '^Dyt< WW Gedenk -Gebet mit den beiden Refräns 
yitt^ und Stt^ni, wenn am Fasttage eine Beschneidung 
stattfindet In H. h. 38 wird R. Samuel halevi als 
Verfasser genannt Den Namen geben die Strofen- 
anfönge 1 bis 5, das üebrige die 6. und 7. Strofe'). 

3. -p:i^p3 'imnw Peticha mit gleichem Reim. Im Akro- 
stichon ist jedoch ^iSl nicht ausgedrückt. 

Ohne Grund macht ihn Heidenheim zum Verfasser der 
Ahaba [liOK^] für den Abschnitt «n^l (gedruckt KIW). 

Meir b. Mose in Rom, nachher in Sizilien, stand in 
Verbindung mit Mose Rofe und Jehuda Rofe b. Binjamin, wird 
einigemale in den Werken Zidkia's genannt, verfasste die al- 
fabetische Peticha D%nbt<n "^nbn ^i1«, die stetigen Reim hat 
und onilOD 1^ D'»2nn 7Dm bv O schliesst und in der über 
gewaltthätige Beamte geseufzt wird. Akrost. Hlfi^ p THD 

yoKi pn. 

Ein älterer Meir b. Mose lebte zur Zeit Eliesers b. Na- 
tan in Frankreich; um dieselbe Zeit R. Mose b. Meir in Rom; 
im 13. Jahrhundert Meir b. Mose aus Ferrara und — viel- 
leicht dessen Sohn — Mose b. Meir aus Ferrara*). 

Perigors b. Kalonymos, Nakdan'): noi D'^DIDK 1DS 
U^yon nach der Weise von Ephraim's Selicha ^y^üH ^J« "»iK 
und mit gleichem Strofenreim endigt HDIlt^il ybH D^DH ^yüH. 
Der Name Perigors kommt seit der ersten Hälfte des 11. Sä- 
culums in Frankreich vor. 

C hak im. Selicha -jnniDin IDfcOp iVi<^)y zweizeilig und 
zwiefach alfabetisch, überströmt von Klagen und zeichnet 



*) pn ^Hn nnsi ^wrbz •jSn rvro rra nnw rrn 

Qip— ^3] «> zur Geschichte S. 57 u. f. — ») das. S. 113,— *) 

syn. Poeale S. 277, 279. 

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— 342 — 

ptn ^pT) D'^DH. Chakim hacohen kam 1096 in Worms um*). 
Ein Alexander b. Chakim, wie es scheint ebenfalls aus der 
Rheingegend, wird um das Jahr 1070 genannt*): um 1290 
lebte R. Chakim^) im südlichen Deutschland. In der Hand- 
schrift ist unsere Selicha überschrieben: prXS D^fl HD 

rvy*'^ w)^. Sie endigt: ranw by nnr. 

Zemach. 

1. «ODb ra(tn D«^) für den Rüsttag des Neujahrfestes, 
12 auföDlWD ausgehende Strofen; endigt 1*? Oin ^3 niT«. 

2. "ll^np 13r\ DK Akeda, in einer Zeit der Bedrängniss 
verfasst'), 23 Strofen; endigt HK^D yh^ UTi HOn. 

Diese Nummer wird hie und da R. Henacfaem zugewie- 
sen, vielleicht weil „Menacbem Zemach^^ ein öfter yorkom- 
mender Mannsname ist 

Etwa zwölf nicht näher festzustellende Namen müssen 
hier ihren Platz finden, von denen nur so viel gesichert scheint, 
dass sie Dichtern angehören, die nicht jünger als das 13. Jahr* 
hundert und nicht aus Deutschland sondern aus Spanien^ der 
Provence, Italien oder dem Orient stammen. 

Abbas, Abbasi. Den Namen Abbas (DMSy) fuhren ausser 
dem Verfasser der Akeda pJH "ny^ ViV folgende Dichter: 
2) Mose ibn Abbas, dessen der Diwan von Salomo Bonfed 
gedenkt, 3) Mose Abbas (1578), 4) Mose Jehuda Abbas 
(1660), 5) Jehuda Meir Abbas (Verfasser eines Gebetes nOäP 
TD p^*ni und vielleicht derselbe, dessen Asulai erwähnt) 
(1650 — 1660). Daher gibt diese Namenzeichnnng keine Ge- 
wissheit über die Autorschaft, und noch geringere die Ueber- 
schrift „Abbasi,"' welche zuweilen das Metrum bezeichnet'). 
Abgesehen von jüngeren und dem romanisch -germanischen 
Cyklus fremden Stücken ^) kommen hier folgende Compositio- 
nen in Betracht: 



1) dM. S. 20. — <) Meir Rothenb. Rga. 875. — •) Chajim ]»{,< Rga. 171. 

— *) syn. Poesie S. 278. — «) rOlWD3 OmiTI ^0n ^•^S ny- Vgl. Ritufl S. 180. 
Anna, d, — «) Luzzatto j^^jo S. 37. Vgl. ^OtOV *>«> Piiwker S. 121. 122. 

— ■^) z. B. "Q^y □'»Dim 3X (B^^CDy) (cod. Rossi 382, um A. 1600) Regengebet. 



^ rTTOnn 

W D^ V^V CD^ay) • J«h«^ »l* ist. — q-i «^^ q^ Pinsker a.a.O. 

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"h U>BO "nW (DfrOy) ) ^^^^ ^n einem Ms. aas Jerasalem, das etwa l&> 



— 343 — 

1. yoncö bp 2j; Neila- Gebet in 4 Strofen, endigt 

2. T b« pi nsy im Ritus von Haleb. 

3. rDOi< "h^n by Klage in 5 Strofen, am Fasttage des 
9. Ab beim Ausbeben der Gesetzrolle. Die 3. Strofe 
hebt an ^D3 rODM. Im sefardischen Machsor. 

4. ^HTIT ^noy Tachanun in 9 funfzeiligen metrischen 
Strofen, strofischer Reim m, endigt n*11pD ^TPl. 

5. by nh'h^ unyiy mit Eingang nhrh onxa u\\ für den 

Busse-Sabbat. 

6. nbi Sy biD apjn >» onoiy^. 

7. ly mSin IDiy in 6 Strofen, im Machsor von Tripolis. 

8. DWn nj«^ ny in 6 Strofen, Tachanun, endigt Dm 

9. aram. Purimlied: ITp '^in noiü 12^2 py, endigend: 
*TDH^ «b niWDI D^n WtGTI. In einem provenzal. oder 
catalon. Ms. 

Die Nummern 1, 4, 8 sind Selicha^s im griechischen Ritus, 
N. 1 auch im römischen; N. 2, 4, 7, 8 sind für das Versöh- 
nungsfest; N. 4, 6, 7, Ä haben gleiches Versmaass; mir schei- 
nen N. 2, 4 bis 8 einem und demselben zuzugehoren. Allen 
diesen Stücken ist ein« Künstlichkeit der Bilder eigen; das 
Akrostichon ist DKDy (N. 1, 9; mit pr\ N. 3), "»OWDy (N. 6, 7; 
mit pn N. 4), rVOtoy (N. 5, 8; mit pn N. 2) und hinter 
demselben in N. 4 und 5 noch der Buchstabe y. 

Abun. 

'y)py 23^ Dpr *^^3fi< in 6 Strofen, endigend HDI ^ipi, 
für Schacharit (cod. H. h. 214). 

Zwei Selicha's Abun's enthält das Machsor von Avignon '), 
deren Verfasser vielleicht Abun b. Saul geheissen. Abraham 
b. Isaac (p n^D Dfc<) führt einen Schüler Alfasi's an, den from- 
men R. Abun aus Majorca'), vielleicht denselben, dessen Tod 
Mose b. Esra betrauert und identisch mit dem Verfasser des 
Nischmat-Piut O^VO h^ ly *). 

Ascher. 

•pntC^« nn« ht^ D^rbn Chatanu in 6 Strofen, je zwei 



*) PiBsker S. 123. — ») Ritu« von Avigrnon S. 391, 301, 480. — ») cod. 
Bossi 159. — *) Lozzatto in n"3 ^ S. 31, 86, 86. 



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— 344 — 

durch Ringworte verbunden. Die Strofenanfänge ge- 
ben den Namen achtfaltig. Ton und Ausdruck ver- 
weisen den Verfasser in die germanische Region, aus 
welcher in den Ritus von Tripolis, der diese Selicha 
hat, ähnliche ') eingedrungen sind. Scheint unvollstän- 
dig. Endigt: ^n«ton b^h «in. 

Asriel. 

1. nmon ro ^"TDD IjnK alfabetisches Chatanu mit Ring- 
worten, endigt rODWi H^lp. Der Verfasser ist älter 
als das Jahr 1277. 

2. D^IV p« btn\tn^ Dito ■}« in verschränkten Reimen, en- 
digend nniDD *i33; die Namenzeichnung ist nicht völlig 
deutlich. Der Verfasser ist älter als das Jahr 1304. 
Beide Stücke in französischen Machsor. 

Carcassoneist Verfasser eines in afrikan. Riten üblichen 
für Sabbat- Ausgang der Bussezeit bestimmten Gebetes ^HDTp 
^Diy pn in 7 "»tt^D: endigenden Strofen [4 ab, AB], deren An- 
fänge ^21t^*1p geben. Ein Sühnfest -Pismon des französischen 
Ritus 11KT;3 "IIICT; "hv^ dessen 4 Strofen nur das Akrostichon 
pp y enthalten und 0*^21313 schliessen, heisst in einem alten 
provenzalischen Machsor: Pismon Carcassoni, so dass, wenn 
hierunter der Name des Autors zu verstehen ist, derselbe 
noch anders — etwa Esra — gelautet haben muss. 

Chananja. 

1. in^l&'DD ^DD ^n für Gedalja-Fasten, 5 Strofen, endigend 

n^:irrpi p^p. 

2. nttV DDriN miPl Tachanun in 5 Strofen, der strofische 
Vers schliesst UD^by, das Ganze DD>^N 'H IDT Üt^ 

oyby). 

3. Dip« rh'h T)yar\ Selicha för Gedalja-Fasten. 
(Vielleicht) 4. mSD ÜV2 W^fh lllß^JD '), dessen 4 Strofen 
wmb niKT;2 anheben. Endigt '»ium h)p jnDKI. 

N. 1 und 4 hat der afrikanische, N. 2 der romanische, 
N. 3 der provenzalische [Avignon] Ritus; N. 1 hat 'TDVI&*, 
N. 3 DnifbrO, n^'»nD, ^I^D; N. 2 Bildungen wie ^BTl» ntm^ 
N. 1, 2, 4 haben spanischen Rhythmus. 

*) ^DiN 7«, ^2Db oy nnnfc^«» pNn bj tositc^, nitostn %nbt< 'n-~ 

*) DniÖDH D'P — nmeil rWti — ntran ^n Anfang der Strof«D 2 bi« 4. 

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— 345 — 

Die IntroductioD zu Nischmat l^h ViTTirÖ pTI *) scheint 
einem neuem Dichter anzugehören. 
Chananel. 

^*T2P py hy n^Sn "pon Sühntags -Pismon in 5 Strofen 
die ÜIH schliessen, hat Mittel- und in der ersten 
Strofe verschränkten Reim, endigt DIN p nj6im. 
Chisdai. 

n*unD "»n^nBI VlTin ein Pismon mit psalmartigen Busse- 
betrachtungen, die 4 siebenzeiligen Strofen haben 
Mittelreim. Ende: -pOPl 31D ^:tO. 
Der Dichter ist älter als 1270 und vermuthlich aus Frank- 
reich. Ein Chisdai Nasi wird (in Mss.) als Verfasser des 
Stückes "J^ltt^N im Jozer Thorafest — wovon der vierte Ab- 
schnitt in den Ausgaben fehlt — angegeben ; allein der richtige 
Name ist Chasadja. Schemtob ') gibt im Namen eines er- 
dichteten Chisdai Nasi eine Erklärung der Worte D^tt^ HIDn, 
die aus älteren Schriften bekannt ist'). 

Eljakim, wie es scheint Italien oder Griechenland an- 
gehorig, verfasste: 

1. D'üNi: D^im n^N Tachanun, das ^Ü^SDÜ in dreizeiligen 
Strofen variirend. 

2. üb)V IS^V \-6t< nn« Variation des 51. Psalms. 
Ephraim. 

^nn Iffl t(lpi< eine Eröffnung zum Selicha- Vortrag in 
5 Doppelzeilen mit einerlei Reim, endigend bir\t< Hb\ 
der Name ist zweimal gezeichnet. 
Itiel. 

yyQ nnt^D nben*) Bussgebet in 8 Strofen, endigt 

Todros. 

"h nö "f? tr\pt< für die Bussetage, hat 7 Strofen und 
schliesst i:n*?Dn DK U^rTD ^2pm oder yc^ )T\yw b^p 
ITibsn, gezeichnet pFI '»DI^TTin. Von dem proven- 
zalischen Dichter Todros ist ein Mikamocha für Pesach 

bfcti:i pn "TOI bmt^ bj D'»irpD an -j^d btrw^ nnf i:''^« 
12 norv n23n nit^«. 



«) oyi ^D« ^- ß^- — *) nii'JCMn c- ^4- — ') Hapardes 55 d, Hamanhig 
32 b, vgl, gott. Vortr. S. 69 Anm. b. — <) syn. Poesie S. 289. 

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— 346 — 

Mose b. Joseph in Rom. 

1. rhlü^ '•a^Bil HUOn«! rrow Israels Elend wird in 11 
Strofen geschildert; die dritte Zeile jeder Strofe beginnt 
nnjn, der strofische Vers ^3«1; die beiden auf mpi 
folgenden Worte befolgen das alfabetische Gesetz oder 

das des Namens - Akrostichons (nblW rhrö nnjH, 

>:m'»iiDin nnjn, irs pdd nnjn); endigt rmn ^p3 ^^w 

1^ nraiX (Jona 2, 10). 

2. ^bx ''^niT WX vierzeilige Tochecha, meist mit ver- 
schränkten Reimen, endigt Hin DpH ]iyb W n^D (Num. 
14, 19). 

3. ran« n23l&^ HD^N JX, dem Inhalte von N. 1 ähnliche 
Klage in Strofen, jede ^X anfangend, endigt "^DJ^ *1DD 

'n nns ntr« b^ntr» (Deut. 21, 8). 

4. DIpD ntt^« FjOr Klage in 11 Strofen, die F)DV anheben 
und endigen, mit talmudischen und peitanischen Aus- 
drücken, endigend r|on rhv Ü5 l^^y« '»3JW (Gen. 46, 4). 

5. ^*1)r ^iy ^*1SJD Pismon mit Bussebetrachtungen, 7 zehn- 
zeilige Strofen [4ab, dann aA oder bA] nach spani- 
schem Muster, vielleicht nach Jehuda halevi's ^JP 
nü n"^«n, jedoch kommen Bildungen wie ''13^, ^DpH 
lOj; )2 (ausstreichen), b3pn> vor. Der Refrän ist Ps. 
28, 2 bis 7^«. 

Die Nummern l, 4, 5 haben den vollständigen Namen 
und N. 2 fügt ^n *1^ hinzu. In N. 3 scheint nach pT) tWO 
noch *1^j;n ^DHD angebracht. Die Nummern 1 und 5 haben 
gemeinschaftlich die Ausdrücke: HIDDH, rhMM '»tt^i, rop 
(statt rcon). Die letztere Nummer ist in den Ritus der 
deutschen Frühandachten aufgenommen. 

Mose b. Joseph. 

^nbnim ^npn nn« Bussgebet in den üblichen Phrasen. 
Der Verfasser hat >pa*? und f\iOV). 

Von dem Vorbeter Mose b. Joseph, zubenannt 3nD, der 
im 13. Jahrhundert blühete, sind folgende Compositionen da: 

1. t<yn ]nn m^n üTD nach der Melodie des Hochzeits- 

Piut ]nn pi2n. 

1) vgl. Bjn. Poesie S. 377, 398. 

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— 347 — 

2. Emp&ngs - Gedichte beim Aufrufen der Bräutigams* 
freunde; die Strofenverse bilden die Worte fcan, D*Tp, 

p^, rw:i, nbvy p'^, Dip, tr^. 

3. 18^« m n«0 i ersteree für den Thora-, letzteres für 

4. b^^D pn «1SD I den Genesis-Bräutigam am Thorafeste. 
Ausser dem altern Gesetzlehrer in Narbonne lebte ein 

Rabbiner dieses Namens um 1280 '). 
Mose b. Matatia. 

1. Chanuca-Jozer DOriDl ^'»DIWD Oth rninx, dreifach alfa- 
betisch; im italienischen Ritus* 

2. '»ira: -pWN yb^ 'n ein Gebet in 11 Strofen, die 
sämmtlich 'D anheben und schliessen, endigt TWpD 
'H ^^^lß^- War bereits zu Anfang des 14. Jahr- 
hunderts in der Bussewoche üblich. 

Aus einem alten Ms. des Abot-Commentars wird in den 
Ausgaben — zuerst in mDfe< 3^ ed. 1565 f. 81 a — ein Zusatz 
von Mose b. Matatia mitgetheilt. 
Mose Chasan. 

Orh ^2 ipj« TiTIDN T'^X, endigt 2\r\^ "j^D )yhv üpH 
'TDj;, ist ein Gebet für Verhaftete. Etwa 7 Männer 
dieses Namens sind aus dem 13. Jahrhundert bekannt. 
Mose b. Natan. 

1. Sulat "»i^nN nn üblli) DDriN, vermuthHch fiir den grossen 
Sabbat; schildert in 19 Strofen die Befreiung aus 
Aegypten, gleich den ähnlichen Sulat von Binjamin, 
Tobelem, Meir b. Isaac, Joseph b. Natan, Menachem 
u. A. Die Sprache ist alterthümlich und unbeholfen, 
jede Zeile hat vier Worte, Ende: ns*» nSBin HW bjn. 

2. \trOt< pTJT no eine dreifach alfabetische Tochecha, endigt 

3. "»rDID p^lßD nCTO ^npj« niTDD •) Schilderung bekannter 
Leiden, dass man die Thora verbrannt und die Todes- 
furcht viele zur Taufe gebracht. Akrost. pi *12 tWü 
pn "»m Das Alfabet ist nach der Ordnung nOD p"^«, 
worauf die fünf Finalbuchstaben folgen. 

N. 1 ist im deutschen, N. 2 im römischen, N. 3 im 



I) SaL Aderet Bgs. Th, 4 N. 152. — *) vgl. oben S. 108. 

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- 348 — 

französischen Macheor; die Identität ist nicht nachzuweisen; 
Der Verfasser von N. 1 gehört vielleicht dem 12. Jahr- 
hundert an. 

Isaac b. Abigedor wird in Seliohot ed. Prag 1609 als 
Verfasser des Pismon U])i TOT — welcher spätestens aus dem 
Anfang des 13. Jahrhunderts ist — angegeben, weil in der 
vorletzten Strofe Dfc< und 113 vorkommt Sicher indessen ist 
nur "D pra^, zweifelhaft ^lb, die in einigen Handschriften 
fehlende Schlussstrofe vielleicht nicht die letzte. In franzosi- 
schen Machsor ist in dem Refrän das Wort IDD in DVH um- 
geändert, weil, wie aus Ritus Troyes erhellt, die Selicha für 
Neila bestimmt wurde. 

Ephraim b. Jehuda. 

1. nn« ü^yn^n "»jn« Peticha in 26 Zeilen mit stetigem 
Reim, endigt ^DHI bv D''nitOD1. 

2. "hbyü jnnDI '»liT;DD '•HDI^'N Sundenbekenntniss in 12 
Strofen, deren letzte 6 Zeilen hat und D'^ICOD VWno 
ü^li)^r\) schliesst 

N. 2 die nur ^Ephraim* zeichnet folgt in einem alten 
romischen Machsor unmittelbar aufN. 1. Beide Stücke haben 
den nordfranzösischen Stil. 

Ephraim b. Jakar ist nur durch 2^n^ HB p« bekannt, 
eine Peticha für Musaf des Sühntages, die der Vorbeter 
spricht; sie behandelt in einfachen "Worten den fehlenden 
Dienst des Hohenpriesters und findet sich im Machsor um 
das Jahr 1300. Endigt D'»2in:i DniDD. 

Jehuda hacohen. 

1. "^03 jb iV)t< ') endigend Diy nn^D, scheint von Jehuda 
Maroli (kar. Siddur Th. 3 S. 224) nachgeahmt. 

2. D^BDW "lOn ^t^Dt<, nach dem Vorbilde der „Männer der 
Treue** *), ist alfabetisch und reimlos, endigt )yoV iTOni 
D^niD und hat am Schlüsse auch „Elasar'* gezeichnet 

Männer dieses Namens aus dem 13. Jahrhundert sind 
Jehuda b. Mose, Judlin ■) und andere, die zur Geschichte 
S. 42, 89 *) erwähnt sind. 



1) syn. Poesie S. 311, 316. — *) da« S. 164. — «) Luzzatto in Owr 
nechmad Th. 2 S.U. — <) vgl. Meir Rothenb. Rga. ed. Cremona N. 140 — 



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— 349 — 

Jehuda b. Joseph, vielleicht auch Cohen ^). 

JTDW 3^1 B^ÖJ nwn ein Bussgebet nach zwiefachem pl'WD, 
theilweise in schwerem Stil, zu 5 Worten die Zeile* 

Abraham b. Menachem, dessen für den 10. Tebet be- 
stimmtes rWi<ir\ ]3N im Bau der Nummer 20 von 
Baruch b. Samuel gleicht. 

Salomo b. Menachem, vielleicht dem Osten Europa*s an- 
gehorig, ruft in der nach D"DK, Tl^ gebauten Selicha 
niTD iViWy ythv^ am Rüsttage des Neujahrfestes die 
Fürsprache der 1 3. Middot an *). In der Strofe be- 
ginnt die erste Zeile DN, die zweite rüD3 niö ^D W, 
der Strofenvers Hob. Die letzte Zeile des Einganges 
(DtO^D u. s. w.) ist der Schluss der Nummer 4 von 
Elia b. Schemaja. Diese Selicha war schon vor mehr 
als 500 Jahren am Sühnfeste üblich. 
Salomo b. Mordechai, möglicherweise der gleichnamige 
aus Köln dessen Sohn Mordechai hiess '); der Name Morde- 
chai b. Salomo findet sich auch im Biccur Isaac's b. Isaac 
gezeichnet (oben S. 332). 

ub«U nn« li^'D« 'n [nnw] ein Bussgebet in Bedräng- 
nissen ^), vermuthlich für einen ausserordentlichen Fast- 
tag *), das D>Dm «DD ^ >"DN endigt. 
Salomo b. Joseph. 

1 . Jozer KtC^J >t6D njP3« fär Parim, endigt irtra ni«Bn ip'n . 
Die Zeile hat drei Worte, das Ganze 24 Strofen. Die 
ersten und dritten Zeilen sind alfabetisch, die zweiten 
geben den Namen, die vierten die Verse Esther 
8, 15, 16. 

2. "»ifc^ip rr\pv:i njP2« den Märtyrern cn'»3t<2 gewidmet, 
gegen die das Ungewitter am Freitag im Monat Tam- 
mus losbrach. Rabbi Gerschom, Jacob, Chajini, 
Simson, Abraham, Asriel, Ephraim, Isaac, Joseph, 
Jehuda und die Frauen: Hanna (Gerschom's Frau), 



*) «5 nynn npfei- — •) Vn. Poesie S. 147, Ritus S. 145. — »)Si»l. 
l,nria Uga. N. 29. - <) y^^ d>3>)x T2iS) XD DH^D; Tm DJD -pDtnp; 

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— 350 — 

Esther, Mirjam, Flora, Rosa werden namentlich auf- 
geführt. Die 29 Strofen enthaltende Selicba endigt 

3. P)UDp l'O^ yn^ Chatanu, vierfach aUabetisdi, die Strofen- 
verse sind wie in Reschnt ^&1^D^< ') gebauet Endigt 

m-i*?« 'n ruyn. 

4. mnnt^ ^Dlßf rv^ nntW Tachanun vor X}''rD, die Zeile 
zu vier Worten, die alle mit demselben Buchstaben 
anheben, so dass sowohl in der ersten Strofe der Name, 
als in den folgenden das Alfabet vier&ch ist. 

5. D'ÜDW Ü^2U/ 7DW nn««^ bis zu Ende des Alfabets 
ganz wie die vorhergehende Nummer gebauet, endigt 

6. '»onn HD '»3 ^Wt^ (Eingang), worauf D'^Ä' tSnOK^ D^JDlß^ 
Tochecha, vierzeilig [aabbj. 

In N. 1 und 6 ist das Akrostichon dasselbe TSTVI p nh^ 
yüt^ pm P|DY» '»an, nur dass N. 1 noch T^ nch\t; hinzufügt 
Von N. 5 wird der Verfasser in der Ueberschrift genannt 
pblMD d. i. aus Avalen, und ihm gehört auch N. 4, obschon 
diese nur „Salomo^^ gezeichnet ist Die auf eine Art ge- 
zeichneten Nummern 2 und 3 (Sal. b. Jos. pFI) gehören wahr- 
scheinlich keinem andern Ver&sser, auch ist der gleiche An- 
fang der Nummern 1 und 2 zu beachten. Unsicherer ist, ob 
die Verfolgung von N. 2 die Hirtenverfolgung oder die ein 
Jahrhundert ältere in Frankreich, und ob Wy^yt< Anjou ist. 
Mose b. Jacob b. Isaac. 

^:ij6 ü^rht^ rho Chatanu in 26 Strofen, zehn Märtyrern 
die den Feuertod erlitten gewidmet Die Namen sind: 
Elieser, Joseph, Salomo, Meir, Jehuda, Jacob » Bin- 
jamin, Menachem, Obadia; der 10. Name fehlt En- 
digt i:^ rhu BNlon. Das Akrostichon bildet die Worte 
D-D pra^ n-3 2pr THD TWü bt< HKI nnhü und scheint 
die zweite Hälfle des 13. Jahrhunderts anzudeuten. 
Dieses Stück befindet sich in einem burgundischen 
Machsor vom Jahr 1304. 
Mose b. Jacob. 

D^)l ^TSOün Ul^DM ist dem Märtyrer Abraham, einem 

1) obea S. 85. 

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— 351 — 

Proselyten der im Dezember 1264 in Augsburg ver- 
brannt worden, geweihet, 17 Strofen; endigt 13"V ^"D&<. 
Levi b. Jehonatan. 

1. IDDNi TOn "^^ alfabetisch und zweizeilig, endigt ipy ^D 

2. nmD: mmpn yr\H *), die Zeile zu fünf Worten, endigt 
D3ip3 TD (in H. h. 15: DJ>12^rh "jb). 

Beide Nummern haben den vollständigen Namen, N. 1 
n3 und pn, N. 2 p. 

Elia b. Schullam oder Samuel'). 

D^obiy ITS piN fcOK Bussgebet, die Zeile zu vier Worten, 
endigt D'»Dm «DD bv. 

Joseph b. Chanan, genannt Ezovi, in Perpignan, ist viel- 
leicht') der Verfasser der ^V gezeichneten Selioha 
'n -pnon W n"»«, deren Refran D^yD byD ID^ nDD 1D'»m2« 
und deren Schluss my HN njTin nnpD V23 ^IDID DipD 
n^Wn mpm nimi lautet. Die kunstlose fliessende 
Sprache Ezovi's herrscht in dieser Klage. 

Jechiel b. Jekutiel, Schreiber in Rom. 

1. ü>r\H) )JipK1 nriK rs^ "nra Klage in 8 Strofen zu 6 
Zeilen, über den Brand am 17. Elul 1268 in der Sy- 
nagoge trastevere in Rom % Der eigentliche Anfang 
ist K\iir\ Hyhn \1^; jede Strofe schliesst D%"6n, wozu 
der Refrän U^rh^n ]n« Plp^H b« 'n« 'DI 1DD passt. 
Ende: ü>rbHn n>3 b^ DTIDt^ telV 

2. n>%1 nn« 2pjr schildert die elende Lage des israeliti- 
schen Volkes in 14 Strofen die 2p)r anheben und 
endigen; die zweite Hälfle der Strofe beginnt DDyi, 
ähnlich der Selicha Joseph Kalai*8 N. 11. Ende: 

spjn roy n« 'n bio noNi. 

3. rrnnn Pimn htmn behandelt in U Strofen denselben 
Stoff in noch trüberer Schilderung; die Strofen heben 



1) syn. Poesie S. 276, wo der Verfasser Jehonatan genannt ist (bereits 
durch mich berichtigt im onomast. S. 80). — «) D^21)0fc< JTII pTSHI "ItDB^ 

*) Dy6 D^w - n« - pri - aro- - *J ßj^'^» s. 123. 



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— 352 — 

'ptntPan und endigen rmrp. Ende: 'pwntt^ THi «]1DKW 

rn\rr mstiDJi. 

In allen drei Nutntuern ist nur ptn hn^TV gezeichnet Von 
N. 1 gibt eine Handschrift den vollständigen Namen 
des Verfassers nebst der Veranlassung an; bei N. 3 
nennt eine andere Handschrift: R. Jechiel der Schreiber 
aus Rom. 
Binjaniin b. Abraham in Rom aus der Familie degli 
Mansi oder Piatelli (D^lDyno), zubenannt NDn, auch X'»33. 
Stammtafel ^). 
Abraham 

Jechiel 



Abraham harofe Binjamin 



Jechiel Binjamin Zidkia Mose Jehuda Zidkia 



Salomo *) ' Jechiel 



thi 



Jekutiel 

I 
Jechiel ") 



A. 1297. Abraham 

Menachem Zemach. 

Binjamin, gleich seinem Bruder Zidkia ein thätiger Autor, 
verfasste: 1) ein Buch benannt nn^*», 2) einen Siddur, der 
wahrscheinlich seinen Commentar zu den Gebeten, der Pesach- 
Hagada und die Regeln des Schlachtens enthielt; 3) Kalender- 
Regeln nebst den 14 Pforten mit Tabellen und Memorialversen, 
vielleicht schon A. 1269; 4)das moralische Gedicht U^nn yy "Hj^y 
wo er Verfasser von 5) TV n^*^p genannt wird. Auch redigirte 
er das Buch D^MI^ des R. Elieser aus Metz. 

Habdala's: 

1. robüD) ÜV ^3 *TI33 mit Strofenreim, 14 Strofen, endigt 

2. nyht^ DV ^t<2{1D3 mit Strofenreim, 15 Strofen, endigt 

3. ma^ uh\tm\ alfabetisch, mit dem Anfang p«tt^ Stk, 
endigt nht< H^w rnnD2. 



») vgl. Steinschneider catal. Bodl. p. 2767 ff. — «) cod. Foa 42. — 3) 
Dieser oder sein gleichnamiger Vetter ist vermuthlich Ordner des ^^n* ^^ 
gab auch noch Jechiel b. Binjamin (n''l(< "^* § ^^ <^- ^^)' 



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— 353 — 

Selicha's: 

4. D^« HD« dns riDN über die weggenommenen Talmude, 
der strofische Vers schliesst miH; hat Mittelreim und 
7 sechszeilige Strofen, die Zeile ist zwölfsilbjg. Refrän: 

mwDD noDH ^« önoai roira ^«. Endigt m^ -u ^2 

mim. 

5. mwb HDIiN ^ ^« Gebet gegen Angeber und deren 
Beschützer in 12 Strofen, der strofische Vers schiiesst 
Ig^Bi; endigt l^i D^KTdS. Die je zweiten Zeilen geben 
den Namen. 

6. 'rh ^n«en ^^3^ rüD« eine Vidui mit durchgehendem 
Reim, endigt 'H JW!) ÜTT. ^K. Nur im Reime der 
ersten und der letzten Zeile erscheint der Gottes- 
name. 

7. njTTD IJDi B^DK vierzeilige Tochecha in 52 Strofen, 
der strofische Vers endigt ÜIH. Endigt D%"lb« ''DTD 

8. yhyrY\ bt< ^inpO^ in 5 achtzeiligen Strofen, die bis auf 
die letzte 21D endigen; endigt D^pm nran niT«. 

Refrän: anj njrb rom r^x mj? warn (vgl. Gen. 8, ii). 

9. "»feripD ^^ nn*12{D') in einer Gefahr drohenden Zeit, 
gegen den Götzendienst Die 14 Strofen verse reimen; 
Refrän: VJÖ HDlpi u. s. w. (Ps, 95, 2), endigt U^lCiWry^) 
rninm. Der Name wie in N. 5 und ausserdem in 
der ersten und den beiden letzten Strofen. 

10. "f? "iny« 1p3 Akeda in 12 Strofen, die np3 anheben 
und schliessen; der Name wie in N. 5. Endigt VOt^D 

np2 "»bip. 

11. rwnn «b ^y ra, 6 Strofen, die erste ausgenommen 
jede achtzeilig [3 ab, bA]. An die Erzväter wird er- 
innert, die Typen der drei täglichen Gebetszeiten. 
Ausser der dritten (npi) endigen alle Strofen npiij. 

12. "»nnw nn2 nDl, endigt crh übioa, I beide gleich- 

13. 2K jn*»« nn2 IIDI, endigt ipV jr\^ n«; i gebaueten 
Stücke, 6 Strofen stark, haben im Strofenschluss Dltß^ 
oder 2Wr\. In jeder Strofe beginnt die erste Zeile 



1) syn. Poesie S. 813 N. 1. - ») das. S. 315 N. 3 
Zaoi Lit«r»turg6»ch. der lyn. Poesie. 



23 

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— 354 — 

niDI, die zweite Zeile in N. J2 ntn\. in N. 13 ntt'K; 
die dritt« in N. 12 lipDI, in N, 13 nnjn. Akro- 
stichisch geben in den Strofen 1 bis 5 die ersten 
2ieilen p^iD, die zweiten ^31^2, die dritten DrTOK; die 
sechste Strofe zeichnet pFI. 

14. rp)p '»D "^ysh rh^n in 6 Strofen, Refrän Ps. 24, 9 (bis 
üb)V), endifft übi^ ijn nniTD. 

15. '»2^ n^Tp nVm« über Confiszirung und Zerreissen der 
Thora in 14 Strofen, im stroflschen Verse HDlp oder 
Dip, an die Verheissungen in Midr. Ps. 3 und 17 an- 
schliessend; endigt mit Ps. 102, 14. 

16. ^n*^ ^D ^b 7V)^ als Leichensteine zerbrochen und Grab- 
stätten entweihet worden, endigt *Pt<nir»3 ü^rh^ HTIN '»D. 

1 7. nmn )py^ nhtnt< wegen Glaubensverfolgungen, enthält 
12 Strofen; endigt OHM^« W rr»«. 

18. mn3 tt-Dt^ Dnü3 j ^^^ Strofenvers schliesst ^B^; 

19. NQ^ B^B' D^DD fr ^'If, ^^' ^^-^'^ ^*'^^''^° 

' [5 ab, bAj. 

20. '»jnt'B H^dSi DT»D mit Refrän t^T6 niiß^jn ''jrai^n i&nnD. 

21. w mDD Dra endigt iTiDn mw nmi. 

22. nJI^ "»W praty DV2 die [Strofe hat zehn Halbzeilen 
[3 ab, cc, cA] jede viersilbig, Refrän: 'b)p yoe^H npD n 

23. Onp\"l p'»2{ '•iD *) endigt 122p3 O^D '»«ll. 

24. ipnn D1^ m^JD mit sechssilbigen Halbzeilen, endigt 

25. m^'»5 DT» niWD endigt 21j;m np^H ntOD HIFI 21p. 

26. nn'^TS IIN ip2 5 Strofen zu 12 Halbzeilen, endigend 

27. ntalN IC't« ''2ip2, Refrän: IHD 'H^ mp nslT pTOtC^, Ende: 

28. p^y \nbN inD, der Strofenvers endigt n% das Ganze 

mn ^^2tt^n inn^ niicTD. 

29. jna: ^NnKn ßr.j< alfabetisch in 9 Strofen, am Schlüsse 
ist der Name gezeichnet. Endigt ÜDy^h 'H*? Dxh^ff. 

30. 12^2 ^1W ^'f^^ alfabetischer Pismon in 6 neunzeiligen 
Strofen, mit reimenden Strofenversen, ähnlich denen 



t) 8711. Poeaie 8. 315 N. 2. 

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— 356 — 

von Isaac aus Narbonne in Inhalt und Bau, endigt 
niron p yr\ob '»:«'»2n^. Ist nicht sicher. 

31. nrrh)^^ 'n ^2 endigt nnv p bv, Refrän ist Ps. 130, 4. 

32. 1>^^nC2 ^ÜV '•32, die Strofenverse endigen np3, endigt 

33. D'^Nnpö irwn raii^ in 6 Strofen, endigt D%n'?N )b nt^« 

D^3np. 

34. (wahrscheinlich) I^KI «b W^HinW in 9 Strofen, im strofi- 
schen Verse nw, schliesst mit Ps. 86, 17 (rwy bis 
^iPDrDl). Wegen der Kleiderzeichen -Dekrete*), ver- 
muthlich derer des Jahres 1269. 

Keroba: 

35. Achtzehn-Keroba für Esther-Fasten, anfangend H^IDW 
mS"ipD3 mn P^DK rvcn^) D^•^^ in alterthümlicher 
Form. 

Den vollständigen Namen zeichnen die Nummern 1 bis 7, 
9, 10, 12, 13, 35 und zwar N. 4 hinter des Vaters Namen 
npn, N. 35 NSnn, N. 6 «>3: n^nn, N. 7 «^3:*), ferner n'V^f 
hinter „Binjamin''; p^^D die Nummern 8, 11, 14 bis 21, 23, 
25 bis 34; ]^ü^^ nur N. 22, 24, 35. In einem Machsor ms. ') 
werden N. 8, 11, 14 unserm Autor beigelegt; eine andere 
Handschrift bemerkt zu N. 29, dass sie dem Verfasser der 
vorhergehenden — Binjaminischen — Stücke gehöre. Die 
Nummern 8 und 14 haben It^Din IDD ^IISD, die N. 14 und 18 
K^n '»«ton: beide Ausdrücke sind Mose b. Esra's m U^rht< 
entlehnt. Den Ausdruck ]1«DSJ nnn mvbü "hh^D der N. 8 — 
ähnlich Isaac's Selicha tor^B yv — findet man halb in N. 29, 
halb in N. 28 wieder. Man vergleiche ferner «OT ^nn^^D ^D 
(N. 23) mit ND2 nn^^D pni (N. 24); hm KüH m^DI (N. 19), 

hm Ncon n^o (N. 22), bxi: nn^^D^ (N. 29), b«u i«t:ni (N.23); 

T^iJ [py] Nton nDD in N. 23 und 25; das Werfen der Sünde 
in die Meerestiefen in acht Nummern (D^D^ 3^D N. 23, 3^3 

ühy^2 DW N. 33, b))^2 N. 8, p^ biliD N. 24, -|^12i N. 25, 



nt31«1 by pmn pö^^Om ninii<n by Machsor ms. — ») Der Ver- 
fasser voB N. 12 heisst in cod. Foa 42: ^^33 pD^^» *"<5*^ ^^^*^ daselbst 
fc<^33 HS)TV1 DTTDN genannt; vgl. mein zur Gesch. S. 369 Anm. n. Jekutiel 
b. Natan ^^ kommt vor in de Rossi catal. p 157 aus cod. 1371, Elieser 
«^ bei David b. Simrs Ega. y"f^ 68 b. — ») Mittheilung von Luzzatto. 

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— 356 — 

rh)^ Tinbi N. 22, d*» m^i»Da und ^^ -pn N. 19, d>d> .... niV^oa 

N. 29), viermal rm in N. 23, 28, 32, yy in N. 10 und 32, 
bxnnb N. 19 und bnchc N. 22, ^TDJ» nebst ^VO in N. 31 
und 33; die Berufung auf die Eönigsgebeine ans Arnos (2, 1) 
in N. 15 und 16, die ganz ähnliche Stelle rnm^O noton DP 
u. 8. w. in N. 20 und 22. Ueberhaupt sind die meisten Se- 
licha's in einerlei Ton und von gleichem Bau, gewohnlich 5 
oder 6 zehn- oder zwölfzeilige Strofen stark, mit verschränkten 
Reimen, Refrän und Strofenreim, grosstentheils für den Sühn- 
tag, namentlich sind N. 27, 28 für den Vorabend, 20 bis 26, 
29, 33 für Schacharit, N. 11 für Musaf, 6, 8, 31, 32 für 
Mincha, 14, 18, 19 für Neila. 
Biniamin. 

1. "»w ''^»ij; '»NnpD endigt r^^ itt'x ntrjjon. 

2. "h ^HD'^I« ^HDirn *?«, der strofische Vers schliesst TDH. 

3. pn ID«! D^D%n DI«, mit Strofenversen die HD« 
endigen. 

4. tnyoiy \n^fc< ^fpip n«, der Strofen vers endigt npiü. 

5. '»WD Dip %nw in 6 achtzeiligen Strofen, endigt fHOn 
'»:WDV Refrän •'iTj6 HH^DI 'H -jDZ^ |J;d^. 

N. 1, 5 zeichnen ^'»iD, 2, 3, 4 pn )D^:D ^DN, N. 3 hat 
noch 1i>]K dem Namen hinzugefugt. Sämmtliche Nummern 
befinden sich in einem rom. Machsor. Ausser dem vorge- 
nannten Binjamin b. Abraham lebten ziemlich gleichzeitig in 
Italien: 2) Binj. b. Mose»), 3) Binj. b. Jehuda '), 4) Binj. b. 
Salomo, 5) Binj. b. Joab, 6) Binj. b. Isaac harofe, 7) Binj. 
b. Jechiel'); der beiden letzten erwähnt auch Kalonymos in 
dem Purim-Tractat. 

Abraham b. Joab, in einigen Handschriften*) R. Abra- 
ham der Alte genannt. 

n^Dra Om «2« in 8 Strofen, ein Gebet für ausser- 
ordentliche Fasttage, ursprünglich für die Bussezeit. 

Der Verfasser ist vermuthlich Abraham der Schreiber, 
der Vater der Phila, die 1288 in Rom lebte *). 

>) Zidkia n"lN ms. § 11. — «) meine Analekten N. 6 S. 193. Zwei 
andere kommen in codd. Rosai 166 und 581 vor. — ») Analekten N. 6 S. 47 
64, N. 6 S. 198, 192. — <) Pari« Sorb. 98. Saraval 60. Roesi 881 —1 sj 
meine Analekten N. 5 (Joab) S. 47. Benjamin de Tndela Vol. 2 p. 19. cod 
Saraval 27. 

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— 357 — 

Zidkia b. Binjamin, der Vetter von Binjamin b. Abra- 
ham, der wie n^y\HT\ HBT^S § 95 berichtet einst mit R. Abi- 
gedor hacohen zusammen in Pesaro gewesen. Selicha's von 
ihm sollen in cod. Foa 42 enthalten sein. 

Mose b. Abraham. 

1. vMD ^1^ D7iy niax über weggenommene und zer- 
rissene Gesetzrollen; für den desshalb eingesetzten 
Fasttag verfasst, endigt jntP bxD p«. 

2. rh^h) cor "»nyon Tin« in U Strofen, Klagen und Ver- 
wünschungen über einen Bösewicht, der Dekrete gegen 
das Talmudstudium *) herbeigeführt; endigt Tl HTOI 
0^:^ ^D byü njnoi D%nb« (Jes. 25, 8). Binjamin's den- 
selben Gegenstand behandelnde Selicha N. 17 (D^^iTIN) 
steht in einer alten Handschrift zwischen den beiden 
von Mose, der vermuthlich dessen bei Zidkia') ge- 
nannter Bruder ist. 

In beiden Nummern hat die Zeile sechs Worte und die 
Anfange der zweiten Zeilen geben den Namen. 

Ephraim b. Natan, der Zeitgenosse Meir Rothen- 
burg's ') , schrieb für Mincha des Sühntages die Selicha 
THN 'y2X^ mH nn^<, deren Strofenverse üh^ schliessen; die 
Strofenanfange geben ein aus 14 Worten bestehendes Akro- 
stichon *). Sein College Isaac b. Jehuda halevi ist vielleicht 
der Verfasser des Commentars t<n ropS. 

Gerschom b, Natan b. Gerschom*) zeichnet in der 
dreizeiligen Selicha rD)i nj?3 ^3^< seinen Namen zu Anfang der 
zweiten Zeilen und der Strofenverse, schildert Verfolgungen 
wegen des Glaubens. Endigt D''^^0 ir»ttnn. 

Meir b. Baruch b. Meir oder Meir aus Rothen- 
^^rg'), aus Worms gebürtig und dort beerdigt, seit dem 
Sommer 1286 als Geisel wegen jüdischer Auswanderer in 
Haft gehalten, zuerst auf dem Schlosse in Wasserburg, dann 
in Ensisheim, wo er den 27. April 1293') gestorben, ist die 
grosste Celebritat unter den deutschen Rabbinen aus der 



») syn Poesie S. 32. — «) n"lfc< nis. § 4S. — ») Mordechai ChuUin c. 7 
§ 1096. Rga. Th. 3 N. 108. — <) vgl. syn. Poesie 371 unten. Mittheilung 
Michaers vom 25. März 1838. — *)D»na "O^ 2^1 p- — *) ^7^' ^^^^^ 
S. 310. Ritus S. 22, 23, 29, 199, 213. — ^^ zur Gesch. S. 40, 92, 161. 



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— 358 — 

zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts; ihm wurden die Ehren- 
benennungen „Licht", „grosses Licht'*') verliehen, die man 
sonst nur Gerschom *), Raschi ') und ähnlichen Autoritäten*) 
beilegte. Ausser den seine Verhaftung begleitenden Einzeln- 
heiten ist aus seinem frühern Leben wenig zu unserer Kunde 
gelangt. Er war in seiner Jugend in Wiirzburg, später in 
Frankreich, lernte dort bei Samuel aus Falaise, war zeitweise 
in Constanz, Nürnberg, Augsburg*), Mainz; er hatte noch bei 
seines Vaters Lebzeiten eine Tochter verheirathet •) ; innerhalb 
des Trauermonats über des Vaters Ableben ward ihm ein 
Sohn geboren'); eine Enkelin Rahel starb im ersten Jahre"). 
Ausser seinem Vater, der wie es scheint A. 1281 Nisan ge- 
storben'), werden noch genannt seines Vaters Bruder Joseph**) 
und sein eigener Bruder Abraham "), der Verfasser des Buches 
^^^D. Als mit ihm verwandt 031*1p) bezeichnet R. Meir fol- 
gende Männer: 

Abraham (Rga. 983), Baruch (Adderet Rga. 839), 
Elieser (Rga. 1008), Jakar halevi (ed. Cremona 76, 
125, 160), Jehuda hacohen (ed. 3 N. 179, 213), Me- 
nachem b. Natronai aus Würzburg (ed. Cremona 18, 
ed. 3 N. 108, 343), Samuel b. Baruch (ed. Crem. 8, 
205. Maimoniot D'^CDIWD Rga. 7), Samuel in Eisenach 
(ed. Crem. 14). 

Ausser Tosafot schrieb er auch Commentarien zu der 
ersten und sechsten Mischna-Ürdnung **); am wichtigsten sind 
seine Rechtsbescheide, die nach allen Ländern abgingen und 



")mXD H. h. 59, ^ron TIXD Maimoniot Rga. dqi N. 25. - •)D^öip^ 
ms. aus Macbsor Vitry (Hnttenf.) und Iliskia in ^^'^ HIdSi ™*'' blTVl TKOH 

piru «Ä-i rb\} 'h)2b ipno- n^mv) mtw § 291 /nBnDtn&^ "»b ^» nw 
ymn ii«Dn n«. Derselbe in t"«, nu^Tw 378: ^TOnniNDH ^iD") rr\rxh 

— ») Becbai Commentar Vorr., cod. München 5 bei Geiger in n"D ^ S- ^2. 
Jucbasin 130b. — *) Maimonides (Q^iy 7|q^ 4, 18), Abr. b. David (C2ir 
rrr\n^ 76a), Hai (cod. Vat.) u. A. — s) H. h. 184 -pnim«D, ^a^r in yy^^ 
ed. § 207: {«<j7nDtß^fc<D. eine andere Handschrift liest jT^BirnD (Wiener Gesch 
der Juden in Speier S. 170). — «) Rga. ed. 3 N. 229. — "^ Opp. 1284 Q 

§ 158: r\b'h2 ym V'i rs« br 6 "pn nns b]D mn ain mc, - *) 

Maimoniot Rga. niK^N N. 26. — ») Rga. 500 in ed. 3, wo er ^''^n «»eb- 
net, würde demnach in dieses Jahr feilen. — lO) mTOjy § 105, Maimoniot 
tex C.5. — ") Ritus S. 199. — «) Rga, ed. 3 N. 151; cod. Michael 837. 

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durch seine Zuhörer yerbreitet wurden. Diese legten bald 
nach seinem Tode grosse Sammelwerke an, wozu auch die 
Handschriften gehören, aus welchen die erste und die dritte 
Ausgabe seiner Rechtsgutachten geflossen. In solchen wurden 
neben den Schriften und mündlichen Belehrungen Meir's aus 
älteren Sammlungen Auszüge gemacht; daher findet man in 
den genannten Ausgaben Stücke aus den Werken ^*)1j;n *I3^(. 
nOX^D«, ntß^n, ob^y mo, jmi 11«, p'tn, pm 'D, die Ver- 
ordnungen aus Frankreich und Deutschland, CoUectanea von 
Sir Leon^ B. Jomtob, Bescheide von Gerschom, Kaschi, Je- 
huda hacohen, älteren französischen und deutschen Rabbinen, 
Tosafot - Excerpte und Gutachten der Zuhörer R. Meir'g. 
Eine sachlich oder chronologisch geordnete Ausgabe von 
Meir^s Bescheiden ist daher noch ein Desideratum. Unter 
den 1708 Nummern') der drei Ausgaben sind ihm angehörige 
1287, die zum Theil doppelt und dreifach da sind, und zu 
welchen noch hinzuzufügen die vollständig oder abgekürzt in 
Semäk'), Taschbez, Mairooniot, Mordechai, Ascheri, den 
Turim und in den Bescheiden von Salomo Aderet (49 Num- 
mern im ersten Theile) befindlichen, so wie die in zahlreichen 
Mss. ') vorhandenen, tbeilweise noch unbekannten, Gutachten. 
Die grosse Verehrung, die dieser Mann schon bei Leb- 
zeiten genossen, noch erhöhet durch seine letzten Schicksale, 
hat einzelnen seiner synagogalen Stücke eine bleibende Statte 
im Gottesdienste bereitet, was namentlich für Sühnfest und 
neunten Ab mit jüngeren Compositionen kaum sonst noch in 
Deutschland stattgefunden. 

1. nnin ^BIND nniN Jozer zur nposn des 16. Adar, mit 
zwei Kadosch-Strofen, dreifach alfabetisch, die Strofen 
'2 bis y halachischen Inhalts über die Tempelsteuer. 

2. mn ^DPD nn ^^SIN, alfabetischer Ofan am Hochzeit- 
Sabbat in 14 Strofen, die Ausgänge '^^Nl sind Bibel- 
verse; endigt ^NH 7D PN. 



«) Note 34. — «) f. 66a. — ») H. h. 235; 4 codd. Rossi, nämlich 214 
(fast alle in den Maimoniot), 425 (mit 3^9 Nammern), 651 (s. Note 34) and 
1282 (vom J. 1391 mit 438 Nummern); cod. Lips. ijiQ 'D» ^^- F^o^nt. 21 
in Biscioni catal. p. 81 ; Opp. 764 F. in welchem die ersten 86 Nnmmern 
fehlen und viele andere von fremden Verfassern sind. 

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— 360 — 

3. 'fyc m^:n< für den 9. Ab, endigt p« oyn Sd "TÖKI. 

Von den Leiden der Gemeinde einer deutschen Stadt 
nnd dem Märtyrerthum eines Joseph, der mit seiner 
Frau getodtet wurde, ist die Rede. 

4. vynh nöDD p« Ofan für den Sabbat des Mose-Liedes, 
alfabetisch in 12 Strofen, in dem strofischen Verse ist 
n^DID; die Darstellung folgt meist den Hechalot. 

5. tr« rnilt^ nyrht< Keduscha für Musaf am Hochzeit- 
Sabbat 

6. 701^6 '»npItS^n "pbx Jozer für den Sabbat vor dem 
Hüttenfeste mit 8 Kadosch -Strofen, jede "VHO ge- 
zeichnet. Dankgebet für die Sündenvergebung und 
Demuth vor Gottes Grösse. 

7. D^pl ]^'Dy\ y^ PiDN Sulat, vermuthlich für den Sabbat 
von N. 4. In dem strofischen Verse kommt D^ (Meer) 
vor. Endigt )2 Itfi^N ^D1 rrWH yh)P. 

8. '»pn 'n "lomx Jozer für Sabbat der Parascha PKD, 
nach dem Zuschnitt des Jozer Nachrau (N. 4) von 
Meir b. Isaac, endigt K^TTp IDtt^ 1D1D )b ITin. 

9 ni:isn ]U<D mnin Klage am 9. Ab, 9 Strofen von 9 
bis 12 Zeilen, die vorletzte Zeile jeder Strofe reimt 
mit dem strofischen Verse der 'H schliesst Endigt 

'n im noNH yv- 

10. D'»*)DJ?D ^^ly^nn Meora in 4 zehnzeiligen Strofen; die 
ersten 6 Zeilen jeder Strofe haben die verschränkten 
Beime D^7 und TV^ die letzten 4 nur tV, die Zeile hat 
meistentheils zwei Worte. 

11. M2)hw onD'» yor\CÜ "»n für D^B^H rwy^ zu Neila, nach 
dem Bau von Josi^a's ^TO^ PHD^, die strofischen Verse 
endigen üh^, Refrän ist DI^B^D IDj; H« "p2'» 'H (Ps. 
29 Ende). 

12. ^iO ^mi2 "»D Beschneidungs-Gesang. 

13. HDD^ «b ^nbnin ipc Ahaba in 4 Strofen, der strofische 
Vers endigt HDTW. 

14. 'f?'»D'» HD I-Jß^ tOVö Ahaba in 5 Strofen, der strofische 
Vers endigt 'H, ähnlich gebauet wie N. 10. Endigt 

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— 361 — 

15. yion ^ D^ Thyo Geula, die Strofen gebauet wie: 

yr 13313 'H tnpo ^»b ^rv^D ''^hüb 3iiy ^w tdto. 

16. iwa nsrw "»^«r Klage über die öffentliche Verbren- 
nung der Gesetzrollen in Paris im Jahre 1254, hat 
den strofischen Reim der Zioniden. In der Schluss- 
zeile ist in "f? '1W der Name *l^fcCÖ angedeutet. 

Selicha's: 

17. n'^KD 7» 1^ mit den Refrans 2W und 3B^ni, för 
den Tag vor dem Neujahrfeste, auch zur Beschnei- 
dungsfeier, endigt yTT DJTIi 23H. 

18. nrw TOm pViV) für Sühnfest, endigend JüTn p«"» 

19. nbsn nr» anym der N. 17 ähnlich gebauet ist fiir 
Neila, endigt ^niHi jb^yt^ 11N. 

Sämmtliche Selicha's haben durchgehende biblische Akro- 
sticha') und den auch anderweitig vorkommenden stetigen 
Reim 7^'). N. 8 ist während der Haft in Wasserburg ge- 
schrieben^); die Abhängigkeit von den Dichtungen Jehuda 
halevi's zeigen am deutlichsten die Nummern 13, 15, 16. Den 
vollständigen Namen haben nur N. 2. 3, 7; die N. 19 zeich- 
net pNI px TVTV "p3J? l^t<0; einige sind gar nicht, andere 
'VHO. )lOpn '^Hü, n'^ND Tysn (9) gezeichnet. Für alle Stücke 
indessen zeugen Ueberschriften alter Mss. zum Theile solcher 
[codd. Michael 533, 534], die bei des Verfassers Leben ge- 
schrieben sind, und zwar für N. 1 Mich. 534, H. b. 239, 
Orat. 37*); N. 4 Mich. 535, H.h, 12, H. h. 239, Opp. 1477 Q.; 
N. 6 Mich. 533; N. 6 Mich. 534 •), Orat. 37 und H. h. 182 a'); 



t) syn. Poesie 312. - «) das. 111, 310. - ») Vgl. niDlt^N W H^» 
]TS2 D^n« ^N, lA fN y<y R*hit «TTij^ ^, zwei AbBchnitte in Silluk 
Sehacbarit, den ersten Abschnitt des Neujahrs - Sillnk Simeon's und des für 
Mnsaf röm. ; npj^ H^IDK bt< Musaf ms., beide D'^^DH (röm.) und die Se- 

licha's t<QK j^ u^rhH^ bra b^ttr2 crn*?«, yion did *»:« '»«^ 

(grossentheils) 75«ril2^ THK^X- — *) ä. h. 89 [vgl. pr^^tJfn Maimoniot nDB' 
c. 6, verdorben ist ^COW^ ^^ ^<>^ ^® Trani (Wiener: Jaden in Speier 

s. 173)]: KtWD-uD TTo '1 D'vt p pnmionD •t'wd n Tn la^ -wn r\r\ 
at^ "TTDK i^t^D 'WH piD«n n''33 inmcTO niw wnv »»«'» p«»t: 
WD ma» nriDiDDi prm baoo '»ddk^- - *) tkd 'i 3Ti ^rvo -no'« 
rmp^T!« TTO ^ 3"n p- — ^ rw n^«D Yn lu^ ^gi- «'»^ ««•«»»• 

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— 362 — 

N. 8 H.h. 89; N. 9 cod. Vatic. 312; N. 10 bis U Mich. 534; 
N. 15 Mich. 534«), H.h. 239; N. 16 Opp. 1066 F. •), Mich. 444, 
H. h. 37, H. h. 130, Machsor Prag ms.; N. 17 cod. Berol. f. 179b.; 
N. 18 H. h. 59'), Machsor ms. Breslau*). 
David b. Simson. 

Seiue Akeda ÜV p^t3 DI, zum Andenken an die am 
Sabbat geopferten Märtyrer Joseph, Elieser, Jacob, 
Baruch und Simson, findet sich in einem franz. Mach- 
sor vom J. 1278 und endigt ^nniOD 'HD. 
Salomo Simcha, genannt Salomo hasofer, beklagt 
in der Selicha rmn «'»DN m^ die Märtyrer in Troyes aus dem 
Jahre 1288*). Die 9 Strofen haben verschränkte Reime und 
endigen D'^ttnp oder D^B^Ip; die Selicha endigt OnSHTp D^lS«. 
Refrän ist bD "»D u. s. w. (Num. 16, 3). 
Meir b. EHab. 

Die Selicha *»*? HDin '»3^ nn'^p DDH pjHN, endigend 
'n 'n tt^«D 7»b« D^np3, ist ebenfalls den Märtyrern 
von 1288 gewidmet. Wir erfahren aus diesen beiden 
Gebetstücken, dass die Opfer an den letzten Tagen 
des Pesachfestes gefallen, der Ueberfall im Hause des 
Isaac Catalun geschehen und dass dessen mitver- 
brannte Schwiegertochter schwanger gewesen. Der 
Klagegesang m^3 by jnfl^ von Jacob b. Jehuda hat 
denselben Inhalt. 
Elieser b. Ephraim, ein Rabbiner, an welchen Meir 
Rothenburg ehrerbietig schreibt'), ist Verfasser der Selicha 
runx 'yht^ ^DS DK dreizeiHg mit Strofenversen die "»^W anheben, 
nur die vorletzte Strofe schliesst '»bifcO nb« *?D D«; endigt "»^l« 

ntiiT n^3 )yow\ 

Chajim b. Machir, wahrscheinlich in Regensburg, oor- 
respondirte mit Meir von Rothenburg'). 

n^^n %"1^ 'n WN ist der Verfolgung gewidmet. 



nsnia rrmn rsrw *?»• — •) pma^üno "pko Tn inwD la^ y\ rrsbo 
b^")' - ^)-]nD "Q TWD ^n mo -o» nrvban nw. - *)«yn- Po«iie33, 

— <) Rga in 4 N. 30, in fol. N. 243, 244; vielleieht der Ton Chajim fK 
Rga N. 10 »ngefShrte. — ») Rga. N. 611, ed. 3 N. 4g5. Chajim r'« B«»- ^• 
U9. Sal. Äderet Rga. Tb. 1 N. 386. 

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— 363 — 

welche im Oktober 1285 die Gemeinde in München 
heimgesucht, hat 33 Strofen, endigt D^W: pTi HINDST Tl. 

Seine älteren und jüngeren Zeit- und Namensgenossen 
waren: Chajim b. Jakar, Chajim b. Jechiel yv ysn, Chajim 
b. Baruch, Chajim b. Jacob, Chajim b. Isaac TN, Chajim b. 
Joseph, Chajim Paltiel b. Jechiel. 

Natanel (der heilige) de Chinon b. Joseph b. Na- 
tanel, abbrev. ITpH'), ein Märtyrer gleichwie sein mit noch 
anderen Juden im südlichen Frankreich am Neujahrfeste 
verbrannter Bruder Elieser*), der Lehrer Esthori Parchi's. 

1. !?Pri T'Dn lini ein aus 20 dreizeiligen Strofen beste- 
hender Beschut für Neujahrs -Musaf, ist ein Sühnge- 
bet Die erste und die letzte Strofe sind dieselbe. 

2. "pDD V2 m&ai: "^rhi^ 'n Techinna, fiir die einzelnen 
Wochentage eingerichtet, reimt »T, ähnlich Ephraim's 
N. 25. 

3. im: "|Dj;^ 2)y "ron ein Tamid, nach pn'tSTl und 03"^^, 
zweizeilig, endigt yr^^) "pi^ ^n^lMD JjnD^. 

Die Nummern 2 und 3 zeichnen den vollständigen Na- 
men mit 'i^< voran, N. 1 nur Swni, allein das Ms. nennt den 
Verfasser: „der fromme Rab. Natanel de Chinon." 

Jesaia b. Elia, Enkel Jesaia's de Trani, Verfasser 
von halachischen Decisionen zu* mehreren Tractaten des 
Talmud. 

1. '»ii:nn b)p 'n JÄDK^ Tachanun mit Strofenreim [3 ab, b A]. 
Bloss Jesaia gezeichnet sind: 

2. •]niN'»ÜO njn ratS^nN DY» Tachanun; 

3. Selicha DIHD -:1S )^T in 5 zwolfzeiligen Strofen, 
[5 ab, bA] in der Weise Binjamin's b. Abraham de 
Mansi nach Form und Inhalt. Diese letztere hat in 
cod. Rossi 882 die üeberschrift: Peticha von Rabbenu 
Jesaia. 

Nehemia, der als Verfasser der gedruckten Techinna 
O bv nS"!') angegeben wird, ist vielleicht von dem nächstfol- 
genden nicht verschieden. 



») Kol bo 114 gegen Ende. Aaron hacohen 46a. vgl. nif^nD 'D 29 ab, 
32b, 33a, znr Gesch. 54, 205, cod. Rom! 963, Luzz. T^o 2 S- 71. — •) Parchi 
^"XD c. 10. ~ ») syn. Poesie S. 284. 

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— 364 — 

Nachman b. Mose, ein Vorbeter. 

1. I"»« '»Dby i6n eine Techinna, welche "»DW "»Dltt^ endigt; 
hat akrost. pn HIMO ^DT3 jinn jorü. 

2. Gesang "»^KU IT^H '»^^C hat akrost. pm. 
Mordechai b. Hillel, ohne Zweifel der bekannte in 

Nürnberg umgekommene Gesetzlehrer, betrauert in Selicha 
n:DJi IB^N •piD 31 HD den Proselyten Abraham") und die bei 
diesem Anlass ermordeten Glaubensbruder'). Dieselbe besteht 
aus 19 Strofen und endigt ülbttQ «2> V^ypü bv H^l oyn hyi. 
Isaac b. Meschullam Chai. 

1. ^oriDI ^D3 'n für die Bussewochen, die Strofen begin- 
nen 'n und endigen lp2. 

2. Ijnm ^2h «T'), bisweilen mit der zweiten Strofe njT 
^zh piTI anhebend, eine dreizeilige Tochecha in 20 Stro- 
fen, welche als Einleitung zu 121^ HD — das im ro- 
manischen Ritus dem Sündenbekenntnisse vorausgeht 
— auch Vidui genannt wird. 

Der Verfasser war vermuthlich in Italien, und die Num- 
mer 2 findet sich bereits in einer Handschrift Luzzatto's vom 
J. 1336. Ein Isaac b. Meschullam Rofe b. Abraham b. Joab 
lebte im Jahr 1396 in Perugia*). 

Von den in diesem Kapitel aufgeführten Selicha- Verfas- 
sern, deren Zahl über 150 beträgt, sind nur etwa 100 mit 
Sicherheit oder wahrscheinlich einer bestimmten Heimat zuzu- 
weisen: Deutschland nimmt 42, Frankreich 36, Italien 16, 
Griechenland 4, der Orient 2 in Anspruch. Von 42 Unbe- 
stimmten dürfte ein Drittel oder die Hälfte auf Deutschland 
kommen, die Uebrigen sich in Frankreich, Italien, dem Osten, 
wohl auch Provence vertheilen. In runder Zahl kommen auf 
die deutschen und französischen Juden dieses Zeitabschnittes 
einhundert Selicha-Dichter. 



») 6. oben S. 360. — •) Q'^BlbKI ühoOO KDlü'^T ^^^ #TD1 erinnert viel- 
leicht an ni*1in nipl2J "pnD (Melr hothenb. Kga. Cremons N. 80). — •)8yii. 
Poesie S. 311, 317. ~ *) meine Analekten N. 5: Joab S. 51. 



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— 365 — 

XI. KAPITEL. 
Selicha^Bichter von J. 1300 bis J. 1540. 

Mit dem Ende des 13. Jahrhunderts, welchem bald die 
periodischen Austreibungen folgten, schliesst die Reihe der 
franzosischen Selicha-Ver&sser; auch Deutschland hat von da 
ab nur noch wenige Namen aufzuweisen; der Gottesdienst 
war ohnehin durch alte Selicha's befestigt, die grausamen 
Verfolgungen brachten meist nur Klagelieder hervor-; Für 
stehende Leiden wurden die Prosagebete der Ausdruck. Die 
Quellen der Poesie versiegten. Aber der europäische Süden, 
Rom und Griechenland, trieben neue Blüten, obwohl mehr 
als einer nur in der gebildeten Sprache schreibt, „die für ihn 
dichtet und denkf 

Von den 74 Verfassern, die in diesem Zeitabschnitt nam- 
haft gemacht werden, sind gegen 50 aus den griechischen und 
byzantinischen Ländern; 16 gehören nach Italien, 7 nach 
Deutschland. 

Binjamin b. Joab, genannt de synagoga (HD^Dn ]D), 
aus Montalcino. 

1. ■]^^p^C 1^j;fc< *)p3 metrische Introduction für Nischmat, 
am Pesachfeste, die Strofe hat 10 siebensilbige Zeilen 
[3 ab, 4A], die letzte Silbe ist ein Jambus; endigt 

Tion "hy ns:» '»d. 

2. Selicha nyDl^ '•ilinn bipD 5 Strofen pab, bAj mit 
Refrän und Strofenreim, endigend nn^^ifn ^ü. 

Beide Nummern sind nur jD'^JS gezeichnet, aber in Mss. 
wird N. 1 dem B. de synag., N. 2 dem B. b. Joab zugetheilt: 
Da es Joab de synag. und Joab b. Binj. de synag. gibt, 
scheinen mir beide identisch zu sein. 
Israel b. Isaac. 

Die für Musaf des Sühntages bestimmte Selicha "»^N 
n^lDH «n, in 34 Strofen*), schildert in den Strofen 
4 bis 15 die Aboda. Der strofische Vers endigt Tl, 
und die Selicha Tl Vtntr» mp. 



1) vgl. tyn. Poesie 278 Anm. a, 279 (die Stelle ,,Mit Hoflhang<« a. s. w. 
ist Strofe 22—25). 



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— 366 — 

Mordechai b. Binjamin. 

1. riDi: ^D "h W ^N endigt U^m XDD by. 

2. nVü "h «j ^W endigt D^üh)V njnttTl. 

Beide sind alfabetische Sündenbekenntnisse, gleichartig 
gebauet, die in gewohnten Phrasen sich bewegen. Ein Autor 
dieses Namens wird in einem Commentar zu dem aramäischen 
tnpl ^^J^&< genannt *). Ein Mordechai Binjamin lebte im 
Jahre 1412, zwei Binjamin b. Mordechai in Italien um 1400*). 

Salomo b. Mose b. Jekutiel. Seine ethische Disputa- 
tion ist im -V^r^n 'D § 76 enthalten. 

1. ^i^^^<*l^ l^t< bx wegen des Erdbebens in Ancona. 

2. i^njns i:nn:i D%nSN endigt iädj? mtryb. 

3. "»inDTj; nob '•^x '»S«. 

4. y2V nyiir 'n nxn mit Refrän ym. 

Salomo b. Mose Jedidja. Seine in einfachem Stile 
gehaltene Vidui oder Tochacha ist in römischen Handschrif- 
ten. Die erste Strofe lautet: ns nryipt< 'nb y^t^ "hy mij< 

'•:D Ktt^'» '•'PIN* ^3:") miHD, die letzte: rhu) ip^ n^'h ^^ T? 

ycm )Tioy^ nno y^y r\)y\yb) vii^ij^. 

Joab b. Daniel. 

7:B im TPI jm^ Gebet um Erlösung, 8 Strofen; die 
ersten 7 geben akr. pFI DW, die letzte in den einzel- 
nen Worten den vollständigen Namen. Endigt 13^2K 

Schemarja b. Elkana. 

1. ybi< '•»^D: Ntt^K ü^rbn, die Strofen beginnen und schlie- 
ssen ü^'^bfc<. 

2. '»nn:« "»D^ mDtt^ beschreibt Zedekia's Geschichte und 
Gedalja's Ermordung. 

3. "»ilDX DV '•böb 1J;dB^ dreizeilige Tochecha in 25 Strofen. 

4. XDn: ny Mp^ Chatanu mit ni«D2i schliessenden Strofen- 
versen. 

In allen Nummern ist der Name vollständig, in N. 4 vier- 
fach gezeichnet; in N. 2 und 4 wird der Vater fcüD*1 genannt; 
in N. 1, 2, 3 ist l^h yütO pn angebracht 

Schemarja b. Elia b. Jacob, genannt Schemarja 



>) Duket in Ozar nechmad Tb. 2 S. 199. — t) meine Analekten K. 5: 
Joab 8. 62 n. f. 



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— 367 — 

Ikriti, aus Negroponte, ein um 1330 lebender theologischer 
Autor. 

1. J^ÜV pTiyb no^y) rm^ nebst anschliessenden aram. Ge- 
sang tobo übpHy zu rezitiren nachdem der Neuver- 
mählte den Abschnitt |pl Q"I1D«1 gelesen; akr. nnOB^ 
DpjT "»D^D rvhi< 21 12. 

2. '»n-pn'i onniß^, Peticha in 7 tfcnp schliessenden Strofen, 
unserm Verfasser in zwei Handschriften *) zuertheilt. 

Schemarja, vielleicht von dem ebengenannten nicht ver- 
schieden. 

1. py V2\t/ ]2)^ "pDD ^ Mikamocha für den Sabbat 
Para, die Strofen endigen ü?D; endigt DV2 ^JTIDD by^. 

Vier Hochzeitsgesänge: 

2. rni»T W rfey, die 6 Strofen schliessen Tl. 

3. nn^N "»nn TDK^, die 7 Strofen schliessen "j^D; beide 
Nummern gehen der Lesung des erwähnten Abschnittes 
voraus. 

4. DTIUMD |1B^ pW in 5 sechszeiligen Strofen, der Ein- 
gang ist rh22 pn HDir». 

5. im PD'«D l^tr in 5 zweizeiligen Strofen *). 

6. (viell.) Peticha D^DV ^3n:, in 2 Zeilen akr. — nCiK'. 

7. ^V:; 2Wrh ^a D^ OnC^ akr. innOB^, endigt pbiw'). 

8. ^B^ nnciy nK' Selicha in 8 Strofen, endigt riDl^ 

9. ^nipDT ^ilDDB^ Bussgebet in 4 achtzeiligen Strofen, die 
Zeile zwölfsilbig. 

10. ^b rhrm ü^:V2^b yOB^, der N. 9 ähnlich und höchst 
wahrscheinlich von demselben Verfasser, endigt: ]2T\) 

Daniel b. Jechiel aus Montalcino, vermuthlich der 
Verfasser der Gesänge 1ö??1N ^ÜW2 T\, rhyo m und n:m 

1. Selicha D^ ^DD ^mm, wird in einem 400 Jahre alten 
Machsor des brittischen Museums und in cod. Rossi 
959 dem unserigen zuertheilt 



») Pinflker S. 128- — •) der Refrän |n b^ <^™" "^*™ ^^*) ^^^^^ 
orientalische Zntbftt f>ein. — <) cod. Hart. 5583 f. 236. 



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- 368 — 
2. Techinna ^Sl 'n m rty WHi metrisch, akrogt DW 

Immanuel b. Salomo der berühmte romische Dichter. 

1. zehn kleinere Gebete •). 

2. "11333 nnSK über die 13 Glaubensartikel 

3. Bakascha '>X) iSb: wrh» '). 

Immanuel b. Salomo, der Sohn von Salomo b. Mose. 

rss' bsn cnj^ «ni^. 

Matatia war im Jahre 1329 in Larippa in der Marca. 
später in Norzi als dort ein Erdbeben war; dies veranlasste 

seine Selicha: , 

D"^n "ho jn^^ »6 ^ in 14 Strofen, gezeichnet rcmo 
pm VSpn Er erwähnt darin auch der veranstalteten 
christlichen Betfeier. Ende: «31 ÜTCüb 0^33 13«r> 

hm p^. 

Elia b. Jakar. , 

Selicha zum 17. Tammus 1B3ni nijn ^V IBt», endigt 
rht< DJJ . . . TVätf* W. Der Vatername ist nicht sicher: 
Die vorletzte Zeile lautet nämlich: ^r»y U>t6 .T^ 

rhio majpn f]W. 

Matatia b. Joseph DJISn. 

1. >3iy rn>1 -phD bbrv Gebet ffir Sühnfest -Abend, der 

strofische Vers endigt rh'h. 
2 -ppn-» lyiO [in der zweiten Zeile: "J370 'J^nO "'^tJ'J- 
Chatanu in 20 Strofen, die "fjO endigen; von den zehn 
Märtyrern wird gehandelt, indess nur die ersten drei 
genannt Den Ausdruck nVIV ^30 hat Chansi c. 13. 

Isaac b. Salomo. ,- 1 x- u 

TSyi «in >3« *) über geopferte Märtyrer, alfabetisch 
nebst vollständiger Namenzeichnung; alle Strofen 
schliessen rbyf, endigt rb^■sh rwn l"?. In gewandter 
Form und eindringlicher Sprache. In der Ueber- 

schrift 's"? ra n3BO nmjn by r«vban m muss viel- 
leicht rs gelesen werden, was die Verfolgungen von 
1337 bezeichnen würde. Die drei letzten Strofen heben 



T — «4^»r> Kffrtir iRi.4. «^ meine Analekten N. 6 

1) Mittheilung von Luziatto, Nov. 1844. ; m 

[Rom] S. 1Ö7. - ») Byn. Poesie S. 318. - ^ daselbst S. 322. 

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— 369 — 

mit den Worten n*®^, "po, npm an, und der Ver- 
fasser wird im Ms. Isaac b. Sal. y2ü mS'» genannt. 
Der in Ü^TOO ms. vorkommende ('3 pnu^ n PN ^n^«*n 
nobtt^) ist wohl derselbe, an welchen Isaac aus Wien ') 
schreibt; ein älterer, um 1160 in Frankreich, wird in 
Harl. add. 11639 f. 254 b genannt. 
Jehuda b. Schema rja schreibt in correkter Sprache. 

1. DDW INton i:'»niD«*)Chatanu, die Strofenverse endigen 

2. I^KCCn in:X liTl'pN ÜXiH Chatanu, der strofische Vers 
endigt abwechselnd liXlon und 'H, das Ganze 'H PI^D^ 

3. y2V:/r\ ^inx ^D HDN vierzeilige Tochecha [aaaa], endigt 
•IHN DDK' HDj;^. 

4. m«^ n«-l msr JT'n^ metrisches Tachanun, Refrän lyy^n 
rnwy\ ybi< 'n, 5 Strofen, die nur HDiV zeichnen; die 
Ueberschrift eignet es unserm Dichter zu. Ein (Ka- 
räer) Schemarja b. Jehuda lebte 1354, 1356, ein anderer 
im J. 1402 (Orat. 83). 

Baruch b. Jechiel hacohen in Deutschland. 

1. pipn Nin ^iX*) eine schöne Selicha für das Sühnfest, 
Beschreibung der Schrecknisse wegen der Brunnen- 
vergiftungs-Beschuldigung des Jahres 1347 ['•DDI pr], 
zwiefach alfabetisch in 56 Strofen, der strofische Vers 
endigt U12, die Selicha ü^ rOHlt/^ nVW^n '»rjrOö. 

2. (vielleicht) ^HDC' 1313^ ^^HN ein Bussgebet, der strofische 
Vers endigt 'H, das Ganze Tl Din*1 ^«, 47 Strofen, die 
Zeile 2 bis 3 Worte stark. 

Menachem b. Binjamin. 

rohen nn«'» ^b ^bo mit dem Akrost. "^2^2 )80pn OHJD 

pxi pin p>:3*> 

Für Menachem b. Binjamin in Rom wurde A. 1289 der 
jerns. Talmud abgeschrieben *). Denselben Namen hat Me- 
nachem Recanate. In cod. Opp. 1370 Q. befindet sich ein 
Commentar des hohen Liedes aus der Handschrift des 3*in 
y^ pD'^iD U''31 p DnOD n, Immanuel erwähnt zweier Mena- 
chem als Zeitgenossen; Riete (106b) rühmt Menachem aus 

«) Or sarua § 771, 772. — «) syn. Poesie S. 321. — ») das. S. 41. — <) 

Mittheilnng Lazzatto's, Nov. 1844. — «) catal. Lejd. p. 342. 

24 
Znoz Liieraturgeseh. der tyn. PoMie, 



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— 370 — 

Ancona, dessen „Gebete den Zorn beschwichtigen^' und einen 
heiligen Menachem; einen solchen kennt auch der Zürcher 
Semak. Im Buche ^^im § 84 wird Menachem de Finzi als 
Verfasser von Decisionen genannt 
Joseph b. Matatia. 

1. Jozer für den Sabbat vor Neujahr J\'hy U^rht^h tOp«, 
dreizeili^. An die Refran- oder Kadosch-Strofe schliesst 

2. Silluk JTü b^ raWi/iO rob^ an, aus drei Abschnitten 
die durch Ringworte mit einander verbunden sind be- 
stehend. Die Aufforderung zur Busse bildet den In- 
halt. Sowohl im Jozer als im Silluk ist am Schlüsse 
ppi^ gezeichnet; den vollständigen Namen geben in 
der üeberschrift codd. Rossi 965 und 1212 und ein 
röm. Machsor, das ich i. J. 1852 gesehen. 

3. Tochecha "h rm>) nnDlN [abab], eine Art Gespräch 
zwischen dem Lebenden und dem Gestorbenen, endigt 

Joel. 

l^töD 1DDN U*r\V ''310K reimlos, gezeichnet pFI bw, en- 
digt nn« «b« jrKnDi bio:^ ):b px ^d hSin: ^:b :r\p. Be- 
findet sich in einem röm. Machsor vom J. 1441. 
Samuel aus Ravenna, auch zu benannt aus la Marca. 

1. Nischraat-Introduction DOno "[TlbD pxi «113 "pc^, welche 

on'^tra ^b ixDn '»nr:K^:i endigt 

2. Selicha '»D^lö« ^X ni2i njnr. 
Samuel b. Chija. 

Selicha nbon T^N D^m'tnn -pon rvH^). 

Samuel b. Schabtai. 

1. nißnx yro^ l Strofen und Strofenverse beginnen in 

2. in« JIDn. j N. 1 DnD in N. 2 -pOH, variiren zu- 

sammen Ps. 5, 8. 
3 ,«, -,,Lj^ ^^tj,L 1 beide für den Abend des Sühnfestes; 

4. HDIP« r\b"h ' I ^'®^*''^^^^^®?^"^^""^^8chliessenny*?. 

^ * J N. 3 hat sieben, N. 4 acht Strofen. 

5. Ono ny piO^, Chatanu mit Strofenversen , die rplü 
schliessen; im Machsor 18 Strofen, vermuthlich fehlen 



*) Mittheilung von Luzzatto, Oct. 1852. 

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— 371 — 
zwei, da das Akrostichon sein muss: pt[n '»JrOB^ ^3*12 bwDtt^ 

Unmittelbar auf N. 1 und 2 und die Variation des Ver* 
ses fortsetzend folgt: 

6. Selicha bn b« \irmH NDN, Strofen wie Strofenrerse 
beginnen K13N, die Zeilenanfänge geben hinter dem 
Alfabet H^p ^XIDB^; vielleicht ist in der Schlusszeile 
t&n angedeutete); die Identität ist zweifelhaft. 
Samuel Kir s. Samuel b. Schabtai. 
Samuel b. Na tan D3'^D^, in Mss. My^ betitelt. 

1. rwm^ ywy] ntt'pD« 0'»'»n alfabetisch. 

2. }Ti'by2 )yüJp U^T\, die Anfange geben vor dem Namen 
nur die Buchstaben TW^p, 

3. nii: "pD '•nW ü'»''n in 9 Strofen die ü^n anheben und 
schliessen. 

Samuel b. Abraham harofe, dessen Selicha's in dem 
romischen Machsor vom J. 1441 stehen. 

1. jysh T\pH Tltt^, dem ^b PinnS nTO^ nachgeahmt, 
5 Strofen mit Strofenreim, gezeichnet bwiDlC^. 

2. *r\ '»nbön nyü^, 6 Strofen mit Refran, gezeichnet btm^ 

ümt< 12 pin. 

David ha-Nasi. 

'»nobjOI "»riPD« Klagegesang zum 9. Ab in 32 Strofen, 
N^B^i p TT1 gezeichnet, in ziemlich schwerfalliger 

Sprache, z. B. '»nn^nm, >nn3Din, "»Dsyi (von -^is:), 

'»D'^D^n — schon im Jozer TÜH b^n gebraucht — , nTTIlH 
(dem Wortgebrauch bei Speiseopfern entlehnt). 

Verschieden von diesem romanischen Dichter ist wohl der 
Verfasser von: 

li'^aij; D« OTI^K Dyo^ Chatanu in 9 Strofen mit durch- 
gehendem Reim D^^, in gewandten Ausdrücken, ge- 
zeichnet ^n^ N^l^in TT\y welchem vielleicht auch die 
gleich darauf folgende Tochecha ^r\2b rh)Ct< gehört, ob- 
wohl nur akrost. "PH zeigend. Von einem David 
Nasi enthält cod. Brody 47 drei Gebete. 

Salomo smn 6'^21^ b. Elia schrieb ein grammatisches 



* 24* 



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— S12 — 

Werk {n&b^ ptS^n), einen Commentarzu Abenesras ül^H 'D, 
vielleicht auch einen zum Petateuch; das zweite Werk ist im 
Vatican und in Parma, das dritte scheint Elia Beschitzi in 
seiner Abhandlung gegen Elia Misrachi anzuführen, da er un- 
sern Autor in Verbindung mit Mordechai Comtino nennt 
Er blühete 1386% wird auch ID^21^ (ohne 3nin) genannt, 
während er in seinen Poesien auch SHT und DTITD allein zeich- 
net. Im 16. Jahrhunderte lebten R. Abraham und R. Sche- 
marja DHIH D''31t&', letzterer der Oheim des A. 1636 in Venedig 
gestorbenen R. Jacob halevi b. Israel. Israel b. Salomo C^DI^ 
2iy\r\, A. 1419 Schreiber eines Pentateuchs *), ist vielleicht der 
Sohn unseres Autors. 

1. inSn: 21p2 yby\ DDX, Sulat zum 7. Tage Pesach in 
8 Strofen, endigend )\im üy mijh- 

2. IDn*»! 11^:0 TOi:m ra^^ ^IDD "»D ein Rangstreit zwischen 
Sabbat und Chanuca, in einem stellenweise scherz- 
haften Gespräche beider dargestellt; der Dichter be- 
schwichtigt sie. Aehnlich dem Jozer Joseph Kalai's 
N. 6. Akr. DHin tO^ntt^ HD^K^ '»iX ^iN DHIO HD^t^. 

3. Ein langes Gebet für die Bussezeit, den ähnlichen 
Saadia's und Jehuda halevi's nachgebildet, nach den 
Versen nPDn '»nSB' 'H und 'H nHN lp2 bis WiCh b^b 
anfangend HDN mi^^ 15^ eine grosse Stelle in Reimen, 
die göttliche Einheit in philosophischer Schulsprache; 
das übrige ist theils in Prosa, theils aus Bibelstellen 
zusammengesetzt, die Vidui wird variirt, die mensch- 
liche Sündhaftigkeit und die Bedrängniss der Juden 
lebhaft geschildert, endigend b^) '»3« OmiDpD ^TPC^ 

Dnni^ bj) >D<-nx. 

4. Eine Introduction zu Saadia's Gebet nnDD ^HDB^ 'H, 



i)Das8 in cod. Rossi 314 statt •^öD'Nn^ ^i® ^^ RomI schreibt, T£©-xn 
zu lesen, wie ich in meinem Schreiben an Hrn. Perreau vom 1. Febr. 1S6Ö 
vermnthete, ist bestätigt (vgl. hebr. Bibliogr. K.43 S. 28); demnach ist 5000 
(M''n) ^^^ ^^^f ^- i* ^^ ^^^^ ^^ ^^^^ in welchem der Verfasser nach der 
Stadt Epheso kam. Assemani zum cod. Vatic. 105 gibt 1387 an, weil er 
IDDXn in -5+147 auflöste. Der Vers lautet: ^©^^ "yy ^H tGl rh^i PID 
^«lÄ Uh^ 1DD - «n nilC^- — *) PJnner Prospectus S. 37. 



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- 373 — 

anfangend n^np rh pt< in^np, die Berechtigung zu 
beten auseinandersetzend. 
5. ^in"lDin ^TK^ Tacfaanun für Mincha, 4 zehnzeilige Stro- 
fen [2 mal abba, AB] mit Symbolisirung der Pla- 
neten, Refrän "pSyBD 'H '»nTOK^ ^D. 
* 6. ^n '»:« jn:i1 *?Dir Tachanun, gez. 3mn Ü'»2ni5^ (me. Luzz.). 
In der Sammlung Cstpl. 1545 befinden sich von unserm 
Verfasser zwei Gedichte: 

N. 289: ^:T»2KD )nVi^tn 705)15^ npB^. 
N. 290: Gn^n niO'^D rucvrc rano, ein Streit der Buch- 
staben des Alfabets. 
Elieser b. Josua. 

Tobia b. Josua. 

no^JB \tnpr\ bt< Selicha, die zugleich eine kurze Aboda 
enthält, der strofische Vers endigt BHp, nur der letzte 

Knpi. 

Abigedor Kara, dessen Vater Isaac Kara') 1352 lebte 
und — vielleicht A. 1389 — ermordet worden, war A. 1409 
in Regensburg') und ist 1439 im April in Prag gestorben. 
Er hatte einen Sohn Samuel '). Ob Menachem b. Jacob, des- 
sen Bemerkungen Opp. 1172 Q. enthält, sein Freund oder 
Halbbruder war — er nennt unsern Abigedor an zwei Stellen 
Y^ — ist unbekannt. In dem Np^ p 1UW der Sprüche fand 
Abigedor seinen eigenen Namen angedeutet. Er stand in 
Verbindung mit Salman Cohen (7I) in Nürnberg*), war übri- 
gens ein armer Mann, der in den einzelnen Gemeinden für 
sich Beiträge sammeln Hess*). 

1. mVÜ) Tn^ TIN ein den jüdischen Glauben an einen 
Gott verherrlichender Gesang, der fast in alle Riten auf- 
genommen wurde. Er besteht aus 10 dreizeiligenStrofen. 

Es heisst darin: ^3 bi6 n^jo: i6 ny^2 ^2^y nin: mrr 
■idd: t6 GH« n»Di nic'^i on m h p« r)ia — nircn. 



*)eiii jüngerer Isaac Kara in Prag wird Joa. Kolon Rga. 79 genannt.— 
«) "ten pOy 15»> hieraus in jn^W VDp 7d. - ») Opp. 614Q. — <) -y^ 
j^an § 23 (hinter Kga. Juda Minz). — »; Goldberg in ntgODH ^862 «. 207. 

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— 374 — 

Selicha's: 

2. jPDin niDp: ht<*) ein Klage- und Racheruf, gezeichnet 

pn tnp >3N. 

3. '»D bwü2 nnnBK*), Peticha für Mincha, endigend: Jüm 

4> mt< "»^D mentt^N Tacbanun, nach Baruchs WH ^Ä< 
^NTBTI. Die Namen der einzelnen biblischen Bücher 
sind die Ausgänge der Strofen. 

5. rifconn 73 n« beschreibt das Gemetzel in Prag vom 
Jahr 1389. 

6. 'h^p J»rn y2 'n nach 2*«, worin die 13 Anbetungen 
(mNnnniß^n) in Bibelversen angebracht sind'). 

Mose Chasan b. Abraham^). 

1. nu» nö« DlHy 12 Strofen, Betrachtungen über den 
Menschen nach Art der Tochecha, alle Strofen be- 
ginnen und schliessen Gl«; der erste und der letzte 
Vers gleichen dem ähnlichen Stücke Tiöa TDTK 
Salomo GabiroPs. 

2. mro nnsn W Akeda mit Strofenversen die KIH endigen. 

3. b^DK^ fc<mil UVH in 3 Strofen, für Neila. 

4. ^riD Tj; nov« *) in 3 Strofen, für Neila. 

5. G'^jnKn ^jn« mnb«, Anfang und Schluss der Strofen 

ist mnb«, 

6. ip\tn -jninb« no« 8 Strofen, die gleich den strofischen 
Versen nON anheben. 

7. -pTnyo m2i b^< onj« vierzeilige Tochecha [abab]. 

8. Y^Hn ÜDITD rü'»D K^i:fc< dreizeilige Tochecha. 

9. «nui 3^1^: nn^< nn« alle Zeilen und Strofenverse be- 
ginnen nn«. 

10. Tj; ]mn ü^rht< -pna Strofen und Strofenverse be- 
ginnen "piD. 

11. Dnp ^:d njnm-l 7 Strofen, die alle gleich dem letzten 
Strofenverse njnmi anheben; der 4. Strofenvers be- 
ginnt ^ytC''», die übrigen njPinn. 

12. G^W ^N G^iyn, jede Strofe hebt üb)Vr\ an, jeder 
Strofenvers schliesst G^lj; (auch G^iyn, G^^b, obUTO). 



Poesie S. 325. — ö) das. S. 328. 

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— 375 — 

13. nriN "h^ ^t<)y\ lO Strofen mit dem Anfang ^htm, wo- 
mit auch die Selicha schliesst; die anderen Strofen- 
verse beginnen mit einem Wort der Wurzel S^0. 

14. "pmB^ p^vn 9 Strofen die p^am anheben, das erste 
Wort des strofischen Verses ist ein Wort der 
Wurzel nn. 

15. byS) Ilt'N VmN^:i Hymnus in 8 Strofen, deren Anfang 
und Schluss wwbwi. 

16. btrwtn bt< blO G^^PI, die Strofen beginnen und schliessen 
ü^^n (s. unten S. 379 Kaleb b. Mose). 

17. mnniPK )TynH 'n Hymnus in 12 Strofen, die 'H an- 
heben, die strofischen Verse beginnen und schliessen 
ebenso. 

18. DI "»«aiMD 'n Strofen und Strofenverse beginnen Tl. 

19. '»D nON Vn% die 12 Strofen nebst den Strofen versen 
fangen VtV an. 

20. ybrvo "p^N m% mit m^ heben die Strofen an, der 
strofische Vers mit ni^, "p^TT^, mn. 

21. r\)Th lliy« '»2^*), 10 Strofen die '•3^ anheben und 
endigen. 

22. njTSin "paiD« '^:d7 in 8 Strofen, die gleich den Strofen- 
versen ^^b anheben, nur der Vers der 7. Strofe be- 
ginnt -ynap '»32. 

23. HD ^DN 'rh Hymnus in 11 Strofen. 

24. «B^:i GDD 'nb Hymnus in 13 Strofen, Strofen und 
Strofenverse beginnen in diesen beiden 'H?« 

26. rniN "PÄ^, die 12 Strofen beginnen und schliessen 

26. GT»n Q^Sn^D pm^, 7 Strofen die funb anheben, ebenso 
die strofischen Verse. 

27. rwmo nrüD für Mincha des Sühntages, 11 'nb 
schliessende Strofen. 

28. tni: 0%"6« ^j; 13 Strofen, die gleich den Strofenversen 
bv anheben. 

29. G^:iD TD GM^N ipV Schilderung der Leiden in 11 
Strofen, die gleich den Strofenversen "pj? anfangen. 



i) ^n. Poesie S. 329. 

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— 376 — 

30. 'f^brh nnD« '•S,. 10 Strofen die ^ beginnen und 
schliessen. 

31. •»Di'^DTO m2J, Strofen und Strofenverse heben ms an. 
Die Nummern 5, 6, 10, 15, 17, 20, 22 zeichnen „Mose", 

N. 1 fugt pn, N. 12 3üb pT\ hinzu. Diese neun Stücke ge- 
hören zu den 24, welche aus vier Variations - Gruppen be- 
stehend einem und demselben Verfasser angehören, und zwar 
N. 5, 10, 12 zur ersten, 1, 15, 20, 22 zur zweiten, 6, 17 zur 
vierten Gruppe. Es variirt nämlich die erste Gruppe (N. 10, 
9, 18, 5, 12), in welcher das Wort ^ü von Kaleb behandelt 
ist, die Benediction üb^yn ^bo m"l^« 'H nn« 7l*D; die zweite 
(N. 20, 24, 15, 22, 1), in welcher das Wort nOH Abraham 
b. Isaac bearbeitet hat, den Vers Ps. 107, 8 (ni^ u. s. w.); 
die dritte (N. 23, 11, 28, 29) den Vers Ps. 3, 9 ('rh u. s. w.); 
die vierte (N. 19, 26, 6, 30, 14, 21, 25, 17, 31, 13) <ien Vers 
Ps. 19, 15 (vn^ u. s. w). Die übrigen Nummern tragen die 
unzweifelhaften Acrostichen unseres Dichters: den vollständigen 
Namen die N. 16, 18, 24 (dreifach), 25; mit Hinzufugung pPTI 
die N. 7 (]DW \^W pn üm2t< Din p )nn ntra "»i«), 9 (ohne 
*»:« und pN, aber b'^ hinter Abraham), 28 (wie N. 9, ohne 
prj); mit Hinzufügung des nJlDDH die N. 8, beide Epitheta 
hat N. 11. Ohne den Vatemamen ist |Tn gezeichnet in den 
N. 3, 4 (in beiden }n tWD '»:^<), 13 (dreifach), 21 (pm mWD 
yCiO pn), 23 (dreifach nebst pn), 26, 31; rülODH in N. 19, 
14, 30; N. 29 zeichnet |nm ny\Oün HIWD. Die Bezeichnung 
aimi< 2nn p findet sich in sechs Nummern (7, 8, 9, 24, 25, 
28); wir dürfen daher unbedenklich die beiden dem Sühntage 
gewidmeten Stücke (N. 2 und 27), in denen nur 2V1 p rWC 
pn — in der letztern Nummer vierfach — angebracht ist, 
unserm Verfasser zuertheilen, der sie wahrscheinlich noch bei 
des Vaters Leben ausgearbeitet hat; auch scheint er, als er 
die beiden ersten Gruppen verfertigte, noch kein Vorgesetzter 
oder Ephorus gewesen zu sein. In N. 9 kommt hinter dem 
Akrostichon noch einmal Drn2fi< )n\ nt^ vor, und damals 
war der Vater bereits gestorben, während am Schlüsse der 
gedachten N. 27 pr\T JHT vielleicht auf den Namen des Gross- 
vaters hinweist. Möglich das Abraham b. Isaac, der an der 
zweiten Gruppe sich betheiligte, ein naher Verwandter war. 
In den beiden Tochecha's und den für den Sühntag be- 

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— 377 — 

stimmten vier einfachen Compositionen zeigt unser Verfasser 
mehr poetisches Talent als in den meisten Variations-Stücken, 
zu denen auch N. 16 gehört, in welchen dem Geschmacke 
jener Zeit gemäss Schwulst und Wortklang öfter Seele und 
Anmuth ersetzen müssen. 
Mose b. Elia. 

1. ipy "pnjjn ^« für Esther -Fasten, ist bis auf die erste 
und die letzte Strofe durchweg halachisch; der Name 
ist zu Anfang der Zeilen dreifach und am Schlüsse 
noch in einzelnen Worten gezeichnet. 

2. ipy Itnp ITJ» för den Abend des Sühnfestes, daher 
die Strofenverse rh'h schliessen; die Strofenanfänge 
geben den Namen. 

Mose ha-Parnes b. Elia, am Rande von cod. Mich. 414 
genannt, war etwa um A. 1360 in der Krim, Mose b. Elia 
Kapsali in Kandia um 1480. 

Mose hacohen. 

^ib'^sn ^:nDD ^^ypb to, gezeichnet pn ]ro rwü ntrrp; 

ähnliches ist bei Samuel b. Natan N. 2 der Fall. 
Mose Kilki. 

'»nDVN mV für Sühnfest- Abend, 4 Strofen im Abbasi- 
Metrum, akrost. iWü; ein Ms. Luzz. gibt in der 
Ueberschrift den Beinamen an. Diesen hatten auch 

2) Elnatan b. Mose A. 1340, 1370 in Constan- 
tinopeP), ein Zuhörer von Jesaia b. Immanuel, dessen 
Schrift *)'>DD )3N im 11. Abschnitt vom Gebet handelt; 

3) Jehuda Kilki, der Dichter, 4) David') (A. 1582) 
und 5) Elia») Kilki (A. 1621), beide in Chios. 

Jochanan b. Rüben [^"7 "T^], Verfasser eines Com- 
mentars der Scheeltot, vermuthlich derselbe, welchen Me- 
nachem Tamar im Supercommentar zu Abenesra anführt, nennt 
als Zeitgenossen Isaac Zarfati und B. Chajim, zitirt die Turim, 
ibn Schoaib, Schemarja [Ikriti], Sohar und Recanate. Ihm 
ist die Bezeichnung der Kabbalisten mit rmsyn "hff^ geläu%, 
einem Ausdruck der seit dem Buche Hin^N TO'iyD (c. 7) auch 



1) Orat. ms. 91 and 92. Muak: Abulwalid p. 79. — *) Salomo Cohen 
Bgft. Th. 1 f. 52. — «) Joseph Trani Rga. y",-«« N. 44. 

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— 878 — 

in den Schriften DITID ]m^, nN'»bö, ^J1^ (5d, 18a, 50c, 81b, 
97 c) vorkommt, und die rh'^pn ^DSH (Abulafia, Recanate), 
n^K^ "hy^ (Mose de Leon), TID ^bV2 (Buch n^ionn) und "hy^ 
niTDOn (Abulafia) ablösend, den „Kennern der absoluten Wahr- 
heit* den nD^<^ ^DSn den Weg bahnte, — einer Benennung, 
die in Bechai^s Zeit nur den Talmudisten gegeben wurde. 
Unser Autor bedient sich in seinen Hymnen der philosophischen 
Schulsprache *). Frühestens darf derselbe daher A. 1400 an- 
gesetzt werden, gehört aber wahrscheinlich erst der zweiten 
Hälfte des 15. Jahrhunderts an. 

1. b)!} -[IM p« Hymnus in 10 Strofen, endigt |12nb W. 

2. yDT ^03 'H über Gottes Grösse und Einheit in 5 
Strofen, endigt "Tl« 'H. 

Mordechai b. Chija hacohen. 

2)pvn 2^ nbny ^id. 

Jehuda b. Menachem. 

D^rbt< '•^D nbn« Chatanu, alfabetisch; 6 Strofen hat 
das romanische Machsor, das Ganze ein Ms. (Pinsker 
S. 127). 

Mordechai b. Isaac. 

^^m "»ISD '^2X1 ^Ofc< dreizeilige Tochecha mit Reminis- 
cenzen aus Gabirols ^DDDUß^, vielleicht auch aus ^Ä rw 
p3D von Mose b. Chija. 

Mordechai b. Jonatan. 

1. nDT G^-ib« inon. 

2. ilt^npi "»OnD [al. %lbN] "^Dbü 'H. Beide Gebete nur mss. 
Mose b. Mamal hacohen, zubenannt >TlTin. 

'pno '•DIWO robtt'in yt< für den 10. Tebet, endigt 

Der talmudische Name Mamal begegnet uns in Jehuda 
b. Ascher Rga. 15 a. 

Zacharia hacohen, wahrscheinlich der Grossvater Me- 
nachem Tamar's und derselbe, der als Verfasser einer Ver- 
theidigung des Maimonides (nnon 'D) gegen Nachmanides 
schon A. 1451, auch als Lehrer Schabtai Cohen's genannt 



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In Mss. und Editionen hie und 
da mit unrichtigen Lesearten, 
80 dass DpTlN*), D^tS«, D'^pnSN 
als Akrostichon angegeben wird. 
Das richtige hat cod. Poa 42 
N. 28. 



— 379 — 

wird, lebte demnach um 1430; cod. Vat 249 nennt ihn. Phi- 
losoph und uyn. 

1. pnt^ Kni31 G^W pT« WN, endigt pniT mpy. 

2. my: nmy\ ra\, endigt isitt^ ypra. 

Beide Stücke heissen Tachanun und haben die Bestim- 
mung, am Neujahrfeste vor dem Posaunenschall rezitirt zu 
werden. 

Kaleb b. Eljakim. 

1. "«TJ? 33^ '»K^:« Gebet 
für den Schluss des 
Sühntages in 12Stro- 
fen. 

2. pnriN 'n -pS« ^bD 

tnpH) für die Busse- 
zeit in 11 Strofen, die 
*|^D anheben und en- 
digen. 
Kaleb b. Mose. 

1. TDD n^N D'»'»n, 1 beide nach Art der Mostedschab 

2. G3'»äS rün« G'''»n J zu dem Thema O^T] y^nn B^NH VD 
(Ps. 34, 13); 8 solcher Compositionen hat der roma- 
nische Ritus, die Strofen beginnen Q^^n und eben so 
schliessen die strofischen Verse. In beiden Nummern 
zeichnet der Dichter den Namen seines Vaters mit 
dem vollen Worte, in N. 1 mit ni^D2 n^JD, in N. 2 
mit nay niMD; iede besteht aus zehn Strofen. 

3. nan« UW^ DD^W Auflforderung zur Busse, 9 Strofen, 
gezeichnet pW pn niTD >3n3 3^D. 

Kaleb b. Salomo. 

1. ^yn jlonN "|^^< dreizeilig, für den Fasttag des zehnten 
Tebet, die Anfänge der Strofen geben ^3^2 2^3 *»:« 

2. naOEn B'fcn no"»«, 12 Strofen, alfabetisch; l beide, ohne 

3. '•^MinON GW , 10 GVn beginnende Strofen ; ("sonderlichen 
poetischen Werth, sind für den 17. Tammus. 

Aaron halevi b. Jehuda oder Gumprecht Kassel, 
wahrscheinlich Arzt, schildert in seinen Poesien die Leiden 



Pinsker S. 127. 

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— 380 — 

und Martyrien aus dem Hussitenkriege und der östreichischen 
Verfolgung des Jahres 1421. 

1. "Wtnp^ üvh IT bytH Klagegesang mit durchgehendem 
Reim DH; das erste Wort, dcssgleichen in der Schluss- 
zeile der Anfang ^D ypVT und die letzten Worte 
Dn^DPin n»T1 haben den Zahlenwerth vom J. 181 
d. i. A. 1421. 

Selicha's: 

2. IDSO; niDD« m^aN mit T)y schliessenden Strofenversen, 

endigt JDV n^h rovn. 

3. "»It^BJ prD "^Dbüb rhnt^ für die Fasttage Montag, Don- 
nerstag, im J. 1417 verfasst, akr. «Dn jpin N^Kp p"tt< 
'»1^; endigt DTI S^TO. 

4. ^byjiü loini "h^n «in n^rht<y endigt ^oin ^u. 

5. ^Dm niDK^K "»nnDK mit Dm schliessenden Strofenver- 
sen; die ersten Worte der 29 Strofen geben das Al- 
fabet und Gumprecht, die zweiten Worte ^DID pHK 
yct<) pn '3 t<b\i/p ^hn mn\ Ein Nothruf der geängsteten 
und flüchtenden Juden (GmiSI D'^m^B 0'»2«;n Orp ^SsW 

Dm nnb). Endigt DW mo rwih. 

ß. ^n^nn «: rh^^ Pismon, Bestimmung und Abfassungs- 
zeit wie N. 3, endigt '•K^cm •»:»'. 

7. HBlt^ ncn« ^D3D DnpN, deren Anfangsworte die Zahl 
179 d. i. das Jahr 1419 bezeichnen, ist ein i. J. 
1421 verfasstes doppelt alfabetisches Tachanun, endigt 

rato pro. 

8. ^r\pyk irai^ DW ny\p^ deren erste vier Worte das 
Akrostichon t6^p geben, endigt r\yt<b) Wp)üb. 

Schealtiel's ÜW^ TTI« (N. 2 *) hat er mit einer Strofe IpOr) 
versehen, die auf ^JWD HD ausgeht, so dass Pe das Vav 
vertritt 

Aaron hacoben. 

1. Vidui Tl^anni '»noB'K "»J«, doppelt alfabetisch, der An- 
fang der Zeilen ist abwechselnd "»i«, nn«. Von Ver- 
fassern dieses Namens sind ferner: 

2. Sabbatlied rv:^) pr "p*?B'N. 



«) oben S. 270, vgl. S. 237. 

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-^ 381 — 

3. Gedicht HDDm VRO "h^c^ [Akrost. pn jrDH pH«] am 
Ende eines pentat Commentars (cod. Paris 102 a. F.). 

Aeltere Autoren Namens Aaron hacohen sind: 1) der in 
Hapardes 26c, auch von Abenesra angeführte 6aon [b. Joseph] '), 
2) [b. Meschullam] in Lunel, um das Jahr 1200, 3) der Vater 
SamuePs, den Zidkia citirt, 4) der in Tosafot, bei Isaac aus 
Wien und sonst genannte»), 5) [b. Chajim] A. 1227»), 6) [b. 
Joseph]*), 7) [b. Jacob] Verfasser des D'^^H niHIN*), 8) dessen 
hebr. Wörterbuch in der akademischen Bibliothek von Madrid 
iegen soll, 9) ein Commentator der Hagada, angeführt in cod. 
Rosai 177. 

Rüben b. Jochanan, der Sohn des oben genannten 
Autors. 

IDJTBnm U^rhH nsyn Bussgebet in 8 Strofen. 

Chananja b. Schelachja (vgl. Chananja oben S. 344). 

1. p'^an DWD ronn Chatanu für den 17. Tammus, dessen 
p^ endigende Strofenverse die alfabetische Ordnung, 

die vierfach ist, befolgen, z. B. jmi "^2^0) ^ ^^))i SIlK'i 

2. uhn D^D '»p^BN, dessgleichen; die Strofenverse endi- 
gen D^KOT. Dreifaches plD. 

3. Sn '»:D hn b^nr» für Suhhfest, die Strofen beginnen 
und schlicssen ^Nlt^^, alle drei Kummern haben glei- 
chen Bau. 

4. "hn^ ^^"»n nWDlJ hymnenartiges Bussgebet, die Strofe 
beginnt niKDS, der strofische Vers endigt Wlp, die 
Zeilen geben dreifach den vollständigen Namen, 

Abia b. Joktan DJ^IDH. 

"^nw 102 nntt^N Chatanu über die zehn Märtyrer, der 

strofische Vers endigt ü^rbt<. 
Schabtai b. Kaleb. 

1. lDyt< %lb« bt< die Strofen und die Strofenverse heben 
% an. 

2. ITjn G^pnt^ IHDN, die 7 Strofen beginnen und endigen 
^HD«, dreifach gezeichnet pin ^rOW. 

1) vgl. meine Bemerkungen in Geiger Zeitschrift Tb. 4 S. 889. — *) 
znr Gesch. S. 47, 97. — «) Ritas S. 194. — *) zur Gesch. S. 99. — ») 
Ritus S. 31. 

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— 382 — 

3. D^3)« \^DN D^:d, Strofen wie Strofenverse heben ü'^ an. 

4. DilTin nn« ^na, die Strofen heben ^TU an, der stro- 
fische Vers schliesst nbn^l. 

5. nnVDI TIK «in, Strofen wie Strofenverse heben WH 
an, ist nach ^''^<N, TXl u. s. f., hat nebst pTH ^nar 
vielleicht auch noch 2^3 3*1. 

6. D%*1^N bfc< ^n, Strofen und Strofenverse beginnen ^n. 

7. -»S^D 'ÜDIB^ ^n, die Strofen heben '•n an, die Strofen- 
verse schliessen ^ri; 12 zweizeilige Strofen. 

8. Daiß^^n )ÜV^ jrni\ die Strofe hebt m'» an, der strofische 
Vers jm^ oder jni^. 

9. N^S: nn« JVi\ die Strofe hebt fir an, der strofische 
Vers rmN oder "piX, der letzte "pv. 

10. "^12 böB^ "»ilDD die 7 Strofen beginnen und endigen 
"»JIDD, gezeichnet pn ^PDir. 

11. loy Iptt' nW zweizeilig, für den Abend am Suhnfest, 
die Strofe beginnt nbv, der strofische Vers en- 
digt ITO. 

12. nrüb "»rrnN iniC^ Chatanu, die Strofenverse endi- 
gen *iinto. 

Die Nummern 6, 7, 5, 9, 10, 3, 8, 1, 2 sind zusammen 
die Variation der einzelnen Worte von Jes, 38, 19, aus wel- 
chem nur die Worter 2N DVD übergangen sind. Verschieden 
ist der karäische Dichter Schabtai harofe b. Kaleb und ein 
A. 1534 in Arta lebender Schabtai b. Kaleb. Indess ist 
Schabtai harofe auch im roman. Machsor, woraus ed. 1545 
Cstpl. und der karäische Siddur durch Versetzung der Stro- 
fen Tischbi gemacht, vgl. Ritus S. 161 Anm. t. 

Schabtai Chabib b. Abischai hat die philosophische 
Schulsprache in seinen Piutstücken *). 

1. nXD hD2 y^ ^n^<, von der 6. Strofe an halachisch, 
die Anfertigung und Lesung der £stherrolle anlangend. 

2. D'»op Uhnno D'him in 5 Strofen mit Strofenreim. 

Ausser diesen beiden Selicha's, die für Estherfasten be- 
stimmt sind, hat das griechische Machsor noch die folgenden 
Stücke: 



*) nnion r» (n. 3), otüura '«d dqd'tid (n. 4), niK^ston ymo 

(N. 7). '^ 



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— 383 — 

3. V2\i/2 pIK^ IIDD ^ü für Sabbat Para, theil weise ha- 
lachisch. 

4. n::iD U^^ TTDD "»D für den 8 Tag Azeret, wie N. 3 
gezeichnet, der strofische Vers endigt Tl. 

5. htntin -pp not^ "poS •»» f&r Sabbat Hachodesch, der 
strofische Vers schliesst ^^^l^». 

6. ^^ 'ht< "h^ nytC^ metrische Eröfinung für Sabbat Ha- 
chodesch mit durchgehendem Reim, endigt yipb 

7. nDj;3 31 '»:itt^ metrisches Kaddisch für Wochenfest in 
12 Reihen mit durchgehendem Reim. 

8. "»b^Sl^D '':dn: ITl^' Eröffnung für Pesach in 9 Strofen, 
der strofische Vers endigt Tl. 

Ausser den Nummern 1 und 5 haben die übrigen nur 

Schabtai b. Joseph wird in einem Ms. als Verfasser 
folgender drei Selicha^s genannt. Ein Joseph b. Schabtai 
^J13i7p der auch Dichter war lebte A. 1336; vielleicht derselbe, 
dessen Selicha's im karäischen Siddur») befindlich sind. 

1. HüO D'»pnifi', nicht näher bekannt. 

2. Dninn bt< nntt^ Tachanun för die Bussezeit in 4 Stro- 
fen, im Charakter spanischer Pismon, gezeichnet '»raiß^, 
endigt nWs '»SDB^D by. 

3. niV n^iyDD nn^ltC^, in Ms. Luzz. überschrieben: p:nn 

ns'^n '•ratr nb, endigt nb nbo'» 'ni und ist für den 

10. Tebet. 
David b. Elieser aus Kastoria. Ein Vorbeter Elieser 
aus Kastoria lebte um 1400, wie aus dem Commentar Dosa's 
b. Mose erhellt; der Abschreiber Elieser b. Abraham aus 
Kastoria im Jahre 1467*). Unser Verfasser, TH ^C31 aus 
Kastoria in den Handschriften genannt, fuhrt in seinen CoYn- 
positionen akrostichisch auch die Namen in^2t<, iVnH und da 
er häufig auch yt^UI ^n zeichnet, so vermuthet Luzzatto, dass 
er in einer schweren Krankheit, von der er genesen, jene andern 
Namen bekommen. Man übersehe nicht, dass Tn, n^PlN, P^DN 



i) Th. 3 S. 286: prh VtT H^b» ^12: 3^ 1^3^ ^HK- - *) Verz. 
bebr. Mss. in Wien 1847 S. 109. 

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— 384 — 

denselben Zahlenwerth haben, dass die Composition nTDt< die 
einmal vorkommt pater sanavit heisst, im Buchstabenwerth dem 
TetragrapDmaton gleicht. Daes diese Bezeichnungen keinem 
verschiedenen Dichter gelten, geht aus den Mss. von Constpl. 
und Luzzatto hervor, die so gezeichnete Selicha^s dem R. 
David zuertheilen. 

1. DTül "»n^N nimN. 2. DTDWI ^r^rhD '•n^N, genannt: 
Gebet David's. 

3. n:ij» Onp V1^«, Chatanu. 4. D^DK^b D%lb«. 

5. nsm^ ^D DH. 6. ü>^y bn üv i>n«. 

7. THBD DIK' ITl« wohl eine Nachbildung von Jehuda's 

8. GJQ 1^•^D m« -p-Q. 9. "iD^ Dj; >:« ^nnan, in der Ueber. 
Schrift m^\t^ genannt 10. ^Ä ^rr^D m: ^im Techinna. 
11. müO ^^nitm O^^n, vermuthlich endigen die Stro- 

fen D^'in. 12. nwirra p^t^b noN. 'n. 13. '»:ik'^ jyn 

■^nno« Peticha. 
Die Nummern 2, 5, 9, 10, 11 zeichnen den Namen "Tri; 
N. 1, 3, 4, 7, 13 )rV2t<y N. 8 und 12 rOHH, N, 6 rpriD«, und 
von diesen fuhren die Nummern 1, 6, 7, 13 in den Mss. die 
üeberschrift TT\b. Ausser N. 5 und 10 mit der Ueberschrift 
•PTT? ronn haben sämmtliche Stücke auch den Vaternamen. 
W\y^ ^ findet sich in N. 6, 7, 12, 13 0, eine ganze mit WO 
beginnende Phrase in N. 8*). Ueberdies zeichnet N. 12 pFI, 
N. 2 pn — '•:«; n^D pH ^ pin haben N. 3, nebst yütO 
N. 9, ohne n^D N. 1. 

Elkana b. Schema rja DJ^GH, vielleicht der Sohn von 
Schemarja b. Elkana. 

DWIO '•b^N ein Hymnus in 16 Strofen, nach der Art 
wie U^pn^ ^2rDt< des Sühnfestes, nur wortreicher; die 
je ersten Zeilen beginnen D^HD ^^^N, die zweiten 
G^Dm ^:31, die dritten 13:1 ^Ä<1, der strofische Vers 
endigt "jb. 
R. Elkana war um 1400 in Kandia, wie aus Dosa b, 
Mose") erhellt. 



*) onrichtig ^yip] bei Pinsker 126. — ») Pinsker a. a. O. — «) Com- 
mentar ms. Parascha 21^, 

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— 385 — 

Elnatan hacohen. 

1. ^t^Di "jn^D"» bt< eine dreizeilige Tochecha in 13 Strofen. 

2. -^^ip h lö«'» D« dessgleichen in 12 Strofen. 

Vier Strofen haben in beiden Stücken denselben Anfang, 
die letzte Strofe der ersten Nummer lautet wie die zehnte der 
zweiten; in beiden kommt HD^nn vor. 

Leon b. Michael Di'IDn. 

1. tr\)ro yh )bbr\ Hymnus in 11 Strofen, der erste Stro- 
fenvers beginnt und der letzte endigt rv^bbn, alle 
übrigen heben )irhbtl an. Der Dichter bedient sich 
mitunter aramäischer und taimndischer (3^0 abtrock- 
nen, |Tn Gehäuse, VDIO), auch peitanischer Ausdrücke 

2. bb)r\ü) nn« TDI^ Hymnus mit dem Akrost. pn pt6; 
IDtS^ beginnen alle Zeilen und endigen alle Strofen- 
▼erse, der Schlussvers ist das aus Tr. Soferim stam- 
mende mnbx "in« u. s. f. Es kommt vor: 3T0n im^JOn 
a>r{\tn uh^\t^ (niedergedrückte und müde), D^3D: TJi ^D2, 
3tn: synonym dem altern 21«! (Ritus 239). 

In italienischen Mss. ist ein Hochzeitsgesang blp3 N*lpt< "j'? 
niDT, dessen Strofen theils ni, theils r\b reimen, mitdemAkr. 
fDW pn pN'^b, derselbe schliesst n^lWI njnir» ir»nn. Offenbar 
ist Jehuda, der Verfasser des auf r\b reimenden Hochzeit- 
liedes «l^:i Gl^ «lfi^^< n'^lfi^, derselbe Leon; in beiden Stücken 
heisst es no] b)p2 niÖTOH ^^1. 

Schelachja b. Chananja, vielleicht der Sohn des oben 
S. 381 genannten. 

'•Jl^nnD 'n b« ^^y^ t<^t< für den Sühntag, in 8 Strofen, 
endigt OniDDH ÜV2 Wrh nUß^D. 

Raphael ^:iT b. Isaac aus Faenza verfasste in der Busse- 
woche des Jahres 1450 (am 6. Tischri) ein Tachanun (cod. 
Rossi 802) als Introduction zu der Akeda von Abbas, anf 

nm© rvn pm vi^n n ^n, endigend n^itr '•pik n*»»^! "»212^:1. Die 

Strofen geben akrostichisch pn V'JT pHlT n"ra2 ^31 bwB'l "»i)«. 
Vielleicht gehört demselben Rafael di Faenza das Gedicht zu 
Ehren der Galantina in cod. Rossi 420. 



<) Nach Lnzzatto's MittheUnng. 

Znnx Literatargescb. der 870. Poesie. ^ j 

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^ 386 — 

Menachem b. Elia aus Kastoria*). 

1. mOK^N Dip2 DTH TTp"» HD, Peticha. 

2. n%1« n;ß^N mix pyo Gebet und Tochecha. In beiden 
Stücken ist m'b^ nmülC^po rrhn 1"D p DTÜD gezeichnet. 

3. Gebet (n'psn) genannt npm TH ny\ff oder fjK'ote; 
anhebend mit Ps. 100 (vollständig), 118, 19, Richter 
5, 3 worauf folgt: Hiwn ^OnOH pDH HN ^nm >DJ«n 

onoN D'^mo: «nian «vi m^ 'h «bn imniS^ 'oä« dn rvn 

'Dl Onir^l D^Ta: nniDinOD vy\. In dem eigentlichen 
Gebete, zu welchem Vorhergehendes die Eröffnung 
bildet, sind für jeden Buchstaben des Namens 10 Zei- 
len zu 5 Worten jede verwandt, und alle 50 Worte 
fangen mit je einem und demselben Buchstaben an, 
also z. B. Buchstabe TD: ^ntT^D b^D bbino GipD ^Dbc 

'^D^ niH^iND ^nni^'o m^noo ni^iOD ompp d^dk^d. Das 

Ganze gibt: b"l H^^N ^"3 p Dn:D. Ein Erlösungs- 
Wunsch nebst Bibelversen beschliesst das Gebet, das 
20 Blatt einnimmt. 
Menachem Jehuda. 

10 nnDipo. 

Menachem Bul^ari, ist nach der Ueberschrift Ver- 
fasser von: 

ni3« HDT '»T? nnpH, alfabetisch. 
Menachem. 

rhr\H bb^Dt<^) Hymnus und Gebet in 10 Strofen. 

nj;:st< nyn»). 

Abtalion b. Samuel Mejuchas. 

"»nWOTO^ "h mt< Chatanu in 20 Strofen, durchgehend 
mit Ringworten, ausgenommen zwischen der 3. und 4. 
Zeile. Die Anfänge der ersten 6 Strofen geben pbcDX; 
den vollständigen Namen die Ueberschrift im Machsor. 
Der Name Mejuchas (sü^^vr^C) erscheint seit etwa 500 
Jahren unter den byzantinischen Juden. Mejuchas b. 
Elia ist Verfasser eines pentateuchischen Commentars, 
den Elia Misrachi (zu Levit II, 38, Numer. 7, 16) 



1) irrthümlich einem Karäer Noa anertheilt bei Pinaker S. 25 uod 128, 
vgl. meine BerichtigQng da«. S. 226. — *) das. S. 127. 



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— 387 — 

anfährt; Mejuohas b. Jehuda lebte etwa 1400 auf Eandia; 
Samuel b. Josna Mejuchas war 1529 Richter in Arta^); 
Pmchaa b. Schabtai Mejuchas 1579 in Janina'). In neuerer 
Zeit führten diesen Namen der vor 100 Jahren in Constanti- 
nopel lebende Verfasser der Rga. DTDN ^33, Abraham b. Je- 
huda, dessen Bruder Natan und dieses Natan Sohn Jehuda; 
Abraham b. Samuel, Verfasser von y^n TXW und dessen Bruder 
Mejuchas Rabbiner in Jerusalem, der mehrere talmudische 
Werke geschrieben, ferner Mordechai Mejuchas von dem 
1794 ein Buch erschienen, u. A. m. 

Jehuda b. David, in den Mss. auch Gur Arje *) ge- 
nannt. 

1. p^om ^3^? |TQ, Peticha des 6. Tages, gezeichnet mir?. 

2. nDT iVtl ... 'H n« ni^: ^D-a, Peticha des 9. Tages, ge- 
zeichnet rmt< ni3 *). 

Vielleicht geboren ihm 



die in demselben Ms. sich 
befinden und den Namen Je- 
huda zeichnen. 



auch die Peticha's: 

'^ynn ^:h2 (2. Tag), 

-py pn n> (7. Tag), 

r&\ mriBN dp (lO. Tag), 

Elia b. Samuel b. Farnes aus Stepanow ') am Pruth, 
correspondirte mit Mose Eapsali, Salomo dem Grammatiker, 
seinem Schwager Abraham, stand mit Männern in Iscopia in 
Verbindung, lebte vermuthlich in Widdin, vielleicht spater in 
Constantinopel. R. Joseph Kolon (N. 83) erwähnt des R. 
Elia Parnes in Constantinopel. Zeitgenossen von Elia Mis- 
rachi ') waren Parnes b. Elia und Schmarja b. Parnes. 
Nach Samuel Algasi^) hätte Elia b. Parnes aus Kreta 
bereits A. 1390 einen Commentar des hohen Liedes verfasst. 

Unser Verfasser schrieb i. J. 1469 seinen pentateuchischen 
Commentar genannt jrOTn 'D^) und ausserdem verschiedene 
sjnagogale Lieder und Gebete '), als: 



») Biigamin Seeb Rga. 422. — «) Samuel Kalai Rga. 68. — «) •T^nDH JHi 
^"T in tÜ31 8- Pinaker S. 127. — <) Mittheilang LuzBatto'a, Okt. 1852. — 
*) T®UOI^, IDHOiy 0^^' Mwrachi N. 80), 1B>Ü18^K (Jacob Herab Rga. 71b), 
daher unser Autor i^^Biei^n- — *) •• •• O. ~ ^ OH« HTT^- — *) ^pp. 
278 Q., 220 Bl. ^ ^ Minheilung Steintchneider«. 

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1. h mon l^t< h ^ny ]^« nach der Melodie üTim ^. 

2. on'^l^ ^i3b omn I'TD« zum zweiten Kaddisch am Sab- 
bat, Abends, Akrost. '»n ]\^n liT^«. 

3. uhhVi^ bo pn« TDOnw Eröflfeung der Megilla-Lection, 
kabbalistisch. 

4. now: ^D ^nb« TDDn« ähnliche Eroflfeung. 

5 — 7. Gedichte für Barch u, Kaddisch und für den Neuver- 
mählten. 
8. '»nw^: ybn ü^rht< Selicha nach D"«, jede Strofe be- 
ginnt D\lbN. 
9—12. Tachanun: '»n^DK' >3N; M ^DD« [Melodie "»^H W]; 
nnrt Dip« zur Akeda (rvht< "^i«); niDl^« ^pn P« 

[Mei. '»nop nnic']. 

Elia b. Abraham aus Kastoria, in der Ueberschrift von 

N. 1 n>bH H^DD genannt. 

1. p^jn3 ''3^1 '^y'V KÄ'« Chatanu. 

2. rmn b^b nn«, am 8. Azeret vor r\)ü^y: -jn^i b«^ 

üblich, eine schwache Illustration der Salomonischen 
Tempel weihe, ist dreizeilig und zeichnet Dlbyn )r(hii 

D-D ürroH ^»3^3 pin. 

Mose b. Jacob, der Exulant genannt'), weil er im 
Sommer 1506 von den Tartaren in Lida gefangen genommen 
und nach der Krimm geführt wurde, ist im J. 1448 Nov. 
in 3nt<tS^ geboren, schrieb Erläuterungen zu mehreren bibli- 
schen Büchern, zum Commentar Abenesra's, eine hebräische 
Grammatik und das Buch DYVD ]W^; dieses letztere ist ge- 
druckt. Er lebte noch am 28. Adar (15. März) 1615, an wel- 
chem Tage er in Alt -Krim sein Buch lon *15nx (zum 
Abenesra) beendigte. Zweimal wird von ihm sein Schwieger- 
vater Abraham Zarfati angeführt Für die Synagoge von 
Kaffa hat er in Verbindung mit Ascher Cohen und Kaiman 
aus Deutschland verschiedene Einrichtungen getroffen. Von 
seinen synagogalen Stücken ist nur die Selicha bw T1 DVlbN 
«m: in 11 Strofen bekannt, die now D31 endigt Vielleicht 
gehört ihm die Zionide ^bo nnp ]^yo p^. 

Elia b. Binjamin halevi, Schüler von Mose Kapsali, 



*) rbon^yFO nibaO N2iT>n (Slddar Kaffa); syn. Poerie S, 362 «u be- 
richtigen; 8. A. Fi rko witsch in bo'TDn J»hrg. 2 S. 81ff., 39, 407. 

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— 389 — 

seit 1526 Rabbiner der Romanioten in Cstpl., vor 1539 ge- 
storben, der Ordner des romanischen Machsor, bat viele 
Gedichte und religiöse Poesien verÜEtsst, die zum Theil in 
nicht weiter bekannt gewordenen drei Werken (rh)^ nn^in, 
yXi nD, IDton tOSt^) niedergelegt waren. Das romanische 
Machsor enthält folgende Stücke: 

1. ein Gebet für die Bussetage, das der Verfasser n^2 
^^hil^) genannt; eine misslungene Nachahmung der 
Gabirolschen Konigskrone bestehend aus 1000 mi^ dem 
Buchstaben Bet anfangenden Worten, in 20 kleinen 
Abtheilungen jede zu 50 Worten ; diese Abtheilungen 
sind den Chatanu ahnlich durch Ringworte mit ein- 
ander verbunden; bei einzelnen Ausfuhrungen, z. B. 
dem Sündenbekenntnisse, ist die alfabetarische Wort- 
folge in dem je zweiten Buchstaben der Wörter beob- 
achtet, z. B. Dniß^33 DD:^a, -|nn2D ^n3^ora, i^noto 

iriöM, J«33 Dl^tC, oder nach prWTi (DPITOG moinriD), 
den alten Litanien des Busserituals nachgeahmt Der 
Anfang lautet: "ÜtHO M^3 H^K^Q, vorausgeht eine 
Introduction roit^D K1^. 

2. m "»inn W^X Reschut für den am Thorafeste den Pen- 
tateuch beginnenden, worin das Schöpfungswerk mit 
den einzelnen Planeten verglichen wird, durchgehen- 
der Reim m und gezeichnet yüiO pFl ^hn tvbH. 

3. n'Tüjn W "f? b« poetisches Barchu für Thorafest, 5 Stro- 
fen [Sab, AB] mit tlOTO endigenden Strofenversen. 

4. btnVP2 jnii Itt'N metrische EröflEnung für das Hütten- 
fest, 8 Reihen. 

5. D^D*a '^tt'D yiSM) Ipin nach Beendigung der Lection 
des Thorafestes, eine Begrüssung der beiden D^Tirt, 
im Abbasi- Metrum und mit durchgehendem Reim; 
Akrostichon wie in N. 2. 

6. 3K1D^ ^3^ Klagelied für den 9. Ab, nach dem Metrum 
der Zionide Jehuda halevi's und mit durchgehendem 
Reim U''- 



<) im Baeh6 yp ^y 47 a irrthamlieh dem Grammatiker Elia Levite «a- 
l^etehrieben. 

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— 390 — 

Selicba's: 

7. jm^ D^ab 3^< in 6 Strofen, von welchen die ersten 5 
3^< anheben, so wie auch die Strofenverse SM schlie- 
ssen; Variation des im Cyklus des Schabtai b. Kaleb 
übergangenen Wortes aus dem Bibelyerse, mit wel- 
chem daher gegenwärtige Selicha schliesst. 

8. ^^HM DM rülDit< metrische Bakascha mit durchgehendem 
Reim, alfabetisch, so dass sämmtliche Worter der 
Reihe mit demselben Buchstaben anheben; auf gleiche 
Art ist in den letzten vier Zeilen der Name (fiO^) 
gezeichnet. 

9. 3Dn IB^M ]n^ Tachanun für den Rüsttag des Neujahr- 
festes in 4 Strofen nach dem Abbäei-Metnim, Refran: 

10. TSfO tVn ip \*l^, Sühn tagsgebet nach dem Zuschnitt 
des hnn 12r Jehuda halevi's, 5 Strofen mit Mittel- 
reimen. 

11. m^JtO nüplW< Chatanu £ur den 17. Tammus mitStro- 
fenversen, die üh^tT\^ endigen, im Akrostichon ist auch 
p^:a na angebracht; 16 Strofen stark. 

Abraham b. Abigedor, in Prag am 7. Oktober 1542 
gestorben, nachdem er langer als 20 Jahre Oberrabbiner 
gewesen. 

DT1DN %n^N W« *), ein Nothruf in schlichten Worten, 
beginnt und schliesst mit den Namen der drei Erz- 
väter. In der Selicha -Ausgabe Prag 1535 ist diese 
noch nicht vorhanden, und bezieht sie sich vielleicht 
auf die im Frühling 1542 befohlene Vertreibung der 
dortigen Juden. Sie wird gegenwartig an dem klei- 
nen Sühntage rezitirt. 
Ascher b. Simeon. 

7:D rrhnb |T»^y bn ^ä mnt^« in 15 f&nfzeiligen Stro- 
fen, endigt nyf^ TV D^icnn'' pD, akrost. "^212 "ppn TB^X 
brun pVDtt', worin er für die Regierung seines Königs 
betet, gemäss der erhaltenen Lehre*). R. Ascher aus 



1) syn. Poesie 67. - ») 0^^,^^ bb&rh niDi ^ipiö >n^ p ^ 
Don )^ni< nwD hni - ^:n« riobo 

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- 3di - 

Frankfurt als Ver&sser einer kurzen Vidni wird von 
Joselmann (Ä. 1547) erwähnt'). 



XII. KAPITEL, 
a) Selicha-Dichter unbeBtiiiimter Kamen; b) Spanier. 

Neben den zahlreichen anonymen finden sich, wie über- 
haupt in der sjnagogalen Poesie, viele Selicha^s, die zwar 
akrostichisch einen Namen zeichnen, aber einen jener allge* 
mein gebräuchlichen und auch unter den religiösen Dichtern 
so häufig vorkommenden, dass bei dem Mangel jeder nähern 
Angabe, nur dieser Name, nicht die Person des Autors, ge- 
kannt ist. Die Erforschung der Quellen, minder noch der ein- 
zelnen Stücke, ist noch nicht so weit gediehen, dass von einer 
kritischen Arbeit bestimmte geschichtliche Ergebnisse zu er- 
warten wären, und müssen wir uns bescheiden, solche Seli- 
cha's nur zusammenzustellen, um sie nach allgemeinen Krite- 
rien den verschiedenen Epochen und Ländern zuzuweisen. Die 
Namen, die hier vorkommen, sind Abraham, Binjamin, David, 
Elasar, Elia, Isaac, Jacob, Jehuda, Joseph, Meschullam, Mose, 
Salomo, Samuel, Schabtai. 

Abraham. 

1. »n n« rD13« Peticha in 6 Strofen, der strofische Vers 
endigt DTDK. 

2. nta mo ^^t Techinna mit durchgehendem Reim, endigt 

rmn tdt. 

3. H>:snrh Vatt^ ^DW "p« Chatanu für den 17. Tammus, 
endigt l^« n*?D«D. 

4. nom nbs: f« in 8 Strofen, für den 10. Tebet, endigt 

5. Ki rmn Vrvi^h ^ni^^K Klageruf in 7 Strofen, endigend 

'»njni^n ^rht< ^nnij;^ rmn (Ps. 38, 23). 

6. >D >JD fi6 y^ Klagen, die an Isaac's Opferung, die 
drei im Ofen und an Daniel erinnern, zwiefach alfa- 



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— 392 — 

betisch, zeichnet ppn ünTDH. Ende: ttmy^ "OÜTtr 3Wn 
TD hy ''•DN D'^Dtt'«. 

7. ^HDDD^ btjt in 6 Strofen mit verschränkten Reimen, ein 

Mostedschab. 

8. ^j; Dinn b»'). 

9. HmS n«l^: D^BD b« für den Sühntag, die 4. Strofe hebt 
niC'D pWü an; Refrän nfca N\-| 3njD. Wird im Ritus 
Troyes empfohlen. 

10. *?2n pD n^N für den 10. Tebet, 4 Strofen mit ver- 
schränkten Reimen, der Strofen vers endigt 0*?Kn\ 

11. '•bbvDD niirte n*?N in der Selicha- Woche, endigt '^ >D 

12. n^1!i nn« D\n^« für den Sühntag, 8 Strofen die DM^ 
anheben. 

13. ^1^^ ^D« in 5 grösseren Abtheilungen jede von 10 Zei- 
len mit Mittelreim, endigt ^^^yo DTm im. 

14. 7^21 by "TW m>yN, irrthümlich Abenesra zuge- 
schrieben. 

15. D'»:1DK 1DD« für den 10. Tebet, 8 Strofen, endigend 

16. 7nn« p 3« no] Gedenk -Gebet für Esther- Fasten, 
endigt uy ^V2. 

für die vier TefiUa's des 



17. nnrwn nbsn nyott' »n 

18. D'^EOiDH nSsn nj»i^ 'n 

19. nn:)on nben nyoi^ 'n 

20. rh^y\ n^DH nyoi^ 'n 



Sühnfestes; in jeder Strofe 
beginnt die erste Zeile 'D 
nyott', die zweite tTDO VI, 
die dritte na^KpH M. 

21. nr DDH^ ^HD^ 4 Strofen, die erste zu sechs, die an- 
deren zu zwölf Halbzeilen. Die Strofen 2 bis 4 
geben IDK. 

22. DT» l^n« 'nb Hymnus in 9 Strofen, jede beginnt 'rh, 
so auch der Strofenvers. 

23. »np 2pr bip *) so beginnt jede der sechs Strofen, hat 
strofischen Reim. 

24. ny\p ]y^by '»nb« in 5 Strofen [3ab, bA], endigt ühv 

mra\ ipro. Refrän mro nn^o rh rünjn (Maieachi3,4). 



«) Pinaker S. 126. — «) »yn. Poesie 328. 

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— 393 — 

Alt sind N. 4, 14, 15; N. 6, 13, 17 bis 20 stammen aus 
Frankreich; N. 11 aus Deutschland, N. 7 und 9 vermuthlich 
aus Spanien. Die übrigen weisen auf Italien oder Griechen* 
land hin und scheinen höchstens ein Älter von 600 Jahren 
zo haben. 

Binjamin'). 

1. p'»3n3 ]\'hy TDK mit Mittelreim z. B. ^nte ^T))bp^ '»HIDtWI 

ü'oy w, endigt -pbcro ruyni. 

2. '»aaro Uta ^3« "^rhn zu zwei Worten die Zeile, am 

Schlüsse: DTüno N1SD D'»jn:i pFI ü^m OniD^ D^JTii btD2. 
Endigt pm DTTI bn. 

3. '»nsi^ nr"l rrwi ^^S« metrische Bakascha, nach D"«, 

schliesst >reiß^ niSn mjo \"ib« ^::nnn jn« «^ ü«i. 

4. vh\d7 nriN 3W i:« 7:3 einfaches Bnssgebet in 6 Stro- 
fen, das hauptsächlich Regen erbittet, akrost. pD^33. 

Endigt Yit<r\ ^D by p'»Sy 'n rinx ^d (Ps. 97, 9). 

b. ^K raVW ra Bakascha [ababccb]. Refrän 1^ "TW 
TWn nb'»« bv rajob H^Std. Der Reim b meist nur 
Ein Wort. 

6. rü« Tj; |ra ra die ersten 6 Halbzeilen jeder Strofe 
haben beliebigen, die letzten beiden, nnjD anhebend, 
den Strofenreim, durch ro^nb des Refräns (Ps. 102, 
14) bedingt; 11 Strofen. Endigt nn\"l ropi nPI« nnyi 

rxnf "h. 

7. rb^nn rr^^b "^rrbv rmra hat Ausdrücke wie rüim n^Bi, 
amü py. Ende: at^tro -|Svi. 

N. 1 und 7 sind im französischen Machsor und älter als 
J. 1277; N. 2 und 3 scheinen einen und zwar italienischen 
Verfasser zu haben; N. 4 ist vielleicht älter als J. 1200; 
N. 5 und 6 sind spanischer Herkunft. 

David. 

1. "^y^ n« '•n><»*: ybi< Techinna mit Strofenversen die 
ü^ütt/ endigen. 

2. D1%n Ü ntt'« Dljnb mw eine Ermahnung gegen die 
Eitelkeiten, hat stetigen Reim und endigt ^^^31 nbiy. 

3. nre prw "n^W ^rhl Gebet zu Neila, in 4 Strofen. 



1} Note 85. 

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— 3d4 — 

5. yiTD ^2\ih rhhn ^n^-l gleich N. 4 zum Vorabend des 
Sühnfestee, 4 Strofen. 

6. on^iDK Dpi« -piöb tODH, Klagen in der Bedrängnigs, 
zwiefach pniC'n, endigt 12} DHIK D^DI inn (Ps. 9, 13). 

Nummern 1 und 2 gehören Italien und sind aus dem 
12. Jahrhundert; N. 3 bis 5 vermuthlicfa dem Süden Euro- 
pa's, N. 6 Deutschland und ist nicht jünger als das 13. Jahr- 
hundert. 

Elasar. 

1. \n^«D "h nnN. 2. -^M '»DJ;Dj6 in« eine religiöse Be- 
trachtung, der Strofen vers endigt Hlb^b, das Ganze 

3. 'H DWN b^ Chatanu für Gedalja- Fasten, mit Ring- 
Worten, endigend UKÜH O 0''3N ):h rhu. 4. rUTO« b«. 

5. yn ^oiTD m rhn. 6. nwD»i ^b«. 7. m^y nc^ann. 

N. 1, 4 bis 7 werden in einem Ms. aus Damaskus') ver- 
zeichnet, theilweiee dem Elasar Babli zugeschrieben; N. 2 
ausgenommen, das wohl französischer Heimat ist, gehören die 
anderen nach Griechenland und dem Orient. 

Elia. 

1. "^n^li Dra ^h ^1N Erfösungs- Wunsch in 8 Strofen. 

2. ni3i nnon bt< Pismon, endigt ji:h obo nis. 

3. ^b ^Dn bi<\ 'n laiyn S« Hülferuf in 7 Strofen. 

4. '»nmott' ^DD ni2J jbw Chatanu, zwiefach alfabetisch. 

5. -jnnD "jb« rUN Bussgebet, endigt irni«lon by ICD). 

6. "^ronn b*»©«') Tachanun des Sühntages, 5 Strofen in 
10 Halbzeilen [4 ab, AB]. 

7. '»nt^on niß^N nx zweizeilig, in 48 Zeilen, endigt 3pjr 

yy\n2 arro^) pm^, 

8. w:ini '»D nDN3*). 

9. npjnv *?«ntt^'' nD:iD Techinna für den 17. Tammus in 
8 Strofen. 

10. DVü^ 3iyn zweizeilig, gleich der N. 9 mit talmudi- 
schen Ausdrücken, behandelt die sündige Menschen- 
natur und endigt inbnn *^DDi. 

») Pinsker S. 121. — «) das, — ») syn. Poesie S. 326. — *) Piiuker 
S. 126. 

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— 895 — 

11. (Tiell. *) [al. HBO] |M!0 tTpD, die langjährigen Leiden 
und die gegenwartige Noth wird geschildert, nach 

Die N. 1, 6, 8 sind im griechischen, N. 2 im franzosischen, 
N. 7 im italienischen Ritus, die übrigen in den deutschen 
Mss., die N. 3 und 9 auch im römischen Machsor. N. 3, 4, 
5, 9, 10, 11 sind alter als 600 Jahre. 

Isaac. 

1. 3Bpm nt^'\ •JiTK die Verse der Middot (Exod. 34, 6. 7) 
▼ariirend. 

2. Q^y\KT\ Wa nnnOD bt< zweizeilige Peticha, schliesst bv 

3. yion %*P p'na bn variirt in 8 Strofen die Phrasen 
nDDD I^DTOI [aus „Abinu malkeau"}, HTipM inpDI 
[aus der Musaf-Tefilla des Neujahrfestes], die Anfange 
der ersten Strofenzeilen geben zwiefach ippH prCT. 
Jede Strofe beginnt p^l^ btf. Ende DI*?»' mipra liipDV 

4. i;hrm ItO 7*?« D^^^ 3 Strofen für Neila, endigt ']b 

•pnb b)^H nnatto. Akrost. pn pra^ ^:k. 

5. Yip»( PTN "»^N ^*?« reimlos, die Zeile zu vier Worten 
gleichen al&betischen Anfanges und eben so am 
Schlüsse die Namenzeichnung. Endigt tOlp b^p 

6. l[mm nt^« b^ roitt^l robn Israel die verlassene Ge- 
liebte. Nach yt<. 

7. ni^o; jDM n:iDK Akeda mit durchgehendem Reim, en- 
digt npm TDI, akrost pTH pHlT. 

8. ttjnWDI ü*»-!!; d:ö«*), mit Refrän DW, Dtt^ni, zu drei 
Worten die Zeile. 

9. noujn >Ä< rem in 9 Strofen, in der letzten ist viel- 
leicht y)^ ^3*13") gezeichnet, endigt y\tn rctO '»i^y. 

10. "»Dn ra n« ^b ran« das Elend Israels und der Völker 
Wohlei^ehen, Berufung von der Strenge zur Gnade; 

endigt ^ "]:w om nyoi^ ^ip. 

11, Iß^ai 'H 7:© n«, endigt n^mi WD3 U^, Akrost. 

pn prcr. 



») die letste Zeile laatet: TyjJüW 'H HiW ÜH 1i^^- — *) ^7^^ Poesie 
S. wo Dod oben S. 254. — ■) bjp TDjril^ 3*0 * 

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— 396 — 

12. t6t rmy bnn nn« hoSt Befreiung aus Noth und Hafk, 

endigt ^niij'^^ra nwnni ycrro ppynni. 

13. -prwnp npai nmoiC^ra*) Pismon mit Strofenreim. 

14. lp)ü) ten *lpn Pismon, die Strofe zu 9 Doppelzeilen, 
die letzte jeder Strofe reimt zu dem Verse des Ein- 
ganges ^bnp yü^n — np3 'H. 

15. p^bj; bt< nn-^ varürt '•D^IDO, der atrofische Vers der 
5 Strofen hebt "»D an. Endigt DWS« bt< VOt; ^D. 

16. nnnDI tOltS^^ *p^ für Mincba, in der Weise Binjamins 
degli Mansi. 

17. nno rrm ^ihi/ l^njrr», der Besserung und dem Ge- 
bete wird die Gnade zu Theil; der Name ist nur in 

den Schlusszeilen ]nn DniDnom Ty lü^DD'» jTW^* Pin^TH 
^arrath lOn Dpjr»^ HDN enthalten. 

18. ni«^£): rutnj; n"» Hülferuf gegen Gewalt, 5 Strofen mit 
Strofen-, theilweise mit verschränktem Reim, endigt 

ryhbyn ani niojn br^ yhy rennoi ptryo rep wsi ^3 "mn. 

19. ontD^I D'*3rnj; m DV für den 17. Tammus, in 5 Stro- 
fen, mit Ps. 23, 4 (*p3t^ u. s. w.) schliessend. 

20. ntrn« im« DV Or dreizeilig, der strofische Vers be- 
ginnt ^T>«; endigt jnn TD ''^bö M^ und zeichnet 
ppr\ pTOV 

21. HT oniDD DV varürt die ältesten Formeln MOH *?y, hat 
Strofenreim. Refrän ist Kohelet 7, 20. 

22. p^^V •TnD3 3150"^ Pismon in 8 Strofen, vielleicht fehlen 
3*); den Namen gibt die erste. 

23. mWBD D^DK^ 31^'» Pismon in 6 Strofen mit verschränk- 
tem und Strofenreim, endigt injm« nVIDt^ JOK^. 

24. '»nj; ^3S *?j; ^HTD'» für Gedalja-Fasten, 7 metrische Stro- 
fen nach 'y^ mit peitanischen Ausdrücken, zeichnet 

pFi pnip. 

25. Dnan nnjr")- 

26. inon 'n miP dreizeilig, endigt ^PinDDIDlC' 6^n>. 

27. nDNnn noin TJT Betrachtungen in 6 grösseren Ab- 
satzen, schliesst yych i:i3n y\To rwy ^y^h ^v ^njn 



1) syo. Poesie S. 2S6 N. 2. — *) dann wäre akroetiebitch ptn [plH^ 
p[PW?»- — •) Vgl oben S. 254. 

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— 397 — 

28. laif b)i p|t<r« endigt tcnin ^3 ii^n«i:nb. 

29. |TDn ^ilß^^*) in 5 grosseren Abtheilungen mit strofi- 
schem Beim, in einfacher Sprache. 

30. «Dm ^1D*) Techinna mit durchgehendem Reim, 
scheint in den Zeilen 2 bis 4 pHST zu zeichnen'). 

31. p^y V)nit^ a^cm ^^iÖC 5 Strofen, der strofische Vers 
hebt ^bw an. Ende '«iJO 'H HiTT» ^bw. 

32. •pom "]DN I^D n*?2n eine Litanie nach Art derer des 
Busserituals, alfabetisch und ohne Reim, jede Zeile 
hebt mit 13DD vh^Vi an. Ein Machsor ms. hat dazu 
bie üeberschrift: pTTlP Tl jUnn. 

Die Nummern 1, 2, 10, 12, 20, 22 sind aus deutschen, 
N. 3, 5, 11, 15, 17, 18, 23, 26, 27, 28 aus franzosischen, 
N. 8, 16, 25, 32 aus romischen, N. 4, 19, 24, 29 aus grie- 
chischen Machsor; N. 9 ist im karäischen Siddur; die N. 6, 
7, 13, 14, 21, 30 und 31 in verschiedenen Riten. N. 21 und 
25 befolgen DH"«*). Die N. 1, 5 bis 8, 12, 13, 21, 31, 32 
sind alt, auch fast alle übrigen nicht jünger als das 13. Jahr- 
hundert. 

Jacob. 

1. '»DNüriD axn« zum 17. Tammus; dem Texte zufolge 
zwischen den Jahren 1068 und 1168 geschrieben. 

2. ^\tn *ll^ pnx für Musaf, Aarons Tempeldienst zeich- 
nen die 6 Strofen deren jede pH^ anhebt; im Stro- 
fenverse n*lDD. 

3. D^D^;: KHJD jB'^ Aufforderung zur Busse, 4 Strofen 
[3ab,bA], endigt -JDnn yiTlD ^Iß^s: Hlhn (vgl. Ps. 17,13). 

4. "Q n^*1Nl5^ für Musaf, 3 metrische Strofen, der stro- 
fische Vers endigt D'^*11DD. 

Die Nummern 2 und 4 sind aus dem romanischen Mach- 
sor, wahrscheinlich von einem Dichter und nicht alt; N. 3 
stammt aus Spanien, N. 1 aus Deutschland. 

Jehuda. 

1. Dip2 Ppni DI« Chatanu für Esther-Pasten, in 8 Strofen 
mit Ringworten, endigt m2K nn3 ):b niDl. Vielleicht 



1) Bjn. Poefie S. 287 N. 3. — «) das. S. 286 N. 1. — ») H. J. Michael. 
-- 4) fl. oben S. 169. 



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- 398 — 

steckt in der Schlussstrofe ^) der Name Natan, 80 
dass Jebuda den Vater bezeichnete. 

2. }TO\t< rhtf Chatanu über die zehn Märtyrer; ohne 
Ringworte. 

3. '»HDtt^N rm« ü^rhH "pS« jeder Buchstabe des 3"« vierfach 
hintereinander, endigt )2y\p ^iT\p "»rQ! psn, gezeichnet 

4. Srun ^Nn N^ zweizeilig, zwiefach aifabetisch, schil- 
dert grosse Noth, die Schlusszeiie lautet: JT^D TTVSV 

TDy ^"D D^o*?TP njrnrn. 

5. TIM Ü'>:)f2t< rn« Mostedschab (Thema: Ps. 47, 3 'H >D 
bra "jbDI wm: p'^bp), Ermahnung für die Neujahrs- 
Nacht. Alle Strofenverse endigen *?ra. Ende: rO) ^3 
bm raiöl msiaD 'nb. Hat die Ausdrücke: n3N, 

6. >iT^jm ^3^3 Busse -Ermahnung, in 6 Strofen, der stro- 
fische Vers endigt 'H. 

7. ori 'H I^DI Hymnus zum Posaunenschall am Neujahr- 
feste in 5 Strofen, uneigentlich zur Selicha verwandt 

8. ^rm nin'' D^r\ zum Thema Ps. 34, 13 in 6 Strofen, die 
O^^n beginnen und schliessen. 

9. )^i^yü ir?^ oan rv in 3 Strofen, ein Gedenk- Gebet, 
wenn am Fasttage eine Beschneidung statt hat, zeich- 
net biT ppn rn\n\ Ende: rwrh d^pd tt^j; pa. 

10. "]0j; pn iV Peticha in 5 mit yrTH schliessenden Strofen. 

11. DV«lN'nii iV dreizeilige Tochecha in 16 Strofen; der 
Name ist doppelt angegeben. 

12. naitp \in \T?i< 'n för häusliche Andacht, zweizeilig, 
gezeichnet rvrV miiT; endigt y\V)\in HN niNnbl. 

13. nS"l nnriE« DV, Peticha. 

14. -pisb "noy DT» Pismon am Fasttage, 5 Strofen, Refrän 
na^lß^pn u. s. w. (Ps. 17, 2), hat verschränkten und Stro- 
fenreim und endigt '»njntr» ^5« ^I^N T^jn: 1:"»^^. 

15. m^DW "pj; D'»DSin för ausserordentlichen Pasttag, 12 
Strofen, die Zeile zu vier Worten, doppelt p'Htt^n, 

endigt: '»njnin 'n '»n^sn nyoi^ vinn nbyn t^b' pynb. 

Die Nummern 1, 4, 9, 15 sind aus dem 12. Jahrhundert, 



') rm bQD2 — mw wn- ~ ') vgi. oben s. 397. 

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— 399 — 

N. 2 ist Tielleicbt älter; N. 7 gehört dem Machsor toq Cata- 
lonien, N. 14 scheint aus Spanien oder Provence zu stammen; 
N. 3 befindet sich in französischen, N. 12 in römischen, die 
Nummern 5, 6, 8, 10, 11, 13 sind in griechischen Machsor. 
Joseph. 

1. rüNW nDW «um 10. Tebet, peitanischer Stil; gebauet 
auf Ezech. 24, 1—3, endigt nnD h)} bv!W "»aD «12«. 

2. r92T\ van h^T^n b» Tochecha [abab], alfabetisch; die 
zweite Halbstrofe ist meist eine Bibelsteüe. Die letzte 
[26.] Strofe lautet: IIC^DTI'»! yarr\ IC^pSDn 'f>7^^ >:y b« iXB 

•pn*? nnoira ^d« i^ ipo. 

3. '^empi rh:^ >nnx ^rh^ Pismon in 8 Strofen [3ab,bA] 
mit reimenden Strofenversen, Klagen und Vertrauen; 
endigt ^VTO ^Dbü •OJT •»!«. 

4. p'^by ü^rhtÖ «np« mit Ausdrücken wie ^:S^«, >rnT, 

ancop, '^laiß'. Ende: D^pni^ pw in^^np non biDn. 

5. nrani D'üM 131«*) hat die Bildungen: p^t^p, orO^S, 
D^DW. Ende: nrWt^V ^^^ HITD ^^D^ D'»raiS. 

6. 7nj62 nil^ p«1 lynb« nn« doppelt alfabetisch, endigt 

Ovanon 31^1'' wnjw^*?. 

7. ]T»S Dmn Dipn nn« (cod. Foa 42 N. 29). 

8. TliWnp [al. rh'hn] y::n nn)0tt^«3') dreizeilig, Ruf nach 
Vergeltung und Freiheit Das 3"« beginnt mit ^1« 

pin. Endigt b«nB^2 D%nb« 15^'' -|« inD«'»i i:jn. 

9. •ptt' nXV] np3 für den Sühntag, np2 ist Anfang und 
Schluss der 7 Strofen, endigt np32 Dm3« DDIT'I. 

10. (wahrsch.) "»Dir TOD« rT> ist in der Handschrift defekt. 

11. n«:i n«a n»'« n% 4 Strofen, die erste in 10 Halb-, die 
übrigen in 10 ganzen Zeilen. Ein Notbruf), endigt 

raan^ t6 p«b nnin 73^« n«i. 

12. np:3i '»tt'D: rr» Pismon in 7 Strofen [3ab,bA], der 
Gedanke an den Tod und die vielen Bedrückungen 
beugen des Dichters Gemüth. Die Strofenverse rei- 
men. Schluss: oyDH "»nKtoH jn« ny ^331. 

13. bp 3y by 33n iT» Pismon in 4 Strofen endigend 

Db\tn D^. 



t) gyn Poene S. 213 N. 2. — ») das. N. 3. — ») 1330 13pB1 TPir© 

npysn rv&>pr\ vh'O} fe ^3 n«n npi«i. 

/Google 



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— 400 — 

14. ny\p nnni on tV in 7 Strofen [3ab,bA] schliesst '»3 

15. ^i1p1 ^jn*1 n*' Pismon in 9 grosseren Absätzen mit Stro- 
fenreim, reine Sprache und schone Gedanken. Der 
Verfasser betete vor'). Endigt '»DDB^ "hüD 12. 

16. ^n^) ^*11N 'n Akeda, alfabetisch, in 14 Strofen, endigt 

17. p'iMi ^trm^ by 'n Bussgebet in vier 12- oder 16zei- 
ligen Strofen [5 oder 7 mal ab,bA], der erste stro- 
fische Vers endigt ^ilihn, die drei andern ^if. 

18. n^Dil nDi -|Dy 'H Pismon in 7 Strofen, endigt *?K Dir»! 

)norm 'n. 

19. rwnp: n^jr» DV 5 Strofen [4ab,aA], für Sühntag- 
Abend, hat den Refrän von N. 11*). 

20. D'»Dno ^ron DBH^ Chatanu in 7 achtzeiligen Strofen. 

21. ^rr\)i2 ^nTfr» metrischer Pismon für den Sühntag in 4 
Abtheilungen, jede 6 bis 7 Langzeilen stark [4 mal 

^ ], endigt y^^b nh\t/ %'T» y^y ^by "po' tttd. 

22. inil^n "TDyD y^^b D^JT» 4 Strofen mit Strofenreim, en- 
digend nraiD D2 D^n tr»N. 

23. "ü-l Biy^D anjr» Pismon in 7 Strofen [3ab, bA], der 
Strofen vers schliesst 'n. Busse wird Erlösung brin- 
gen. Endigt 'H i<y^) r:D ^j; nay ii^«. 

24. njnt&'^l 'n noiP Pismon in 4 Strofen, endigt p« 

mo'» D%n^«. 

25. nijmn n«D niJ'» Pismon in 8 Strofen, der strofische 
Vers endigt ^ü. Ende: I^DH |D TID'» N^. 

26. rnj6 nba ^nyilC^^ alfabetisch, 9 Strofen mit peitanischen 
Ausdrücken; im Strofenverse 3115^ oder HDW. 

27. D%'n*?N ^3J?DB^ alfabetisch, peitanische Sprache; die Stro- 
fenverse beginnen DItO und ausserdem kommt yilD oder 
SitO 10 mal vor; vermuthlich für einen Fasttag uns 
fruchtbares Jahr. 

28. "D y<ÜD pr^b ratC', 5 Strofen, endigend I^D^D^ XVTI. 

29. pai pOD On« nwn vierzeilige Tochecha nach pnWT); 






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die letzte Zeile der Strofe hebt an - - D ib ^IM. Ende! 

30. ^noa TWS vy iTHN Chatanu mit Ringworten und 

Strofenversen nach der Form *1D"I 03 D3 (oben S. 85), 
defect bei "»S nST ^HDl^. 
Schlu868trofen zu älteren Selicha*8 beginnen'): a) IDT 

Mj h) -pTo jn^v c) rao m\ 

Die Nummern 3, 4, 5, 9, 12, U, 16, 18, 20 zeichnen 
pn ^D1\ N. 2 bis 6, 8, 10, 12 bis 18, 21 bis 25, 
28 sind in französischen*, N. 7, 11, 19, 26, 27, 29 in 
römischen Machsor. Die N. 22 hat auch das Mach- 
sor von Tlemsan, N. 27 das von Tripolis. Dem ro- 
manischen Machsor gehören N 1 und 9, dem deut- 
schen N. 20 und 30. Die Nummern 1, 4, 5, 20, 26, 
27, 30 sind alt, die übrigen älter als 600 Jahre. 

Meschullam. 

1. rwbru Dl« T n^TK*) Klagen in 12 Strofen in einfacher 
Sprache, ohne Bibelverse; nach 3"NX, T^ u. s. f. En- 
digt NDD by 22r. 

2. nwSnn b^ yysh UOyO'^ Sn, die Verfolger von Assur 
bis Edom schildernd, zwiefach 3"«. Endigt nsjO 

3. rniWt< 'n "p:© n« Bussgebet im peitanisch-hagadi- 
scben Stil. Der Name ist zu Anfang und am Schlüsse 
gezeichnet Endigt '»JW b)pb noi^pn. 

4. nSDD "^HDa Pismon fiir Esther-Fasten, nach p^^il^n. 
Diese Selicha's gehören vermuthlich vier verschiedenen 

Verfassern, N. 4 dem ältesten, N. 1 dem jüngsten. Vgl. 
oben S. 161. 
Mose. 

1. jtnp ]tyüo nt^pwr{ p«. 

2. ratrOH t^B» uS'pdi«*) Chatanu für Musaf [romanisch 
für Mincha] in 8 Strofen mit Ringworten. 

3. IDONH 13'»n« )yr^ über das Wegnehmen der Gesetz- 
rollen. 



*) Ritus 146. Der Zusatz TO W^ ^^ Ip'üPrQ ^XIK> »" Machsor Avignon 
and Carpentras, ist nicht Ton Joseph. — «) »yn. Poesie S 192. — * ») Ritus 
S. 116. 



Zans Litcratargctdi. der tyn. PomI«. 



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— 402 — 

4. B^pao 1^1 inn ]^H, in den Strofenversen W, endigt 

5. ni'^'13 ^3 nbx in 24 zweizeiligen Strofen, die letzte 
lautet: by 2\i^V ^bc ^« D'^D'^DDH niDD 13!flDW üpin 
D'»Dm «DD. 

6. ms« nnw d^iS«. 

7. pno m 0\nS« für Neila, 4 Strofen [5 ab, bA], der 
strofische Vers in Strofe 2, 3, 4 schliesst ^:D; die zweite 
Strofe hat Aehnlichkeit in den Ausdrücken mit der 
fünften Strofe von Binjamins ^yjjb rbtD. 

8. n^: ^:d n^D '»:ü^D D%"I^«, die strofischen Verse begin- 
nen "»D, das nächstfolgende Wort der Reihe nach mit 
n, 'N, 6, 'y, n anfangend. 

9. nij? PC'BI DK' 7^« für Neila in 3 Strofen, hat einer- 
lei Reim und Mittelreim. 

10. ü'^'inD^ «npN üybt< Chatanu für Schacharit in 10 Stro- 
fen mit Ringworten; im romanischen Ritus für die 
Bussezeit, gezeichnet — top Hl^D. 

11. nn DTK' Dljn ^:^ Tachanun, doppelt alfabetisch und 
mit einem Verse DIHDD (Zachar. 8, 12) schliessend. 

12. ^m:h: "HD^ ^:« für den 17. Tammus, endigt p« '•TSp ^ 

13. byn 'T'iSdd np:« Pismon in 7 — den stehenden Refrän 
zugezählt — vierzeiligen Strofen, mit einerlei Reim. 

14. ^cm by DVn ^DD« für Neujahr; der Verfasser als 
Vorbeter *). Endigt ^Dj; p!in3 'H '^^0^. 

15. ^TOiy D'^DM D^N*) Klagen in 12 Strofen; der strofische 
Vers der ersten 11 beginnt yno. Ende: XIS^N pT^ 

16. ):b)p pwn irnDi^ nmN dreizeilig, endigt vby y^ 

nntSHD. Ist nicht sicher. 

17. IDy yi^^ n« TDD nbiXirX Chatanu mit dem Strofen- 
schluss "I^D, dreifaches 3"X, hat peitanische Aus- 
drücke. Schlussstrofe: ro^oit) py '•mppi ni'^Nnn "^yv T^ 
^bü bo'^n ruwnn d: nny. 

18. pn!<^ ^D DK ') zweizeiliges Bussgebet mit talmudischen 



*) pKH ^OB^ ^HTOy- — *) »y«- Po««» S. 12. — •) dss. S. 200. 

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— 403 -. 
Redeweadungen, endigt yrp pTO31 rbrm von ):h n«l 

ytT)) omn miih ^d. 

19. ÜVn 1(7 WriH für den ersten Bussetag, daher Strofen- 
yerse in denen ,,anfangen^' vorkommt gewählt sind. 

Endigt rbtrh rrvsr. 

20. ^n ^1 7fr03 Verherrlichung der Märtyrer in 9 Strofen, 

gezeichnet nttn2 mt^ W^i; in 8 Strofen enthält der 
strofische Vers das Wort „Blut^^ Ende: y^ "WH 

21. yrh^ ]D"1 ein Purim- Gesang in 3 Strofen [4 ab, aA], 
die Strofenverse endigen y^D; für Esther-Fasten. 

22. 'n DB^ ly blS2 für Neila, in 3 Strofen, mit dreifachem 
Akrostichon des Namens; im Strofenverse onn. 

23. n« ^yOJD ^nniOD für den zehnten Tebet, endigend 
BHp iTm. 

24. «a nWN'13 W 3310 für Esther -Fasten, in drei sechs- 
zciligen Strofen mit Mittelreim; das Metrum ist 4 mal 
w , endigt '»«'»B^:bl '•OTOD niTOl^^l ninS)ll5'03. 

25. aKHN '»riNüTO [ob die von Mose b. Esra?]. 

26. "^m ■fpD in 4 Strofen [3 ab, cccA] endigt n'»a3 «^3« W?'» 
'»n^PSn, gezeichnet |tOpn rWD. 

27. NJJ'» liüDlMD 7Ä^D für Neila in 4 Strofen, der strofische 
Vers schliesst STy. 

28. W Ü3n DnOD för Neila in 3 D'^'^PI endigenden Strofen, 
der Name wie in N. 27 dreifach gezeichnet. 

29. ait^pn DTp nb« ruij» Gebet. 

30. ^rottn D'»D'' Dipo *) Chatanu für die Bussezeit in 10 
Strofen; nach je zwei Strofen endigt der strofische 
Vers ni<ün. 

31. TTüb b^l^ mpo für Schacharit, 4 fünfzeilige Strofen, 
der strofische Vers endigt \snp. 

32. pyw "HO metrisches Gebet für Schacharit in 4 Strofen, 
die Strofe ist, den Refrän mitgezählt, achtzeilig, die 

verste hat 2 Zeilen weniger; die Zeilen sind zwolf- 
silbig und haben Mittelreim. 

33. y2b 7mri&'D. 



1) •jn. PoMie S. 336. 

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— 404 — 

34. Ijn'» 113» "W bwü Tachanun für den Abend des 
Sühnfestes, 6 vierzeilige Strofen, gleicht im Versbau 
der N. 32. Endigt pTN^ f^ W1 Q^rmi TD rxpyv. 

35. ^312^ ^np Hymnus in 4 sechs- bis acht zeiligen metri- 
schen Strofen mit Mittelreim. 

36. li'^DD tnnsi 'n my. 

37. «^1 jnro by IDTy Pismon in 7 Strofen, endigt DTl 
liTT» «tß^J. In den Strofen 2 bis 7 hebt die zweite Zeile 
1D1 an. 

38. nns)« '»riDB^. 

Die 4 Gruppen: a) N. 2 und 10 die urspriinglich 
catalonisch; b) N. 4, 8, 14, 17 und 19 die sämmtlich im 
Machsor von Tripolis; c) N. 22, 27 und 28; d) N. 24, 32, 34 
und 35 scheinen jede einem gemeinschaftlichen Autor anzu- 
gehören. Die N. 10 ist vielleicht von Mose b. Esra, N. 21 
wahrscheinlich von Mose Gerundi. Ob der Verfasser von 
N. 20 Nussgarten geheissen? Aus romanischen Siddur sind 
N. 2, 6, 9, 10, 12, 21 bis 25, 27, 28, 30 bis 35, 38 [N. 6, 
25, 33, 38 aus Mss.]; aus romischen N. 1, 3, 7, 11, 26, 29, 
36; aus deutschen N. 5, 13, 15, 16, 18, 20. N. 37 ist im 
franzosischen Machsor. N. 2 hat HO/ü '»:«, N. 9 pn iWO ^Ä<; 
pn rWü zeichnen N. 1, 3, 11, 13, 17, 18, 27, 29, 34, 37, 
nebst ^1 N. 5, 31, dahinter noch rhu hat N. 15, mro 
N. 36. 

Salomo. 

1. IDHy matW iyv:3ii<, die letzten beiden ausgenommen 
enthalten alle Strofenverse das Wort ^l^53i; endigt 

2. '»n^a hy yp bm zum lO. Tebet, endigt ^aiB^D t6 nrwDi. 

3. -jran« rmnf N:« nach a*««, -|-n, ist Vorbereitung 
zum Neujahrstag. In dem strofischen Verse kommt 
„Bruder" vor. 

4. \tn:H B03« metrisch, endigend )ihm 1!»n "p n6jn 



5. ■pi'»ip 'n 7»tODira mt< nach l^^a H'N mit talmudischen 
Ausdrücken, die Zeile meist zu 5 Worten, ein Buss- 
gebet, endigt U^m «DD bv 3^'» f DN1 pn. 

6, HD ^D li'^riDK^« mit der Introduction nna IDT und den 

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— 406 — 

Befrans SIBH, 3B^m, 13 Strofen, zu drei Worten die 
Zeile; endigt Iflt^D "pa'H« WD'»!. 

7. rmpch Um^DB^ nyor »n endigend rwinnn. Die An- 
finge der Zeilen werden von den Worten Dan. 9, 19, 
der Stelle *]r6rü1 ipy (aus dem Bu6seritual) bis 
niTT^Dn) und Ps. 5, 2 gebildet. Das Akrostichon gibt 
die Worte: rbo TOi |DW p« mira ^"U'^ ppH TO^B^. 

8. tcho >ai KTÜT» aramäische Introduction zu «"»DKai pD, 
IsraeFs Schicksale unter dem Bilde der Taube, in 
längeren reimlosen Zeilen, endigend p^nx fcH y^püb b^2^ . 

9. "pSin p ystiO beginnt die Eröffnung eines Tachanun 
in dreizeiligen Strofen mit Refrän 7»ni«bB: bD HW. 
Das a'H hebt an rhrm WS'»« fTi<. Letzte Strofe: 

10. ^ban ^^ "hi^ "f? metrisch, Betrachtungen, endigend 

11. ubw:i ^fcnir» "Tis, endigt lOj; inölN nsai; hat ver- 
' schränkte Reime und zwar reimen die Zeilen nach der 

ersten Hälfte des Schlussverses, ebenso die meisten 
folgenden Nummern. 

12. "in 18^3 ÜV ^:rTn> ^UW, der Strofenvers endigt nia, 
das Ganze man "p'^D«. Zu ^DliD wird 7*) -^ '•DX '•nn^B^ 
gereimt. 

13. rP)fTO bü^ rrai^ nnwe^ die erste Strofe zeichnet HD^t^, 
die folgenden beobachten p**nttn. Hat peitanische 
Formen und in den Schlussstrofen scheint *1^i<D an- 
gebracht ^). 

14. D^^n jni pnr» '•WaK^ 7 Strofen mit Strofenreim; endigt 

15. D^iwD baa ym^ ^taa»^ endigend nmn nniDn '»» in lo 

Strofen, in denen die zweite Hälfte stets vhT\ anhebt, 
die Zeile hat vier Worte; die Selicha beklagt Israels 
unwürdige Lage. Akrost. ppH Hob^. 

16. rvby on oa d^i« nait^ 7 Strofen auf — n^'^^y naia 

ausgehend, schliesst mit D^ltOTa 13a nobw Tll. 

17. blatte« isa ntt^, endigend -pOH a^a DM^«. 



i) YgL jedoch oben S. 360. 

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— 406 — 

18. ^^ b)0 "^TISJO prw mit ▼erschrinkten Reimen, der Dichter 
sagt '»Ifc^Si TH«« ^D n«P HD 'm li'wb ^DBTI vh «DW. 
Der strofische Vers sohliesst ^tra^, das Ganze ^traj ^1. 

19. nn^^ny nyw on^w piB^, endigt nnn top. 

20. )ixnb '»3K^ Dnbn "^y^W mit Strofenversen die }HH endigen. 
Es heisst darin b^OO HlSy ]KS '•2 TQ-U CTO'» Pll^^ IBTTob 

j«3n ^i'o^ nibpon n« rain lon m^y ^lai «-u. Endigt 
|j«n Di'pir nw. 

21. «npn Dl^lß' Dl^ir in 3 Strofen, die zweite su 12 Zeilen; 
endigt ftlV D^«on 1B'«. • 

22. ipw pmn WT) Dv, endigt Don ron pn6 jmn und 

zeichnet jtöpn nöblß'. 

23. nnoi p^D« *?ip^ p'»^y ycw Bussgebet, ein Pismon in 4 
Strofen mit Mittel- und Strofenreim, die erste Strofe 
zeichnet den Namen, die folgenden gehen von 'M bis 

•b, Schluss: wvfrh b}no Dvm 

24. yr^ miß^ pp\t^ no^, die Zeile zu 4 Worten. Nach 
der Zeichnung von ppH fiobtt^ folgen 7 Strofen nach 
doppeltem 3"^, doch im Ms. nur von 'H bis '3, 
schliessend ppn ^« bapb "p^D:). 

25. '•iyo rv^ Dn roW in 5 Strofen, endigt non bw 

••iy TW . 

26. pD^ nyni T Onn *) Klagen und Hoffnungen, 11 Strofen 
nach zwiefachem pnirn. Ende: "pw y^a'» D«Dn ^ 

^:): '»« übo'» 7ra m»! . 

27. ib« "IDK '•DIB^n für den 10. Tebet. 

Der grösste Theil der angegebenen Selicha's (Nummern 
4 bis 6, 10 bis 22, 24, 25) ist aus dem französischen Mach- 
sor; N. 1, 3, 7, 8, 9, 23, 26 sind aus deutschen, die N. 2, 27 
aus griechischen Siddur. N. 27 hat keine Namenzeichnung, 
allein ihr dem Schluss von N. 2 entsprechender Anfang und 
die Uebereinstimmung im Charakter und in einzelnen Aus- 
drücken lassen die Identität der Verfasser vermuthen. Gleicher- 
weise scheinen N. 13 und 24 Einen Verfasser zu fordern, 
dessgleichen die N. 14 bis 20 und 25; vielleicht auch die 
N. 4, 10, 11. Sie sind sammtlich aus dem zwölften, die 



«) sjn. PoMie S. 250. 

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- 407 — 

jüngsten, die spanischen Zuschnitt haben, spätestens aus den 
ersten Dezennien des dreizehnten Jahrhunderts. Die Num- 
mern 6, 15, 22 werden bereits in einem Machsor des Jahres 
1227 commentirt; den Anfang von N. 22 erläutert Elasar aus 
Worms ■ ). 
Samuel. 

1. non nb33 rh^t< Gebet bei Kinder - Krankheiten in 9 
Strofen. 

2. trm ÜVH ym6t^ T^K nach einer überstandenen Ge- 
fahr; die dritte Strofe muss anheben )ym IDpJH. 
Die Strofenverse bilden zusammen 1 Chron. 29, 11 
bis 13. 

3. ^*^3 CD&t^ piK Chatanu mit Bingworten, dreifach 
alfabetisch. 

4. ü^rhH 'H nnt< für den 17. Tammus, endigt: ^TOH 'p\t^b 

nap: apy\ pin D^m p«b nö!o; w ray\ top. 

5. omyon btrwtn 13'>n« Hülferuf in der Noth, 7 Strofen. 
Ende: by 2tn^ ^O bt< D^DDHO "f? HVn "UDOÖ DK^nm 

6. '»*?« 1TD«a 7»n^« iTN*) über Hohn und Druck, 6 
Strofen; mit b^ '»«sn') (Strofe 3), reimend zu bSlD 
und ^bsriN, ist Raschi Hiob 13, 4 zu yergleichen. 

7. 1B3 HiHy^ yn vierzeilige Tochecha [aabb], alfabetisch 
und T^oy bv noin schliessend; vielleicht ist hinter dem 
Namen y''2 (hacohen) gezeichnet. 

8. D^DH rtrob ^fc0"^2i \tnH Techinna mit durchgehendem 
Reim, zwiefach alfabetisch, vier Worte die Zeile, endigt 

omaD^ jrmn oiixa rrmn. 

9. ipm HtT\ W zweizeilig, Gebet bei Seuchen. 

10. )i:ni Dim bn Bussgebet, einfache Sprache in 6 Strofen. 

11. nn« ^^K D\nb« Bussgebet in 7 Strofen. Ende: tä) 

•^-ay 31^^ ^bo b« d''dI?d:i ü^\tr\2 yysho «2«:. 

12. m '•DI^K für Esther-Fasten in 7 Strofen. 

13. nn «npN 7^« Klagen in 8 Strofen; die Strofenverse 



i) RokMch f. 6c: nwi« ^ TOD TOtt^ pHin wv '»fcHi BO^Hta mn« 

-jpij;. — 1) ,^. Poesie S. 973. — ») ^^ HD^pD *>•* ^^^ ^' Schemaj» 
^. 26, 

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— 408 — 

der ersten vier beginnen rOM "ly, der letcten vier Hf 
^HD. Endigt ipy H^ra. 
U. (viell.) ^y\t^ ^hy mw, s. oben S. 231 N. 93. 

15. -jb UKOn DM^« DiD« Bussgebet. 

16. D'»Dm «bo «:« ähnlich der N. 10; endigt: mtSO lUX^ 
TDy 3m^ T^D b« D'»D"0. 

17. i:nt^3 1:dI2^M IJTUM ähnlich der N. 1 1 ; in beiden kommt 
an derselben Stelle der Scblussstrofe D^DTTVl ^JD vor. 
7 Strofen endigend "Y^y '»"D« moTTDD UnyiB^ SapHI. 

18. 0^:31 DDK 1S)DK, bei Bedrängnissen, Gefangenschaft 
oder Belagerung von Städten. 

19. t6ö nttny ^«n nn« (zweifelhaft) für Esther - Fasten, 
zweizeilig. 

20. rwtny t6& ^NH nn», 24 dreizeilige Strofen, die letzte: 

"I^D D^ny ^loiyo hy omi on d'»di by Di tnpN 'n -p^ 

D'»DPn «DD ^y aim ; TDH und DTH kommt jedes zehn- 
mal vor. 

21. u'iay ^y^ nn u. s. w. (Ps. 123, 2). Anf. ibo mw 

D^yin, dreizeiliger Pismon mit Beirän OT'*y p u. s. w. 

Endigt iy>Bnr6. 

22. pm Dim b« 'n 'n. 

23. rh'hn rtön nyoB^ 'n für den Abend zum Sühntagc, 
der strofische Vers enthält das Wort Hyhi die Strofen- 
anfinge geben den Namen. Endigt DTlb *1^}<n7. 

24. fo^n >^W DM^« ^DHbü ein „Machnise", Hymnus in 
6 Strofen mit Strofenreim, endigt D^DDD DV Sd3 

25. Tll n^B^ty Peticha, über die verlorene Herrlichkeit, 6 
Strofen; in den ersten fünf hebt die zweite Zeile an 
11^«, die dritte HD^. 

26. *1133 2)iyü 2DW nach spanischem Zuschnitt, endigt 

in« nmi '•nna )r. 

27. ]rhy ^)bw Techinna in 5 fünfteiligen Strofen, 
gleichen Inhalts mit Isaac's p^QH ^y^tn. 

28. HD i-'ND bn nyifc^, endigt ^iionb n!?r>. 

29. Dyb jvby nyt^^ metrisches Bussgebet in 4 Strofen mit 
Mittelreim. Endigt JTDH nbnpb. 



>) Tgl. LuzsKfcto {<^2]Q S. 27, fjn, Poefie 8. 92, 447, 

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— 409 — 

30. npW nsm rxaw mit Refrän Tu DTO (Gen. 30, 83), 
endigt "y^ia Sy DTl; 3 Strofen, vielleicht defect. 

31. IT» [al pns] D^DB' nj«^ ein Grebet für Neila in ge- 
suchten Bildern, 6 Strofen 8 bis 10 zeilig [3 oder 4 
ab, bA], endigt h rhDy\. 

32. *10e^ ^ npS^ für den Sühntag, 5 sechsseilige Strofen 
mit Strofenreim. 

Zwölf Nummern (2, 5, 9 bis 12, 15 bis 20) haben den 
Schluss ü^ürn «DD bv atsr T^Ö b«; denselben die Samuel ge- 
zeichnete Schlussstrofe zu Isaac's Selicha Hfion "{^1M, in welcher 
wie in unserer N. 20 UlSj) ^I^D vorkommt, ein Ausdruck 
der seit dem Jozer Sachor nicht selten ist Die Nummern 
3, 4, 6, 8 bis 11, 14 bis 17, 20, 21, 23, 25 sind in deutschen, 
N. 1, 2, 5, 12, 18, 19, 22, 27, 28, 80 in romischen, N. 7, 24, 
26, 31 in franzosischen Sammlungen, N. 13, 29, 32, welche 
die jüngsten scheinen, im romanischen Machsor. Vier Num- 
mern (N. 1, 3, 21, 25) haben akr. pn *?WOr. 

Schabtai. 

1. rc? ^D no BH^ Betrachtungen über die nichtige 
Lebensdauer, dem r\2V yt< ÜIH nachgebildet, nach 
yn und mit stetigem Reim, endigt IDl^rDb M^tt^. Akr. 

TP pin Tütt^> 

2. yro Hol BHiH behandelt in 6 metrischen Strofen wie 
nothwendig bei der Kürze des Lebens rechtzeitige 
Besserung sei. Akrost. pn ^Vü^ ^3M. 

3. "TDID '•iK ^«ton r)H Bussgebet und Ermahnung in 9 
Strofen, der Strofen vers endigt T^, das Ganze CTVD 
•f? ^Ti^; gezeichnet pTl 'raB'. 

4. *?3D niloÄ ^«2^ für den 10. Tebet, endigt >D1p 

5. m^ OD^ für Sühnfest, 4 Strofen mit verschränkten 
Reimen. Der strofische Vers endigt in 1 und 3 Hin, 
in 2 mo, in 4 HTH üinch. 

6. yyt; \trryi TJ; p«^ in 4 Strofen [3 ab, AB]. Statt HM 
a^:w [ed.] liest Ms. D^31ö Ta. 

7. oy npyit K3 }m^ Klagen in 11 Strofen, der Strofenvers 
endigt TOR, das Ganze IDTO) ^ÖD VT\' Akrost ^rac^ 
pT\ |öp»"1. 

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— 410 — 

N. 1 und 6 sind aus röm. Mss., die übrigon aus dem 
griechischen Machsor. 

Auf die 14 CoUectiv-Namen yertheilen sich demnach 242 
Selicha's, die innerhalb eines halben Jahrtausends geschrieben 
mindestens siebzig Verfasser voraussetzen, indem die Be- 
schaffenheit der Stucke und ihre Stellung in den Riten nicht 
weniger als 2 Elasar, 2 Schabtai, 3 Binjamin« 3 Elia, 3 Jacob, 
4 David, 4 Meschullam, 5 Jehuda, 6 Joseph, 7 Abraham, 7 
Salomo, 8 Isaac, 8 Mose, 8 Samuel anzunehmen nöthigen. Selbst 
wenn mehrere der hier aufgeführten Selicha's bereits genannten 
Autoren zugehören sollten, darf immerhin zu deren Anzahl 70 
hinzugefugt werden. 

Unter diesen Dichtern sind wenigstens 8 spanischer Her- 
kunft, nämlich Abraham (N. 7 und 9), Binjamin (N. 5 und 6), 
Isaac (14), Jacob (3), Jehuda (7, 14), Joseph (15), Mose (2, 
10, 21) und Salomo (N. 10). Nächst diesen und den ano- 
nymen haben von Isaac und Abraham Gerundi zwei Compo- 
sitionen in französischen, römischen und deutschen Gebet- 
buchern Platz gefunden. Von 

Isaac b. Serachja halevi Gerundi'): 

■piD Ip^pV rrrrp •) vierzeilige Tochacha [aabb] in 37 
Strofen, die auch in die römischen und französischen 
Sammlungen übergegangen. 

Von Abraham Chasan Gerundi — vermuthlich Abra- 
ham b. Isaac'), der während Nachmanides noch in Spanien 
lebte gestorben ist — der Neujahrs - Pismon H^lOp ^n^<*), 8 
Strofen *) mit achtsilbigen Zeilen und verschränkten Reimen, 
der in die deutsche Gebetsammlung ^2'Ü ^Ü\p7 aufgenommen 
worden. 

Allen diesen Entlehnungen vorausgingen etwa 90 Se- 
licha^s von den ältesten und grössten spanischen Dichtem, 
welche Eingang in die Machsor und Ritus der germanisch- 
romanischen Länder gefunden. Nachdem durch vermittlende 



1) sor Gesch. 446, syn. Poesie 10, SO, 133, 217, 290, Ritas von AvigDon 
(1838 S. 608, 1839 S. 11, 290, 291 N. 22, 679). — •) «ur Geschichte 369. 
— •) Bjn. Poesie S. 311. — <) übersetet in Plessner's Apokryphen Th. l 
S. 146. — >) Um das 'n tu Q*^^ zu ergänzen hat man in Machsor Lirarno 
n91 f, 43 b eine Strofe H'tetMD DpH interpolirt. 



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— 411 — 

Autoren und Ueberaetzer auch die Poesie Andalusiens und 
CaatUiens sich den Weg nach Provence und Italien gebahnt, 
und deren Schätze und Kunst noch entfernteren Gegenden 
zugeführt, entlehnte man Spaniens Diwanen und Machsor die 
Ausschmückungen der Festzeiten, Gebete für besondere An- 
dachten, Lieder und Pismon oder verwandte zu Selicha's deren 
Compositionen. Einzelne Stücke von Joseph Abitur haben 
einen Platz in den Machsor von Provence, Griechenland, 
Polen, Abenesra's Aboda hat bei italienischen und französi- 
schen Gemeinden eine Stätte gefunden; GabiroTs Königs- 
krone, Jehuda halevi^s Purim-Bpos und Zionide wurden 
vom gesammten Israel aufgenommen. Die Bakascha Isaac's 
ihn Saul ist in romischen und romanischen Ritus, Bechai's 
Ermahnung in das röm. Machsor übergegangen. Entlehnungen 
dieser Art sind nicht ohne merkbaren Einfluss auf die Dichter 
jener Gegenden geblieben. 

Von Salomo Gabirol enthalten die Machsor nicht- 
spanischer Gemeinden folgende meist ') seinem Maamad ent- 
nommenen Stücke als Selicha's: die Nummern 1, 11, 13, 14, 
16 hat der französische, 1,9, 12, 14, 15, 17 der deutsche, 
N. 2, 6, 9, 11, 14, 15 der römische, 1, 3, 4, 6, 7, 8, 10, 11, 
12, 14 bis 18 der griechische RitQs; N. 1, 9, 10, 12, 15 haben 
auch die Karaer. 

1. niD nna w Akeda. 2. yxh b^ÖO ^:*< %n^N ist die 
Sühnfest -Keroba b^?^ ^^B^N p«1, übersetzt in der 
synag. Poesie S. 222 ff. 3. nOK "ht^ ü^rht< Reschut 
Nischmat in 31 Strofen; nur 20 Strofen daraus sind 
im romanischen Machsor; die 12 des spanischen Mach- 
sor übersetzt von M. Sachs S. 30. 4. -pifi^ DD^« Tl. 

5. Dlt< no *n Pismon in sechszeiligen Strofen (röm. 
Machsor cod. Sorb. 102), übersetzt von M. Sachs S.33. 

6. tnw um at/ 'n, schliesst vermuthlich an N. 8 an. 

7. rpm )frOlß^ b2 in 5 Strofen, jede Zeile beginnt ^D, 
. übersetzt in der synag. Poesie S^ 224. 7. ynt< ]1J;d 

jWJn WD. 9.mij; ivyt^ in 4 achtzeiligen Strofen, eine 



N. 1 bif S, 11, 13, 16. Ueber N 4, 6, 7, 8, 18 t^I Ritw $. 109, 
115 und oben S. 191. 



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— 412 — 

Freiheits« Elegie 9 ursprünglich eine Geula. 10. fCttf 
^3ir im) ^KHlt^ Tachanun in 5 Strofen mit verschränkten 
Reimen, der strofische Vers endigt 'H, in Tripolis für 
Gedalja-Faeten; endigt 'H Oy 3TÖ1. 11. IDH TO ^JDW 
Tochacha [aabb], übersetzt in Dokes Ehrensänlen 

5. 72. 12. '»ili^ ara '»ncow Tochacha [aaa]. r63D ^ 
(statt n!?JlDD) lesen der romanische und der karaische 
Siddur, das Machsor von Aragon und die Selicha- 
Ordnungen von Nürnberg und Schwaben. 13. Ulff 
^rchj^ D31 ^HDp in 4 Strofen mit Zwischenreimen. 

14. nmr6 ^nop irWy 6 Strofen. 15. anm "hjf 'ysiff 

Tochacha [aaa], übersetzt in Dukes Ehrensäulen S. 70. 

16. ^>%<2D1 yr\ ^^ Gebet des ergebenen Frommen, 4 

Strofen, metrisch mit Zwischenreimen. 17. lOiO tjjf\ff 

*^DOJ Itt^KmetrischerPismon ffir den 17.Tammus(6rieoh. 

ms.). 18. mo) r6u man alfabetisches Mostedschab. 

Gabirol's Autorschaft bezeugt der Lexikograph Joseph 

b. Chajim '). 
Von den den deutschen Gemeinden fremd gebliebenen 
Compositionen Isaac Giat^s findet man in anderen Riten: 
1. Dtß^ INa«, 2. ura^ r»« hh2 lur den Fasttag Gedalja, 

3. inDi2 b« "nn^y 4. oniDDi rar ov, 5. n^Ä' D*or, 

6. p« by D^ansn 2Bn\ 7. yiaj; |Tinn\ 8. it^sk dp nsr, 
8. ^« ^ntt^pa «*?. 

Die Nummern 1, 5, 8 sind aus der Eeroba des Sühn- 
festes; N. 1, 4, 5, 7 hat das romanische Machsor, N. 2 dne 
Handschrift griechischer Heimat, N. 3 und 8 das romische, 
N. 4, 5, 6, 8, 9 das französische Machsor. 

Die meisten Selicha^s hat den Machsor von Frankreich, 
Italien und Griechenland Mose b. Esra geliefert; nur zwei 
(N. 1 und 18) dem altern deutschen Ritus. Dahingegen sind 
von den hier folgenden sammtlich den Ordnungen für Busse- 
monat und Sühnfest entnommenen Stücken in firanzösischea 
Riten die Nummern 2, 3, 6, 8, 10, 11, 12, 16 bis 19, 21, 23 
bis 27, 29, im romischen N. 4, 7, 20, 22. Das romanische 



1) DukM HD^ nUS^ S* 9^ «A<1 Sal b. Gabirol S. 12 Ann. 4; di« 
dorüg« SteUe bereit! sjn. Poesie S. 446, 



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^ 418 - 

Machsor hat die N. 5, 6, 8, 14, 15, 19, 27, griechische Riten 
N. 4, 9, 12, 13, 28, Kaffa N. 10. 

1. pro nta nb«, eine kurze Aboda*), 2. I^DN np:« 
nj»B^, 3. 12 2ab, 4. '^SDira *?y b'»bD, 5. p'»2i -»la*), 6. 

'»noip r)B^:3, 7. \tnH *?d jnp\ 8. '»n» nmr6, 9. '»»^ 
•f?Dn, 10. "^ybo n^3D, ii. nrm no, 12. ^10*), 13. 
"ito6 ^pbd, 14. ^ip onoD*), 15. bioa« mDijno, 16. 

^ÄD TTOD, 17. 'n TID ^3DD, 18. DI^VO pj«D, 19. TTlD 

ni!i ^», 20. nrw ^'»diwd, 21. dt!ü2d dij^imd, 22. *?iw3 
D^iw ana, 23. njn '•ä^ '•hd, 24. too tno, 25. nay 
W?*), 26. jnwD by lau;«), 27. mj» '^ntnp, 28. '•nKono 

»n«, 29. bv teo "fPö. Ueber die 4 Nummern *) 

ttbfew, p^Ä^ no, nsP *WD, ^atß^ ^DD b. oben S.401flF: 

Was aus der Schatsskamroer Jehuda halevi's über die 

Granzen Spaniens in die Selicha-Siddur entfuhrt worden, be-- 

schr&nkt sich auf folgende zwanzig Stücke: 

1. )yjn\ p« zum Thema ITW D^tt^X ba« (Gen. 42, 21}. 
2. rD^8< 76«. 3. rbni^ '»ana Hymnus, die Strofen 
heben ^aia an und endigen 'H. Von Nachmanides 
und Späteren angefahrt 4, uhl ^ für Neujahrfest, 
ein Kaddisch mit Strofenversen die bxiÄ^ endigen. 
5. pn ITDWD JTT (angeführt bei Aaron hacohen a"^ 
48) für Neila, der Refrän ist ein Segen'), endigt 
ViWD ^3D^ Onan. 6. HäJ« ^T\ob rr» Verlangen nach Er- 
losung, endigt ipy) "pV?^. 7. ipüD^ Ip^ iT für Kad- 
disch, ein metrischer Hymnus, endigt noiaoai N^BTOa. 
8. Kipn a^nb dt» Sehnsucht nach Gott, der strofische 
Vers endigt "p, das Ganze "p nano nroa^. 9. DT^ 
yyion «ap: för Sühnfest am Sabbat, endigt IttTTi 
On'^'ian. lO. bp ay by aan Or f&r Esther -Fasten, mit 
dem Refrän Byoa (Ps. 73, 2), achtzeilig, endigt mm 
nw 1tt^:a. ll. Wjn '»^TTV» Gebet in der Nacht des 
Fasttages, endigt hpWü bro ir«. 12.n3a^^) ^bt6 hlP 
Pismon für Neujahr, der strofische Vers endigt pN 
und das Ganze pN WV Dblj6. 13. btW b^ b^n W 



•) Blttw von Avignon S. 881. — •) «yn. Poesie S. 229. — ») M. Sftchi 
8. 73. — ^ Dukes S. 36. -^ *) «yn. Poesie S. 980. — •) das. S. 228. — 

T) Duke« a ». o. 8. 68-66. — ») nniTn WTi Hm d^3b6 an- 

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— 414 — 

Eitelkeit menschlicher Herrlichkeit, metriseh^ mit 
Mittelreimen in achtzeiligen Strofen, endigt hv DHI 
mnmDD od. 14. ^"IH rY^t^xn ns«'» Basegebet, endigt Tra 
IDin DH"^. 15. y^ rr)p\ 16. DTUI ^ |tt^, der 8tro- 
fische Vers schliesst I^I^K. 17. inp mv6 D'nPiniWD 
für den Vorabend des Suhnfestes, der strofische Vers 
endigt b«nr% das Ganze ^&ni&^ i: D«, 18. pDH ^D3 jniD 
Ahaba*). 19. -»mKn b^. "plü Tl Bakascha. 20. VT 
D^331S^n D^^sn '), die göttliche Gnade gegen den Bnss- 
fertigen; endigt n^T)y anj«D1. 
Die Nummern 1, 3, 4, 5, 6, 13, 14, 16, 17, 19 sind aus 
den Ordnungen für den Sühntag, die Nummern 7 und 12 
aus dem Machsor für Neujahrfeat '). Im französischen Ritus 
sind N. 1, 6, 8, 13 bis 17; in dem von Asti N. 17; im alten 
deutschen N. 1, 3, 11; im deutschen N. 3 und 7; in dem 
römischen N. 2, 3, 6, 7, 9, 13, 14, 16, 18, 19. Das roma- 
nische Machsor hat die N. 3, 4, 5, 6, 8, 10, 11, 13, 14, 19, 
Kaffa N. 15; griechische Riten haben N. 12 und 20, die 
Karäer N. 1, 3, 11, 13. N. 3, 15, 16, 19 sind von M. Sachs 
(S. 88, 93, 94, 97), N. 1, 2, 16 in der syn. Poesie (S. 233, 
236, 232) übersetzt 

Noch geringer ist Abenesra^s Antheil an den germa- 
nisch-romanischen Selicha- Ordnungen; die ältere deutsche 
hatte nur zwei Nummern (N. 7 und 13), die heutige hat we- 
der von ihm noch von den übrigen Meistern, Gabirol ausge- 
nommen, eine Selicha aufzuweisen. Im Ganzen sind es 13 
Stücke, die in nichtspanischen Siddur unter den Selicha^s 
sich finden, nämlich: 

1. Mostedschab niKli: mp n^DW^, 2. Tochacha rhc pK 

^311263*), 3. ^iK^ pm IRK b«*), 4. lay bD2 ^n b«')» 

5. Geula btn^"^ ^*), 6. Pismon •fPDH n>2 ^, eine 
sinnvolle Ansprache an das Gemüth, 7. DTp M^ 
n^iPD die Leiden und Hoffnungen Israels, 8. D^^tDM 
D^DTj; für Sühnfest am Sabbat, 9. Tochacha my^ ij{<»). 



1) oben S. 205. — *) aDgeführt syn. Poesie S 19 Anm. b. — •> Ritns 
S. 43, 112. -^ «) M. Sachs S. 115. >- b) g. jtiUis S. 115. — •} syn Poesie 
8. 2dS. — 7) das. S. 239. — «) oben S. 213. Ritns S. 144. — •) syn. Focn« 
8. 240. 



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— 415 — 

10. TochachÄ ^iHH Oy ynt^^), 11. üh^ whlt^H*) aus 
der Mincha-Keroba, endigend DD^n HI^JD %T% 12. das 
reimlose Gebet ü'^W mm^^«'), 13. Mostedschab »"TKDX 

Der französische Ritus hat N. 2, 6, 7, der römische N. 3 
bis 9, 12, 13, der griechische N. 1, 6, 10, 11, 12, der ronia* 
nische N. 5, 7, 11, Kaffa N. 12, der karäische und der ältere 
deutsche N. 7. 



XIII. KAPITEL. 

Die Selicha-Dichtung 

der zwei neueren Jahrhunderte (1540— -1760). 

Das Zeitalter der den öffentlichen Gottesdienst gestalten- 
den Selicha, für die französischen Städte schon seit 1300 ab- 
geschlossen, endete für Deutschland und Polen um 1400, für 
Provence, Italien und die byzantinischen Länder um 1520. 
Im Jahre 1540 war in allen Synagogen die Gebetsordnung, 
was Selicha's betraf, ein durch die Autorität der Ritualien 
wie durch die gedruckten Siddur abgeschlossenes; neues konnte 
hier schwer eindringen, üeberdies fehlte trotz der Fortdauer 
mittelalterlicher Zustände zu neuen Compositionen die Ener- 
gie: Weh und Grimm war in den alten genug zu finden. Als 
wegen der blutigen Verfolgungen des Jahres 1648 in Polen, 
B. Lipman Heller, damals Rabbiner in Crakau, zur Anferti- 
gung von Selicha's, dergleichen er dreissig Jahre früher in 
Prag verfasst, aufgefordert worden, machte er darauf aufmerk- 
sam, dass dort der böhmische Krieg aber keine Judenverfol- 
gung der Anlass gewesen, dass man in Crakau an den drei 
Tagen — Zwischentage Passahfest, 25. Nisan, Thorafest — , 
an welchen Gesera's stattgehabt, keine neue, sondern alte Se- 
licha's bete. Er hat sich nur bewegen lassen in ein älteres 
Gebet ein Stück einzufügen, das die neuen Leiden namhaft 
macht Es haben noch mehrere andere Rabbiner des 16. und 



1) Sachs S. 113. — •) Tgl. Bitiu 8. 114. — *) Saeht S. 109. — «} oben 
S. 209 N. 14, 

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^ 41« - 

17. Jahrhunderts Pismon, Selicha^s, Klagen geschrieben, doch 
meist wegen Seuchen und Kinderkrankheiten, wegen Dürre oder 
Peuersbrünste, wegen Kriege und Todesfalle; besonders traurige 
Ereignisse wurden weniger der Stoff von Selicha's als yon 
Klageliedern und Seelengedächtnissen. Je mehr in Deutsch- 
land und Polen die Poesie in Verfall gerieth, in Italien in 
moderne Formen überging, desto mehr flössen Selicha, Klage, 
Tefilla in einander. Bei der starken Zunahme der Sünden- 
bekenntnisse, der Jehirazon, der Prosa- und Friedhofs-Gebete, 
der D^Pn thc ^«, der Mitternachts-Klagen und der Compi- 
lationen in den Sammlungen (D^^lpD), ging der eigentlichen 
Selicha, selbst wenn sie in der häuslichen Erbauung noch 
einen Platz gefunden hätte, der Inhalt verloren. Hiezu kamen 
Büchercensur und Revision, Angeberei der Abtrünnigen und 
Aufsicht boshafter Beamten. Dies verscheuchte jeden Gedan- 
ken der nationalen Ausdruck hatte; man hatte an der Auf- 
gabe, sich in der Irre verstümmelter Gebetbücher zurecht zu 
finden, Arbeit genug. Für kriegfiihrende Despoten oder ge- 
gen ägyptische Pest in Selicha's zu beten hatte keine Gefahr. 

Dennoch sind, obwohl nicht gerade för unmittelbaren Ge- 
brauch der Synagoge, auch in jenen Jahrhunderten noch, 
selbst auf Anlass von Noth und Verfolgung, Selicha's und 
ähnliche Compositionen angefertigt worden, meist in der Form 
von Ermahnungen und Bussgebeten, theils für die Privatan- 
dacht, theils im Auftrage frommer Vereine. Fassen wir für 
diesen Zeitabschnitt Selicha als Bezeichnung fiür einen ausge- 
dehnteren Gebetskreis auf, der ausser der eigentlichen Selicha 
auch Klagen, Andachten, Seelengedächtnisse einschliesst, so 
begegnet! uns innerhalb der deutschen und slavischen, der ita- 
lienischen und romanischen Gemeinden mehr als hundert ge- 
nannte Verfasser, wovon die Hälfte auf Polen , Böhmen und 
den Osten, gegen 40 auf Italien, 12 auf das eigentliche Deutsch- 
land kommen; auch einige Dichter spanischer Abkunft haben 
beigesteuert. Eigentliche Selicha's sind von 55 Verfassern da; 
Klagelieder von 18, Techinna's und Seelengedächtnisse von 14, 
Vidui und Bakascha von 11, Prosagebete von 7, poetische 
Psalmen von 2. Aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts 
sind auch 8 Anonyme aufgeführt. 

Salomo Luria b. Jechiel (^m"nD), im Nov. 1573 in 

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- 41^ - 

Liublin gestorben, hat ausser einer gereimten Pesach-Ordnung 
und 9 mit seinen Erklärungen versehenen Sabbatliedern eine 
Techinna») nTJPKa p« jrhy ^70 bt< verfasst. In dem Elia- 
Liede jDC^D »TIB Viv« sind alle Erzählungen berührt, die der 
Talmud über Elia mittheilt. 

Asaria de' Rossi b. Mose, der berühmte Verfasser des 
Q^SV TIWD, 1577 in Mantua gestorben; von ihm sind folgende 
Stücke gedruckt: 

1. Sabbatgesang für den Abend, Eingang und 10 Stro- 
fen, anfangend fcOU htö \tnip roiö' D^h niDTD, endigt 
tnpi ICW 133 O^üb^ '♦m; die erste Hälfte zeichnet 
rv^iy, die letzte '« bis M. 

2. Eröffnung zu «Barchu* in 6 Zeilen: D^I^X ^DODH 

Donon'). 

3. metrische Bakascha mit stetigem Reime jn^ ^n ^ 

^np-ws ^D bbr\D pn njnn D'^on üb)y. Metrum: 

l ^ — ^ — ^ endigt IIDB^N 

■^mDB^I T^DII; dahinter noch 4 Zeilen, anfangend 
^'?lp yotS^ in dem altüblichen Bakascha -Metrum. Ist 
für jemanden, der nach Palästina auswanderte, an- 
gefertigt. 

Samuel Arzt aus Castiglione wohnhaft in Mantua. 

Pismon rmD^Jl H^DB' [5 ab, 5A] mit gleichmässigen 
Ausgängen der Strofen, die dem nn«1 y^y 1^ ^D in 
der Tefilla des Versöhnungstages entlehnt sind. Die 
5 Strofen zeichnen XDm !?X1Dlt'. Wie es scheint war 
der Verfasser A. 1587 noch am Leben (rom. Machsor 
ed. 1587, Th. 2f. 162 b). Ein R. Samuel aus Casti- 
glione, vielleicht der unserige, lebte um oder vor dem 
J. 1538 {^-h^^ S. 22 N. 15). Diese Selicha ist auch 
bei dem deutschen Frühgebetsverein in Venedig üb- 
lich (ed. 1635 f. 52 a). 

Samuel Archevolte b. Elchanan Jacob b. Samuel 
Josua, bekannt als Grammatiker, Sonettendichter und Ver- 



«) 8. »eine Rga. N. 64 Ende — *) nach der üeberschrift im römischen 
Machsor ed. 1587 Th. 1 f 192b, s. meine Bemerkung in n^S ^ S. 119. 
Zaas L&t«rmturgMch. der syn. Poesie. 27 



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— 418 — 

fasaer von Musterbriefen, war A. 1551 schon Autor; der Vater 
lebte noch im Sommer 15630* Er selber starb in Padoa im 
Jahre 1611 und ist Verfasser folgender Stücke: 

1. "pTT }nh Ilt^N D'ümm mn'»^Dn rh^ KÄC, ein Gebet 
in Prosa. 

2, mSQ rrat^: ^« man Eingang und 6 Strofen. 

8. ^rrvtV "hn "f? eben so, für die Frühandacht. 

4. DJTD: 1B^« DJJ n»ntt^ Selicha in 6 Strofen. 

5. ^D'PI ^D'iy yijf ^3^3 "]^ metrische Bakascha mit stetigem 
Reime. 

6. riDj? ^:D^Jn "|:in vierzeilige [abab] Tochacha in 
5 Strofen. 

7. P|1DDn 1^ 0^01*^0 pw vom Gottvertrauen; stetiger Reim, 

endigt npit^ÄD r\vrh i>2i nsm. 

8. HD^jn« ^^ ^ICnpD *?y Klage, Eingang und 4 Strofen. 

9. rnr\ irrv onm nniC^ Erlösungs-Hofl&iungen, mit Com- 
mentar. 

10. rh^^i "^tW niiD rp Hochzeitlied, Eingang und 4 Strofen; 
in der letzten kommt vor DJ;d: Itt'X DV (vgl. N. 4). 

11. Vr\^"> poab '»nx zur Beschneidungsfeier, Eingang und 
5 Strofen. 

12. n«D1 '»2!f jra 8 Zeilen, besingt Zions Verherrlichung. 

13. TT "piTlf Distichon. 

14. tTry l^t^ DVD ein Sonet: die vollkommene Musik der 
messianischen Zeit. 

N. 1 befindet sich in DniD rwOH nDB' Vened. 1732 f. 35, 
N. 2 bis 6 in nin^So Ven. o. J. f. 54b-58b, N. 7, 8, 9, 12, 
13, 14 in seiner Grammatik c. 32; N. 10 und 1 1 in HDiaD ITD 
Mantua 1670. 

Elieser Aschkenasi b. Elia, ein von del Medigo ge- 
schätzter Autor und in mancher Beziehung seiner Zeit vor- 
ausgeeilt, verliess seine Heimat Aegypten im Jahre 1561, hatte 
Qin wechselvolles Leben, war in Cypern (1566), Prag (1564), 
Venedig, Padua, Constantinopel, Cremona (1576), Posen*), 
Gnesen (1580) und starb, 73 Jahre alt, im Jahre 1586 in 
Crakau. Seine oft gedruckten 8 Selicha's waren vornehmlich 

1) cod. Bisliches 66. — *) in den Rga. rpy\ n'HKt^ ^' ^^ &!• dortigsr 
B»bbiner *^^ '*-) genannt. 

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— 419 — 

in Prag üblich. Die Techinna D^a JfOn 3K hat Btetigen Reim. 
Der hauptsächlichste Inhalt sind Bitten um Abwendung von 
Krieg, Krankheiten und Misswachs. Eine Selicha, )^h ü^rh^ 
nono, erfleht Sieg fiir den König und die Wohlfahrt des 
Staates, ein Pismon feiert die Niederlage der Feinde, und eine 
eigene Selicha erbittet den Beistand des Himmels um Gunst 
bei den Mächtigen zu finden, und Israel vor gefahrlichen Be- 
schuldigungen zu schützen. In einem Lublin 1613 erschiene- 
nen Buche*) befindet sich seine Bakascha ^'in ^t^&3 Tl^tCD ^N 
n*D)T, ein Zwiegespräch zwischen Seele und Körper. 

Jeh.uda Muscato, um 1590 in Mantua gestorben, als 
Commentator des Kusari bekannt, hat ein Gebet in Prosa, 
gegen Dürre, verfasst*), ferner, vor dem Jahr 1572, eine Te- 
diinna (Sonett*). 

Israel Nagara b. Mose b. Levi, der begabteste Dich- 
ter seines Jahrhunderts, der alle Gattungen der mittelalterli- 
chen Poesie und nicht ohne Glück anbauete, ist mit mehre- 
ren seiner Compositionen in verschiedene Ritus, mit dem Sab- 
batgesang ühy |U*1 tV in alle Gemeinden eingeführt worden. 
Der Vater, Mose, starb 1581 als Rabbiner in Damaskus; der 
Sohn starb als Rabbiner in Gaza und folgte ihm im Amte 
sein Sohn Mose. Die Zahl seiner gedruckten Stücke beträgt 
470, von denen in deutsche und italienische Siddur und An- 
daehtsbücher folgende Gebete aufgenommen sind: 

2. nriD^D 7IDD rhy^ der strofische Vers endigt ifTD. 

3. r)W\ ürh h ^Sn Tn% 6 Strofen. 

4. XtmD bD 1^20 b« tV ein künstlich geformter Hymnus. 

5. PdSd n^K !V aramäisch. 

6. tn\y\ brn TrP 'n mit Cnn schliessenden Strofenversen, 
für die kleinen Versohnungstage. 

7. py ^\ff an2 pW TTV bei Regenmangel, die Strofen- 
verse endigen D^D. 

8. njJ "»rwm ^:nb noiV in 4 Strofen. 

9. Dn puttr nh^Jtn. 

10. ]aay2 iVTH ^'^^ Klage zum 9. Ab, der strofische Vers 
schliesst jDtt^n. 



*) Onomastic. S. 19. — •) TlK^n pS^K ^- *®^- "" *) I^uzz»tto iu hebr. 
BibUogr. B. 6 S. 102. 

27* 



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— 420 — 

N. 2, 3, 5 bat das Macksor ed. Livomo 1800 Th. 1; K. 
2 und 9 findet man am Ende von nn»rP ]&a ed. 1722; N. 4 
und 8 in n^DlH ny, N. 6 in TW n^», N. 7 in Selkshot 
Vened. 1712f. 122b, N. 10 in ür^yHO ITO Wien 1822 Ende. 

Scbeftel Uurwitz ist VerCEisser eines grossen Sünden- 
bekenntnisses , anfangend >T3T ^D DTIp D^^iyn Sd fcr\ mit 
einer Variation der Vidui. 

Akiba b. Jacob Neuss aus Frankfurt a. M., woselbst 
er bereits A. 1568 ein Rabbinatsamt hatte, ein Enkel von 
Akiba b. Elasar und 1597 gestorben, verfasste 5 SabbaÜieder, 
1 Chanuca-Lied*), Klage »TOI« B^N p'Jii V; hVy deren Strofen- 
verse tC^K schliessen und Zionide XU3 H^in p^, endigend 
yi!W rnpH ^JSH, beide auf den grossen Brand in Posen am 
9. Siwan (11. Juni) 1590^ welchem das Judenviertel mit aller 
Habe und 70 bis 80 Gesetzrollen nebst 15 Menschen mm 
Opfer fielen, ausserdem folgende Gebete: 

Vidui nBO rviD "f? nOB^J rr^ in 64 -»p reimenden 
Strofen; die Variation der Vidui TOt^ beginnt mit 
der 25. Strofe in Echo-Reimen '»HD^n htO ^HöB' TCim 

'131 '^n«ion '»ru6D ^njn «^a ^ma >nTG »Tibsn. 

Betrachtung rU1V03 ^ fü^ 1^^, endigt: «n ^^«Tl npii 

n«i n-iDK^ '•Eir'i aim '^dii >*?a >öia n«i nwnwsD dpd ^wi. 

Gebet in Prosa zur Bewältigung der bösen Begierde: 

h ^ >3^ nUBTID n'»in D^1j6, endigt >a^ bv H^ «^ 
Dblj6. 

Vier Andachten für Morgen , Mittag , Ahend, 
Nacht mit entsprechenden StrofenTersen ausgehend 
auf np3, ünns, any, nb^^; die erste hebt an HTpK 
pn« 71D p», die zweite HDjn p^S '^'^y, die dritte >5TI 
roiyo pitt6, die vierte >:n ^Dlp ^ TIDta >«j; 71 ^3» 
r6n3 n^^Ö« nWa; die ersten drei endigen mit einem 

Strofenvcrse {y^^ rwru ^rtrh^n Dra, d'^'vtsd in^, 

3Tynj6iTni), während die vierte durchweg also auch 

am Ende (H^nnaD »-6^c6 rh^bn n« -IN^I) noch einen 

Reim hinzufugt. 

Israel b. Mose hat in seinem Lublin 1593 erschienenen 

kabbalistischen Commentar zu den Psalmen und den Sprüchen 

i) LuKzatto in hebr. Bibliogr. B. 5 S. 102. 

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— 421 — 
cme Bakaseha, an&ngend: Vn hrm Tt b» bn roi TlS«^ pT 

Mose Mordechai Margaliot b. Samuel, ein Zäherer 
Salomo Lnria's, Gegner derer, die über kabbalistische Con- 
templation (TWO) öffentliche Vortrage halten, besorgte 1584 
die Correctur der Selichot ed. Crakau; im J. 1589 erschien 
daselbst sein Buch 'H ^TDTI über die Middot mit einer durch- 
weg auf Cy»2 reimenden Introduction ü^^bo "fpö 'H ütt^2. Einige 
Jahre war er Rabbiner in Wien *). Aber 1603 corrigirte er 
die Ausgabe des vhsfy^ VTHO Crakau, und in demselben Jahre 
erschien in Lublin seine Selicha HI^ÄD "^TH^h D'^H^K, zum 
Andenken an die in Warschau 1596 grausam hingerichteten 
Märtyrer, die Brüder Mose und Jehuda b. Jekutiel. Er starb 
den 20. Nov. 1616 in Crakau, wo sein Leichenstein sich be- 
findet 

Salomo Ephraim Lentschüz b. Aaron, berühmter 
Redner und Moralist, Verfisisser von sechs Werken und als 
Rabbiner von Prag daselbst im März 1619 gestorben. 

1. nt^3 "hy roöB^Ki rrow rh^, endigt D^ono pw. 

2. 13'*OT)33 nOB^ ^D npfUßl 'n ^ Pismon, Nachahmung der 
Selicha 'Ü^T\ von Salomo Babli. 

3. "»«nn ^ apjP nj;^ nach zwiefachem pnitT^, fast nur 
gereimte Prosa. 

Alle drei Selicha's feiern den 2. Adar (15. Febr.) 1611, 
wo ein Heer Passauer über die Brücke von Prag in die Alt- 
stadt rückte und ein heftiger Kampf statt hatte, sie sind 
A. 1613 verfasflrt; der Tag ward auf ewige Zeiten zum halben 
Fasttag eingesetzt. 

Samuel Raphael Marli [d'Arles]') b. Mazliach, Rab- 
biner von Mantua (1610, 1617). 

1. rony nan rü>:Stt^ "DD^ SabbaÜied im Metrum der 
Gabirolsohen Asharot, endigt 0^*10 yitO PTn^n MIHDI . 

2. renn »O yo^ Gebet in demselben Metrum, 7 Strofen 
akrost ^n«0 *?«TDB^- 



*) Vgl. cm ^3^ 12b mit S«TBn riTpD »!• (TUWTD H^^ID ptOH 

«»* Tvw) Tn rra)» ^®» (ruv<^)- -^ •) lo*»»**<> *» *>«^^- Bibuogr. b. 4 

8.97, B. 5 8.46. 

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— 422 — 

3. bt< loych 33112^ m^ Ermahnung io 5 Strofen, end^ 

beide Selicha's wurden bei 



4. p:n )s^r\yw pw t<^ 

5. b)JonD in^2i ru njncnro 



einer A. 1610 stattgefunden 
nenUeberschwenuBung ver- 

Um 1560 lebte Joseph Marli, derselbe welcher das heftige 
Schreiben gegen Immanuel di Cropulo erlassen '). 

Salomo b. Mordechai aus Meserita, Verfituser des 
Buches 3nn roiD (1602), schrieb eine Techinna gegen die 
Pest, als diese in Ostra erschien die aus 22 dreizeiligen Strofen 
bestehend niN^Dn b^ |n« anhebt und JIÜD piW ^56 TÖm 
endigt; ausserdem ein Chanuca*Lied in 5 Strofen, nach der 
Melodie des "11K Tiyo, anfangend ^11*^1 ^^^ IHt^ und endigend 

rrmv d>dd un a^yg^ ran, D'^iioK^n r^no. 

Jacob b. Joseph Kitzingen aus Strim, ein Zuhörer 
▼on B. Salomo Luria, Rabbiner in Meseritz. 

1. ein grosses Lehrgedicht über die Kitualien des Passah- 
Abends, anf. «iTOIlfi^ OraTD. 

2. Selicha y\b^r\D rw rpD^ wn«, endigt HDD bp n^K 
D^DDI, für den 5. Bussetag. 

Baruch b. Mose ihn Baruch 1599 in Venedig. 

1. Vidui für den Rasttag des Sühnfestes (Vor dem nip^D). 

a) Eingang in 8 Strofen die Vl^ 'r\ anfangen und mit 
'n schliessenden Strofenversen endigen. Anfang: 

my yt^tn by i^t< rvm yam; ]^n f^^ ^rh^K ti, 

Tl«a, Ende: 'H m« y^Z ^lytyff. Dieser Eingang 
ist ohne Nennung des Verfassers und mit geändertem 
Anfeng \ytTr\ ^ pn^i ^H^ 'H] ak ein Chatanu in 
den Tikkun für Neumonds -Rüsttage (Vened. 1732 
f. 15) übergegangen. 

b) leises Gebet in 4 Zeilen D^JD"W p DW ^T^ hie 

^:p:3 ^Nn Ni«. 

c) Sündenbekenntniss in 40 Strofea mit 8trofenreim, 
dreimal hintereinander eingefasst von dem 19 Worte 

*) vgl- ü^ön cod. 79 mit q*t^^ y^^ e, 99, w« irrig lanMimet »•» 
Benevent als Empfänger des Schreibens genannt ist Derselbe wohl in Qod. 
Almanzi 140 V. 

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— 428 — 

starken Verse Ü^yi om KVll (Ps. 78, 38) und zu- 
gleich die Yidai }^}irt< vanirend. Anfang: DM KIHl 

'^'^210 ^i« >«en, Ende njni3 ^yo^ ^rhn\r\ -n i^i. 

2. kurzes Gebet yCT i6 >D. 

Mose Alschech b. Chajim, Babbiner in Safet, blühete 
in den Jahren 1549 bis kurz nach 1591. In alle italienische 
und deutsche Ritualien bat sein Klagegesang ^^ )y02^ yHDpn 
ÜDh2 3pr, 10 Strofen stark, Aufnahme gefunden. 

Chananja Eljakim Riete b. Asael Raphael, genannt 
Graziadio, ein Schüler Jehuda Muscato's, lebte in Mantua 
woselbst er vor 1626 gestorben; ist Verfasser von eilf Werken^ 
von denen jedoch nur zwei näher bekannt geworden: ViH^ 
rr:n (cod. Mich. 472 bis 474) und D^Ä« Tm^, Gebete für 
Festzeiten und Frühandachten enthaltend, aus denen Einzelnes 
in die Sammlungen irwn rht< (1612) und D^m y^po für 
den Hoschana-Tag (1648) übergegangen ist. Ausserdem ent- 
hält cod. Mich. 341 vier Klagelieder, nämlich: no'^ntft TI^BO in«, 
'3U» iTiVT nbu, D^E)Dt<i DnDH, nt^EO 1C2 rO^ HDa«. Das 
*Tn2^n n^^M hat 9 Selicha's unseres Verfassers : 7 in der ersten, 
zu denen zwei p^lS nsn p^y p« endigend ]^ ^«D und r\ bt6 
Q^S2 >Knp:, endigt QDnrpO 210 t6ü\ in der zweiten Auflage 
hinzugekommen. A. 1615 verfertigte er ein kurzes Gebet 
wegen Raphael Modaia und Abraham Jaghel Galico (cod. 
Mich. 851). 

Joseph Jedidja b. Binjamin Jekutiel Karmi, seit 
1612 in Modena, ward im Jahre 1623 bei der dortigen Syna- 
goge der Brüder Ausilio als Vorbeter und Lehrer angestellt, 
und ungeachtet um dieselbe Zeit sein Schwager Aaron Be- 
rachja eine Gebetsammlung für Frühandachten angelegt und 
herausgegeben, unternahm er für den Verein der erwähnten 
Synagoge eine ähnliche Arbeit, nur dass er lauter eigene 
Compositionen — mit Ausnahme der gereimten Prosa sammt- 
lioh metrisch — brachte und auf eigene Kosten drucken liess 
(Ven. 1626). Sie berühren alle Wochen- und Festtage und 
sind vom Verfasser mit einem Commentare versehen, was bei 
der Künstlichkeit der Sprache und der hi^adisch- mystischen 
Färbung nicht überflüssig schien. Die Wochen- und Sühn- 
tage sind mit Klageliedern, Selicha's, Sündenbekenntnissen 

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— 424 — 

und Ermahnungen, auch in aramäischer Sprache, ausgestattet 
Eine ganz auf kabbalistischem Unterbau ausgeführte Vidui^ 
in welcher der Reihe nach die menschlichen Glieder, die 
Buchstaben sammt Vocalen und Accenten vorgeführt werden, 
nimmt mit der Erklärung 37 Quartseiten ein; sie ist A. 1620 
verfasst, hebt an mSD morhün "»D «np« Dnt^N D^'^bx und schliesst 
mit einer Variation der Middot. 

Meschullam b. Isaac Salem b. Joseph war gleich 
seinem Vater Correktor in Druckereien von Mantua und 
Venedig und zwar bereits im Jahre 1589, versah einige 
Drucke mit Lobgedichten und verfasste folgende religiöse 
Gebete: 

1. my)2 K^W DI Dp n^2a tn\: in 8 Strofen, endigend 
nb)l"U121, zur Erinnerung an den Brand vom 28. Siwan 
(19. Juni) 1610 in Mantua, der die Porto - Synagoge 
sammt 37 Gesetzrollen verzehrte. 

2. D^ono pw ttmp) ano über den Auszug aus Aegypten 
mit vierfachem Namens-Akrostichon. 

3. Selicha vy^V «KnO 'H 7>S« 2pjr, vierfach alfebetisch, 
die Strofen beginnen und endigen SpJT. 

Mordechai Jare b. Berachja Reuben, dessen Vater 
B^uben Jare 1581 in Mantua >) Lehrer war, ist der Ordner 
des Buches TWT\ H^^X, in welchem von ihm, unter der 
Chiffre ^D'B'*), folgende zwei Stücke abgedruckt sind. 

1. Bakascha '»nplB'n '»b« ^S für Sabbat, metrisch mit 
durchgehendem Reim. 

2. Selicha n\nt< ntC^K rvn^ in eilf fün&eiligen mit einem 
Gottesnamen anhebenden Strofen. lat auf Verlangen 
von Joab Galico im Sommer') verfasst. 

Aaron Berachja b. Mose b. Nehemia de Modena, 
von seiner unterrichteten Grossmutter Fioretta erzogen, die 
hochbetagt in Safet gestorben, ein Schüler Hillel^s aus Modena 
der in Viadana seine Grabstatte hat, ist der Ordner des TTD 
nniDtt^«, welches er 1616 in Modena einzufuhren begonnen, das 
unter dem Namen Tttt/ ^^ bekannt von ihm selbst ange- 



*) SteinBchneider catal. Bodl. p. 1666. — •) ^\ ^yvb ^ — ■) der 
angegebene Vers ist aus Parascha *]n^rQ [Monat Juni], das Jahr ist nicht 
hinzugefügt. 

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beide 



— 425 — 

lahrt wird '). .In der Sammlang sind auch Ton ihm ver- 
fiuste Stücke '), diese jedoch nicht näher angegeben. Er 
sUrb den 26. Tammus (28. Juli) 1639, 8 Tage nachher wurde 
die Trauerrede gehalten, und der Rabbiner Abraham Grazi- 
ano rerfasste ein Klagelied. Uebrigens ist er, yon der Mystik 
Cordoyero's und Loria^s beherrscht, ein Feind der Philosophie; 
drei Werke von ihm sind noch ungedruckt. 

Jacob Segre [b. Isaac], Rabbiner in Casale Monferato, 
schrieb poetische Approbationen zu dem Glossar nchiff pW\ 
(1588) und dem Commentar des hohen Liedes von Isaac 
Alatrino (1605), war A, 1617, 1629 noch im Amte. 

1. ton jtSp D JpT Dip ein Neumondslied in 5 Strofen, 
zeichnet tTOD SpJT. 

2. obw ^D rwn dW btt^ liOT p2) ein langes 
' Gebet in Prosa. 

3. D^:W 3m in« 'n wn^ 'n Selicha, die Strofen 
eröffnen und schliessen 'n. 
zur Zeit der Belagerung von Casale (1629) verfasst. 

Menachem Mannes Chajus'), Sohn des Isaac Chajus, 
der 1584 Rabbiner in Prag war und auch Festlieder verfasst 
hat, hielt sich 1590 in Prag, 1603 in Prosnitz, 1605 in Dres- 
niz (Mähren) auf, wurde später Rabbiner in Torbin (1618, 
1620) und starb als erster Rabbiner in Wilna im Jahre 1636. 
Ausser zwei handschriftlichen Werken schrieb er auch Ge- 
dichte und Festgesange, deren er bereits im Jahre 1605 eine 
ganze Sammlung hatte. Bekannt sind daraus nur drei und 
nur zwei davon gedruckt 

1. Sabbatlied, anfangend rotten Dl^b IW "IIDTD; die Stro^ 
fenrerse endigen rotl^. 

2. Klagelied \t/tno DHO inpD D)po, mit Strofenreim und 
n^iy Onp^ endigend, das ausser der allgemeinen Be- 
drängniss den oben (S. 420) erwähnten grossen Brand 
in Posen und den frühzeitigen Tod seinea Bruders 



«) ed. 2 f. 219 a, p^i -QpQ 29 s. — •) Vorr. f. 6: TOIO *TtW ÜT^D 
KrMsa 1591, nTTlTDD Krmeau 1608 f. 37 b, nTlTin TD Begiter Art, 

dw npn; n»w rrp s. esc 

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^ 426 — 

Samuel, der im Dezember 1590 in Prosoitz erfolgte, 
betrauert. 
3. Chauuca-Lied ^333 UO^, 4 Langzeilen akrost QTOD; 
io jeder Zeile ist der Zahlen werth der ersten 3 Theile: 
89 (-= HDW), 44 und 36 (Zahl der Chanuca-LichteX 
der des Schlussaatzes beträgt 365 [A. 1605] das Jahr 
der Abfassung bezeichnend. 
Obgleich das Gedicht weder Reim not^h Metrum hat, so 
erklarten doch dem Verfasser seine Bekannten, dass keiner 
unter den Zeitgenossen so etwas zu yerfertigen im Stande sei. 
Auch die Ausgabe vom Dpy^ |^ 1603 hat er mit einem Lob- 
gedichte ausgestattet. 

Meir b. Abraham Angel aus Sofia, Rabbiner in Bel- 
grad, in Safet gestorben, hat in sein Buch nn^il nilDD (Cra- 
kau 1619) folgendes Klagegedicht eingerückt, das er in jünge- 
ren Jahren verfasst; 

U^yy ^npsn ^rxn\ ^\t^t^ in durchgehendem Reime, endigt 
D'^moim tnp 1>3n ni:2^. Hieran anknüpfend 6 Zeilen 
des Trostes "»It^Bi '»DTI HD bis '»o'pjJnn '^PIDlcn HTOttO. 
Jomtob Lipman Heller b. Natan Levi, geboren 1578 
in Wallerstein, gestorben in Crakau im Sommer 1654, wurde 
von seinem Grossvater Rabbiner Mose Wallerstein erzogen, 
bekleidete Rabbinatsamter in Nikolsburg, Wien, Prag, sass 
von Angebern und Jesuiten verfolgt A. 1629 40 Tage in Wien 
in Haft, woraus ihn eine Strafsumme von 10 tausend Gulden 
befreiete, ward hierauf nach Nemirow (1631) und Wladimir 
(1634), endlich nach Crakau (1643) berufen, und ist haupt- 
sächlich durch seine Tosafot zur Mischna berühmt geworden. 
Während seines Aufenthaltes in Prag brach der Krieg aus, 
der 30 Jahre Deutschland verwüstete, und in dem Jahre, das 
ihn beendete, erlebte er in Crakau die Trauerzeiten des Auf- 
Standes in der Ukraine, der so viele jüdische Gemeinden ver- 
tilgte. Beide Ereignisse hat Jomtob durch Selicha^s verewigt. 

1. "py irntsh noW erwähnt der Besorgnisse, als am 
22. Mai 1618 der Aufstand in Prag ausbrach, die 
kaiserlichen Räthe aus dem Fenster geworfen wurden 
und man einen neuen böhmischen Konig wählte. 

2. man mbri\ my^n D*TK, die Angst der Bewohner wäh- 
rend der Schlacht am weissen Berge (1620, 8. Nov^ 

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— 427 — 

mid daa Gerücht «ich ▼erbreitete, die siegenden kai- 
fierlichen Trappen würden plündern. Sie wurden je* 
doch vor der Plünderung durch Truppen geschützt, 
und daher der 14. Cheschwan (10. Noyeinber) als 
jahrlicher Selicha-Tag eingesetzt In beiden Nummern 
beginnt der Strofenvers ^:d. 
Die folgenden 3 Stücke schildern die Schrecknisse ^on 
1648 und sind im Jahre 1650 yerfasst 

3. nsbo p« fyBy anschliessend an einen Theil des Su- 
lat Elieser's b. Natan N. 14. 

4. urhw rnyona rror^ rh», nach bot«. 

5. rüüi myo fcOHon d^öttd pw ü^om vho b» Seelen- 

gedftchtniss, endigt pM HlCSil rvh^', macht eilf er- 
schlagene Babbiner namhaft 
Nur in N. 1 ist der vollständige Name, auch der Gross- 
vater, in allen l^n ]ü&h tnpTi ^7 DUO DV, in N. 3 sogar 
yc ÜV niSDin gezeichnet; N. 5 hat nur 3U0 DT». 

6. -por ^ för Sabbat, worin die Worte in« )bv^ OV 
ytQ D^ seinen Namen andeuten, ist ein Segen för 
denjenigen, der Gebet und Lection nicht durch Spre- 
chen unterbricht. 

In Crakau wurden die neuen Selicha's für den 20. Siwan, 
an dem die Gemeinde von Nemirow heimgesucht worden, ein- 
gesetzt. An den Tagen, an welchen Crakau ähnliche Verfolgun- 
gen durch Gebete verewigte, — die Zwischentage Pesach, der 
25. Nisan und Thorafest — wurden zwei alte Selicha^s rezitirt 

Samuel [Edeles] Elieser halevi b. Jehuda (Ktn"nD) 
ans Crakau, berühmter Talmudist, Rabbiner in Posen (1609)'), 
war im Sommer 1631 noch am Leben') und starb in Ostro. 
Sein Bruder Saul Simeon war im J. 1627 Beisitzer des Ge- 
richts in Lublin. Seine Sdicha ^3^ nshn %'T*W h» auf die 
Märtyrer in Warschau (1596), in deren Schlussstrofe der voll- 
standige Name akrost. angegeben ist, ist bereits A. 1606 ge- 
druckt»). 

Jehuda Arje di Modeaa b. Isaae (1571 — 1648) in 



<) Daher R. Samnel Posen genannt bei Jomtob Heller zn Sanhedrin c. 3. 
— *) 8. da« Vorwort an tTTOH 10rfP\ CrAaa 1631 £n4e Älul [Sept]. -, 
s) Steinschneider cataL Bodl. p. 462, 

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— 428 — 

Venedig, Arohevolte's Zuhörer, ein reich ausgestatteter Kopf, 
der viel gedacht, geleeen und geschrieben, ein Feind des 
Schlendrians und des kabbalistischen Wahns, bereits Schrift- 
steller in seinem 24. Jahre. Er verfasste A. 1618 eine Ge- 
betsordnung für Kranke und Sterbende, schrieb Gebete für 
jeden Tag der Woche, für Reisende und andere Vorfälle des 
menschlichen Lebens, Bakascha's, Selicha's und Klagegedichte. 
Die bekanntesten sind: 

1. rnnnn %-6« ^^^ j Gebete für den Begrabnissplatz, 

2. ney nOT« Tin '»3ir» \ 1598 gedruckt. 

3. yJD^b nimnS) l^t« nc^ Gebet eines Verhafteten, endigt 

4. ^ptMD ^T m DT» Selicha für den kleinen Versöhnungs- 
tag (Vened. 1614) die in alle Riten aufgenommen ist 

Jesaia Hurwitz b. Abraham halevi, durch sein Werk 
H^"^ gleich berühmt wie der eben genannte, jedoch verschie- 
dener, fast entgegengesetzter Richtung: Frömmigkeit und Kab- 
bala sind seines Lebens und seiner Schriften Inhalt. Auf 
Fleischspeisen genoss er Milch erst nach 24 Stunden*). Er 
bekleidete Rabbinatsämter in Posen, Frankfurt a. M. (1614), 
Prag (1618, 1620), wo sein Grossvater Scheftel begraben ist, 
und begab sich im Jahre 1621 über Venedig, woselbst er im 
Sommer geweilt'), nach Jerusalem; er kam Freitag den 
19. November dort an. Im Jahre 1625 war er 19 Tage 
(13. September bis Nenjahrfest 2. Oktober) in Haft, entfloh 
im Januar 1626 nach Safet und starb 1628 in Jerusalem. 

Ausser einem grossen Sündebbekenntnisse, das sein Haupt- 
werk enthält, verfasste er 2 kurze Gebets-Eroffhungen PDnB^ 
vrmn akrost VTjnr», und U^üWn nsjtt^ nre UD^ ir», und 3 
kabbalistische Selicha's, eine Art Seelenmesse, die man anstatt 
einer Trauerrede auf seiner Grabstatte rezitiren solle; in den 
beiden ersten kommt in jeder Strofe sein Name vor; sie 
heben an: 

1. n^nn ^WH m-W tO«, alfabetisch. 

2. Dy-ß6 iw it^ 'n bn, nach cnht^. 

3. br\Ti rv DIdVij; B^ in 6 Strofen, akrost. VTJ»^. 



*) yDW PpT» 137. — «) Rga. apjp p^ f. 2« and N. ftO, 

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~ 429 — 

Samuel Bacharacb. 

Stammtafel^). 
Akiba Cohen aus Ofen, starb in P rag 
Gerschom TochterssSchabtai Hurwitz 

.1 I 

Simson Abraham 

Isaac Vögele Jesaia [H'^l^]. Isaac 

0t. 1624 st 1629 

I Tochter yoo E. Lowe 



Chajim 
•t. in Posen 



»^v 



Ev a S amuel Bacharacb 



geb. 1586, gest. 1651 
in Sofia 



I Naftali st in Lnblin ^^^^^ ^^ jg^^ TolzeL=Tewle R. 

isaac Cohen •). • in Schneitach 

Jair Chajim 1628—1702. 
Samuel b. Isaac Bacharacb aus Bunziau, zuletzt Rab- 
biner in Worms, geboren 1675 in Böhmen, starb am 26. Mai 
1615 auf der Flucht vor der A. 1614 in Frankfurt und 1615 
am Pesachfest in Worms ausgebrochenen Bewegung der 
Ziinfte gegen die jüdische Bevölkerung. Folgende 2 Gebete, 
die er verfasst, haben sich erhalten: 

1. Chanucalied, A. 1605 in KoUin verfasst: V?D ^"W 
^rVTCÖDI, nach der Weise des üblichen 1UJ TI^D in 13 
Strofen, in der letzten Strofe bittet er uui Hülfe ge* 
gen das n}nnn nTD^D. 

2. eine dreizeilige Selicha inBTI D'''»n yit^D «3« endigend 
"ID'T ^bD ^«, worin es heisst: Wy IDH ra^DT Untß^ 

mno*) DTiDD -m b« Qhnp2) dtid3 oicDi «idd ^«i dioh 
ty\:hy\ nan uh^^n uhmyi i^oniKi iDin D^Djn n«nn 

■QtßTl mno pTl, also wie es scheint bei Gelegenheit 
eines Aufstandes, yermuthlich des erwähnten, ge- 
dichtet. 
Natan Jedidja b. £ lieser aus Orvieto, geboren 1607, 
übertrug in Siena im Jahre 1625 die Vidui Bechai^s O^ns 
n^^) in hebräische Terzinen , an&ngend 'n DX O^D M^ nt^D^, 



*) vgl. Lewysohn Epitaphien S. ölflf. Zeitschrift -jß^y^ Jahrg. 4 N. 28 
8. 112 ff. — •) Tgl. gottesd. Vorträge S. 239 Anm. a. — ») diese Stelle fahrt 
Salomo UfFhaosen (Tberiak f. 31a) als ans einer Selicha an, die anf Ereig- 
des Jahres 1888 rerfasst sei. 



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— 430 — 

und zwar nach der poetischen Uebersetzung seines Grossva- 
ters Jochanan Jehuda Alatrini; von den beiden andern im 
römischen Machsor üblichen Vidui (Nissim's und üipH HDO) 
ist die Uebersetzung gleichfalls in italienischen Terzinen 
(Strofe 61—99, 100—164) hinzugefugt. Im dem 1628 ge- 
druckten Buche sind von unserm Verfasser noch 3 Sonnette 
hebräisch und italienisch: 

1. D'»E)N "p« DTin "hn '»Sx Retto signor. 

2. nD'»D'» n'^J« m^^ ^D ]üp Col ferro. 

3. nch ^rrvrv njnn O^n *?« Era'l bei raggio; ferner 

4. Klagelied "»ITNI ^h >!« pj«« '»inpD niOOW bv in 8 sechs- 
zeiligen Strofen. VgL catal. Bodl. p. 2035. 

Rüben Tewle b. Ezechiel Troppau, der in den Jah- 
ren 1606, 1619, 1626 an verschiedenen Orten als Correktor 
beechäiligt war, scheint zuletzt in Crakau gewohnt zu haben. 
Für den Leichenbestattungsverein schrieb er folgende Selicha; 
^nvi bfc<n U*ü^n '»n^ «:« fast nur Prosa in Reinaen^ 
endigt DnJ^TI nj;31« Dj;; besteht aus 22 Strofen, de- 
ren letzte Zeilen den Namen akrost geben. 
Israel Samuel b. Salomo Rofe, im J. 1621 in Crakau, 
ist Verfasser zweier Werke npioy nb:iö und htmn no^. In 
dem letztern befindet sich seine Techinna mystischen Geprä- 
ges ^^V^ "»D Nip« Tl "pS«, die stetigen Reim "»: hat, nebst 
noch einigen Gebeten. 

Salm an b. Jacob Posen lebte 1626 in Prag. 

1. Techinna nth^ rmb\tO ^DHOK, 

2. Bussgedicht yüjft mWTQ "»B^H n^i. 

Beide Stücke begleitet der Autor mit seinem Commentar. 

Mose b. Jesaia Mendel aus Crakau, wo er 1604 ein 
Buch seines Vaters herausgab, war Rabbiner in Frankfurt a« M. 
(1605, 1612), Prag (1622 bis 1626), Posen (1636) und ist viel- 
leicht identisch mit dem R. Mose b. Menachem Mendel in 
Wladimir, an welohen im Sommer 1619 Binjamin Aaron 
Salnik, der mit ihm verschwägert war, ein Schreiben richtete. 
Seine Selicha rVT m« D'»:T»^JD ^IMO ist gegen Pest und Kin- 
derblattem gerichtet; von der zweiten an heben alle Strofen 
ütf an und nennen eine Sünde, zuletzt noch die des goldenen 



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— 431 — 

Kalbes. Befindet sich in den Selichot von Posen, Prag, Worms 
und vom Elsass. 

Natan Nata (^VD^) Spira b. Salomo in Crakau (1585 
—1633), Verfasser des Buches mpioy n^3D, ordnete einen 
Bettag an, als Anscbel b. Mannes den 11. Ab (9. August) 1631 
gefoltert wurde und verfertigte zu dem Zwecke: 

1. eine Betordnung für ähnliche Tage der Bedrängnise; 

2. Selicha nnm an} "h nD yhns2 q'^ ikd a^nhH endigt 

3. Pismon, nach der Melodie von '»nn^O liJTDlfc^, anfan- 
gend: yyt^ i(jKh rwy 'n ra ijy i^^iiy d«, endigt 2W 
njnn hv DTDni y^ jnno 2W pinp dj; b^Ktn rhro 

Beide Oebetstücke haben akrost. den Namen und zu 
N. 2 ist ein Commentar hinzugefugt. Der Sohn des Verfas- 
sers, Salomo, Rabbiner von Satanow, starb um 1651. 

Hirsch b. Mordechai aus Pudheiz in Lublin. Zwei 
unschuldige, Mordechai und Nachman wurden gemartert im 
Sommer 1636; der letztere, vergeblich zur Taufe überredet, 
wurde geviertheilt und sein Kopf auf eine Stange gesteckt. 
In dem Landtage hatte man zur Vertreibung der Gemeinde 
Antrage gestellt Diess veranlasste unsern Verfasser eine Se« 
licha zu verfertigen, die wmn bt<\ "(b '»Dl ^« D%"6« anhebt, 
)y^bv "fpon TDP endigt und akrost. zeichnet KHM «npyi ^JÜ "»3« 

pm b-t '•DTiD ^'n no'n« ^a« p. 

Simeon Auerbach b. Meschullam Salman Fisch- 
hof aus Wien. 

Die Selicha 102 f?D« ni2« D« gegen Krankheiten der 
Kinder erschien zuerst Lublin 1639; auch in diesem 
dem des Mose Mendels nachgebildeten Gebete heben 
die Strofen mit DM und zwar mit pya DN an. 
Die Frau eines Salman Fischhof aus der Familie Auer- 
bach starb 1654 in Wien (Grabschriflen N. 202). Meschullam 
Salman Fischhof b. Jacob Elasar Auerbach in Nikolsburg gab 
im J. 1711 in Frankfurt a. M. die Selicha seines Vorfahren 
mit Commentar heraus. 

Josua b. Jehuda, ein Enkel von Jechiel Michel Ma- 
rowtschik (1576) ver&sste alfabetische Sündenbekenntnisse, die 

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-^ 432 — 

u&ter dem Titel nn|TlDn 'D haudschriftlich in der Oppenfaei- 
merschen Bibliothek sind. 

Mose Birgel b. Jischai Joseph, Eidam von Jehuda 
Wezlar, der 1616 in Bonn*), später in Friedberg Rabbiner 
war, hat über die Leiden der Juden während des dreissig- 
jährigen Krieges, insonderheit in Mähren') im Monat Elal 
(16. August u. ff.) des J. 1643 einen Klagegesang verfasst: 

ai&W« ^ bv nyOTI 21«D pXO »^üD!«« zwiefach alfii- 
betisch mit Strofenreim ^, worin er die Zeit der Ab- 
fassung viermal angibt Namentlich wird der Ermor- 
dungen und Plünderungen gedacht, welche die Ge- 
meinden von Kremsir, Brod, Tagitschau, Prosnitz und 
Uelleschau heimgesucht haben. Es folgen als Nach- 
trag zwei Klagen: 1) rupn DT)pb DV01 Ansprache an 
die Leser und Trauergedicht über den Sohn von 
37 Jahren, den er am 4. Tebet verloren und der den 
betagten Vater verwaist zurückgelassen, akrost bTV2\ 
2) ynSü piyo in 8 D'»11 reimenden Zeilen, akrost. rWC 
bTV2; zum Gedächtnisse an die getreuen Bruder 
Mährens. 
Raphael b. Michel Mengburg, 1655 in Amsterdam'), 
vielleicht der Vater oder sonst ein Verwandter des Selicfaa^ 
Verfassers Uri (s. unten S. 436). 

Klagegesang n^lht ntD'»Dni 'H Htn, für den 9. Ab. 
Aaron b. Elieser in Zempelburg. 

Techinna "^Ty DBbl %"1^X (Amsterdam 1646). 
Liebermann Sofer in Prag, dessen Vater Lob Rofe 
Prediger in Mainz daselbst 1644 gestorben ist, hat in zwei 
Gebetsammlungen ^) die er veranstaltete auch eigene and un- 
ter anderen folgende Stücke: 

1. 11»n ']bDh n»T^ W m"»B^« Sabbatlied; 

2. \trr\p TO\t^ ÜV '»NJnM i für Sabbat- 

3. rrüo u^y]^ hDc prr\ nsöd'» ^d b'»n r\wt< f Ausgang; 



B. U 



*) DTO« rm S 23. - •) synag. Poeeie S. 343. Vgl p^-j^^ y^^ 
4 8. 84. — . sj catal. Bodl. p. 2126. — «) ygl. catal. Bool. p. ^75. 965. 

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— 433 — 

4. anytfn rbi< 'n j Gebete auf dem Friedhof; der- 

5. niOl2^3 02^by Uh^ \ gleichen noch zwei (N. 46 und 48) 
in Jttth royD befindlich sind. 

8. Hintn tno NVI^NI KH^N mit vollständiger Namen- 
zeichnung. 

Eine Reihe deutscher und polnischer Verfasser hat, 
grosstentheils als Augenzeugen und Leidensgenossen, über die 
Drangsale in Polen 1648 bis 1656 in Klagen und Selicha's 
sich Ternehmen lassen. Dazu gehören: Jorotob Heller (s. 
oben), Ephraim aus Chelm, Schabtai Cohen, Henoch, 
Joseph und Jacob b. Naftali alle drei in Gnesen, Schef- 
tel Levi, Mose Cohen, Gabriel, Isaac b. Abraham, 
Joseph aus Prosnitz, Mordechai Kremsir und Unge- 
nannte. 

£phraim aus Chelm, Sohn von Joseph Jawrower, 
Schüler des David b. Jacob aus Schebrschin (gest. 1604), 
lebte 1601 in Mähren, 1602 und die folgenden Jahre in 
Crakau. Später ward er Rabbiner in Wreschen, lebte noch 
1646. In seinem dem Gebets wesen gewidmeten Buche miinDD 
finden sich für Sabbate, Fest- und Trauertage zusammen 22 
Stücke, bis auf die Selicha^s sämmtlich mit Commentar, dessen 
sie auch bedürftig sind, versehen. Statt der Schönheit und 
erhebender Gedanken herrschen Kabbala, Reim- und Zahlen- 
spielerei. In einem Gedichte "I^IC' *D1N endigen die Strofen 
Qi^ und die vorausgehenden Buchstaben bilden ein Akrostichon, 

z. B. ünon, Dn'»nD, oni^i^D, nnsiyD, on« d. i. onsNu. s.f. 

In dem Chanuca - Liede ^TO X2N hat er nicht nur, gleich 
Mannes Chajus, Zahlensummen versteckt, sondern auch Reim 
und mehrfache Akrostichen untergebracht. Folgende Stücke 
sind der Klage und der Busse gewidmet: 

1. "hvBü 1« ^iH nn« Eingang zu der Techinna rVli'^p M^H 

ran nnp-, Reim T^y. 

2. •Qiy ntn 13n W Klagegesang, Reim )% so dass der 
vorausgehende Buchstabe das alfabetische Gesetz be- 
folgt p fyo pD pN u. 8. w. 

3. '»D^ "nrr rt<h ^H feiert das Andenken der zehn 
Märtyrer. 

28 

Zoiis LitnrfttnrgMoh. d«r lyo. PoMle. 

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— 434 — 

4. n%nTD hV2 22)D in 10 Abeatzen, dertti «Snxelne Zeilen 
akrost. die 10 Sefira's geben. 

5. l^n'T'U "»112^3 VlDB^N Vidui, akrost. der Name von 42. 

6. D^^^m npD Dnjrr) Slp, abwechgelnd beginnen die 
Strofen y^V und schliesaen nbv, beginnen rhh und 
schliessen 3"iy. 

7. yxh «12N DW, ebenso abwechselnd mitD^Pn undTiD. 

8. >nj;iic^ 'n yhn any, ebenso mit snj; und npD. 

9. njnn ^y nn:n DIK^H "|^D ira« in 29 Strofen, vcr&sst 
als in Lundenburg und Umgegend die Pest herrschte. 
Die letzten 4 Nummern sind Selicha's. 

10. Seine Selicfaa über die polnischen Ereignisse beginnt ^ 

"^2b lyv nxib, zeichnet aber nur Ephraim *), wahrend 

anderseits die Ermordung des R. Ephraim Rabbiners 

von Wreschen A. 1655 gemeldet wird *). 

Schabtai Cohen (71^) Verfasser des ]ro >nDtt^, Sohn 

des Meir Rabbiners von Mobilew, geboren 1622, gestorben 

1663 in Ilellischau, hat seine Selicha's mit einer geschichtlichen 

Einleitung versehen, die Leiden und Schrecknisse der Jabre 

1648 ff. darstellend, die mit einer Betrachtung endigt: 

1. rh)^:b ^r\>)p IK^N U^ytt; durchweg mit den abwechselnden 

Reimen rb und "»P, schliesst TOlß^ O'^DI D^ÖTTia. 

2. niC^ pNI T^D p« htrwtn, die Strofen heben an und 
schliessen ^N*11P. 

3. 3npD D^'U 1«D U*rh< variirt das „Abinu malkenu" in 
44 Strofen. 

4. "jn^ma DM:i "Ä^D D\"1^N Chatanu mit Ringworten. 

5. y^ >D"1^ *?N p^, die Strofen beginnen und endigen pnJ. 
5. wn:2 ■jb'» h)p DnN, der strofische Vers hebt "»m, W, 

einmal rPIK an. 
7. inn ynb« n IB^N p«, die Strofen beginnen und 

endigen pX. 
Benoch b. Abraham in Gnesen. 

Klage pnin 'n p:n. 



») Vgl. Steinschn. c«t«l. S. 1243. *- •) Sei. Abriham*8 Cohen und ^ 

U^Cm t6D N. 5 (unten S. 436). 

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— 436 — 

Joteph, ebendaselbst; ecin \'T2a3 pW D^DPH kSd ht< 
D^riD gedenkt der in Nemirow Erschlagenen. 

Jacob b. Naftali, Landschreiber, ein Vetter des Vor- 
genannten, der yerschiedenes gedichtet, hat ausser zwei Ge- 
sängen CfTOn Db6 "VDTW bei Gelegenheit der Schenkung einer 
Gesetsrolle ^ und )ü^ |0K3) *H&T) drucken lassen: 

1, Selicha mi« ^N bn '»:« mit einem Eingange ^nya^» 

2. Pismon ^^W >D3 ^3U^ on«. 

Scheftel der Sohn von R. Jesaia Hurwitz, dem Ver- 
fasser des rx^j der als Oberrabbiner in Wien 1660 ge- 
storben. 

Selicha D'»D^ "p«b 'H n>3D "»raifc^ in 25 Strofen, mit 
▼ollständiger Namenzeichnung (auch ^^"Hn). 
Mose Cohen Nerol b. Elasar aus Crzemiuiec, in Metz 
A. 1659 gestorben. 

Gebet rUT» ^0133 rpr\ O^Km t^D bt<. 
Gabriel b. Hos che 1 in Reischa schrieb eine eigene 
Abhandlung über die Jahre 1648 u. ff. worin drei Selicha's 
mit einem zum Theil geschichtlichen Commeutar sich be- 
finden: 

1. nmnn rhn 'n Dp&^ nach s^n, endigt pDn '»i^n Drai 
DTwnp impn rüi 'n. 

2. r^^ ontO O^» H^H ro^n mit vollständigem Namens- 
Akrostichon, endigt r\)töt: UMnn. 

3. K'*jn WD%TD JÄDB^ ND aramäisch, nach pnttTl, endigt 

HaovTo «yn rawD «nncosi. 

Isaac b. Abraham Mose Israel, Rabbiner in Lissa. 

Selicha niBOKI nc^J "»3 rna"W ■) erzählt die Schand- 

thaten der Kosaken und Russen in Ukraine, Podolien. 

Joseph b. Lipman aus Prosnitz, den die Schweden 

aus seiner Wohnung gejagt, verfasste über die Verfolgungen 

in Eremsir (1648), Ukraine und Litthauen, in jüdisch-deutschen 

Reimen, eine Klage und ein Seelengedächtniss '). 



') nicht „in Erinnerung an die Geoetzgebnog" wie Wolf T. 3 p. 518 hat, 
n*D rW>i *5r rniniHD nehmend. — ») abgedruckt in Landshnth onomaet. 
Zugabe N. 7 8. Xni. '— «) eatal. Bodl. p. 572. 

28* 

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— 436 — 

Aaron b. Man Bacharach in Posen, seit 1627 Vor- 
beter daselbst, verfasste eine Techinna: 

^m2)h ^nop yon nniDlC^«, vierfach alfabetisch, endigt 
b« ):oy) pKn"6 Drap "»D. Ist 1653 nebst noch einigeo 
anderen desselben Verfassers im Druck erschienen. 
Mordecbai b. Hirsch Kremsir (1660), ein Commen« 
tator des Targum. 

n:p1 ''DD b^p "»Sn yctt/ Klage mit zwei abwechselnden 
Refräna, die 120 tausend Märtyrer der polnischen 
Unruhen insbesondere Litthauens beweinend, endigt 

Hieran schliessen sich ungenannte Verfasser an von he- 
bräischen und deutschen Klageliedern, so wie Dichter der 
nachfolgenden Jahre, die die Opfer ihrer und der Zeit von 
1648 namhaft machen. 

Ungenannter D'^onDD pil^ ü^m t6ü Sn *) spricht 
namentlich von den Schrecknissen in Grosspolen im J. 1656. 
Man hatte im Jahre 1648 die Erlösung erwartet*), und als 
man so bitter getäuscht ward demselben andere bezeichnende 
Epitheta gegeben, die die Zahl [5] 408 darstellen*). Unser 
Verfasser nennt als Opfer: die Rabbiner Ephraim (Wreschen), 
[Israel] Levi (Slotowa), Selig [b. Mose aus Crakau] (Lob- 
senz), Isaac (Rogasen); Arje Jehuda Jacob b. Joseph 
Darschan und Abraham Jacob b. Pinchas Isaac, beide in 
Posen am Siihnfest gemartert. 

Simson b. Jona verfasste gegen das Jahr 1648 ein 
Klagegedicht, anfangend ^^^^< HDin tWH TW und endigend 
nn^KO njT'^i, das von Krieg und schweren Zeiten im All- 
gemeinen spricht. 

Uri b. Raphael Mengeburgo*) schrieb vor 1654*) eine 
Selichä, eine Reihe von Verfolgungen wahrend dieses langen 



») onomastic, Zugabe N. 5 S. X. — •) ^^^^,'^=5408, bereits im Sobar, 
^R'- T^DH püy ß^^- ^a« Bach '^\tnO b)p ^- ^005 bestimmtd A. 1666. 
•) l)Vcr8 Genes. 27, 4G (pH Vüip), 2)^nn pS P- e. p"S^ n'H]» 

3) rwü ^sn» 4) 2irü )^: ^d, &) nnxD inpijr», ß) '»jd pm. 7)rür 

naiü vh* ^*8 8) fc<™iJ<2 enthält „Geschrei" in „Ukraine". — <) Das Akro- 

•ticho» ist laim^yo h\ ^xen ^an -ann «"«b p niN- R- ^^^ Meng. 

barga war nm 1700 Richter in Cleve C^\ir*^ ^)^ f. 110 b), Vgl. oben S.432r 

V •' »*«* n''3 ü"^ msomn Sjo, 

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— 437 — 

Exils schildernd; der Strofenscbluss ist der Name eines tal- 
mudischen Tractates nach der Reihefolge. Der Verfasser hat 

einen Commentar beigefügt. Der Anfang lautet: '»yiS^ >SlN 

nD"an löyöroi mT?pn; der Schluss: nronp yirh N3n obt^ 
•p3'» 'H Toy ^K DT^B^ -DT "»D obw D^ijo m»pi npi^nöH nwnbi 
atW2 iDy n«. 

DlpD 0^0^ rrow hebt ein 10 Seiten grosses Gebet in dem 
Buche D^nn an 9 das Simeon Frankfurter (Dec. 1712 in Am- 
sterdam gestorben)') herausg^eben; dasselbe berührt zwar 
die allgemeinen Leiden, schildert aber in's Einzelne gehend. 
die des Jahres 1648 und ist yielleicht älter. 

Ungenannter. 

niW TDPn D^m vhü fw über die Metzeleien in 
Eremsir. 

Simson b. Samuel Bacharach, 1607 in Porlitz 
(Mahren) geboren, später in Prag, Brod, Leipnik, von 1650 
bia an seinen Tod (19. April 1670) Rabbiner in Worms, 
hatte an allen Orten die Leiden des 30jährigen Krieges ge- 
tragen und selber ein Verzeichniss Ton den Märtyrern der 
Jahre 1628 und 1629 angefertigt Er hat Gebete, Selicha*s 
und Gesänge verfasst, die zum Theil noch handschriftlich 
vorhanden, einige hat sein Sohn veröffentlicht, darunter be- 
finden sich: 

1. Tnron hvh du ^ pt< nb ^TIDD irw Hymnus, im 
Jahre 1626. 

2. )ro\i^ 'n nwbsi now 5 Langzeilen, als Brod von den 
Truppen Mansfeld's {HW IS^^N) befreit worden, die 
einzelnen Worte bilden ein langes Namen * Akro* 
stichon. 

3. •JKnpDD D%n^ «11: Ermahnung, als Inschrift in der 
Synagoge zu Geding, vom Jahre 1629; mit ähnlichem 
Akrostichon. 

4. ^33)01 ^lO)'^ nB^ Pismon, als er den Gefahren in Geding 
entgangen. Die 7 Strofenverse bestehen jeder aus 
sechs Worten, von welchen das dritte 'H ist. 



1) catal. Bodl. p. 8610. 

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- 438 — 

5. Selicha ^^nWVI ntt^ J^bo Dipo rrow mit •]« he- 
gionenden Strofenversen^ das zweite Wort darin nach 
der Folge von 3'M, feiert die Rettung in Leipnik A. 
1642 und wird daselbst am 17« Tammus Tor dem 
üblichen Pismon rezitirt. 

6. Selicha uboa Itt^N ^D bVD 'H mW^ T3IK über die Be- 
lagerung von Prag A. 1647. 

7. inn Tlt^ 'rh n^K^ in 9 Zeilen, Dankgebet beim Abzüge 
der Spanier aus Frankenthal 26. Ijar 1652. 

8. üVn •'DD^D np ^» yiS^ ein Tiscksegen für den Sohn, 
als derselbe im Spatsommer 1656 nach Coblens überi- 
siedelte, durchweg gleich reimend, die je zweite Zeile 
ist ein Vers oder eine Gebetsstelle die „Chajim^ en- 
digt, und folgen diese nach alfabetiecher Ordnung 
aufeinander. 

9. Selicha b\ph ro^^t^ pH^ 'H npDV- 

10. Pismon n-nKsm iy inpa Sk Hjr\. 

11. Selicha n^W 1«»^ ntTOB^ro Sto ^70 b» mit nBW an- 
hebenden Strofenversen Ar den Tag vor dem Rüst- 
tage des Neujahrs. 

12. Pismon ijn VW "»XDi now mt^. 

13. Dmo^n So nKtt6 Sdik> p ^ Ermahnung an sich selber 
für den Bussfertigen, 7 dreizeiUge Strofen die p^ >D 
anheben. 

14. Trauergedicht auf den Tod des Vaters 1S¥3 ih&T» 
mit 2 Refräns, wie in den Klageliedern. 

Ausser den bisher angegebenen Stücken sind noch 3 
SabbatKeder, 4 kurze Gebete mit akrost Gottesnamen und 5 
längere Techinna^s in gereimter Prosa vorhanden. 

Aaron Simeon Spira b. Wolf b. Michel, Rabbiner 
in Prag und daselbst im Dezember 1679 im Alter von 80 
Jahren gestorben, hat über die Bedrängnisse der jüdischen 
Gemeinde während der schwedischen Belagerung (1648 bis 
1650) Selicha's verfasst, die nach der Versicherung seines 
Sekretärs, Lob b. Josua, im Druck erschienen sind. 

Abraham Abele b. Chajim l^alevi, in G;umbinnen 
geboren, woselbst seine Eltern 1655 um^s Leben kamen, ge- 
storben in Kaiisch zwischen 1675 und 1692, ist dei: 4^.utor des 

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— 439 — 

bekAsnten Werkes DrrOH po und einer Klage för den 9. Ab: 

mmp "W» ra m b^nttn pN in 22 Absätzen. 

Mordeohai b. Jacob Przibram, verrnnthlich aus dem 

17. Jahrfaundiert;; 

Zionide nm rrm Khco jra in 2^ |1^ anhebenden 
Strofen, Reim ^^7 auch in den Halbstrofen. Ende; 

Abraham Cohen b. Elieser, vermuthlich in Lobsenz*), 
nennt in seinem poetischen D'»onD %"l2:a piK^ D'^om N^D b«') 
das er A. 1692*) verfasste die Märtyrer: Rabbiner Selig, den 
mMi aus dem Fenster gestürzt, Israel (Slotowa), Ephraim 
(Wreschen) und Isaac, den Vorbeter Mordeohai, den Vor- 
steher Jekuda, Matatia aus Crakau, Isaac und Oser in V\toh. 

Samuel b. David Auerbach, der in Lublin 1656 kaum 
dem Tode entronnen, zählt in einem jüdisch-deutschen Seelen- 
gedachtnisse*) die 1691 hingerichteten auf, nämlich Salomo b. 
Sanwel aus Kreschow, Jehuda b. Aaron, Abraham b. Jehuda 
aus Lublin, Wolf h. Naftali, Selig b. Jacob, Pinchas b. Mose 
am Tomaszow. 

£in ungenannter^) in einer deutschen Klage macht 
gleichfalls Matatia aus Crakau, Abraham Maschzisker und 
Pinclias aus Tomaszow nakmhaft. 

Bim anderer Ungenannter^) fuhrt drei Männer auf: 
Ezechiel, Mose, Abraham, die A. 1691 in Wilna hingerichtet 
wurden. 

Was Pöbelwuth im Grossen, das leisteten Kirche und 
Justiz im Einzelnen, und andere Dichtungen konnte der Zeit- 
raum von 1620 bis 1691, wenigstens von Polens Juden, nicht 
erwarten. Auch in Italien verstummte die hebräische Muse 
beiBa Anblicke des kirchlichen Medusenhauptes, und wenn sie 
zu singen anhob wurden es kabbalistische Dissonanzen. Se- 



1) er nennt R. Selig (s. oben S. 436) den Oberrabbiner seiner Gemeinde 
(tin^niTI l"3fe<)- — *) onomast. Zugabe N. 6 S. XI. — ») die ersten Worte 
der 3 letzten Strofen ü'IBb DPI "»DSD bedeuten V"^ (Cohen) und das Jahr 
DrTO^*ß3 [A. 1692]. — *) oftUl. BodL N. 3691. — *) das. N. 4030. — 
•) das. N. 4028, syn. Poesie S. 348. 

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— 440 — 

licha's und poetische Gebete sind wahrend der zweiten Hälfte des 
17. Jahrhunderts nur von wenigen italienischen Ver&ssern da. 

Isaac halevi ist Verfasser der Selicha nnj) Djni W in 
5 Strofen mit verschränkten Reimen, die OTDI "pB' TSKh en- 
<ligt. Vielleicht ist er Isaac b. Jacob de Levitis, ein Enkel 
von Jehuda di Modena, der 1621 geboren und um 1661 un- 
ter der Chifter «T'D^ Dichtungen herausgab. 

Elia Recanate in Rouiagna, um 1660 bereits in vorge- 
rjicktem Alter, schrieb eine Vidui in gereimter Prosa, anfan- 
gend rhy TWD cnpD o .tidd ndd ^^d^ jhti ^iba chiv bv wn 
ipy b^'iw^z b^noDi d''2d n''\n »pbiynNnD ,inrau.8.w. Der 

Inhalt ist eine Klage über Krieg, Hungersnoth und Pest, die 
zugleich die Gegend heimsuchen; den Schlnss bildet die Va- 
riation des Sünden bekenntnisses rwyo) mTQ rOB^nDS )3aSfH u.0.f. 

Jechiel Ventura, 1 die Collegen des Vorgenannten; 

Isaac Mondolfo, t ihre zu verschiedenen Zeiten ver- 
fassten Gesänge und Klagelieder besass Ghirondi in Padua. 
Einen Isaac Ventura in Pesaro nennt Schabtai Beer N. 103 
(vgl. N. 66 wo nur ^•^), zwei andere gleichnamige cod. Bis- 
liches 46, den vierten Lamperonte (M f. 11 2). — Um dieselbe 
Zeit lebte in Ancona Matatia b. Joseph Levi Mondolfo, 
Verfasser religiöser Gesänge (cod. Almanzi 322). 

Raphael Mondolfo') in Mantua. Als daselbst und in 
benachbarten Städten (Modena, Verona u. a.) Seuchen wSthe- 
ten schrieb er: 

Selicha D'»Dlß'D ^Dt^Vn *?« in 6 Strofen, endigt p 

Der Oheim von Schabtai Beer hiess Schabtai Raphael Chai 
Mondolfo*). 

Jechiel Mondolfo, vielleicht des Vorigen Bruder, 
schrieb gleichzeitig Selicha |ra^( blp^ ]yhv *'VW in 4 seohszei- 
ligen Strofen, endigend Hini py3 )^. 

Mose Zacut lebte und starb in Italien, ist abetr spani- 
scher Abkunft und in Amsterdam um 1625 geboren. Er lernte 
in seiner Jugend in Posen, war später in Padua, seit 1645 in 
Venedig. A. 1654 schrieb er ein Kiagegedicht auf den Tod 
Jomtob Heileres, A. 1656 beschäftigte ihn die Correktur einer 



«) cod. Wien XXni, 90. — «) pj^fj; -j^ N. 82. 

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— 441 — 

Maohsor- Ausgabe; im Sommer 1663 wollte er nach Palästina 
auswandern, blieb jedoch in Venedig, liess sich im Sommer 
1673 in Mantoa nieder, wo er Anfangs Oktober 1697 gestor- 
ben. Die Hauptbeschäftigung seines Lebens und der einzige 
Inhalt seiner Briefe und Gedichte ist Kabbala, und war er 
der Zuhörer von Binjamin halevi, der A. 1659 aus Safet nach 
Italien gekommen und dessen Lehrer Chija harofe ein Schüler 
Chajim Vital's gewesen. Bei aller sprachlichen Gewandtheit, 
selbst mit dichterischem Talent ausgerüstet, ist er doch nur 
selten geniessbar; die Höllenstrafen hat er in einem eigenen 
Werke ausgemalt und 40 Tage soll er gefastet haben, um 
Latein wieder zu vergessen. Von seinen 47*) synagogalen 
Sachen iet Einzelnes in den öffentlichen oder den Dienst der 
Vereine übergegangen, fast nur der spanischen und italieni- 
schen, — in Allem etwa 15 Gedichte'), die in Gebetbücher, 
die seit 1660 in Italien und Amsterdam erschienen, Au&abme 
gefunden. Als Curiositaten sind zu bemerken: ein Gedicht 
aus tausend Wörtern, jedes mit dem Buchstaben Alef anhe- 
bend; ein aramäisches für Wochenfest, ganz in der Weise der 
mittelalterlichen, anfangend pÄ^jn jonvi Ü'blt^ «dSd. Zu den 
einfacheren gehören die Selicha ^mcCB^ ^D HM mit DY>n schliessen- 
den Strofenrersen und die Klage rv^2 b)p3 Ü^^H für den 9. Ab. 

Abraham b. Isaac Auerbach, Rabbiner in Coesfeld, 
war auf die Angeberei eines Lob mit seinem Sohne Isaac 
Teriiaftet aber nach kurzer Zeit wieder in Freiheit gesetzt 
worden. Zum Andenken setzte er den 23. Scbebat [A. 1674] 
für seine Kinder zum jährlichen Fasttage an und rerfasste 
dazu 5 Selicha's die er mit Commentar herausgab; ohne sol- 
chen wäre namentlich das Chatanu ^D^D O HDiN O 'H ^TIH 
^tshienth "lO^pn unverständlich. Der Pismon tÖSm "JW ist nach 
den 10 Sefira's eingerichtet. 

Wolf b. Lob b. Elia aus Rosienicz^ 1676 in Pudheiz, 
hat in seinem Sittenbüchlein') folgende drei Compositionen: 

1. am vm mopi bn o^om «^ "?«, endigend p'nA «31 

]0M ^»Htl, den Märtyrern von Podolien aus dem J. 1676 
geweihet. 



<) in oDomMt. S. 216<-231 aaikesahli — >) N. 5, 28, 29 bif 83, 34, 40 

bffl 47. - »)rmT|B3- 

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— 442 — 

2. Sühngebet >r!JD nu< TilD), akrost DW [Wolf] gleich- 
wie in N. 3. 

3. Purimlied nym pHt^ hvh ru^lD Itsm nm mit jüdisch- 
deutscher Uebertragung: ^Seht ich b^ehr'S 

Abraham Flesch, Rabbiner in Wien'), hat eine Vidoi 
veriasst, die dem Buche pn2P miD (Amsterdam 1688) beige- 
fugt ist, sie soll nOMK> ^n^lfi^S nnM anheben. Indess ist eine 
alfabetisehe vierzeilige Yidui desselben Anfiings, die eigentiich 
eine Tochacha ist und rrom nn Ü^HtH TOT endigt, am Ende 
der Herzenspflichten (Amst. 1716) eingeruckt, und der Her- 
ausgeber, Isaac Schwerin b. Mose Israel, will sie aus eiaem 
alten Werk pn2P nr6in abgeschrieben haben. Ein Abraham 
Flesch lebte Anfangs des 17. Jahrhunderts in Wien; seine 
Enkelin starb 1636, seine Tochter 1656*). 

Am 21. Juni 1689 brach in der Altstadt in Prag eine 
Feuersbrunst aus, die in wenigen Stunden 2000 Hanser, dar- 
unter einen grossen Theil der Judenstadt, in Asche leg^ und 
mehrern hundert Personen das Leben kosteta Unter- den 
Opfern befanden sich auch der Dajan Salmao b. Möschel 
sammt seiner Frau Mirjam. Es verbrannten eilf Sjnag<^D, 
viele GesetzroU^i und hebräische Bücher. Der dortige Bi* 
schof drohete den Christen, welche in ihre Hauser Juden auf- 
genommen, mit Entziehung geistlichen Beistandes. Zur Erin- 
nerung wird noch jetzt am 3. Tammus in Pn^ ein Oebei 
rezitirt, an&ngend ra02 mUD «^JÖDTT D^DnOD pW OWn «fe S«, 
welches diesen Unfall beklagt; es reimt durchweg auf O^. 

Joseph b. Uri aus Kobryn achrieb im Jahre 169& diu 
Selicha's, veranlasst durdi die Leiden der Juden in Polen'), 
ninilioh: 

1. nstlM f»< n%^3 ^6m, jede Strofe beginnt mit diam 
Namen des Buchstaben nach der Reihenfolge des Al- 
fabets, also die zweite n^3, die dritte h)0^. Ist mit 
einem Commentar versehen. 

2. "^ytnp^ pmo mDOfen ^^OD isnn ^ne Klage über die im 
Sommer jenes Jahres der BlutbeschuldtguBg gefidle- 
nen Opfer in Kaidan und Zausmer. 



A) StslnsohAdider oatiL Bodl. p. 1128 und b« Laadsb. onoMSt p. 10. 
•) Wiener Gr^bfchriften N. 105 und 212. — ») iji^ Fo«te S 349. 

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- 448 — 

8. YlW ^3^a> r\yh2 "^TSBP. 

Samuel b. Mose IttDCn^H') aus Grodno hat einer Bibel- 
Ausgabe (Amat 1699) folgende Compositionen beigefugt: 

1. Klage W ]tcath ^BO 1^3 '»rj ]iDn a« Vroi ro« ro^K, 

alle Strofen heben TXyH an. 

2. Klage zum Thema m^ nW ano ^ D>^^a Tip^ fOB^ 
D^a mPDI tiS mn no 'n "lai mit den 2 üblichen Re- 
frans "IM u. 8. w. 

3. eine Ephraim*s yott^ KD nachgeahmte aramäische Se- 
licha mit durchgehendem Reim und rierfachen a"^(« 

beginnt ^^^aD pns« «Ät wrowü D^DW ^« vib fcoya^ 
KnpDp, endigt: nnw >6S ^1« pneoV a>niD rnwe^ 

Joseph Fiammetta b. Salomo, der als Rabbiner yon 
Ancona 1721 gestorben, hat für die BetTereine eine Ordnung 
znaammengestellt, in welcher von ihm folgende Stücke yor- 
handen: 

1. Vidui -piaa «Oa "^Xh jrm ^h^ D^TJ; ^V Uian mit einer 
Variation des Sündenbekenntnisses 1^2^*), ist eine 
Introduction zum Sp&ai lö)tO IJDITH. 

2. pnsrrvTi rmbon bm D'^üÄiyn ba pan Gebet bei herr- 
sehenden Krankheiten, mit sinniger Einflechtung von 
passenden Bibelstellen. 

3. «lan. D^^rwn ^^rw U^übnjn Sa pan Gebet, veranlasst 
durch die in der Nacht zum Sabbat 30. Dezember 
1690 in Ancona. stattgefundene Erderschütterung, die 
vier Personen das Leben gekostet Es wurde der 
20. Tebet als Fasttag und der darauf folgende Tag 
als Freudenfest eingesetzt. Da nach einigen Jahren 
die Stosse wiederkehrten, wurde ein zweites Gebet 

4. ü^bmt^n ppo Y&r\ n^ten btntn rhn 'n tot< verfasst, 



>) TMUdfibi It^op^ (Wolf 3 p. 673). — •) TollBtandlg in Qi^aitt^ T\pO 
iotitt 1732 f. 36; in S«liisliot V«ned. 1719 f. 127 febl«n eiiiMlne Stellen, 

unter jedem Bnchstäben des Vidni-AIfiibets immer nur Ein Sats da|. Allein 
i« IDQ "TW 17*^> O^^ISflDS 138^ *742 nnd mtH TOB' 1^43 ieWt die Va- 
riation ginslieh. 

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— 444 — 

in welchem auch über Kriegs-Drangsale geklagt wird« 
vermuthlich des Krieges in Piemont oder des Erbfolge- 
Krieges, da die Leiden als in allen Landern vorhan- 
den dargestellt werden. Die bisherigen 4 Nammem 
sind in schlichter oder gereimter Prosa. 

5. nn^3W ''J^< bn "»«^DI non ein mit Musik- Begleitung 
aufgeführtes Duett zwischen Gnade und Wahrheit, in 
das zum Schluss die Gemeinde einfallt. Hierauf be- 
ginnt ein poetischer Bericht vom Erdbeben: 

6. yov mbnn ytn h» 'rnj; "^TD in 24 zweizeiligen S&tzen, 
jeder schlieast mit einem lD]^ endigenden Verse. 

7. yxh '^nwa n^^ 'TI^I ^dSö Bakascha für den kleinen 
Versöhnungstag in dem Stile des Bussegebetes aus 
der Konigskrone. Die einzelnen Abschnitte heben 
%n^«1 ^Dbc an. 

8. Vidui für die Bussezeit, dreizeilig: oh^ b^ V^CD 
^WCW) '»Dnw nm^ 2^:2 ''rotten, schildert Sünde, Tod 
und Gericht und endigt mit ^ruDl^fr^ u. s. w. 

9. Klage über Mose Zacut's Tod, ein Duett zwischen 
Tod und Leben in 18 Absatzen, jeder von 4 Strofen 
mit Strofenreim; der Tod spricht die Absätze 1,3,4, 
7, 9 und im letzten bereut er seine That; das Leben tragt 
Absätze 2, 5, 6, 8, beide zusammen tragen das Uebrige 
vor. Anfang: nnrUDD ^3N 2)12 D'»DD b^H ^^22 HD hg 

rhh^ h)p yoB^:) *?D3, Ende: nn2 mp"^ hjjüi mrmn. 

Jochanan Geron war über 33 Jahre Rabbiner in Flo- 
renz und hat von Samuel Aboab 15 Rechtsbescheide erhalten; 
auch er hat auf Veranlassung eines Erdbebens, vielleicht des 
vorerwähnten, ein Gebet verfasst: 

D'»Dn-) «DD hy 2wr^n ']b^^ 'di «:m« p^^so. 

Salomo b. Jesaia Nizza, Rabbiner in Venedig (1680, 
1715). 

Selicha m "»Da; "^mt^ y2W in 8 metrischen Strofen 
mit verschränkten Reimen, endigt yv tW^. 
Ist im Schacharit des römischen Ritus üblich. 
Joseph b. Michael Ravenna, Rabbiner in Alessan- 
dria (1701). 

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— 445 — 

Pismon ^my bv yiyT\ ^DTP 'n mit uhtt^ schliessenden 
Strofenversen, endigt Dl^lß^ni TONH D^aiü Dnjnob, darin 
wird der gottliche Schutz in Kriegeszeit erbeten. 
Naftali b. Isaac Cohen, ein Enkel des oben (S. 429) 
erwähnten Naftali b. Isaac, war Rabbiner in Ostro, Posen, 
Frankfurt a. M. (1704 — 1711), und starb auf der Reise nach 
Palastina an demselben Tage (24. Tebet) in Constantinopel 
(1719), an welchem acht Jahre früher in seiner Wohnung das 
Feuer in Frankfurt ausgebrochen, das ihm seine dortige Stelle 
gekostet. Die seit A. 1702 gedruckten Sammlungen seiner 
Gebete enthalten deren mehr als dreissig für alle Tage und 
Festzeiten, grossere Sündenbekenntnisse, ein vergrössertes by 
WSn^ sammt einem aus mehr als 400 Sätzen bestehenden DX 
TO>Tin:. Das Elia -Lied zählt Elia's Thaten auf, die bibli- 
schen und auch die der Sage. Die 5 Selicha's heben an: 
1. Akeda I^N ppilia CODH K^N, 2. min mi iT» «:«, 
3. ntDDI 'ÜB' Kin 'n, 4. Pismon nnp 1^3 ni3n:, 
5. •^EWD HDIp. Fast Alles nur gereimte Hagada. Ein 
Gesang bei Schenkung einer Gesetzrolle beginnt: 

rwTD moui rrw: \5ruN rvb inÄ<, 

Samuel Schotten b. Joseph Cohen, Rabbiner in 
Frankfurt a. M., verfertigte über die erwähnte dortige Feuers» 
brunst (14. Januar 1711) die Selicha tr\)^ *?« ^« :«t^«, zwei- 
zeilig, endigt o'^hrtny ruDm )V2J omr\. 

David b. Schemaja Sogers aus Prag schrieb damals 
über dasselbe Feuer ein jüdisch- deutaches Klagelied in 37 
Sätzen, anfangend „^^>^( wie soll ich anheben zu singen.'^ 

David Oppenheimer b. Abraham, Gründer der be- 
rühmten Oppenheimerschen Bibliothek, verfasste zu einer Zeit 
(1718), wo Prag von Krankheiten heimgesucht war, zwei Se- 
licha's für Mont^, Donnerstag und die Bussezeit — den Tag 
vor dem Neujahrfeste ausgenommen -*^, die folgendermassen 
eingerichtet sind: 

1. 'IW npaD V^ iny«, endigend l(T(>n riDDD, ist nach 
2"K und p*lB^, welches letztere immer durch zwo 

verbundene Buchstaben (DUt'n, p^, HM u. s. f.) darge- 

«tellt wird; gegen Ende ist in den Worten D^^IN, *IT1 

P^riOT, litbb^ der Name gezeichnet 

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— 446 — 

2. tfUrw DTtp 'n 'H endigend nrtDI HT! »uf die Middot, 
die Raucberopfer-Bestandtheile und die 5 pentateuchi- 
schen Bücher gebauet« die Perioden beginnen vh\^ DM, 
)mo DH, }:hpbp O«, lOJ«^ DN u. s. f., ähnlich der Se- 
licha Mose Mendels. 
Elia Cohen Sofer ist am Ende einer Selicba gezeich* 
net, die Regen erbittet und mit Genehmigung von David 
Oppenheimer und Abraham Brod 1708 in Prag gedruckt wor- 
den. Der Anfang lautet: 

te yvo) ten -po d^» V3 ly ovstn •»npo jt rw< 

n^y\T\: nDUDn. Die letzte (23.) Strofe: 

i::nN i:^ip vo\t^ üvn 

wrn )yni rxinrai uipb 
.)To^2 miio^ htc np jni ^n 

Wie es scheint ist Elieser Aschkenasi's Selicba KIT! rTK 

1}dSd benutzt; jedoch ist das Alter des Verfkssers zweifelhaft. 

Mose Eisenstadt b. Chajim in Prag rerfasste über 

die Pest, die im zweiten Halbjahr 1713 daselbst herrschte, ein 

deutsches Klagelied: 

,^AllmJ&chtiger Gott in Deinem Himmelreich.^^ 
Ungenannter. 

Selicha ^DD ^W >3 K^DH^ rrwt) p« ist in Prag, viel- 
leicht um dieselbe Zeit, gedruckt (catal. Bodl. 
p. 2794). 
Ungenannter. 

Teohinna rüHH SWpoi nn h)p ptWD endigend rrwv »6r 

yorn TVno ist für Montag, Donnerstag und Fasttage 

in Ferrara üblich {IXWn vh^ ed. 2 f. 30 a). 

Samuel Hekscher b. Meir in AI tona schrieb über die 

dortige Feuersbrunst von Montag Nacht 5. Noveml^er 1711 

ein Klagelied in hebräischer und deutscher Spracd»; das er- 

stere hebt an rpDiai IV^ n^^Wl lO h)p WW<. 

Abraham Cohen b. Schabtai in Zante, 1670 geboren, 
stammte aus Kandia, wo sein gleichnamiger Gross vater Schrei* 
ber war; er starb 1729, heisst auf seinem Bildnisse Arzt und 



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— 447 — 

Phüofiopii. Seine .poetische Bearbeitung des Psalmbudies die 
vor 1719 geschrieben ist dreifacher Art: 1) jedem Psalm geht 
eine Strofe Zorans, den allgemeinen Oedanken darstellend; 
akrost theils 2"X, theils des Verfassers Namen bildend. 2) je- 
dem der 5 Psalmbücfaer ist ein Gedicht mit stetigem Reim 
hinzugefugt, welches in der Capitelzahl entsprechenden Zeilen 
Anfang und Inhalt angibt, z. B. für Cap. 19: 

3) Jeder einzelne Psalmvers ist in eine gereimte Strofe, 
mithin jeder Psalm in ein grösseres Gedicht verwandelt; bei 
*den aliabetischen Psalmen ist dies Gesetz auch für die para- 
phrasirenden Strofen bewahrt. Auf gleiche Weise hat er 
die einzelnen Sätze des tTV\t^ y^lB in 91 metrischen sechs- 
zeiligen Strofen bearbeitet, als Huldigung, welche die Ge- 
schöpfe dem Schöpfer und David darbringen. 

Jacob b. Isaac b. Abraham, Rabbiner in Posen, wo- 
selbst auch sein Vater (Isaac, gest. A. 1682) und sein Sohn 
Isaac (A. 1751) Rabbi natsstellen bekleideten, hat eine Selicha 
för den dort üblichen Fasttag des 5. Ab verfertigt. An dem- 
selben wird die Erinnerung gefeiert an das Gemetzel und die 
Entweihung des Gotteshauses am 5. Ab 1716, wo die Polen 
die Stadt eroberten und zugleich an das Feuer, das am 
5. Kisan 1717 ausgebrochen und Synagoge sammt Lehrhaus 
zerstört hatte. 

OnDin njnnn piDD pyh ):b ni nv. Von der 8. Strofe 

an beginnt in jeder die 3. Zeile DN dem ein Wort 

der Vidui I^ÖB^N folgt, die 4. Zeile nn« begleitet von 

einem Worte der 13 Middot oder einer passenden 

Bibelstelle. Auf dichterische Schönheit macht das 

Gebet keinen Anspruch. 

Binjamin Cohen b. Elieser, Rabbiner in Reggio^ 

Schüler und Freund des Mose Zacut und 1730 gestorben, ist 

Verfasser der 

Selicha b« nrr\yo )nn die nach pn\i^ gebauet und 
^rh^Vi ^^« endigt. Mehreres von ihm enthalt die 
Sammlung inDin Dp Ven. 1707. 
Jehuda Mazliach b. Abraham Padova,am 10. August 

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— 448 — 

1728 in Modena gestorben, Verfasser von r6l3ö nPOIP und 
einem kabbalistischen Buche JW TT\!X)H. 

1. eine Techinna b^W ho b^^tHO D^bvjn b^ pn. 

2. Gebet yii\T D^ li£^ njn jrT\n nnNI, dessen einzelne 
Worte akrost. den Namen von 72 bilden und das 
)StnfO nnm endigt. 

3. Ueber die Sterblichkeit des Menschen, 6 Oktaven, ge- 
nannt •]1Dn oSiy, auf dem Friedhofe zu Pinale*) be- 
findlich. 

Simson Cohen Modon, geboren 1679 in Mantua und 
daselbst 1727 gestorben, verfasste ein aus 300 Worten beste- 
hendes Gebet, die sämmtlich mit dem Buchstaben Scbin an- 
heben, und nannte dasselbe pit'DB^ ]VJi\£^ oder \^TV/ ]^W TWpZ; 
ferner A. 1722 eine Elegie auf Jehuda BrieFs Tod, die y^ 
D^Tin überschrieben ist. 

Simson Morpurgo h. Josua Mose, der Schwieger- 
sohn Joseph Fiammetta*s, als Rabbiner von Ancona daselbst im 
April 1740 gestorben, hat für die frommen Besucher des 
Friedhofes ein Gebet verfasst: tr\):n) IDVl bitin b«n 'H K» 

Tonm nnan noiK^, endigend mnbx nin 'n -idd ini'» non. 

Abraham Segre b. Jehuda (^D*K 3*), Eabbiner in 
Casale, nach 1730 in Turin gestorben, vielleicht ein Nach- 
kömmling des Jehuda Segre b. Abraham, der im Jahre 1627 
Vorsteher in Chieri *) war, schrieb um 1713 ein Gebet gegen 
Seuchen, das in 4 Abschnitten die Middot variirt, so dass 
die einzelnen Textworte die Abschnitte eröflFuen und schliessen; 
es hebt an: TIDj; O^D^on O^D ^bü 'H 'H, endigt nw:n Cmbl 
np:i; dahinter noch pnb W TD1 IIC^« H« "»num Dirott^ "DT: 

WKi: .... nri. 

Jacob Daniel Olmo b. Abraham, als Rabbiner von 
Ferrara daselbst am Wochenfeste 1757 gestorben, hat ausser 
mehreren Pismon, von denen zwei angegeben, im Jahre 
1720 eine dichterische Beschreibung des Paradieses in 277 
Strofen verfertigt, die 1744 im Druck erschienen. Sie schildert 
die Visionen und Entzücken des sterbenden Frommen und 
hat die Bestimmung, in den drei Trauerwochen beim Mittags- 



») oaul. codd. Lipi. p 899. — •) n3 U0^ nW» 

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~ 449 — 

Gottesdienst (pilün ppn) der Versammlung vorgetragen zu 
werde« . 

Mose Chajim Luzzatto b. Jacob, berühmt als My- 
stiker und Dichter, als Denker und Stilist, in Padua geboren, 
kaum 40 Jahre alt im J. 1747 nach unruhigem Leben in 
St. Jean d'Acre gestorben, begründete eine neue Epoche der 
hebräischen Poesie, die auch in seinen synagogalen Stücken 
deutlich wird. Es gehören zu diesen ausser seiner 1726 be- 
gonnenen Psalmen-Bearbeitung: 

1. ein aramäisches Gebet und eine hebräische Bakascha, 
jenes an Gott, diese an die Schechina gerichtet. 

2. ein Friedhofs-Gebet, noch jetzt in Padua üblich, dem 
der Verfasser einen langen njystischen Commentar 
beigefügt hat. 

3. Klage nnyi h2r\ "h^^ auf den Tod Binjamin Cohen's 
in Reggio. 

4. Gesang über den Auszug aus Aegypten in 15 Ok- 
taven. Anfang HD y^l2i<) üblj? V2 ^IW, Ende nCB^: 

5. Gesang über die Gesetzgebung am Sinai in 10 Ok- 
taven. 

6. Klage beim Hinscheiden des Rabbiners Menachem 
Raphael Cracovia in Venedig, 327 Verse stark. 

7. Lieder zur Einweihung der spanischen Synagoge in 
Padua. 

8. Klage auf Isaac Chajim Cohen de Cantarini (1644 — 
1728) in 24 Strofen. 

Mose Chajim Schabtai, der Sohn Simson Morpur- 
go's, verfasste ein ähnliches Friedhofs- Gebet wie sein Vater; 
er war A. 1741 noch am Leben. 

yy^n nuryb OTNID «ID Ii'^D in 4 ^^D anhebenden 
Abschnitten, deren letzter die Erlösung erfleht und 

•^bn "»is nira ntn: \^V2 pjn schiiesst. 

Isaac b. Ascher Pacifico (DlbC'), als Rabbiner von 
Venedig daselbst im Frühling 1746 gestorben, hat bereits in 
Selichot ed. 1712 folgende Selicha's: 

1. ipbny) y2y nni^n bt< D^rht< gegen Kinder-Krankheiten; 
die beiden anderen bei Regenmangel. 

OQ 
Zttns Literatnrgesch. der ayn. Poesie. (* T 

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— 450 -- 

2. onW hD "»nb« nach dem Rhythmus von Ephraim's 

onayn %nb«, endigt onjny nwo DD^rimr tbtt. 

3. "»B^tn Onoi m2D «np« O^n^X bt< '»3«, endigend Q-'pDjn 

In Nummern 1 und 2 zeichnet er Isaac Dw, in N. 3 
Isaac Pacifico. 

Joseph b. Samuel von den £xulanten aus Ofen (1687) 
hat A. 1731 in Wandsbeck ein Bändchen Lieder und Gebete 
herausgegeben. 

Jacob London, in Wesel geboren, aber schon als Kind 
mit seinem Vater Jehuda nach London gekommen, war später 
Vorbeter in Lissa, wo er zwischen den Jahren 1728 und 1734 
seinen allegorischen Krieg zwischen dem bösen und dem guten 
Willen verfasst hat. Die Herausgabe des Buches H^DTH von 
Nachmanides (Livorno 1745) brachte ihn in Piemontin Lebens- 
gefahr. In seinem erwähnten Werke, das 1737 in Amsterdam 
erschienen, befinden sich (Bl. 66 bis 68) von ihm 12 alfabetische 
Selicha's, deren letzter Vers überall "]!? |nx rmn anhebt, die 
jedoch nirgend eingeführt sind. 

Jechiel b. Jacob hacohen in Ancona, der nahe 100 
Jahre alt geworden, hat verfasst: 

1. Gebet D^'iinnrai D^^vbyj e'^bc' h^ntn \n^x 'n n:k bei 

Gelegenheit von Erschütterungen im Herbst 1733. 

2. bt<r\ D\i/ n« ^n« IDID, der N. 6 Joseph Fiammette's nach- 
gebildet, betrifft eine gelöschte Feuersbrunst 1740 in 
der ersten Nacht des Hüttenfestes. 

3. Bussgebet ü^D\t;o n: t031 )yhv ünr\ ra'PD i:''3« auf dem 
Friedhof zu beten. 

Aaron Chai Volterra^), Rabbiner der Gemeinden von 
Massa und Carrara, verfasste im J. 1735 eine Bakascha aus 
700 Worten bestehend, die sämmtlich mit dem Buchstaben 
Schin anheben. Die sehr nöthigen Erläuterungen hat er selber 
hinzugefügt, und in der Vorrede entschuldigt er die gewalt- 
samen Wortbildungen mit der Schwierigkeit seines Unterneh- 
mens, auf das Beispiel der alten Piutverfasser und die allge- 
mein geltende poetische Licenz sich berufend. Das Gebet hebt an 



1) Ohirondi (S. 30) nonnt ihn den Grossvater Ton Cb»jiai Volterr»» der 
indess schon 1743 in Sinigaglis Rabbiner war. 

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— 451 — 

onpu^ h:w uynt^ pur ^i^ und endigt unb«^' i^pROK^ onobifi' ^7^. 

Auch talmudische Wörter sind mit aufgenommen. 

Ein zweites Gebet aus 17 Zeilen, das der Verfasser nach 
Jedaja Penini's Rehuta n*1DK'fc< ^niDX anfertigte, anfangend 
«*lpN D^B^X DD^bx, bildet im achtfachen Akrostichon seinen 
Namen. Beide sind gedruckt in n^m nZ'p2 Livomo 1740. 

Nachum. Unter dieser ChifFer hat ein Vetter des Vor- 
genannten eine metrische Bakascha in 16 Doppelreihen ge- 
schrieben, Anfang: r\ppW\ «'•H r\no2 '•IC^S: ^b '»b«, Ende: y2)H 

npB^^D r\vrh ^''31 b^in "»w. 

Maleachi b. Jacob Cohen Rabbiner in Livomo, Verfasser 
des für talmudische Methodologie wichtigen Werkes ^DxSd T, 
hat als die gedachte Stadt am 22. Schebat (27. Jan.) 1742 von 
einer heftigen Erderschütterung, die später sich wiederholte, 
betroffen wurde, einen Fast- und Bettag eingesetzt und für 
denselben gegen 20 Stücke ') in Versen und in Prosa ange- 
fertigt. Die Introduction 'H n« ^Z*b: '»312 ist den Fasten- 
Keroba's nachgebildet; von der vierten Strofe an bildet das 
Uebrige 5 Abtheilungen, jede icnn 'Wj) ^HK^yD anhebend, die 
zweiten Zeilen fangen ttnnb Dnt^'J;^ D'^il^D an. Die Peticha 
nWDIi ü^rht< 'n ist zweizeilig. Der Name ist indessen nur in 
wenigen gezeichnet, die Sprache ist einfach und nicht ohne 
dichterischen Schmuck. 

Raphael b. Elasar Meldola aus einer seit etwa 1600 
in Mantua und Livorno ansässigen ausgezeichneten Familie, 
1686 in Livorno geboren, verheirathete sich mit einer Cousine 
kurz vor seines Vaters Tode (1702), war 16 bis 17 Jahre 
(1713 bis gegen Ende 1729) in Pisa und 12 Jahre (1730 bis 
1 742) in Bayonne Rabbiner, worauf er bei einer Gemeinde in 
Livorno angestellt wurde. Er war erst kurze Zeit in dieser 
Stadt, als die Erderschütterungen daselbst Schreckens- und 
JFasttage hervorriefen. Er gab eine Beschreibung der dortigen 
Ereignisse heraus, deren 22 Absätze jeder mit einer Benedic- 
tion, der letzte mit biTW^ bi<): "jnD endigt. 

David b. Abraham Meldola, Vetter und Schwager 
des Vorgenannten, verfasste zu dieser Gelegenheit eine kurze 

Vidui: ipv hv HDin D^iHNn ^:n«i u*üb)vn p3n. 



<) Landshuth onomast. S. 173 ff. 

29* 

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— 452 — 

Ascher Lemel b. Jehuda Selke Levi aus Glogau 
schrieb während der Belagerung dieser Festung (1741) ein 
Gebet in vierzeiligen Strofen 1:^112« rro 1D1 D>D^iyn p« fcOK 
D^Dnpn, welches mjniP bjHD endigt. Vgl. seines Bruders Joel 

n-uNH nan f. 15. 

Zum Andenken an eine Feuersbrunst, die Freitag Abend 
den 18. Mai 1754 in Prag 4 Synagogen und hunderte von 
Häusern zerstörte, bei welcher Gelegenheit viele verlassene 
Wohnungen geplündert wurden, ist damals ein Klagegedicht 
verfasst, mit einem Eingang der 11lpC12 D^3^n )bv) Ü^TiOn TTJH^ 
n^DT *) anhebt; das Gedicht selbst, nach 3"X, beginnt "px 

D'^oys n) ytn^ rhnp c^iimo rair und endigt i:"nw ^^d itnnni 

p« i:b«ia irab ND1. Ueber denselben Brand dichtete Abra- 
ham Mose b. David Laz ein deutsches Lied in 28 Strofen. 

Menachem Asarja Padova, der Sohn Jehuda Maz- 
liach's, Rabbiner in Florenz, 1773 noch am Leben, hat unter 
anderen Gebeten auch ein Sabbatlied, welches den Abschnit 
)by) variirt, verfasst. 

Simson Chajim Nachmeni, Rabbiner in Modena, im 
Sommer 1779 über 72 Jahre alt gestorben, ist Verfasser einer 
Klage zum 9. Ab und eines Hüttenfest -Gesanges, anfangend 
W3 i\to ro)D. 

Simcha Calimani in Venedig, 1784 am 2. August ge- 
storben, hat im Sommer ] 772 für die spanische Gemeinde, als 
wegen vielen Regens und Ueberschwemmung ein Fasttag an- 
gesetzt worden, eine Techinna angefertigt, die einer altern gegen 
Dürre ähnlich aber kürzer ist; sie hebt an "piDbo piH %T p21 

yo^tn ■]:]« «: mon i:nirpD mt&'ybi i:nbDn jnoi^b ki« 'n, und 

schliesst mit etwa zwölf Bibelversen. Ausserdem gibt es von 
ihm Klagegedichte und Synagogen- Gesänge. 

Pinchas b. Kalonymos aus Mattersdorf, der im Jahre 
1766 in Brunn lebte, ergänzte Mose Mendels Selicha b^ 
durch eine neue in 21 Strofen, die alle jiyD DX anheben, bis 
auf die letzte, welche 133 DN beginnt. Anfang ^np*1B jfJD üti 
rrnn by, Ende on^S? nti/y^;. Jeder Strofe letzte Zeilen heben 
mit dem Buchstaben Schin an. 



*) Die ersten 4 Worte sind aus Simson Bacharach*s Techinna y^^ ^. 

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— 453 — 

Hier ende das Selicha-Zeitalter. Zwar standen Inquisition 
und Tortur, Spiessruthen und Ghetto's, Judenzeichen und Leib- 
zoll, Wahnglauben und Despotie, Zunft- und Baubstaaten noch 
aufrecht: aber in den Köpfen der Auserwählten bildeten sich 
bereits die Elemente des Sturms, der nunmehr ein Jahr- 
hundert wehet, um Junker- und Pfaffenthum, Sklaverei und 
Tyrannei sammt Judengesetzen und Rache-Selicha's über Bord 
zu werfen. 



XIV. KAPITEL. 

Fiut- Dichter von J. lUO bis J. 1300. 

Der Abschluss der peitanischen wie der klassischen Epoche 
um die Mitte des zwölften Jahrhunderts heisst nicht Abschluss 
von Piut und Dichtung. Abgesehen von der steten Jugend 
neuer Geschlechter und der nicht versiegenden Leidensquelle, 
wurden auch neue Lagen, veränderte Vorstellungen, andere 
Bediirfnisse die Motive für neue gottesdienstliche Gestaltungen. 
Gleichwie die Männer des romischen Zeitalters in Stammge- 
beten — Schemah nebst Jozer, Keduscha, Kaddisch — und Be- 
nedictionen, in Nischmat und der Neujahrs-Tefilla ihre Ueber- 
zeugungen gegen die Gewalt der Römer, die Unsittlichkeit 
der Griechen und die Lehre der Nazarener aussprachen, gleich- 
wie die Leiter späterer Geschlechter durch den Gottesdienst 
die Ideen der Hagada und des Midrasch neu belebten, — 
wurden nun der Ertrag des Gesetzstudiums, Sittenlehre, Mystik 
und philosophische Betrachtung der Stoff, die Vorbilder der 
Meister die Form der synagogalen Stucke. Die Männer from- 
mer Askese schrieben Hymnen, Andachten in der Gestalt ver- 
längerter Achtzehn-Gebete; die der Geheimlehre oblagen ver- 
fassten üb^V ^^ UD*1, für praktische Bediirfnisse eingerichtete 
Jehirazon; von den Moralisten erschienen Vidui und Tochacha. 
Bei den spanischen Autoren, z. B. Schemtob Palquera, David 
d'Estella, Isaac Sahola, Isaac Abuab, wurde Sitte, ihre Werke 
mit Hymnen und Bakascha's zu eröffnen, und die schon seit 
Jahrhunderten beliebte Weise, praktische Lehren, Sätze der 
Masora u. d. gl. in Versen oder reimender Prosa zusammen- 

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— 454 — 

zufassen gewann durch die synagogalen Dichtungen an Aus- 
dehnung. Neben ritualen und halachischen Vorschriften wur- 
den in der Gestalt von Gedenksprüchen auch kalendarische 
und diätetische Regeln dem Siddur einverleibt, oder gingen 
als Asharot und Rezitationen in den gottesdienstlichen Piut- 
kreis über. Die Lesung der Dichter und das allgemeine Bei- 
spiel brachten das Reimen in die Mode, man verfasste in Rei- 
men die Beurtheilung neuer Bücher, Anreden und Briefe, 
Bannflüche und Begrüssungen, Nach- und Grabschriften; um 
so weniger durften für synagogale Feierlichkeiten die Gedichte 
zurückbleiben. Vorbeter verfertigten dergleichen für alle Sta- 
dien der Hochzeitfeier, der Trauer wie der Freude und nicht 
selten galt es einen Wettkampf. Auch hier zeigte sich nach 
dem Vorgange wirkungsreicher Schöpfungen die Periode des 
Nachstrebens und Nachahmens: Piut und Poesie liessen die 
Dichter nicht schlafen, ihre Anzahl nahm zu und nicht bloss 
in Castilien und Andalusien machte eine Schaar von Nach- 
folgern die fortzeugende Kraft der Meister oflPenbar. Länger 
als ein volles Jahrhundert wetteiferten spanische und proven- 
zalische, französische und süditalische Dichter es in der syna- 
gogalen Poesie den Klassikern gleich zu thun: selbst deutsche, 
römische und arabische Juden versuchten sich in den neuen 
Weisen und Rhythmen. Fasttage, Bussemonat, festliche Sab- 
bate, häusliche Feier boten für neue Arbeiten hinreichenden 
Anlass. In der Provence entfaltete der synagogale Reichtham 
sich erst mit dem Anfang dieses Zeitabschnittes; Frankreich 
und Deutschland lieferten Jozer, Ofan, Sulat u. s.w., Maarib, Zio- 
niden, Einheitsgesänge, Reschut, Purim-, Hochzeit- und Tisch- 
lieder. In Italien wurden Festjozer, Introductionen u. dgl. ver- 
fasst; die geläuterte Poesie wird seit dem Anfang des 13. Jahr- 
hunderts auch in Mittelitalien , Griechenland, Haleb und Fas 
sichtbar. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts, wo ein 
reinerer Geschmack' und sprachliches Wissen auch bei den 
französischen und deutschen Vorbetern nicht selten war, be- 
seitigte man hie und da minder correkte Stücke. So meldet 
der Verfasser des Ritus Troyes, der manches von Vorbetern 
in Perpignan gelernt, dass sein Vater die Kaduscha^s DDW*< 
nna^ ^^X und nPjns nw und andere Sachen nicht vorgetragen 

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— 455 — 

habe, weil sie weniger guten Stiles seien : Man zog Abenesra 
und den Kastilier den heimischen Dichtern vor. 

Unter den Selicha-Dichtern dieser Epoche hat der dritte 
Theil, etwa 48 an der Zahl, auch Piutstücke verfasst. Diesen 
sind nunmehr, ausser den Dichtern Spaniens, der Provence und 
des Morgenlandes, noch solche des germanisch -romanischen 
Kreises hinzuzufügen, die nur Piut, keine Selicha, geschrieben, 
so dass dieser Zeitraum verhaltnissmässig an poetischen Er- 
zeugnissen ergiebiger erscheint als der peitanische. Die besse- 
ren Dichter in Süd- und Nordfrankreich, mehrere gute spa- 
nische und italienische, deutsche und griechischn Autoren fallen 
in diese Epoche, wenngleich bei einigen, insonderheit aus den 
nichtspanischen Kreisen, der peitanische Zuschnitt die Gränze 
beider Zeiträume nicht deutlich erkennen lässt, indem mehrere 
Productionen des 12. Säculums eben so wohl älter wie jünger 
als das Jahr 1140 sein können. Namentlich fallen in diesen 
Zeitabschnitt die Zioniden, die künstlicheren Sündenbekennt- 
nisse, die Asharot für spezielle Tage; überhaupt ist, Sühnfest- 
Keroba's und Aboda's ausgenommen, jede Gattung des Piut 
angebaut worden, vorzugsweise Lieder, Eröffnungen, Mika- 
mocha, Bakascha, Tochacha, Mostedschab, zum Theil auch 
von ungenannten Verfassern. Von den Genannten kommen 
32 auf Deutschland, 25 auf Spanien, 22 auf Frankreich, 20 
auf die Provence, nur 7 auf Italien und byzantinische Gegen- 
den; unbestimmter Heimat gehören 14 Verfasser. 

Mose hasofer b. Binjamin aus Rom. 
Pesach. A. grosser Sabbat: 

1. Jozer K^fcODi d^:d^d "»d^ ']bi2r\ m«, endigt hbrb rttü 

3. Sulat ^:nn ^m« n^^^p nsnt^, endigt ratn yr\ nw hv) 

4. Reschut jnoi by^ "»«^O I^DDI nu 1D, in drei aufm, 
D'^i, D^D reimenden Absätzen, von welchen der erste 

rrm ntoiy nnm vdi« anhebt. 

S. Passahfest: 

5. Jozer onifinDD Dn'»D« N^DD OnB'D bjD^ DOn«. 

6. Ofan nyyo pK' "pionD flö« ^W p, endigend DDIj/? 



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~ 456 — 

7. Meora nntOlpD HB'» und Ahaba poi PlbsD, beide kurz 
und mit Versen 2)r^22 schliessend. 

8. Sulat H'^D^D^ nb^V TSö HD^ DXiiin nnT^<, endigt ^C 

D'^mnD im? n2r2D, 

9. Die beiden Sätze D'»D15^3 nn by und Dipo b« "»Tn PTD 
xni: HD, joder zu 4 Strofen, endigend DD Q^B^D '»m 
P'^D IDiiyDI. 

Wochenfest. A. grosser Sabbat: 

10. Jozer Iran ^i:i Dyi: nDN, endigt HtniD HB^. 

11. Zweites Jozer na:) n!On HH >::dK, mit der Kadosch- 
Strofe ^tV^n nj^ntt'D endigend. Die strofischen Verse 
sind Spr. 8, 22 ff. und 31, 22 ff. entlehnt. 

12. Ofan rby:^ b«''mp'> inp ^b^^ nino in 5 Strofen. Endigt 

14. Reschut mytt* nüvbü '•D^ira jnö'» ^^t^ ^«^^ "»i^niri nri ^2 

py n'^WD rhy\yü mir/ worauf zwei Absätze, die 
erste ^^DW^ nblVID »no pON anhebend reimt •^;, 
die zweite n. 

15. bis 17. Die Keroba beginnt D^jniS^ Dn«3 ^UD^N iblJK p« 

auf 2B^V Wip nn«1 u. s. w. folgen: 

18. Dm2^ nD:n r\):VD: "ItS^ die Prüfungen Abraham's, 
meist nach der Elieser-Baraita c. 26; aber seine Mutter 
wird ^nny genannt, nicht Amaltea, wie dort und im 
Talmud. Das ganze Stück hat durchgehenden Reim 

nn, «n und endigt nnnc nb^n nyir» nmjn&^ |i2n \-i^ 

19. DDDnD D'»«nS D'»D'» ronXD beschreibt gleich den ähn- 
lichen Stücken bei Kalir, Simeon u. A. wie die Thora 
im Gespräche mit Gott alle früheren zurückweisend 
den Mose auserwählt. Abraham wird, wie bei Jo- 
chanan hacohen*), der Vorwurf gemacht, dass er zu 
grausam gewesen *), er hätte beten sollen, während N. 
18 ihm die Opferung als Verdienst anrechnet. Besteht 
aus 16 Abtheilungen, meist von 10, einige von 11 
oder 13 Zeilen mit stetigem Reim, die ersten 13 Ab- 
theilungen auch mit gleichem Anfangsbuchstaben jeder 



i) oben s 98. - «) mD^Hnb t<b) - Hi^ny ^bs^ pnb rvn^ 

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— 457 — 
Zeile, behufs der Nanienzeichnung. Endigt IDJD ^PlStt^ 

20. HB^ n« 'n ma IB^N mscon nbx psi, anhebend nnitß^« 
rü^^y m^ "mi^, ist eine Illustration des Dekalogs. 

21. Silluk rh'hv 2^ ^i^tr\^: Dvxp "hn roiyo "»sb rrm^. 

B. am Wochenfest: 

22. Jozer TODTO nbyn: rPtt^btß^ n^nON, endigt >B^KD 

23. Silluk rWW'Vl pt< mp"» PpDI Dm '•©^«D, endigt n^NOn 

24. Ofan ono« Tlin ^K'D mit stetigem Reime, endigend 

25. Sulat ^myiD inOi inpiD mit dem Dekaloge (NttTi t6, 
O^O^ Ptt^ O und dgl.) entnommenen Ausgängen, endigt 

Sühnfest: 

26. Reschut iriN ^:nD zu Kalir's Keroba. 
Chanuca- Sabbat: 

27. Sulat P]p11 P)1DD P]pin HTIN zu zwei Worten die Zeile, 
schliessend nriK imiSN Din). 

Der Autor, wenn nicht älter, gehört dem zwölften Jahr- 
hundert an, wie nicht bloss die Keroba zum grossen Sabbat, 
sondern seine Compositionen nach Anlage, Stil und Inhalt 
und die peitanischen Wortbildungen *) beweisen. Den voll- 
standigen Namen Mose b. Binjamin zeichnen N. 1, 3, 4, 8, 
10, 14, 15, 22 (ppn\ 24, 25, 26, 27; N. 8 hat auch ^(Dn T^D rW2; 
N. 11 fugt dem Namen (M. b. B.) noch pn «DH TJ» und 
N. 17 und 23 Won TJ» IBIon hinzu. Das Akrostichon der 
N. 19 lautet: px rW22) rr\TO 1^ pn nSIDH p^3D ^^13 HIMD. 

Der Verfasser heisst in Mss. zu N. 22 R. Mose hasofer 
(cod. Rossi 767), zu N. 26 R. Mose hasofer b. Binjamin (codd. 
Rossi 254 und 959, cod. Sorbonne 91, Machsor A. 1441), 
zu N. 15 u. ff. R. Mose (cod. Turin 29). 

Nachum ein Dichter aus unbekannter Zeit, vermuthlich 
des zwölften Jahrhunderts, dessen Stücke für Wochenfest der 
alte cod. Turin 29 enthält und dessen Heimat wahrscheinlich 
Italien ist. 



») Note 36 

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- 458 — 

1 . Jozer ptß^«ni ipnt< jror ]\wtr] Sn ^j« , endigt btntn yn^tm . 

2. Silluk Dnn« nn« «in nn«, endigt DTB3 BTip. 

3. (viell.) Ofan ^:^D in bv OVro St»« niDD, endigt nonf? 

Ausser diesem und dem Jüngern afrikanischen synagogalen 
Dichter sind etwa 8 Manner, die diesen Namen führen, ge- 
schichtlich bekannt')* 

Elia b. Jehuda, genannt R. Elia aus Paris*), der Zeit- 
genosse R. Tam's und von ausgezeichneter Frömmigkeit "). 

Maarib-Zuthat für Wochenfest in 2 Abschnitten, der 
erste hebt an DnD3n DT» \^W, der zweite DV yro 
Tm» und endigt nm jTO^ MO); akrost. nach dem yH: 

miiT '»313 ppn rvhH. 

Isaac b. Schaloro. Stammtafel*): 
Schalom [n 13nn] 

Isaac um 1150 



Mose Samuel (?) *) 

Isaac aus Wien 1240. 



Chajim [Elieser] 



Tochter=Baruch 

Schalom •). 



aiii 

Isaac um 1310 

Tochter=Samuel b. Schabtai. 

Isaac schrieb den Sulat ü'^ht<2 ■]1D3 j*»«, worin der Ver- 
folgungen des Jahres 1147 gedacht wird. Er war als Jüng- 
ling der Zeitgenosse von R. Kalonymos b. Jehuda. 

Jacob b. Simson der Erklärer der Baraita Samuel, der 
Abot und des Buches Jezira'), auch Verfasser eines Calen- 
dariums, hat drei aramäische Illustrationen zum Dekaloge 
commentirt, sogar seine eigene des zehnten Gebotes, welche 
■rom |WD« b3n ^« anhebt und rm3:i ']b'»D HH rvh Z'^rvro endigt 
(cod. Rossi 159). 

In cod. Opp. 627 Q. findet man im 4. Kapitel der 
Abot ein Gedicht das akrost. den Namen unsers Autors 



«) Note 37. — «) «ur Geschichte S. 49, 326. — ») vgl Ittnr Th. 2 
(ed. 180») f. 32 d; dasselbe in Qi^-^i 'Q § 17 und Rokeach § 361. — <) Or 
paraa § 769. Chajim ^"^ Rga. 167. — ») oben S. 313. — •) Chajim 7"^ Rga. 
XOf>, 138, 152. — 7) Opp. 1483 F. Vgl. zur Geschichte S. 51. 



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— 459 — 

gibt. Dass er R. Tam's Lehrer gewesen ') ist durch nichts 
begründet Im Vitry-Machsor § 200 (Opp. 668 F.) steht sein 
Name statt desjenigen von Raschi; in Mordechai tS^ c. 2 und 
Likkate Pardes 12 b heisst der Vater irrthumlich Simeon. 

Joseph b. Menachem, vermuthlich derselbe welcher an 
R. Samuel b. Meir*) eine Anfrage richtete in Gemeinschaft 
mit R. Jacob Israel, dem Correspondenten R. Tam's. 

Sabbatgesang noiC^ob ^V *"Un niCnjTI p« njiT», endigend 
jhtO fcOn pom, hat den Strofenreim p^ und akrost. 
ppn oruD '»ana ^V (Vitry § 349). 
Meir b. Jehuda b. Joseph b. David aus Münzburg, 
in cod. Saraval 11 R. Meir Darschan genannt. 

1. Maarib 7. Abend Pesach. a) Ti)Dbü ni«3S 'H 

wioora n^B^ hD2 bis rh'h an rvDb)i npab iDin 
b) nyrh im rann o^iyor onan bis n« noa^oi 

njrofi&^n, c) in 70 D^ schliessenden Strofen, daher in 
der Handschrift (H. h. 40 c) D^T Jm) hvon DVl ge- 
nannt Die erste Strofe lautet: '^B^ 111381 TOD *13"1K 

D^-i yn IHM Dn^2N, die letzte ^Dob "hv npiKTi "h}^ nn 
D\"i '»ba inpiü, d) im-cb d^ miis m^on inriDi, e) ^nsB^ 

D'^nn^ W wbo njn-tn, f) onii JT^DH, g) ein Schluss- 
stück in 5 sechszeiligen Abtheilungen, anfangend 

•rb^*?a TSTD TTIDD «OD Dipo, endigend Hl^ 'mpD3 p^FP 

2. Klagelied rhb"^) '»DD3 iniT rm;«, in 42 dreizeiligen 
Strofen, nach dreifachem 3"N der Name zweimal ge- 
zeichnet, ganz vollständig das erste Mal mit i^yv) pIfT, 
vollständig das zweite Mal nebst pFI pTID. Wenn 
diese Worte zu Jehuda gehören, betreffen sie viel- 
leicht R. Jehuda b. Joseph einen Verwandten £liesers 
b. Natan'). Nicht weit vom Jahr 1140, doch vor 
1168, verweisen den Autor sowohl die Sprach weise als 
die Angabe, dass das Exil länger als tausend Jahre 
dauere. Ende: irasm iraip p'^S roxh )ho )T0} 

Josua ein älterer Peitan, dessen Maarib für den 7, Pesach 



*) D'ön aro S. 59. — •) Brief Luzzatto'«, Sept. 1840. — ») p^JH § ^ 

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— 460 — 

in dem rom. und romanischen Ritus üblich, aus folgenden Sätzen 
besteht: a) nw rh\ff iT, b) D^m^t^ ÜV pOH, c) D\-lb« DTÜ tAl, 

d) uhr\ nisD "^2^^;, e) ncnra d^d ttdj;, f) mini robn ti^. 

Endigt N133 DJ? by. Der Name ist zweimal gezeichnet In 
einem Machsor vom J. 1441 wird dasselbe für eine Arbeit 
von Rab und Samuel ausgegeben; der ältere Turiner cod. 29 
hat die üeberschrift y^iV Hl D^nyo. 

Joseph Kimchi b. Isaac*), der Vater von David 
Eimchi. 

1. rhr\r\ h f»« IK'N hon Dü^ Purim-Gesang in 18 me- 
trischen Zeilen. Ende: nbyo «npo "hv 112i "pDI. 

2. "»rDD JTDK'n IDT r\2\t/ DV ' 
in 10 Strofen und glei- 
chem Reim, endigend ^b 

3. üv n^^Tn iidk^ rat^ dv 

jrmz , endigend NDn^ 

anhno. 

4. DDpbD HN-UI pXD niy IH^ITI TH'» in 7 zehnsilbigen 
Strofen, ein Hochzeitlied, endigt H^D DJ? |nn riDlMD TTT^* 

5. '»nb^tt'D "»^ jnr Mocharach für Sabbat Sachor, 3 Strofen, 

endigt '»nott^: n^< n^M üv. 

N. 1 zeichnet den vollständigen Namen, N. 2, 3, 4 
^TOp [p] J^DV, N. 5 nur ^DV wird ihm im Ms. zuertheilt 
Joseph b. Amitai um 1200 oder älter. 

Sulat V21 ^m) tt'ps '»DI b« -f? D%n^«, dreizeilig, nach 
je zwei Strofen der Refrän bx tfinnn bx; endigt "pbon 

Tnon 'n u'»kvi ^titd tk idh'' job nnx. 

Serachja halevi Gerundi b. Isaac, der in Lunel le- 
bende Verfasser des Maor, hat mehrere Gedichte verfasst, 
und pjQegte ungeachtet seines grossen Talentes keines abzu- 
schicken ohne es zuvor dem Urtheile Jehuda Tibbons vorzu- 
legen. Von seinen religiösen Poesien, deren einige noch jetzt 
in afrikanischen, spanischen und provenzalischen Synagogen 
üblich sind, haben sich folgende Stücke erhalten: 



beide am Vorabend eines 
festlichen Sabbat; N. 2 in- 
troduzirt die Worte J^iW 

iriDD, N. 3 orb rvyh in 

der Tefilla (niDK |»). 



1) Die im onomasticon aafgeffihrten 5 1 Nummern beruhen, 4 ausgenommen, 
auf Inthumern oder unbegründeten Voraiusetzungen. 



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— 461 — 

Sabbat Schekalim: 

!• Mechaje ^n jr)JO TT. 

2. Pismon D1D 1D1 rv 1)21 mit Mittelreim. 
Pnrim: 

3. Pismon *1Djr vh D^lö "10) in Mowaschech-Porm. 

4. Mikamocha ]Vnt^ ivh fTO) in 4 grossen Abtheiiungen, 
jede mit stetigem Reim, theilweise halachisch, schliesst: 

Dpi3i criNcn Kin: b^ rb)D dj; nir td hsd'^i ttj; rcn^ p 

5. vimh rrwD ownp nnoj 

6. müD Db IDD DI'» 2n) [ drei Pismon, 

7. ncjm *?» DTjn j 

grosser Sabbat: 

8. Asharot minto V? niDTj; in«n'»i nsnsj 'n nno« in 

41 Strofen, 2"K und Name dreifach. Endigt rwil 
cbt^n^ 3110D. Die Strofen schliessen mit Bibelstellen. 

9. Pismon Q^ iisn) llt<2: CJ? HTOT, endigt pKö 7^«3i '»0>D 
IDT 2TroD DnsJD. 

Wochenfest: 

10. D'^nj; n^D n^y» DV in 5 Strofen. 
Neunter Ab: 

11. Klage 21V "^2^0 in 6 sechszeiligen Strofen, die Zeile 
achtsilbig [aaaaAA]. 

12. Techinna ^TSS ^npJH 'H, die Strofen verse endigen B'fc*. 

13. Selicha HT^n t6 Kt^t< D^rht< '»rai, die Strofenverse en- 
digen ni. Die letzte (6.) Strofe lautet im '»:iDn DHI*? 

•n n^TP ^ryb ir\ü ^3vn -noa >3D kic^'» "^ym ddh "»iiD« 

17. Tammus: 

14. Techinna "»bsra '•npjn Tl, der Strofenvers endigt ^^CD. 
Neujahr: 

15. Sulat D'ijn D^'Dn 'T'Dn "p hat im Strofenverse niß^K. 
Sühnfest: 

16. Mostedschab für den Vorabend in: ):n wnpD pjm, 
(Thema TO^t^pn 'H u. s. w.), der strofische Vers schliesst 
mo; das Akrost. dreifach, 

17. Ermahnung an die eigene Seele: ^B'W ^Dnn HD in 
37 metrischen Zeilen [6 mal \-/ — ] mit steti- 

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— 468 — 
gern Reim, endigt ^nn\ ^TV^JO) ^HU nUD TD ^"hr^ "TP 

••nn "»n« mriD. 

Die Nummern 3, 11 und 13 zeichnen ^1^ n^mi, N. 1 und 12 
pn ^)hn iVrn\^ den vollständigen Namen N. 15 (p ^^b) und 
16 02^2 ^lS-|). 

Mose b. Maimon zeichnet die sogenannte kleine Akeda: 
DVn I^Dlö ^OX und wird sie Maimonides zugeschrieben, was 
trotz seiner Abneigung gegen Piut möglich wäre. Sonstiges 
wird ihm indessen ohne Grund beigelegt: die Geula ^^ 1*0< 
|nK HDD ü^rh^ gehört Abenesra; über den Mocharach s. 
Nachmanides. Fraglich bleiben die Angaben Jacob Romanos 
(syn. Poesie S. 218 Anm. h). 

Mose Kimchi, den bereits Palquera zu den vorzügli- 
cheren Synagogal-Dichtern zählt, ist ohne Zweifel der Gram- 
matiker und Commentator, den schon Zeitgenossen besingen *), 
der Sohn von Joseph Kimchi, wiewohl in seinen Stücken der 
Name des Vaters nicht angegeben ist. Folgende Mostedschab 
zeichnen ^HOp HK^ '»iX, die N. 1 und 2 auch pn. 

1. JP nniD» plDnnb WS« [Thema: W3« TIDH DnD '•JW 

2. Tjno f»x ^D ^DK^n n>T* yttn ^)h [Thema: ^rht< "h rrut 

rültob]. Letzte Strofe: Hüh 3D1Dn y:2 bv ny^T\ ITTTp 

HDiton b^ bv :h '»diioi d'^tok' DDn&'n onw f|i:). 

3. )T\p^ t6 i^y jii^^« i:rnp 0^12^^^ i:n:N [Thema: mc^ ^«< 

D'^om DD^ p], Reim D'»D, vierfaches T«. Letzte 

Strofe: tc^np )Tpn nnnij' mniiinb T2in> onai yvw 

D''Dmn irnb« 'nb T!inr tsnan Omib. Die Bilder ver- 
rathen den arabisirenden Dichter, z. B. „aus seiner 
Thaten Gewebe hast du ihn gekleidet, ihm zu essen 
gereicht was seine Hände geknetet" (N. 2); „den 
Sack seines Zornes lud er auf ihre Schulter*' (N. 3). 

4. Ein Gebet m«: b« «i« för Neujahrstag zeichnet nur 

"^nop. 

N. 1 i&t in cod. Bodl. 613 N. 440, N. 4 in cod Günzb. 
2 N. 89; N. 2 und 3 enthält das Machsor von Tripolis. 



1) Ozar nechmad T. 2 S. 193. 



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— 468 — 

Berechja b. Isaac halevi, der Bruder des Verfassers 
des Maor. 

1. Keroba für Sabbat Para: a) Magea VDl yiPl^ HU^ piü 
1I0\ b) Pismon pjj VQ jrhy ^N ^^, c) Kerudsch DT'iD 
WDD Dm, d) Mechaje DTIB 0^2» n^2D 0^33, e) Pis- 
mon DI?' Tjpnß' n"iB p, f) Kerudsch om }ro 'n, 

g) Meschalesch HO llpn^ p« D%"6« TIDD, li) Pismon 

D\n:: ^ii^jn ^^ dv, k) Siliuk D^enp -noa pyi b« zum 

Theil halachisch, endigt HTTTi 31) nnDI, hat akrost. 
nz'l^h n2t '»■DIT pnir ^313 ^hn n>313 ^ON. Auch Ab- 
theilung g hat den vollständigen Namen; a, b, h nur 
rT313. 

2. Asharot zum Sabbat vor dem Hüttenfeste: D3nK miK 
TPi OV ^"»m-l 1-130 ni2flD hn T3, ist dreifach alfabetisch. 

Isaac b. Serachja halevi Gerundi'). 
Den anderweitig') angegebenen 20 Nummern für Sche- 
kalim, Hachodesch und Sühntag sind noch etwa 14 hinzuzu- 
fügen, nämlich: 

Sabbat Schekalim: 

21. Rundgedicht Htcnp ptl TW^IQ 'ü'», endigt ''3K nyn 
ni&ru %S roob« und zeichnet doppelt pTO\ 
22. Rehuta jrntO r\piü i^^'?'», akrost. ^h pnS\ 
Sabbat Sachor: 

28. Pismon mj? VtO^ I^DN, endigend p^n ^N, akrost. ^0« 

"n*? pnir. 

24. Kaddisch, hebr. und aram. abwechselnd. Anfang: by^J^ 

ipbp^ p^jn pir» "rttn ntn «ono '»db^3 i^np ncnto b« 
pD«'»i, endigt «D^jD «31 rvot^ H!v norhün Dn31. 

Sabbat Hachodesch: 

25. Pismon IBn*? ÜV ÜV psi'', endigt um n3lß^^1. 
Wochenfest: 

26. Ahaba') beginnt wie folgt: 3ni my 13tt^ 3.1] 311 3nt 

Dor .3mD DHonn 3r»< '•:« ^ ^pm 3n 31 ^"p Dnown 

^nmiC' DH rh'h). Der strofische Vers schliesst 317. 
Endigt 31« bfcCB^I JT ib in3 3pr. 



1) oben S. 410. ^ *) Ritiu von Avigoon; Landahuth onomajit. S. 117 
tt. f. — *) aogeföhrt ayn. Poesie S. 10. 

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— 464 — 

Thorafest: 

27. D'^oyS '?«'»nip'» D^DB^ rhy '•D, endigend 1^113^ TDjm mj^. 

28. i:w m iß^K np*? po ms ]n: xh, endigend inj; pi. 

29. rmrü 'n ne<i\ endigt o'pa'n^ ra, worin 2n ano cbob. 

30. HDI« ^3Kn^ 3^ by 6r*) in 7 Strofen. Ende: ^2^ \t^vr) 

N. 24 biß 30 haben akrost. Ol^pn) 'nb pnjT. 
. Unserm Autor gehören wohl auch: 

31. Silluk Schekalim D>rtÜ nin> nn« ^3, 4 Strofen die O 
nn« beginnen und pHä!^ zeichnen. 

32. Schalom fiir Sabbat Hachodesch DD^n*?« UniV TJ««, 
4 Strofen, von welchem die ersten 3 akrost. ^JT, viel- 
leicht Stücke von ^[l*? pn]2i\ Die Schlussstrofe endigt 

Selicha's: 

33. iy DW3 D^Tin üh)p wr», 

34. D'':D jm 0^212' n^lC' |D\ beide ^"h pnJT gezeichnet. Nur 
fehlen in der Handschrift der ersten Nummer die 
Strofen ^1, der andern die Strofe p. 

Von den Nummern 16^ 17, 18 ist noch zu bemerken: 
Sulat •pon *1p^ hat im Strofenverse ^«i; die kurze Aboda 
1p^^ hat dreizeilige Strofen und zeichnet hinter dem vollstän- 
digen Namen noch 'h)p pTi JON »"012^ 1*13], sie endigt rTOTTi 
mon ia^N3; die Introduction zur Aboda beginnt "nCD^ nl!a< 
rmyn pn und hat im Strofenverse 13^. 
Jehuda aus Speier, s. oben S. 282. 
Abraham b. Meir. 

Klage ^3^ VCn^O :i«tS^N schildert die Heimsuchung 
einer jüdischen Gemeinde, dergleichen im 12. und 13. 
Jahrhundert in England und Deutschland nicht selten 
waren. So hiess ein Zeitgenosse von Abraham b. 
David (13*&<1), der TDPin zubenannt wird*). 
Samuel b, Rüben, der Dichter') aus Chartres*). 

Aramäischer Reschut zum Targum der Haftara des 
Wochenfestes «033^3 «ntC^npl «013^3 ND:irn NH« in 
60 auf Nn reimenden Halbzeilen, gezeichnet pT\ ^fi^lDIT*). 

t) Ritus von Avignon (N. 72 S. 290). — •) niDTOK ™8. § 27. — ») ^^rOTI 
cod Lips. 7, cod. Ancona in Rovigo (Mittheilung Luzzatto's ▼om J. 1852). 
— ^ K^^Ü"TS (H- h- 240). — ») nicht pD ^e catal. Lips. p. 277 hat 

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— 465 — 

Ende: "^Ti ^p NDtO^jn D'^WO "h ''31 «njTüD y^ tOnC^p^ "^«31 
«n«12a non'^Kl n^W «nr^'TN. Wird im Ritus Troyes 
genannt. 
Samuel Dewlin (|^bin) in Erfurt, woselbst er wegen 
des Glaubens getodtet worden'), auch R. Samuel Chasan ge- 
nannt, wird bereits um 1280 als verstorben angeführt. 

1. nw ^'äxh nwr nD roit^ zu Nischmat am Hochzeit- 
Sabbat, in 6, hie und da in 8 Strofen, die \tnp 
schliessen; endigt \tnpn *1U. 

2. TXXO DV 7IDI inn3 DI a^t\t/ Introduction vor m3fc< {ÜD 
(Freitag Abend), der strofische Vers schliesst VTDD 
und das Ganze iriDD pt<D. 

3. ip\t; )n«B^ )niir» >:3 p1K^> niN Meora für Parascha 
npn. Ein eigener Absatz — der fünfte — jHD jPI jnrVTl 
>venn es zugleich ein Hochzeit-Sabbat ist; im Ganzen 5 
Absätze im Bau der Ahaba "hbviO bn und mit dem- 
selben Refrän aus Numer. 21, 17. Der strofische Vers 
endigt n^, der 4. Absatz N%n p^2ib ^HO: nw '•n'» "pn 

n^ i[*H inn, der 5. iDKn 1»*« ^D •TDK t6) 10^1 ora 

4. Geula nij»:i: nva inmo^ TK' für Sabbat nn^12 in 5 
siebenzeiligen Strofen, jede schliesst "pDS ^O und das 
Ganze "pDD ''D 7IDWDD cmONH HTlNI y)mh ^IM •© 
•JIDD "ü btmtn •piK'N. Hat in den ersten 5 Zeilen 
zuweilen verschränkten, in den beiden letzten Zeilen 
Aets Mittel reim. 

5. (viell.) Meora für Purim D^yi *?« inc^, deren Verfasser 
in Opp. 1072 F. R. Samuel aus Magdeburg genannt 
wird. Dbyy\ bt< ist auch in N. 3. 

Chasadja s. oben S. 345. 
Abun b. Saul s. oben S. 343. 
Abraham Chasan Gerundi s. oben S. 410. 
Todros 8. oben S. 345. 

Jehuda b. Jakar, vielleicht der Lehrer von Nachma- 
nides und der Commentator der Gebete. 

1) cod. Rossi 586 N. 52 und 109. cod. H. h. 17 [vgl. Ritus S. 201]. 
Pukes in Orient 1844 S. 232. ;Vl^"l ^«IDIC' '^ *" ^^' ^*^*^® *^^ "*^^®' ^®'' 
selbe, cod. H. h. 239 f. 35 zu N. 3: S. aus Erfurt; zu N.4: S. Chasao, 
eben 00 zu N. 2 in cod. Mich. 634. 

Zum LltenturgMch. dar std. PoMie. «^ 

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— 466 — 
Maaxib Neujahrfest: 

a) 3ip 7*?« y2^r\H bis aijn y2 ip\t^ onn^D, b) h\r\ 
mm ipv rcQiD bis inDHNi b«nK^ ny: ^d nncN, c) -pic^« 

"]103 ''D *?N^tfi^^ in 26 mit jnDin DI^D schliessenden 
Langzeilen, die letzte lautet: rSDI n^CDTD p'»"« nii^p 

jnDin 0)^2 txnovr\ Tno, f) 3*1 oSiy ^^di d^'^h D^^b« 

T^D 'n nb'^by bis zum Schlüsse DTIND pp^ 13^3« irp2 
^Nnir» Sy Dl^lcn D'^bm'» 21^:2 n«ni ^«yoir»!. Die Ab- 
theilung c zeichnet den Namen ["^ÜH yT{ — bt<\n !V 

p^n;ü ni:np — JD3 D'»dS2 — ] (Machsor Nürnb.). 
MeschuUam b. Abraham. 

Reschut für den Sabbat vor dem Wochenfeste: a) In- 
troduction JHD '»^'•DD l^'^HDI nu ^D, endigt D'^DT'^j; pitß', 

b) ll^Xi^ü rhl^ii ny]i:>^ in 3 Abschnitten, jeder mit 
durchgehendem Reim ("^^J» n*!» ^J), von welchen die 
ersten beiden die Sinai -Offenbarung hagadisch, der 
dritte das Elend des Exils schildern. Endigt W 

p« l'IDW . Der Name ist viermal gezeichnet. (rSm. mss.). 

MeschuUam b. Isaac hat einen TWlp "HD verfasst 
(Abschrift Israel Breslau's vom Jahre 1782). 

Antoli Kasani b. David, hebr. Serach (Aufgang, 
OVOToXt]) genannt. 

1. Eröfihung für Pesach ü^rhi< riyn TIDH ]r\b, strofischer 
Reim HD, Schluss: HDlten 'H "I^. Akrost. p "»^^N^ 

N yDNi pn ^:wp Tn '»3'n. 

2. Reschut zur Haftara-Üebersetzung Nmn^j;23 NDn^K' yDK 
NnD^N21 ^r\m "»^DS, lO Strofen mit stetigem Reim 
«n, endigt NH'^pni&'D bp2. Ist von Delmedigo ») an- 
geführt. (Beides in Harl. 5583). 

Esra. 

1. Maarib für Pesach in 8 mit Bibelversen schliessenden 
Sätzen, Anfang 2"«; "»«^ilDI yhm ÜV ip^ OniDB^ b'h 
npDI^ endigt Dp DlblC' Om 1«a'\ 

2. Maarib für Wochenfest in 14 sechszeiligen Sätzen, 
in welchem die Tempelopfer des Festes behandelt 



*) nran*? rp^ 9 ib. 

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— 467 — 
werden, Anfang: WWl^ m», jra» ^nDW ontD^H ora 

paro onm mpo naa'pD ns*» .p^ma »non bAö 
Ende: TD? n« ju^ r\ üh^ üh^ 'yrnn "poo ist 

Beide Stücke sind Zuthaten (nGOin) zum üblichen 
Maarib. (cod. Paris suppl. 139). 

3. Ofan ^n« p*Y»^n« TITP in 5 Strofen, mit mystischen 
G-ottesnamen, endigt rTODH ^jn niTTVI bv (Maohsor 
Nürnb. und ed. 1585). 

4. Ofan l^Dt DM DBO^ H^ nach spanischen Vorbildern, 
endigt D'^HD^ 2D-) l^ToS )«315^ ^sSfcO (Vitry). 

N. 1 und 2 haben denselben Verfasser; N. 3 und 4 ge- 
boren zwei verschiedenen an, jedoch sind alle drei Autoren 
deai 13. Jahrhundert zuzuweisen. 

Isaao Nakdan. 

1. Kaddisch rh)^0 b'D PirTT T^HJTP, worin es heisst: 
n^1J^"l TOD iptW ^y^ ^b pjD jn'^n, welches so wie 
das Metrum die Einsicht in spanische Werke verräth. 
(Mich. 534 N. 52). 

2. Kaddisch b^lSO TV ^ÜHÖ yt^ n> in 4 Strofen, endigt 
MD^B^ HTV (das. N. 53). 

3. Barchu ni^nn r\^2 ni^DD Utn (das. N. 64). 

4. Geula ^DN Fl'ltt'il *?Di: Dn^ in 4 Absätzen, endigt ^bh 

rvyn '»iC'Dii roDis' üvdd h nrryjy »n (H. h. 239). 

5. Einheitsgesang iniljn DpT *^''^^« ^^«5 metrisch mit 
Mittelreimen und stetigem Reim ID. Hieran schliesst 
an ein das eigentliche Thema behandelndes Gedicht 
gleichfalls metrisch und mit durchgehendem Reim, 
dessen Anfang jedoch zu fehlen scheint; es hebt an: 

n^jni ^b^")) ow '•w'? n^^rv) Dpjr n)2W dn »nr und 

endigt n^TO jm ^D^ HOn W (cod. Canon. 1). 
Klagelieder befinden sich in cod. Canon. 70')« 
Mose Sofer, vermuthlich um das J. 1200 oder nicht 
fem von dieser Zeit Sein Hochzeits-Ofan Hit^Tib TSK TTIDD 
schliesst jede Zeile nh\t^. 

Isaac b. Mose hat folgende Klagelieder verfasst: 



>) Steinschneider catal. Bodl. p. 2177. 

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— 468 — 

1. IDipi'» Ü^Ti b^n« m rO'»N, dessen letzte Strofe lautet: 

wn ,D''D«ii T)« D2ir Tnn ,D'»Dy iKi'n m2D p 7:^6 

2. ro^iyom niwn ISra S^^r TO^N. Letzte Strofe: ^nbnn TTKD 

"^yy Din, nin^« ^rooi "»xira 'iftnp d^ ,rm2H hw 
rw)n "^n^rih ^nJwn n *?« nn« >3 ntsn^ noDn >rwiw 

3. 3nb mp n">D DTH üjm ro^i^. Letzte Strofe: ^'n ^m 

uhy^ bD ^py idk6 m:b d'^S'^diw^ diüh ran bz>D. 

4. *?D», rü'^ÄO '»D3 KIT« onnn by, dessen letzte Strofe: 

rißnyD Sniic'^ tob^ ,ri5T;D2 M2W broi btntnz) u^rb^ 

(cod. München 88). 

In den ersten drei Stücken, welche die Versanfange von 
Elagel. c. 1 bis 3 variiren, berührt er auch die Abschlach- 
tungen die damals stattfanden; im vierten beseufzt er das 
durch die Eroberungen der Christen verunreinigte heilige Land« 

Ausser denen des 11. Jahrhunderts^) und R. Isaac aus 
Wien führten diesen Namen: 4) ein Zeitgenosse des letztem*); 
5) ein Rabbiner in England') vor dem Jahre 1281; 6) ein in 
Köln lebender der mit R. Joel halevi in Verbindung genannt 
wird*); 7) ein deutscher Rabbiner i. J. 1447'); 8) ein Ab- 
schreiber vom J. 1415 •). 

Jechiel. 

Reschut für einen Neuvermählten Namens Jacob: 

^b^< D^TT rncno, der strofische Vers endigt 3pr 
(Mich. 533 N. 158). 

Jechiel b. Zadok. 

1. into^D «DD by 2wv ^^on, Reim in, endigt nncw 

2. y>3^ Oyh CV rai^ für Neumond am Sabbat, in 13 
Strofen, mit Knn endigenden Strofenversen, preist 
die einzelnen Monate und endigt Win ^TD TVH), 

Beide Stücke, in r\üW^ einzulegen bestimmt, zeichnen den 
vollständigen Namen, letzteres noch p^n pFI (cod. Opp. 

1570 q, A). 

*) oben S. 164. — t) Or sartia § 779. — «) Tovey Angli» jod. p. 59. 
^ «) Or Baraa § 413. — *) ler. Brunn Rg». 218B. — «) Wolf 4, 789. 

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— 469 — 

Jehoeifja auch Josifja der Proselyt, von Jehuda b. 
Elieser (1313) und Mose Riete genannt, um oder noch vor 
1200 in Frankreich. Aus älteren Gutachten führt R. Isaa& 
aus Wien *) einen D^BOT» H ^DITH an. 

1. Tü22^ 2n ^if< DlblC' 11^ bi< "T^T für DlblC'n rwVy worin 
die Stämme genannt werden. 

2. 7NDS 1B^ ni:*3 iT Segen am Hochzeit - Sabbat, mit 
einer Aufibrderung an den jungen Mann> gegen den 
Dichter freigebig zu sein. Refräu "p^lDl y<22 HDH 'yro 
"^ruCQ nn«, hat (> dreizeiliffe Strofen mit verschränkten 
Reimen, endigt 7mbNi:'D 7D 'H «bo^ . 

3. Wirb rvn 12J mro:! nic' '•jDin tonis^ cpis' dt» für Purim 

(cod. Paris suppl. 139). 

4. D-T3 D^iy ^n^K OW nbw: 2^2 rrv Barchu, endigt UHD^ 

13-D'n TinniPi. 

5. mTKn |B3 miNjn ^« j"©^ Introduction zu U^B lb«1 im 
Nischmat, der strofische Vers endigt D^, der Refrän 
lautet D^pnn n )'•« U^2 trv\l^ I^NT. Schlussstrofe : npn 

Kb nrs ^3 iTTD pKD ran« n-ronn -|n^nn mivn feo 
D"» '»Ä) rami on. 

6. ^rWü niC' mab niD'» für Dh\i^ Onc^ mit DI*?»' endigenden 
Strofen Versen. Endigt nh\i^n 1B^ Tp '»3N NDDD. 

In cod. Rossi 586 wird ihm zugeschrieben D2%*17M 
lOn nns "nTTI ^3^D für einen Sabbat mit Beschnei- 
dungsfeier. N. 1 bis 6 haben akrost n''DDV, N. 1 hat 

ippn, 4 und 5 pn, 6 Tj6 pn. 

Meir b. Elasar auch genannt Meir Lombard der 
Darsohan*), scheint um 1200—1220 geblüht zuhaben. Der 
Name Darschan und das Maarib erinnern an Meir Darschan 
b. Jehuda. 

1. Maarib für Pesach 7. Abend hat folgende Theile: 

a) y^Drb nwn: o'^Tnnra i^d 'h bis ip33i nita N%n D^nja 

b) msD -jb^D yy^^ bis r^ro yhv ^r^. c) unco nnt< 

r6in in 44 D2 schliessenden Strofen, die Buchstaben 
3 B !J i D doppelt, endigt D'»D obyDH TTOn 'H^ m>. 

d) D^^n'»« n^s bis D^ hr^ 'n p«r3. e) m3i3 rwna ^bD 
D^i; bis m «in ^3 -)D«^ ni£^«. f) ü^yi»^ D>3n bis ^*?w: 

') f «, »T3D 306. — >> syn. Poesie. S. 110. 

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— 470 — 

chtO "m^K 'n. g) Zuthat in 7 sechszeiligen Absätzen 
^rtnyim "»HD PIDD nhw >:TB« bn« nach 3"K, wohinter der 
vollständige Name folgt. Die letzten drei Zeilen lanten : 

ucb^ wto* yT) mih fw "piP T^^ T^ °^^ 
DT^i^ •am iöj6 21Ü inn ah^ yin raoz. 

2. Zionide 1«D m^SS^ p^S^, endigend TTIon HD -WD, 
zeichnet pn *1^«D. 

3. MD^m NDin n^K in 6 vierzeiligen Sätzen , alfabetische 
Introduction zum Targum Exod. 13, 21 (aus der 
Lection des 7. Tages Pesach) in welcher das Israel 
voraus- und von ihm ausgehende Licht verherrlicht 
ist. Endigt tnp'^Z ^33^ l[OnTS. 

Samuel b. Kalonymos der „Reimer^^ (pm ), Zeitgenosse 
Elasars aus Worms ') an welchen er eine Anfrage gethan. 
David. 

1. inb^Dl pn ^Ül wenn eine Beschneidung am Festtage 
ist, Gesang vor dem Schlüsse der Tefilla, in 5 mit 
übw schliessenden Strofen, Refrän uhiff ynfh) pTrh 
Uhw (Opp. 1477 Q). 

2. lOtm a^C^ 'H ^rn\ '•DI vor Beginn der Lection, am 
Sabbat vor dem Wochenfeste, an die Metzeleien der 
Kreuzzüge erinnernd; endigt IHOriD 'H. 

Joseph aus Chartres, durch seine Disputationen mit 
französischen Geistlichen bekannt'), war der Schwager von 
Joseph b. Natan aus Etamps, einem Enkel von R. Tam's 
Zeitgenossen MeschuUam b. Natan in Narbonne, blühete dem- 
nach um 1200—1210. 

Die Klage ü>yn^ yh^ lil^JD ü^rhn schildert die 
Metzelei in .York 1191 und die seit der Krönung 
Richards in England verübten Thaten; namentlich 
genannt werden die Lehrer Jomtob, Jacob, Mose, 
Joseph, Elia'). Ende n*?PD n«t onpD« D^Pin 11-120 mXi 

C3np-ßn 'n ^iny (frz. ms.) 

Jehudab. Abraham, nach den peitanischen Ausdrücken 
in den Jozer ist deren Verfasser unfern dem Jahr 1200 
anzusetzen. 



*) i'^no ö^^- — •) rrm »■• o^«^ tcpon nor nnwr\ 5§ 24, 56, sa. 

▼gl. zur Geech. S. 86. — <) vgl. zur Gesch. S. 49. 

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— 471 — 

1. Jozer für Sabbat H'^K^tn^: ruiD« bt< yyot<^ ^DH, en- 
digend D^BT»n ^3D nSB' na^K ^« (SaraTal 60. Rossi 969). 

2. Jozer fiir den Busse-Sabbat r012 ^3 hy DDHOn pK, 
endigend rowjl -jhn (Opp. 1570 Q. A). 

3. (wahrsch.) Jozer zum Sabbat Iß^ri: mjn31 r»<1^3 1*?nK 
mit Ausgangen der Versanfänge, endigt D%1^ ^JD^tt'^ 
DD'^^b (Saraval 60). 

Die N. 1, 2, 3 scheinen von einem und demselben 
Autor zu sein, ungeachtet N. 3 nur pTi Hl^ zeichnet; von 
einem verschiedenen ' Autor ist Selicha Itß'ÖJ D\l!?K TTDfcO 
^'y^. Männer dieses Namens sind: 1) der Oheim des 
Abraham b. David in Nimes'), 2) ein Zeitgenosse Samuels 
b. Meir in Paris'), 3) einer zur Zeit von Abigedor hacohen'), 
4) der in einem Commentar zur Neujahrs - Tefilla in cod. 
München 346 genannte. 

Jehuda Charisi b. Salomo. 

^Hd'pdS ?)lSr%^ i "^"^ ^'^'^ '"^ TachkemonicU. 
5 kurze Gebete in c. 50: r6jP %n^«, rw "HB^, pDh 

nni23, n'»a nsn, ob)v pn«. 

Das Mose- Gebet, anfangend ü^pm/ niK3S (c. 15). 
Ausserdem wird ihm in Ms. Fas Luzz. ein Mostedschab 
für Mincha des Sühnfestes, ^ITUDT "»ra D01pn ü)\ zu- 
geschrieben. 
Jehuda b. Samuel. 

1. Kaddisch J^2i6 Vtä) W hlSn^ (Ms. B. Niederhofheim 
f. 54b). 

2. Jozer ^b)bn) J^Ott^ 'T'D« p"IN ^« am Sabbat vor dem 
Hüttenfeste, endigt 'H "^ysh ]roh (Opp. 1477 Q). 

3. Sulat 'yy^ 21 '':E)D nnDM< nht< für den Sabbat vor dem 
9. Ab; die zweite Halbstrofe hebt mjn an, den Gegen- 
satz zur früheren Zeit darstellend. Ende: 7t< nnjTI 

D*?iyD Nin nn« irniDN nnw D^Dib iDDnfc^n d*?12:j. 

4. Musaf-Keduscha für Sabbat IDH:: IT ^^Dl'» DD>r6« 

5. Gesang für Sabbat -Ausgang: b«^ 1^: impon nfeOlT 



») Qijn ITDn N. 11. cod. Rossi 166. - «) l"N § ^76. — ») Zidkia 



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— 472 — 

mit dem Strofenschluss rnriDS, endigt nVlDS pK 
(Vitry-Machsor). 
N. 1 ist unsicher, da die Handschrift nur 2 Absätze gibt, 
von welchen der zweite, )Ü^ D^D^Ci D^Dt<^D anhebend und 
no^fc< 213 Ü^T)}2 üy\ endigend, nicht der letzte ist. Der erste 
Absatz zeichnet rn\iV. Die N. 2 bis 5 haben den vollständigen 
Namen. Vielleicht gehören die übrigen 5 Musaf-Keduscha^s von 
Jehuda ebenfalls unserni Autor an. In cod. Rossi 1274 wird 
die für Sabbat Bereschit r\2y ^'»Dr» D3\"lb« in der Ueber- 
schrift irrig dem Jehuda Kastelin [halevi] beigelegt 

Samuel b. Jehuda b. Natanel, der ältere Bruder 
Isaac Seniri's. 

Die Keroba zum 10. Tebet besteht aus 9 UHTD 

^*1HtVn anhebenden Absätzen, welcher aus der Keroba 

zum 9. Ab der erste Absatz 01133 rhpy\ V^T) bm p«l) 

vorausgestellt ist Anfang: |n3l£^3 HONN nnt^H ttTTO 

D^TöD; die zweiten Zeilen heben n3ö IC^TTI Kin, die 

dritten ITTlb IIICOO an. Akrost S. b. J. b. N. -|j6 pFI 

Ende: 'H '»33^tr» 3U^ D« '»iiyo niiVilS' bv niiD 1">tt^W. 

Isaac ha-Seniri b. Jehuda*) b. Natanel, Yorbeter in 

einem Orte der Provence, ein Dichter, der die Abendröthe 

der klassischen Poesie darstellt. N. 1 und 8 sind A. 1208*), 

N, 9 ist A. 1220 geschrieben. 

1. 1i^3b TIN 3N die Composition für den Hoschana-Tag 
in zweizeiligen Strofen, die je zweite Zeile ein Vers 
in welchem in den einzelnen für die sieben Umzüge 
verfassten Abtheilungen die Zahlwörter eins bis sieben 
vorkommen. Das Akrostichon 24 Worte gross, gibt 
Verfasser, Ort und Zeit an (Siddur Carpentras). 

2. trmt< ITOD m3«') reimlose alfabetische Rehuta mit 
Ringwort*), die Zeile zu drei Worten, endigt nHKI 

•n yo\t^r\ . 

3. ^D 1313 ^nfc<lon ^3fc< Mostedschab, Variation des Sünden- 



1) zur Geacb. 316, 466, 469, 475. Ritu von Avignon. sjrn. Poesie HO, 
290. — ') syn. Poesie 110. — ^ ist gleich den folgenden — wenn keine 
andere Quelle angegeben — aus dem Macbsor Ayignon. — ^ z. B. 

pnm p«i 3np 3np vtn^b im inii nrao m6 

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— 473 — 

bekeontnissea TVDB^N, dreifach alfabetüch; die Strofen- 
verse schliessen 'H und geben akr. 'H^JB^n pnjP ^Ä< 
p« pm mVT» p, endigt 'H m^JT p p«. 

4. rn« HDD urhH niH Ruf nach Erlösung; die je dritte 
Zeile beginnt "pjn, die vierte, ein Bibel vers, nnW; ist 
eine Rehuta in 11 Strofen, endigt D^DtS^n yDBTi nDNI. 

5. jn^n ^t^&J nni< reimlose Rehuta, fast in biblischen 
Stellen, endigt >nbN 'H rüJTl nDNl. 

6. n'O« wyh ttnnN Introduction zum Silluk des Neu- 
jahrfestes; die strofischen Verse der 20 Strofen reimen 
alle 0*7, dem Schluss n^lDI ^rHö "J^D gemäss. 

7. rhu) 21Ü ^« HD« ^« D'»n'?K eine metrische Bakascha 
in 22 zweizeiligen Strofen mit dem Strofenreim n^> 
für Neujahrfest. Gleich der N. 1 ist im Akrostichon 
TiB' iro \2Wn (Rossi 997, Harl. 5794). 

8. "hr) 'H 0^rbi< Sulat für Sabbat Sachor, halachisches 
über Purim enthaltend (Siddur Carpentras). 

fwahrsch.) 9. HDD HD^n n%S2K HD« Sulat für Hüttenfest, 
halachisch, zeichnet zweimal prCP. 

10. jyo) Uht^ nn«, Schalem für den 8. Azeret, wahr- 
scheinlich unvollständig; die letzte Strofe hebt an 

y^'i yiyi; und endigt uh^tO) WSH nnOK'D. 

11. uns« '»JTN TTJD Neujahrs - Hymnus zu T^D 'H; die 3 
Zeilen jeder Strofe beginnen "11^3, D*1ü1, "IPIW, das 
Ganze schüesst nsy HOn« '»JIT'D D'^DI^ D^'ncn n^Pin IHH) 

12. m^yn bxn Kaddisch in 6 Strofen, endigt ^Tn^ '•Oin 
(Mss. und Algier). 

13. jm ^D^ nbo^ •pwn') Rehuta, 8 Strofen mit Strofenreim, 
endigend mtW ^^ nnD. 

14. «13^ 'pDb pjto bwi, die Strofenverse endigen Dip und 
das Ganze DTpD i:j6 njmntt^ TOD, ist gleich N. 13 
und 17 Introduction zu 2Bn^ "fPD ^«. 

15. Dp: "h p: b^«^ Schalom für den Sabbat Sachor, fünf- 
zeilig; das erste Wort der dritten Zeile reimt mit den 
ersten drei Zeilen. 



*) ayn. Poesie 291. 

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— 474 — 

16. möino T nrynn 'n Techinna für Esther -Fasten, der 
strofische Vers endigt p^oy. Endigt pbcV2 *rh monVo. 

17. p^DTO cnp 212T Gebet um Regen, mit dem strofischen 
Reim a>12, endigt ü^üm t<DD hv 2m> ^D ^. 

18. nwonn nr'n'' Tochecha [aabb')]. Ende: vnpt^ DD'hH 

19. ^m J)T 1D'' Mostedsehab (Thema: Hosea 14, 2 

7n^N n21B^), endigt ^%-lb« "pW ^D, 15 Strofen. 

Statt des bekannten tSTlb |1pH sagt unser Dichter pßT 
^IC^n^ Visb (Tripol.). 

20. wyi ''DD^ IT Mostedsehab (Thema: Ps. 119, 55 
ipW rb^b:^ VI^DT), endigt -pa^ rm« -ponN, 14 Stro- 
fen (Tripol.). 

21. "^^2 n^ *lp^ Mikamocha für den ersten Passah -Tag, 
der strofische Vers schliesst bC9. 

22. niDDS HH HD ^3 Meora für den siebenten Passah-Tag, 

schliesst nj? i[bn^ jvn T\p^ n: bn> nos^ in>B^ pp ttj; 
nw^ >i^«i by HDir». 

23. 131^» ^ya ^D Meora für Wochenfest, endigt "^W rmm 
(Mich. 443). 

24. irhv DDD n>p: K'D: Introduction für Nischmat in 5 
Strofen, ein Mowaschech, endigt DJ? TpD^ "]DB^ W ^D 
rpnnn (frz. Machsor ms.). 

25. ü^üm D'»Dnn nom für Passah, den Namen geben die 

Anfange der Strofen: D^DITil — D^Tni D^T*W — 

^v^1'' y^'y — Q^'TTP — mN2H — ntcii d. L n'^ic^n 

[|]3 [pn]2i\ es fehlen mithin mehrere Strofen. 

26. uny^ Ü^TV r\D^: für Wochenfest in 6 Strofen. 

27. niin pDD It^ HDK': dessgleichen (Ms. Kopenh.). 

28. btr\2r D'^2 ipy, Tochecha [aabb], im Strofenverse rhu, 
Sühngebet. Ende: 1D1«1 ^KON 21 bnp2 TN Ip^ 

29. on« 10102 ^blp, Tochecha [aaa], Inhalt ähnlich dem 
von N. 18. Ende: DD« ^DHCD "h mH >DyÄ) ^'» ^IJCT 

^^2 Di'picn. 



1) iyn. Poesie 136. 

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— 475 — 

30. non hy^ «TDK, Tocheoha [aabb], im atrofischen Verse 
^an, endigt 1^31 '»'»n ^DV 

31. nnC^Kna "nri^ 7«n rolC' raa^ Einleitung zu „Barchu*' am 
Neujahr, in welchem die ersten Worte aller Zeilen 
einer Strofe reimen^), die Verse der 5 Strofen endi- 
gen rutt^. 

32. np >:3 *?D ^"»DD D^B^, Ofan der D^iyb HDD endigt: 
,,der Nabatäer vertrauet den Sternen, der Araber der 
Lehre eines Verrückten und Uz zwei Balken *)." 
Aehnlich in N. 1»). (Mich. 443). 

33. n«ün "ryti^j 5 Zeilen, endigend ^JTi) rrm^ ^Mi |12n; 
Andacht ersetzt Opfergabe (Wiener Verz. S. 49). 

34. "^^rn nre« ^nSB^ Introduction zu dem Busse -Ritual, 
der strofische Vers schliesst I^D^^, das Ganze unPlD^ 

ira« ):b rho ovn jysh. 

35. ^rra njD"» ^H Klage am 9. Ab, die Zeilen schlies- 
sen abwechselnd ^K^^l^n \tnrD und ^B^WTH CHTO 
(cod. Rossi 485). 

36. vrv Wtn: yiab p« n-W endigend I^JETID inn (ed. 1545 
N. 34). 

37. '»niC^yi n^K' np"» in 5 Strofen die n^öi schliessen; endigt 
^l^Bi HÖ^D 'n (cod. Günzb. 2 N. 134). 

38. b«W ^D^ Bnii bxn nriN "ihn Silluk Neujahr in Ab- 
satzen, die b^ endigen (cod. Günzb.). 

In 9 Stücken (N. 1, 5, 8, 17, 18, 19, 20, 21, 29) ist der 
Name des Grossvaters ^) angegeben; in N. 6 und 13 ro, in 
N. 8 auch DOn^) hinter dem Namen angebracht. N. 2 zeich- 
net y\t; n^il^n, N. lO, 32, 33, 36 n'»Jir, N. 22, 24 nur "TX^, 
N. 26, 37 haben >Tity pn^\ N. 30 HDlTi ^'^^^n pra\ N. 35 
v^iJl^n pnir ^^. Von seinen Compositionen ist nur N. 12 — 
abgekürzt — in das ältere Machsor der Deutschen überge- 
gangen. N. 80 hat auch der französische Ritus. 

Bechai. 

1. Bakascha rhlTi h "WH ^DH pT« in 30 Zeilen, akrost. 
3"« und pr\ >'»Pn. 

«) syn. Poesie 103. — •) DOniD^ ü^ ^Oit^ U'iW* '«'• W^ W *™ 

in der Uebersebrift in flT^JI VlDK^ •**• Lirorno bei N. 18 und 20. ~ ») xur 
Ge«chichte 333, 369. 

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— 476 — 

2. Bakascha ^DID'» te ^ib« -poriN. 

3. Tochacha b^ch JDp^ TV JOn N^pN ÜD^C^ DTO, dreizeilig. 

4. Techinna '»DlTi K'PDm ''DK' n«;n2 'H bei Regenmangel. 

5. Pisnion nppitt' "j^ ^DiD. 

6. (viell.) Mostedschab DD^i^DT ^ra N^T Hl« (Thema ^IGTO 
rai^n DVb •1''^') zeichnet >n2'»N. 

7. Reschut nnD IDIt 7i:ipD "l!a .*> Strofen, für Pesach. 

8. Barchu ^IDR Dn ^y nVTin^ pr^' D^^W, für Wochenfest. 
Eingang und 4 Strofen [3ab, 2 AB]. 

9. Elia- Lied iT2i3 blD DyiD rm. Refrän DD^ rbw "O^ 

Charisi. 

1. Ahaba für Thorafest: noh ^Dli rbn 

2. my niDi TiDH. 

3. '•nDp nb'»^ min. 

4. Mostedschab ^ilJTI ^nt^S r\Jvbo rOD ^mira nbKT« (Thema 

piß^fco '•JN niras 'n "TD« TO) endigt piT'nnn ohni. 

5. Selicha Dltn^D, wie es scheint für Passah -Abend am 
Ausgang des Sabbat: m^ TDin Dyb yim ^\tm mit TDK 
schliessenden Strofen versen. Refrän TIN IDIC'I TTW Tl. 
Ende: TIN iW)) Orbv l^D. 

6. Selicha ^mbn JÄI ^n^DD 7^«. 

7. Poetisches Tischgebet ibySD by bt6 nm endigt Kin 

Iran mt^. 

N. 1 ist in einem provenzal. Machsor ms., 2 und 3 verzeich- 
net Pinsker, N. 4 im Tripoli- Machsor 4. Ausg., 5 und 6 in 
cod. Bodl. 613, N. 7 im karäischcn Gebetbuch (Th. 4 N. 147) 
wo es R. Jehuda Charisi zugeschrieben wird, von dem wir 
aber schönere Verse gewohnt sind. 

Chi ja zeichnen folgende Selicha's*) spanischer und pro- 
venzalischer Riten: 

2. T^wnn np3 mit Strofen versen die Ti schliessen. Ende: 

n Dtßo iop^) riD by naiym i:j;n nnya üinn. 



1) Vou -pTan ]m^ pNH f?DD (oBomast. S. 64), einem Gebet für Neo- 
jahr, ist der Verfasser Dicht augegeben. 

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— 477 — 

3. -fVTl rnt< '»ntnpj Orn Pismon für den Vorabend des 
Sühnfestes, endigt "]Sn ^\fftO. 

4. myao ^hidk'm ^rmon endigend 'Ȁ hv rhtH). 

5. naa NIB^^D ''tcen endigt T2tO fc6l, hat zu Anfang An- 
klinge an N. 2. 

6. DiT^anb 13ßPnn3 Id'pDO Tnnn, Introduction (nOD) zn 

7. ^npi)flD Tino yil'^n'? '»nen endigend '•nöK':) '»nn, ein 
Reschut des Vorbeters. 

8. I^Ä b^S: 13^ endigend ninWI y^nXD, Refrän )Trht< 'rh 

9. Keduscha ü^ü^ ^nx endigt TIDD 'H^ Ol, wird in Ms. 
Fas dem Chija Daudi zugeschrieben. 

10. mp^ rrao p«0. 

Die Nummern 3, 8 und 9 zeichnen NTI, die übrigen K^n. 
Ibi. 1 und 4 sind in catalonischen oder provenzalischen , N. 2 
ist im Avignoner Ritus, N. 3 und 6 in cod. Bodl. 613, 
N. 5 im Machsor von Tripolis , N. 7 in dem von Oran , die 
JNfummern 8, 9 und 10 im altern sefardischen Machsor. 

Scheschet 

1. Klagelied 3>jr TO"««. 

2. (zweifelhaft') Nischmat für Wochenfost ipyttn "»MB^ 

3. ffir Hüttenfest: Geula hi^ nn« "nn h^hj ";>T wn, 

endigt bt<\tn StW bw yuV P«. In der Ueberschrift: 
niTK^ p (Mose b. Scheschet?). 

4. Meora ^TJD ^TT^ lf?fc<tS^ in sechssilbigen Halbzeilen, deren 
10 in jeder der 4 Strofen sind. Ende: m^h «nnn 

nD nwi \tnt; '•iin. 

Die Männer Namens Scheschet, die meist in Aragon und 
Oatalonien, auch Provence, zu Hause waren, s. in den Noten 
zu itiner. of Benj. de Tudela B. 2 S. 3flf: 

Abraham halevi b. Chisdai in Barzellona. 

Tlö "Wt^ bnn in 7 Zeilen gleichen Reimes (Prinz und 
Derwisch c. 29). 



i) Dukes in \)Xl S 61. — *) die Strofen geben akr. ^t<niWi ^^ tWW 
oder ^«rOB^? 



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— 478 — 

Mose b. Nachman Gerundi [|3^^], in Gerona geboren, 
ansässig in Barzellona, in Palästina gestorben, bekannt unter 
dem Namen Nachmanides, ist yielleicht der erste, der Aus- 
drücke kabbalistischer Metaphysik in den Piut einführte. 

1. Mostedschab ürhn}) ^DlpC tTNlD (Thema ^BT» ^:« "TZDK 
•J^ob) für Neujahrfest (Catai.). 

2. Ofan "piDD n^ "p^D in drei Strofen mit Mittelreimen, 
Strofenschluss 1123. Endigt 'rh i:n NniD^ n^lDl }tW 
-033. 

3. »131^0 m) "f?» npo. j jy 

4. '»N^i \tnpn n^y O'h^trrv in Prosa, j **®°' 

5. rvnrb iT33 13 yspin orh nn iW^n auf den Tod seines 
Vetters Jona b. Abraham, vielleich ist dort die von 
Jacob Gavison angeführte Stelle. 

6. Techinna nCD ^ nrott^ «DI 'H, für die drei Trauer- 
wochen vor dem 9. Ab. 

7. rr6^1 nnin 'T»j;n Seelengedächtniss für Abraham Chasan 
b. Isaac (cod. Rossi 1221). 

8. Rehuta, von Simeon Duran erwähnt. 

9. Mocharach, desgleichen'), und zwar daraus die Stelle: 

rop: Dic'3 mn "p 
n32nn d'^tu^ nipoD 

die keinesfalls von Maimonides herrührt. 
10. Gebet für Seefahrer, anfangend 113in blDH bxn KD« 
tn\yx\ *). Eine Stelle aus einem Piut von Nachma- 
nides führt Schemtob Gaon an •). — Zu den ihm 
untergeschobenen Prosa-Gebeten *) gehört: Reisegebet 

nbnni mbyn rhy «3« (Siddur ital. ms.) 

Jehuda ha c oben b. Mose, deutscher Rabbiner um 
1240 und fF., wie aus den Rechtsgutachten jener Zeit hervor- 
geht*), hat KJagelieder geschrieben; die Autorschaft beruht 
auf Ueberschriften in den Mss. 



1) p^2« pO ®^*- ~ ') ^^^^ *" fe"T3n Jahrg. 2 S. 93 für anbekaont 

gehalten. — »; traKi ni«D 46b: rh moT n'»D''D'^ nb33 inoD C3TD prwQ 

J5BT3 ÜTO Tdt^ ^Cm «inV — ^ onomast. S. 237. ~ *) Meir Rothenburg 
112c. Cbnjim ^H N. 103, 221. 

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— 479 — 

1. nnD pipM pi«n«1 über die Ermordungen in Frankfiirt 
vom Jabre 1241 (cod. Rossi 585 Vol. 2). 

2. rann uh^tm^ "vv roit^'» tq hd'»« | 

3. mn-) nntoj; nbs: n^Di nach pnic^n j .(^^^- ^^^^- ***)• 

Kresbia Nakdan, wahrscheinlich b. Isaac ') der im 
Jahre 1242 lebte, verfa«ste Asharot nach der Ordnung der 
Gebote bei Maimonides, denen ein kurzes Gebet vorangeht: 
"htoy] ^Dbü 'n -|DCinN, 6 Strofen mit 'H D^^S^< anheben- 
den Strofenversen, akrost pri ppT\ "^CZ* t<^22np ^:t< 
(Vgl. Dukes in Ozar nechmad Th. 2 S. 102, piT» 
4. Jahrg. S. 18). 
Mose de Coucy b. Jacob, der Verfasser des „Semag", 
hat eine Bakascha für Büssende und Reuige verfasst, die schon 
zu seiner Zeit verbreitet war*) und die er auf den Knieen zu 
beten empfahl. Sie findet sich Opp. 6540. 
Kalonymos Nasi. 

Asharot für den grossen Sabbat die Observanzen fur's 
Pesach-Fest beschreibend, anfangend ^b IpDlIJ' D'»i3; 
die 2. Strofe 'H '»"TjriD n« eröffnet das Alfabet und das 
Thema; in Allem 39 Strofen die auf Bibel verse aus- 
gehen und mit dem Pismon nnb:i ht< ■]rD'» schliessen, 
dessen 7 Strofen HPIDB^ endigen; das Ganze scbliesst 
moiÄ^ 2py"h )Ti. Der Name ist zweimal gezeichnet; 
^Nasi** erscheint in der Ueberschrift des Siddur Car- 
pentras. Bedarschi betrauert den Tod des Don Ka- 
lonymos. In Charisi^s Zeit lebte Kalonymos Nasi in 
Beaucaire. 
Jehuda b. Schneor, auch genannt Jehuda pP'), ein 
Zeitgenosse von Jacob b. Salomo aus jttnip*), der um 1260 
lebte *) , ist Verfasser der Zionide ^nn*» üh^th nmn ^bn jl^, 
welche die grausamen Martern schildert, denen die Juden 
unterworfen wurden. Der Name ist nach Beendigung des 
Alfabets vollständig gezeichnet. Enthält 45 Strofen. Er wird 



«) zur Geschichte S. 82, 114. — «) Setnag Gebot 16, anch angeführt von 
Abraham b. Ephraim in dem Aussage (a")00 ^JO^D ™*-)« — *) ^^' ^•*' ^^^* 
— *) zur Gesch. S. 42. Meir Rothenb. Rga. ed. Cremoua N. 79. — ») dat. 
N. 144, J46, ed. Lemb. N. 450. Ein jüngerer in Ascher Rga. 4, 10. 



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— 480 — 

Semak 153 und bei Aaron hacohen (T\2W § 324) angeführt. 

Ein älterer dieses Namens fiel 1096 in Worms. 
Joseph b. Ascher. 

Ahaba ontt^: '•SJDD HNIB^: ror in 8 Strofen, von denen 
die erste, dritte und fünfte Israel, die übrigen Gott 
spricht. Der Strofenbau ist 3 ab, cccA. Strofe 7 lautet: 
\tmi< V2p TO) ÜDÜ\£^ IDIP 'ül{^ ^"O DDD«1 DHN 'ÜTI'» TJÄD^ff 

ny\t^i< i6 ap'n ^yn) ap^n Sx ni6 np: d'^hj^n üddi. Ende: 
ry:in^ "hnra row2 "nyi rom ^nt^^ (Vitry § 299). 

Joseph b. Jehuda, von Bedarschi als Dichter genannt, 
verfasste: 

1. Neujahr-Keroba. 

a) ibniD Tj;n Vn "IIX nebst Kerudsch Dn&'^l jTOn\ 

b) nwn rm dSx nv nebst Kerudsch Dl^pl^ HtO^. 

c) P]!iD2ifc< pn:: riD^i ; die Strofenverse endigen in a Abra- 
ham, in b Isaac, in c Jacob*). 

2. Mostedsch. 'n b^ btntn ^PH'^ (Thema M ^ny ymtrh) 

zeichnet auch noch ^Tlp. 

3. D'^iB^D Kin'» inN3 Trr» Barchu mit Refrän, in räthsel- 
hafter Sprache, daher in der Handschrift mit einem 
Commentar. 

N. 1 ist im catalonischen Machsor, N. 3 In cod. Roasi 
166, der nach Monpellier hingehört; N. 2 enthält Bodl. 613 
N. 66ß. 

Joseph [Jehoseph] Ezovi b. Chanan b. Natan in 
Perpignan, um 1270'). 

1. Sulat Wochenfest b^n nOH T:N mit vollständiger 
Namenzeichnung. 

2. ülpü D^^ "IIDW, Rehuta den zehn Märtyrern ge- 
widmet, zeichnet "»DIINH ^ü)tV '•3N, enthält 28, im ge- 
druckten Text 27 Strofen»). 



) Byn Poesie S. 82 Anm. e. — •) znr Gesch. S. 465. oben S. 351. 



<) cod. Michael 443 



nnuDtyx Avigo. f. 48». 



Str. 24. 

— 25. 

— 28. 



niy^N n ü\üb* Elasar b. Dama 
DI IBB'D ^D 'nfc< Jehnda hanachtom 



^rO *1W» J«**"<J* *»• D*nia- 
(fehlt). 

Str. 27 i^yi jon 'n- 

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— 481 — 

Abraham b. Chajim, dessen Sohn Levi das p mb 
geschrieben, ist Verfasser der in Avignon und Carpentras 
üblichen Keroba zum Sabbat Para: 

a) Magen pn bi< mDDN, 'N bis 'H, endigt n^inn npn HW, 

nebst Kerudsch ht< JTKO'» ^^nll5'^ 

b) Mechaje DW niHü, 'ü bis 'y, endigt niJ^N^ nnw Dnra, 
nebst Kerudsch bn ^^ Tiy HIDn. 

c) Meschalesch n^t^ nns, 'D bis 'H und noch eine Schluss- 
strofe 21})Db 10)y die IJDJiND HDID endigt; akrost 

d) Silluk nntDnb liDD^N zweizeilig, mit vollständiger 
Nanienzeichnung, die 5 letzten Strofen haben Ring- 
worte, endigt )T1iP biTW^ ^I^N nw. 

Schemtob Palquora b. Joseph, der ethische und 
philosophische Schriften geschrieben und 1290 noch am Leben 
war, verfasste im J. 1264 u. ff.: 

1. Bakascha HNDli "»K^D: -f) 1^^ ^b, Klagen über Gewalt 
und Sittenlosigkeit. 

2. Gebet m«nD tr)2 IK'i^ in 10 Dn reimenden Strofen. 

3. Betrachtung NnDK' nb'hy «nu b&< ÜDDH in 52 HD 
reimenden Strofen, nach dem Versmasse der Gabirol- 
schen Asharot, schildert die Menschen nach der Stufen- 
folge ihrer sittlichen und geistigen Starke. Endigt: 

HDD wnn D^b rh yvi^nb '^wh. 

Todros halevi [b. Joseph]*), gestorben zu Sevilla im 
Jahre 1283, wohl derselbe den Joseph Naamias einige Male 
in seinem Commentar zu den Sprüchen anführt. 

Vidui DD^ DOn "»Dn^ HipD^ t<b üb)y bw i:nn, in welcher 
nach der Variation des '»nDK'^< der Schlusstheil anfan- 
gend r\yr) d^ "»iD TiNtcn ^o ^nyv 'n nnjn und endigend 

n3'»ra ny*r\ mta hin eineriei Reim hat Das Ganze 

in dem damals üblichen freien sogenannten Meliza- 

Stil, 

Isaac b. Jehuda Gerundi auch genannt TKB'D ']; der 

Titel yn^il scheint dem Vater zuzugehören. Möglich dass er 

selbst der Isaac Nasi in Barzellona ist, dessen Charisi er- 



1) zur Geschichte S. 432. 

31 

Zunx Literatargesch. der syo. Poesie. 

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— 48« - 

wähnt. 17 Nummern «einer Composition für das Neujahr- 
fest *) sind im onomasticon (S. 120 u. f.) verzeichnet, woau 
noch gehören: 

18. Pismon injntT» '^yn rbTy gleich den Nummern 8, 16, 17 

nur pn^T gezeichnet. 
19- Hymnus p\tn nn« *) mit Refrän •fpD 'H u. s. w. 
Isaac b. Samuel hat gleich dem nächstfolgenden für 
catalonische oder provenzalische Gemeinden gedichtet. 

1. Pismon tTWTi 1^n^ m)no n^^ mit stetigem Reim, en- 
digt rr\)\ton tr»N »t»^« n'»3: ts. 

2. Mikamocha für Wochenfest D%1)a: ^D bv rbv^ ÜTp '•n^, 
der strofische Vers schliesst n*lin, endigt TWD 3irO^ 

rmnn n« (cod. Günzb.). 

Isaac b. Samuel halevi, wohl der in niOIpO HlDtr 
Ketubot 29 a genannte, wo er hvon DDHn heisst. 

1. Asharot für den Sabbat vor dem Sühnfeste rnDTK 
^:'»2D p'»B^na, dreifach a"K. 

2. Pismon ^Illin niiV "in^li:! an^ (cod. Paris suppl. 13). 
* Mose de Scola Gerundi b. Salomo, der Neffe von 

der Frau des Nachmanides, der seiner Gedichte gedenkt. 

1. Kaddisch für Sabbat Sachor n'»lß' lim DJD "in^ nniTD 

tnn, endigt tnpn '»tki. 

Pismon für Purim: 

2. ht6 n^B' wyi ny^H i^ts'. 

3. (vielL) yw): '•DT1D1 yrh: pn. 

N. 1 zeichnet nobl^ 1D Htt^D und hat im Ms. die üeber- 
schrift bn rh)p\if*V/ ni^D "V?; N. 2, in cod. München 407 nb 
nilT^a nbipi^D HK^D überschrieben, niC'D; N. 3 pTi rn^D. Ich 
lese überall rhip^iO oder K^^lpKm, wie dieser Name in cod. 
Kenn. 425, cod. Wien N. 117, cod. Turin 145, cod. München 
343 lautet. Vgl. deutsch-morgenl. Zeitschrift B. 18 S. 175. 

Salomo b. Isaac Gerundi, ein Zuhörer von Nach- 
manides '), um das J. 1250—1270. 

1. Sulat D^TODH |D 31^, das Leben Abrahams verherr- 
lichend, der strofische Vers schliesst D%lbN, Der voll- 



1) vgl. syn. Poesie S. 82 Anm. d. — <) Hitu« S. 43. — ^) Sslomo Dvran 
Rga. 456. 



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— 483 — 

ständige Name im sechsfachen Akrostichon. Ist in 
cod. Rossi 860 irrthümlich Jozer überschrieben. 

2. nriDa nbu ^N varürt die 13 Middot 

3. ru\t^ Hb n22)W Klage für den Sabbat vor dem 17. 
Tammus, die auch die zehn Märtyrer aufzählt, in 7 

, Strofen, endigt ^)iy ^vh^h BTT HTlD njnir»3) (Ms. 
Baer). 

4. pD tö) mi^B', Klage für den 9. Ab, zeichnet zu 
Anfang HD^K'. 

5. Tocbacba IXiV^ ^"^^N «ifc< [aaa] endigend noiD 

Der Salomo b. Isaac, welcher ein Gebet für Abr. Abu- 
lafia verfasste«), zeichnet ^313 (nicht p) und macht andere 
Verse als der unserige. 

David b. Alexander. 

Klage ^m^^Ii nrciH mit abwechselnden Ausgängen. 

David hacohen. Von den folgenden Stücken sind N. 1 
und 2 im Algierischen, N. 3 ist im französischen, N. 4 im 
Avignoner Machsor. 

1. Kaddisch ):r\ ])^by '»:D ^^^ endigend Sli'^ Ton noK'n 
ü^rht<, der strofißche Vers schliesst D^■^b^<. 

2. Barchu ''iiyoil^i ^:zb ^y^) ^nrwn, endigend '»Ifi^Di '»D'm 
'n ^^<, der strofische Vers schliesst Tl. Die letzte Strofe 
ist im Algier - Machsor einem fremden Barchu des 
Sabbat Sachor angefügt. 

3. Ofan b«b "ins^ Um^ nr»ni D^^DIX, endigend ^b D^D 

wb\tn nitnp. 

4. Selicha rm) IDH D^T, endigt D'^tt^^rT-nN «3n, die 
Strofen verse endigen D^B^^. 

Sämmtliche Stücke haben je 5 Strofen und sind auf gleiche 
Art gebauet, nur fehlt der Selicha die Introduction. Der 
Dichter schildert mit besonderer Liebe die Grösse und Un- 
ergründlichkeit Gottes, dessen Lichtglanz den Forscher blende 

•»3TD iTTiDD rn^pifr' ^ünbD (2), itrirr omys y^r an nw (3), j\Lnv 

mna ü^ano iS"T2 (2); man kenne die eigene Seele nicht und 
wolle Gott ergründen, u. s. w. 



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— 484 — 

Daniel [oder Durbel?] b. Jacob, vermuthlich unfern 
den Jahren 1200—1240. 

Maarib 8. Azeret b^m m^^T) ']b T^VN. 
Rüben Liebkind. 

Ababa H^ra "[nilDN für den Hochzeit-Sabbat. 
Dunasch. 

1. Barchu Itfc'Db Hin HN ryvrv '»DID (ed. 1545). 

2. Sabbatlied «np'^ im, im Vitry-Machsor. 
zur Hochzeitafeier: 

3. -piD |nn p13n endigt ^riXl^a IIID D:1. Wurde beim 
Aufrufen gesungen. 

4. IDT} T\, vor dem Tischgebet. Die drei letztgenannten 
haben gleiches Metrum und sind älter als 600 Jahre. 

Dunasch b. Jesaia hat das Machsor von Oran 

Mose b. David halevi. 

Das antichristliche Gebet HtTS'' b^T '»^'^ITH DVD, iui 
Uffenbachschen Katalog p. 300 u. f., scheint dem 13. 
oder dem Anfange des 14. Jahrhunderts zuzugehören. 
Männer des Namens Mose halevi s. zur Geschichte 
S. 101. 439, Ritus S. 195, Luzzatto in Ozar nechmad 
Th. 2. S. 12. Ein Abschreiber lebte A. 1467 (cod. 
Rossi 102). 

Abraham b. Samuel; einen Commentator dieses Namens 
nennt zur Geschichte S. 79. 

Dl ^bW3D ^D bt< hat weder Reim noch alfabetarische 
Ordnung, ein Bussgedicht, welches die menschlichen 
Glieder und Neigungen als die Feinde und Verfuhrer 
darstellt. Ist aus dem spanischen in die Ritus von 
Avignon und den byzantinischen Gemeinden überge- 
gangen. Wird in Harl. 5583 irrig Abenesra zuge- 
schrieben. 

Elia b. Zadok. 

Maarib Hüttenfest, a) rmiD ^HCV« bis n]^"»ba']n:iDW, 
b) TOD ^DP P]5n3 bis n^n^n PN, c) rmüT) pN, 'X bis T 
jeder Buchstabe zwiefach, Refrän mron TD, anknü- 
pfend an die vierzeilige Strofe niDDD nbün bis I^D'TD'n. 

d) pNH 2np2 nai2 bis )2oy rwv, e) D^2 y)n bis wnpD, 

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— 485 — 

f) ryarh Jim bis yyh^ roo. Akrost. in a und b und 
ebenso in den letzten 4 Strofen: pm p1"K ID liT^K. 
Irrthümlich hatte Heidenheiin den Vater pnT, Almanzi den 
Sohn omsx genannt, Landshuth (ononi. S. 13) den richtigen 
Vaternamen übersehen. Die in einigen Mss. vorkommenden 
3 Schlussstrofen jmTND NJN u. s. w. gehören einem andern Ver- 
fasser (Isaac) an. 

Menachem b. Aaron. 

Maarib für Purim rh'hn H] NIH oniDlIJ' b'h. In dem 
mittleren Theile vor rh'^S^ hebt jede Zeile oniD an 
und endigt oms T\ Wd. Dahinter lautet der Schluss 
wie folgt: I^Dn '•DD ,D'»KnnD f»^ ^DIN niß'N JtnHH iriN 

D^icnp bnp Tino. OflTenbar war diese Parodie der 
Festmahls-Freude, nicht dem öffentlichen Gottesdienste, 
gewidmet. 

Jechiel b. Isaac, genannt Michelmann aus Zülpich, 
vermuthlich im 13. Jahrhundert, und nicht zu verwechseln 
mit dem gleichnamigen des Jahres 1381 (onomast. S. 101) der 
|ron zeichnet. 

Maarib Hüttenfest: 

1. iriDt^ im gedruckten polnischen Machsor. 

2. a) ^ht< nm, b) nDDID b)Ti, c) p-^am 2^:2 njn^N zwiefach 
alfabetisch mit Refrän T\2 D'^Ti^t<n n'T'D, d) TOP} \rö) 
dSk', e) n^^Diyn DW, f) non« mii. Das sechszeilige 
Schlussstück beginnt ^DHOW C^NI bv l^W, endigt 
■^SlN D'bjl^ ^D Djn^l und zeichnet nach Beendigung des 

15^-2 H"«: pn pra*» ns bN'»n^ ^'»yijn (Mich. 542 = 
Bodl. 73). 

Jacob Menü (^UD), auch genannt Jacob Chasan (cod. 
Rossi 1326), ist Verfasser der Habdala mi^ DT» '»«^03 in 
12 Strofen, die Zeile zu 6 Silben. Die römische Rezension 
hat 2 Strofen mehr ('«'»ij; nxn und ^^N n\), dagegen fehlt ihr 
die Strofe 11 rh^^ DV "»NSilDD, die vermuthlich, wenn Sabbat 
zugleich Festtag war, statt der ersten gesungen wurde. 

Jerachmiel b. Salomo hat Keduscha's verfasst für 
Orte, wo der Gottesdienst nicht mit der erforderlichen Zahl 
von 10 Grossjährigen abgehalten werden kann, 

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— 486 — 

1. Ijlt^trh "l^rci tV in zweizeiligen Strafen mit Schluss- 
sätzen aus Keduscha "j^inj;:. Ende: piri D'»2n Wl'^* 

rr» lS TID nC'N DIN iniD^D nebst 71^0'« bis rrnt^H. 

2. IK^ID'^ir bDD T»n\ endigend JTOK^ l^'^'l M'^Sj "pSo'» n3*? 
DD\n^N 'n ^iN DDmS3. Für Festtage noch ein Ab- 
satz )y^rh^b ntrv2 my 'n, schliessend jon on b^T 
n>^2) nnra u^rh^ niD^D (a. F. 174 f. 238). 

Jischai b. Mordechai. 

Sein Gesang r^n TOn K^N findet sich in den jüngeren 
Rezensionen des Machsor-Vitry. Man begegnet diesem 
Namen unter den Vorfahren des Dichters Isaac b. 
Isaac, s. oben S. 332. 

Jehonatan. 

Sabbatlied Nin inp Pü^ D1^ in 9 Strofen, jede sieben- 
zeilig, die sechste Zeile mit Mittelreim, nach der Form 
aaab, bccb; nur in der achten Strofe (HWn m) hat die 
Schlusszeile den Reim a. 

Mordechai b. Isaac, vielleicht noch Levi. 

Sabbatlied H^D"» HD in 8 Absätzen, jeder von 3 Strofen, 
von welchen die ersten zwei Strofenreim haben, die 
dritte, zuweilen mit Mittelreim, hat die Form abba, 
nur einmal gleichen Reim [aaaa]. Einen Rabbi dieses 
Namens nennen die Tosafot Nidda 36 a (zur Ge- 
schichte S. 34). 

Mordechai b. Joseph, entweder der ältere, ein College 
R. Elasar's in Worms'), oder der jüngere A. 1294 in Worms 
gestorbene *). 

'•nom: "»D pK^Nin '»ir»« bn nDWt< nD^t< Klage wegen 
Mainz, wo die Juden aus den Wohnungen gestossen, 
ihre Habe geplündert und mehrere erschlagen wurden ; 
wie es scheint ist von einem Märtyrer Ephraim, auch 
von einer Frau die Rede, die sammt ihren Kindern 
und ihrer Schwester umgekommen. Vgl. synag. Poesie 



1) Rga. Chajixn f^ N. 222. — >) Kga. Meir Rothenb. K. 11. Rga. Ascher 
42. Vgl. nrun ^u rairo § ^IS, 846, n^^y^n ^^^^S- ^ S. 142, Rg». Sal. 
Aderet Th. 4 N. 152 (wo b. Joseph halevi). 



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— 487 — 

S 32. Die StrofenanfSnge sind die ersten Worte 
der Verse von Klagel. c. 1. Endigt 2inDD U^T) ü^om 
IDI (Vat 312. Midi. 444). 
Joseph b. Meir, vielleicht der Oheim Meir's von 
Rothenburg. 

Klage Diu DXW tt^Di: pD^K soll bei Gelegenheit der in 
Paris verbrannten Gesetzrollen verfasst sein, 32 drei- 
zeilige Strofen ; endigt n*lDT b)p) rmn . 
Joez b. Malkiel hat 3 Klagegesänge verfasst: 
• 1, Dn»DD '»PKSD VüWh '»tO ^D^WI jnc^VI ^NIK^ n« nach dem 
Muster von npin tt^«, endigt ^DltTD pDH ytnp HUI 

2. Tiy ra iDB^ by nbb^2i vcrr^ rh'h^H) tos«, Reim ^p. 

endigt mit ^üy HD IDIIJ' hv. 

3. DDDÖ nonn n« Ü^V:^:) ^^, dreizeilig, endigt DDDH mno 
rnoy) DnOD, betrifft die Ermordung von sieben Un- 
schuldigen in Weissenburg im Jahre 1270. Die Num- 
mern 1 und 2 haben den vollständigen Namen, N. 3 
folgt dicht hinter jenen und ist zwei alten Hand- 
schriften zufolge desselben Verfassers. 

Nehemia b. Aaron *iann [im Akrostichon noch: pFI 

rrrro ycio]. 

Maarib-Zuthat für den 8. Tag Pesach, die das Mose- 
Lied in sechszeiligen Strofen variirt: D^NIB^i 'H y\tn^) 

nnxh D"»ninD: td, endigt i^'^D yin d'^did jDjn:^ ttin 
•pi*?c' TOD )yhy onsn pp^si (Opp. 1568 Q.A). 

Binjamin Sofer um 1277. 

in^C' mjnrn r\)^ Trauergesang in 5 Strofen auf den 
zum Feuertode veturtheilten Simsou, endigt n^a3 

Jakar halevi b. Samuel, der Zeitgenosse Meir Rothen- 
hurg's, in Köln und Mainz ansässig, dessen Randglossen zum 
Abot-Commentar noch in Mss. vorhanden sind und der von 
einem älteren gleichnamigen zu unterscheiden ist*)? verfasste: 

1. Jozer für den Hochzeit-Sabbat ro^ nrVW2 ^^) DipK, 
endigt 'H impi ^SJ HDl^. 



*) Tgl. Mordechat M«zi» e. 9. 

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— 488 — 

2. Ofan ahui ^IIDD pW ^« n^it durchgehendem Reim, 
endigt uh^b^i "»iDW. 

3. Sulat onon roiira nbte nairw, endigt mw '^o''^- 

4. Keduscha D^W ^DD) t<l^31 TH'» DD%n^«. 

5. Sulat '•n:''3J D^nb« niDW den Märtyrern von Pforzheim 
gewidmet 

6. Keduscha in« "»nns nvnb fiODD nii'» DD^I^N in 11 gleich 
reimenden Zeilen, endigt IHD^D Nirm ^Tl"^ rx^ü fIDp. 

7. Geula no^bj HIDD mTD n^DH HDon 'hi<\y 'h^ ']:x>\ in 
drei Strofen, jede zu 5 und 5 Zeilen. Endigt ^"nil 'H 

8. Zionide -p^iyD IHD DD^ 'H JVIJ, der Name ist in zwei 
Strofen angedeutet *); cod. Mich. 542 nennt den Ver- 
fasser ^i^n y* ii'»2n 2nn. Akrost. noch: ]V2i DTU .aSyn 
nbo pn )DN. 

In Pforzheim wurden, vermuthlich 1271, R. Samuel ha- 
levi und dessen Sohn Jakar erschlagen, wie die Klage pyTK 
beweist, und in cod. Michael 534 wird bei Nennung des Ver- 
fassers vom Jozer N. 1 bp*^) hinzugefügt. 

Natan. 

ffhy '^bv l^^t< Schlussgesang am Hoschana - Tage, zwei- 
zeilig, endigt ttnpon n^D pDD. Den Namen geben die 

Worte nach dem P: ITip yi]—)^^: pri — frij HTjntt'n 
(Ms. A. 1290). 
Meir b. Jechiel aus ^^ID, dessen Stücke nur im mitt- 
leren Deutschland üblich waren. 

1. Ahaba für den Sabbat des Mose -Liedes {ny^* T^*) in 
11 Strofen, deren Refrän HN:! H«: ^D 'nb ni^H (Exod. 
15. 1). 

Die erste Strofe: D^T) D^Ü2 Vp2 D\n D^W TTIJ» 

Die letzte: D^m ^tntV tV'yp Vm "V^^) inp^ p^i6 

rrwH nN:a m:D ttnpün. 

2. Geula für den Sabbat des Dekalogs in 12 Strofen, 
jede Dnmn mtt'y schliessend. 



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— 489 — 
Die erste Strofe: D'^D^DD nniH nb:ü )pD D"'Dm t6ü 

DnDTi niirj? oniDN nntc n^oa nmn. 

Die letzte: yo^jh nnoi niD2fj6 "»ipiri "jn^riND mion 
n"y onn^ G^n'^sn nionpD nonp. 

3. Klage iu 10 Strofen. 

Erste Strofe: t6) m ^onno Dnm G%n'?N "pmiDic^ 
Letzte Strofe: nnoi ^:v 'y)2^ yyn nnno pm dd^d^ 

In cod. München 17 hat das bekannte pJD^ ^nx dieselbe 
üeberschrift wie N, 1: "T^NO 1"m, ist daher vielleicht in eini- 
gen Ausgaben des Machsor unserm Verfasser zuertheilt. 

Jacob b. Isaac. 

Geula yr\t< bibp n:v ns^ mit stetigem Reim, endigt 

jrm) -p^ycc jr\: pp« pp (ms.). 

R. Isaac aus Wien *) erliess ein ausfuhrliches Schreiben 
an R. Jacob b. Isaac, der bei ihm angefragt hatte, ob man 
einen Mann, der unvorsätzlich einen Menschen getödtet, als 
Vorbeter anstellen dürfe. In einem Commentar zu Ti "IHN 
DTIFID (Rossi 655) wird R. Jacob b. Isaac der erschlagen 
worden angeführt. 

Salorao Nasi b. Isaac Nasi Cail {b^^Hp), A. 1285 in 
Marseille *). 

Gebet D^n ']bo "|«n^ N^ ^D in gereimter Prosa, mit 

12 t<JX anhebenden Sätzen und einem Sündenbekennt- 
nisse, endigt ])}rb v!v "hin nbjn noir ^boj; boc ^pbn nn 

1D1 ^DX (Machsor Avign. ms.). 
Jacob b. Jehuda Volateranus ®). 

Klage über die im Jahre 1288 in Troyes verbrannten 

13 Märtyrer*), anfangend te nsw pK' nK^3 by J«!'» 

mpn nwD ^DD nobo ]\in^2. 

Jacob b. Natan. 

Hochzeitsgesang non rOV TIT b)p in 9 zweizeiligen 
Strofen (Anf. rm\tV njD PDIT^); die je zweite Zeile ist 
ein b)p anhebender Vers, die ersten Zeilen geben akrost. 

1) 7"^ § 112. — <) Isaac de Latas Rga. S.9S, wo jedoch „Nasi" nicht vorkommt. 
— 3) Catal. Assemani zu cod. Vat. 322. — *) syn. Poesie S. 33, oben S, 362. 

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_ 490 — 

|n: ^3 2pjn, Ende: ITTD 'H hip HST!' TirO KIU (Vitry, 
cod. Lips. 25 N. 9). 
Ein Rabbi dieses Namens lebte gleichzeitig mit R. Isaac 
aus Wien ^), wie es scheint in Oestreich und ist wohl der- 
selbe, der in den alten Tosafot') und am Rande eines Semag 
ms. mit R. Salomo correspondirend vorkommt 
Hassan. 

.^3^iD hhrh "*Ji2h pltn j beide für Pesach in einem ca- 

nißb^ IT» pn n^r\ \ talonischen Ms. des 13. Jahrh. 

(viell.) W bn ^:iB^* ttnn, bereits im Vitry - Machsor 

See. 13., eine H^ibdala. 

Ein Peitan Salomo ibn Hassan wird in jew. chron. 1847 

N. 88 aufgeführt. 

Melgueiri, von Abr. Bedarschi genannt'). 

Mocharach zum Thorafest j:^h D^p« nmntO HTÜD, 
ein Mowaschech das die Hoheit der menschlichen 
Seele schildert, schliesst ip'»n UC'Bi TJQ p^ D^ID» pip 
•pi^jD '•I&'d: mon (Algier). 
Joab b. Binjamin in Rom, 1280 u. AT.*). 

Kaddisch 02ID njTJO ^D^D n^ in 8 Strofen, endigt IDKn 
nyn) "h 2:1102^, wird in den Handschriften dem E£ab- 
binen (DVl) J. b. Binjamin zuertheilt. 
Abraham Abulafia b. Samuel aus Tudela, als my- 
stischer Schriftsteller und Prophet bekannt. 

1. Bakascha "»nnh IfT \nn. 

2. bm22 yttn^rWH (Harl. 5583. ed. 1545), wie Benjacob 
in einer Note ms. glaubt. 

Abraham halevi, so hiess ein Zeitgenosse des Elieser 
b. Natan *) , ferner einer des R. Ascher •) und der Vater 
R. Samuel's halevL Drei andere gibt zur Gesch. S. 60, 93, 
114 an. Dem Assemanischen Kataloge zufolge ist eine Zio- 
nide DVD "jratT jIDD JT^a von R. Abraham halevi. 

Abraham der Astronom (HTin), ihm wird die Zionide 
ish^ ^*^2i hD Tip ])^ zuertheilt, die eine Bekanntschaft 
mit Mondlauf und Kalendersätzen zeigt 



1) ]''^, ü«> § 329. — «) zu Sabb. 21 a. — «) wir Geschichte 463, 472, 
4SI, Tgh 557. — *) meine Analekten, Joab S. 46 C — ») -^^n pA '^ ^' 
^ •) Kga. 99. 

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— 491 — 

Das Bu«k maon 'D (cod. Mich.) oder rmiDH npiß' 
(cod. Liizz.) von R. Abraham rnim, aus welchem 
£lasar's t&^JTI 'D grosse Stellen anführt, ist Abenesra's 

H^D -no^»). 

Abraham b. Baruch, der Bruder R. Meir's aus Rothen- 
burg. 

2*? 102 pJHN Klage über die Märtyrer von Pforzheim 
(1262 und 1271) in metrischen Zeilen mit Strofenreim; 
besonders hervorgehoben ist das Andenken an R. Sa- 
muel und dessen Sohn Jakar, die erschlagen wurden. 

Endigt nn '•by dpö: n. 

Abraham Bedarschi b. Isaac*), des Todros halevi 
Zeitgenosse, Dichter und Lehrdichter, besang seines Sohnes 
Jed^ya Mem-Gebet in folgendem Distichon: 

DiDD ysoro 2nrr\ osny n^n srn '»d niüD jrh j^m ^:d 
DiDD "»nn:! y^v nD«^n "pn n2 "»w t^d'^d ön tun 

Er selber verfasste: 

1. eine Bakascha für Sühnfest, die er B^SDin ^HD auch 
^N D^D nannte, weil sie aus 412 (n'*3) Worten besteht, 
in denen nur die Buchstaben Alef bis Lamed {ht<) 
vorkommen, daher sie unter dem Namen Lamed- Ge- 
bet bekannt ist. Anfang: ^bui ^b:hy2 "hi^ "]b, hat Me- 
trum und durchgehenden Reim. Der Autor widmete 
seiner Arbeit folgende Verse: 

2. ein Gebet genannt ps^N ^i^^<, anspielend auf Daniel 
7, 10 weil es aus tausend mit Alef anhebenden Worten 
besteht, es beginnt r\y\üH b« "^nni^N nnN ^bx D\lbN 
'':n« D^lbt< ^N Ü'»DX ■[•)«, endigt %n^N 2jhX IN yniß'N 
nOtS^N 1« 3NDN ^nON b^ nül&'N iTH« 1« DlDfi* bn^H J^N 
niJiX "»^ "p*?X. Auch diesem Gebete gehen zwei Zeilen 
^n^Sn pn •) voran. 

Joseph b. Abraham. 

Klage für den 9. Ab: nDTINn D^^ttn\ mit Refrän 



1) Mittheilung Liizzattö's, U. Oct 64. ~ *) zur Geschichte S, 463. 
3) n^D 4, 67. 



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— 492 — 

row Tj; nm ro^N, endigend ^2 ^"1 ^D, mit kabba- 
listischen Vorstellungen durchwebt*), so dass der Ver- 
fasser wahrscheinlich Joseph Gecatilia ist'), dem 
in cod. H. h. 210 die Ermahnung "pTO Wlil Wpn D^^Xr 
zugeschrieben ist; diese enthält 10 Strofen mit Strofen- 
sohluss -|-n und endigt 1112 U^Jtn DTiMO "»^K^OI. 
Pinchas halevi b. Joseph*). 

1. Asharot zum Sabbat vor dem Neujahrfeste 2SD D%"lbK 
"IDj; bv l^t^l ÜM^N bD bv KIU b^ mys, dreifach D-«, 
die Sätze schliessen mit Bibelstellen, endigt ns!0\t^ 
nsil^ b)p. Vidal de Tolosa fuhrt diese Asharot an*). 

2. Hymnus IDD^ "»D |'»D^'» nS ]''D'» ypb nipn l'^Di^ in 7 sieben- 
zeiligen Strofen, deren Schlüsse IDIlfi'. Refrän Jes. 18, 3 
Ntt^r bis 1S115'. Ende: D'»NmD31 D^HDIDS DHoS D'»bDir DWb 

iBitr b^p) nninina D'»}mD3i o^nsiDD (Catal.). 

Rechabja. 

Barchu VüTi b« IDDII in 12 Strofen mit peitanischer 

Ausdrucksweise, die ersten 8 Strofen geben akrost. 

pn rV2m, endigt D12 DpD D^DHino. Vgl. zur Gesch. 

S. 55 und 93. (Opp. 1570 Q. A. Rossi 1033 im Register 

N. 104.) In cod. Foa 1 wird zu Tekiata inDN R. Rechabja 

angeführt mit einem Ausspruch Namens R. Schemarja. 

Nachum spätestens um das Jahr 1300, vermuthlich im 

südlichen Spanien oder in Fas, ein Dichter nicht gewohnlichen 

Talents. Die drei ersten Nummern sind Mowaschech. 

Meora 1. nwnn lyD mw [N. i] 

2. ^j)^ nn« m« rnon [N. 2]') 

Geula 1. "»3» y^ DDIDI T)3 [N. 3] 

2. ^non '«N1 "»N "|TV pD^ [N. 4] 
Techinna 5. HDin Vß ^TQ HDIT^ l^npü 'H, der strofische 
Vers endigt TH. Ende: 111 nOH 
6. ^3D iböJI ^:^J? I^U 'H endigt -]n^trD ^:d fiDDHI 
(ms. Kopenh. und cod. Leyd. 94). 



ü^72V rnb' — *) ^«kes rel. Poesie S. 148. — ») zur Gesch. S. 474. — 
«) onomast. S 307. ~ i^) N. 2 und 3 übersetzt in Sachs relig. Poesie S. 131 
bis 134. 



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~ 493 — 

Matatia. 

Sulat für den 3. Sabbat nach dem Passahfeste D\iSn 
ipV^ PN ymh yb)} D^m« neb Ipb^ pN in 24 drei- 
zeiligen Strofen mit Klagen über die Zumuthungen 
zur Taufe. Ende: mobv TIHD IDDITO niDDH y2Wh \tm 
niDnj6 ü^ inra (Machsor Nürnberg). 

Chajim b. Jakar. 

Meora für den Hochzeit-Sabbat ]vby ^bü p''!J "IND It'Dn 

endigt bpi pifi'K' b)p) rhniii) rmm xnp5<i b)pD rr\^\i;t<) 
n^D Sipi pn ^ip moi^. 

. Chajim b. Baruch genannt Chajim Paltiel, vermuth- 
lich in Erfurt oder Magdeburg. 

zum Sabbat des Mose-Liedes: 

1. Jozer S« noni D^neiD IpD*? p"l«, endigt ^n^N 1^; 
K^np ]vbv ^^Dl^'D, variirt den Text. 

2. Ofan )nT»r n\-li ^D1 rvn\ n)n rv pon in 4 Strofeu, 
endigt '»rjTI ''D^ VH) IK^m. Refrän: Tl l^HTP Ump imp. 

3. Ahaba D'»:)» 1^ D^:i:'» '•IJn mit Mittelreim. Schluss- 
zeile: übj D'^cy -jni'» )n TniT ^ixi -[mp'» "»n '•n. 

4. Sulat IDIX "»Db ^m non, endigt HOip i:b D^Nns "py 

5. Geula ninn nn^i^ ira:^* D''bix3 nt^D'» rni inc' Dinn "»^ixj, 
endigt nmni »"nn. 

zum Sabbat des Dekalogs: 

6. Jozer n^D: IDH "12iV mW, endigt T^DD biCWl,*'^ 'H ^DH 

tt^np bxn nD«. 

7. Ofan mx «m rXDliD IDy 'n p^n in 6 Strofen, endigt 

ni«"iip np ^D non. Refrän: nixDiJ 'n ppp. 

8. Ahaba TOK': mj;D) ^)bi< tt^DDD P]1^X m r]1^« ^i« mit 
vielen Volkernamen und Assimilationen, offenbar der 
Ahaba )^^'2^ nachgebildet. Die Abtheilung hat 10 Stro- 

• fen, das Ganze 7 Abtheilungen. Schluss: rcW DV; 
Refrän ist nDH« niDD HTJ? ^.ITND DHX DD^ p^DV N^. 

9. Sulat ^n'^ton viDiD "i^b ^oy pin, endigend oyo niy 
pK) D^Diy ntry 'n. 

10. Geula '^)lh p: T« ^Dj; Dra '»^j endigend nb^PH TX 
•V»2r nby, hat verschränkte Reime. Refrän: fcO'^N WD 

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— 494 — 

Die Nummern 2, 4, 6, 9 zeichnen den vollständigen Namen; 
1, 3, 5, 7 U^n; 8, 10 D'^'^H >:«. (Opp. 1072 F. 1569 Q. München 
69 und 88). 

Abraham b. Joseph, A. 1298 im südlichen Deutsch- 
land getödtet. 

1. yy\o^ üh^/h '•^«i^n «bn p^, endigend yyty wn '•d. Er 

sagt: TD bi<^lt< HNIN nj? HpHOD JH« ^b) mD2 rCHH 

2. Hochzeits-Reschut, jede der 4 Abtheilungen hat durch- 
gehenden Reim: 

a) ]vbv hn Om DN nirno nach 3N, endigt pTS2 'PrWip 

n^^iD ND'» XD nyy ny. 

b) miüi in ^b«^ miDitn n'iin« nunoi, endigt rhv 
rr\nn ^h^. 

c) nm2:i njn '»'PDX nidOl nach SX, endigt 11^ ICNH 

d) D'»n^x nitß^"iöi, endigt ni^yoD n^jn h ^totdd. 

(H. h. 239). 

Die Abtheilungen a b d haben den vollständigen Namen. 

Afenachem, der Vater des Tamar. 

Klage pyD '»nX!» xb »"TITO ^»3«, vierfach alfabetisch mit 
Ausgängen aus Klagel. c. 4, endigend ]V2H) ^iy DJ^ 
ps ra "I3iy DP. In der Handschrift (H. h. 130 N. 44) 
fehlen alle Strofen von '2 bis 'K'. R. Menachem b. 
Tamar lebte um 1310*) und ist der unserige oder 
dessen Enkel. 

Tamar b. Menachem, des R. Ascher*) Zeitgenosse. 
Klage P)D p)BD^) nW'^fcO mSDK mit stetigem Reim m, 
endigt m)T\ nXT HTin ^h^ ^rOD üTratn DinD^Pp DTOO 
mpyo bv ^bv^^ ^^ rh)Vn. Schildert die Abschlach- 
tungeu vom Sommer 1298 im südlichen Deutschland. 

Mose Cohen b. Elasar. 

Klage ^m2 Hin |«2in b)p HO über dieselben Abschlach- 
tungen, bestehend aus 4 Absätzen, jeder mit stetigem 
Reime. Endigt HBItC^n D« DD*» btntn H^D ^D1 (H. h. 37). 



«) Chajiiii ^"^ Rga. «9. — <) Rga. S, 7. 

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— 495 — 

Arje. 

1. Reschut Niöchmat DMro -jb "033 «DD HIDT Introduc- 
tion und 5 Strofen, ein Hymnus in Form der Mowa- 
schech, endigt nh2b Vli) b2 b^ rTHI (Machsor Oran ms.)- 

2. r6D1D njPDin D^tr pW ^N (Ms. Fas). 

3. lpT\ "px D^OI Z*^ die Kraft der Elemente und die Kraft 
der Liebe (K^^n riDD ppP f. 6). 

Ephraim b. Jehuda. 

Sulat Pesach nor\ ^Ti f»10« rh'hn '»»12 ^■Tn, variirt in 
den Anfangen und Ausgängen der Strofen die Fest- 
lection (Exod. 12, 29 — 42); vielleicht wird der Ver- 
fasser von Jerucham (rtPTI DtN 15, 5 § 10 f. 134 c) 
angeführt Vgl. oben S. 348. 

Arje Jehuda hajarchi b. Levi. 

1. D^rnipD ^D^ W3 dreizeilige Tochacha für den Tag vor 
dem Neujahrfest, in den Strofen versen kommt iWyo 

vor, akrost. ntm iiND m^^n ^h — 2 ^m^n miiT tv-^h 

— DX pX. 

2. D^pon D^TD« für Sabbat Para. 

Berechja. So zeichnet zuweilen Berechja halevi, welchem 
wohl N. 1 und 2 zuzutheilen. 

1. Kaddisch ^:ba OnD. 

2. Purimgcsang yjTI^ ^DTDOI WH by pH, die strofischen 
Verse schliessen |^jf. 

3. "»iDira mxi IDB'XI '•HDK'N mit DI*» schliessenden Strofen- 
versen, illustrirt die Vidui. 

4. 0^33 22^2 D^» \ Sühngebete; die N. 3, 4, 5 enthält 

5. D'^SDIß' )2)\t; f das Machsor von Tripolis. 

6. D'»0^1 D'^ny niDID eine Habdala, Refrän ^^2Ti Vl^bx, 
scheint von einem andern zu sein. 

Schealtiel b. Levi. 

Geula N'»2bl brW blpT mn« n:i«tr, endigt on DT» *?D2 jH 

■TpriN "|bSn^; 3 Strofen. Befran: njn D^wb "f^D^ 'H (Opp. 

1072 F. N. 44). 
Schemaja. 

prro rmn^ BDIÄ^ zweizeilige Bakascha. 

Ipm 20h hvh nm« mit Strofenversen die np3 schliessen; 

für die Reinheit der Seele Sorge zu tragen. 

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— 496 — 

i:i£^Xn "iriD nntoy rh^: znm 9. Ab, ):yr^ ^« (Machsor 

Fas ras.) oder i:i^xn TiD (ed. Livorno 1800 Th. 1 

f. 118) endigend. 
Machir. 

Reschut zur Keroba 8. Pesach min ^TDI^D TIDD (frz. ms.). 
Mose Samuel, ein provenzalischer Dichter'), ist ver- 
miithlich der Verfasser des ^li^'h nbnx, das dem Neila voraus- 
geht und ^Kl — ntt^ ^iX gezeichnet ist (Avign.) 
Mose b. Salomo halevi. 

Eröffnung ^3:itWD JTWcÖ^: bo mDDN '»2*? hD2 'H rPTI« 

(Poe. 74). 
Mose Levi Chasan. 

Ofan HDITI ^^Wü Htm'' '»^N p'^^DI p^HD endigt D^D 

ncmp onOT« HD^^ND (cal. und Ms. hisp.). 
Elia Levi. 

Klage ^nyDir J\Vi ra in 7 Strofen, zeichnet pn '»f? vrb« 

(cal. und rom.). 
.... Nakdan b. Samuel. 

Musaf-Keduscha für Chanuca-Sabbat t5np3 pVi üyH^ 

nn^DD ^IfiT? T1DD mit durchgehendem Reim, endigt hy) 

nniDn, akrost. ^fcOCK' ID pp: (Machsor ms. Prag). 



XV. KAPITEL. 
Piut-Dichter von J. 1300 bis J. 1540. 

Die letzten zwei Jahrhunderte des Mittelalter» haben 
wenig jüdische Dichter von Bedeutung auizuweisen: die küble 
Speculation vertrat der Poesie den Weg in Spanien; in Provence 
und Katalonien sank die Kunstfertigkeit zu Buchstaben-Baka- 
scha's herab: der Meliza-Stil verband Poesie mit Philosophie. 
In Deutschland verfiel die Kenntniss der Sprache; die gottes- 
dienstliche Dichtung wurde weniger von hervorragenden Auto- 
ritäten als von Vorbetern ausgeübt^ die mitunter den Trova- 



zur Geschichte S. 474. 

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— 497 — 

tore's und BaDkcIsängern ziemlich ähnlich waren. Da nicht 
jede Gemeinde im Besitze von Machsor und Sammlungen war, 
80 veranlasste dieser Umstand den Vorsäuger zu eigenen Ar- 
beiten, zumal wenn fremde Vorbeter spanischen Piut, den man 
nachahmen wollte, eingeführt hatten. Als solche werden ge- 
nannt Mose Catalano in Italien, früher 24 Jahre im Vor- 
beteramte zu Barzellona ^) ; Aaron ebendaher, der in einer 
italienischen Synagoge die Benediction für die Loskaufung 
des Erstgeborenen einführte'); Elasar aus Catalonien, der in 
Neapel einen Piut von Jehuda halevi vortrug'.) Aus den Vor- 
betem, die meist auch Abschreiber waren, bildete sich ein 
eigener Stand, auf welchen die talmudkundigen Rabbiner et- 
was vornehm herabsahen: grösstentheils arm, auf Spenden bei 
Lectionen und Hochzeiten und auf öffentlichen Beifall ange- 
wiesen, verfertigten sie Empfangsgedichte und Lieder; die 
lustige Feier an Purim und am Tage der Gesetzesfreude gab 
hie und da ihren Erzeugnissen einen Beigeschmack von Spass- 
macherei. Daher aus ^DTID, 3nD, das im 13. Säculum Dichter 
und Epigram matist, im 14. Abschreiber bedeutete, der Ausdruck 
Tyoro für Scherz- und Räthselschrift wurde, dergleichen z. B. 
Isserlein (1440), Joseph b. Mose (1470) für Chanuca anfertig- 
ten. Der letztere, um PDflD zu retten, verwahrt sich gegen 
diese Bezeichnung für Räthsel, die niDtCp, nicht HIDTO, heissen!*) 
In Italien war im 14. Jahrhundert Dichten eine Kunst, 
ein Gewerbe, in welchem Unterricht ertheilt wurde*). Die 
besten Gedichte lieferten damals noch Spanien und die Pro- 
vence, minder gutes die italienischen und griechischen, das 
wenigste die gedrückten und verfolgten deutschen Juden. In 
der ernsten Poesie und in den Prosa -Gebeten vernimmt man 
bald kabbalistische Mystik, bald die Schulsprache der Aristo- 
telischen Scholiasten: manches Gebetstück ist ein gereimtes 
Conipendium von Sätzen aus der Sittenlehre, der Himmels- 
kunde und der Grossenlehre, — ebenso unverständlich den 
Nachkommen, als der schwere Saadianische Piut den Vorfahren. 
Uebrigens wurden fast alle Gattungen der gottesdienstlichen 



«) cod. Sorbonne 8. — «) cod. Paris a. F. 183. — ^) cod. Rowi 965. — 
*) cod. München 405 (Steinechneider's Excerpte). — 6) meine Analekten N. 6: 
Rom 8. 198. 

Zuns Literatargesch. der «yn. Poesie. *^^ 

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— 498 - 

Poesie auch jetzt noch angebauet, sogar Pesachjozer. Die 
grösste Zahl der Dichter lieferte Spanien (44). Dann kommen 
Griechenland (25), Deutschland (17), Italien (15), Provence 
(11), Africa (8), der Orient (4). Etwa von 13 Verfassern ist 
die Heimat unbestimmt 

Jedaja b. Abraham Bedarschi, genannt Enbonet 
Abram, als Philosoph und Stilist bekannt, ist Verfasser des 
Mem-Gebets pi^XID Ono, das mit Gott und dem Geiste be- 
ginnt und mit dem gebrechlichen Menschen und den Leiden 
Israels endigt; ferner einer Rehuta') in 22 Zeilen, jede der 
ersten 20 Zeilen hat 8 Worte, die alle mit demselben Buch- 
staben anhebeui, so dass sie akrost. die Worte ^^'»iön tT]rv W 
TTO^ '1D herstellen; die beiden letzten Zeilen geben nt^lTD D — 
pn. Anfang: ^HID« PinN HIDK^X ^H-IO«, Ende: n^DTl ^N OBCltn 

Abbamare Jarchi b. Mose in Monpellier, von wo er 
1306 sich nach Arles, später nach Perpignan wandte. 

Klagelied nuriD ^O^b NDN in 6 Strofen, schliesst n«*1 

iD:in '•:;«. 

Rüben b. Isaac') richtete eine Anfrage an Binjamin b. 
Jehuda'), lebte um 1300 und höchst wahrscheinlich in Mon- 
pellier oder doch in jener Gegend. Die Verjagung aus dem 
südlichen Frankreich im J. 1300 hat wohl seinen Tecbinna's 
Stoff und Farbe gegeben. Sie sind für Montag und Don- 
nerstag jeder Woche bestimmt; von den 50 die er verfasst*) sind 
46 gedruckt*). Das erste Wort nach 'H hebt durchgehends 
mit dem Buchstaben Resch an; sie zeichnen sämmtlich den 
Namen Rüben, einige den vollständigen Namen. Alle haben 
Strofenverse , die auf ein bestimmtes Wort ausgehen, so z. B. 
die erste ]^t£^^n 'H den Schluss pN, die zweite rvb^bvn 21 'H 
den Schluss yxh, die dritte ^y>1> HN ron 'H den Schluss 
nt^i, u. s. f. Zweifellos desselben Verfassers ist die Techinna 
för Gedalja-Pasten .nC^NI nnjn&'D DI 'H, zumal bereits vier der 
erwähnten Techinna's DI 'n anheben. 

Rüben. 

Pismon 112f yysh ^n^'l, endigt ^D "llira ^^ JO^^. 

>) aus einer A. 1S36 benutzten Handschrift. — >) Ritus von Avignon 
S. 680. — ») cod. Rossi 166. — <) H. h. 134. — ») -pDIVI 110 (Avignon 
1767) Th. 1 f. 70—90. Wolf Th. 3 p. 983 



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— 499 — 

Salomo Aderet b. Ahrabani fKSCn], 1308 in Barzel- 
lona gestorben, schrieb ein länj^eres Gebet, das nach einigen 
Bibelstellen (Ps. 102, 1 und andern) anhebt: ]rv» l^bvh ]VOH\ 
yny IDIPD ntfcW imni rötr^ )'h^ 2"^^^ t^, hat eine schone 
Sprache und drückt in poetischer Form schöne Gedanken 
aus, eine Art Königskrone. Nach der Versicherung Schem- 
tob's ihn Gaon in p"wn ^"13 1,5») hat R. Salomo es zu eignem 
Gebrauche verfasst 

Joseph b. Salomo Jachi.a. 

1. talmudische Decisionen in poetischen Strofen, eine Art 
Asharot, die in einer Feuersbrunst untergegangen. 

2. Trauergedicht auf den Tod R. Salomo Aderet's in Bar- 
zellona, durchgehends mit Echo - Reimen, Anfang: 

onc onoN n^it' nnm ittnn onir on^^^D 2Tnrhc nnnp. 

Joseph b. Scheschet ihn Latinii in Lerida verfasste 
A. 1308 ein tausend Worte starkes Gebet, in dem jedes Wort 
mit 'N anhebt, mit sehr kiuistlichen Akrostichen. Anfang: "^^D^<X 

Joseph ihn Snli*) b. David, der in N. 2 und 9 auch 
Chasan zeichnet, ohne Zweifel der Schreiber in Toledo vom 
Jahre 1806 '). 

1. Ofan ran )b^h ü^üZn2 DC*^ in 5 Strofen, endigt 'H 

2. Mechaje zum 9. Ab: n2t^ nvnnn'p '»mnv zeichnet rpyi 

]T) pn "hü p. 

Mostedschab: 

3. b)i2) ^mcV yy^'^ ^'pzh l>rv (Thema: pDO ÜDlfc^l plK 
>NDD), endigt -JXD^l^l IIDT rh\i/\ akrost. bllT p ^D1\ 

4. nD\"IN1 '»n'^t^'D nnt< (Thema: 'p^niT^ -pvh nS^), endigt 
^iTltt^'' '»:D niy bzb rt>üy\, akrost. 'h^D p ^DT» "»i«, eben 
so in N. ß. 

5. D''DnDn 2ri;V Tn*» (Thema: TIN lon IHN Tl). 

6. ^mvD '•3'p nox -jb (Thema: ^b nmn^ DipN rh'h m2fn), 

endigt ^ Hip. 



«) Mnnk zu cod. Orat. 65. — «) Dass ich ihn für älter als Mose b. Esra 
angesetzt ist ein Irrthum des onomast. S. 05. — ') Sen. Sachs Verzeichnias 
S. 48. 

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— 500 — 

Tochacha: 

7. -[iiyo '•D^Dni y)pb ^t^s: ^2)^ [aabb], endigend Jl 2Ttr« Sk 
D^D:, akrost. "^JT ^bw ]3 ^DV. 

8. yn2 DK^^sn D« "T^i^DH tODB'n D'P [aaa], zeichnet 
[pl in "»^IttOD^« p r^ "l^n "12 *nD1^ Die Uebei- 
schrift zu N. 4 lautet in ed. 1519 ebenfalls F)DV "»n^ 
b"! ^SlD^D^PK, ebenso zu N. 7 in Ms. Fas Luzzatto. 
Vgl. N. 9. 

9. Klage no^th ]yhv '^^Dl^O "I"»« für einen Sabbat in den 
Trauerwochen, endigend ipDT D\-lb«3, zeichnet ]DK 

(viell.) 10. Thorafest . Gesang VDT\ b2 12 ir»;^% zweizeilig, 
zeichnet Tn ID ^D^V 

Abraham Kortabi. 

1. Techinna für Esther- Fasten pHT Dm^ ^ro^ 'H, en- 
digt ID'^niDDllt^ n« nxni, akrost. "»Dtonp ^J«, Ueberschrift 

2. Reschut m3D WH D'^D^'p ^1D2X; ebenso überschrieben. 

3. Piut "^my* pin D«, gezeichnet ^Dionp. 

Kartib. Introduction zu nnDItt^: "PX IDIKH OnDT D2Dy Tip 

tel OnD py: ^« ist dreifach D^lOlp gezeichnet. 
Abraham de Carpentras, vielleicht Abraham b. Isaac 
aus Carpentras, genannt Don Abram de Monpellier > ) , der 
1306 lebte und ein Schreiben an Abbamare b. Mose ge- 
richtet hat. 

b^hro hbn 2b Eingang zu den Asharot (cod. Günzb. 10). 
Joseph Bonfos b. Jischai. 

Reschut zum Neujahrfest "inil^' nno« ]1in^ V7V, endigt 

|n«TH ^y p^j;. 

Chija b. Josia. 

jraxi "T^lfc^y KV vierzeilige Tochacha, endigt "pp ''Z 

Hrr^^on (Avignon). 
David b. Jehuda*). 

1. Techinna für den 9. Ab: n:2b ^b^2\r;) HÖH '•211 TT, endigt 

2. Selicha 02*^2« ^« )2W D^2311C' D'^ID 1211C' p21 mit Strofen- 



*) m5<ip nriDD ^- ^2. — *) ayn. Poesie S. 218. 

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— 501 — 

reiin, endigend D'»2nDn 2ttn\ ist ein Mostedschab in 
14 Strofen. 

Esthori Parchi b. Mose aus der Provence, der Ver- 
fasser des msi linSD, hat in diesem seinem A. 1322 in Bei- 
san in Palästina vollendeten Werke (c. 6) ein kurzes Gebet 
in Prosa zur Erinnerung an den zerstörten Tempel zu Je- 
rusalem, anhebend HTn Vi'^zn bx TIT» JTIK und mit Reimen 
schliessend, endigt nhnrh) Dk6 irüPin ^D. 

Kalonymos b. Kalonymos hat im jn2 px, das er Ende 
1322 geschrieben, folgende zwei Gebete, beide in poetischer 
Prosa: 

1. Hymnus mit daran anschliessender Ermahnung, an- 
fangend xbö n\inv 'H 'y^yü Dn no. 

2. eine Variation des Sündenbekenntnisses (DIl^'N ^DOB'N 
'rh Dtt^«) mit Einleitung und Schluss ''::n H^DP VDW. 

Abraham Cohen b. Marino, vielleicht aus dein 13. 
Jahrhundert und in Corfu heimisch, verfasste für Sabbat 
Sachor zwei in Nischmat einzufügende Stücke: 

1. vor ):'^Q I^W: «>^E)n 1^13 D1D y^C^ in 9 Strofen, endigt 

2. vor '•niDHy b: tnpi< "I*? ''D« ^2«, endigt ^in«D ']b -f?. 
Joab b. Jechiel aus Rom, zubenannt nD^DH ]D oder 

fw n^2D, vennuthlich der von Immanuel angegriffene Dichter 
Joab '), der ein mmi 1^ [vielleicht die N. 8] verfasst 
Pesach: 

1. Jozer yrh h^ ibdn onoN jri« dv dv onNi ^h^p «r« 
on^tß^n n'^r onn; Ende: vTiDj; p)Dx v*?y )r\y^D^ n«n 

2. Siliuk m'»nDn fy^d nni n« n^^NTi rü^«ij; endigt nw na3 

3. Ofan, zwiefach alfabetisch, Hl): HO WOr miBN 1l£^«1, 
endigt IDipCD Tl IDD 7113. 

4. Sulat ynjlD Girn n^lN, endigt ^j; D'^OD HltOp Dl^ H^JP 

5. Die beiden Abtheilungen: a) mn DIpD D^IC^S m ^ 



>) meine Analekten [Joab] in Geiger'» Zeitschrift. 

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— 502 — 

VOn^X in drei Sätzen, endigend nxa nX3 ^D; b) rTÜ 
"»iripo pDD ^N nn in drei Scätzen, endigend loSw: 

Wochenfest: 

6. Sn ^^5bD oipo "iDW für r\om, 

Neujahr: 

7. ''D^D ''^Db mpx yiDx für nct^:. 

Sühntag: 

8. rvn:^ xbi «iio: n\ Kaddisch. 

N. 1 zeichnet J. b. Jechiel HD^m |D und ist überschrieben 
Joab bx tVJD (Sorbonne 91. cod Rossi 740). Dieselben beiden 
Bezeichnungen sind bei dem Namen „«lechiel de Betel b. Jekutiel 
de Synag." (in der Unterschrift des cod. Sorb. 90) ferner bei 
„Abraham harofe de Synag. b. Joab de Betel ** im J. 1396 in 
Perugia. N. 4 und 8 haben den vollständigen Namen; in 
Handschriften wird N. <> dem Joab de Betel, N. 7 dem Joab 
de Synag. zuertheilt '); beide haben akrost. nur Joab. 

Joab b. Natan b. Daniel aus Rom, auch genannt Joab 
]^pn. Sein Piut für das Passahfest hat folgende Theile: 

1. Jozer v:^b ^^rc^ oni:"» '»pdb^ ut onu'^Di pia no« 

2. Siiluk D^r:5c mp"» vnz*^ ny^io) nr^ii. 

3. üfan m^V IHN rz*^1 hat G Absätze. 

4. Sulat 'f>np niis^ nDN'» ']hü nii'x onx, endigt -»"n bv 

5. a) D'^Dl^'D nn bv in 3 Sätzen, b) HH mz in 3 Sätzen 
und 1^3 bn yy>^ «bs endigend. 

Die Nummern 1 und 2 haben eine vollständige Namen- 
zeichnung auch mit t<OT] n^HDD *). 

Israel b. Israel dichtete verschiedene Stücke für das 
Sühnfest und ist verrauthlich identisch mit Israel b. Joseph 
(Ritus S. 30) dem Bruder des Astronomen Isaac. 

1. b^n iniD IN nnD für Mincha Sühntag am Sabbat, 
worin auch die vorletzten Worte der Zeile reimen. 
Ende TOK^ tetS' DV (IL h. 205). Ebenfalls nur h^TZ' 
gezeichnet sind: 



») Luz«. X1DD S 23, 26, cod. Saraval 60. — «) Luzsatto y y^n S, 23. 

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— 508 — 

2. rrhv pW "^Xh DVn -IDDO HD in 4 Strofen, endigt ntO) 
rvn\ im« (Rossi VM7 N. 82). 

3. ytnoh n3« ora Dnr» (das. N. 175). 

4. D^X^S Tl-n-» (Bodl. 613 N. 89). 

5. 1jroir;n OD^Pip njnnn TH'» für Neujahr. 

6. onmiDI D'^yi nr T:!^ eine Tochacha für Mincha, die 
nmw pr 1D31 endigt. 

Jachiun in Daroca. 

Tochacha D1^«1 Nli: ^X D^^TC \^5?n -J^D [abab] (Bodl. 
613 N. 12). 

Ahaba ps njp nPOtt^ rCV für die Trauerwochen (cod. 
Michael 443). 
Israel und Salomo ibn Jachiun werden einige Male von 
Gedalja Jachia (51 b, 61a und sonst) genannt. Israel lebte im 
M. Jahrhundert, Jacob Jachiun im J. 1290. 

Joseph ibn Vakar b. Abraham in Toledo*), ein be- 
kannter Mystiker, Verfasser eines Werkes, worin die Ueber- 
einstimniung der Kabbala mit der Philosophie versucht wird. 
Mostedschab \"lbx nblita ^nix'pci 7D niDOX (Thema: 
in« IDltn XIX "?«), ein Einheitsgesang in 27 Strofen, 
deru der Verfasser selber einen Commentar hinzuge- 
fügt hat. 
Schemtob. 

Mostedschab für Neujahr ''^IDN jnt «"^p« DD^^bx (Thema: 
1Dt^3 )Hy 'rb mn), endigt }DW2 71371, akrost. DU' ''^K 

to: pn DUO. 

Schemtob Ardotiel b. Isaac, der Uebersetzer von 
Israelis Ritual werk (um 1330). 

1. Vidui '»nn^ra '•n%snD D^IJ; bir 1:121 leidet theilweise an 
dem Wortschwall des Meliza-Stils, der auch in seinem 
Kriege zwischen Feder und Scheere, in Sahola^s 
Parabelbuch und anderen Erzeugnissen jener Epoche 
hervortritt. Die Stelle von dem Kampfe der Elemente 
wird in eiuigen (remeinden weggelassen 'j. 

2. Bakascha |1ir''«D "^nnÖD ]Wir)72 01*10 besteht aus zwei- 
tausend mit dem Buchstaben Mem anhebenden Wörtern. 



<) Narboni zu More 1, 28. — *) Q'^IB'^ pSsP Livorno 1800. 

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— 5(H — 

Israel halevi b. Joseph in Avignon, ein Arzt, ge- 
nannt Krescas Kaslari, um das J. 1327. 

D"l« nn Dtt^ imr^ yOD V2 Mikamocha für Purim, die 
Geschichte des Buches Esther erzählend, der strofische 
Vers schliesst HT, enthält etwa 240 Strofen. 

Isaac b. Joseph ihn y^^ um 1330 in Tudela, schrieb 
pnH^ nilXD talmud. Commentar und verfasste unter andern eine 
Geula in dem Metrum von Nachums ÜOTO) TD (ms. 
H. Schorr). — Joseph b. Isaac und Isaac ihn TJD 
waren des Isaac b. Scheschet (Rga. N. 79, 80, 396) 
Zeitgenossen; Schemtob ibn 'VTO lebte A. 1569. 

Isaac b. Joseph b. P)pA«. 

Sulat 7. Pesach DIGITI Hi^y b«n m« mit Strofenreim, 
endigt VT1JK1 "ht^ Hl; der Verfasser lebte vielleicht 
schon im 13. Jahrhundert. 

Isaac b. Israel ^). 

1. Tochacha ^byD P|W1 "|^ nDB^iH, vermuthlich für den 
Vorabend des Sühnfestes. 

Vidui: 

2. Schacharit p^y\ TTi 3^3 n^iiT dj;d rT^r^is linh rnm« 

nmn (cod. Rossi 1377 N. 51), ist in cod. H. h. 205 
f 412 für Musaf und endigt SlpH ^D Tjni njD min« 

'DI ijj'TQ ^JiDit^x n\n Knpn. 

3. Musaf hn: b)p ^im h)p onnb fi^dw d^ij? bo^ 1:112-1 

(das. N. 109). 

4. Mincha ^DD*? ^y ^niSyro nrüDH m'pw '»m yin (span. 

Machsor). 

5. Neila u^^rh i:onn D^obiyn p^n (das.). 

Immanuel b. Joseph. 

Klage m«n DIliD mOD pip« für den Sabbat vor dem 
9. Ab, 19 Strofen mit Strofenreim, endigend ^N DJH 
DW*1p, schildert erlebte Verfolgungen, vermuthlich 
aus dem 14. Jahrhundert in spanischen Ortschaften 
(cal.). 

Faradsch (^NE)). 

|n:i "iru ^IIID für den zweiten Sabbat der Trauer- 



1) zur Geschichte S. 425. 

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— 505 — 

Wochen (Haftara TJÄDIC'), 5 Strofen, endigt U3T mCTip 
(cal). 

Isaac Kinicbi b. Mordecbai in Salon, genannt Mestre 
Petit de Nions, ist der Verfasser der in Avignon und Car- 
pentras üblichen auf D^) reimenden Asharot; vgl. Steinschneider 
io Landshuth's onomast. S. 124 und meinen Ritus von Avignon 
(Zeit. d. J. S. 679 u. f.). Er hat auch die Asharot Gabirol's 
erläutert und lebte noch im J. 1341 ')• 

Serachja aus Barzellona s